Zwischengeschlecht.info

To content | To menu | To search

Search - medien

Tuesday 13 June 2017

Aachen 15.07.2017: "Was ist intersex? Eine Einführung" – mit Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org)

Bild: Markus Bauer auf ABC Nightline, Aufnahme von den "I-D$D 2013" Protesten in Glagow

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on Facebook

Wann: Donnerstag, 15 Juni 2017, 20:00 Uhr

Wo:  Queerreferat an den Aachener Hochschulen e.V., Trichtergasse 14

Markus Bauer, Gründungsmitglied der internationalen Intersex-NGO Zwischengeschlecht.org und Mitverfasser zahlreicher thematischer Berichte für die UN sowie Sachverständiger bei Menschenrechtsorganisationen, Ethikgremien und in den Medien, wird die folgenden Fragen beleuchten:

1.) Was ist intersex (biologische Grundlagen)?
2.) Häufigste IGM-praktiken (Intersex Genital Mutilations) und ihre Folgen?
3.) geschichtlicher Überblick zu intersex und IGM
4.) Intersexbewegung und Menschenrechte

Der Eintritt ist frei. Jede*r ist herzlich eingeladen!

>>> Veranstaltungshinweis auf Facebook

>>> Zwischengeschlecht.org: Offener Brief an Uniklinikum Aachen, 30.05.2011

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 22 April 2017

LGBTQ und Intersex-Gnitalverstümmelungen in 20 Minuten, 20.04.2017

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

(Bild: 20min - Keystone) >>> Artikel über "LGBTQ-Diskriminierungen" auf 20 Minuten. Wie's halt manchmal so läuft: Das “I” ist i Titel zwar nicht erwähnt, dafür hat's das nachfolgende Portrait von Nella (Danke!), und während das “T” im Titel angeführt ist, fehlt ein entsprechendes Portrait ...

“Daniela Truffer, 51, Aktivistin Zwischengeschlecht.ch, Zürich
intersexuell – Menschen, die mit uneindeutigem Geschlecht geboren werden
«Intersex-Menschen werden mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren, und in den meisten Fällen auch heute noch vor dem zweiten Lebensjahr genitalverstümmelt, so auch ich. Dies sind massive Eingriffe in unsere körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung und gehen über Diskriminierung weit hinaus. Auch heute noch ist diese Praxis in der Schweiz verbreitet, obwohl unter anderem der UN Kinderrechtsausschuss Intersex Genitalverstümmelungen als «schädliche Praxis» verurteilt. Als Kind hatte ich Schmerzen von den Genitaloperationen und musste oft zum Arzt, wusste aber nicht warum. Ich leide bis heute unter den physischen und psychischen Folgen der Verstümmelungen.»

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 7 April 2017

Intersex-Genitalverstümmler aus Luxemburg: "Ich bin kein Monster!" - Le Quotidien, 21.03.2017

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Was bisher geschah: "Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

Auch in der Luxemburger Tageszeitung "Le Quotidien" erschien ein mehrteiliger Artikel zur Intersex–Tagung – Erziehung und Menschenrechte [ >>> Programm   >>> Flyer (PDF) ]. Darin bezeugen Daniela Truffer (StopIGM.org/Zwischengeschlecht.org) und Kris Günther (OII Belgien) das von IGM verursachte, lebenslange Leid (vgl. Bild unten), und Erik Schneider (ITGL) und Maryse Arendt (Initiativ Liewensufank) unterstreichen ebenfalls die Menschenrechtswidrigkeit der Praxis in Luxemburg:

>>> "Le Quotidien" 21.03.2017: «Dossier: Intersexe» (PDF, 439 kb) von Audrey Somnard

Zusätzlich dokumentieren Aussagen von Dr. Michael Witsch (Kinderendokrinologe am Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL)) und Yolande Wagener (Abteilungsleiterin, Gesundheitsdirektion Luxemburg) weitere pikante Details zur aktuellen lokalen Praxis.

Nachfolgend eine deutsche Übersetzung besonders erhellender Kernaussagen:

«Ich bin kein Monster!» Laut Dr. Witsch sind es die Eltern, welche «die Situation nicht akzeptieren und unbedingt eine Operation wollen. […] Eine Operation kategorisch abzulehnen würde sie nur anderswo hintreiben, ja sogar Handlungen von Genitalverstümmelung Vorschub leisten, wie dies zum Beispiel in Afrika geschieht.» (PDF S. 2)

Yolande Wagener, Abteilungsleiterin bei der Gesundheitsdirektion: «Es existiert keine medizinische Empfehlung, kein gesetzlicher Rahmen in Luxembourg. Nach meiner Kenntnis gibt es im Großherzogtum keinerlei Eingriffe an Säuglingen nach der Geburt, diese Art von Eingriffen werden im Ausland vorgenommen.» (PDF S. 2)

Wie lange noch?!

>>> "Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Thursday 23 March 2017

"Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

In Luxemburg fand in der Abtei Neumünster eine erfolgreiche, von ITGL organisierte Intersex–Tagung zu den Themen Gesundheit, Erziehung und Menschenrechte statt u.a. mit Daniela Truffer (StopIGM.org/Zwischengeschlecht.org) und Kris Günther (OII Belgien).
>>>
Programm   >>> Flyer (PDF)

Bereits im Vorfeld gab es dazu ein reges Medieninteresse. Den Anfang machte am 8. März das deutschsprachige Wochenmagazin "Revue" mit einer >>> Titelgeschichte zum Thema (PDF, 2.3 MB)

Nebst Kris Günther und Erik Schneider (ITGL) kommt darin auch ein Kinderendokrinologe aus dem Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) zu Wort, der – unter Berufung auf unsere gewaltfreien Proteste – heute zwar “im Prinzip” auch nicht mehr rundheraus Intersex-Genitalverstümmelungen propagieren mag – allerdings mit der berühmten, sattsam bekannten “Ausnahme”:

“Als Vertreter der Ärzteschaft berichtet Dr. Michael Witsch von regelmäßigen Protesten Intersexueller bei medizinischen Kongressen. Dabei sagt auch er: "Es wurde viel Vertrauen kaputt gemacht. Früher dachte man: Oh mein Gott, sofort operieren. [...]” [...] Dr. Michael Witsch will [heute] auf geschlechtsangleichende Behandlungen verzichten, "wenn auch die Familie es aushält". Er argumentiert, dass dem Kind wohl kaum geholfen sein kann, wenn seine Eltern es rundweg ablehnen.”

Weiter wird im Artikel auch eine Mutter eines genitalverstümmelten, mittlerweile etwa 10-jährigen Intersex-Kindes “Sandro” (Name geändert) aus Luxemburg interviewt. Nebst dem eindrücklich geschilderten, leider auch heute immer noch üblichen "Drama" mit unsensiblen MedizynerInnen nach der Geburt bestätigt die Mutter so nebenbei, was Intersex-Menschenrechtsverteidiger_innen seit längerem befürchten: Das Großherzogtum Luxemburg arbeitet betreffend Intersex-Genitalverstümmelungen eng mit dem benachbarten Belgien zusammen, u.a. mit der berüchtigten Uni-Kinderklinik Gent:

“Dabei wurde Sandro weiter intensiv – auch in einem spezialisierten Krankenhaus in Gent – untersucht. In Absprache mit den Eltern entschieden sich die dortigen Spezialisten mit der Endokrinologin Dr. Carine De Beaufort, sowie dem Chirurgen Dr. Paul Philippe aus der Kinderklinik [beide CHL Luxembourg] zu einer einzigen zweimonatigen Hormontherapie und anschließender [“vermännlichenden”] Genitaloperation im Alter von neun Monaten.

Ebenfalls so nebenbei geht aus dem Artikel hervor, dass “Sandro” auch heute noch nicht wirklich über seine besonderheit aufgeklärt wurde:

"Wie sie ihm später einmal seine Geburtsurkunde erklären wird, weiß [die Mutter] Andrea Goedert [Name geändert] zwar noch nicht.”

Wie lange noch?!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Tuesday 7 March 2017

Intersex-Genitalverstümmelungen: UNO-Ohrfeige für Deutschland!

Was lange gährt, wird endlich Wut: Zwischengeschlecht.org forderte schon bei der letzten CEDAW-Staatenprüfung, dass Zwangseingriffe an Intersex-Kindern in Deutschland als Genitalverstümmelung anerkannt und TäterInnen zur Rechenschaft gezogen werden. CEDAW43, Genf 02.02.2009.

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookPressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 07.03.2017:

Der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) hatte an seiner 66. Session Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) in Deutschland und Irland untersucht – und während der mündlichen Staatenprüfung in Genf insbesondere die Bundesrepublik durch sachkundige und hartnäckige Fragen als willfährige Helfershelferin der GenitalbschneiderInnen überführt.

Zwischengeschlecht.org begrüßt aufs Herzlichste die nun veröffentlichten, verbindlichen "Abschließenden Bemerkungen", die Deutschland explizit für “Intersex-Genitalverstümmelung” kritisieren und diese Praxis in beiden Ländern unmissverständlich als “schädliche kulturelle Praxis” rügen (wie FGM), und u.a. ein explizites gesetzliches Verbot und angemessene Entschädigung für Überlebende fordern:

>>> Deutschland: CEDAW/C/DEU/CO/7-8, zu Intersex: Abs. 23-24 (PDF, englisch)
>>> Irland:
CEDAW/C/IRL/CO/6-7, zu Intersex: Abs. 24-25 (PDF, englisch)

Diese schallende Ohrfeige an die Bundesregierung ist die verdiente Quittung dafür, wie Deutschland u.a. menschenrechtswidrige IGM-Praktiken einschließlich Klitoris-Teilamputationen, Kastrationen und “Harnröhrenverlegungen” an jährlich über 1700 Intersex-Kindern unbeirrt als angebliche “Heilbehandlungen” ausgibt und durch die öffentlichen Krankenkassen finanziert, während gleichzeitig traumatisierte IGM-Überlebende in der Bundesrepublik systematisch ignoriert und vom Rechtszugang ferngehalten werden.

Unter anderem verpflichtet die CEDAW-Rüge Deutschland verbindlich,

  • “klare Gesetzesvorschriften zu erlassen”, die “Intersex-Genitalverstümmelung” “explizit verbieten”
  • IGM-Überlebenden “wirksamen Rechtszugang zu gewährleisten, einschließlich durch Anpassung der Verjährungsfristen”
  • “Familien mit Intersex-Kindern angemessene Beratung und Unterstützung anzubieten”
  • “einen staatlichen Entschädigungsfonds einzurichten”

Dies sind seit 10 Jahren die Hauptforderungen der internationalen Intersex-NGO Zwischengeschlecht.org, die wir als einzige Betroffenenorganisation in Deutschland konsequent bei den Verantwortlichen in Medizin und Politik unermüdlich einfordern:

“Wir Betroffene fordern ein gesetzliches Verbot von kosmetischen Genitaloperationen [...] und kosmetischen Hormonbehandlungen an Kindern und Jugendlichen in Verbindung mit einer Aufhebung, Aussetzung oder Verlängerung der Verjährung, wie diese auch bei weiblicher Genitalverstümmelung und sexualisierter Gewalt gefordert wird.”

Bis heute werden wir und andere Überlebende dafür von der Bundesregierung einschließlich der “Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG)” ausgegrenzt, und wird das himmelschreiende Leid genitalverstümmelter Intersex-Kinder stattdessen mutwillig für Gender- und Personenstandspolitik dritter Interessengruppen vereinnahmt und missbraucht.

Die jüngsten CEDAW-Rügen sind daher eine willkommene Erinnerung an alle (Mit-)TäterInnen in Medizin, Politik und in den Medien, dass die berechtigten Anliegen der Betroffenen sich nicht mehr länger unter den Tisch wischen lassen (vgl. Gemeinsame NGO-Erklärung an CEDAW, 20.02.2017):

“Seit über 20 Jahren tut die Regierung nichts außer reden und reden. Als Intersex-Menschen und IGM-Überlebende wollen wir jetzt endlich Taten sehen, einschließlich eines strafrechtlichen Verbotes, Zugang zu Wiedergutmachung und Justiz und Aufhebung der Verjährungsfristen.” 

Nebst Zwischengeschlecht.org hatten auch Intersexuelle Menschen e.V. und OII Germany (IVIM) den UN-Frauenrechtsausschuss CEDAW aufgefordert, zu den unverändert andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland Stellung zu beziehen.

