Zwischengeschlecht.info

To content | To menu | To search

Thursday 1 November 2018

CH > "Akten von Intersex-Patienten vernichtet" - NZZ, 31.10.2018

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

"Politiker von links bis rechts fordern Aufklärung zu Vorgängen im Zürcher Kispi"
>>>
NZZ CH-Ausgabe 31.10.2018, S. 17 + Internationale Ausg. 01.11.2018, S. 29 (PDF) 
>>> Online nzz.ch

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

Nun ist die Katze aus dem Sack! Der gelungene, ganzseitige Artikel von Fabian Baumgartner und Jan Hudec in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) (>>> PDF + online) macht endlich breit öffentlich, was das Kinderspital und die Universität Zürich sowie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) wohl liebend gern noch möglichst lange unter dem Deckel behalten hätten.

Nämlich, dass das vom SNF mit sfr 500'000.-- finanzierte "historische Intersex-Aufarbeitungsprojekt" als Deckmantel benutzt wurde, um einen Grossteil aller Kispi-Krankenakten zu uneingewilligten, unnötigen und menschenrechtswidrigen chirurgischen "Genitalkorrekturen" an Intersex-Kindern klammheimlich zu vernichten – trotz vorgängiger Proteste von Betroffenen, und obwohl die Verantwortlichen nach internationalem Recht verpflichtet wären, Betroffene von solchen Zwangseingriffen auf humane Weise zu benachrichtigen. Der Artikel illustriert dies am Beispiel der erschütternden Geschichte des Betroffenen Erich Marti, dessen Krankenakte spurlos "verschwand", obwohl Marti nachweislich 1945 und 1946 im Kispi operiert worden war.

Auch Brigitte Röösli, die Erstunterzeichnerin der überparteilichen Anfrage zum Thema im Zürcher Kantonsrat (KR-Nr. 328/2018, PDF), auf welche sich die NZZ ebenfalls bezieht, redet Klartext: "«Es handelt sich um heikle Akten, die man zwingend hätte aufbewahren müssen, zumindest in digitalisierter Form», sagt Brigitte Röösli. Eine Vernichtung bezeichnet sie als absurd. Denn nur aufgrund der Krankenakten könnten die Betroffenen ihre Lebensgeschichte nachvollziehen." Das obligate Dementi des Kinderspitals, es seien angeblich keine "relevanten Akten" vernichtet worden, ist dagegen eine krasse Verhöhnung der Opfer.

Der einzige Wermutstropfen im Artikel sind 2 unreflektiert wiedergegebene populäre Intersex-Mythen, die jedoch längst mehrfach widerlegt sind:

  • Zunächst die Implikation, im Kispi (und anderswo) würden heute angeblich keine rechtswidrigen "Genitalkorrekturen" mehr vorgenommen an Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung – dies ist leider nicht korrekt! Vielmehr wird im Kispi immer noch das ganze Spektrum von Intersex Genitalverstümmelungen praktiziert, bezahlt von der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV), inkl. Klitoris-Teilamputationen an Kleinkindern, welche das Kispi "auf Wunsch der Eltern" und "mit einem guten Gefühl" durchführt, weil ja angeblich die Betroffenen später in der Lage seien "aus der Krankenakte" alles dazu zu erfahren und nachvollziehen (ausgerechnet!!!), ebenso sog. "Hypospadie-Korrekturen", diese laut Aussagen von Kispi-Pflegepersonen gar mehrfach wöchentlich! (Siehe auch CCPR NGO Report, PDF englisch, S. 7-11.)
  • Weiter die These, es sei der (zugegeben zeitlebens gewissenlos agierende) Sexologe John Money gewesen, der die heute noch üblichen, systematischen "Genitalkorrekturen" eingeführt und geprägt habe. Tatsächlich waren es der Baltimorer Kinderendokrinologe Lawson Wilkins (zusammen mit dem Kinderchirurgen Hugh Hampton Young), welche die systematischen Verstümmelungen spätestens 1950 in Baltimore am Johns Hopkins Hospital etabliert hatten – im selben Jahr war Wilkins auch am Kispi Zürich zu Gast. Der Kispi-Endokrinologe Andrea Prader hospitierte im Anschluss in Baltimore und prägte zurück in Zürich zusammen dem Kispi-Kinderchirurgen Max Grob und unter Bezugnahme auf die am Kispi entwickelten "Praderstufen" den (mit kleinen Änderungen) bis heute gültigen Behandlungsstandard (vgl. CRC NGO Report, PDF englisch, S. 54–56). Der Sexologe John Money kam erst später dazu, als er nach Baltimore berufen wurde, um für die bis dahin längst etablierten systematischen Verstümmelungen nachträglich eine theoretische Rechtfertigung zu liefern (ab 1955), welche später von Judith Butler unter Verwendung von Moneys geprägten Begriffs "Gender", jedoch grösstenteils ohne Quellenangabe übernommen und popularisiert wurde (inkl. Verteidigung von Moneys medizinischen Verbrechen).

>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen
>>>
Intersex-"Genitalkorrekturen": Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
>>>
Intersex-Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Wer sind die Täter? 

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 36 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 20 October 2018

Intersex-Sendung auf Radio Kanal K zum online nachhören

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

"Intersexualität – Das dritte Geschlecht: Was wenn nicht männlich oder weiblich?" ist eine gelungene einstündige Sendung von Fabian Egger (auf Schweizerdeutsch), in welcher auch 2 Betroffene zu Wort kommen, und die hier >>> online nachgehört und heruntergeladen werden kann. Danke! 

(Leider weniger gelungen ist die Bildauswahl zur Sendungsankündigung: Dort wird einmal mehr das Transgendersymbol für Intersex verwendet – schade ...)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 36 UNO-Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 21 July 2018

Hamburg > Erneute Anhörung zu Intersex-Genitalverstümmelungen - folgt nun endlich eine Standesinitiative?

UPDATE: Download Wortprotokoll der Anhörung (PDF, 1.1 MB)

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Friedlicher Intersex-Protest zur "DGE 2011" mit Offenem Brief, Hamburg 01.04.2011

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on Facebook

In Hamburg ist ja in der Politik schon viel (und zwar meist Gutes) über Intersex und IGM debattiert und publiziert worden:

So war HH bekanntlich das erste Bundesland, in dem es bereits seit 2009 (!) auf Länderebene politische Vorstösse zum Thema kosmetische Genitaloperationen in Kinderkliniken gab (z.B. diese 3, diesen oder diesen), sowie ebenfalls bereits 2009 eine bahnbrechende erste Bürgerschafts-Anhörung (an welcher “D$Dnet”-Chefverstümmler Prof. Olaf Hiort freimütig zu Protokoll gab: “Es gibt keine Qualitätskontrolle, und alleine in Hamburg würde ich drei oder vier Krankenhäuser benennen können, die solche Operationen durchführen oder durchgeführt haben”, siehe Wortprotokoll PDF --> S. 40).

2011 und 2012 fanden in Hamburg erstmals auch gewaltfreie Intersex-Proteste + Offene Briefe vor Mediziner-Kongressen und IGM-Kliniken statt.

2013 folgte eine bemerkenswerte weitere Kleine Anfrage, deren Antwort erstmals Zahlen zu IGM-Praktiken in Hamburg offenlegte (in auffälligem Kontrast zu Bayern, wo solche Zahlen angeblich “Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Krankenhäuser” darstellen).

2017 gab es eine weitere Große Anfrage, gefolgt 2018 von einer weiteren Intersex-Fachtagung, worüber jüngst die TAZ wie folgt berichtete (und leider beim Begleitbild prompt mal wieder das Intersex- mit dem Transgendersymbol "velwechserte" – hey TAZ, ist das wirklich so schwer für euch?!):

“Sie habe in ihrer Zeit als Ärztin oft Patienten vor sich gehabt, die Operationen an variablen Geschlechtsmerkmalen im Kindesalter hinter sich hatten, und denen dies später körperliche Beschwerden und Leid wie Schmerzen, Unfruchtbarkeit und Verlust der Lebensfreude verursachte, berichtete die Urologin Michaela Katzer, die heute am Institut für Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg tätig ist.

Und sie habe Patienten gesprochen, die als Kind nicht operiert wurden, und die „nicht unzufrieden waren“. Sie kenne keine Patienten, für die das Nichtoperieren einen dauernden, unwiederbringlichen Schaden bewirkte. „Die, die operiert waren, hatten eine höhere Unzufriedenheit im Alltag“, so die Medizinerin. Darum sei es sinnvoll, Operationen in ein Alter zu verschieben, in dem die jungen Menschen selber entscheiden können.

Als Beispiel einer umstrittenen Operation nannte Katzer die Korrektur einer „Hypospadie“. So nennt man eine verkürzte Harnröhre, die bei Jungen nicht an der Spitze, sondern an der Unterseite des Penis ihre Öffnung hat. Diese OP werde bei Kindern durchgeführt, weil Ärzte früher dachten, es sei unabdingbar für das männliche Selbstbewusstsein, früh und oft im Stehen Harn lassen zu können. Doch diese OP führe zu großen Komplikationsraten, weil sie beim Kind Narben hinterlässt, die nicht mitwachsen können. Werde deshalb zum Beispiel der Harnstrahl eingeengt, entstehe Druck auf der Blase, was zu Nierenschädigung und Entzündungen führen könne.”

Dieser Blog sagt DANKE für diese deutlichen Worte!

