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Thursday 23 March 2017

"Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

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In Luxemburg fand in der Abtei Neumünster eine erfolgreiche, von ITGL organisierte Intersex–Tagung zu den Themen Gesundheit, Erziehung und Menschenrechte statt u.a. mit Daniela Truffer (StopIGM.org/Zwischengeschlecht.org) und Kris Günther (OII Belgien).
>>>
Programm   >>> Flyer (PDF)

Bereits im Vorfeld gab es dazu ein reges Medieninteresse. Den Anfang machte am 8. März das deutschsprachige Wochenmagazin "Revue" mit einer >>> Titelgeschichte zum Thema (PDF, 2.3 MB)

Nebst Kris Günther und Erik Schneider (ITGL) kommt darin auch ein Kinderendokrinologe aus dem Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) zu Wort, der – unter Berufung auf unsere gewaltfreien Proteste – heute zwar “im Prinzip” auch nicht mehr rundheraus Intersex-Genitalverstümmelungen propagieren mag – allerdings mit der berühmten, sattsam bekannten “Ausnahme”:

“Als Vertreter der Ärzteschaft berichtet Dr. Michael Witsch von regelmäßigen Protesten Intersexueller bei medizinischen Kongressen. Dabei sagt auch er: "Es wurde viel Vertrauen kaputt gemacht. Früher dachte man: Oh mein Gott, sofort operieren. [...]” [...] Dr. Michael Witsch will [heute] auf geschlechtsangleichende Behandlungen verzichten, "wenn auch die Familie es aushält". Er argumentiert, dass dem Kind wohl kaum geholfen sein kann, wenn seine Eltern es rundweg ablehnen.”

Weiter wird im Artikel auch eine Mutter eines genitalverstümmelten, mittlerweile etwa 10-jährigen Intersex-Kindes “Sandro” (Name geändert) aus Luxemburg interviewt. Nebst dem eindrücklich geschilderten, leider auch heute immer noch üblichen "Drama" mit unsensiblen MedizynerInnen nach der Geburt bestätigt die Mutter so nebenbei, was Intersex-Menschenrechtsverteidiger_innen seit längerem befürchten: Das Großherzogtum Luxemburg arbeitet betreffend Intersex-Genitalverstümmelungen eng mit dem benachbarten Belgien zusammen, u.a. mit der berüchtigten Uni-Kinderklinik Gent:

“Dabei wurde Sandro weiter intensiv – auch in einem spezialisierten Krankenhaus in Gent – untersucht. In Absprache mit den Eltern entschieden sich die dortigen Spezialisten mit der Endokrinologin Dr. Carine De Beaufort, sowie dem Chirurgen Dr. Paul Philippe aus der Kinderklinik [beide CHL Luxembourg] zu einer einzigen zweimonatigen Hormontherapie und anschließender [“vermännlichenden”] Genitaloperation im Alter von neun Monaten.

Ebenfalls so nebenbei geht aus dem Artikel hervor, dass “Sandro” auch heute noch nicht wirklich über seine besonderheit aufgeklärt wurde:

"Wie sie ihm später einmal seine Geburtsurkunde erklären wird, weiß [die Mutter] Andrea Goedert [Name geändert] zwar noch nicht.”

Wie lange noch?!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 10 February 2017

CH-Zeitungen > Intersex-Genitalverstümmelungen von Invalidenversicherung bezahlt

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

In einem Intersex-Hintergrundartikel von Laura Gianesi zum "Intersex-Model" Hanne Gaby Odiele im AZ-Medienverbund (Print + Online: Aargauer Zeitung, Badener Tagblatt, Oltner Tagblatt, Basellandschaftliche Zeitung, BZ Basel) wurde auch Markus Bauer (Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org) zitiert, u.a. betreffend den auch in der Schweiz immer noch ungehindert andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen trotz wachsender Kritik:

“Auch ein Schweizer Gesetz, das definiert, ab wann und unter welchen Umständen eine Operation rechtens ist, gibt es bis heute nicht. Und das, obwohl die Schweizer Nationale Ethikkommission und zwei UNO-Ausschüsse den Schweizer Staat in den letzten Jahren aufgefordert haben, operative Eingriffe an intersexuellen Kindern ohne ihre rechtlich gültige Einwilligung gesetzlich zu verbieten.

«Die IV bezahlt noch immer Geschlechtsoperationen an Minderjährigen. Für psychosoziale Unterstützung der Betroffenen scheinen hingegen keine Mittel vorhanden zu sein», stellt Bauer fest. Das oft verwendete Argument, dass intersexuelle Kinder bei Belassung ihrer uneindeutigen Genitalien ausgegrenzt würden, weist er entschieden zurück: «Intersex-Menschen haben das Recht, selbst über ihre Körper zu entscheiden. Psychosoziale Probleme müssen mit psychosozialen Mitteln angegangen werden, nicht mit dem Skalpell.»”

Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin!

Weniger gelungen sind im Artikel leider die wiederholten Unterstellungen, ein "dritter Geschlechtseintrag" würde helfen, Intersex-Genitalverstümmelungen zu verhindern – tatsächlich wird jedoch in allen Ländern, wo z.T. schon seit längerem ein 3. Geschlechtseintrag möglich ist (z.B. Neuseeland, Australien, Pakistan, Deutschland, USA) unverändert weiterverstümmelt. Und auch in Malta, das von der Autorin in bekannter Manier zum "gelobten Intersex-Land" hochstilisiert wird, werden Intersex-Kinder zum Verstümmeln einfach nach Grossbritannien geflogen – auf Kosten der öffentlichen maltesischen Krankenversicherung, die mit dem britischen "National Health Service (NHS)" entsprechende Verträge hat. Es ist noch ein weiter Weg ...

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
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Sunday 5 February 2017

«Intersex-Menschenrechtlerin fordert Verbot von "Genitalverstümmelungen" an Kindern» - Reuters 31.01.2017

Intersex-Aktivistin Daniela Truffer an der BanFGM conference in Rom, Italien, 31.01.2017. Photo: Emma Batha

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>>> Gelungene Agenturmeldung (englisch) von Emma Batha für die Thomson Reuters Foundation aus Anlass der Präsentation “Intersex-Genitalverstümmelungen bekämpfen” von Daniela Truffer (Zwischengeschlecht.org) an der internationalen BanFGM Conference in Rom (englisch), einberufen durch die Dakar Ministerial Sub-regional Consultation und organisiert u.a. von No Peace Without Justice und dem Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children.

Als Folge erwähnte die Deklaration (französisch) der BanFGM Conference explizit auch “Intersex-Genitalverstümmelungen”.

Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die das möglich machten!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
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Thursday 2 February 2017

"Tribune de Genève" über Intersex-Genitalverstümmelungen und die SAMW-"Ethik-Stellungnahme", 02.01.2017

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IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

>>> Gelungener Artikel von Caroline Zuercher (fanzösisch) in der "Tribune de Genève" über die ausweichende "Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission der SAMW [Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften] zu «Varianten der Geschlechtsentwicklung»" (>>> PDF), mit klaren Aussagen von Daniel Truffer und yours truly a.k.a. Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org), auch zur Notwendigekeit eines Gesetzlichen Verbots von IGM-Praktiken inkl. einer Aufhebung oder Verlängerung der Verjährungsfristen. Danke!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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Tuesday 13 December 2016

"Der Weg zu dir" - berührender Intersex-Kurzfilm

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"dir wird es gut gehen"    >>> Video auf youtube    [ Reloaded + Transkript ]

berührender puppenkurzfilm von angélica pauli über die eltern eines intersex-kindes.

der mediziner rät natürlich, über das kind zu entscheiden, und die "fehlbildung" mit ein paar eingriffen korrigieren zu lassen. und das kind später anzulügen.

>>> Video auf youtube

aber die eltern lassen das kind unversehrt aufwachsen: "du hast nichts falsch gemacht. du bist gesund geboren. und wir lieben dich so, wie du bist."

und machen ihm mut: "dir wird es gut gehen. (…) und du kannst immer sicher sein: wir sind mit dir."

"wenn es soweit ist kannst du entscheiden"     >>> Video auf youtube

Danke!

Unten in den Kommentaren das Transkript des Films von Nella.

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe 

Thursday 24 November 2016

"Wiedergutmachung" - humanrights.ch über CEDAW-Rüge wegen Intersex-Verstümmelungen

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Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

>>> Die Informationsplattform humanrights.ch berichtet über die verbindlichen “Abschliessenden Bemerkungen” zu Intersex und IGM der 65. Sesssion des UN-Ausschusses für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW), der sich von den üblichen Ausreden und Dementis der CH-Delegation nicht hinters Licht führen liess. Danke!

«Alte Probleme und neue Empfehlungen

Der UN-Frauenrechtsausschuss hat im November zum dritten Mal seit 2003 die Bemühungen der Schweiz zur Umsetzung des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau überprüft. [...]

Expliziter als in den letzten Empfehlungen 2009 wird der Schweiz sodann empfohlen, die Bemühungen zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Verstümmelung weiblicher Genitalien (FGM), Kinderheirat und Zwangsheirat (sog. «harmful practices») zu verstärken.

Zum ersten Mal empfiehlt der CEDAW-Ausschuss der Schweiz, Kinder mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen vor unnötigen medizinischen und chirurgischen Eingriffen [sog. «Intersex Mutilations (IGM)»] zu schützen. Die Schweiz soll gesetzlich verankern, dass keine entsprechenden Eingriffe vorgenommen werden dürfen und dass Kinder, die einen solchen Eingriff ohne Zustimmung erlitten haben, eine Wiedergutmachung erhalten. [...]»

>>> CEDAW65: Schweiz + Holland wegen Intersex-Verstümmelungen gerügt
>>>
UN-Frauenrechtaussschuss befragt Schweiz zu IGM-Praktiken
>>> Hipp, hipp!  Schon 20 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmlungen! 

2016-CEDAW-Swiss-Intersex-IGM

IGM Practices in Switzerland: 2016 CEDAW Report
Human Rights Violations Of Persons With Variations Of Sex Anatomy
IGM in Switzerland• Complicity of the State  Harmful Practice
>>> Download as PDF (288 kb)

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
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>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 23 October 2016

Intersex: "Heute würde man mich zum Bub umschnipseln" – Sonntagsblick, 23.10.2016

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IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Zum Intersex Awareness Day ein >>> 2-seitiger Artikel über Intersex-Genitalverstümmelungen im heutigen "SonntagsBlick", einem der grösste Blätter der Schweiz. Der Stil ist Boulevard, aber Daniela "Nella" Truffer redet wie gewohnt Klartext, und die Mediziner verwickeln sich selbst in die gewohnten Widersprüche, so dass die Message gut durchkommt:

“[Daniela Truffer] will weiter dafür kämpfen, dass Babys mit sogenannter Geschlechtervarianz so lange nicht operativ einem Geschlecht angeglichen werden dürfen, bis sie selber entscheiden können.