Weitere UN-Rügen an Deutschland wegen IGM sind bereits vorprogrammiert: Der UN-Ausschuss gegen Folter (CAT/C/DEU/CO/5), sekundiert vom Behindertenrechtsausschuss (CRPD/C/DEU/CO/1), hatten bereits 2011 bzw. 2015 IGM als “unmenschliche Behandlung” eingestuft, die gegen das Folterverbot verstößt, und Deutschland verbindlich empfohlen, u.a.

"Vorfälle, in denen intersexuelle Menschen ohne wirksame Einverständniserklärung chirurgisch oder anderweitig medizinisch behandelt wurden, zu untersuchen, und Rechtsvorschriften zu erlassen, die den Opfern solcher Behandlungen Rechtsschutzmöglichkeiten, einschließlich angemessener Entschädigungen, gewähren".

Seit über einem Jahr ist der Nachfolgebericht an den Folterausschuss überfällig, in welchem der IGM-TäterInnenstaat Deutschland über die (Nicht-)Umsetzung der verbindlichen CAT- und CRPD-Empfehlungen Rechenschaft ablegen muss. Fortsetzung folgt ...

Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

Daniela "Nella" Truffer, Markus Bauer
Gründungsmitglieder Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0)76 398 06 50, +41 (0)78 829 12 60
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>> VIDEO + TRANSCRIPT: UN-CEDAW Questions Germany over IGM Practices
>>> UN Press Release 20.02.2017: "Intersex Genital Mutilation in Germany"
>>> "Germany: The Practice of Intersex Genital Mutilation" - UN Press Release 21.02.2017

2016-CEDAW-Swiss-Intersex-IGM

IGM Practices in Germany: StopIGM.org 2017 CEDAW Report
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Sex Anatomy
IGM in Germany  Complicity of the State  Harmful Practice
>
>> Download as PDF (519 kb)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 10 February 2017

CH-Zeitungen > Intersex-Genitalverstümmelungen von Invalidenversicherung bezahlt

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

In einem Intersex-Hintergrundartikel von Laura Gianesi zum "Intersex-Model" Hanne Gaby Odiele im AZ-Medienverbund (Print + Online: Aargauer Zeitung, Badener Tagblatt, Oltner Tagblatt, Basellandschaftliche Zeitung, BZ Basel) wurde auch Markus Bauer (Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org) zitiert, u.a. betreffend den auch in der Schweiz immer noch ungehindert andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen trotz wachsender Kritik:

“Auch ein Schweizer Gesetz, das definiert, ab wann und unter welchen Umständen eine Operation rechtens ist, gibt es bis heute nicht. Und das, obwohl die Schweizer Nationale Ethikkommission und zwei UNO-Ausschüsse den Schweizer Staat in den letzten Jahren aufgefordert haben, operative Eingriffe an intersexuellen Kindern ohne ihre rechtlich gültige Einwilligung gesetzlich zu verbieten.

«Die IV bezahlt noch immer Geschlechtsoperationen an Minderjährigen. Für psychosoziale Unterstützung der Betroffenen scheinen hingegen keine Mittel vorhanden zu sein», stellt Bauer fest. Das oft verwendete Argument, dass intersexuelle Kinder bei Belassung ihrer uneindeutigen Genitalien ausgegrenzt würden, weist er entschieden zurück: «Intersex-Menschen haben das Recht, selbst über ihre Körper zu entscheiden. Psychosoziale Probleme müssen mit psychosozialen Mitteln angegangen werden, nicht mit dem Skalpell.»”

Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin!

Weniger gelungen sind im Artikel leider die wiederholten Unterstellungen, ein "dritter Geschlechtseintrag" würde helfen, Intersex-Genitalverstümmelungen zu verhindern – tatsächlich wird jedoch in allen Ländern, wo z.T. schon seit längerem ein 3. Geschlechtseintrag möglich ist (z.B. Neuseeland, Australien, Pakistan, Deutschland, USA) unverändert weiterverstümmelt. Und auch in Malta, das von der Autorin in bekannter Manier zum "gelobten Intersex-Land" hochstilisiert wird, werden Intersex-Kinder zum Verstümmeln einfach nach Grossbritannien geflogen – auf Kosten der öffentlichen maltesischen Krankenversicherung, die mit dem britischen "National Health Service (NHS)" entsprechende Verträge hat. Es ist noch ein weiter Weg ...

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 5 February 2017

«Intersex-Menschenrechtlerin fordert Verbot von "Genitalverstümmelungen" an Kindern» - Reuters 31.01.2017

Intersex-Aktivistin Daniela Truffer an der BanFGM conference in Rom, Italien, 31.01.2017. Photo: Emma Batha

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

>>> Gelungene Agenturmeldung (englisch) von Emma Batha für die Thomson Reuters Foundation aus Anlass der Präsentation “Intersex-Genitalverstümmelungen bekämpfen” von Daniela Truffer (Zwischengeschlecht.org) an der internationalen BanFGM Conference in Rom (englisch), einberufen durch die Dakar Ministerial Sub-regional Consultation und organisiert u.a. von No Peace Without Justice und dem Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children.

Als Folge erwähnte die Deklaration (französisch) der BanFGM Conference explizit auch “Intersex-Genitalverstümmelungen”.

Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die das möglich machten!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Thursday 2 February 2017

"Tribune de Genève" über Intersex-Genitalverstümmelungen und die SAMW-"Ethik-Stellungnahme", 02.01.2017

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

>>> Gelungener Artikel von Caroline Zuercher (fanzösisch) in der "Tribune de Genève" über die ausweichende "Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission der SAMW [Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften] zu «Varianten der Geschlechtsentwicklung»" (>>> PDF), mit klaren Aussagen von Daniel Truffer und yours truly a.k.a. Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org), auch zur Notwendigekeit eines Gesetzlichen Verbots von IGM-Praktiken inkl. einer Aufhebung oder Verlängerung der Verjährungsfristen. Danke!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 29 October 2016

IAD 2016: Intersex-Protest zum Kispi-Ball, Zürich 29.10.

Kispi-Ball, Zürich 29.10.2016. DANK an alle, die teilnahmen!

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookPressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 29.10.2016:

Der Intersex Awareness Day geht weiter! Aus untenstehenden Gründen führt die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org heute Abend als Auftakt zum Kispi-Ball vor dem Baur au Lac eine friedliche Mahnwache durch.
Mehr Info: 076 398 06 50

>>> Der Flyer als PDF

Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüsse

Daniela "Nella" Truffer, Markus Bauer
Gründungsmitglieder Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0)76 398 06 50, +41 (0)78 829 12 60
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>> Kispi: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?
>>>
Intersex-"aufarbeitung": Interviews auf SRF "Heute Morgen", 12.10.2016
>>>
“Meist eine Operation” – Kinderspital gibt Intersex-Genitalverstümmelungen zu!
>>>
“Heute würde man mich zum Bub umschnipseln” – Sonntagsblick, 23.10.2016

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Wednesday 26 October 2016

Intersex Awareness Day 26.10.2016 > 20 Jahre Intersex-Proteste – jetzt 23 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen!

[ UPDATE Mai 2017: Jetzt 23 Rügen – 15 Länder gerügt! ]

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on Facebook

IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Am heutigen Intersex Awareness Day 2016 feiern wir:

20 Jahre gewaltfreie Intersex-Proteste

demnächst mittlerweile 20 23 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen – und viele weitere mehr bereits in der Pipeline, auch weit über 2017 hinaus!

Zwischengeschlecht.org feiert obendrein:

   • über 100 gewaltfreie Intersex-Proteste in 7 Ländern seit 2007

   • über 200 Medienauftritte zur Sensibilisierung über Intersex und IGM-Praktiken

Nachfolgend eine Aufschlüsselung aller bisherigen sowie unmittelbar bevorstehenden UN-Rügen wegen IGM-Praktiken an bisher 13 15 Staaten in Europa, Südamerika, Asien, Afrika und Ozeanien, mit Links zu den vollständigen verbindlichen Empfehlungen:

IGM-Praktiken: UN-Rügen nach Vertragsorgan, Jahr und Land

• Ausschuss gegen Folter (CAT) “unmenschliche Behandlung”:
   2011: Deutschland
   2015: Schweiz, Österreich, Dänemark, Hong Kong
   2016: Frankreich

• Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) "schädliche Praxis”:
   2015: Schweiz, Chile
   2016: Frankreich, Irland, Großbritannien, Nepal, Neuseeland, Südafrika

• Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRPD) "Verletzung der Unversehrteit”:
   2015: Deutschland
   2016: Chile, Italien, Uruguay 

• Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) “schädliche Praxis”:
   2016: Frankreich, Schweiz, Holland
   2017: Deutschland, Irland 

• Menschenrechtsausschuss (HRCttee – CCPR) “unfreiwillige medizinische Versuche“:
   2017: Schweiz?

Weitere internationale Menschenrechtsgremien, die IGM-Praktiken verurteilen, sind u.a. WHO und UNICEF, der UN-Sonderberichterstatter über Folter und die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IACHR).

UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"

>>> SonntagsBlick 23.10.2016: "Heute würde man mich zum Bub umschnipseln"

•  Intersex Awareness Day 2009
•  Intersex Awareness Day 2010
•  Intersex Awareness Day 2011
•  Intersex Awareness Day 2012
•  Intersex Awareness Day 2013
•  Intersex Awareness Day 2014
•  Intersex Awareness Day 2015

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 23 October 2016

Intersex: "Heute würde man mich zum Bub umschnipseln" – Sonntagsblick, 23.10.2016

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Zum Intersex Awareness Day ein >>> 2-seitiger Artikel über Intersex-Genitalverstümmelungen im heutigen "SonntagsBlick", einem der grösste Blätter der Schweiz. Der Stil ist Boulevard, aber Daniela "Nella" Truffer redet wie gewohnt Klartext, und die Mediziner verwickeln sich selbst in die gewohnten Widersprüche, so dass die Message gut durchkommt:

“[Daniela Truffer] will weiter dafür kämpfen, dass Babys mit sogenannter Geschlechtervarianz so lange nicht operativ einem Geschlecht angeglichen werden dürfen, bis sie selber entscheiden können.

Juristisch scheint das klar. Die Zürcher Rechtsprofessorin Andrea Büchler (47) sagt: «Medizinisch nicht indizierte Operationen sind zu unterlassen, bis die betroffene Person selbst entscheiden kann. Das haben verschiedene internationale Gremien, aber auch die Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin festgehalten.»

Trotzdem führen viele Spitäler auch heute noch Operationen an betroffenen Babys durch. «Dabei ist es bei den meisten nicht lebensnotwendig, sondern hat schlicht psychosoziale Gründe», meint Truffer. Das Argument der Ärzte: Ein Kind, das mit einem eindeutigen Geschlecht aufwachsen kann, habe es leichter. Truffer sagt: «Das stimmt überhaupt nicht. Durch unnötige Operationen traumatisiert man die Kinder.»

«Die meisten Eltern wollen eine Operation»

In der Praxis ziehen heute die meisten Schweizer Kinderspitäler in solchen Fällen interdisziplinäre Teams zur Beratung bei. Am Kinderspital Zürich werden «geschlechtsvereindeutigende» Operationen nach wie vor auch bei Babys durchgeführt. Rita Gobet (60), Chefärztin Kinderurologie, bestätigt: «Die meisten Eltern wollen eine Operation. Wir machen dies aber nur nach individueller Be­urteilung des Kindeswohls.»

[...]

Die Operation von Daniela Truffer bezeichneten Ärzte in den Krankenakten später sogar selbst als Fehler – Daniela sei doch eher ein Bub. Doch da man sie zum Mädchen operiert habe, müsse man diesen Weg weitergehen. Truffer sagt: «Heute würden sie mich zum Bub umschnipseln. Aber das wäre genauso falsch.»”

Dafür an Reporter Caspar Pfrunder von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön!

Auch die zur Zeit 2 LeserInnenkommentare sowie das Verhältnis der positiven und negativen Beurteilungen derselben sind erfreulich – was bekanntlich leider auch nicht immer selbstverständlich ist.