Ein Wortprotokoll dieser bereits 3. Hamburger Intersex-Anhörung soll demnächst auf der Bürgerschafts-Homepage aufgeschaltet werden. >>> Download (PDF, 1.1 MB

Noch gespannter sind wir allerdings, ob und wann die ebenfalls in der TAZ angesprochene Hamburger Standesinitiative gegen Intersex-Genitalverstümmelungen zustande kommt:

“Der Hamburger Wissenschaftsausschuss wird nach den Ferien erneut zum Thema tagen und den Senat anhören. Die Linke fordert, dass das Rot-Grün regierte Hamburg eine Bundesratsinitiative startet, um politisch Druck zu machen. „Wir brauchen ein gesetzliches Verbot von Genitaloperationen an Kindern mit Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale, wenn keine medizinisch zwingenden Gründe vorliegen“, sagt deren Gesundheitspolitiker Deniz Celik. Alles andere sei „ein Verstoß gegen die körperliche Unversehrtheit und damit gegen Menschenrechte“.”

Fortsetzung folgt?!

UPDATE: Download Wortprotokoll der Anhörung (PDF, 1.1 MB)

>>> Hamburg, Ort von Intersex-Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken
>>>
IGM: "Unrecht der Medizinversuche anerkennen" (Oliver Tolmein, 2009)
>>>
Offener Brief an Universitätsklinikum (UKE) + Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK)
>>>
Hamburg: "Orgasmusfähigkeit leidet durch Klitorisamputation nicht"
>>>
Hamburger Senat: "Intersex-Genitalverstümmelungen nicht rechtswidrig"
>>>
Hamburg: "Früher war es vielleicht schlimm, aber heute wird nicht mehr operiert"
>>>
Hamburg: "Hypospadie = Krankheit, Korrektur-OPs = medizinisch indiziert"
>>>
Hamburg: Kosmetische Klitorisamputationen bis mindestens 1976
>>>
Hamburg: Proteste gegen Genitalverstümmler-Kongress "DGE 2011", 30.3.-2.4.11
>>> Hamburg: Proteste gegen Genitalabschneider-Kongress "DGKJ 2012", 13.-16.9.12

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 9 June 2018

VIDEO: "Männlich, weiblich - oder was? Leben mit dem dritten Geschlecht" - WDR Menschen hautnah, online

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Aus dem Film: Christian konfrontiert verantwortliche MedizynerInnen im Uniklinikum Tübingen, wo er als Kind genitalverstümmelt wurde ...

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on Facebook

>>> Gelungene 45-minütige WDR-TV-Doku von Franziska Ehrenfeld, Insa Rauscher, Hannah Reineke – dafür von diesem Blog ein ganz herzliches DANKESCHÖN an alle Beteiligten, und ganz besonders an Christian, Sandrao und Talisha für ihre mutigen Aussagen!!!

Unser Tipp: Am besten das Video gleich runterladen so lange es noch online ist, z.B. mit Video DownloadHelper (dann geht's auch mit größerer Aufläsung als mit dem WDR-Downloadlink)!

Mit den mutigen Aussagen von IGM-Überlebenden zu den ihnen angetanen medizinischen Verbrechen hebt sich dieser Beitrag wohltuend von vielen anderen ab, bei denen in Sachen IGM jeweils nur um den heißen Brei herumgeredet, und statt Klartext zu bringen über diese massiven Menschenrchtsverletzungen leider allzuoft nur politische Vereinnahmung genitalverstümmelter Zwitter für LGBT- und Genderpolitik betrieben wird! Dadurch ist dieses Video ein würdiger Nachfolger früherer herausragender TV-Dokbeiträge, namentlich "Tabu Intersexualität" von Britta Dombrove für ARTE, "Weder Mann noch Frau! Leben als Zwitter" von Norbert und Heike Güldenpfennig für SternTV und "Weder Mann noch Frau" von Annette Frei Berthoud für NZZ Format.

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 32 UNO-Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
-
Dokumentation: Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) in Baden-Württemberg
- "Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen IGM? Denkste!
-
Stellungnahme zum BVG-Urteil für einen "3. Geschlechtseintrag"
- Typisches Beispiel für die Folgen der Intersex-Vereinnahmung von "Dritte Option"

- Schweiz. Nationalfonds (SNF): Intersex-"Aufarbeitung" durch Aktenvernichtung?!
- Schweizer PolitikerInnen: "Intersex ist jemand, der sich selbst befriedigt"

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 17 March 2018

CH > Hauptsache von IGM ablenken (2): Nationalrat will Unisex-Klos

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Solidarität mit Zwittern statt Vereinnahmung

Zwischengeschlecht.org on Facebook

Einmal mehr wird im CH-Nationalrat Intersex für die Interessen Dritter vereinnahmt, diesmal im Namen von "Bürokratieeabbau", "Deregulierung" und "Wirtschaftsförderung"  – während gleichzeitig die Invalidenversicherung (IV) weiterhin Intersex-Genitalverstümmelungen propagiert und bezahlt, obwohl die Schweiz deshalb bereits 4x von der UNO verurteilt wurde. PFUI!! Denen sollte man auch mal was abschneiden ...

Während Intersex-Vereinnahmung bisher hauptsächlich von (linken) Gender- und LGBT-PolitikerInnen betrieben wurde, kommt der neueste Vorstoss von Nationalrat Albert Vitali (FDP, Luzern) "Motion 18.3299: Bürokratieabbau. Neue Offenheit auf dem stillen Örtchen" aus der "liberalen" Ecke, mit rekordverdächtigen 70 meist bürgerlichen MitunterzeichnerInnen. Und wie immer, wenn es um Intersex-Vereinnahmung geht statt um -Genitalverstümmelungen, springen die Medien bereitwillig auf, um den neusten "Erfolg für Intersexuelle" endlos breitzuschlagen:

Bei >>> toponline.ch heisst es dazu schon in der Einleitung: "An Schweizer Arbeitsplätzen sollen Unisex-Toiletten möglich werden. Im Nationalrat wird ein entsprechender Vorstoss eingereicht. So soll die Akzeptanz für intersexuelle Menschen steigen." Sowie im Haupttext: "Mit seinem Vorstoss will Vitali laut «Blick» aber nicht nur gegen die Bürokratie angehen, sondern auch ein gesellschaftliches Umdenken anregen. Unisex-Toiletten würden nämlich auch die Probleme intersexueller Menschen lösen. Diese müssten sich nicht zwischen der Herren- und der Damen-Toilette entscheiden." 

Auch >>> Blick.ch behauptete tatsächlich allen Ernstes: "[Albert Vitalis] wirtschaftsfreundliches Deregulierungs-Vorhaben hat auch einen gesellschaftlichen Aspekt. Es löst nämlich auch das Problem von intersexuellen Personen und Eltern mit gegengeschlechtlichen Kindern, die sich unwohl fühlen, wenn sie sich jeweils für das Damen- oder Herren-WC entscheiden müssen."

Dito auf >>> zentralplus.ch: "Mit Unisex-Toiletten geraten beispielsweise intersexuelle Personen und Eltern mit ihren gegengeschlechtlichen Kindern nicht in ein Dilemma, welche Toilette sie nun benützen müssen."

Ganz anders schauts bekanntlich aus, wenn es um Intersex-Genitalvertümmelungen geht, oder um staatlich geförderte Krankenakten-Vernichtung: Dann herrscht nicht nur bei den falschen Intersex-FreundInnen im Parlament, sondern auch in die Medien: Schweigen und so tun, als hätte man das alles nicht gewusst.

Wenn man Nationalrat Alfred Vitali und all den übrigen Intersex-VereinnahmerInnen auch mal ungefragt im Genitalbereich was abschneiden würde, hätten sie wohl ziemlich schnell ziemlich andere Prioritäten – wetten?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 31 UNO-Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
- "Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen IGM? Denkste!
-
Stellungnahme zum BVG-Urteil für einen "3. Geschlechtseintrag"
-
CH, LU > Wenn Intersex-GenitalverstümmlerInnen zu sehr heucheln
-
Typisches Beispiel für die Folgen der Intersex-Vereinnahmung von "Dritte Option"

- Bundesrat unterschlägt UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen
- Schweiz. Nationalfonds (SNF): Intersex-"Aufarbeitung" durch Aktenvernichtung?!
- Schweizer PolitikerInnen: "Intersex ist jemand, der sich selbst befriedigt"

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 3 March 2018

CH > Wegen IGM: "Ich hatte noch nie einen Orgasmus" - Bund, 24.02.2018

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

>>> Gelungener Artikel von Frank Geister | Scan in “Der Bund”, worin der Bieler IGM-Überlebende Stephan Borer Klartext redet über die Folgen von uneingewilligten kosmetischen Genitaloperationen an Intersex-Kindern:

«Hatte noch nie Sex»

Was seinen Körper angeht, habe es für ihn immer viele Fragezeichen gegeben. «Ich hatte in meinem Leben noch nie Sex», sagt Borer. Früher habe er nicht gewusst, warum es bei ihm «nicht funktioniert». Auch Selbstbefriedigung gebe es nicht. Einen Orgasmus habe er noch nie gehabt. Die Operationen haben die schönste Nebensache der Welt für ihn unmöglich gemacht. Auch bei vielen anderen Betroffenen bereiten die operierten Geschlechtsorgane Schmerzen und verunmöglichen ein Sexualleben.

Dafür von diesem Blog an alle Beteiligten ein ganz herzliches Dankeschön!

Beschämend sind dagegen die beschönigenden Ausreden der Verantwortlichen aus dem Inselspital Bern und dem Stadtspital Biel, es werde angeblich seit Jahrzehnten nicht mehr operiert. Von Zwischengeschlecht.org 2011 der Nationalen Ethikkommission NEK-CNE sowie letztes Jahr dem UN-Menschenrechstausschuss HRCttee-CCPR (PDF engl., S. 8-10) vorgelegte Beweise zeigen klar: Im Inselspital wird bis heute munter weiterverstümmelt (und im Stadtspital Biel operationswillige Eltern wohl einfach dorthin geschickt)! Worauf der Menschenrechtsausschuss bekanntlich – als bereits 4. UN-Vertragsausschuss! – die Schweiz wegen andauernder Intersex-Genitalverstümmelungen erneut unmissverständlich rügte.

