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  <title>Zwischengeschlecht.info - Die Mediziner</title>
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  <description>&quot;Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.&quot; (Ingeborg Bachmann)
Intersexuelle, Hermaphroditen, Zwitter, Das dritte Geschlecht - you name it! Und doch sind wir namenlos in dieser bipolar normierten Gesellschaft. Und wer keinen Namen hat, der existiert auch nicht. Dieser Blog soll zur Benennung des Zwischengeschlechts beitragen.
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  <language>en</language>
  <pubDate>Fri, 05 Dec 2008 07:44:06 +0100</pubDate>
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  <item>
    <title>Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen!</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/12/04/Weltweit-grosste-Zwitter-Studie-straft-Bundesregierung-Lugen</link>
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    <pubDate>Thu, 04 Dec 2008 08:01:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>nella</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;INHALTSVERZEICHNIS&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Zusammenfassung und Hintergrund&lt;br /&gt;
&amp;quot;Hamburger Studie&amp;quot; 2007&lt;br /&gt;
&amp;quot;Lübecker Studie&amp;quot; 2008&lt;br /&gt;
   a) Überblick und Download&lt;br /&gt;
   b) Behandlungszufriedenheit und Lebensqualität bei Jugendlichen
und Eltern&lt;br /&gt;
   c) Behandlungszufriedenheit und Lebensqualität bei
Erwachsenen&lt;br /&gt;
   d) Partnerschaft und Sexualität&lt;br /&gt;
   e) Einige kritische Anmerkungen zur Vorabveröffentlichung&lt;br /&gt;
Intersexuelle Menschen e.V. fordert Gerechtigkeit!&lt;br /&gt;
Öffentliche Veranstaltung Montag, 15. Dezember 2008 in Berlin&lt;br /&gt;
Literatur und Quellen&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;schluss mit genitalen zwangsoperationen, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-4.gif&quot; /&gt;&lt;strong&gt;Zusammenfassung
und Hintergrund&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis heute werden Menschen, die mit &amp;quot;uneindeutigen&amp;quot; Geschlechtsmerkmalen
geboren werden, ohne ihre Einwilligung &lt;a href=&quot;http://kastrationsspital.ch&quot;&gt;zwangskastriert&lt;/a&gt;, an ihren &amp;quot;uneindeutigen&amp;quot;
&lt;a href=&quot;http://intersex.schattenbericht.org/post/2008/07/21/322-Genitalamputation&quot;&gt;Genitalien
zwangsoperiert&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://intersex.schattenbericht.org/post/2008/07/21/327-Behandlungskonsequenzen-im-Handlungsspielraum-der-medizinischen-Definition&quot;&gt;
Zwangshormontherapien&lt;/a&gt; unterzogen, um ihr &amp;quot;uneindeutiges&amp;quot; Geschlecht zu
&amp;quot;vereinheitlichen&amp;quot;. Allein in Deutschland leben schätzungsweise 80’000 bis
100’000 sogenannte Zwischengeschlechtliche, Intersexuelle, Zwitter oder
Hermaphroditen. Juristisch, politisch und sozial werden sie nach wie vor
unsichtbar gemacht und ihrer &lt;a href=&quot;http://intersex.schattenbericht.org&quot;&gt;(Menschen-)Rechte beraubt&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis heute schaut die Bundesregierung weg und negiert diese systematischen
Menschenrechtsverletzungen an Intersexuellen, obwohl sie in den letzten zwölf
Jahren mehrmals dazu aufgefordert wurde, zur Situation der intersexuellen
Menschen in Deutschland, der medizinischen Praxis und den rechtlichen
Implikationen Stellung zu nehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stattdessen propagiert die Bundesregierung die Zwangseingriffe aktiv mit
tatsachenwidrigen Behauptungen: &lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Der Bundesregierung sei nicht bekannt, &lt;em&gt;„dass eine Vielzahl von
Intersexuellen im Erwachsenenalter die an ihnen vorgenommenen Eingriffe
kritisiert“&lt;/em&gt; (14/5627).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die Zwangsoperationen seien ausnahmslos &lt;em&gt;&amp;quot;medizinisch indiziert&amp;quot;&lt;/em&gt;
und dienten deshalb dem &lt;em&gt;&amp;quot;Kindeswohl [...] (§ 1627 BGB)&amp;quot;&lt;/em&gt;
(14/5627).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&amp;quot;[G]rößer angelegte Nachuntersuchungen als auch die klinische Praxis&amp;quot;
würden laut Bundesregierung gar beweisen, &amp;quot;dass die Mehrzahl der betroffenen
Patienten rückblickend (d. h. im Erwachsenenalter) die bei ihnen in der
Kindheit vorgenommene operative Vereindeutigung ihres Genitalbefundes für
richtig befinden&amp;quot; – allerdings vermochte die Bundesregierung dafür keine Belege
anzuführen (16/4786).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Siehe dazu auch:&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;- &lt;a href=&quot;http://de.indymedia.org/2008/11/233955.shtml&quot;&gt;Die Bundesregierung vs.
Zwitter&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
- &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/03/22/Faule-Eier-fur-die-Bundesregierung&quot;&gt;Faule Eier für
&amp;quot;die Bundesregierung&amp;quot;!&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
- &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/05/23/Zwangsoperationen-an-Zwittern%3A-Wer-nicht-horen-will&quot;&gt;Zwangsoperationen
an Zwittern: Wer nicht hören will ...&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Aktuelle Forschungsergebnisse des &amp;quot;Netzwerk Intersexualität/DSD&amp;quot; beweisen
gegenüber den Behauptungen der Bundesregierung einmal mehr das Gegenteil:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Die meisten Opfer der menschenrechtswidrigen Zwangsbehandlungen tragen
massive psychische und physische Schäden davon, unter denen sie ihr Leben lang
leiden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Nicht zwangsoperierte Zwitter haben im Vergleich eine deutlich höhere
Lebensqualität.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Trotzdem werden nach wie vor über 80% aller Zwitter meist mehrfach
zwangsoperiert.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Zwischengeschlechtliche Menschen fordern deshalb einmal mehr die
sofortige Beendigung der von der Bundesregierung geduldeten,
menschenrechtswidrigen Zwangsoperationen und Gerechtigkeit für die
Geschädigten!&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Hamburger Studie&amp;quot; 2007&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bereits letztes Jahr bestätigte die &amp;quot;Hamburger Studie&amp;quot; die von betroffenen
Menschen seit Jahren immer wieder betonten, von der Bundesregierung aber bisher
ignorierten Missstände in der Behandlung intersexueller Menschen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Die Behandlungsunzufriedenheit von Intersexuellen ist [...] eklatant
hoch. [...] Ein Drittel [der Patienten] bewertet geschlechtsangleichende
Operationen als zufriedenstellend bzw. sehr zufriedenstellend, ein weiteres
Drittel ist unzufrieden bzw. sehr unzufrieden und das letzte Drittel ist z.T.