>>> "Aus dem Sexleben eines genitalverstümmelten und kastrierten Zwitters"
>>> Artikel von Daniela Truffer: "Geschlecht: Zwangsoperiert"

>>> Kispi: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?
>>>
“Meist eine Operation” – Kinderspital gibt Intersex-Genitalverstümmelungen zu!
>>>
PODCAST + TRANSKRIPT: Interviews auf SRF "Heute Morgen", 12.10.2016

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 22 October 2016

CH > Kanton Zürich arbeitet Zwangsmassnahmen auf – "institutionelle Unabhängigkeit und Quellenzugang zentral"

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on Facebook

Ein weiterer "Blick über den eigenen Tellerrand hinaus":

Hände weg von Kindergenitalien!

In Bezug auf die angekündigte Intersex-"Aufarbeitung" des Kinderspitals Zürich ist die in der Schweiz seit längerem laufende Debatte und mittlerweile angelaufene Aufarbeitung und Entschädigung von Betroffenen von sog. "administrativen" oder "fürsorgerischen Zwangsmassnahmen" inkl. "Fremdplatzierungen" von Kindern als billige Arbeitskräfte (sog. "Verdingkinder") höchst interessant (dieser Blog berichtete | 2 | 3).

Kürzlich bewilligte nun auch der Kanton Zürich eine historische Aufarbeitung, dotiert mit 500'000 Franken – zufälligerweise genau der gleiche Betrag, den auch der Schweizerische Nationalfonds (SNF) für das Kispi-Projekt sprach. In einem >>> Bericht zur Zwangsmassnahmen-Aufarbeitung des Kantons in der NZZ kommt der Historiker Jakob Tanner zu Wort, seinerzeit Mitglied der auch als "Bergier-Kommission" bekannten "Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg (UEK)" – mit Aussagen, welche gleichzeitig ein grelles Schlaglicht werfen auf die hauptsächlich von Kispi-ArztInnen selbst geleitete Intersex-"Aufarbeitung", bei der zu Beginn gleich mal 90% der Krankenakten zu IGM 1 "vermännlichende Genitalkorrekturen" vorsorglich vernichtet wurden:

"«Wenn Behörden ein solches Projekt ins Rollen bringen, ist es zentral, dass die institutionelle Unabhängigkeit des Teams gewährleistet wird», sagt er. [...] Weiter sei es für die Forschungsfreiheit wichtig, dass die Quellen für die weitere Forschung zugänglich gemacht werden: «Weil dies bei der UEK zum Teil nicht der Fall war, haben wir vieles ausführlich dokumentiert und am Ende 11 000 Seiten publiziert.»"

Meine 2 Cent: Offensichtlich wird am Kispi sobald es um Intersex-Kinder geht nicht nur in Sachen Recht auf körperliche Unversehrtheit mit zwei Ellen gemessen, sondern auch betreffend "Aufarbeitung".

>>> Kispi: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?
>>>
“Meist eine Operation” – Kinderspital gibt Intersex-Genitalverstümmelungen zu!
>>>
PODCAST + TRANSKRIPT: Interviews auf SRF "Heute Morgen", 12.10.2016

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- Gewalt und Pharma-Experimente in CH-Kinderheimen: Aufarbeitung gefordert (1)
- Opfer von CH-Zwangsmassnahmen: Entschuldigung, aber keine Entschädigung (2)
- "WIr lassen uns nicht über den runden Tisch ziehen" (3)
- Vom Mut und den Erfahrungen der ehemaligen Heimkinder lernen 
- "Runder Tisch Heimerziehung": Betroffene zum 2. Mal gedemütigt und erpresst
- "Als wären wir zur Strafe hier" + "Runder Tisch Heimerziehung" fest in TäterInnenhand
- Alle Posts zu "Blick über den eigenen Tellerrand hinaus"

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 16 October 2016

Schweiz > "Meist eine Operation" – Kinderspital Zürich bestätigt Intersex-Genitalverstümmelungen!

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Follow-up-Zeitungsartikel im Tages-Anzeiger (zum vergrössern: reinklicken!) zum umstrittenen "Aufarbeitungsprojekt" des Kinderspital Zürich, bei dem Betroffene nicht angemessen beteiligt werden, und 90% aller Krankenakten zu IGM 1 “Vermännnlichende Genitalkorrekturen” vorab vernichtet wurden, obwohl der UN-Ausschuss gegen Folter kürzlich die Schweiz verpflichtete, Fälle von uneingewilligte Genital-OPs usw. “zu untersuchen” und “gesetzgeberische Massnahmen zu ergreifen, um Wiedergutmachung für alle Opfer zu gewährleisten”.

Diese beiden Themen werden zwar auch im Tagi-Artikel NICHT angeschnitten – aber immerhin wird u.a. durch Ausagen der Kispi-Chefchirurgin Rita Gobet ausdrücklich bestätigt, dass Intersex-Genitalverstümmelungen auch heute noch im Kispi praktiziert werden – dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an die Reporterin Liliane Minor:

Zwischengeschlecht[.org], eine Interessengruppe Betroffener, unterstützt die Forschung. Aber sie genüge bei weitem nicht. «Noch heute werden zu viele Buben und Mädchen operiert, wenn ihr Genital nicht so aussieht, wie es soll», sagt Markus Bauer von Zwischengeschlecht[.org]. Typisch ist aus seiner Sicht der Umgang mit Buben, deren Harnröhre nicht an der Penisspitze endet. Diese sogenannte Hypospadie werde bis heute ohne medizinische Notwendigkeit operiert: «Einfach weil die Ärzte finden, ein Junge müsse im Stehen pinkeln können, was bei Hypospadie oft nicht geht.» Auch bei Mädchen mit vergrösserter Klitoris werde häufig vorschnell zum Messer gegriffen.

Rita Gobet, Leiterin Urologie am Kinderspital, weist die Vorwürfe zurück. Seit mehreren Jahren schaue ein interdisziplinäres Team zusammen mit den betroffenen Eltern jeden Fall genau an. Dabei spiele auch die soziale Situation eine Rolle: «Die Zeiten, in denen man einfach so operierte, sind längst vorbei.» Gerade bei Kindern, die zwar ein atypisches Genital haben, deren biologisches Geschlecht aber klar ist, entscheiden sich Eltern meist für eine Operation. Nicht ohne Grund, so Gobet: «Es gibt starke Hinweise, dass eine frühe Behandlung das Leben der Kinder erleichtert.» Anders sei es bei Kindern, deren Geschlecht nicht nur optisch unklar sei: «Bei ihnen ist man heute viel zurückhaltender mit Operationen als früher.»

>>> PM: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

Friday 14 October 2016

Schweiz > "Bub oder Mädchen? Vergangenheitsbewältigung am «Kispi»" - SRF HeuteMorgen, 11.10.2016

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Follow-up-Radiobeitrag in den SRF Morgennachrichten >>> Transkript | Player | mp3 (3:02 min) zum umstrittenen "Aufarbeitungsprojekt" des Kinderspital Zürich, bei dem Betroffene nicht angemessen beteiligt werden, und 90% aller Krankenakten zu IGM 1 “Vermännnlichende Genitalkorrekturen” vorab vernichtet wurden, obwohl der UN-Ausschuss gegen Folter kürzlich die Schweiz verpflichtete, Fälle von uneingewilligte Genital-OPs usw. “zu untersuchen” und “gesetzgeberische Massnahmen zu ergreifen, um Wiedergutmachung für alle Opfer zu gewährleisten”. Diese beiden Themen werden in der Sendung zwar NICHT angeschnitten – aber immerhin wird thematisiert, das Intersex-Genitalverstümmelungen auch heute noch im Kispi praktiziert werden – dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an Sendungsmacher Christoph Brunner:

Aber trotzdem: Operative Eingriffe zur Geschlechtszuordnung gibt es auch heute noch, auch bei Kleinkindern. Dies müsse auf gesetzlicher Ebene verhindert werden, fordert Bauer vom Verein Zwischengeschlecht. «Es geht um Selbstbestimmung und Achtung der körperlichen und seelischen Unversehrtheit der Betroffenen.»

Zwar würden die wenigsten darunter leiden, dem falschen Geschlecht zugewiesen worden zu sein, so Bauer. «Hingegen leiden die meisten darunter, dass über sie bestimmt wurde, dass an ihrem Körper etwas verändert wurde, was meistens lebenslange Folgen hat – meistens negative – und sie nie dazu befragt wurden.»

>>> PM: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

Monday 10 October 2016

CH > PRESSEMITTEILUNG: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?

>>> “Heute würde man mich zum Bub umschnipseln” – Sonntagsblick, 23.10.2016
>>>
“Meist eine Operation” – Kinderspital gibt Intersex-Genitalverstümmelungen zu!
>>>
PODCAST + TRANSKRIPT: Interviews auf SRF "Heute Morgen", 12.10.2016

 Bild: 1. Intersex-Protest gegen IGM-Praktiken im Kinderspital Zürich, 06.07.2008  >>> Video

Zwischengeschlecht.org on FacebookPressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 10.10.2016:

Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org begrüsst die Weiterführung der wissenschaftlichen Aufarbeitung der medizinischen Behandlung von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung (Intersex-Kinder, Zwitter, Hermaphroditen) im Universitäts-Kinderspital Zürich und die Unterstützung dieses Vorhabens durch den Nationalfonds (wie dieser heute mitteilte).

Leider wirft die heutige Pressemitteilung aus unserer Sicht gleichzeitig auch ernsthafte Fragen auf:

Angemessene Beteiligung Betroffener und ihrer Organisationen gefordert

Angesichts der Tatsache, dass wir davon aus den Medien und via Dritte erfuhren, stellt sich die Frage nach der angemessenen Beteiligung der Betroffenen und ihrer Organisiationen bei diesem Projekt, welche zum bisherigen Zeitpunkt offenbar nicht gewährleistet ist. Der Nationalfonds behauptet in seiner Pressemitteilung: "Anstelle eines parteiischen Zugangs entwickeln unsere Forschenden eine ausgewogene, reflektierte und nuancierte Perspektive auf teilweise emotional aufgeladene Themen." Dies soll angeblich durch ein "interdisziplinäres Team" bewerkstelligt werden, das mehrheitlich aus Kispi-ÄrztInnen besteht – in dem Betroffene und ihre Organisationen jedoch nicht vertreten sind. "Unparteiische Aufarbeitung" wäre anders!

"Aufarbeitung" via Aktenvernichtung?!

Mit grosser Bestürzung nimmt Zwischengeschlecht.org weiter zur Kenntnis, dass die "Aufarbeitung" im Kispi zudem offenbar damit begann, dass 90% aller Krankenakten aussortiert und bereits vernichtet wurden, die "vermännlichende Genitalkorrekturen" an Kindern mit "Hypospadie" betreffen – obwohl Zwischengeschlecht.org unmissverständlich vor diesem unhaltbaren Schritt warnte. Leider war es uns bis heute nicht möglich, fundierte und sich nicht gegenseitig widersprechende Informationen zur bereits erfolgten Vernichtung zu erhalten, da den Aussagen von Kispi-MitarbeiterInnen, wonach dies aus finanziellen und Platzgründen von Seiten des Staatsarchivs angeordnet wurde, vom Staatsarchiv uns gegenüber deutlich widersprochen wurde.

Im Namen der Betroffenen von nicht-eingewilligten Intersex-Eingriffen ohne dringende medizinische Notwendigkeit inkl. "Hypospadiekorrekturen" und "Vaginal- und Labioplastiken" fordert die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org eine Aufarbeitung, die diesem Namen auch gerecht wird!

UNO verurteilt IGM-Praktiken in der Schweiz und anderswo – nächste Rüge im November

Zwischengeschlecht.org wird zudem dem UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW), der die medizinische Behandlung von Intersex-Kindern in der Schweiz im November als eine Form von schädlicher kultureller Praxis untersucht, über die offenen Fragen im Zusammenhang mit dem Projekt Bericht erstatten. Zwischengeschlecht.org rechnet mit einer weiteren deutlichen Rüge an die Schweiz.

2015 hatte bereits der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) nicht-eingewilligte unnötige Eingriffe an Intersex-Kindern in der Schweiz als schädliche Praxis verurteilt, d.h. als auf der gleichen Stufe wie FGM, und ebenso der UN-Ausschuss gegen Folter (CAT), der sie als unmenschliche Behandlung einstufte, die gegen das Folterverbot verstösst. Weiter untersucht auch der UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) als Prüforgan des Zivilpakts (CCPR) aktuell IGM-Praktiken in der Schweiz und forderte bereits den Bundesrat auf, endlich Statistiken zu erfassen und offenzulegen.