Nachfolgend ein LeserInnenbrief von Daniela zum Artikel:

«Ich wurde als Intersex-Kind geboren und im Inselspital mit zweieinhalb Monaten kastriert und mit sieben Jahren genitalverstümmelt, alles bezahlt von der IV. Auch meine Eltern und ich wurden nicht informiert und angelogen. Bevor ich volljährig wurde war nach geltendem Recht alles verjährt. Nicht umsonst forderte die Nationale Ethikkommission eine straf- und zivilrechtliche Überprüfung inklusive Anpassung der Verjährungsfristen, was der Bundesrat und das Bundesamt für Justiz aber geflissentlich ignorieren. Ebenso wie die erwähnten vier Verurteilungen durch die UNO.

Ich gratuliere Stephan Borer für seinen Mut, öffentlich Aufklärung zu leisten. Leider zeigen jedoch Beispiele aus anderen Ländern, dass ein dritter Geschlechtseintrag Intersex-Kinder nicht vor Genitalverstümmelungen schützt. Zum Beispiel in Neuseeland, Pakistan und Australien gibt es einen solchen dritten Eintrag schon seit Jahren, die Genitalverstümmelungen gehen jedoch unverändert weiter. Erst ein explizites Verbot inklusive Anpassung der Verjährungsfristen wird etwas ändern. Wie dies auch der fortschrittliche Kinderchirurg Blaise Meyrat aus Lausanne sagt: "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern."

Daniela Truffer, Zwischengeschlecht.org»

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Wednesday 28 February 2018

CH > Hauptsache von IGM ablenken: Bundesrat forciert 3. Geschlecht

Zwar geht's im Verfahren in Deutschland vorgeschoben um Intersex, tatsächlich
dann aber um Forderungen für Transgender, vgl. Symbol ... (Screenshot: TA)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Solidarität mit Zwittern statt Vereinnahmung

Zwischengeschlecht.org on Facebook

>>> Voll bescheuerter und typisch vereinnahmender Online-Artikel in diversen CH-Medien.

Hier mein Kommentar dazu:

«Ich wurde als Intersex-Kind geboren, mit zweieinhalb Monaten kastriert und mit sieben Jahren genitalverstümmelt, alles bezahlt von der IV.

Ich finde es zynisch und heuchlerisch, wie der Bundesrat und das Bundesamt für Justiz bei der Einführung eines dritten Geschlechtseintrags (der hauptsächlich Transgender- und "nichtbinären Menschen" zugute kommen wird) nun Vollgas geben wollen, während gleichzeitig Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) in Schweizer Kinderspitälern nach wie vor an der Tagesordnung sind, toleriert und gefördert vom gleichen Bundesrat und Bundesamt für Justiz, und nach wie vor finanziert von der IV ("Liste der Geburtsgebrechen"). Obwohl die Schweiz schon viermal deswegen von der UNO verurteilt wurde. Eine Schande für die Schweiz!

Daniela Truffer, Zwischengeschlecht.org»

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 29 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
- "Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen IGM? Denkste!
-
Stellungnahme zum BVG-Urteil für einen "3. Geschlechtseintrag"
-
CH, LU > Wenn Intersex-GenitalverstümmlerInnen zu sehr heucheln
-
Typisches Beispiel für die Folgen der Intersex-Vereinnahmung von "Dritte Option"

- Bundesrat unterschlägt UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen
- Schweiz. Nationalfonds (SNF): Intersex-"Aufarbeitung" durch Aktenvernichtung?!
- Schweizer PolitikerInnen: "Intersex ist jemand, der sich selbst befriedigt"

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 4 February 2018

Luxemburg > "Intersex-Personen besser schützen: Stopp von Operationen an Säuglingen und kleinen Kindern" - RTL, 03.02.2018

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Daniela Truffer (Zwischengeschlecht.org) im Reportage-Teil des Berichts

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Menschenrechte auch für Zwitter!In Luxemburg fanden auch 2018 wieder Fortbildungen zum Thema Intersex statt, organisiert von ITGL. Danke!!

Dieses Jahr waren vor allem Grundschul-LehrerInnen angesprochen. Die Resonanz der Teilnehmenden war erfreulich; gleichzeitig waren viele schockiert über den Gewaltaspekt des Themas, der in der Öffentlichkeit (und in der Politik!) leider immer noch zu wenig bekannt ist.

Schon letztes Jahr war über die Fortbildungen auch in den Medien berichtet worden, inkl. selbstentlarvenden Aussagen von lokalen Verstümmlern ("Le Quotidien" mit Teilübersetzung auf Deutsch | "Woxx" auf Deutsch). Dieses Jahr zog nun  >>> RTL Télé Lëtzebuerg mit einem 2-teiligen Tagesschau-Beitrag + Artikel nach, wobei der 1. Teil an der Fortbildung aufgenommen wurde, gefolgt von einer Studio-Beitrag mit ITGL-Mitbegründer Erik Schneider. (Während die Moderation auf Luxemburgerisch ist, sind die Interviews auf Deutsch.)

Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org) im Reportage-Teil des Berichts

Alle Interviewten fanden deutliche Worte nicht nur zur Schädlichkeit und Menschenrechtswidrigkeit von Intersex-Genitalverstümmelungen, sondern auch der dringende polititsche Handungsbedarf wurde deutlich, inkl. eines gesetzlichen Verbots, Sanktionen bei Übertretung und der Knackpunkt der Verjährungsfristen, die so angepasst werden müssen, dass auch erwachsene IGM-Betroffene nicht mehr länger vom Rechtszugang ausgeschlossen werden!

Erik Schneider (ITGL) im RTL-Studio-Beitrag

Während es in den Kommentaren zum RTL-Artikel leider auch immer noch wenige der üblichen IgnorantInnen hat, bieten besser Informierte diesen aber durchaus Paroli, so dass auch dort die LehrerInnen-Fortbildung via RTL nahtlos in eine öffentliche Erwachsenenbildung überging ... :-) Bleibt zu hoffen, dass so auch der Druck auf die Politik und insbesondere das Luxemburgerische Justizministerium endlich genügend ansteigt, dass Intersex-Kinder künftig wirksam vor nicht-eingewilligten, unnötigen und verstümmelnden Eingriffe geschützt werden!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 28 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Sunday 14 January 2018

Intersex-Interview in der "Ostschweiz am Sonntag", Podiumsdiskussion in Buchs am Do 18.01.2018, 18-20h

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

>>> Das ganze Interview auf ostschweiz-am-sonntag.ch | PDF

Menschenrechte auch für Zwitter!Nächsten Donnerstag 18.01.2018, 18-20h findet im Rahmen der vom St. Galler Regierungspräsident Fredy Fässler ausgerichteten Veranstaltungsreihe "Was macht das Fremde mit mir?" in Buchs (SG) eine Diskussion u.a. mit Daniela Truffer (Zwischengeschlecht.org) statt (>>> Flyer, PDF).

Im Vorfeld erschien in der Ostschweiz am Sonntag, der überregionalen elektronischen Sonntagsausgabe von St. Galler Tagblatt, Thurgauer Zeitung, Appenzeller Zeitung, Toggenburger Tagblatt, Wiler Zeitung und Der Rheintaler, ein >>> ausführliches Interview mit Daniela von OaS-Blattmacherin Odilia Hiller, worin Daniela aufgrund ihrer persönlichen Geschichte einmal mehr Klartext bringt zu Intersex-Genitalverstümmelungen und das daraus resultierende lebenslange Trauma, aber auch über selektive Abtreibungen und den Kampf an der UNO um "Menschenrechte auch für Zwitter!", mit bislang schon 4 UN-Rügen an die Schweiz wegen IGM. Danke!

NACHTRAG: >>> Veranstaltungsbericht + Interviews in "Oberland Nachrichten"

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 18 June 2017

Schweizer PolitikerInnen: "Intersex ist jemand, der sich selbst befriedigt"

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookIGM = Folter-nicht-'Diskriminierung' oder 'Geschlechtsidentität'!Der Schweizer Ständerat (= kleine Kammer) behandelte jüngst eine parlamentarische Anfrage (Interpellation 17.3032), die in typischer Weise einmal mehr Intersex mit Trans und LGBT vermischt; u.a. heisst es darin:

«[...] ist der Schutz vor Diskriminierung in der Schweiz vor allem im Bereich LGBTI nicht ausreichend. Es gibt praktisch keine spezifischen Regulierungen für Trans- und Intersexmenschen. Das Recht dieser Personen auf Anerkennung der Geschlechtsänderung wird regelmässig verletzt, je nach Kanton sind die Voraussetzungen anders. Auch stossen Transmenschen oft auf Probleme bei der Übernahme der Kosten von Geschlechtsumwandlungen[.]»

Die Zeitung 20 Minuten (ReporterInnen: Adrian Schawalder / D. Pomper) nahm dies zum Anlass, NationalrätInnen (= grosse Kammer) zur "Buchstabensuppe" (LGBTetc.) zu befragen >>> Online-Artikel mit Video | Printausgabe (PDF, S, 3) (Danke!) – wenig überraschend vor allem betreffend Intersex mit ernüchternden Ergebnissen:

Den Anfang machte CVP-Nationalrat Jakob Büchler (Christlich[-katholische] Volkspartei) in der Printausgabe – weiterer Kommentar überflüssig:

Als Nächster blamierte sich im Video SVP-Nationalrat Erich Hess (Schweizerische Volkspartei [das Vorbild der AfD]) ...