zufrieden, z.T. unzufrieden.&amp;quot;&lt;/em&gt; (Christian Schäfer: &lt;a href=&quot;http://www.springer.com/medicine/thema?SGWID=1-10092-2-513709-0&quot;&gt;&amp;quot;Intersexualität:
Menschen zwischen den Geschlechtern&amp;quot;&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Lübecker Studie&amp;quot; 2008&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;a) Überblick und Download&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit 439 Proband_innen ist die &amp;quot;Lübecker Studie&amp;quot; die weltweit bisher grösste
Untersuchung über die Folgen der Zwangsbehandlungen an Zwittern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/11/5-Netzwerk-Treffen-Kiel-6908%3A-Intersexualitat-ade-DSD-ahoi&quot;&gt;
5. Treffen des Netzwerks Intersexualität&lt;/a&gt; am 6. September 2008 in Kiel
wurden erste Ergebnisse präsentiert. Mittlerweile ist ein Vorabbericht auch in
schriftlicher Form auf der Netzwerk-Homepage veröffentlicht worden (&lt;a href=&quot;http://www.netzwerk-is.uk-sh.de/is/fileadmin/documents/netzwerk/evalstudie/Bericht_Klinische_Evaluationsstudie.pdf&quot;&gt;&lt;strong&gt;&amp;gt;&amp;gt;&amp;gt;
PDF-Download 232 kb&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie die „Hamburger Studie“ bestätigt auch die „Lübecker Studie“ die
notorisch &lt;em&gt;&amp;quot;Hohe Unzufriedenheit mit der medizinischen Behandlung&amp;quot;&lt;/em&gt;
(Vortrag &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/11/5-Netzwerk-Treffen-Kiel-6908:-Intersexualitat-ade-DSD-ahoi&quot;&gt;Kiel
6.9.2008&lt;/a&gt;) von Intersexuellen und unterstreicht die massiven psychischen und
physischen Folgen der genitalen Zwangsoperationen und weiteren
Zwangsbehandlungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &lt;em&gt;&amp;quot;Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer&amp;quot;&lt;/em&gt; wurden unter anderem
zur Behandlungszufriedenheit, gesundheitsbezogenen Lebensqualität, psychischen
Gesundheit sowie Partnerschaft und Sexualität befragt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Laut den ersten schriftlichen Ergebnissen der „Lübecker Studie“ sind
insgesamt &lt;em&gt;„fast 81% aller Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen mindestens
einmal im Zusammenhang mit ihrer besonderen Geschlechtsentwicklung operiert
worden“&lt;/em&gt;, wobei &lt;em&gt;„der Großteil der Operationen bereits bis zum
Schulalter durchgeführt wurden“&lt;/em&gt; (S. 16).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Behandlungszufriedenheit ist bei intersexuellen Erwachsenen und auch
Eltern intersexueller Kinder &lt;em&gt;&amp;quot;gering&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 18).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eltern beurteilen &lt;em&gt;&amp;quot;die behandelnden Ärzte/Ärztinnen schlechter als
Eltern von Kindern mit anderen chronischen Erkrankungen&amp;quot;&lt;/em&gt; (S.
18).&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Behandlungszufriedenheit und Lebensqualität bei Jugendlichen und
Eltern&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;„Wie die Eltern, berichten auch die befragten Kinder und Jugendlichen
selber von Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität. Im Gegensatz zu ihren
Eltern sind es bei ihnen (...) vielmehr Beeinträchtigungen in den Bereichen
Familie und körperliches Wohlbefinden. Besonders die Gruppe der 8 bis
12jährigen Kinder erscheint von Beeinträchtigungen der Lebensqualität betroffen
zu sein.&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 21)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eltern von Kindern aller Alters- und Diagnosegruppen schätzen &lt;em&gt;„die
Lebensqualität ihrer Kinder im Bereich des psychischen Wohlbefindens deutlich
niedriger ein als Eltern der Vergleichsgruppe“&lt;/em&gt; (S. 21).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Sowohl in den Einschätzungen der Eltern als auch der Kinder und
Jugendlichen wird deutlich, dass die Lebensqualität insgesamt mit steigendem
Alter abnimmt.&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 21)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eltern sind vor allem unzufrieden mit dem Diagnose- und
Informationsmanagement und beklagen sich darüber, wie &lt;em&gt;&amp;quot;schwierig&amp;quot;&lt;/em&gt; es
sei, &lt;em&gt;&amp;quot;kompetente fachärztliche Hilfe zu bekommen&amp;quot;&lt;/em&gt; (S.