UN-Vertragsorgane haben mittlerweile bereits 18 deutliche Rügen wegen IGM-Praktiken ausgesprochen.

Bundesrat: Nicht-eingewilligte Eingriffe nur "in der Vergangenheit", NEK-Empfehlungen "bereits umgesetzt"?

Die bereits erfolgten wie auch die noch kommenden, unmissverständlichen UN-Rügen an die Schweiz stehen weiter in starkem Widerspruch zur Stellungnahme des Bundesrates vom 6. Juli zum Thema, wonach nicht-eingewilligte Intersex-Eingriffe angeblich nur "in der Vergangenheit" stattfanden, und praktisch alle Empfehlungen der Nationalen Ethikkommission (NEK-CNE) angeblich "bereits umgesetzt [wurden] oder [...] sich in Umsetzung [befinden]".

Die Nationale Ethikkommission hatte unter anderem eine straf- und zivilrechtliche Überprüfung nicht-eingewilligter Eingriffe eingefordert, einschliesslich einer Überprüfung der Verjährungsfristen, welche erwachsene Betroffene bis heute hindern, Wiedergutmachung für das ihnen angetane Unrecht einzufordern, sowie ein angemessenes psychosoziales Beratungsangebot für Betroffene und ihre Familien statt menschenrechtswidriger chirurgischer "Genitalkorrekturen" – Forderungen, die auch von CRC und CAT bekräftigt wurden.

Während der Bundesrat ein psychosoziales Beratungsangebot strikt ablehnt, finanziert die Invalidenversicherung (IV) weiterhin sämtliche nicht-eingewilligten kosmetischen Eingriffe an Intersex-Kindern – jedoch keine selbstbestimmten Eingriffe für einwilligungsfähige Erwachsene. Fortsetzung folgt ...

Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüsse

Daniela "Nella" Truffer, Markus Bauer
Gründungsmitglieder Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0)76 398 06 50, +41 (0)78 829 12 60
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>> “Heute würde man mich zum Bub umschnipseln” – Sonntagsblick, 23.10.2016
>>>
“Meist eine Operation” – Kinderspital gibt Intersex-Genitalverstümmelungen zu!
>>>
PODCAST + TRANSKRIPT: Interviews auf SRF "Heute Morgen", 12.10.2016

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 9 October 2016

D > "Je früher, desto besser": Deutsche Intersex-Genitalverstümmler prahlen in den Medien, "Live-OPs" in Augsburg diese Woche

Protest + Offener Brief gegen Genitalabschneider-Kongress, Augsburg 5.11.2010

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Sie können das Verstümmeln nicht lassen: Nicht nur IGM 2 ("verweiblichende" Genitalverstümmelungen inkl. "Klitorisverkürzung" und "Vaginal- und Labienplastiken") wird in Deutschland unverändert praktiziert (und "Vaginalplastiken" ohne Evidenz obendrein in der neuen AWMF-"D$D"-Leitlinie gar als angeblich "medizinisch notwendig" propagiert), sowie IGM 3 (Sterilisierende Eingriffe inkl. unnötige Hodenenfernungen) ebenso in dt. Universitätskliniken.

Bei IGM 1 ("vermännlichende" Genitalverstümmelungen inkl. "Hypospadiekorrekturen") legen notorische TäterInnen aktuell in den Medien noch einen drauf – und mobilisieren für nächste Woche nach Augsburg zum fröhlichen "Live-Genitalverstümmeln"! Dieser Blog dokumentiert nachfolgend aktuelles Beweismaterial (TRIGGER!!!):

«Hodenhochstand und Hypospadie oft zu spät behandelt [...]. Schon im Säuglingsalter sollten Pädiater Jungen mit Hodenhochstand oder Hypospadie an Chirurgen überweisen. [...] Dies war[...] [1 von] 2 Kernbotschaften auf der 54. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) und der 112. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin [Hamburg, 14.-16.09.2016].

Prof. Dr. Maximilian Stehr, Cnopf'sche Kinderklinik Nürnberg, und Dr. Verena Ellerkamp, Universitätsklinikum Tübingen, stellten auf der DGKCH-Pressekonferenz heraus, dass die operative Behandlung der beiden Fehlbildungen Hypospadie und Maldescensus testis inzwischen erfolgsversprechender und risikoärmer ist als je zuvor.

Zur Hypospadie, die bei einem von 300 bis 500 Jungen auftritt, fehlt in Deutschland eine aktuelle Leitlinie. Die österreichische Leitlinie empfiehlt die Therapie der falsch angelegten Harnröhrenmündung im ersten Lebensjahr. Auch Stehr favorisiert den Eingriff bis spätestens zum 12. Lebensmonat. Wird eine ausgeprägte Hypospadie nicht rechtzeitig korrigiert, drohen langfristig Störungen der Blasenentleerung und für viele Patienten ist eine erfüllte Sexualität nicht möglich, erläuterte Stehr.»
Quelle: medscape (anmeldepflichtig)

Auch auf deutschlandfunk.de durfte Prof. Maximilian Stehr in der Folge unter dem Titel "Genital-OP: Kleine Jungs mit großen Problemen" unhinterfragt und unwidersprochen für nicht-eingewilligte, medizinisch unnötige "Korrekturoperationen aus psychologischen Günden" an "Kindern mit einer genitalen Fehlbildung" Werbung machen:

«Je früher, desto besser. Nach diesem Grundsatz werden an deutschen Kliniken Fehlbildungen der männlichen Geschlechtsorgane operiert. Besonders häufig sind dabei der Hodenhochstand, aber auch die sogenannte Hypospadie [...] Das erklärt Prof. Maximilian Stehr von der Cnopf’schen Kinderklinik in Nürnberg. [...] Im besten Fall erfolgt eine Korrektur der Fehlbildung aber schon zwischen dem neunten und zwölften Lebensmonat.

"Das hat im Wesentlichen kinderpsychologische Hintergründe. Die Kinder haben sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit ihrem eigenen Geschlecht identifiziert. Operationen am äußeren Genitale in dieser Phase noch nicht als bedrohlich und übergriffig empfunden. Im Vergleich dazu, zu einem späteren Zeitpunkt, mit drei oder vier Lebensjahren kann – jedenfalls nach kinderpsychiatrischer Sicht oder psychoanalytischer Sicht Kastrationsängste erheblich hervorrufen. Das fällt alles zu diesem frühen Zeitpunkt weg."»

Und diese Woche vom 13.-15. Oktober 2015 findet – wiederum unter Mitwirkung von Prof. Maximilian Stehr – im "Klinikum Augsburg" ("Kinderklinik Augsburg – Mutter-Kind-Zentrum Schwaben – Klinik für Kinderchirurgie") das "13. Symposium der AG Kinderurologie der DGKCH [Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie]" (>>> Programm PDF) statt, das nebst einem  "DSD – Crashkurs Kinderendokrinologie" (D. Dunstheimer, Kinderendokrinologie, Kinderklinik Augsburg) am Freitag, den 14. Oktober "Live- Operationen inkl. Patientenvorstellung (vorgesehen): [...] Hypospadie [...]" (Operateure: Stein, R., Szavay, Ph., Stehr, M., Schuster, T., Luithle, T., u.a.; Vorsitz: Andreas Leutner, Maximilian Stehr) auf dem Programm.

Besonders pikant: Während Prof. Maximilian Stehr bei "normalen" Jungs und Mädchen lautstark "das Recht des Kindes auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit [in den] Vordergrund" stellt (fr-online.de) und sich so seit Jahren u.a. öffentlich gegen "rituelle" Knabenbeschneidungen stellt (dieser Blog berichtete), spricht Stehr den (aus seiner Sicht) "abnormalen" Intersex-Kindern "mit genitalen Fehlbildungen" ebenso lautstark eben dieses Recht auf Unversehrtheit und Sebstbestimmung unverändert ab! 

Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

Unsere Herzen sind bei den Kindern, die von Prof. Stehr & Co. in Nürnberg, Augsburg etc. laufend und unwiederbringlich verstümmelt wurden und werden. Und wir suchen einmal mehr Trost in der Tatsache, das UN-Menschenrechtsgremien inkl. der Ausschuss für die Rechte de Kindes (CRC), der Ausschuss gegen Folter (CAT), der Frauenrechtsausschuss (CEDAW) und der Behindertenrechtsausschuss (CRPD) auf solche fragwürdigen "Unterscheidungen" zwischen "normalen, richtigen" Kindern und "Untermenschen mit genitalen Fehlbildungen", wie sie von TäterInnen regelmäßig als "Rechtfertigung" bemüht werden, NICHT hereinfallen – und Stehr & Co.s menschenverachtende Prahlereien bei den 2017 bevorstehenden Staatenprüfungen Deutschlands bei CEDAW und CAT einmal mehr erstklassiges Beweismaterial darstellen!

Siehe auch:
- Intersex-Genitalverstümmelungen: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
- "Live-OPs": Warum wir gegen den "6th I$HID Hypospadie Workshop" protestieren
- Nazi-"Erbkrankheiten": Intersex, "Rassenmischung", Hermaphroditen, Hypospadie, etc.

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben

"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis": UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 30 September 2016

Italien > Universitäts-Klinik Palermo verstümmelt wiederholt 2-jähriges Intersex-Kind, Täter prahlen in den Medien

Screenshot: Täter aus Palermo gestehen IGM 1 + 3 – Quelle: Palermo Today, 27.09.2016

IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Zwischengeschlecht.org on Facebook

Ein kürzlich in mehreren italienischen Medien inkl. Palermo Today, La Repubblica und La Stampa erschienener Artikel dokumentiert, wie die Intersex-Genitalverstümmler Prof. Marcello Cimador (Foto, Leiter urologische Kinderchirurgie und Chef des "multidisziplinären Teams") und Dr. Renato Venezia (gynäkologische Chirurgie) der "Abteilung für Mutter und Kind" am "Policlinico Universitario Paolo Giaccone di Palermo" (Sizilien) öffentlich damit prahlen, einem 2-jährigen Intersex-Kind den Uterus und die Vagina entfernt (= IGM 3  Sterilisierende Eingriffe) sowie eine "Rekonstruktion des Penis und der Harnröhre" (= IGM 1 "Vermännlichende" Operationen) durchgeführt zu haben, angeblich "auf Wunsch der Eltern."

Und dies alles grad mal 3 Wochen nachdem der UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRPD) Italien dafür rügte, IGM-Praktiken weiterhin straflos fortdauern zu lassen.

Die komplette Ignoranz und Arroganz der selbstherrlich über "Geschlechtswechsel", "chirurgische Startegien", "intensive multidisziplinäre Zusammenarbeit" und "aussergewöhnlichen Erfolg" dozierenden Intersex-Genitalverstümmler in Verbindung mit der stillschweigenden Zustimmung und dem totalen Versagen der verantwortlichen Reporter, das Geschehen in einem größeren Zusammenhang zu betrachten, macht es schwer, hier weiterzukommentieren – außer um einmal mehr daran zu erinnern, dass solche unnötigen Zwangseingriffen eine "schädliche Praxis" (wie FGM) und "unmenschliche Behandlung", die gegen das Folterverbot verstößt darstellen, wie UN-Ausschüsse wiederholt festhielten.

Unsere Herzen sind beim betroffenen Kind, und suchen Trost in der Tatsache dass solch schamloses Prahlen wertvolles Beweismaterial für UM-Menschenrechtsgremien darstellt und dort regelmäßig zu weiteren strengen Rügen wegen IGM-Praktiken führt, welche betroffene Vertragsstaaten dazu vepflichten "gesetzgeberische Maßnahmen zu ergreifen", "TäterInnen zur Rechenschaft zu ziehen" und Betroffenen "zeitnahen und wirksamen Zugang zu Wiedergutmachung einschließlich angemessener Entschädigung zu gewähren".

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben 

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis": UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 4 September 2016

Trans-Mensch Xander Dorn neu "Intersexuell" – Typisches Beispiel für die Folgen der Intersex-Vereinnahmung von "Dritte Option"

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Solidarität mit Zwittern statt Vereinnahmung

Zwischengeschlecht.org on Facebook

Xander Dorn ist parteiloser Stadtrat_in in Mainz und "beschreibt sich selbst als Transgender" (Quelle).