Juristisch scheint das klar. Die Zürcher Rechtsprofessorin Andrea Büchler (47) sagt: «Medizinisch nicht indizierte Operationen sind zu unterlassen, bis die betroffene Person selbst entscheiden kann. Das haben verschiedene internationale Gremien, aber auch die Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin festgehalten.»

Trotzdem führen viele Spitäler auch heute noch Operationen an betroffenen Babys durch. «Dabei ist es bei den meisten nicht lebensnotwendig, sondern hat schlicht psychosoziale Gründe», meint Truffer. Das Argument der Ärzte: Ein Kind, das mit einem eindeutigen Geschlecht aufwachsen kann, habe es leichter. Truffer sagt: «Das stimmt überhaupt nicht. Durch unnötige Operationen traumatisiert man die Kinder.»

«Die meisten Eltern wollen eine Operation»

In der Praxis ziehen heute die meisten Schweizer Kinderspitäler in solchen Fällen interdisziplinäre Teams zur Beratung bei. Am Kinderspital Zürich werden «geschlechtsvereindeutigende» Operationen nach wie vor auch bei Babys durchgeführt. Rita Gobet (60), Chefärztin Kinderurologie, bestätigt: «Die meisten Eltern wollen eine Operation. Wir machen dies aber nur nach individueller Be­urteilung des Kindeswohls.»

[...]

Die Operation von Daniela Truffer bezeichneten Ärzte in den Krankenakten später sogar selbst als Fehler – Daniela sei doch eher ein Bub. Doch da man sie zum Mädchen operiert habe, müsse man diesen Weg weitergehen. Truffer sagt: «Heute würden sie mich zum Bub umschnipseln. Aber das wäre genauso falsch.»”

Dafür an Reporter Caspar Pfrunder von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön!

Auch die zur Zeit 2 LeserInnenkommentare sowie das Verhältnis der positiven und negativen Beurteilungen derselben sind erfreulich – was bekanntlich leider auch nicht immer selbstverständlich ist.

>>> "Aus dem Sexleben eines genitalverstümmelten und kastrierten Zwitters"
>>> Artikel von Daniela Truffer: "Geschlecht: Zwangsoperiert"

>>> Kispi: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?
>>>
“Meist eine Operation” – Kinderspital gibt Intersex-Genitalverstümmelungen zu!
>>>
PODCAST + TRANSKRIPT: Interviews auf SRF "Heute Morgen", 12.10.2016

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
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Sunday 16 October 2016

Schweiz > "Meist eine Operation" – Kinderspital Zürich bestätigt Intersex-Genitalverstümmelungen!

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IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Follow-up-Zeitungsartikel im Tages-Anzeiger (zum vergrössern: reinklicken!) zum umstrittenen "Aufarbeitungsprojekt" des Kinderspital Zürich, bei dem Betroffene nicht angemessen beteiligt werden, und 90% aller Krankenakten zu IGM 1 “Vermännnlichende Genitalkorrekturen” vorab vernichtet wurden, obwohl der UN-Ausschuss gegen Folter kürzlich die Schweiz verpflichtete, Fälle von uneingewilligte Genital-OPs usw. “zu untersuchen” und “gesetzgeberische Massnahmen zu ergreifen, um Wiedergutmachung für alle Opfer zu gewährleisten”.

Diese beiden Themen werden zwar auch im Tagi-Artikel NICHT angeschnitten – aber immerhin wird u.a. durch Ausagen der Kispi-Chefchirurgin Rita Gobet ausdrücklich bestätigt, dass Intersex-Genitalverstümmelungen auch heute noch im Kispi praktiziert werden – dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an die Reporterin Liliane Minor:

Zwischengeschlecht[.org], eine Interessengruppe Betroffener, unterstützt die Forschung. Aber sie genüge bei weitem nicht. «Noch heute werden zu viele Buben und Mädchen operiert, wenn ihr Genital nicht so aussieht, wie es soll», sagt Markus Bauer von Zwischengeschlecht[.org]. Typisch ist aus seiner Sicht der Umgang mit Buben, deren Harnröhre nicht an der Penisspitze endet. Diese sogenannte Hypospadie werde bis heute ohne medizinische Notwendigkeit operiert: «Einfach weil die Ärzte finden, ein Junge müsse im Stehen pinkeln können, was bei Hypospadie oft nicht geht.» Auch bei Mädchen mit vergrösserter Klitoris werde häufig vorschnell zum Messer gegriffen.

Rita Gobet, Leiterin Urologie am Kinderspital, weist die Vorwürfe zurück. Seit mehreren Jahren schaue ein interdisziplinäres Team zusammen mit den betroffenen Eltern jeden Fall genau an. Dabei spiele auch die soziale Situation eine Rolle: «Die Zeiten, in denen man einfach so operierte, sind längst vorbei.» Gerade bei Kindern, die zwar ein atypisches Genital haben, deren biologisches Geschlecht aber klar ist, entscheiden sich Eltern meist für eine Operation. Nicht ohne Grund, so Gobet: «Es gibt starke Hinweise, dass eine frühe Behandlung das Leben der Kinder erleichtert.» Anders sei es bei Kindern, deren Geschlecht nicht nur optisch unklar sei: «Bei ihnen ist man heute viel zurückhaltender mit Operationen als früher.»

>>> PM: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

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Friday 14 October 2016

Schweiz > "Bub oder Mädchen? Vergangenheitsbewältigung am «Kispi»" - SRF HeuteMorgen, 11.10.2016

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Follow-up-Radiobeitrag in den SRF Morgennachrichten >>> Transkript | Player | mp3 (3:02 min) zum umstrittenen "Aufarbeitungsprojekt" des Kinderspital Zürich, bei dem Betroffene nicht angemessen beteiligt werden, und 90% aller Krankenakten zu IGM 1 “Vermännnlichende Genitalkorrekturen” vorab vernichtet wurden, obwohl der UN-Ausschuss gegen Folter kürzlich die Schweiz verpflichtete, Fälle von uneingewilligte Genital-OPs usw. “zu untersuchen” und “gesetzgeberische Massnahmen zu ergreifen, um Wiedergutmachung für alle Opfer zu gewährleisten”. Diese beiden Themen werden in der Sendung zwar NICHT angeschnitten – aber immerhin wird thematisiert, das Intersex-Genitalverstümmelungen auch heute noch im Kispi praktiziert werden – dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an Sendungsmacher Christoph Brunner:

Aber trotzdem: Operative Eingriffe zur Geschlechtszuordnung gibt es auch heute noch, auch bei Kleinkindern. Dies müsse auf gesetzlicher Ebene verhindert werden, fordert Bauer vom Verein Zwischengeschlecht. «Es geht um Selbstbestimmung und Achtung der körperlichen und seelischen Unversehrtheit der Betroffenen.»

Zwar würden die wenigsten darunter leiden, dem falschen Geschlecht zugewiesen worden zu sein, so Bauer. «Hingegen leiden die meisten darunter, dass über sie bestimmt wurde, dass an ihrem Körper etwas verändert wurde, was meistens lebenslange Folgen hat – meistens negative – und sie nie dazu befragt wurden.»

>>> PM: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

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Sunday 4 September 2016

Trans-Mensch Xander Dorn neu "Intersexuell" – Typisches Beispiel für die Folgen der Intersex-Vereinnahmung von "Dritte Option"

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Solidarität mit Zwittern statt Vereinnahmung

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Xander Dorn ist parteiloser Stadtrat_in in Mainz und "beschreibt sich selbst als Transgender" (Quelle).

Seit letztem Donnerstag ist er nun neuerdings auch "intersexuell" – unter Berufung auf "[d]ie Kampagnengruppe „Für eine dritte Option“":

"Mainzer Stadtratsmitglied Xander Dorn kämpft für Anerkennung von Intersexualität

[...] Xander Dorn ist einer dieser Menschen. Der Mainzer wurde zwar mit männlichen Geschlechtsorganen geboren, fühlt sich aber nicht als Mann, bedeutet: weder weiblich noch männlich, ein wenig von beidem, aber ganz sicher nicht eins von beidem. Vor drei Jahren beantragte Dorn die Korrektur seines im Melderegister eingetragenen Geschlechts. [...]

Kritik an Ausgrenzung und Stigmatisierung

Die Kampagnengruppe „Für eine dritte Option“ reicht am Freitag eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Xander Dorn ist einer der Menschen, die Anerkennung wollen. [...]"

Fazit: Typisches Beipiel der Folgen der systematischen Vermischung von Intersex und Trans* und Intersex-Vereinnahmung durch die Kampagne "Dritte Option", die sich zwar in den Medien stets als "Intersex"-Kampagne verkauft, tatsächlich aber Transgender-Forderungen stellt (und mit dem Transgender-Symbol arbeitet) und auch vor Pinkwashing von IGM nicht zurückschreckt – zum Schaden aller Intersex-Menschen (und -Unterstützer_innen), die für Intersex-Anliegen kämpfen, und speziell für die unbestrittene Intersex-Forderung Nr. 1, die Beendigung der Intersex-Genitalverstümmelungen. Vielen Dank auch, "Dritte Option"! Vereinnahmung + Pinkwashing stinkt!! 

Siehe auch:
- "Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen IGM? Denkste!
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Intersex-Vereinnahmung
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität"
- Du sollst nicht die Leiden der Zwitter als Aufhänger und 'Material' für deine eigenen Forderungen und Kämpfe benutzen! 
- Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" 
- LSVD und Zwittersolidarität: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück?
- "Zwitter-Neid": Zwischengeschlechtliche als (fiktives) Ideal 
-
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!" 
- GPGF Basel 10.-12.09.09: Stop Vereinnahmung des Zwittersymbols im Namen von "Gender" und "Psychiatrie"! 
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Zwitter als Kanonenfutter für die Transgenderagenda 
- Etwas Solidarität mit Intersexuellen, bitte ...
- Wie Dr. Magnus Hirschfeld einen Zwitter zwangsoperiert, um mit dem Erlös das "Institut für Sexualwissenschaft" zu finanzieren
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)

Saturday 6 August 2016

"Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen Intersex-Genitalverstümmelungen? Denkste!

IGM2 ("Verweiblichende Genitalkorrekturen"): VaginalOPs + Klitoristeilamputation (PDF)
Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland angeblich nur in der "Vergangenheit"? SCHÄM DICH, TAZ – einmal mehr!!!