19).&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) Behandlungszufriedenheit und Lebensqualität bei Erwachsenen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier fällt das Resultat noch deutlicher aus: &lt;em&gt;&amp;quot;Als Ergebnis zeigt sich,
dass viele Erwachsene mit DSD mit der medizinischen Behandlung sehr unzufrieden
sind.&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 37)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auffallend: Bei den Erwachsenen, die psychologische Beratung erhalten haben,
ist die Behandlungszufriedenheit besser. (S. 19)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gesundheitsbezogene Lebensqualität ist auch bei erwachsenen
Intersexuellen deutlich niedriger als bei Nicht-Intersexuellen. (S. 22)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Bei 25% aller operierten Studienteilnehmer und –innen ist es im
Anschluss an die Operationen zu Komplikationen gekommen.&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 17)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein &lt;em&gt;&amp;quot;zentrales Ergebnis&amp;quot;&lt;/em&gt; der Studie ist, dass sich insbesondere bei
Intersexuellen, die operativ und hormonell dem weiblichen Geschlecht
&lt;em&gt;&amp;quot;angeglichen&amp;quot;&lt;/em&gt; wurden, &lt;em&gt;&amp;quot;in den Bereichen allgemeine Lebensqualität,
psychische und körperliche Gesundheit deutliche Unterschiede zur
Vergleichsgruppe&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 22) finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Menschen, die mehr als drei Operationen im Zusammenhang mit der
besonderen Geschlechtsentwicklung erlebt haben, haben im Bereich körperliche
Schmerzen eine niedrigere Lebensqualität als Menschen mit wenigen oder gar
keinen Operationen.&amp;quot;&lt;/em&gt; (22)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiter unterstreicht die Studie &lt;em&gt;&amp;quot;im Durchschnitt eine niedrigere
Lebensqualität im Bereich des psychischen Wohlbefindens&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 22).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Studienergebnisse zeigen, &lt;em&gt;&amp;quot;dass die psychische Gesundheit von
Erwachsenen mit DSD deutlich schlechter ist&amp;quot;&lt;/em&gt;: &lt;em&gt;&amp;quot;Insgesamt sind bei 45%,
also fast der Hälfte der von uns untersuchten Erwachsenen psychische Probleme
vorhanden, hierbei bestehen keine Unterschiede zwischen Männern und
Frauen.&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 24)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Die emotionalen Probleme beeinträchtigen insbesondere die Arbeit und
den Alltag der Erwachsenen mit einer besonderen Geschlechtsentwicklung.&amp;quot;&lt;/em&gt;
(S. 37)&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
d) Partnerschaft und Sexualität&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch hier offenbart die Studie ein erschreckendes Bild:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Über Dreiviertel der Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren mit DSD hat
keinen festen Freund oder feste Freundin. [...] Über 75% haben bisher keine
Erfahrungen mit Petting und 90% gaben an, noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt
zu haben. Außerdem berichten Dreiviertel der Jugendlichen, sich noch nie selbst
befriedigt zu haben.&amp;quot;&lt;/em&gt; Bei nicht intersexuellen Jugendlichen sind die
Verhältnisse gerade umgekehrt. (S. 30)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Bei den Erwachsenen ist hervorzuheben, dass nur 40% in einer festen
Partnerschaft leben. [...] Ein Viertel aller Erwachsenen gibt an, bisher noch
keine Beziehung gehabt zu haben. Damit unterscheiden sich die Erwachsenen mit
DSD unterscheiden deutlich von der Allgemeinbevölkerung. Dort geben 70% der
über 17jährigen an, in einer festen Partnerschaft zu leben.&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 30)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Ein Viertel der Erwachsenen berichtet, bisher keine Erfahrungen mit
Petting gemacht zu haben und sich auch noch nie selbst befriedigt zu haben. Ein
Drittel hatte noch nie sexuelle Kontakte.&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 31)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Die von uns befragten Erwachsenen mit DSD berichten außerdem über eine
Vielzahl von Problemen im Zusammenhang mit der Sexualität (z.B. sexuelle
Lustlosigkeit; Schwierigkeit, sexuelle Kontakte herzustellen; Schwierigkeit
erregt zu werden; Schmerzen). So leiden fast 40% an sexueller Lustlosigkeit,
über 35% haben Probleme, sexuelle Kontakte herzustellen und ein Drittel der
Erwachsenen mit DSD berichtet von Schwierigkeiten, sexuell erregt zu werden.
40% der Befragten geben an, Probleme zu haben, einen Orgasmus zu
bekommen.&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 31)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwei Drittel der befragten Erwachsenen sehen &lt;em&gt;&amp;quot;einen Zusammenhang
zwischen diesen sexuellen Problemen und ihrer besonderen Geschlechtsentwicklung
und den damit einhergegangenen medizinischen und chirurgischen Maßnahmen&amp;quot;&lt;/em&gt;.
(S. 31)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Studienergebnisse bestätigen überdies, &lt;em&gt;&amp;quot;dass die Studienteilnehmer
und -teilnehmerinnen bei denen plastische Operationen im Zusammenhang mit der
DSD durchgeführt worden sind (33%), seltener in einer festen Partnerschaft
leben als die Menschen, bei denen keine plastischen Operationen am Genitale
durchgeführt worden sind (67%).&amp;quot;&lt;/em&gt; (S. 31)&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
e) Einige kritische Anmerkungen zur Vorabveröffentlichung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Insgesamt ist die Vorabveröffentlichung aus Betroffenensicht überwiegend
positiv zu bewerten und bekräftigt (einmal mehr) die meisten Hauptkritikpunkte
der Selbsthilfegruppen nicht nur in Deutschland. Trotzdem ist einmal mehr eine
gewisse Nähe zum Parteistandpunkt der (Zwangs-)BehandlerInnen zu konstatieren.