Seit letztem Donnerstag ist er nun neuerdings auch "intersexuell" – unter Berufung auf "[d]ie Kampagnengruppe „Für eine dritte Option“":

"Mainzer Stadtratsmitglied Xander Dorn kämpft für Anerkennung von Intersexualität

[...] Xander Dorn ist einer dieser Menschen. Der Mainzer wurde zwar mit männlichen Geschlechtsorganen geboren, fühlt sich aber nicht als Mann, bedeutet: weder weiblich noch männlich, ein wenig von beidem, aber ganz sicher nicht eins von beidem. Vor drei Jahren beantragte Dorn die Korrektur seines im Melderegister eingetragenen Geschlechts. [...]

Kritik an Ausgrenzung und Stigmatisierung

Die Kampagnengruppe „Für eine dritte Option“ reicht am Freitag eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Xander Dorn ist einer der Menschen, die Anerkennung wollen. [...]"

Fazit: Typisches Beipiel der Folgen der systematischen Vermischung von Intersex und Trans* und Intersex-Vereinnahmung durch die Kampagne "Dritte Option", die sich zwar in den Medien stets als "Intersex"-Kampagne verkauft, tatsächlich aber Transgender-Forderungen stellt (und mit dem Transgender-Symbol arbeitet) und auch vor Pinkwashing von IGM nicht zurückschreckt – zum Schaden aller Intersex-Menschen (und -Unterstützer_innen), die für Intersex-Anliegen kämpfen, und speziell für die unbestrittene Intersex-Forderung Nr. 1, die Beendigung der Intersex-Genitalverstümmelungen. Vielen Dank auch, "Dritte Option"! Vereinnahmung + Pinkwashing stinkt!! 

Siehe auch:
- "Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen IGM? Denkste!
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Intersex-Vereinnahmung
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität"
- Du sollst nicht die Leiden der Zwitter als Aufhänger und 'Material' für deine eigenen Forderungen und Kämpfe benutzen! 
- Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" 
- LSVD und Zwittersolidarität: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück?
- "Zwitter-Neid": Zwischengeschlechtliche als (fiktives) Ideal 
-
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!" 
- GPGF Basel 10.-12.09.09: Stop Vereinnahmung des Zwittersymbols im Namen von "Gender" und "Psychiatrie"! 
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Zwitter als Kanonenfutter für die Transgenderagenda 
- Etwas Solidarität mit Intersexuellen, bitte ...
- Wie Dr. Magnus Hirschfeld einen Zwitter zwangsoperiert, um mit dem Erlös das "Institut für Sexualwissenschaft" zu finanzieren
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)

Friday 12 August 2016

Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan!

[ Reloaded aus aktuellem Anlass, zuerst veröffentlicht 10.11.2009 ]

(FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images)

Zwischengeschlecht.org on Facebook>>> Bitte unterschreibt die Petition und sagt es weiter! Danke!

Menschenrechte auch für Zwitter!Schluss mit Diskriminierungen von Zwittern (und als Zwitter Verdächtigten) im Sport! Was Caster Semenya derzeit erst angedroht wird, die Aberkennung der gewonnenen Medaillen und Startverbot für die Zukunft, haben viele andere "beim Geschlechtstest durchgefallene" Sportlerinnen schon schmerzlich durchlebt. Keine konnte bisher auf Rückhalt ihrer Sportverbände und Regierungen zählen – im Gegenteil.

1985 wurden etwa der spanische Hürdenläuferin María José Martínez-Patiño sämtliche Auszeichnungen aberkannt, nachdem sie zu einem Gentest antreten musste, weil sie ihre Bescheinigung von einem früheren Test zu Hause vergessen hatte. Auch sie wurde zudem den Medien zum "Frass vorgeworfen" und als Betrügerin verhöhnt – als Strafe, weil sie sich weigerte, den Anweisungen des Leichtathletikverbandes Folge zu leisten und künftig stillschweigend nicht mehr anzutreten. Als Europäerin mit guten Verbindungen gelang es ihr zwar, in einem 2 1/2 Jahren dauernden Kampf vor Gericht (auf eigene Kosten!) den willkürlichen Entscheid umzustossen, jedoch letztlich auf Kosten ihrer weiteren Athletikkarriere. >>> mehr und weitere Beispiele

Weniger Glück im Unglück hatte die indische Läuferin Santhi Soundarajan. 2005 hatte sie in Südkorea einen Geschlechtertest unbehelligt überstanden. Im Anschluss an die Asienspiele 2006 in Doha (Qatar) wurde ihr jedoch vom organisierenden Olympic Council of Asia (OCA), einer Dachorganisation aus 45 Nationalen Olympischen Komitees, nach einem intransparenten und willkürlichem Gentest ihre Silbermedaille aberkannt.

Zudem wurde Santhi Soundarajan vom Olympic Council of Asia (OCA) wie auch vom Nationalen Olympischen Komitee Indiens (Indian Olympic Association IOA) sogleich den Medien als "Mann" und "Betrügerin" vorgeführt, und darauf weltweit in der Öffentlichkeit erniedrigt und verspottet.

"[D]umm gelaufen" kommentierte seinerzeit "Der Spiegel" hämisch unter der Schlagzeile "Aufgeflogen: Indische Läuferin als Mann geoutet". Auch "Die Welt" behauptete im Lead: "Die Inderin ist ein Mann" (und bezeichnete Santhi im nächsten Satz als "er"). "Der Stern" meldete noch letztes Jahr: "Indische Läuferin war ein Mann".

Um die Folgen dieses kriminellen Vorgehens kümmerten sich die verantwortlichen Verbände Olympic Council of Asia (OCA) und Indian Olympic Association (IOA) nicht weiter. Auch ihr eigener Sportverband Athletics Federation of India (AFI) liess die gedemütigte Läuferin bisher schmählich im Stich.

In deutschsprachigen Medien kam die entwürdigte und geschädigte Santhi Soundarajan bis heute nie zu Wort. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Tochter eines Ziegelbrenners, die während ihrer Kindheit und auch als junge Erwachsene bis 2004 regelmässig Hunger litt, mangelt es zudem an Möglichkeiten, gegen das ihr angetane Unrecht anzugehen.

2009 nahmen englischsprachige Medien den "Fall" Caster Semenya zum Anlass, in Hintergrundartikeln vereinzelt auch das Santhi Soundarajan angetane Unrecht kritisch zu hinterfragen, wobei die heute 28-jährige Ex-Sportlerin zum ersten Mal auch selbst mehrfach zu Wort kam.

Was Santhi Soundarajan berichtet, ist erschütternd. Trotz ihrer misslichen Situation solidarisierte sie sich wiederholt mit Caster Semenya, und gibt Trotz aller Resignation in der Sache bis heute nicht auf. Einige übersetzte Zitate: 

"Ich verstehe nicht, was geschieht? Was wird mir vorgeworfen?" Times of India, 9.1.07

"Ich war zerstört durch den nicht bestandenen Geschlechtstest. Die Athletics Federation unterstützte mich nicht, kämpfte nicht für meine Sache. Ich hatte gehofft, sie würden es tun. Ich war depressiv. Ich fühlte mich, als hätte ich alles verloren. Es tut immer noch weh." Reuters, 11.6.09 

"Ich kann nicht vergessen, was ich durchstehen musste, nachdem sie mir meine Silbermedaille wegnahmen. Ich komme aus einer armen Familie, und niemand gab mir mehr Arbeit. Meine ganze Familie litt, als die Leute begannen, mich mit vorurteilsvollen Augen anzusehen und mich behandelten, als wäre ich eine Betrügerin. Ich bete, dass Semenya nicht durchstehen muss, was ich durchlebte, es brachte mich beinahe dazu, Selbstmord zu begehen. Ich litt immens unter dem Stigma, den Geschlechtstest nicht bestanden zu haben." AP, 19.9.09 

"[Die Aberkennung der Silbermedaille] war der grösste Schock meines Lebens. Und der Schock ist immer noch in mir drin. [...] Es war geistige Folter. Jeder dachte, ich wäre eine schlechte Sportlerin. Es war, als hätte ich ein Verbrechen verübt. Ich bin immer noch traurig. Deshalb will ich, dass Semenya ehrenvoll behandelt wird. Sie ist eine gute Athletin. Nehmt ihr die Medaille nicht weg. Sie sollte weiterhin als Frau starten dürfen." CNN, 14.9.09

"Die Sportverbände sollten zu einer Lösung kommen, statt einfach Menschen zu ächten. Ich möchte appellieren, dass sie ernsthaft über die Bücher gehen, wie sie diese Probleme angehen. Ich werde wie eine Aussätzige behandelt, sogar an meinem eigenen Ort. Gerade heute morgen war ein Radrennen und ich war als Funktionärin beteiligt. Dabei hörte ich, wie ein Polizeibeamter, der für die Sicherheit verantwortlich war, über mein Geschlecht redete, auf mich zeigte und sagte: 'Dies ist das Mädchen, das beim Geschlechtstest durchfiel.' Es ist wirklich, wirklich erniedrigend. Es ist mir unmöglich, mich in der Gesellschaft zu bewegen, irgendwohin auszugehen. Die Menschen sehen mich nicht an als die Medaillengewinnerin der Asienspiele, sondern reden nur über mich, dass ich den Geschlechtstest nicht bestand." BBC, 11.9.09

"Aufgrund meiner finanziellen Verhältnisse habe ich nicht die Kraft, einen einsamen Kampf zu führen. Hätte ich eine Chance bekommen, hätte ich Olympia-Gold gewinnen können. Ich wurde im Stich gelassen, meine Sportkarriere ruiniert und all meine Träume für immer zerstört, wegen diskriminierender Ansichten der Sportfunktionäre." BBC, 14.9.09 

Ich würde gerne wieder rennen, aber ich weiss, dass es nicht mehr möglich ist. Ich bin körperlich und geistig am Boden zerstört. Aber für Caster Semenya ist es noch nicht zu spät." Time, 1.9.09

"Ich bete, dass sie Semenya nicht vom Laufen abhalten können. Es tut mir Leid für sie. Sie sollte dagegen ankämpfen. Ich bin sicher, sie hat die Kraft, zu überwinden, was mit ihr geschieht. Ich hoffe, sie wird weiterhin rennen und gewinnen. Meine Gebete werden sie immer begleiten." AFP, 19.9.09 

Nachdem Santhi Soundarajan 2008 wegen Magenproblemen und einer Überdosis Veterinärmedizin ins Spital eingeliefert wurde, erbarmte sich die Regierung ihres Heimatbundesstaats Tamil Nadu und verschaffte ihr eine Stelle als Trainerin armer jugendlicher Sporttalente. Für deren Unterkunft muss sie jedoch selbst aufkommen, weshalb das Projekt gefährdet ist.

Zwar bestätigte inzwischen Dr. Ashok Ahuja, ehemaliger Chef der Abteilung Sportmedizin des Netaji Subhash National Institute of Sports, dass Santhi Soundarajan "Unrecht angetan" wurde und sie von den Sportfunktionären "fallen gelassen" wurde.

Und Lalit Bhanot, Generalsekretär des Verbands Athletics Federation of India (AFI) bekundete mehrmals, doch noch einen Rekurs gegen den Olympic Council of Asia (OCA) zu erwägen für den Fall, dass Caster Semenya Trotz nicht bestandenem Geschlechtstest ihre Medaille behalten dürfe. 

Weitergehende Solidarität mit Santhi Soundarajan blieb bisher aus. Trotzdem hofft sie immer noch, dass ihr dereinst Gerechtigkeit widerfahre:

"Meine Medaille zurückzubekommen, wäre ein Wirklichkeit gewordener Traum. Ich würde Meilen rennen, um sie zurückzunehmen. Es würde mein Leben verändern. Ich hoffe, die Leute werden mich besser behandeln, wenn ich von diesem Stigma befreit bin." AP, 19.9.09

(FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images)

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org drückt ihr die Daumen und fordert "Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan!"