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität' Zwischengeschlecht.org on FacebookWährend nicht nur in Deutschland das andauernde Unrecht der Intersex-Genitalverstümmelungen in den Medien (und in der Politik) regelmäßig unterschlagen oder geleugnet wird, rauscht der Blätterwald prompt rund um den Globus, sobald irgendwo ein Unisex-Klo eröffnet wird oder es um einen "dritten Geschlechtseintrag" geht.

Auch in der aktuellen Berichterstattung zum BHG-Urteil im Verfahren "Dritte Option" werden die andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen einmal mehr verharmlost oder zur Vergangenheit erklärt, z.B. gestern in der taz: "Bis in die 2000er Jahre hinein wurden etwa 90 Prozent der Intersexuellen operiert, also an eines der beiden Normgeschlechter angepasst."

Gleichzeitig unterstellen Medien (und z.T. auch für eine "3. Option" Klagende und Unterstützer_innen) immer wieder tatsachenwidrig, ein "3. Personenstand" bzw. die von ihnen letztlich angestrebte Abschaffung des Geschlechtseintrags würde automatisch zur Beendigung von Intersex-Genitalverstümmelungen führen; oder das Streben nach einem "3. Geschlechtseintrag" wird (auf Kosten von IGM-Überlebenden) tatsachenwidrig als DAS Intersex-Anliegen überhaupt dargestellt.

Aufklärung tut not! Dazu nachfolgend ein leicht überarbeiteter Ausschnitt aus dem Beitrag von Markus Bauer und Daniela Truffer: "Intersex und Selbstbestimmung", in: Michaela Katzer, Heinz-Jürgen Voß (Hg.): Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung. Praxisorientierte Zugänge (Gießen: Psychosozial-Verlag 2016):  

6.  Intersex, Geschlechtsidentität und Personenstand

Entgegen verbreiteten stereotypisierenden und/oder vereinnahmenden Unterstellungen leben die meisten Intersexe als Männer oder Frauen – Überlebende von IGM-Praktiken meist, weil sie hauptsächlich ganz andere Probleme haben, unversehrt Aufgewachsene oft aus pragmatischen Gründen. Überlebenden, die sich öffentlich als Intersex bezeichnen, geht es meist weniger um Geschlechtsidentität, sondern um eine praktisch-politische Identität zur Selbstermächtigung bzw. psychischen Integration des ihnen angetanen Unrechts und zur politischen Sichtbarmachung der Verletzungen ihrer Körper, Psychen und Menschenrechte durch die fortdauernden IGM-Praktiken.

Einige Betroffene identifizieren sich als “dazwischen”, “beides” oder “weder-noch” und leiden darunter, in amtlichen Dokumenten und im Personenstandsrecht keine dritte Option zur Verfügung zu haben. In Deutschland versuchen aktuell Betroffene berechtigterweise erneut, eine solche durch den Instanzenweg gerichtlich einzuklagen (Lang 2006: 213f.; Dritte Option 2014), weitere Verfahren laufen in USA, Frankreich und Österreich.

Von solchen legitimen Bestrebungen abzugrenzen ist vereinnahmende Personenstandpolitik auf Kosten genitalverstümmelter Intersex-Kinder. Etwa, wenn “Sachverständige” und PolitikerInnen seit Jahr und Tag öffentlich behaupten, ein dritter Personenstand sei “das” Intersex-Anliegen überhaupt, und Personenstandreformen sowie Anti-Diskriminierungsgesetze würden quasi als Allheilmittel automatisch auch die Beendigung von IGM-Praktiken nach sich ziehen. Tatsächlich ist beides nicht zutreffend: Zum Beispiel Australien hat 2003 für amtliche Dokumente neben “M” und “F” eine dritte Kategorie “X” eingeführt (die allen Erwachsenen offensteht), und 2013 Diskriminierung wegen “Intersex Status” (definiert als “biologische Variation”) explizit unter Strafe gestellt. Trotzdem dauern IGM-Praktiken auch in australischen Kinderkliniken unverändert an.

Jüngste Folge solcher schädlichen und vereinnahmenden Darstellungen ist der 2013 in Deutschland eingeführte, von Medien und PolitikerInnen als angebliche “Option” und “kleine Revolution für Intersexuelle” angepriesene Personenstandmurks § 22(3) PStG, der in Tat und Wahrheit bei “uneindeutigen” Kindern die Eintragung eines Geschlechts offiziell verbietet und deshalb von Intersex-Organisationen international als stigmatisierend und kontraproduktiv kritisiert wurde (Zwischengeschlecht.info 2013b), sowie die dazugehörige Verwaltungsvorschrift, die explizit einmal mehr die alleinige Definitionshoheit der Medizin festschreibt (Zwischengeschlecht.info 2014c). Für beide Vorlagen wurden Betroffene und ihre Organisationen bezeichnenderweise nicht konsultiert. Als Reaktion darauf hielt das 3. Internationale Intersex Forum in seiner Forderungsliste explizit fest:

  1. Intersex-Kinder sollen als männlich oder weiblich eingetragen werden.
  2. Der Geschlechtseintrag soll auf Antrag der erwachsenen oder einwilligungsfähigen minderjährigen betroffenen Person in einem einfachen Verwaltungsverfahren abgeändert werden können.
  3. Eine oder mehrere dritte Optionen sollen allen Erwachsenen und einwilligungsfähigen Minderjährigen offen stehen (Third International Intersex Forum 2013).

7.  Fazit

Soweit Intersex und die Anliegen von Intersex-Menschen in Öffentlichkeit, Medien und Politik überhaupt zur Debatte stehen, werden sie in der Regel immer noch meist auf Gender- und LGB(T)-Anliegen (Klauda 2002) oder die Forderung nach Einführung eines dritten Personenstandes bzw. der Abschaffung jeglicher Geschlechtseinträge reduziert (OII Australia 2014) – während gleichzeitig die dringendste Intersex-Forderung nach einem Verbot der andauernden IGM-Praktiken ignoriert, z.B. 2012 durch den Deutschen Ethikrat (Voß 2012: 6), und den TäterInnen noch offiziell die Lizenz zum Weiterverstümmeln erteilt wird, z.B. 2013 durch den Deutschen Bundestag (Zwischengeschlecht.info 2013a). Allen öffentlichen Diskussionen und politischen Anstrengungen der Betroffenen zum Trotz stehen überall in der “entwickelten Welt” in Universitätskinderkliniken alle Formen von IGM-Praktiken unverändert auf der Tagesordnung, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen (z.B. in Deutschland erzielen Kinderkliniken pro “Vaginalplastik” € 8175,12 Reingewinn, vgl. Zwischengeschlecht.info 2010b). [...]

Literaturverzeichnis

Dritte Option (2014): Der erste „offizielle“ Schritt auf dem Weg zu einer dritten Option ist gemacht!, http://dritte-option.de/der-erste-offizielle-schritt-auf-dem-weg-zu-einer-dritten-option-ist-gemacht/

Klauda, Georg (2002): Fürsorgliche Belagerung. Genitale Verstümmelung von Hermaphroditen. Vortrag gehalten am 31. Oktober 2002 im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte. In: In: AStA FU (Hg.): Out Of Dahlem, Nr. 1. Berlin: AStA-Druck, 40-44. http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/01/24/Instrumentalisierung-von-Zwittern%3A-Kritik-aus-2002

Lang, Claudia (2006): “Intersexualität. Menschen zwischen den Geschlechtern”, Frankfurt: Campus 2006

OII Australia (2014): Different Priorities, http://oii.org.au/28125/different-priorities/

Third International Intersex Forum (2013): Public Statement by the Third International Intersex Forum, http://old.ilga-europe.org/home/news/latest/intersex_forum_2013

Voß, Heinz-Jürgen (2012): Intersexualität – Intersex. Eine Intervention, Münster: Unrast 2012

Zwischengeschlecht.info (2010b): Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung (Eckhard Korsch, Vortrag zum DSD Consensus Statement, APE 2006) http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2010/10/11/Kinderkliniken-Euro-8175-Reingewinn-pro-Genitalverst%C3%BCmmelung

Zwischengeschlecht.info (2013b) “Intersex: Neuer Geschlechtseintrag in Deutschland” (Spiegel, Huff Post, Guardian, etc.) - Saure-Gurken-Fantasien vs. Wirklichkeit der Genitalverstümmelungen, http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2013/08/20/Intersex-Geschlechtseintrag-Saure-Gurken-Fantasien-Reale-Genitalverstummelungen

Zwischengeschlecht.info (2014c): Neue Verwaltungsvorschrift zum Intersex-Personenstand-Murks § 22(3) PStG: Deutscher Bundesrat ab sofort offiziell IGM-Mittäter, http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2014/05/29/Verwaltungsvorschrift-Intersex-Personenstand-Murks-Deutscher-Bundesrat-offiziell-Mittaeter

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben 

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis": UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 16 July 2016

"Neun Monate (3/9): Sexualität - wir alle sind Zwitter" – WDR 5, 27.6.16

Vortrag von Daniela Truffer am Intersex-Fachtag Hannover --> Folie 26 (PDF)

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Kann ein Zwitter Sünde sein?In einem >>> weitgehend gelungenen Beitrag in "Leonardo" auf WDR 5, der nun auch online nachgehört und heruntergeladen werden kann, präsentierten Susanne Billig und Petra Geist eine biologische Tatsache, die seit über 6 Jahren auf diesem Blog zu den 5 meist angeklickten Beiträgen gehört (und auch in jedem unserer Vorträge gebührend gewürdigt wird, siehe oben), die aber in der öffentlichen Diskussion wie auch im Biologieunterricht immer noch meist unterschlagen wird:

Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter – nämlich im Mutterleib bis zur 7. Schwangerschaftswoche!

Dafür von diesem Blog ein herzliches Dankeschön!

Leider richtet der WDR-Beitrag zwischendurch ein beträchtliches Durcheinander an, indem er körperliches Geschlecht, sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und Sexualität in typisch vereinnahmender Manier als beliebig austauschbar betrachtet und wild durcheinanderwürfelt, sowie auch mit dem korrekten Gebrauch von Vergangenheits- und Gegenwartsform sichtlich Mühe bekundet. Pfui!

Dieser Blog hilft gerne weiter, und korrigiert nachfolgend einige der derbsten Schnitzer der WDR-Redaktorinnen:

«Neun Monate (3/9): Sexualität KÖRPERLICHES GESCHLECHT - wir alle sind WAREN Zwitter

[...]