Generell wird abgeschwächt bzw. den Finger nicht auf wunde Punkte gelegt. Es
ist zu befürchten, dass diese Tendenz in späteren, &amp;quot;richtigen&amp;quot; Publikationen
noch verstärkt zum Tragen kommen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Folgenden einige konkrete Kritikpunkte, ohne Anspruch auf
Vollständigkeit:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Die Studie scheint insbesondere vor durchgängigen, expliziten Vergleichen
zu Wohlbefinden und Lebensqualität von Zwangsoperierten vs. Nicht-Operierten
zurückzuschrecken.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Zwar geht die Studie zu Beginn auf verschiedene Ansichten zu den (meist
medizinischen) Bezeichnungen ein. Dass Betroffene vor allem die
pathologisierende Komponente &amp;quot;Disorder&amp;quot; (= Störung) in &amp;quot;DSD&amp;quot; vehement
kritisieren, wird nicht einmal erwähnt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Generell scheinen die Eltern in der Studie stärker gewichtet zu werden als
die betroffenen Kinder – obwohl die Verfasserinnen in Kiel noch festgehalten
hatten, Eltern von Betroffenen schätzen deren Lebensqualität durchgehend besser
ein als die Kinder selbst.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die Studie setzt in unzulässiger Weise zwangszugewiesenes Geschlecht mit
Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität gleich.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Dass sich evtl. Proband_innen nicht als &amp;quot;Mann&amp;quot; oder &amp;quot;Frau&amp;quot;, sondern z.B.
als &amp;quot;Zwitter&amp;quot; identifizieren könnten, wird meist gar nicht erst in Betracht
gezogen, in diese Richtung weisende Feststellungen werden tunlichst vermieden
(die Ausnahmen &lt;em&gt;&amp;quot;scheinen sich ihrer Geschlechtszugehörigkeit sehr unsicher
zu sein&amp;quot;&lt;/em&gt; bzw. &lt;em&gt;&amp;quot;insgesamt 11 Erwachsene (10%) [erreichen] einen
ungewöhnlich hohen Wert auf der Transgenderskala&amp;quot;&lt;/em&gt; auf S. 29 bestätigen
diese Regel).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Auf gesundheitliche Probleme durch die ausschliesslich auf das
zwangszugewiesene Geschlecht ausgerichtete Hormonersatztherapie (d.h. z.B. für
CAIS-&amp;quot;Frauen&amp;quot; ausschliesslich körperfremdes Östrogen, obwohl der Körper
ursprünglich Testosteron produzierte, das anschliessend in körpereigenes
Östrogen umgewandelt wird) wird nicht eingegangen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Intersexuelle Menschen e.V. fordert Gerechtigkeit!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entgegen der Lippenbekenntnisse von Medizinern wird nach wie vor die
überwiegende Mehrzahl zwischengeschlechtlicher Menschen mehrfach
zwangsoperiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 21. Juli 2008 reichte eine Delegation von Intersexuelle Menschen e.V. in
New York vor dem UN-Komitee CEDAW einen ersten &lt;a href=&quot;http://intersex.schattenbericht.org/&quot;&gt;Schattenbericht&lt;/a&gt; zu den
Menschenrechtsverstössen an intersexuellen Menschen in Deutschland ein. Am
kommenden Januar wird die Bundesregierung in Genf Rede und Antwort stehen
müssen. Weitere Vorstösse sind in Vorbereitung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Der Dachverband der deutschsprachigen Selbsthilfegruppen,
Intersexuelle Menschen e.V.,&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; &lt;a style=&quot;font-weight: bold; font-style: italic;&quot; href=&quot;http://intersexuelle-menschen.net/forderungen.html&quot;&gt;fordert ein Leben in
Würde&lt;/a&gt; &lt;strong&gt;&lt;em&gt;für alle zwischengeschlechtlichen Menschen, das
sofortiges Ende der von der Bundesregierung geduldeten, menschenrechtswidrigen
Zwangsoperationen und eine angemessene Entschädigung für alle Opfer!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentliche Veranstaltung Montag, 15. Dezember 2008 in
Berlin&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/12/02/Veranstaltung-zum-Schattenbericht-von-Intersexuelle-Menschen-eV-in-Berlin-Mo-1512&quot;&gt;Podiumsdiskussion,
Vorstellung und Übergabe der CEDAW-Schattenberichte an die
Bundesregierung&lt;/a&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur und Quellen:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;quot;Hamburger Studie&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.springer.com/medicine/thema?SGWID=1-10092-2-513709-0&quot;&gt;http://www.springer.com/medicine/thema?SGWID=1-10092-2-513709-0&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vorabbericht der &amp;quot;Lübecker Studie&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.netzwerk-is.uk-sh.de/is/fileadmin/documents/netzwerk/evalstudie/Bericht_Klinische_Evaluationsstudie.pdf&quot;&gt;
http://www.netzwerk-is.uk-sh.de/is/fileadmin/documents/netzwerk/evalstudie/Bericht_Klinische_Evaluationsstudie.pdf&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;CEDAW-Schattenbericht Intersexuelle Menschen e.V.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://intersex.schattenbericht.org&quot;&gt;http://intersex.schattenbericht.org&lt;br /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Forderungsliste Intersexuelle Menschen e.V.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://intersexuelle-menschen.net/forderungen.html&quot;&gt;http://intersexuelle-menschen.net/forderungen.html&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Siehe auch:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
- &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/12/01/Neuere-Operationstechniken-beeintrachtigten-die-Orgasmus-Fahigkeit-starker-als-altere-Lancet&quot;&gt;
&amp;quot;Neuere Operationstechniken beeinträchtigten die Orgasmus-Fähigkeit stärker als
ältere&amp;quot; - Lancet&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
- &lt;a href=&quot;http://www.intersex-menschen-xyfrauen.de/phpBB2/viewtopic.php?t=452&quot;&gt;Offener
Brief an das Kinderspital Zürich&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nachtrag:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://faz-community.faz.net/blogs/biopolitik/archive/2008/12/05/zwischenergebnisse-f-252-r-zwitter-196-rzte-m-252-ssen-umdenken.aspx&quot;&gt;
&amp;quot;Zwischenergebnisse für Zwitter: Ärzte müssen umdenken&amp;quot;&lt;/a&gt; (Oliver Tolmein auf
FAZ-online)&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/12/04/Weltweit-grosste-Zwitter-Studie-straft-Bundesregierung-Lugen#comment-form</comments>
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      </item>
    
  <item>
    <title>&quot;Neuere Operationstechniken beeinträchtigten die Orgasmus-Fähigkeit stärker als ältere&quot; - Lancet</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/12/01/Neuere-Operationstechniken-beeintrachtigten-die-Orgasmus-Fahigkeit-starker-als-altere-Lancet</link>
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    <pubDate>Mon, 01 Dec 2008 04:14:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;img title=&quot;schluss mit genitalen zwangsoperationen, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-4.gif&quot; /&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Eine unlängst im Fachjournal Lancet veröffentlichte Studie bestätigt das
wenig glückliche Leben der intersexuellen Frauen, denn deren Sexualität bleibt
auf Dauer gestört. 39 zum Teil vielfach operierte Frauen im Alter zwischen 18
und 70 Jahren beteiligten sich an einer Befragung der Londoner
Universitäts-Frauenklinik. 28 waren sexuell aktiv, davon drei mit Frauen. Elf
hatten noch nie in ihrem Leben sexuelle Beziehungen. Keine der sexuellen
Beziehungen verlief problemlos, sei es wegen Gefühllosigkeit in der Klitoris,
Anorgasmie oder Hemmungen, sich mit dem Partner über die besondere Situation
auszutauschen. Die Probleme waren bei Operierten wie Nicht-Operierten im
Wesentlichen gleich häufig, mit Ausnahme der klitoralen Gefühlsstörungen.