Siehe auch:
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- Alle Posts über Caster Semenya
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Diskriminierung von Zwittern im Sport: Der "Fall" Caster Semenya (I) 
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (II): "The Guardian" und "Freitag.de" propagieren Genitalverstümmelungen
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (III): 4 Artikel von solidarischen Nicht-Zwittern
- Zwitter solidarisieren sich mit Caster Semenya (V)
- "Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan und Caster Semenya!" - Zwitter-Demo gegen IOC und IAAF, 19.11.09, 09h
- "Lausanne: Les hermaphrodites suisses s’attaquent au CIO" - 20min.ch 17.11.09
- Sarah Gronert  

>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010
>>> Der Beweis: IOC + IAAF + FIFA = Intersex-Genitalverstümmler!

Saturday 6 August 2016

"Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen Intersex-Genitalverstümmelungen? Denkste!

IGM2 ("Verweiblichende Genitalkorrekturen"): VaginalOPs + Klitoristeilamputation (PDF)
Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland angeblich nur in der "Vergangenheit"? SCHÄM DICH, TAZ – einmal mehr!!!

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität' Zwischengeschlecht.org on FacebookWährend nicht nur in Deutschland das andauernde Unrecht der Intersex-Genitalverstümmelungen in den Medien (und in der Politik) regelmäßig unterschlagen oder geleugnet wird, rauscht der Blätterwald prompt rund um den Globus, sobald irgendwo ein Unisex-Klo eröffnet wird oder es um einen "dritten Geschlechtseintrag" geht.

Auch in der aktuellen Berichterstattung zum BHG-Urteil im Verfahren "Dritte Option" werden die andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen einmal mehr verharmlost oder zur Vergangenheit erklärt, z.B. gestern in der taz: "Bis in die 2000er Jahre hinein wurden etwa 90 Prozent der Intersexuellen operiert, also an eines der beiden Normgeschlechter angepasst."

Gleichzeitig unterstellen Medien (und z.T. auch für eine "3. Option" Klagende und Unterstützer_innen) immer wieder tatsachenwidrig, ein "3. Personenstand" bzw. die von ihnen letztlich angestrebte Abschaffung des Geschlechtseintrags würde automatisch zur Beendigung von Intersex-Genitalverstümmelungen führen; oder das Streben nach einem "3. Geschlechtseintrag" wird (auf Kosten von IGM-Überlebenden) tatsachenwidrig als DAS Intersex-Anliegen überhaupt dargestellt.

Aufklärung tut not! Dazu nachfolgend ein leicht überarbeiteter Ausschnitt aus dem Beitrag von Markus Bauer und Daniela Truffer: "Intersex und Selbstbestimmung", in: Michaela Katzer, Heinz-Jürgen Voß (Hg.): Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung. Praxisorientierte Zugänge (Gießen: Psychosozial-Verlag 2016):  

6.  Intersex, Geschlechtsidentität und Personenstand

Entgegen verbreiteten stereotypisierenden und/oder vereinnahmenden Unterstellungen leben die meisten Intersexe als Männer oder Frauen – Überlebende von IGM-Praktiken meist, weil sie hauptsächlich ganz andere Probleme haben, unversehrt Aufgewachsene oft aus pragmatischen Gründen. Überlebenden, die sich öffentlich als Intersex bezeichnen, geht es meist weniger um Geschlechtsidentität, sondern um eine praktisch-politische Identität zur Selbstermächtigung bzw. psychischen Integration des ihnen angetanen Unrechts und zur politischen Sichtbarmachung der Verletzungen ihrer Körper, Psychen und Menschenrechte durch die fortdauernden IGM-Praktiken.

Einige Betroffene identifizieren sich als “dazwischen”, “beides” oder “weder-noch” und leiden darunter, in amtlichen Dokumenten und im Personenstandsrecht keine dritte Option zur Verfügung zu haben. In Deutschland versuchen aktuell Betroffene berechtigterweise erneut, eine solche durch den Instanzenweg gerichtlich einzuklagen (Lang 2006: 213f.; Dritte Option 2014), weitere Verfahren laufen in USA, Frankreich und Österreich.

Von solchen legitimen Bestrebungen abzugrenzen ist vereinnahmende Personenstandpolitik auf Kosten genitalverstümmelter Intersex-Kinder. Etwa, wenn “Sachverständige” und PolitikerInnen seit Jahr und Tag öffentlich behaupten, ein dritter Personenstand sei “das” Intersex-Anliegen überhaupt, und Personenstandreformen sowie Anti-Diskriminierungsgesetze würden quasi als Allheilmittel automatisch auch die Beendigung von IGM-Praktiken nach sich ziehen. Tatsächlich ist beides nicht zutreffend: Zum Beispiel Australien hat 2003 für amtliche Dokumente neben “M” und “F” eine dritte Kategorie “X” eingeführt (die allen Erwachsenen offensteht), und 2013 Diskriminierung wegen “Intersex Status” (definiert als “biologische Variation”) explizit unter Strafe gestellt. Trotzdem dauern IGM-Praktiken auch in australischen Kinderkliniken unverändert an.

Jüngste Folge solcher schädlichen und vereinnahmenden Darstellungen ist der 2013 in Deutschland eingeführte, von Medien und PolitikerInnen als angebliche “Option” und “kleine Revolution für Intersexuelle” angepriesene Personenstandmurks § 22(3) PStG, der in Tat und Wahrheit bei “uneindeutigen” Kindern die Eintragung eines Geschlechts offiziell verbietet und deshalb von Intersex-Organisationen international als stigmatisierend und kontraproduktiv kritisiert wurde (Zwischengeschlecht.info 2013b), sowie die dazugehörige Verwaltungsvorschrift, die explizit einmal mehr die alleinige Definitionshoheit der Medizin festschreibt (Zwischengeschlecht.info 2014c). Für beide Vorlagen wurden Betroffene und ihre Organisationen bezeichnenderweise nicht konsultiert. Als Reaktion darauf hielt das 3. Internationale Intersex Forum in seiner Forderungsliste explizit fest:

  1. Intersex-Kinder sollen als männlich oder weiblich eingetragen werden.
  2. Der Geschlechtseintrag soll auf Antrag der erwachsenen oder einwilligungsfähigen minderjährigen betroffenen Person in einem einfachen Verwaltungsverfahren abgeändert werden können.
  3. Eine oder mehrere dritte Optionen sollen allen Erwachsenen und einwilligungsfähigen Minderjährigen offen stehen (Third International Intersex Forum 2013).

7.  Fazit

Soweit Intersex und die Anliegen von Intersex-Menschen in Öffentlichkeit, Medien und Politik überhaupt zur Debatte stehen, werden sie in der Regel immer noch meist auf Gender- und LGB(T)-Anliegen (Klauda 2002) oder die Forderung nach Einführung eines dritten Personenstandes bzw. der Abschaffung jeglicher Geschlechtseinträge reduziert (OII Australia 2014) – während gleichzeitig die dringendste Intersex-Forderung nach einem Verbot der andauernden IGM-Praktiken ignoriert, z.B. 2012 durch den Deutschen Ethikrat (Voß 2012: 6), und den TäterInnen noch offiziell die Lizenz zum Weiterverstümmeln erteilt wird, z.B. 2013 durch den Deutschen Bundestag (Zwischengeschlecht.info 2013a). Allen öffentlichen Diskussionen und politischen Anstrengungen der Betroffenen zum Trotz stehen überall in der “entwickelten Welt” in Universitätskinderkliniken alle Formen von IGM-Praktiken unverändert auf der Tagesordnung, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen (z.B. in Deutschland erzielen Kinderkliniken pro “Vaginalplastik” € 8175,12 Reingewinn, vgl. Zwischengeschlecht.info 2010b). [...]

Literaturverzeichnis

Dritte Option (2014): Der erste „offizielle“ Schritt auf dem Weg zu einer dritten Option ist gemacht!, http://dritte-option.de/der-erste-offizielle-schritt-auf-dem-weg-zu-einer-dritten-option-ist-gemacht/

Klauda, Georg (2002): Fürsorgliche Belagerung. Genitale Verstümmelung von Hermaphroditen. Vortrag gehalten am 31. Oktober 2002 im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte. In: In: AStA FU (Hg.): Out Of Dahlem, Nr. 1. Berlin: AStA-Druck, 40-44. http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/01/24/Instrumentalisierung-von-Zwittern%3A-Kritik-aus-2002

Lang, Claudia (2006): “Intersexualität. Menschen zwischen den Geschlechtern”, Frankfurt: Campus 2006

OII Australia (2014): Different Priorities, http://oii.org.au/28125/different-priorities/

Third International Intersex Forum (2013): Public Statement by the Third International Intersex Forum, http://old.ilga-europe.org/home/news/latest/intersex_forum_2013

Voß, Heinz-Jürgen (2012): Intersexualität – Intersex. Eine Intervention, Münster: Unrast 2012

Zwischengeschlecht.info (2010b): Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung (Eckhard Korsch, Vortrag zum DSD Consensus Statement, APE 2006) http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2010/10/11/Kinderkliniken-Euro-8175-Reingewinn-pro-Genitalverst%C3%BCmmelung

Zwischengeschlecht.info (2013b) “Intersex: Neuer Geschlechtseintrag in Deutschland” (Spiegel, Huff Post, Guardian, etc.) - Saure-Gurken-Fantasien vs. Wirklichkeit der Genitalverstümmelungen, http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2013/08/20/Intersex-Geschlechtseintrag-Saure-Gurken-Fantasien-Reale-Genitalverstummelungen

Zwischengeschlecht.info (2014c): Neue Verwaltungsvorschrift zum Intersex-Personenstand-Murks § 22(3) PStG: Deutscher Bundesrat ab sofort offiziell IGM-Mittäter, http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2014/05/29/Verwaltungsvorschrift-Intersex-Personenstand-Murks-Deutscher-Bundesrat-offiziell-Mittaeter

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben 

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis": UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 16 July 2016

"Neun Monate (3/9): Sexualität - wir alle sind Zwitter" – WDR 5, 27.6.16

Vortrag von Daniela Truffer am Intersex-Fachtag Hannover --> Folie 26 (PDF)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Kann ein Zwitter Sünde sein?In einem >>> weitgehend gelungenen Beitrag in "Leonardo" auf WDR 5, der nun auch online nachgehört und heruntergeladen werden kann, präsentierten Susanne Billig und Petra Geist eine biologische Tatsache, die seit über 6 Jahren auf diesem Blog zu den 5 meist angeklickten Beiträgen gehört (und auch in jedem unserer Vorträge gebührend gewürdigt wird, siehe oben), die aber in der öffentlichen Diskussion wie auch im Biologieunterricht immer noch meist unterschlagen wird:

Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter – nämlich im Mutterleib bis zur 7. Schwangerschaftswoche!

Dafür von diesem Blog ein herzliches Dankeschön!

Leider richtet der WDR-Beitrag zwischendurch ein beträchtliches Durcheinander an, indem er körperliches Geschlecht, sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und Sexualität in typisch vereinnahmender Manier als beliebig austauschbar betrachtet und wild durcheinanderwürfelt, sowie auch mit dem korrekten Gebrauch von Vergangenheits- und Gegenwartsform sichtlich Mühe bekundet. Pfui!

Dieser Blog hilft gerne weiter, und korrigiert nachfolgend einige der derbsten Schnitzer der WDR-Redaktorinnen:

«Neun Monate (3/9): Sexualität KÖRPERLICHES GESCHLECHT - wir alle sind WAREN Zwitter

[...]

Die Natur kennt keine Norm

Ob die Geschlechtsorgane später groß oder klein sind, im Farbton heller oder dunkler sind - die Natur kennt keine Norm. Sie arbeitet mit fließenden Übergängen. Wir kommen zwar meist klar erkennbar als Mann oder Frau zur Welt - dennoch fühlen sich manche Menschen männlicher oder weiblicher, andere haben einen eher männlichen oder weiblichen Körper und wieder andere fühlen sich BLEIBEN KÖRPERLICH irgendwo zwischen den Geschlechtern. Alles ist natürlich. Wie natürlich wir unsere sexuelle Ausrichtung AUCH MIT “ATYPISCHEN” KÖRPERN UNVERSEHRT AUFWACHSEN UND leben können - das ist dann eine Frage der Erziehung und der Kultur.»

Fazit: Wär doch eigentlich gar nicht so schwer – oder?

>>> Intersex: Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter ...  