Die Natur kennt keine Norm

Ob die Geschlechtsorgane später groß oder klein sind, im Farbton heller oder dunkler sind - die Natur kennt keine Norm. Sie arbeitet mit fließenden Übergängen. Wir kommen zwar meist klar erkennbar als Mann oder Frau zur Welt - dennoch fühlen sich manche Menschen männlicher oder weiblicher, andere haben einen eher männlichen oder weiblichen Körper und wieder andere fühlen sich BLEIBEN KÖRPERLICH irgendwo zwischen den Geschlechtern. Alles ist natürlich. Wie natürlich wir unsere sexuelle Ausrichtung AUCH MIT “ATYPISCHEN” KÖRPERN UNVERSEHRT AUFWACHSEN UND leben können - das ist dann eine Frage der Erziehung und der Kultur.»

Fazit: Wär doch eigentlich gar nicht so schwer – oder?

>>> Intersex: Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter ...  

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben 

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Friday 27 May 2016

ARTE Intersex Doku, Sa 28. Mai 17:05h + online

Unterwegs zum NGO-Briefing für den UN-Ausschuss gegen Folter, Genf 18.04.2016
V.l.n.r: Markus Bauer, Daniela Truffer, Vincent Guillot (Screenshot: ARTE)

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IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität' ARTE zeigt eine 25-minütige Intersex-Doku von Barbara Lohr, Cécile Thullier, Elsa Kleinschmager und Florence Touly, die zum Teil während der UN-Staatenprüfung von Frankreich durch den Ausschuss gegen Folter (CAT) in Genf gedreht wurde und die Intersex-NGO-Delegation bei der Arbeit zeigt. DANKE!!
>>> DOKU online gucken auf Deutsch
>>>
Statement von Vincent Guillot am CAT-Briefing 
>>> UN-CAT prüft Frankreich   >>> CAT rügt F wegen IGM! 

Leider ist der Text zur Doku auf der ARTE-Homepage mal wieder typische Intersex-Vereinnahmung und Desinformation:

  • Gleichzeitig wird einmal mehr das Märchen von der angeblichen "Option" in Deutschland, "dass Eltern bei der Geburt ihres Kindes die Rubrik „Geschlecht“ ohne Angabe lassen können” kolportiert und als "Fortschritt" verkauft (O-Ton ARTE), während es sich in Tat und Wahrheit um einen stigmatisierenden Zwang handelt, der von Intersex-Organisationen einhellig kritisiert wird und einzig Intersex-Vereinnahmer_innen und GenitalabschneiderInnen freut – NOCHMALS PFUI!!  

Auf der ARTE-Homepage gibt's weiter ein synchronisiertes, 5-minütiges Video- Interview mit der Regisseurin Barbara Lohr, worin sie zwar immerhin erwähnt, dass der Ausschuss gegen Folter IGM in Frankreich als "grausam und unmenschlich" verurteilt (DANKE!!), jedoch das Verdikt des UN-Kinderrechtsausschusses wiederum unterschlägt sowie erneut das Personenstandsmärchen von der "Option für Eltern in Deutschland" aufwärmt - PFUI!!

Wie lange noch?!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Wednesday 18 May 2016

Interview zu UN-Intersex-Rügen auf RDL Morgenradio, Do 19.05. 8-10h

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>>> Radio Dreyeckland bringt ein Interview mit Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org) zur jüngsten Rüge des UN-Ausschusses gegen Folter an Frankreich, sowie zu den aktuellen weiteren Befragungen von Nepal und Großbritannien durch den UN-Kinderrechtsausschuss. Der Beitrag kann auch online angehört und heruntergeladen werden. Danke!

>>> 19.-23. Mai: UN-Kinderrechtsausschuss prüft Nepal + Großbritannien  

Wednesday 4 May 2016

Tagungsbericht "Männlich-weiblich-zwischen: Auf dem Weg zu einer langen Geschichte uneindeutiger Körper"

«Alle Menschen sind Männer, oder Frauen, oder Hermaphroditen.» intersex.hypotheses.org

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«Am letzten Tag ging es um Menschenrechte und medizinische Praxis. MARKUS BAUER (Zürich) zeichnete aus Menschenrechtsperspektive nicht nur die historische Entwicklung bis in die Gegenwart nach, sondern bezog auch die biologische Ausbildung von Geschlecht ein. Er zeigte aufrüttelnde Bilder von Operationsergebnissen zwangsbehandelter Zwitter, die die Aktualität des Themas und die Notwendigkeit politischen Handelns gegen diese Praktiken mehr als deutlich machten.»

Auf hsozkult.de gibt's einen >>> gelungenen Tagungsbericht von Steffi Grundmann zum ebenso gelungenen, von Christof Rolker organisierten historischen Symposium "Männlich-weiblich-zwischen: Auf dem Weg zu einer langen Geschichte uneindeutiger Körper", das mit einem weitgefassten Blickwinkel eine hoch willkommene Abwechslung bot zur sonst üblichen (leider meist vereinnahmend-verengenden) "wissenschaftlichen Betrachtung" des Themas – wovon sich noch so manche akademischen "Intersex-ExpertInnen" ruhig mal ne dicke Scheibe abschneiden könnten! DANKE!!

>>> "Männlich-weiblich-zwischen": Bewusstseinserweiternder neuer Geschichts-Blog!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
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     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
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  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Thursday 18 February 2016

Es ist da! Neues Buch u.a. über Intersex und Selbstbestimmung

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Der Sammelband "Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung. Praxisorientierte Zugänge", herausgegeben von Michaela Katzer und Heinz-Jürgen Voß und erschienen im Psychosozial-Verlag, ist jetzt lieferbar!
Das Buch enthält mehrere Beiträge, die sich explizit mit Intersex befassen,
u.a. von der legendären AGGPG-Mitbegründerin Heike Bödeker, von der Co-Herausgeberin Michaela Katzer, von Andreas Hechler und Manuela Tillmanns, sowie einen Beitrag aus der Menschenrechtsperspektive von Daniela "Nella" Truffer und yours truly a.k.a. Markus Bauer, der u.a. auf Recherchen dieses Blogs und der Schattenberichte von Zwischengeschlecht.org zurückgreift.

Mehr Info zum Buch und den Beiträgen gibt's auf der >>> dazugehörigen Homepage des Verlages, inkl. >>> Inhaltsverzeichnis + Einleitung als PDF. Und am 17. März stellen die Herausgebenden das Buch im soziokulturellen Zentrum Frauenkultur in Leipzig vor (>>> mehr).

Wir warten gespannt, dass unsere Exemplare im Postfach eintreffen, und sagen allen Beteiligten schon mal ein herzliches Dankeschön!

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
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Tuesday 2 February 2016

D > IGM: "Rechte von Intersexuellen missachtet" - Berliner Zeitung

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UPDATE >>> Die vollständigen Antworten der Bundesregierung (PDF)

Intersex-Genitalverstümmelungen stoppen!Pfui!! Laut Medienberichten in der >>> Berliner Zeitung vom 01.02, S. 4 (Scan) sowie >>> online beim Kölner Stadt-Anzeiger und in der Frankfurter Rundschau (Achtung: gekürzt!) von Tobias Peter leugnet die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfage der Grünen einmal mehr krampfhaft ihre Mittäterschaft bei den täglichen Intersex-Genitalverstümmelungen.

So will die Bundesregierung angeblich immer noch "keine Erkenntnisse darüber [haben], wie häufig Operationen an Genitalien, die als strafbare Sterilisation zu werten sind, vorgenommen wurden".

"Folglich habe die Bundesregierung bislang auch nichts getan, um solchen Operationen bei neugeborenen Kindern vorzubeugen" – wofür u.a. der UN-Ausschuss gegen Folter Deutschland schon 2011 unmissverständlich rügte, und seither Intersex-Genitalverstümmelungen wiederholt als "unmenschliche Behandlung" einstufte, die unter das Folterverbot fällt.

Auch die Deutsche Gleichstellungs- FamilienministerInnenkonferenz (GFMK) und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) stuften (wie in der Kleinen Anfrage erwähnt) Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland ebenfalls unmissverständlich als Verbrechen ein – und forderten ausdrücklich gesetzgeberische Maßnahmen. Ebenso der UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD). Auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) stufte IGM wiederholt als "schädliche Praxis" ein, und damit als vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) – zwei weitere diesbezügliche CRC-Rügen werden auf Donnerstag erwartet.

Die Grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar fasst die fortgesetzte Weigerung der Bundesregierung, ihren Verpflichtungen u.a. laut Grundgesetz, UN-Kinderrechtkonvention und UN-Antifolterkonvention endlich nachzukommen, treffend zusammen wie folgt:

«Bislang sei lediglich eine interministerielle Arbeitsgruppe [IMAG] gebildet geworden, deren Meinungsbildung nach zwei Jahren immer noch nicht abgeschlossen sei. Das sei, nachdem der Bundestag und verschiedene Ministerien sich schon in der letzten Wahlperiode mit der Thematik befasst hätten, „mehr als dürftig und besonders für die betroffenen Menschen unerträglich“.»

Dafür und auch für die Kleine Anfrage an Monika Lazar und MitstreiterInnen von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön! Und ebenso an den Journalisten Tobias Peter.

Sowie an versammelten MittäterInnen in der Bundesregierung die Frage: Wie lange noch?!

GenitalabschneiderInnen, wir kriegen euch! ZwangsoperateurInnen, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Intersex-Verstümmler: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
>>> Uni-Kinderklinik: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
>>> "Täter, Mitläufer und Apologeten: Wer ist an dem Bösen Schuld?"
>>> UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale Zwangsoperationen"
>>> Europarat verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen

>>> WHO und UNICEF verurteilen IGM-Praktiken  

Siehe auch:
- IGM: Faule Eier für "die Bundesregierung"!
- Wegen Zwitterprozess: Bayern zensiert parlamentarische Anfrage zu IGM-Praktiken!
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen
- Gleichstellungs- FamilienministerInnenkonferenz (GFMK) verurteilt IGM, fordert Verbot  
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) verurteilt IGM, fordert Verbot
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- "Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- Dezember 2015: CAT rügt 4 weitere Staaten wegen Intersex-Genitalverstümmelungen
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Sunday 17 January 2016

Zürich > BiblioTalk Di 09.02.2016 18h > "Eingriffe in die Integrität von Intersex-Kindern" - Daniela Truffer, Markus Bauer

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Eingriffe in die Integrität von Intersex-Kindern

«Genitalkorrekturen» als Menschenrechtsverletzung

Ein bis zwei von tausend Neugeborenen kommen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung auf die Welt. Im Volksmund sind sie als Zwitter oder Hermaphroditen, im Menschenrechtsdiskurs als Intersex-Menschen bekannt. Der medizinische Begriff lautet “Störungen der Geschlechtsentwicklung“ (DSD).