Neuere Operationstechniken beeinträchtigten die Orgasmus-Fähigkeit übrigens
stärker als ältere.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://web.archive.org/web/20040514055702/http://www.aerztlichepraxis.de/aktuell/artikel/1054738984/gynaekologie/sexualitaet&quot;&gt;
http://www.aerztlichepraxis.de/aktuell/artikel/1054738984/gynaekologie/sexualitaet&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;(gefunden via &lt;a href=&quot;http://transray.com/&quot;&gt;transray&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/12/01/Neuere-Operationstechniken-beeintrachtigten-die-Orgasmus-Fahigkeit-starker-als-altere-Lancet#comment-form</comments>
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      </item>
    
  <item>
    <title>Lübeck: Doch psychologische Versorgung auch 2009?</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/11/14/Lubeck%3A-Doch-psychologische-Versorgung-auch-2009</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:585a352dce801962258b05f2bc24561a</guid>
    <pubDate>Fri, 14 Nov 2008 03:50:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;menschenrechte auch für zwitter, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-3.gif&quot; /&gt;Im &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/22/Teil-2%3A-Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG&quot;&gt;
2. Teil des Berichts zur Netzwerktagung RECHTE VON KINDERN IN MEDIZIN UND
FORSCHUNG&lt;/a&gt; vom Freitag 10.10.08 in Göttingen hatte ich folgendes
geschrieben:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die grösste Bombe der Abschlussrunde liess jedoch Eva Kleinemeier so
nebenbei platzen: &lt;strong&gt;Nach Einstellung der Bundesförderung für das Netzwerk
steht in Lübeck ab 2009 keine psychologische Beratung für Eltern und junge
Zwischengeschlechtliche mehr zur Verfügung!&lt;/strong&gt; (Wohlbemerkt dasselbe
Netzwerk, das immer wieder behauptet, psychologische Betreuung sei im Rahmen
des Netzwerks selbstverständlich und &lt;a href=&quot;http://google.com/search?q=cache:0o2e3uOabtoJ:www.forschergruppe-is.uk-sh.de/deu/paedprax_webversion.doc&quot;&gt;
in Lübeck würden PsychologInnen &amp;quot;Bereits in ersten Diagnosegesprächen&amp;quot;
beigezogen&lt;/a&gt;! Obwohl -- neben Peer Support -- psychologische Betreuung nebst
von EthikerInnen auch von sämtlichen Selbsthilfegruppen seit Jahrzehnten als
unabdingbar gefordert werden -- eine zentrale Forderung z.B. auch der bestimmt
nicht als ärztefeindlich einzustufenden AGS-Eltern- und Patientenitiative seit
1992! Weiterer Kommentar wohl überflüssig ...)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Dazu erreichte mich inzwischen folgendes &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/22/Teil-2%3A-Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG#c8356746&quot;&gt;
&lt;strong&gt;Statement von Eva Kleinemeier&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;. Darin führt sie u.a.
aus:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Momentan wird die psychologische Versorgung von zwei
Netzwerkmitarbeiterinnen (meine Kollegin und ich) gewährleistet. Wir beiden
haben keine Planstellen, sondern werden über die Klinische Studie im Netzwerk
finanziert. Neben unseren Forschungsaufgaben (für die wir v.a. im Rahmen des
Netzwerks finanziert werden, betreuen wir seit vielen Jahren auch Menschen, die
in die DSD-Sprechstunde kommen. Unsere Stellen laufen Mitte 2009 (das hatte ich
auch erwähnt) aus. Das heißt, momentan ist nicht gesichert, wer und wie die
psychologische Versorgung aussehen wird, da es dafür momentan keine Gelder
gibt. Auch das Netzwerk (in dem viele unterschiedliche Menschen Mitglied sind)
wird dann kein Geld mehr dafür haben. Nichtsdestotrotz sind wir dabei Ideen zu
entwickeln, wie wir die psychologische Versorgung hier fest etablieren können,
auch ohne Fördergelder aus dem Netzwerk. In Lübeck gibt es eine kinder-und
jugendpsychosomat. Abteilung, deren MitarbeiterInnen diese Aufgaben dann mit
übernehmen würden! Die momentan Verantwortlichen im Netzwerk bemühen sich
 in Lübeck, eine weitere gute psychologische Betreuung zu gewährleisten
und werden an vielen (v.a. finanziellen) Schranken aufgehalten.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Grundsätzlich ist dies nicht allein die Schuld des Netzwerks, sondern
des Gesundheitssystems insgesamt, da psychologischer Versorgung immer eine
geringere Bedeutung zugemessen als medizinischer wird und
Kliniken/Krankenkassen in diesem Bereich als erstes sparen! Das finde ich sehr
problematisch und kann Ihnen nur zustimmen. Mir geht es v.a. darum darauf
aufmerksam zu machen, dass alle Seiten in dem Bereich sich für den Erhalt und
v.a. den Aufbau (in den meisten Einrichtungen gibt es das nämlich gar nicht)
von psychologischer Betreuung bei DSD einsetzen müssen. Meines Erachtens müsste
es auch fachliche Schulungen für psychologische, pflegerische und medizinische
MitarbeiterInnen geben (auch daran arbeiten wir gerade).&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;strong&gt;Mein Kommentar:&lt;/strong&gt; Ich glaube, ich spreche nicht nur für mich,
wenn ich sage, dass ich mich sehr freue, dass z.Zt. in Lübeck Anstrengungen
unternommen werden, die psychologische Versorgung allen Widrigkeiten zum Trotz
auch künftig zu gewährleisten! Umso mehr, wenn daraus endlich eine ordentliche,
feste Institution würde! Es war nicht meine Absicht, diesen Goodwill nicht zu
würdigen oder herunterzumachen. Trotzdem bleiben für mich persönlich eine Menge
Fragen, z.B.:&lt;br /&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Wenn dem Netzwerk im Allgemeinen und Lübeck im Besonderen die von den
betroffenen Menschen seit langem geforderte &lt;em&gt;selbstverständliche &amp;amp;
flächendeckende&lt;/em&gt; psychologische Versorgung ebenso wichtig ist, warum wird
sie dann nicht offensiver gefordert?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Zu einer ordnungsgemässen psychologischen Versorgung gehörten m.E.