... gefolgt von ebenfalls SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel (Schweizerische Volkspartei [das Vorbild der AfD]) (Kommentar und vollständiges Transkript unter dem Bild):

Transkript NR Roland Rino Büchel (SVP) – immerhin erwähnte er zum Schluss noch "irgendwas zwischen Mann und Frau" (!): "Oh, das ist so ein neuer moderner Begriff, ich weiss es auch nicht. Das wird einer von diesen 50, 60 Begriffen sein, die es in der Zwischenzeit gibt, wo man sich auf Facepunkt, auf Facebook anmelden kann. Ich weiss es nicht, ist irgendwas zwischen Mann und Frau (unverständlich)."

Der richtigen Antwort wenigstens am nächsten kam zum Schluss Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan, die immerhin zwischendurch korrekt Intersex-Genitalverstümmelungen ansprach, ansonsten jedoch typischerweise Intersex mit einer "Geschlechtern", "Geschlecht zuteilen" und "falschem Geschlecht" verwechselte (vgl. vollständiges Transkript unter dem Bild): 

Transkript NR Sibel Aslan (Grüne) – 2x falsch, 1x richtig (siehe oben): "Intersex-Menschen sind Leute, die mit zwei Geschlechtern auf die Welt kommen, und oft werden sei leider als Kind operiert, und ihnen wird ein Geschlecht zugeteilt, und später kann es rauskommen, dass sie sich vielleicht zum Beispiel gar nicht als Frau fühlen, und sie fühlen sich vielleicht als Mann."

Fazit: Solange PolitikerInnen Intersex weiterhin bestenfalls konsequent mit LGBT, Trans und Geschlechtsindentität "verwechseln", arbeiten sie weiterhin den GenitalverstümmlerInnen in die Hände und tragen mit dazu bei, dass weiterhin täglich wehrlose Intersex-Kinder in staatlich finanzierten Kinderkliniken irreversibel genitalverstümmelt werden – auch in der Schweiz!

Wie lange noch?!

>>> Bundesrat unterschlägt UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen
>>> Intersex-"Studie" von Nationalfonds: Aktenvernichtung als "Aufarbeitung"?!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 22 April 2017

LGBTQ und Intersex-Gnitalverstümmelungen in 20 Minuten, 20.04.2017

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

(Bild: 20min - Keystone) >>> Artikel über "LGBTQ-Diskriminierungen" auf 20 Minuten. Wie's halt manchmal so läuft: Das “I” ist i Titel zwar nicht erwähnt, dafür hat's das nachfolgende Portrait von Nella (Danke!), und während das “T” im Titel angeführt ist, fehlt ein entsprechendes Portrait ...

“Daniela Truffer, 51, Aktivistin Zwischengeschlecht.ch, Zürich
intersexuell – Menschen, die mit uneindeutigem Geschlecht geboren werden
«Intersex-Menschen werden mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren, und in den meisten Fällen auch heute noch vor dem zweiten Lebensjahr genitalverstümmelt, so auch ich. Dies sind massive Eingriffe in unsere körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung und gehen über Diskriminierung weit hinaus. Auch heute noch ist diese Praxis in der Schweiz verbreitet, obwohl unter anderem der UN Kinderrechtsausschuss Intersex Genitalverstümmelungen als «schädliche Praxis» verurteilt. Als Kind hatte ich Schmerzen von den Genitaloperationen und musste oft zum Arzt, wusste aber nicht warum. Ich leide bis heute unter den physischen und psychischen Folgen der Verstümmelungen.»

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 7 April 2017

Intersex-Genitalverstümmler aus Luxemburg: "Ich bin kein Monster!" - Le Quotidien, 21.03.2017

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Was bisher geschah: "Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

Auch in der Luxemburger Tageszeitung "Le Quotidien" erschien ein mehrteiliger Artikel zur Intersex–Tagung – Erziehung und Menschenrechte [ >>> Programm   >>> Flyer (PDF) ]. Darin bezeugen Daniela Truffer (StopIGM.org/Zwischengeschlecht.org) und Kris Günther (OII Belgien) das von IGM verursachte, lebenslange Leid (vgl. Bild unten), und Erik Schneider (ITGL) und Maryse Arendt (Initiativ Liewensufank) unterstreichen ebenfalls die Menschenrechtswidrigkeit der Praxis in Luxemburg:

>>> "Le Quotidien" 21.03.2017: «Dossier: Intersexe» (PDF, 439 kb) von Audrey Somnard

Zusätzlich dokumentieren Aussagen von Dr. Michael Witsch (Kinderendokrinologe am Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL)) und Yolande Wagener (Abteilungsleiterin, Gesundheitsdirektion Luxemburg) weitere pikante Details zur aktuellen lokalen Praxis.

Nachfolgend eine deutsche Übersetzung besonders erhellender Kernaussagen:

«Ich bin kein Monster!» Laut Dr. Witsch sind es die Eltern, welche «die Situation nicht akzeptieren und unbedingt eine Operation wollen. […] Eine Operation kategorisch abzulehnen würde sie nur anderswo hintreiben, ja sogar Handlungen von Genitalverstümmelung Vorschub leisten, wie dies zum Beispiel in Afrika geschieht.» (PDF S. 2)

Yolande Wagener, Abteilungsleiterin bei der Gesundheitsdirektion: «Es existiert keine medizinische Empfehlung, kein gesetzlicher Rahmen in Luxembourg. Nach meiner Kenntnis gibt es im Großherzogtum keinerlei Eingriffe an Säuglingen nach der Geburt, diese Art von Eingriffen werden im Ausland vorgenommen.» (PDF S. 2)

Wie lange noch?!

>>> "Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Thursday 23 March 2017

"Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

In Luxemburg fand in der Abtei Neumünster eine erfolgreiche, von ITGL organisierte Intersex–Tagung zu den Themen Gesundheit, Erziehung und Menschenrechte statt u.a. mit Daniela Truffer (StopIGM.org/Zwischengeschlecht.org) und Kris Günther (OII Belgien).
>>>
Programm   >>> Flyer (PDF)

Bereits im Vorfeld gab es dazu ein reges Medieninteresse. Den Anfang machte am 8. März das deutschsprachige Wochenmagazin "Revue" mit einer >>> Titelgeschichte zum Thema (PDF, 2.3 MB)

Nebst Kris Günther und Erik Schneider (ITGL) kommt darin auch ein Kinderendokrinologe aus dem Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) zu Wort, der – unter Berufung auf unsere gewaltfreien Proteste – heute zwar “im Prinzip” auch nicht mehr rundheraus Intersex-Genitalverstümmelungen propagieren mag – allerdings mit der berühmten, sattsam bekannten “Ausnahme”:

“Als Vertreter der Ärzteschaft berichtet Dr. Michael Witsch von regelmäßigen Protesten Intersexueller bei medizinischen Kongressen. Dabei sagt auch er: "Es wurde viel Vertrauen kaputt gemacht. Früher dachte man: Oh mein Gott, sofort operieren. [...]” [...] Dr. Michael Witsch will [heute] auf geschlechtsangleichende Behandlungen verzichten, "wenn auch die Familie es aushält". Er argumentiert, dass dem Kind wohl kaum geholfen sein kann, wenn seine Eltern es rundweg ablehnen.”

Weiter wird im Artikel auch eine Mutter eines genitalverstümmelten, mittlerweile etwa 10-jährigen Intersex-Kindes “Sandro” (Name geändert) aus Luxemburg interviewt. Nebst dem eindrücklich geschilderten, leider auch heute immer noch üblichen "Drama" mit unsensiblen MedizynerInnen nach der Geburt bestätigt die Mutter so nebenbei, was Intersex-Menschenrechtsverteidiger_innen seit längerem befürchten: Das Großherzogtum Luxemburg arbeitet betreffend Intersex-Genitalverstümmelungen eng mit dem benachbarten Belgien zusammen, u.a. mit der berüchtigten Uni-Kinderklinik Gent:

“Dabei wurde Sandro weiter intensiv – auch in einem spezialisierten Krankenhaus in Gent – untersucht. In Absprache mit den Eltern entschieden sich die dortigen Spezialisten mit der Endokrinologin Dr. Carine De Beaufort, sowie dem Chirurgen Dr. Paul Philippe aus der Kinderklinik [beide CHL Luxembourg] zu einer einzigen zweimonatigen Hormontherapie und anschließender [“vermännlichenden”] Genitaloperation im Alter von neun Monaten.

Ebenfalls so nebenbei geht aus dem Artikel hervor, dass “Sandro” auch heute noch nicht wirklich über seine besonderheit aufgeklärt wurde:

"Wie sie ihm später einmal seine Geburtsurkunde erklären wird, weiß [die Mutter] Andrea Goedert [Name geändert] zwar noch nicht.”

Wie lange noch?!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 10 February 2017

CH-Zeitungen > Intersex-Genitalverstümmelungen von Invalidenversicherung bezahlt

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

In einem Intersex-Hintergrundartikel von Laura Gianesi zum "Intersex-Model" Hanne Gaby Odiele im AZ-Medienverbund (Print + Online: Aargauer Zeitung, Badener Tagblatt, Oltner Tagblatt, Basellandschaftliche Zeitung, BZ Basel) wurde auch Markus Bauer (Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org) zitiert, u.a. betreffend den auch in der Schweiz immer noch ungehindert andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen trotz wachsender Kritik:

“Auch ein Schweizer Gesetz, das definiert, ab wann und unter welchen Umständen eine Operation rechtens ist, gibt es bis heute nicht. Und das, obwohl die Schweizer Nationale Ethikkommission und zwei UNO-Ausschüsse den Schweizer Staat in den letzten Jahren aufgefordert haben, operative Eingriffe an intersexuellen Kindern ohne ihre rechtlich gültige Einwilligung gesetzlich zu verbieten.