Intersex wird meist ausschliesslich im Zusammenhang mit Geschlechtsidentität und Diskriminierung angesprochen. Im BiblioTalk geht es hingegen um die medizinische Praxis der Genitaloperationen.  

Daniela Truffer und Markus Bauer, Gründungsmitglieder von Zwischengeschlecht.org, werden aus der Sicht der Menschenrechtsgruppe, die sich für die Rechte von Betroffenen einsetzt, Fragen beantworten und zur Diskussion stellen.

Ort: Stadthaus, Bibliothek zur Gleichstellung (4. Stock, Raum Nr. 429), Stadthausquai 17, 8001 Zürich

Veranstalterin: Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich

>>> Flyer (PDF)

Zwischengeschlecht.org on Facebook>>> Anmeldung: Unbedingt erforderlich bis 4. Februar 2016!

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

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Wednesday 30 December 2015

"Das verordnete Schweigen" - Intersex-Themenschwerpunkt in Horizonte Nr. 107, Dezember 2015

>>> Español         >>> Français         >>> English

Foto: Friedlicher Intersex-Protest + Offener Brief zum Tag der Menschenrechte, Bundeshaus Bern 10.12.2015

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Solidarität mit Zwittern statt Vereinnahmung

Gelungener Artikel von Antoinette Schwab (siehe nachfolgend) in "Horizonte. Das Schweizerische Forschungsmagazin" mit einem "Schwerpunkt Intersexualität", herausgegeben von "Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)" und "Akademien der Wissenschaften Schweiz".

Soweit mal allen Beteiligten Danke!

Leider sind aber ALLE anderen "Schwerpunkt"-Artikel gelinde gesagt eine Katastrophe, sowie quasi ein Lehrbuchbeispiel für Intersex-Vereinnahmung durch dritte Interessengruppen. Dies beginnt schon bei der unpassenden, durchgehenden Verwendung des Ausdrucks "Intersexualität", obwohl u.a. die Nationale Ethikkomission (NEK-CNE) wie auch Betroffenenorganisationen zu Recht eindringlich von der Verwendung dieses missverständlichen Begriffs abraten, der fälschlicherweise suggeriert, Intersex habe etwas mit "Sexualität" zu tun. Und findet seine Fortsetzung darin, dass in den übrigen drei "Schwerpunkt"-Artikeln sowie im einleitenden Editorial Betroffene hauptsächlich durch Abwesenheit glänzen, während MedizynerInnen und GeschlächzwissenschafterInnen durchgehend Rederecht eingeräumt wird, sprich es wird einmal mehr über die Betroffenen geredet, aber nicht mit ihnen. Folgerichtig geht es stattdessen hauptsächlich einmal mehr nur um "das Eine", z.B.:

  • "soziale Rollenzuteilung", "Identitätsentwicklung", "öffentliche Toiletten", "Zuordnung", "uneindeutige[s] Geschlecht", "[Herstellung von] Geschlechtseindeutigkeit", "Selbstdefinitionsrechte", "[neutrales Geschlecht im] Pass", "Transgender-Lobbygruppen und Kunstschaffende mit selbstgewählten Geschlechtsidentitäten" (Editorial "Geschlecht ist ein Kontinuum" von Pascale Hofmeier, S. 2)
  • "Rollen[zuweisung]", "eindeutige Vornamen", "gesellschaftliche und die rechtliche Akzeptanz", lackierte Fingernägel, Ballett-Unterricht, Bücherlesen vs. Stehpinkler, Lippenstift vs. Muskeln, "zwischen drei Geschlechtern auswählen" (einleitender Bildteil "XX, XY, XXY, X und die Anderen", S. 10-11, ganzseitige Schwerpunkt-Illustrationen S. 12, 16, 21-22, Backcover S. 52)
  • "vererbter Gendefekt", "Middlesex", "Störungen beziehungsweise Abweichungen der Geschlechtsentwicklung", "normale chromosomale Verteilung", "Wenn Kontrolle durch Gene versagt", "Mutationen", "chirurgische Entfernung von Bauchhoden" (Artikel "Es gibt mehr als Frau und Mann" von Irène Dietschi, mit Interview mit der Genetikerin Anna Lauber-Biason, S. 13-15)
  • "beim Geschlecht auf Eindeutigkeit beharren", "Normaufweichung", "Prinzip der heterosexuellen Zweigeschlechtlichkeit", "geschlechtlich uneindeutige Kinder", "Transgender-Lobbygruppen", "selbstgewählte Geschlechtsidentitäten", "geschlechtliche und sexuelle Existenzweisen", "Diskriminierung" (Artikel "«Die Palette ist sehr vielfältig»" von Susanne Wenger, Interview mit der "Fachfrau für Geschlechter" Andrea Maihofer – erwähnt immerhin als einzige "Expertin": "Die Operationen an intersexuellen Kindern werden heute richtigerweise als Menschenrechtsverletzungen thematisiert.", S. 17)
  • "amtliche Zuordnung zu einem Geschlecht", "rechtliche[r] Zwang zur Eindeutigkeit", "zweigeschlechtliche Ordnung", "Geschlechtsidentität", "Transsexuelle", "Vielfalt von Transgender-Identitäten", "Wechsel im Zivilstandsregister von Mann zu Frau", "Wunschgeschlecht", die obligate Wiederholung der Falschmeldung "In Deutschland ist es bei Kindern ohne eindeutige Geschlechtszugehörigkeit seit 2013 möglich, den Geschlechtseintrag nach der Geburt offen zu lassen" (angeblich eine "Revolution"), "im Pass beim Geschlecht ein X angeben", "Kategorie Geschlecht", "binäre Geschlechterordnung" (Artikel "Frau oder Mann, amtl. bewilligt" von Susanne Wenger, Interview mit der Rechtswissenschaftlerin Andrea Büchler; S. 23)

Meine 2 Cent: Dass der "Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)" und die "Akademien der Wissenschaften Schweiz" mit diesem "Schända"-lastigen Heft von ihrer Mitschuld und -Verantwortung bei den andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen in der Schweiz abzulenken versuchen, sowie von ihrer Weigerung, Projekte zur Aufarbeitung finanziell zu unterstützen, während TaterInnenprojekte gern finanziert werden, ist leider kaum überraschend. Pfui!!

Das ganze unsägliche Horizonte-Heft mit "Schwerpunkt Intersexualität" ist online >>> als PDF erhältlich (10 MB - TRIGGERWARNUNG!!!)

GenitalabschneiderInnen, wir kriegen euch! ZwangsoperateurInnen, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Nachfolgend der einzige gelungene Artikel von Antoinette Schwab (und wenig überraschend der einzige, bei dem auch Betroffene zu Wort kamen) im Wortlaut:

>>> Español         >>> Français         >>> English

Das verordnete Schweigen

Die Medizin hat dazu beigetragen, dass Menschen mit Varianten des biologischen Geschlechts lange kein Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins waren. Dies ändert sich nur langsam. Von Antoinette Schwab

Kinder, die ohne eindeutiges Geschlecht zur Welt kommen, gab es schon immer. Früher nannte man sie Zwitter oder Hermaphroditen, später auch Intersexuelle. Dieser letzte Begriff sei allerdings irreführend, weil er von Sexualität spricht: «Intersexualität handelt von Körpern, unter Umständen auch von Krankheit, und nicht in erster Linie von Sexualität oder sexueller Orientierung», präzisiert der Zürcher Arzt und Medizinethiker Jürg Streuli. Seit ein paar Jahren wird deshalb die Abkürzung DSD verwendet. Sie steht für «disorders» respektive «differences of sexual development», Varianten oder Störungen der Geschlechtsentwicklung.

Wunsch nach Klarheit schadet

Seit den 1950er Jahren war es üblich, betroffene Kinder so bald als möglich einem Geschlecht zuzuweisen und chirurgisch dem gewählten Geschlecht anzupassen. Diese Praxis geht zurück auf den Sexualforscher John Money in den USA. Zwar waren auch früher Menschen mit DSD operiert worden, doch nun geschah das systematisch und mit theoretischer Begründung. In diesem Zusammenhang prägte Money übrigens den Begriff Gender für soziales Geschlecht. Er war überzeugt, dass man aus allen alles machen könne, wenn sich nur die Umgebung entsprechend verhält. Um dies zu erleichtern, müsse das Aussehen der Genitalien mit dem zugewiesenen Geschlecht übereinstimmen. Genitalkorrekturen sollten daher möglichst bald nach der Geburt erfolgen. Nun wurde jedes mit DSD geborene Kind als Notfall behandelt, auch wenn es im medizinischen Sinne keiner war. So wurden unnötige, kosmetische Operationen bei Kindern durchgeführt, die, wenn gewünscht, auch zu einem späteren Zeitpunkt gemacht werden könnten. Manche, die solche Operationen in ihrer Kindheit erlebt haben, nennen sie in Interviews und autobiografischen Berichten anders: Folter, Genitalverstümmelung, Kindsmissbrauch.

Diagnose blieb geheim

Mindestens so schlimm wie die Operationen haben sie das verordnete Schweigen darüber erlebt. In den Krankenakten stand: «Dem Patienten ist die Diagnose nicht mitzuteilen.» Auch das ist eine Idee von Money. Beim Kind sollten keinerlei Zweifel an seinem Geschlecht aufkommen. Eine paradoxe Situation. Auf der einen Seite mussten die Kinder chirurgische Eingriffe an ihrem Genital erleben. So wurde zum Beispiel die Klitoris – oder war es ein Penis? - verkürzt oder ganz amputiert. Eine Neovagina wurde angelegt, die ständig gedehnt werden musste. Früher wurde ein Metallstab dafür verwendet, später Plastik. Und mit Verweis auf eine mögliche Krebsgefahr wurden oft auch Hoden und Eierstöcke entfernt. Andererseits schauten ihnen Ärzte, Studierende und Pfleger bei Kontrollen zwischen die Beine, ohne dass die Kinder wussten, warum.

Die meisten, die sich heute artikulieren, haben nur zufällig von ihrer Diagnose erfahren. Die Geschichten, die in Internetforen zu lesen sind, klingen oft ähnlich: Schmerzen, Medikamente, ohne zu wissen, wofür. Scham und das Gefühl, eine womöglich monströse Krankheit zu haben. Einige mussten gar vor aller Welt von ihrer Diagnose erfahren. Als im Sport begonnen wurde, Geschlechtstests durchzuführen, fand man Athletinnen mit männlichen Chromosomen, die davon nichts gewusst hatten. Solche Tests wurden zum Teil in den gleichen Instituten ausgewertet, die bei Kindern mit DSD zum Verschweigen der Diagnose geraten hatten.