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben 

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Thursday 7 July 2016

CH > Bundesrat leugnet Intersex-Genitalverstümmelungen, deckt TäterInnen

Foto: Friedlicher Intersex-Protest + Offener Brief zum Tag der Menschenrechte, Bundeshaus Bern 10.12.2015

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Zwischengeschlecht.org on Facebook

>>> Extrem skandalöse und schönfärberische Intersex-"Stellungnahme" der Schweizerischen Regierung, welche die andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen – welche der Staat über die Invalidenversicherung (IV) finanziert (jedoch keine selbstbestimmten Eingriffe für einwilligungsfähige Erwachsene!) – gnadenlos leugnet und kleinredet, und dazu noch den GenitalverstümmlerInnen einen Freipass erteilt.

Damit spült der Bundesrat nicht nur kaltblütig die Betroffenen, ihre Menschenrechte und ihren Anspruch auf Entschädigung "d Schiissi abe", sondern auch die NEK-Stellungnahme sowie die verbindlichen Empfehlungen des UN-Kinderrechtsausschusses und des Ausschusses gegen Folter. PFUI!!!

Einen Vorteil hat das ganze allerdings: Wir sind gerade in Genf, um u.a. die nächste UN-Verurteilung der Schweiz wegen IGM-Praktiken aufzugleisen – da kommt ein solch schamlos abschreckendes Beispiel wie gerufen ... ;-)

Ausführliche Stellungnahme + Fortsetzung folgt ...

Nachtrag: Auch auf >>> humanrights.ch gibts schon Kritik:

“Die meisten an den Bund adressierten Empfehlungen der NEK seien inzwischen umgesetzt, mit Ausnahme eines kostenfreien Angebots einer psychosozialen Beratung, welche der Bundesrat «nicht für realisierbar hält». Dieser letzte Punkt erscheint als ausserordentlich knausrig und inkohärent, wird doch in derselben Medienmitteilung betont, dass die nicht gerechtfertigten Eingriffe in der Vergangenheit «in vielen Fällen erhebliche Folgeschäden und schweres Leid bei den Betroffenen verursacht» hätten. [...] Leider ist damit die Thematik [der Zangsoperationen] nicht vom Tisch. [...] Ohne gesetzliche Grundlage, die klar regelt, wann und unter welchen Bedingungen ein medizinischer Eingriff notwendig und rechtens ist, ist es unwahrscheinlich, dass sich eine jahrzehntelange medizinische Praxis ändert.”

Danke! Auch an >>> gayradio.lgbt für den Hinweis!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

NGO Report an das UN-Kinderrechtskomitee
Belegt 17 gebräuchliche IGM-Formen und NS-Verbrechen in CH, D, A
Intersex Genital Mutilations
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Sex Anatomy
>>> Download PDF (3.65 MB)     >>> Table of Contents

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Wednesday 29 June 2016

Kassel 01.07.2016 "Intersex: Genitalverstümmelung und Widerstand" – Vortrag und Diskussion mit Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org)

Bild: Markus Bauer auf ABC Nightline, Aufnahme von den "I-D$D 2013" Protesten in Glagow

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on Facebook

Wann: Freitag, 01.Juli 2016, 18:00 Uhr

Wo: Universität Kassel, Nora-Platiel-Straße 9, Raum 0403

Organisert vom Autonomen Schwul Trans* Queer Referat an der Universität Kassel im Rahmen des „queeren sommer ViBeR“ (Vielfalt, Begegnung, Respekt) in Kassel. Danke!

Nachfolgend der Ankündigungstext:

Markus Bauer: “Intersex: Genitalverstümmelung und Widerstand”

Intersex-Menschen, Zwitter, Hermaphroditen oder Menschen mit Varianten der Geschlechtsanatomie sind so alt wie die Menschheit selbst, aber selten ging es ihnen so schlecht wie heute. Noch im “finsteren” Mittelalter waren sie in Europa gesellschaftlich integriert und bis 1900 rechtlich anerkannt. Seit 1950 werden ihre Körper systematisch im Säuglingsalter medizinisch ausgelöscht.

60 Jahre später gewinnt der Kampf der Überlebenden um körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung langsam an Fahrt: UN-Ausschüsse verurteilen Intersex-Genitalverstümmelungen als “schädliche kulturelle Praxis” und “unmenschliche Behandlung”. Schon 11 mal rügten sie Staaten, weil sie die Praxis weiter zulassen – darunter auch die Bundesrepublik.

Doch solange kosmetischen Genitaloperationen und sonstige medizinisch nicht notwendige Eingriffe an Intersex-Kindern weiterhin verjähren, bevor die Überlebenden erwachsen sind und vor Gericht gehen können, werden in den Universitäts-Kinderkliniken weiterhin täglich wehrlose Kinder verstümmelt – auch in Kassel.

Markus Bauer ist der Partner einer IGM-Überlebenden und Gründungsmitglied der internationalen Intersex-NGO Zwischengeschlecht.org. Er ist Mitverfasser zahlreicher thematischer Berichte an UN-Vertragsorgane und Sachverständiger bei Menschenrechtsorganen, Ethikgremien und in den Medien. Zuletzt erschienen: Zusammen mit Daniela Truffer “Intersex und Selbstbestimmung” im Sammelband “Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung”, Psychosozial-Verlag 2016.

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 27 May 2016

ARTE Intersex Doku, Sa 28. Mai 17:05h + online

Unterwegs zum NGO-Briefing für den UN-Ausschuss gegen Folter, Genf 18.04.2016
V.l.n.r: Markus Bauer, Daniela Truffer, Vincent Guillot (Screenshot: ARTE)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität' ARTE zeigt eine 25-minütige Intersex-Doku von Barbara Lohr, Cécile Thullier, Elsa Kleinschmager und Florence Touly, die zum Teil während der UN-Staatenprüfung von Frankreich durch den Ausschuss gegen Folter (CAT) in Genf gedreht wurde und die Intersex-NGO-Delegation bei der Arbeit zeigt. DANKE!!
>>> DOKU online gucken auf Deutsch
>>>
Statement von Vincent Guillot am CAT-Briefing 
>>> UN-CAT prüft Frankreich   >>> CAT rügt F wegen IGM! 

Leider ist der Text zur Doku auf der ARTE-Homepage mal wieder typische Intersex-Vereinnahmung und Desinformation:

  • Gleichzeitig wird einmal mehr das Märchen von der angeblichen "Option" in Deutschland, "dass Eltern bei der Geburt ihres Kindes die Rubrik „Geschlecht“ ohne Angabe lassen können” kolportiert und als "Fortschritt" verkauft (O-Ton ARTE), während es sich in Tat und Wahrheit um einen stigmatisierenden Zwang handelt, der von Intersex-Organisationen einhellig kritisiert wird und einzig Intersex-Vereinnahmer_innen und GenitalabschneiderInnen freut – NOCHMALS PFUI!!  

Auf der ARTE-Homepage gibt's weiter ein synchronisiertes, 5-minütiges Video- Interview mit der Regisseurin Barbara Lohr, worin sie zwar immerhin erwähnt, dass der Ausschuss gegen Folter IGM in Frankreich als "grausam und unmenschlich" verurteilt (DANKE!!), jedoch das Verdikt des UN-Kinderrechtsausschusses wiederum unterschlägt sowie erneut das Personenstandsmärchen von der "Option für Eltern in Deutschland" aufwärmt - PFUI!!

Wie lange noch?!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Wednesday 18 May 2016

Interview zu UN-Intersex-Rügen auf RDL Morgenradio, Do 19.05. 8-10h

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

>>> Radio Dreyeckland bringt ein Interview mit Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org) zur jüngsten Rüge des UN-Ausschusses gegen Folter an Frankreich, sowie zu den aktuellen weiteren Befragungen von Nepal und Großbritannien durch den UN-Kinderrechtsausschuss. Der Beitrag kann auch online angehört und heruntergeladen werden. Danke!

>>> 19.-23. Mai: UN-Kinderrechtsausschuss prüft Nepal + Großbritannien  

Wednesday 4 May 2016

Tagungsbericht "Männlich-weiblich-zwischen: Auf dem Weg zu einer langen Geschichte uneindeutiger Körper"

«Alle Menschen sind Männer, oder Frauen, oder Hermaphroditen.» intersex.hypotheses.org

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookDie Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

«Am letzten Tag ging es um Menschenrechte und medizinische Praxis. MARKUS BAUER (Zürich) zeichnete aus Menschenrechtsperspektive nicht nur die historische Entwicklung bis in die Gegenwart nach, sondern bezog auch die biologische Ausbildung von Geschlecht ein. Er zeigte aufrüttelnde Bilder von Operationsergebnissen zwangsbehandelter Zwitter, die die Aktualität des Themas und die Notwendigkeit politischen Handelns gegen diese Praktiken mehr als deutlich machten.»

Auf hsozkult.de gibt's einen >>> gelungenen Tagungsbericht von Steffi Grundmann zum ebenso gelungenen, von Christof Rolker organisierten historischen Symposium "Männlich-weiblich-zwischen: Auf dem Weg zu einer langen Geschichte uneindeutiger Körper", das mit einem weitgefassten Blickwinkel eine hoch willkommene Abwechslung bot zur sonst üblichen (leider meist vereinnahmend-verengenden) "wissenschaftlichen Betrachtung" des Themas – wovon sich noch so manche akademischen "Intersex-ExpertInnen" ruhig mal ne dicke Scheibe abschneiden könnten! DANKE!!

>>> "Männlich-weiblich-zwischen": Bewusstseinserweiternder neuer Geschichts-Blog!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Wednesday 16 March 2016

Leipzig: Uni-Kinderklinik "empört" über Kritik an Intersex-Genitalverstümmelungen - Direktor Wieland Kiess droht Betroffenen

"Sie sollten sich schämen! Ich bin kein Chirurg!"  Intersex-Genitalverstümmler Prof. Dr. Wieland Kiess ringt mit der Fassung, "ESPE 9th Joint Meeting", Mailand 21.09.2013

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten
>>> Offener Brief an Uni-Kinderklinik Leipzig    >>> Offener Brief an ESPE 2012 Leipzig
>>>
Kreuzer    >>> Radio Mephisto    >>> Volkszeitung    >>> SWR    >>> Info-Flyer (PDF)

[ Reloaded + Updated ]

Zwischengeschlecht.org on FacebookBlanke Nerven in der Chefetage der Universitäts-Kinderklinik Leipzig!
Die menschenrechtswidrigen, medizinisch nicht notwendigen Zwangsbehandlungen an Intersexen in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin lassen sich nicht mehr länger unter dem Deckel behalten – schlimmer noch, die Forderung nach einem Verbot der Genitalverstümmelungen greift politisch breit um sich. Empört versucht Kinderklinik-Direktor Prof. Dr. Wieland Kiess die Überbringer der schlechten Nachricht mit persönlichen Drohungen unter Druck zu setzen – und gießt prompt Öl ins Feuer.

Wie es dazu kam: Nach Protesten von Zwischengeschlecht.org vor der Kinderklinik (siehe Bild) und während des von Direktor Prof. Dr. Wieland Kiess ausgerichteten europaweiten GenitalabschneiderInnen-Kongresses "ESPE 2012" im Congress Center Leipzig sowie Berichten u.a. auf Radio Mephisto und im Kreuzer forderte letzten Mai der (aus Solidarität eigens umbenannte!) IDAHIT* 2013 als bundesweit erster explizit ein Verbot von Intersex-Genitalverstümmelungen, gefolgt vom heutigen CSD Leipzig 2013. Bei einem Interview mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Leipzig Kathrin Darlatt anlässlich einer Podiumsdiskussion hieß es ebenfalls unmissverständlich: "Auch die Leipziger Uniklinik operiert weiter." Danke!

Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

Seit 8 Jahren konfrontiert Zwischengeschlecht.org Täterorganisationen und -Kliniken im In- und Ausland durch friedliche Proteste und Offene Briefe mit dem Unrecht ihrer Taten, und nennt dieser Blog TäterInnen und Tatorte beim Namen und dokumentiert ihr menschenverachtendes Treiben in Wort und Bild – auch wenn das nicht allen gefällt:

Fast ebenso lange erleben wir regelmäßig, wie (nicht nur) MedizynerInnen & Co. versuchen, uns das Recht auf freie Meinungsäusserung und friedlichen Protest streitig zu machen mit billigen Einschüchterungsversuchen und leeren juristischen Drohungen. So nach dem Motto, mal probieren kost nix – und im sicheren Wissen, dass speziell Betroffene von ärztlichen Schweigegeboten und Intersex-Genitalverstümmelungen im Kindesalter dadurch nicht selten retraumatisiert werden und sich so künftig tatsächlich nicht mehr äußern werden bzw. das Schweigegebot gar nicht erst brechen.