«Die IV bezahlt noch immer Geschlechtsoperationen an Minderjährigen. Für psychosoziale Unterstützung der Betroffenen scheinen hingegen keine Mittel vorhanden zu sein», stellt Bauer fest. Das oft verwendete Argument, dass intersexuelle Kinder bei Belassung ihrer uneindeutigen Genitalien ausgegrenzt würden, weist er entschieden zurück: «Intersex-Menschen haben das Recht, selbst über ihre Körper zu entscheiden. Psychosoziale Probleme müssen mit psychosozialen Mitteln angegangen werden, nicht mit dem Skalpell.»”

Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin!

Weniger gelungen sind im Artikel leider die wiederholten Unterstellungen, ein "dritter Geschlechtseintrag" würde helfen, Intersex-Genitalverstümmelungen zu verhindern – tatsächlich wird jedoch in allen Ländern, wo z.T. schon seit längerem ein 3. Geschlechtseintrag möglich ist (z.B. Neuseeland, Australien, Pakistan, Deutschland, USA) unverändert weiterverstümmelt. Und auch in Malta, das von der Autorin in bekannter Manier zum "gelobten Intersex-Land" hochstilisiert wird, werden Intersex-Kinder zum Verstümmeln einfach nach Grossbritannien geflogen – auf Kosten der öffentlichen maltesischen Krankenversicherung, die mit dem britischen "National Health Service (NHS)" entsprechende Verträge hat. Es ist noch ein weiter Weg ...

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 5 February 2017

«Intersex-Menschenrechtlerin fordert Verbot von "Genitalverstümmelungen" an Kindern» - Reuters 31.01.2017

Intersex-Aktivistin Daniela Truffer an der BanFGM conference in Rom, Italien, 31.01.2017. Photo: Emma Batha

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

>>> Gelungene Agenturmeldung (englisch) von Emma Batha für die Thomson Reuters Foundation aus Anlass der Präsentation “Intersex-Genitalverstümmelungen bekämpfen” von Daniela Truffer (Zwischengeschlecht.org) an der internationalen BanFGM Conference in Rom (englisch), einberufen durch die Dakar Ministerial Sub-regional Consultation und organisiert u.a. von No Peace Without Justice und dem Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children.

Als Folge erwähnte die Deklaration (französisch) der BanFGM Conference explizit auch “Intersex-Genitalverstümmelungen”.

Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die das möglich machten!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Thursday 2 February 2017

"Tribune de Genève" über Intersex-Genitalverstümmelungen und die SAMW-"Ethik-Stellungnahme", 02.01.2017

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

>>> Gelungener Artikel von Caroline Zuercher (fanzösisch) in der "Tribune de Genève" über die ausweichende "Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission der SAMW [Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften] zu «Varianten der Geschlechtsentwicklung»" (>>> PDF), mit klaren Aussagen von Daniel Truffer und yours truly a.k.a. Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org), auch zur Notwendigekeit eines Gesetzlichen Verbots von IGM-Praktiken inkl. einer Aufhebung oder Verlängerung der Verjährungsfristen. Danke!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Tuesday 13 December 2016

"Der Weg zu dir" - berührender Intersex-Kurzfilm

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

"dir wird es gut gehen"    >>> Video auf youtube    [ Reloaded + Transkript ]

berührender puppenkurzfilm von angélica pauli über die eltern eines intersex-kindes.

der mediziner rät natürlich, über das kind zu entscheiden, und die "fehlbildung" mit ein paar eingriffen korrigieren zu lassen. und das kind später anzulügen.

>>> Video auf youtube

aber die eltern lassen das kind unversehrt aufwachsen: "du hast nichts falsch gemacht. du bist gesund geboren. und wir lieben dich so, wie du bist."

und machen ihm mut: "dir wird es gut gehen. (…) und du kannst immer sicher sein: wir sind mit dir."

"wenn es soweit ist kannst du entscheiden"     >>> Video auf youtube

Danke!

Unten in den Kommentaren das Transkript des Films von Nella.

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe 

Thursday 24 November 2016

"Wiedergutmachung" - humanrights.ch über CEDAW-Rüge wegen Intersex-Verstümmelungen

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on Facebook

Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

>>> Die Informationsplattform humanrights.ch berichtet über die verbindlichen “Abschliessenden Bemerkungen” zu Intersex und IGM der 65. Sesssion des UN-Ausschusses für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW), der sich von den üblichen Ausreden und Dementis der CH-Delegation nicht hinters Licht führen liess. Danke!

«Alte Probleme und neue Empfehlungen

Der UN-Frauenrechtsausschuss hat im November zum dritten Mal seit 2003 die Bemühungen der Schweiz zur Umsetzung des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau überprüft. [...]

Expliziter als in den letzten Empfehlungen 2009 wird der Schweiz sodann empfohlen, die Bemühungen zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Verstümmelung weiblicher Genitalien (FGM), Kinderheirat und Zwangsheirat (sog. «harmful practices») zu verstärken.

Zum ersten Mal empfiehlt der CEDAW-Ausschuss der Schweiz, Kinder mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen vor unnötigen medizinischen und chirurgischen Eingriffen [sog. «Intersex Mutilations (IGM)»] zu schützen. Die Schweiz soll gesetzlich verankern, dass keine entsprechenden Eingriffe vorgenommen werden dürfen und dass Kinder, die einen solchen Eingriff ohne Zustimmung erlitten haben, eine Wiedergutmachung erhalten. [...]»

>>> CEDAW65: Schweiz + Holland wegen Intersex-Verstümmelungen gerügt
>>>
UN-Frauenrechtaussschuss befragt Schweiz zu IGM-Praktiken
>>> Hipp, hipp!  Schon 20 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmlungen! 

2016-CEDAW-Swiss-Intersex-IGM

IGM Practices in Switzerland: 2016 CEDAW Report
Human Rights Violations Of Persons With Variations Of Sex Anatomy
IGM in Switzerland• Complicity of the State  Harmful Practice
>>> Download as PDF (288 kb)

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 23 October 2016

Intersex: "Heute würde man mich zum Bub umschnipseln" – Sonntagsblick, 23.10.2016

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Zum Intersex Awareness Day ein >>> 2-seitiger Artikel über Intersex-Genitalverstümmelungen im heutigen "SonntagsBlick", einem der grösste Blätter der Schweiz. Der Stil ist Boulevard, aber Daniela "Nella" Truffer redet wie gewohnt Klartext, und die Mediziner verwickeln sich selbst in die gewohnten Widersprüche, so dass die Message gut durchkommt:

“[Daniela Truffer] will weiter dafür kämpfen, dass Babys mit sogenannter Geschlechtervarianz so lange nicht operativ einem Geschlecht angeglichen werden dürfen, bis sie selber entscheiden können.

Juristisch scheint das klar. Die Zürcher Rechtsprofessorin Andrea Büchler (47) sagt: «Medizinisch nicht indizierte Operationen sind zu unterlassen, bis die betroffene Person selbst entscheiden kann. Das haben verschiedene internationale Gremien, aber auch die Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin festgehalten.»

Trotzdem führen viele Spitäler auch heute noch Operationen an betroffenen Babys durch. «Dabei ist es bei den meisten nicht lebensnotwendig, sondern hat schlicht psychosoziale Gründe», meint Truffer. Das Argument der Ärzte: Ein Kind, das mit einem eindeutigen Geschlecht aufwachsen kann, habe es leichter. Truffer sagt: «Das stimmt überhaupt nicht. Durch unnötige Operationen traumatisiert man die Kinder.»

«Die meisten Eltern wollen eine Operation»

In der Praxis ziehen heute die meisten Schweizer Kinderspitäler in solchen Fällen interdisziplinäre Teams zur Beratung bei. Am Kinderspital Zürich werden «geschlechtsvereindeutigende» Operationen nach wie vor auch bei Babys durchgeführt. Rita Gobet (60), Chefärztin Kinderurologie, bestätigt: «Die meisten Eltern wollen eine Operation. Wir machen dies aber nur nach individueller Be­urteilung des Kindeswohls.»

[...]

Die Operation von Daniela Truffer bezeichneten Ärzte in den Krankenakten später sogar selbst als Fehler – Daniela sei doch eher ein Bub. Doch da man sie zum Mädchen operiert habe, müsse man diesen Weg weitergehen. Truffer sagt: «Heute würden sie mich zum Bub umschnipseln. Aber das wäre genauso falsch.»”

Dafür an Reporter Caspar Pfrunder von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön!

Auch die zur Zeit 2 LeserInnenkommentare sowie das Verhältnis der positiven und negativen Beurteilungen derselben sind erfreulich – was bekanntlich leider auch nicht immer selbstverständlich ist.

>>> "Aus dem Sexleben eines genitalverstümmelten und kastrierten Zwitters"
>>> Artikel von Daniela Truffer: "Geschlecht: Zwangsoperiert"

>>> Kispi: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?
>>>
“Meist eine Operation” – Kinderspital gibt Intersex-Genitalverstümmelungen zu!
>>>
PODCAST + TRANSKRIPT: Interviews auf SRF "Heute Morgen", 12.10.2016

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 16 October 2016

Schweiz > "Meist eine Operation" – Kinderspital Zürich bestätigt Intersex-Genitalverstümmelungen!

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Follow-up-Zeitungsartikel im Tages-Anzeiger (zum vergrössern: reinklicken!) zum umstrittenen "Aufarbeitungsprojekt" des Kinderspital Zürich, bei dem Betroffene nicht angemessen beteiligt werden, und 90% aller Krankenakten zu IGM 1 “Vermännnlichende Genitalkorrekturen” vorab vernichtet wurden, obwohl der UN-Ausschuss gegen Folter kürzlich die Schweiz verpflichtete, Fälle von uneingewilligte Genital-OPs usw. “zu untersuchen” und “gesetzgeberische Massnahmen zu ergreifen, um Wiedergutmachung für alle Opfer zu gewährleisten”.