Die Operationen stoppen

Dass Menschen mit DSD jahrzehntelang über ihre Diagnose im Dunkeln gelassen wurden, ist wohl auch der Grund, dass sich erst spät Widerstand gegen die Praxis der operativen Geschlechtszuweisung regte: Anfang der 1990er Jahre begannen sich Betroffene gegen die Standardbehandlung zu wehren. Der Widerstand wurde stärker, als 1997 bekannt wurde, dass Money mit seinem Vorzeigefall, auf den sich Ärzte weltweit noch immer beriefen, längst gescheitert war: der Junge John, der im Alter von zwei Jahren zu Joan operiert wurde, wechselte mit 14 sein Geschlecht wieder und lebte als David. Er beging 2004 Suizid.

«Intersexualität handelt von Körpern und nicht von sexueller Orientierung.»
Jürg Streuli

Auch die Schweizerin Daniela Truffer hat ihr Schicksal erst als 35-Jährige aus ihren Krankenakten erfahren. 1965 mit männlichen Chromosomen und unklarem Genital geboren, wurde sie zum Mädchen operiert. Eine Fehlentscheidung, wie ein Arzt später in der Krankenakte notierte. Zu spät für sie: «Mein körperlicher Urzustand ist unwiederbringlich verloren, meine Würde wurde mir genommen», schreibt sie in ihrem Blog. Im Internet erfuhr sie, dass es andere gibt, die ähnliches erlebt hatten. 2007 gründete Daniela Truffer die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org und kämpft seither für ein Ende dieser Operationen und für die körperliche und seelische Integrität von Kindern mit DSD. Denn sie ist überzeugt, dass auch heute noch ein Grossteil der Kinder operiert wird und dass sowohl Kinder als auch Eltern nicht vollumfänglich aufgeklärt werden.

Einiges hat die Gruppe, die auch andere Aktivisten im Ausland berät, schon erreicht. So hat zum Beispiel das Kinderspital Zürich, das in den 1950er Jahren eine Vorreiterrolle bei der Behandlung von DSD spielte, 2014 die Abklärungen für eine medizinhistorische Studie in Angriff genommen, welche die Behandlung von Menschen mit DSD evaluieren soll. Es ist die weltweit erste Studie dieser Art.

Das Leid anerkennen

Im Auftrag des Bundesrates hat sich auch die Nationale Ethikkommission für Humanmedizin mit dem Thema befasst. In ihrer Stellungnahme von 2012 – sie ist weltweit wohl einmalig – empfiehlt sie unter anderem, dass alle geschlechtsbestimmenden Behandlungsentscheide erst dann getroffen werden sollten, wenn die zu behandelnde Person selber darüber entscheiden kann. Eltern, auch wenn sie in ihrer Verwirrung oder Verzweiflung nach der Geburt oft gern eine schnelle Lösung sähen, sollen also diese weitreichende Entscheidung nicht treffen dürfen. Als erste Empfehlung auf ihrer Liste von 14 Punkten schreibt die Kommission: «Das Leid, das manche Menschen (…) aufgrund der vergangenen Praxis erfahren mussten, ist gesellschaftlich anzuerkennen.»

Heute sind die Kliniken zurückhaltender. Manche der medizinisch nicht notwendigen Operationen werden auf später verschoben. Kinder und Eltern werden besser informiert, und im Kinderspital Zürich zum Beispiel entscheidet ein Team über die Behandlung, in dem neben den verschiedenen medizinischen Bereichen auch Ethik und Psychologie vertreten sind. Es existiert allerdings keine Übersicht darüber, was wo operiert wird, und bis heute sind die Empfehlungen der Ethikkommission nicht in verbindliche Regelungen umgesetzt worden. Bis Ende 2015 will der Bundesrat auf die Stellungnahme antworten.

«Das Leid, das manche Menschen aufgrund der vergangenen Praxis erfahren mussten, ist gesellschaftlich anzuerkennen.»
Nationale Ethikkommission für Humanmedizin

Das Thema beschäftigt auch die Uno. Gleich drei Uno-Gremien äusserten sich innerhalb eines Jahres zur Situation in der Schweiz. Unter dem Titel «Schädliche Praktiken» zeigt sich der Ausschuss zum Schutz der Kinderrechte tief besorgt über die chirurgischen Eingriffe. Der Menschenrechtsausschuss fragt nach Zahlen, und der Ausschuss gegen Folter stellt fest, dass es bisher weder zu Sanktionen noch zu Wiedergutmachungen gekommen ist, und schlägt vor, alle nötigen Massnahmen zu ergreifen, um Integrität und Selbstbestimmung der betroffenen Personen in Zukunft zu garantieren.

Antoinette Schwab ist freie Wissenschaftsjournalistin in Bern

Intersex.ch

Siehe auch:
- "Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern"
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen
 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Wednesday 23 December 2015

"Zwitter? Nicht vor den Augen der Kantonsrät_innen ..." - augenauf bulletin Nr. 87

"26.10.2015, Mahnwache vor dem Rathaus in Zürich: Gemäss Bewilligung muss sie um die Ecke stattfinden – dort, wo keine_r sie sieht."

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Intersex Symbol with IGM=

Im >>> aktuellen Bulletin Nr. 87 (PDF, 1.7 MB) der Menschenrechtsgruppe augenauf findet sich auf den S. 3-4 ein Artikel zum fragwürdigen Vorgehen der Stadtpolizei Zürich, die uns eine friedliche Mahnwache vor dem Kantonsrat zum Intersex Awareness Day 2015 (erfolglos) verbieten wollte. Danke! Das Recht, sich friedlich zu versammeln und auf Missstände aufmerksam zu machen, ist ein Menschenrecht. Eine Schande für Zürich, dass es durch zivilen Ungehorsam erzwungen werden musste.

Nachfolgend der Artikel im Bulletin im Wortlaut:

"Vor dem Zürcher Rathaus wird immer wieder demonstriert. Der Gruppe Zwischengeschlecht.org hat die Stadtpolizei verboten, dort eine Mahnwache zu organisieren. Eine Diskriminierung der Intersexuellen.

Jeweils am 26. Oktober findet der internationale «Intersex Awareness Day» statt. Dieses Jahr forderte die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org erneut, dass die Geschichte der Operationen an Intersexuellen in den 70er- und 80er-Jahren in der Schweiz politisch aufgearbeitet werden solle. Um diese Forderung zu platzieren, bietet sich der Zürcher Kantonsrat an, der die Aufsichtspflicht für die kantonalen Spitäler und insbesondere für das Kinderspital innehat. Deshalb stellte Zwischengeschlecht.org ein Bewilligungsgesuch für eine Mahnwache vor dem Rathaus. Dort tagten die Kantonsrät_innen am 26. Oktober.

«Aus Sicherheitsgründen» nicht bewilligt

Die Antwort auf das Gesuch für eine Mahnwache neben dem Parlamentseingang irritierte alle Beteiligten: Aus Sicherheitsgründen könne die Mahnwache nicht auf dem Trottoir neben dem Eingang stattfinden, sondern solle sich um die Hausecke auf der Gemüsebrücke platzieren. Konkret solle so vermieden werden, dass Passant_innen gefährdet und der Trambetrieb eingeschränkt würden. (Die Bewilligung war für 5 bis 10 Personen eingegeben worden …) Vor dem Zürcher Rathaus fanden schon viele Demonstrationen statt. Etliche davon von den Gewerkschaften Unia oder VPOD. Diese Demos waren um ein Mehrfaches grösser als die geplante Mahnwache von Zwischengeschlecht.org.

Näherte sich ein Tram, wurden die Leute jeweils gebeten, die Fahrbahn freizumachen – entweder durch die Organisator_innen oder durch Personal der Verkehrsbetriebe in Leuchtwesten. Die Erfahrung zeigt, dass Demos vor dem Rathaus ohne Gefahr möglich sind. Dass eine Mahnwache dort stattfinden muss, wo sie das Zielpublikum auch sieht, scheint eigentlich klar. Wenn es sich dabei um die Vertreter_innen des kantonalen Parlaments handelt, ist eine Einschränkung dieser Möglichkeit umso stossender. Ein Verbot der Mahnwache ist deshalb unverhältnismässig, denn die angebliche Gefahr kann auch durch eine einfache Auflage behoben werden. (Liebe Stapo, hier der Textbaustein fürs nächste Mal: «Der / Die Bewilligungsinhaber- / in ist verpflichtet, für einen sicheren und reibungslosen Trambetrieb zu sorgen.»)

Politisch verantwortlich ist Polizeivorstand Wolff

Da verschiedene Organisationen schon bewilligte grössere Demonstrationen vor dem Rathaus durchführen konnten, ist das aktuelle Verhalten der Stadtpolizei aber nicht nur unverhältnismässig. Es diskriminiert die Intersexuellen, die für ihre Mahnwache auf einen Platz hinter dem Rathaus verwiesen wurden. Der Polizeivorstand Richard Wolff der Alternativen Liste (AL) hat diesen Entscheid seiner Chefbeamten bestätigt und trägt dafür die politische Verantwortung.
augenauf Zürich"

Auf dem nachfolgenden Foto ist noch besser ersichtlich, wo die friedliche Mahnwache laut Polizei (PDF) hätte stattfinden müssen: Rechts um die Ecke, gut versteckt hinter den wartenden Taxis ("Jede Änderung des Ortes der Mahnwache ist untersagt!"). Nicht mit uns!

Intersex Awareness Day 26.10.2015: Friedlicher Intersex Protest in Zürich

Siehe auch:
- "Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern"
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen
 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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Saturday 19 December 2015

Bayrisches Staatsarchiv: Hitler war intersex - Die Welt: "Der wahre Grund für sein gestörtes Sexleben"

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Laut vom Bayrischen Staatsarchiv erstmals publizierten Krankenakten von 1923 war Adolf Hitler nach dem Münchener Putsch im Gefängnis Landsberg am Lech "rechtsseitiger Kryptorchismus" (nicht abgestiegener Hoden, eine Intersex-Diagnose) festgestellt worden.

Ein reißerischer >>> Artikel dazu in "Die Welt" sieht darin den "wahre[n] Grund für Hitlers gestörtes Sexleben". Und behauptet obendrein: "Regelmäßig führt eine solche angeborene Fehlbildung zur Unfruchtbarkeit. Häufig sterben Patienten mit Kryptorchismus zudem an Hodenkrebs."