Zum CSD Leipzig 2013 dokumentierte dieser Blog als konkretes Beispiel für einen solchen persönlichen Einschüchterungsversuch ein Schreiben von Universitätskinderklinik-Direktor Prof. Dr. Wieland Kiess, getarnt als (reichlich verspätete) "Antwort" auf Offene Briefe vom 21.09.2012 von Zwischengeschlecht.org an die Kinderklinik sowie an einen von Prof. Dr. Kiess organisierten internationalen VerstümmlerInnenkongress.

Seine "Empörung" plus Drohungen und Unterstellungen adressierte Prof. Kiess – wie schon das UK zuvor eine ergebnislos verlaufene Abmahnung (PDF) – statt an Zwischengeschlecht.org, typischerweise persönlich und an die Privatadresse der von Intersex-Verstümmelungen direktbetroffenen Vereinspräsidentin Daniela Truffer.

Dieser Blog fordert Prof. Dr. Kiess auf, öffentlich den Tatbeweis zu erbringen, dass nicht doch er selbst derjenige ist, der jeglichem Dialog mit kritischen Betroffenenvertreter_innen tunlichst aus dem Wege geht.

Nachfolgend das Schreiben von Wieland Kiess, datiert vom 14.05.2013, gefolgt von der Antwort darauf von Zwischengeschlecht.org.    >>> Beides als PDF

   
Antwort von Zwischengeschlecht.org  [ >>> als PDF ]:
  

Universitätsklinikum Leipzig
Departement für Frauen- und Kindermedizin
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Herr Prof. Dr. med. Wieland Kiess, Direktor

Per E-Mail:
Wieland.Kiess_at_medizin.uni-leipzig.de
Jana.Frommherz_at_medizin.uni-leipzig.de

Zürich, 20. Juli 2013

Kosmetische Genitaloperationen in der Universitätskinderklinik Leipzig /
Ihr Schreiben vom 14.05.2013

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Kiess

Soweit sich Ihr Brief vom 14.05.2013 auf die Offenen Briefe von Zwischengeschlecht.org vom 21.09.2012 an die Universitätskinderklinik Leipzig sowie an die ESPE 2012 ebendort bezieht, antworte ich Ihnen im Namen unserer Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org. (Betreffend Veröffentlichungen im Internet wenden Sie sich bitte an den verantwortlichen Redaktor, dessen E-Mail-Adresse finden Sie jeweils unten auf der Seite unter V.i.S.d.P.)

Wir bedauern, dass Sie in Ihrer Empörung offenbar übersahen, dass die in den erwähnten Offenen Briefen unter anderem in Ihrer Kinderklinik belegten menschenrechtswidrigen kosmetischen Genitaloperationen an Kindern mit atypischen körperlichen Geschlechtsmerkmalen allesamt auf in den Fussnoten nachgewiesene Veröffentlichungen aus ebendieser Klinik zurückgehen. Ihre Vorwürfe betreffend "unwahre Aussagen", "lügnerische Unterstellungen" usw. fallen somit auf Sie bzw. Ihre Klinik zurück. Dass Sie Ihrerseits nicht mit Belegen dafür aufwarten können, dass genannte menschenrechtswidrige Eingriffe in Ihrer Klinik mittlerweile unterlassen werden, noch überhaupt dazu inhaltlich Stellung beziehen, sondern stattdessen auf persönliche Einschüchterungsversuche und Drohungen zurückgreifen, spricht für sich.

Vielleicht haben Sie ja mitbekommen, dass die von Zwischengeschlecht.org kritisierten kosmetischen Genitaloperationen an Kindern mit atypischen körperlichen Geschlechtsmerkmalen zwischenzeitlich vom UN-Sonderberichterstatter über Folter sowie von sämtlichen Bundestagsfraktionen ebenfalls verurteilt wurden, und dass auch verschiedene Leipziger Organisationen und Medien deren Fortdauern in Ihrer Universitätskinderklinik ebenfalls explizit kritisieren.

Die von Ihnen erwähnte Einladung zur Ethiksitzung während der ESPE-Tagung hätten wir gerne angenommen, sofern Sie uns tatsächlich angeboten worden wäre. Dass Sie uns stattdessen verbieten wollten, vor dem Eingang der Tagung friedliche Mahnwachen abzuhalten, spricht ebenfalls für sich. Wie auch in den Offenen Briefen erwähnt, steht Zwischengeschlecht.org für einen konstruktiven Dialog jederzeit gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüße

Daniela Truffer / Zwischengeschlecht.org

  
Mehr zum Thema Intersex-Genitalverstümmelungen in Leipzig:

- Offener Brief an Uni-Kinderklinik Leipzig
- "Einfach eine Spielart der Natur" - Artikel Kreuzer 11/2012
- "Eine Frage des Geschlechts?" - Radio Mephisto 97.6
- Leipzig 17.5.13: Aus IDAHOT* wird IDAHIT* - inkl. Forderung nach Verstümmelungsverbot
- CSD Leipzig 2013 verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 13 March 2016

Studie: Wie Eltern, die in Intersex-Genitalverstümmelungen für ihr Kind "einwilligen", dies aufgrund voreingenommener "Beratung" tun – auch unter der kommenden AWMF-D$D-Leitlinie 2016

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

STOP Intersex Genital Mutilation!Zwischengeschlecht.org on FacebookEine immer noch zu oft "übersehene" >>> explorative Studie (englisch), basierend auf einer unpublizierten Bachelorarbeit von Yvonne Cavicchia-Balmer (vgl. unten Bibliographie) zeigt auf, wie Eltern, die sich "entscheiden", für ihr gesundes Intersex-Kind in verstümmelnde kosmetische Genitaloperationen und weitere unnötige Eingriffe "einzuwilligen", dies nicht zuletzt wegen stark voreingenommener und unvollständiger "Beratung" durch IGM-TäterInnen tun – sprich wie bei (heute immer noch "handelsüblicher") medikalisierter Beratung durch eineN EndokrinologIn 65.9% der ProbandInnen zu IGM-Praktiken "einwilligen", während bei einer demedikalisierten Beratung (wie sie Intersex-Verbände inkl. Zwischengeschlecht.org seit langem fordern) 77.1% der ProbandInnen die "Einwilligung" in IGM-Praktiken verweigern:

Streuli JC, Vayena E, Cavicchia-Balmer Y, and Huber J. Shaping parents: Impact of contrasting professional counseling on parents' decision making for children with disorders of sex development. J Sex Med 2013;10:1953–1960.

Zwischengeschlecht.org freut sich, zu dieser Studie beigetragen zu haben – einerseits durch Teilnahme an der Fokusgruppe zur Erarbeitung der Kriterien für demedikalisierte vs. medikalisierte Beratung (als die in der Studie erwähnten "Aktivisten"); andrerseits durch unseren 1. friedlichen Protest vor dem Kinderspital Zürich, der ein großes Medienecho auslöste und und letztlich auch die erwähnte Fokusgruppe und damit indirekt auch diese Studie überhaupt erst ermöglichte.

Mehr zur Studie (und wie auch unter der kommenden AWMF-DSD-Leitlinie ab 01.04.2016 immer noch pathologisierende EndokrinologInnen + Co. die Eltern "beraten") nach dem Break ...

Continue reading...

Thursday 18 February 2016

Es ist da! Neues Buch u.a. über Intersex und Selbstbestimmung

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookDie Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Der Sammelband "Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung. Praxisorientierte Zugänge", herausgegeben von Michaela Katzer und Heinz-Jürgen Voß und erschienen im Psychosozial-Verlag, ist jetzt lieferbar!
Das Buch enthält mehrere Beiträge, die sich explizit mit Intersex befassen,
u.a. von der legendären AGGPG-Mitbegründerin Heike Bödeker, von der Co-Herausgeberin Michaela Katzer, von Andreas Hechler und Manuela Tillmanns, sowie einen Beitrag aus der Menschenrechtsperspektive von Daniela "Nella" Truffer und yours truly a.k.a. Markus Bauer, der u.a. auf Recherchen dieses Blogs und der Schattenberichte von Zwischengeschlecht.org zurückgreift.

Mehr Info zum Buch und den Beiträgen gibt's auf der >>> dazugehörigen Homepage des Verlages, inkl. >>> Inhaltsverzeichnis + Einleitung als PDF. Und am 17. März stellen die Herausgebenden das Buch im soziokulturellen Zentrum Frauenkultur in Leipzig vor (>>> mehr).

Wir warten gespannt, dass unsere Exemplare im Postfach eintreffen, und sagen allen Beteiligten schon mal ein herzliches Dankeschön!

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Tuesday 2 February 2016

D > IGM: "Rechte von Intersexuellen missachtet" - Berliner Zeitung

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookDie Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

UPDATE >>> Die vollständigen Antworten der Bundesregierung (PDF)

Intersex-Genitalverstümmelungen stoppen!Pfui!! Laut Medienberichten in der >>> Berliner Zeitung vom 01.02, S. 4 (Scan) sowie >>> online beim Kölner Stadt-Anzeiger und in der Frankfurter Rundschau (Achtung: gekürzt!) von Tobias Peter leugnet die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfage der Grünen einmal mehr krampfhaft ihre Mittäterschaft bei den täglichen Intersex-Genitalverstümmelungen.

So will die Bundesregierung angeblich immer noch "keine Erkenntnisse darüber [haben], wie häufig Operationen an Genitalien, die als strafbare Sterilisation zu werten sind, vorgenommen wurden".

"Folglich habe die Bundesregierung bislang auch nichts getan, um solchen Operationen bei neugeborenen Kindern vorzubeugen" – wofür u.a. der UN-Ausschuss gegen Folter Deutschland schon 2011 unmissverständlich rügte, und seither Intersex-Genitalverstümmelungen wiederholt als "unmenschliche Behandlung" einstufte, die unter das Folterverbot fällt.

Auch die Deutsche Gleichstellungs- FamilienministerInnenkonferenz (GFMK) und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) stuften (wie in der Kleinen Anfrage erwähnt) Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland ebenfalls unmissverständlich als Verbrechen ein – und forderten ausdrücklich gesetzgeberische Maßnahmen. Ebenso der UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD). Auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) stufte IGM wiederholt als "schädliche Praxis" ein, und damit als vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) – zwei weitere diesbezügliche CRC-Rügen werden auf Donnerstag erwartet.

Die Grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar fasst die fortgesetzte Weigerung der Bundesregierung, ihren Verpflichtungen u.a. laut Grundgesetz, UN-Kinderrechtkonvention und UN-Antifolterkonvention endlich nachzukommen, treffend zusammen wie folgt:

«Bislang sei lediglich eine interministerielle Arbeitsgruppe [IMAG] gebildet geworden, deren Meinungsbildung nach zwei Jahren immer noch nicht abgeschlossen sei. Das sei, nachdem der Bundestag und verschiedene Ministerien sich schon in der letzten Wahlperiode mit der Thematik befasst hätten, „mehr als dürftig und besonders für die betroffenen Menschen unerträglich“.»

Dafür und auch für die Kleine Anfrage an Monika Lazar und MitstreiterInnen von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön! Und ebenso an den Journalisten Tobias Peter.

Sowie an versammelten MittäterInnen in der Bundesregierung die Frage: Wie lange noch?!

GenitalabschneiderInnen, wir kriegen euch! ZwangsoperateurInnen, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Intersex-Verstümmler: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
>>> Uni-Kinderklinik: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
>>> "Täter, Mitläufer und Apologeten: Wer ist an dem Bösen Schuld?"
>>> UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale Zwangsoperationen"
>>> Europarat verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen

>>> WHO und UNICEF verurteilen IGM-Praktiken  

Siehe auch:
- IGM: Faule Eier für "die Bundesregierung"!
- Wegen Zwitterprozess: Bayern zensiert parlamentarische Anfrage zu IGM-Praktiken!
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen
- Gleichstellungs- FamilienministerInnenkonferenz (GFMK) verurteilt IGM, fordert Verbot  
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) verurteilt IGM, fordert Verbot
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- "Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- Dezember 2015: CAT rügt 4 weitere Staaten wegen Intersex-Genitalverstümmelungen
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

- page 1 of 17