Diese beiden Themen werden zwar auch im Tagi-Artikel NICHT angeschnitten – aber immerhin wird u.a. durch Ausagen der Kispi-Chefchirurgin Rita Gobet ausdrücklich bestätigt, dass Intersex-Genitalverstümmelungen auch heute noch im Kispi praktiziert werden – dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an die Reporterin Liliane Minor:

Zwischengeschlecht[.org], eine Interessengruppe Betroffener, unterstützt die Forschung. Aber sie genüge bei weitem nicht. «Noch heute werden zu viele Buben und Mädchen operiert, wenn ihr Genital nicht so aussieht, wie es soll», sagt Markus Bauer von Zwischengeschlecht[.org]. Typisch ist aus seiner Sicht der Umgang mit Buben, deren Harnröhre nicht an der Penisspitze endet. Diese sogenannte Hypospadie werde bis heute ohne medizinische Notwendigkeit operiert: «Einfach weil die Ärzte finden, ein Junge müsse im Stehen pinkeln können, was bei Hypospadie oft nicht geht.» Auch bei Mädchen mit vergrösserter Klitoris werde häufig vorschnell zum Messer gegriffen.

Rita Gobet, Leiterin Urologie am Kinderspital, weist die Vorwürfe zurück. Seit mehreren Jahren schaue ein interdisziplinäres Team zusammen mit den betroffenen Eltern jeden Fall genau an. Dabei spiele auch die soziale Situation eine Rolle: «Die Zeiten, in denen man einfach so operierte, sind längst vorbei.» Gerade bei Kindern, die zwar ein atypisches Genital haben, deren biologisches Geschlecht aber klar ist, entscheiden sich Eltern meist für eine Operation. Nicht ohne Grund, so Gobet: «Es gibt starke Hinweise, dass eine frühe Behandlung das Leben der Kinder erleichtert.» Anders sei es bei Kindern, deren Geschlecht nicht nur optisch unklar sei: «Bei ihnen ist man heute viel zurückhaltender mit Operationen als früher.»

>>> PM: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

Friday 14 October 2016

Schweiz > "Bub oder Mädchen? Vergangenheitsbewältigung am «Kispi»" - SRF HeuteMorgen, 11.10.2016

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Follow-up-Radiobeitrag in den SRF Morgennachrichten >>> Transkript | Player | mp3 (3:02 min) zum umstrittenen "Aufarbeitungsprojekt" des Kinderspital Zürich, bei dem Betroffene nicht angemessen beteiligt werden, und 90% aller Krankenakten zu IGM 1 “Vermännnlichende Genitalkorrekturen” vorab vernichtet wurden, obwohl der UN-Ausschuss gegen Folter kürzlich die Schweiz verpflichtete, Fälle von uneingewilligte Genital-OPs usw. “zu untersuchen” und “gesetzgeberische Massnahmen zu ergreifen, um Wiedergutmachung für alle Opfer zu gewährleisten”. Diese beiden Themen werden in der Sendung zwar NICHT angeschnitten – aber immerhin wird thematisiert, das Intersex-Genitalverstümmelungen auch heute noch im Kispi praktiziert werden – dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an Sendungsmacher Christoph Brunner:

Aber trotzdem: Operative Eingriffe zur Geschlechtszuordnung gibt es auch heute noch, auch bei Kleinkindern. Dies müsse auf gesetzlicher Ebene verhindert werden, fordert Bauer vom Verein Zwischengeschlecht. «Es geht um Selbstbestimmung und Achtung der körperlichen und seelischen Unversehrtheit der Betroffenen.»

Zwar würden die wenigsten darunter leiden, dem falschen Geschlecht zugewiesen worden zu sein, so Bauer. «Hingegen leiden die meisten darunter, dass über sie bestimmt wurde, dass an ihrem Körper etwas verändert wurde, was meistens lebenslange Folgen hat – meistens negative – und sie nie dazu befragt wurden.»

>>> PM: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

Sunday 4 September 2016

Trans-Mensch Xander Dorn neu "Intersexuell" – Typisches Beispiel für die Folgen der Intersex-Vereinnahmung von "Dritte Option"

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Solidarität mit Zwittern statt Vereinnahmung

Zwischengeschlecht.org on Facebook

Xander Dorn ist parteiloser Stadtrat_in in Mainz und "beschreibt sich selbst als Transgender" (Quelle).

Seit letztem Donnerstag ist er nun neuerdings auch "intersexuell" – unter Berufung auf "[d]ie Kampagnengruppe „Für eine dritte Option“":

"Mainzer Stadtratsmitglied Xander Dorn kämpft für Anerkennung von Intersexualität

[...] Xander Dorn ist einer dieser Menschen. Der Mainzer wurde zwar mit männlichen Geschlechtsorganen geboren, fühlt sich aber nicht als Mann, bedeutet: weder weiblich noch männlich, ein wenig von beidem, aber ganz sicher nicht eins von beidem. Vor drei Jahren beantragte Dorn die Korrektur seines im Melderegister eingetragenen Geschlechts. [...]

Kritik an Ausgrenzung und Stigmatisierung

Die Kampagnengruppe „Für eine dritte Option“ reicht am Freitag eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Xander Dorn ist einer der Menschen, die Anerkennung wollen. [...]"

Fazit: Typisches Beipiel der Folgen der systematischen Vermischung von Intersex und Trans* und Intersex-Vereinnahmung durch die Kampagne "Dritte Option", die sich zwar in den Medien stets als "Intersex"-Kampagne verkauft, tatsächlich aber Transgender-Forderungen stellt (und mit dem Transgender-Symbol arbeitet) und auch vor Pinkwashing von IGM nicht zurückschreckt – zum Schaden aller Intersex-Menschen (und -Unterstützer_innen), die für Intersex-Anliegen kämpfen, und speziell für die unbestrittene Intersex-Forderung Nr. 1, die Beendigung der Intersex-Genitalverstümmelungen. Vielen Dank auch, "Dritte Option"! Vereinnahmung + Pinkwashing stinkt!! 

Siehe auch:
- "Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen IGM? Denkste!
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Intersex-Vereinnahmung
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität"
- Du sollst nicht die Leiden der Zwitter als Aufhänger und 'Material' für deine eigenen Forderungen und Kämpfe benutzen! 
- Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" 
- LSVD und Zwittersolidarität: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück?
- "Zwitter-Neid": Zwischengeschlechtliche als (fiktives) Ideal 
-
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!" 
- GPGF Basel 10.-12.09.09: Stop Vereinnahmung des Zwittersymbols im Namen von "Gender" und "Psychiatrie"! 
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Zwitter als Kanonenfutter für die Transgenderagenda 
- Etwas Solidarität mit Intersexuellen, bitte ...
- Wie Dr. Magnus Hirschfeld einen Zwitter zwangsoperiert, um mit dem Erlös das "Institut für Sexualwissenschaft" zu finanzieren
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)

Saturday 6 August 2016

"Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen Intersex-Genitalverstümmelungen? Denkste!

IGM2 ("Verweiblichende Genitalkorrekturen"): VaginalOPs + Klitoristeilamputation (PDF)
Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland angeblich nur in der "Vergangenheit"? SCHÄM DICH, TAZ – einmal mehr!!!

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität' Zwischengeschlecht.org on FacebookWährend nicht nur in Deutschland das andauernde Unrecht der Intersex-Genitalverstümmelungen in den Medien (und in der Politik) regelmäßig unterschlagen oder geleugnet wird, rauscht der Blätterwald prompt rund um den Globus, sobald irgendwo ein Unisex-Klo eröffnet wird oder es um einen "dritten Geschlechtseintrag" geht.

Auch in der aktuellen Berichterstattung zum BGH-Urteil im Verfahren "Dritte Option" werden die andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen einmal mehr verharmlost oder zur Vergangenheit erklärt, z.B. gestern in der taz: "Bis in die 2000er Jahre hinein wurden etwa 90 Prozent der Intersexuellen operiert, also an eines der beiden Normgeschlechter angepasst."

Gleichzeitig unterstellen Medien (und z.T. auch für eine "3. Option" Klagende und Unterstützer_innen) immer wieder tatsachenwidrig, ein "3. Personenstand" bzw. die von ihnen letztlich angestrebte Abschaffung des Geschlechtseintrags würde automatisch zur Beendigung von Intersex-Genitalverstümmelungen führen; oder das Streben nach einem "3. Geschlechtseintrag" wird (auf Kosten von IGM-Überlebenden) tatsachenwidrig als DAS Intersex-Anliegen überhaupt dargestellt.

Aufklärung tut not! Dazu nachfolgend ein leicht überarbeiteter Ausschnitt aus dem Beitrag von Markus Bauer und Daniela Truffer: "Intersex und Selbstbestimmung", in: Michaela Katzer, Heinz-Jürgen Voß (Hg.): Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung. Praxisorientierte Zugänge (Gießen: Psychosozial-Verlag 2016):  

6.  Intersex, Geschlechtsidentität und Personenstand

Entgegen verbreiteten stereotypisierenden und/oder vereinnahmenden Unterstellungen leben die meisten Intersexe als Männer oder Frauen – Überlebende von IGM-Praktiken meist, weil sie hauptsächlich ganz andere Probleme haben, unversehrt Aufgewachsene oft aus pragmatischen Gründen. Überlebenden, die sich öffentlich als Intersex bezeichnen, geht es meist weniger um Geschlechtsidentität, sondern um eine praktisch-politische Identität zur Selbstermächtigung bzw. psychischen Integration des ihnen angetanen Unrechts und zur politischen Sichtbarmachung der Verletzungen ihrer Körper, Psychen und Menschenrechte durch die fortdauernden IGM-Praktiken.