selbstverständlich Planstellen in &lt;em&gt;allen&lt;/em&gt; Kliniken / Kompetenzzentren.
&amp;quot;Kreative Lösungen&amp;quot; wie z.B. das &amp;quot;Zweckentfremden&amp;quot; von Forschungsstellen zur
psychologischen Betreuung sind bestimmt eine bessere Notlösung als gar keine
Betreuung (was ich auch entsprechend hoch anrechnen möchte), zeigen aber
letzlich bloss einmal mehr, wie prekär die Situation auch nach X Jahren
Netzwerk nach wie vor ist, ohne dass ich diesbezüglich vom Netzwerk gross die
Forderung vernehme, hier müsse sich endlich prinzipiell was ändern?! Oder habe
ich etwas verpasst? Stattdessen wird meines Wissens nach &lt;a href=&quot;http://google.com/search?q=cache:0o2e3uOabtoJ:www.forschergruppe-is.uk-sh.de/deu/paedprax_webversion.doc&quot;&gt;
wie verlinkt&lt;/a&gt; vollmundig behauptet, die psychologische Versorgung sei z.B.
in Lübeck schon gewährleistet, und zwar auf eine Art und Weise, dass mensch
annehmen muss, es handle sich dabei um eine reguläre und planmässige
Versorgung.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Am diesjährigen Netzwerktreffen monierte z.B. die Vertreterin der
AGS-Selbsthilfe wohl nicht zum ersten Mal, psychologische Betreuung sei &amp;quot;nach
wie vor die Ausnahme und nicht die Regel&amp;quot;. Gibt von Seiten des Netzwerks nur
schon z.B. eine Übersicht, wo überhaupt reguläre psychologische Beratung
angeboten wird (d.h. ordentliche Feststellen)? Und wo dies nicht der Fall ist,
was für Bestrebungen im Gang sind, dies zu ändern?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
Hervorheben möchte ich auch den von Eva Kleinemeier angesprochenen Punkt der
mangelnden (bzw. wohl ziemlich nichtexistenten) Schulung. Aufnahme von
&amp;quot;Intersexualität&amp;quot; in die Lehrpläne der angesprochenen Ausbildungen ist
bekanntlich auch ein zentraler Punkt im &lt;a href=&quot;http://intersexuelle-menschen.net/forderungen.html&quot;&gt;Forderungskatalog von
Intersexuelle Menschen e.V.&lt;/a&gt; Natürlich werden an sowas nicht alle klinisch
Beteiligten bloss ihre Freude haben. M.E. erschöpft sich das Interesse der
Mediziner-Zunft an Psychologie allzuoft schnell einmal darin, möglichst rasch
eine &amp;quot;Geschlechtsidentität&amp;quot; prognostiziert zu bekommen, um dann so
&amp;quot;genderoptimiert&amp;quot; und psychologisch abgesegnet möglichst unbehelligt weiter
zwangsoperieren zu können. 
&lt;p&gt;Reguläre, adäquate und funktionierende psychologische Versorgung (wie auch
Peer Support!) sowohl für betroffene Menschen wie auch für betroffene Eltern
sind  Grundvoraussetzungen, um die unsäglichen und menschenrechtswidrigen
genitalen Zwangsoperationen endlich zu überwinden, sprich Zwittern endlich das
Recht auf körperliche Unversehrtheit rsp. auf informierte Einwilligung
zuzugestehen! Nicht umsonst ist Gewährleistung von psychologischer Versorgung
(ebenso wie Peer Support!) auch im &lt;a href=&quot;http://intersexuelle-menschen.net/forderungen.html&quot;&gt;Forderungskatalog von
Intersexuelle Menschen e.V.&lt;/a&gt; ebenfalls eine zentrale Forderung. Wann wird
sie endlich erfüllt?&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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      </item>
    
  <item>
    <title>Teil 2: Tagung RECHTE VON KINDERN IN MEDIZIN UND FORSCHUNG</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/22/Teil-2%3A-Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG</link>
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    <pubDate>Wed, 22 Oct 2008 14:36:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;schluss mit genitalen zwangsoperationen, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-4.gif&quot; /&gt;Während der &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/10/Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG-Teil-1&quot;&gt;1.