Die beiden letzteren Behauptungen werden auch von IGM-MedizynerInnen u.a. als Rechtfertigung für menschenrechtswidrige ZwangsOPs oft vorgebracht, sind aber beide nachweislich falsch:

  • Die von der Welt für das "häufige Krebsrisiko" selbst angegebene Quelle spricht von "1-2%" Krebsrisiko für Leistenhoden, und von "5-10%" Krebsrisiko für Bauchhoden – also beides sogar noch klar unter dem Brustkrebsrisiko bei "normalen Frauen" (knapp 13%). Trotzdem würde "Die Welt" aber (hoffentlich!) kaum solche falschen Aussagen zu Brustkrebs tätigen – wie auch Frauen trotz des höheren Krebsrisikos bekanntlich nicht systematisch nach der Geburt die Brustanlagen chirurgisch entfernt werden, sondern auf regelmäßige Kontrolluntersuchungen gesetzt wird. 

Dass Hitler nur einen Hoden hatte, war schon seinen Lebzeiten mehrfach berichtet worden, als Ursache wurde etwa eine Verletzung während des 1. Weltkrieges behauptet, oder der Biss einer Ziege – beide Theorien werden auch in "Die Welt" genüßlich breitgeschlagen.

Zum Thema "Hitlers gestörtes Sexleben" führt der Artikel weiter aus:

"Nicht signifikant ist ein Zusammenhang zwischen der Anomalie und Impotenz: Beides kann parallel auftreten, doch gibt es ebenso Gegenbeispiele.

Im Ergebnis spricht doch aber viel dafür, dass hier mindestens ein, wenn nicht der entscheidende Grund für Hitlers ohne Zweifel gestörtes Geschlechtsleben liegt. So ist nicht gesichert, dass er überhaupt sexuelle Beziehungen hatte. Die Scham über die leicht erkennbare Missbildung könnte diese Folge gehabt haben."

Einmal mehr vornehm außen vor gelassen werden dagegen in "Die Welt" die Berichte, wonach der Führer koprophil war.

Die 1923 vom Anstaltsarzt in Landsberg verfasste Krankenakte Hitlers galt als verschollen, bis sie 2010 bei einer Versteigerung wieder auftauchten, worauf sie "umgehend vom Freistaat Bayern beschlagnahmt und ins zuständige Staatsarchiv München gebracht" wurden. Der ehemalige Chef des Archives in München (heute in Nürnberg) hat sie "zusammen mit anderen aus dem beschlagnahmten Konvolut und ergänzenden Papieren in einer beispielhaften Edition" veröffentlicht, die "jetzt im Staatsarchiv München vorgestellt" wurde.

Meine 2 Cent: Einmal mehr oberbeschämend (wenn auch kaum überraschend), wie "renommierte WissenschaftsjournalistInnen" über Intersex-Themen berichten –  Sven Felix Kellerhoff, der Verfasser des "Welt"-Artikels, ist immerhin "Leitender Redakteur Zeit- und Kulturgeschichte". Auch wenn seine Auslassungen über "angeborenen Missbildungen der Führer-Genitalien" und deren angebliche Folgen in erster Linie über den Schreiber selbst beredtes Zeugnis ablegen.

Siehe auch:
- Zwitter als Kampfflieger! Wenn das der Führer wüsste ...
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- NS-Diagnose "Intersexuelle Konstitution" 

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen
 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 23 October 2015

"Falsch behandelt? Zwitter verklagt die Uniklinik Erlangen" – nordbayern.de, 22.10.2015

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>>> Kurzbericht auf nordbayern.de von Julia Vogl über zum gestrigen 2. Verhandlung im Nürnberger Zwitterprozess von Michaela "Micha" Raab gegen Intersex-Genitalverstümmler Prof. S. und die Uniklinik Erlangen im Justizpalast Nürnberg, mit Foto der Intersex-Solidemo vor dem Gericht. Danke an die Journalistin und an alle, die kamen!

Siehe auch:
>>> Nürnberger Zwitterprozess: 2. Verhandlungstag!

Wednesday 21 October 2015

"20 Minuten" berichtet über Mahnwache zum Intersex Awareness Day

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>>> Gelungener Vorab-Artikel auf 20 Minuten.ch    >>> Printversion S. 9 | PDF
>>>
Zürich 26.10.2015: Intersex-Mahnwache    >>> PM 20.10.2015: Polizei will Mahnwache verbieten

Nach über 100 friedlichen Protesten sind wir uns längst gewohnt, immer mal wieder von TäterInnen und HelfershelferInnen hingehalten, schikaniert und möglichst behindert zu werden – doch wir werden uns auch diesmal nicht einschüchtern lassen … WIR SEHN UNS, WO DIE ACTION IST

>>> Zürich 26.10.: Gewaltfreie Intersex-Mahnwache "notfalls auch ohne Bewilligung"
>>> Zürich, Mo 26.10.2015: Friedliche Mahnwache zum Intersex Awareness Day 

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken

•  Intersex Awareness Day 2009
•  Intersex Awareness Day 2011
•  Intersex Awareness Day 2012
•  Intersex Awareness Day 2013
•  Intersex Awareness Day 2014

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Thursday 15 October 2015

«Viele Eltern von intersexuellen Kindern schämen sich» + coole LeserInnenbriefe, Tages-Anzeiger / Bund / BaZ 10. + 14.10.2015

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Durchzogenes Interview in mehreren deutschsprachigen CH-Tageszeitungen sowie online (>>> Tages-Anzeiger | Bund | Basler Zeitung) mit Otfried Höffe, ehemaliger Ethikprofessor u.a. in Tübingen, und seit 2009 Präsident der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK-CNE), deren Intersex-Stellungnahme von Betroffenenorganisationen weltweit gelobt wurde.

Aufhänger des Interviews war das kürzliche UN Intersex Expert Meeting, an dem Höffe ebenfalls teilnahm.

Meine 2 Cent: Nebst guten Ansätzen blieb Otfried Höffe leider im Interview wiederholt deutlich hinter der NEK-Stellungnahme zurück.

Gleich in der 1. Antwort wirft z.B. die Behauptung "Der Deutsche Ethik­rat [hat] die [NEK-]Empfehlungen zustimmend aufgenommen" doch einige Fragen auf – der Dt. Ethikrat hatte im Gegensatz zur NEK-Stellungnahme die allermeisten IGM-Praktiken als zulässig erklärt mit seinem perfiden Konstrukt einer Pseudo-Unterscheidung zwischen "geschlechtszuordnenden" vs. "geschlechtsvereindeutigenden" Verstümmelungen (weshalb sich auch CH-Kliniken bis heute oft und gern auf die Ethikrat-Stellungnahme berufen und die NEK-Stellungnahme geflissentlich ignorieren), und (im Gegensatz zu NEK-CNE) stattdessen stigmatisierende Personenstandspolitik favorisiert.

In ganau dieselbe Kerbe schlägt Höffe auch in Antwort 3 mit der stereoptypen Überbetonung der "Toilettenfrage" ("In welche Garderobe soll es im Sportunterricht gehen, welche Toilette soll es benutzen?"). Auch von dem (von Höffe favorisierten) Begiff "Intersexualität" hatte sich die NEK-Stellungnahme zu Recht distanziert.

Vielsagend auch Höffes ausweichende 6. Antwort, ob man auf medizinisch unnötige Operationen an Kindern verzichten könne: "So scheint es zu sein."

Komplett an Höffe vorbeigegangen zu sein scheinen dagegen die bahnbrechenden Rügen des UN-Kinderrechtsausschusses und des Ausschusses gegen Folter an die Schweiz, die beide Verstümmelungen deutlich kritisierten.

Zum Glück druckte der Tages-Anzeiger in der Folge 2 gelungene LeserInnenbriefe ab (Danke!!), die ich euch nicht vorenthalten will:

Vergrössern: Reinklicken!

Siehe auch:
- "Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-CRC verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 19 September 2015

Neue Intersex-"Sensation": Genitalverstümmler tötet Reh-Zwick für "Forschung" - ahnungslose Medien zelebrieren "Entdeckung"

xxx[ Reloaded]

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Nach den Falschmeldungen über den angeblichen "3. Geschlechtseintrag in Deutschland" werden schon wieder Zwitter in den Medien vereinnahmt:

"Intersexuelles Reh entdeckt""Sensation!" – Intersexe überall – jetzt auch "in freier Wildbahn" – gar als Rehe im Deutschen Wald! Unglaublich! Nit möööglich!! Noch niiie dagewesen!!!

Was weniger weltfremden Mitmenschen längst bekannt ist – darüber geraten Intersex-VerstümmlerInnen und Schända-fixierte JournalistInnen geradezu in Ekstase (vgl. Netz, Presse, Funk und Fernsehen).

Doch vor lauter Aufregung, Profilneurose und Geschlächzbegeisterung über diesen sensationellen "Fall von 'Geschlechterumkehr' (sex reversal)" (derstandard.at) blieben in der aktuellen Berichterstattung prompt grundlegende Fakten einmal mehr auf der Strecke:

Zwicke: Früher Alltag, heute nicht nur als Nutztiere bald ausgerottet.
(Landbote, 29.07.2009 - Zum Vergrössern Reinklicken!)

Nirgends wurde in all den "Intersex-Reh"-Meldungen z.B. erwähnt, dass der allenthalben als heroischer "Entdecker" gefeierte Intersex-Forscher sowie Kurositäten- und Freizeitjäger Prof. Dr. Jörg T. Epplen, der sich auch in seinem Humangenetiker-Alltag "mit Intersexualität befasst, allerdings nur beim Menschen" (wdr.de), dies dort wohl anhand von meist mehrfach genitalverstümmelten "Versuchskaninchen" tut, und dass sein Arbeitsplatz Ruhr-Universität Bochum eine notorische VerstümmerInnen-Institution darstellt, eingebunden u.a. ins "multidisziplinäre Forschungsnetzwerk DSD/Intersexualität" usw.

Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

 Im Endokrinologikum Ruhr in Bochum fand 2007 auch die Jahresversammlung des "Netzwerk D$D/Intersexualität" statt, die exemplarisch zeigt, wie wie VerstümmlerInnen reagieren, wenn Betroffene sie in Form einer "ruhige[n], nicht anklagende[n] Präsentation bundesrepublikanischen Rechtes" auf Menschenrechte und Gesetz ansprechen wollen:

"Dieser Vortrag führte zu tumultähnlichen Szenen des sowieso halbleeren Saals. Ein bekannter Mediziner und ordentliches Mitglied des Vereins, der nach eigenem Bekunden mehr als 25 Jahre intergeschlechtliche Genitale operiert hat, geriet außer Fassung und verließ pöbelnder weise mit Gefolge den Saal, ein sonst ruhiger Psychologe und ordentliches Mitglied des Netzwerk-IS, der für Projekte des Netzwerk-IS arbeitet fährt mit Getöse Betroffenen ins Wort und will ihnen das Wort abschneiden. Es kommt zu Wortgefechten, die nicht unterbunden werden. So der Kommentar: Ob den Betroffenen nicht klar ist, dass solche Vorträge diejenigen, die helfen wollen, demotivieren. [...]"