Einige Betroffene identifizieren sich als “dazwischen”, “beides” oder “weder-noch” und leiden darunter, in amtlichen Dokumenten und im Personenstandsrecht keine dritte Option zur Verfügung zu haben. In Deutschland versuchen aktuell Betroffene berechtigterweise erneut, eine solche durch den Instanzenweg gerichtlich einzuklagen (Lang 2006: 213f.; Dritte Option 2014), weitere Verfahren laufen in USA, Frankreich und Österreich.

Von solchen legitimen Bestrebungen abzugrenzen ist vereinnahmende Personenstandpolitik auf Kosten genitalverstümmelter Intersex-Kinder. Etwa, wenn “Sachverständige” und PolitikerInnen seit Jahr und Tag öffentlich behaupten, ein dritter Personenstand sei “das” Intersex-Anliegen überhaupt, und Personenstandreformen sowie Anti-Diskriminierungsgesetze würden quasi als Allheilmittel automatisch auch die Beendigung von IGM-Praktiken nach sich ziehen. Tatsächlich ist beides nicht zutreffend: Zum Beispiel Australien hat 2003 für amtliche Dokumente neben “M” und “F” eine dritte Kategorie “X” eingeführt (die allen Erwachsenen offensteht), und 2013 Diskriminierung wegen “Intersex Status” (definiert als “biologische Variation”) explizit unter Strafe gestellt. Trotzdem dauern IGM-Praktiken auch in australischen Kinderkliniken unverändert an.

Jüngste Folge solcher schädlichen und vereinnahmenden Darstellungen ist der 2013 in Deutschland eingeführte, von Medien und PolitikerInnen als angebliche “Option” und “kleine Revolution für Intersexuelle” angepriesene Personenstandmurks § 22(3) PStG, der in Tat und Wahrheit bei “uneindeutigen” Kindern die Eintragung eines Geschlechts offiziell verbietet und deshalb von Intersex-Organisationen international als stigmatisierend und kontraproduktiv kritisiert wurde (Zwischengeschlecht.info 2013b), sowie die dazugehörige Verwaltungsvorschrift, die explizit einmal mehr die alleinige Definitionshoheit der Medizin festschreibt (Zwischengeschlecht.info 2014c). Für beide Vorlagen wurden Betroffene und ihre Organisationen bezeichnenderweise nicht konsultiert. Als Reaktion darauf hielt das 3. Internationale Intersex Forum in seiner Forderungsliste explizit fest:

  1. Intersex-Kinder sollen als männlich oder weiblich eingetragen werden.
  2. Der Geschlechtseintrag soll auf Antrag der erwachsenen oder einwilligungsfähigen minderjährigen betroffenen Person in einem einfachen Verwaltungsverfahren abgeändert werden können.
  3. Eine oder mehrere dritte Optionen sollen allen Erwachsenen und einwilligungsfähigen Minderjährigen offen stehen (Third International Intersex Forum 2013).

7.  Fazit

Soweit Intersex und die Anliegen von Intersex-Menschen in Öffentlichkeit, Medien und Politik überhaupt zur Debatte stehen, werden sie in der Regel immer noch meist auf Gender- und LGB(T)-Anliegen (Klauda 2002) oder die Forderung nach Einführung eines dritten Personenstandes bzw. der Abschaffung jeglicher Geschlechtseinträge reduziert (OII Australia 2014) – während gleichzeitig die dringendste Intersex-Forderung nach einem Verbot der andauernden IGM-Praktiken ignoriert, z.B. 2012 durch den Deutschen Ethikrat (Voß 2012: 6), und den TäterInnen noch offiziell die Lizenz zum Weiterverstümmeln erteilt wird, z.B. 2013 durch den Deutschen Bundestag (Zwischengeschlecht.info 2013a). Allen öffentlichen Diskussionen und politischen Anstrengungen der Betroffenen zum Trotz stehen überall in der “entwickelten Welt” in Universitätskinderkliniken alle Formen von IGM-Praktiken unverändert auf der Tagesordnung, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen (z.B. in Deutschland erzielen Kinderkliniken pro “Vaginalplastik” € 8175,12 Reingewinn, vgl. Zwischengeschlecht.info 2010b). [...]

Literaturverzeichnis

Dritte Option (2014): Der erste „offizielle“ Schritt auf dem Weg zu einer dritten Option ist gemacht!, http://dritte-option.de/der-erste-offizielle-schritt-auf-dem-weg-zu-einer-dritten-option-ist-gemacht/

Klauda, Georg (2002): Fürsorgliche Belagerung. Genitale Verstümmelung von Hermaphroditen. Vortrag gehalten am 31. Oktober 2002 im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte. In: In: AStA FU (Hg.): Out Of Dahlem, Nr. 1. Berlin: AStA-Druck, 40-44. http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/01/24/Instrumentalisierung-von-Zwittern%3A-Kritik-aus-2002

Lang, Claudia (2006): “Intersexualität. Menschen zwischen den Geschlechtern”, Frankfurt: Campus 2006

OII Australia (2014): Different Priorities, http://oii.org.au/28125/different-priorities/

Third International Intersex Forum (2013): Public Statement by the Third International Intersex Forum, http://old.ilga-europe.org/home/news/latest/intersex_forum_2013

Voß, Heinz-Jürgen (2012): Intersexualität – Intersex. Eine Intervention, Münster: Unrast 2012

Zwischengeschlecht.info (2010b): Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung (Eckhard Korsch, Vortrag zum DSD Consensus Statement, APE 2006) http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2010/10/11/Kinderkliniken-Euro-8175-Reingewinn-pro-Genitalverst%C3%BCmmelung

Zwischengeschlecht.info (2013b) “Intersex: Neuer Geschlechtseintrag in Deutschland” (Spiegel, Huff Post, Guardian, etc.) - Saure-Gurken-Fantasien vs. Wirklichkeit der Genitalverstümmelungen, http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2013/08/20/Intersex-Geschlechtseintrag-Saure-Gurken-Fantasien-Reale-Genitalverstummelungen

Zwischengeschlecht.info (2014c): Neue Verwaltungsvorschrift zum Intersex-Personenstand-Murks § 22(3) PStG: Deutscher Bundesrat ab sofort offiziell IGM-Mittäter, http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2014/05/29/Verwaltungsvorschrift-Intersex-Personenstand-Murks-Deutscher-Bundesrat-offiziell-Mittaeter

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben 

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis": UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday 16 July 2016

"Neun Monate (3/9): Sexualität - wir alle sind Zwitter" – WDR 5, 27.6.16

Vortrag von Daniela Truffer am Intersex-Fachtag Hannover --> Folie 26 (PDF)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Kann ein Zwitter Sünde sein?In einem >>> weitgehend gelungenen Beitrag in "Leonardo" auf WDR 5, der nun auch online nachgehört und heruntergeladen werden kann, präsentierten Susanne Billig und Petra Geist eine biologische Tatsache, die seit über 6 Jahren auf diesem Blog zu den 5 meist angeklickten Beiträgen gehört (und auch in jedem unserer Vorträge gebührend gewürdigt wird, siehe oben), die aber in der öffentlichen Diskussion wie auch im Biologieunterricht immer noch meist unterschlagen wird:

Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter – nämlich im Mutterleib bis zur 7. Schwangerschaftswoche!

Dafür von diesem Blog ein herzliches Dankeschön!

Leider richtet der WDR-Beitrag zwischendurch ein beträchtliches Durcheinander an, indem er körperliches Geschlecht, sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und Sexualität in typisch vereinnahmender Manier als beliebig austauschbar betrachtet und wild durcheinanderwürfelt, sowie auch mit dem korrekten Gebrauch von Vergangenheits- und Gegenwartsform sichtlich Mühe bekundet. Pfui!

Dieser Blog hilft gerne weiter, und korrigiert nachfolgend einige der derbsten Schnitzer der WDR-Redaktorinnen:

«Neun Monate (3/9): Sexualität KÖRPERLICHES GESCHLECHT - wir alle sind WAREN Zwitter

[...]

Die Natur kennt keine Norm

Ob die Geschlechtsorgane später groß oder klein sind, im Farbton heller oder dunkler sind - die Natur kennt keine Norm. Sie arbeitet mit fließenden Übergängen. Wir kommen zwar meist klar erkennbar als Mann oder Frau zur Welt - dennoch fühlen sich manche Menschen männlicher oder weiblicher, andere haben einen eher männlichen oder weiblichen Körper und wieder andere fühlen sich BLEIBEN KÖRPERLICH irgendwo zwischen den Geschlechtern. Alles ist natürlich. Wie natürlich wir unsere sexuelle Ausrichtung AUCH MIT “ATYPISCHEN” KÖRPERN UNVERSEHRT AUFWACHSEN UND leben können - das ist dann eine Frage der Erziehung und der Kultur.»

Fazit: Wär doch eigentlich gar nicht so schwer – oder?

>>> Intersex: Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter ...  

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben 

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 27 May 2016

ARTE Intersex Doku, Sa 28. Mai 17:05h + online

Unterwegs zum NGO-Briefing für den UN-Ausschuss gegen Folter, Genf 18.04.2016
V.l.n.r: Markus Bauer, Daniela Truffer, Vincent Guillot (Screenshot: ARTE)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität' ARTE zeigt eine 25-minütige Intersex-Doku von Barbara Lohr, Cécile Thullier, Elsa Kleinschmager und Florence Touly, die zum Teil während der UN-Staatenprüfung von Frankreich durch den Ausschuss gegen Folter (CAT) in Genf gedreht wurde und die Intersex-NGO-Delegation bei der Arbeit zeigt. DANKE!!
>>> DOKU online gucken auf Deutsch
>>>
Statement von Vincent Guillot am CAT-Briefing 
>>> UN-CAT prüft Frankreich   >>> CAT rügt F wegen IGM! 