Teil der Tagung&lt;/a&gt; vom Donnerstag um Fragen zur Ethik von medizinischen
Behandlungen ging, die nichts direkt mit &amp;quot;Intersexualität&amp;quot; zu tun haben, aber
vielfach ähnliche Fragen aufwerfen und interessante übergreifende Zusammenhänge
aufzeigten, ging es am Freitag 10.10.08 in Göttingen spezifisch um die
'Behandlung' &amp;quot;Intersexueller&amp;quot;. Ein Fazit zur gesamten Veranstaltung findet sich
an Schluss dieses 2. Teils, ebenso wichtiges zur Zukunft der psychologischen
Betreuung in Lübeck.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Referat&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Petra Zackheim&lt;br /&gt;
Technion-Israel Institute of Technology, Israel&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Eine Bombe werfen: Dilemmas in einer
Intersex-Situation&amp;quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Den martialischen Titel begründete die Vortragende damit, dass Eltern, wenn bei
Kindern &amp;quot;Intersexualität&amp;quot; diagnostiziert wird, &amp;quot;unter Feuer&amp;quot; stünden, sowie mit
der ethischen Sprengkraft des &amp;quot;Dilemmas&amp;quot;. Im Zentrum des Vortrags stand ein
erschütternder Fallbericht (Publikation in Vorbereitung) über die
psychotherapeutische Behandlung (und Erforschung, muss wohl hinzugefügt werden)
eines Zwillingspaars arabischer Herkunft mit der Diagnose &lt;a href=&quot;http://xy-frauen.de/formen.htm#17beta&quot;&gt;17-Beta-HSD-Mangel&lt;/a&gt;. Wie es sich
&amp;quot;gehört&amp;quot;, wurden beide &lt;a href=&quot;http://kastrationsspital.ch&quot;&gt;zwangskastriert&lt;/a&gt;, Pardon, &amp;quot;orchidektomiert&amp;quot;,
und zwar im Alter von 4 Jahren, das eine Kind jedoch nur einseitig. Dieses
vermännlichte im Zeitraum von 9 1/2 bis 10 Jahren und lebt seither als Knabe,
während das andere Kind ein &amp;quot;Mädchen&amp;quot; blieb. Erst darauf begann die Behandlung
im medizinischen Zentrum Rambam, wo auch die Vortragende arbeitet. Wie ich es
verstand, versucht sie schwerpunktmässig in Interviews herauszufinden, wie sich
die &amp;quot;Identität&amp;quot; der Zwillinge unterscheidet. Von der Umgebung sei der
&amp;quot;Geschlechtswechsel&amp;quot; des Knaben gut aufgenommen worden. Er selbst habe die neue
Rolle akzeptiert, auch wenn er es nicht möge, zu kämpfen, aber er tue es, weil
er müsse (&amp;quot;Jungs kämpfen, Mädchen beklagen sich&amp;quot;). Sein Traumberuf sei
Modedesigner. Dem Mädchen gehe es vergleichsweise schlechter, was auch damit
zusammenhänge, dass in ihrer Kultur eine unfruchtbare Frau es schwer habe. Laut
eigener Aussage fühle sie sich &amp;quot;60% weiblich und 40% männlich&amp;quot;, wäre aber gern
&amp;quot;100% weiblich&amp;quot;, da ihr der Weg ihres Bruders nicht mehr offen steht. Sie sage
heute noch, die Ärzte hätten ihr als Kind &amp;quot;den Uterus herausgenommen&amp;quot;. Ein
Argument der Vortragenden gegen chirurgische Zuweisungen war, dass auch bei
&amp;quot;normalen&amp;quot; Jungen und Mächen der Prozess der Bewusstwerdung des eigenenen
Geschlechts und der damit verbundenen Indentitätsfragen und des Verhaltens ein
jahrelanger Prozess sei, dessen Ausgang bei &amp;quot;Intersexuellen&amp;quot; erst recht nicht
in den ersten 2 jahren prognostiziert werden könne. Leider bestand ein
Grossteil des Referat aus einer Abhandlung über die biologischen Aspekte von
&amp;quot;Intersexualität&amp;quot; von gonadalem bis &amp;quot;Gehirn&amp;quot;-Geschlecht (in Anführungszeichen
schon bei der Votrtragenden) usw., den wohl die meisten Anwesenden schon
mehrfach gehört hatten, weshalb die in der Zusammenfassung angekündigten
ethischen Fragestellungen definitiv zu kurz kamen (oder gleich aussen vor
gelassen wurden). Zwar lesen sich diese auch in der hiesigen Situation über
weite Strecken utopisch, was sie aber nicht weniger interessant macht:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;- Wie können wir de Eltern mit angemessener psychologischer Beratung bei
der Entscheidungsfindung helfen?&lt;/em&gt;&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;em&gt;- Wie unterrichten wir Eltern über das da Recht ihrer Kinder &amp;quot;zu
wissen&amp;quot;?&lt;/em&gt;&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;em&gt;- Wie helfen wir den Kindern zu entscheiden? Wieviel zeit braucht es für
psychologisch ausgereifte Entscheidungen?&lt;/em&gt;&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;em&gt;- Wie gerichtet sollen Informationen, Beratung und psychologische Erziehung
vermittelt werden?&lt;/em&gt;&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;em&gt;- Wie kann die Evaluation betreffend Gerichtsverfahren in den
psychosozialen Behandlungsplan integriert werden?&lt;/em&gt;&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;em&gt;- Wie sollen Differenzen in Behandlungsansätzen, speziell im Bezug auf
ethische Fragen, gehandhabt werden?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Speziell dünkte mich befremdend, dass die Vortragende von vornherein
unterstellte, die Mediziner hätten dem einen Zwillingskind absichtlich
lediglich einen Hoden entfernt, und über die Motivation dazu mutmasste, weshalb
ich in der Diskussion u.a. darauf hinwies, dass nicht vollständige Entfernung
von Leistenhoden auch in Europa öfters zu konstatieren sei, obwohl die
Mediziner jedesmal eine vollständige Enfernung angestrebt hätten, und dass auch
das mit der &lt;a href=&quot;http://kastrationsspital.ch&quot;&gt;immer wieder beschworenen
&amp;quot;Krebsgefahr&amp;quot;&lt;/a&gt; letzlich bloss eine Ausrede sei, um hormonell &amp;quot;reinen Tisch&amp;quot;
zu machen und dann nach eigenem Gutdünken zuweisen zu können, was sich auch
daran zeige, dass keine seriösen Untersuchungen zur wirklichen Krebsgefahr
vorliegen und auch gar nicht angestrebt werden. Der anwesende Kinderchirurg
Maximilian Stehr (siehe auch &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/10/Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG-Teil-1&quot;&gt;
1. Teil&lt;/a&gt;) führte dazu aus, bei nicht abgestiegenen Hoden sei die Krebsgefahr
&amp;quot;10-20 mal höher&amp;quot;, was aber in Prozentzahlen immer noch sehr gering sei.