Vielsagend in diesem Zusammenhang auch Prof. Dr. Jörg T. Epplens Vorlesung 4 im Sommersemester 2013 mit dem Titel "Geschlechts-Determination /-Entwicklung und Infertilität" (PDF 2.3 MB) [ TRIGGERWARNUNG!!! ], vgl. etwa die Folien 11, 31 u. 32:

Ebenso blieb in der aktuellen Medienberichterstattung unbemerkt, dass Verstümmler-Prof. Dr. Jörg T. Epplen mit dem "Intersex-Reh" nicht zum ersten Mal durch Abschüsse von "Kuriositäten" zu Forschungszwecken und entsprechende, tief blicken lassende Publikationen auffällt, vgl. z.B. den Bericht über einen "Halbkastraten-Basthirsch" (Pirsch Nr. 22/2011, S. 27; siehe auch zuunterst Homepage Humangenetik Ruhr-Universität [inzwischen gelöscht, archiviert hier]):

Weiter wurde (nicht nur) in der Medienberichterstattung gänzlich unterschlagen, dass Intersexe logischerweise bei allen Säugetieren (aber auch bei Fischen, Vögeln usw.) genau gleich natürlich vorkommen wie beim Menschen – was bei aufgeklärteren Zeitgenoss_innen seit jeher bekannt war und ist.

So gibt's im Voralpenraum (Süddeutschland, Deutschschweiz und Österreich-Vorarlberg) den althergebrachten, spezifischen Ausdruck "Zwick (Zwitter)", vgl. z.B. Ernst Tappolet, "Die alemannischen Lehnwörter in den Mundarten der französischen Schweiz" (Basel, 1913), z.B. S. 7, 9 u. 29: 

Und worüber Intersex-VerstümmlerInnen ebenso wie PersonenstandsfetischistInnen wohl komplett aus dem Häuschen geraten wären (und sich bestimmt wochenlang nicht mehr einkriegt hätten):

Wie die Dissertation von Hans Friedich Büchi "Untersuchungen über das verschobene Geschlechtsverhältnis, die Intersexualität und die Fruchtbarkeit bei der Milchziege" (1957) (PDF) auf S. 13 enthüllt, wurden in den 1950er-Jahren in schweizerischen Ziegenzuchtgenossenschaften im "Formular 6a: Sprung-, Geburts- u. Markierungskarte für Ziegen" nebst "männlichen" und "weiblichen Gitzi" offiziell auch "Zwitter" erfasst:

(ganzes Formular: reinklicken!)

"Kühe sind auch nur Menschen": Wie die realexistierende "Zwick-Kuh" Astor (siehe oben) aus der CH-Fensehserie "Alpenfestung - Leben im Réduit"  am eigenen Leib erfahren musste, schützt offizielle Anerkennung als "Zwitter" nicht unbedingt vor Stigmatisierung.

Eigens für die Dreharbeiten über das bäuerliche Leben im 2. Weltkriege vom Heimathof herangeschafft und mit einer kleinen Herde "richtiger Kühe" zusammengepfercht, wurde "Zwick" Astor von diesen "nicht akzeptiert", sondern tätlich misshandelt (und für die restlichen Folgen umgehend durch einen kastrierten Ochsen ersetzt) ...

Von fremden Kühen misshandelter Zwick mit "Schrammen"
– zu Hause hatte Astor es besser!

Welche menschenverachtenden Schlüsse GenitalabschneiderInnen sowie Bauchnabel-fixierte Geschlächz-JournalistInnen aus dieser Episode ziehen würden – 3x dürft ihr raten ...

Doch immerhin, in den LeserInnen-Kommentaren zum "sensationellen Intersex-Reh" gab's vereinzelt Lichtblicke:

Fazit: Wenn Dummheit so richtig weh tät, würden in den hiesigen Kinderklinken wohl schlagartig keine Intersex-Kinder mehr verstümmelt – und in den Medien weniger unreflektierte Geschlächz-&-Schända-Fantasien über Intersexe abgelassen.

Leider sind wir davon noch ziemlich weit entfernt ...

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 12 September 2015

CH > Amnesty-Magazin berichtet über Intersex und IGM-Praktiken

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Als Daniela Truffer zur Welt kam, wussten die Ärzte nicht, ob sie ein Mädchen oder einen Knaben vor sich hatten. Sie wurde zum Mädchen gemacht und leidet noch immer unter den Folgen. Heute führt die Aktivistin eine provokante Kampagne, weil sie anderen Menschen dasselbe Leid ersparen will.

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Das "Amnesty Magazin für Menschenrechte" Nr. 83 ist eine LGBTI-Schwerpunktnummer unter dem Titel "Gleiche Rechte für alle". Zwar hat's Intersex dabei (noch) nicht in den Untertitel geschafft, dieser listet lediglich "Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität". Doch nach dem diesjährigen Beschluss von Amnesty Schweiz, die Menschenrechtsarbeit zu Intersex zu intensivieren und dabei Betroffene von intersex-spezifischen Menschenrechtsverletzungen miteinzubeziehen (dieser Blog berichtete), hat's immerhin einen >>> ausführlichen Beitrag zum Thema von Carole Scheidegger drin (auch >>> auf französisch). Danke! 

Siehe auch:
- Cooler Intersex-Info-Flyer von Amnesty Deutschland

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Friday 21 August 2015

"Es ist eine Menschenrechtsverletzung!" - Daniela Truffer, Narrative Inquiry in Bioethics 20.08.2015

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>>> Bewegender Beitrag von Daniela "Nella" Truffer (PDF, englisch) in der aktuellen Ausgabe von Narrative Inquiry in Bioethics, zusammen mit weiteren 19 Intersex-Zeugnissen, u.a. von Pidgeon Pagonis, Hida Viloria, Lynnell Stephani Long und Kimberly Zieselmann, and 4 Kommentaren, u.a. von Lih-Mei Liao und Katrina Karkazis, herausgegeben von Georgiann Davis und Ellen Feder (NIB vol. 5 no. 2 (2015), S. 87-150 + online). Danke!

Thursday 20 August 2015

Intersex: "Unnötige medizinische und chirurgische Eingriffe ohne Einwilligung unterbinden" - humanrights.ch zu CAT-Empfehlungen

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Die Info-Plattform humanrights.ch hebt in ihrem aktuellen
>>> Report zur CAT-Staatenüberprüfung der Schweiz
(dieser Blog berichtete) die Empfehlungen zu Intersex hervor. Danke!

Nachfolgend der relevante Abschnitt:

Ein neues Thema hat der Ausschuss aufgegriffen: Er empfiehlt der Schweiz, den Schutz der Integrität und der Selbstbestimmung von Menschen mit Geschlechtsvarianten (sog. Intersex-Menschen) zu gewährleisten und unnötige medizinische und chirurgische Eingriffen ohne Einwilligung der Betroffenen zu unterbinden. Die Schweiz habe Beratung und Begleitung der Betroffenen und deren Eltern sicherzustellen und Fälle von widerrechtlich erfolgten Eingriffen zu untersuchen und den Opfern Wiedergutmachung und adäquate Entschädigung zu leisten.

>>> Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org zu den CAT-Empfehlungen (14.8.)
>>> 2015: UN-Ausschuss gegen Folter diskutiert Intersex-Genitalverstümmelungen

>>>
"Nur die Angst v. d. Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern"

2015 NGO Report an das UN-Komitee gegen Folter (CAT)
Belegt 17 gebräuchliche IGM-Formen und NS-Verbrechen in CH, D, A
Intersex Genital Mutilations
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Sex Anatomy
>>> Download PDF (3.46 MB)

>>> CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Monday 10 August 2015

WDH 27.08.2015 18:50h > ARD-Mediziner-Soap thematisiert Intersex-Schweigegebot nach dem Nürnberger Zwitterprozess

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Kann ein Zwitter Sünde sein?

Die Erstausstrahlung war am gleichen Tag wie der Nürnberger Zwitterprozess: Die 5. Folge der ARD-Serie "In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte" mit dem Episodentitel "Ehrlichkeit" dreht sich um das Betroffenen von der Medizyn aufgezwungene, verhängnisvolle "Zwitter-Schweigegebot".

[ Nach dem Break ]   In der >>> ARD-Sendungsankündigung liest sich das folgendermaßen:

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Sunday 9 August 2015

VIDEO: "Körperliche Unversehrtheit & Selbstbestimmung" - IGM Typ 1: "Hypospadie-Korrektur", Teil 3/4 - Tiger Devore

Tiger Devore

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>>> VIDEO:  "Die Position, die mit Beständigkeit wiederkehrt, ist körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung, und dass ein Kind keine informierte Einwilligung geben kann." Im 3. Teil erzählt Dr. Tiger von Debatten während dem '5th I-DSD Symposium' in Belgiem, einem außergewöhnlichen Kongress insofern, dass dort auch verschiedene Meinungen willkommen waren, einschließlich diejenigen von Betroffenen.

Der IGM-Überlebende und Sex-Therapeut Dr. Tiger Devore im Gespräch über Intersex Genital-Verstümmelung Typ 1: 'Vermännlichende Genitalkorrekturen': 'Hypospadie-Korrektur', eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung die gestoppt werden muss.

Aufgenommen anläßlich der gewaltfreien Intersex-Proteste vs. '6th I$HID Hypospadias Workshop' mit 'LiveOPs', '5th I-D$D Symposium' und '1st D$Dnet Training School'.

Tiger Devore (Homepage, englisch) war 1984 wohl der erste IGM-Überlebende, der an die Öffentlichkeit ging, und ein Ausschnitt aus seinem erschütternden Zeugnis "Aufwachsen im chirurgischen Mahlstrom" (1997) fand diesen Frühling via den "STOP IGM Primer" (PDF, englisch) Eingang in das vom Menschenrechtskommissar des Europarates herausgegebene Issue Paper "Human Rights and Intersex People".

Es freut uns riesig, euch diese Interviews zu präsentieren, worin Tiger Klartext redet über ein oft unterschlagenes, wichtiges Thema. Nach Abschluss der 4-teiligen Serie sind deutsche Untertitel geplant. Fortsetzung folgt ...

>>> "Live-OPs": Warum wir gegen den "6th I$HID Hypospadie Workshop" protestieren

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

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