Leider ist der Text zur Doku auf der ARTE-Homepage mal wieder typische Intersex-Vereinnahmung und Desinformation:

  • Gleichzeitig wird einmal mehr das Märchen von der angeblichen "Option" in Deutschland, "dass Eltern bei der Geburt ihres Kindes die Rubrik „Geschlecht“ ohne Angabe lassen können” kolportiert und als "Fortschritt" verkauft (O-Ton ARTE), während es sich in Tat und Wahrheit um einen stigmatisierenden Zwang handelt, der von Intersex-Organisationen einhellig kritisiert wird und einzig Intersex-Vereinnahmer_innen und GenitalabschneiderInnen freut – NOCHMALS PFUI!!  

Auf der ARTE-Homepage gibt's weiter ein synchronisiertes, 5-minütiges Video- Interview mit der Regisseurin Barbara Lohr, worin sie zwar immerhin erwähnt, dass der Ausschuss gegen Folter IGM in Frankreich als "grausam und unmenschlich" verurteilt (DANKE!!), jedoch das Verdikt des UN-Kinderrechtsausschusses wiederum unterschlägt sowie erneut das Personenstandsmärchen von der "Option für Eltern in Deutschland" aufwärmt - PFUI!!

Wie lange noch?!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Wednesday 18 May 2016

Interview zu UN-Intersex-Rügen auf RDL Morgenradio, Do 19.05. 8-10h

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

>>> Radio Dreyeckland bringt ein Interview mit Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org) zur jüngsten Rüge des UN-Ausschusses gegen Folter an Frankreich, sowie zu den aktuellen weiteren Befragungen von Nepal und Großbritannien durch den UN-Kinderrechtsausschuss. Der Beitrag kann auch online angehört und heruntergeladen werden. Danke!

>>> 19.-23. Mai: UN-Kinderrechtsausschuss prüft Nepal + Großbritannien  

Wednesday 4 May 2016

Tagungsbericht "Männlich-weiblich-zwischen: Auf dem Weg zu einer langen Geschichte uneindeutiger Körper"

«Alle Menschen sind Männer, oder Frauen, oder Hermaphroditen.» intersex.hypotheses.org

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookDie Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

«Am letzten Tag ging es um Menschenrechte und medizinische Praxis. MARKUS BAUER (Zürich) zeichnete aus Menschenrechtsperspektive nicht nur die historische Entwicklung bis in die Gegenwart nach, sondern bezog auch die biologische Ausbildung von Geschlecht ein. Er zeigte aufrüttelnde Bilder von Operationsergebnissen zwangsbehandelter Zwitter, die die Aktualität des Themas und die Notwendigkeit politischen Handelns gegen diese Praktiken mehr als deutlich machten.»

Auf hsozkult.de gibt's einen >>> gelungenen Tagungsbericht von Steffi Grundmann zum ebenso gelungenen, von Christof Rolker organisierten historischen Symposium "Männlich-weiblich-zwischen: Auf dem Weg zu einer langen Geschichte uneindeutiger Körper", das mit einem weitgefassten Blickwinkel eine hoch willkommene Abwechslung bot zur sonst üblichen (leider meist vereinnahmend-verengenden) "wissenschaftlichen Betrachtung" des Themas – wovon sich noch so manche akademischen "Intersex-ExpertInnen" ruhig mal ne dicke Scheibe abschneiden könnten! DANKE!!

>>> "Männlich-weiblich-zwischen": Bewusstseinserweiternder neuer Geschichts-Blog!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Thursday 18 February 2016

Es ist da! Neues Buch u.a. über Intersex und Selbstbestimmung

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookDie Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Der Sammelband "Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung. Praxisorientierte Zugänge", herausgegeben von Michaela Katzer und Heinz-Jürgen Voß und erschienen im Psychosozial-Verlag, ist jetzt lieferbar!
Das Buch enthält mehrere Beiträge, die sich explizit mit Intersex befassen,
u.a. von der legendären AGGPG-Mitbegründerin Heike Bödeker, von der Co-Herausgeberin Michaela Katzer, von Andreas Hechler und Manuela Tillmanns, sowie einen Beitrag aus der Menschenrechtsperspektive von Daniela "Nella" Truffer und yours truly a.k.a. Markus Bauer, der u.a. auf Recherchen dieses Blogs und der Schattenberichte von Zwischengeschlecht.org zurückgreift.

Mehr Info zum Buch und den Beiträgen gibt's auf der >>> dazugehörigen Homepage des Verlages, inkl. >>> Inhaltsverzeichnis + Einleitung als PDF. Und am 17. März stellen die Herausgebenden das Buch im soziokulturellen Zentrum Frauenkultur in Leipzig vor (>>> mehr).

Wir warten gespannt, dass unsere Exemplare im Postfach eintreffen, und sagen allen Beteiligten schon mal ein herzliches Dankeschön!

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Tuesday 2 February 2016

D > IGM: "Rechte von Intersexuellen missachtet" - Berliner Zeitung

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookDie Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

UPDATE >>> Die vollständigen Antworten der Bundesregierung (PDF)

Intersex-Genitalverstümmelungen stoppen!Pfui!! Laut Medienberichten in der >>> Berliner Zeitung vom 01.02, S. 4 (Scan) sowie >>> online beim Kölner Stadt-Anzeiger und in der Frankfurter Rundschau (Achtung: gekürzt!) von Tobias Peter leugnet die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfage der Grünen einmal mehr krampfhaft ihre Mittäterschaft bei den täglichen Intersex-Genitalverstümmelungen.

So will die Bundesregierung angeblich immer noch "keine Erkenntnisse darüber [haben], wie häufig Operationen an Genitalien, die als strafbare Sterilisation zu werten sind, vorgenommen wurden".

"Folglich habe die Bundesregierung bislang auch nichts getan, um solchen Operationen bei neugeborenen Kindern vorzubeugen" – wofür u.a. der UN-Ausschuss gegen Folter Deutschland schon 2011 unmissverständlich rügte, und seither Intersex-Genitalverstümmelungen wiederholt als "unmenschliche Behandlung" einstufte, die unter das Folterverbot fällt.

Auch die Deutsche Gleichstellungs- FamilienministerInnenkonferenz (GFMK) und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) stuften (wie in der Kleinen Anfrage erwähnt) Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland ebenfalls unmissverständlich als Verbrechen ein – und forderten ausdrücklich gesetzgeberische Maßnahmen. Ebenso der UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD). Auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) stufte IGM wiederholt als "schädliche Praxis" ein, und damit als vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) – zwei weitere diesbezügliche CRC-Rügen werden auf Donnerstag erwartet.

Die Grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar fasst die fortgesetzte Weigerung der Bundesregierung, ihren Verpflichtungen u.a. laut Grundgesetz, UN-Kinderrechtkonvention und UN-Antifolterkonvention endlich nachzukommen, treffend zusammen wie folgt:

«Bislang sei lediglich eine interministerielle Arbeitsgruppe [IMAG] gebildet geworden, deren Meinungsbildung nach zwei Jahren immer noch nicht abgeschlossen sei. Das sei, nachdem der Bundestag und verschiedene Ministerien sich schon in der letzten Wahlperiode mit der Thematik befasst hätten, „mehr als dürftig und besonders für die betroffenen Menschen unerträglich“.»

Dafür und auch für die Kleine Anfrage an Monika Lazar und MitstreiterInnen von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön! Und ebenso an den Journalisten Tobias Peter.

Sowie an versammelten MittäterInnen in der Bundesregierung die Frage: Wie lange noch?!

GenitalabschneiderInnen, wir kriegen euch! ZwangsoperateurInnen, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Intersex-Verstümmler: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
>>> Uni-Kinderklinik: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
>>> "Täter, Mitläufer und Apologeten: Wer ist an dem Bösen Schuld?"
>>> UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale Zwangsoperationen"
>>> Europarat verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen

>>> WHO und UNICEF verurteilen IGM-Praktiken  

Siehe auch:
- IGM: Faule Eier für "die Bundesregierung"!
- Wegen Zwitterprozess: Bayern zensiert parlamentarische Anfrage zu IGM-Praktiken!
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen
- Gleichstellungs- FamilienministerInnenkonferenz (GFMK) verurteilt IGM, fordert Verbot  
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) verurteilt IGM, fordert Verbot
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- "Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- Dezember 2015: CAT rügt 4 weitere Staaten wegen Intersex-Genitalverstümmelungen
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 17 January 2016

Zürich > BiblioTalk Di 09.02.2016 18h > "Eingriffe in die Integrität von Intersex-Kindern" - Daniela Truffer, Markus Bauer

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Eingriffe in die Integrität von Intersex-Kindern

«Genitalkorrekturen» als Menschenrechtsverletzung

Ein bis zwei von tausend Neugeborenen kommen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung auf die Welt. Im Volksmund sind sie als Zwitter oder Hermaphroditen, im Menschenrechtsdiskurs als Intersex-Menschen bekannt. Der medizinische Begriff lautet “Störungen der Geschlechtsentwicklung“ (DSD).

Intersex wird meist ausschliesslich im Zusammenhang mit Geschlechtsidentität und Diskriminierung angesprochen. Im BiblioTalk geht es hingegen um die medizinische Praxis der Genitaloperationen.  

Daniela Truffer und Markus Bauer, Gründungsmitglieder von Zwischengeschlecht.org, werden aus der Sicht der Menschenrechtsgruppe, die sich für die Rechte von Betroffenen einsetzt, Fragen beantworten und zur Diskussion stellen.

Ort: Stadthaus, Bibliothek zur Gleichstellung (4. Stock, Raum Nr. 429), Stadthausquai 17, 8001 Zürich

Veranstalterin: Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich

>>> Flyer (PDF)

Zwischengeschlecht.org on Facebook>>> Anmeldung: Unbedingt erforderlich bis 4. Februar 2016!

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

- page 1 of 16