Trotzdem empfehle er die prophylaktische Entnahme, da eine verlässliche
Vorsorgeuntersuchungen nur mittels Magnetresonanztomographie (MRT) zu machen
seien (Ultraschall sei zu wenig sicher), was zu aufwändig sei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da frag ich mich doch hier persönlich einfach einmal mehr (&lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/10/Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG-Teil-1&quot;&gt;siehe
Stichwort &amp;quot;Jungenbeschneidung&amp;quot; im 1. Teil&lt;/a&gt;), ob irgendjemand auch bei
&amp;quot;normalen&amp;quot; Männern und Frauen sowas sagen würde, und weshalb bei solchen
Praktiken an Zwittern nach wie vor nicht sogleich ein empörter Aufschrei durch
die EthikerInnen-Gemeinde geht, sekundiert von Menschenrechtsorganisationen,
Gleichstellungsinstitutionen usw. ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2. Referat&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Maria Luisa Di Pietro / Andrea Virdis&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Klinische und bioethische Aspekte bei Geschlechtszuweisungen von
Kindern mit nicht-eindeutigen Genitalen&amp;quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Leider benötigte der Referent (die erstgenannte Autorin war nicht angereist)
den Löwenanteil seiner Redezeit, um (sichtlich fasziniert) erneut im Detail die
Feinheiten von gonadalem bis Gehirngeschlecht abzuhandeln (diesmal ohne
Anführungsstriche), gefolgt von den Unterschieden zwischen &amp;quot;pseudo&amp;quot; und
&amp;quot;echten&amp;quot; Hermaphroditen sowie der Lebensgeschichte von David Reimer (dass auch
dessen Bruder sich umbrachte, liess er hingegen aus). Sprich für Ethik blieb
erst recht kaum mehr Raum. Immerhin forderte der Referent abschliessend:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;- Einbezug der Patienten&lt;br /&gt;
- Psychologische Begleitung&lt;br /&gt;
- Informierte Einwilligung für chirurgische Eingriffe und
Hormonbehandlungen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Und konstatierte dazu lapidar, dass Ethiker jeweils nur
&lt;em&gt;Empfehlungen&lt;/em&gt; machen können, falls sie überhaupt gefragt werden; in der
Regel finde kaum ein klinischer Bezug oder Kontakt statt, dass Ärzte sich
jemals nach ethischen Implikationen z.B. bei Zwangsoperationen erkundigen, sei
die absolute Ausnahme (ein Beispiel, von dem er erzählte, fand unter den
anwesenden Fachpersonen dann auch entsprechende Beachtung). Zudem führe das
Thema &amp;quot;Intersexualität&amp;quot; auch im medizinethischen Diskurs eine krasse
Randexistenz, im Fachbuch für Medizinethik bekomme es grad mal 2 Seiten. (Wäre
noch hinzuzufügen, dass auch in Deutschland ethische Aspekte &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/03/04/Weisse-Kittel-mit-braunen-Kragen-reloaded&quot;&gt;in der
Mediziner-Ausbildung sowieso nach wie vor systematisch ausgeblendet
werden&lt;/a&gt;.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Diskussion räumte M. Stehr ein, die modernen OP-Techniken zur
Klitorisreduktion würden darauf abzielen, das Empfinden zu erhalten, genaueres
wisse man aber erst &amp;quot;in 10-20 Jahren&amp;quot; (das übliche Argument, doch m.E. immerhin
schon mal ehrlicher, als die auch schon z.B. am diesjährigen Netzwerktreffen
vernommene Behauptung, die &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/11/5-Netzwerk-Treffen-Kiel-6908%3A-Intersexualitat-ade-DSD-ahoi&quot;&gt;
Empfindlichkeit bleibe zu 100% erhalten, das sei einfach so&lt;/a&gt;). (Leider
kannte ich zu diesem Zeitpunkt das Fachbuch &lt;em&gt;&amp;quot;Ethics and Intersex&amp;quot;&lt;/em&gt;, Ed.
Sharon Sytsma, noch nicht, das auch in der im Eingang ausgelegten Fachliteratur
aus der Universitatsbibliothek der co-veranstaltenden Abteilung für
Medizinethik und Geschichte der Medizin fehlte. Darin werden die aktuellen
Untersuchungen zum Thema diskutiert -- mit dem Ergebnis, dass auch die neueren
OP-Methoden das sexuelle Empfinden klar beinträchtigen, vgl. S. xxiv --
&lt;a href=&quot;http://google.com/search?q=cache:lY-SwlxKVucJ:www.aissg.org/PDFs/Sytsma-Front-Matter.pdf&quot;&gt;
nachzulesen hier&lt;/a&gt; -- und S. 208-210 im Beitrag &lt;em&gt;&amp;quot;Adult Outcomes of
Feminizing Surgery&amp;quot;&lt;/em&gt; von Sarah Creighton. --&amp;gt; Vielsagende Besprechung
des Buches durch eine Juristin in der CH-Ärztezeitung, &lt;a href=&quot;http://google.com/search?q=cache:9_3xGYuTaq8J:www.saez.ch/pdf_d/2007/2007-39/2007-39-828.PDF+%22Ethics+and+Intersex%22&quot;&gt;
ab S. 2&lt;/a&gt;.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eva Kleinemeier vom Netzwerk (Lübeck) hielt im weiteren Verlauf der
Diskussion erfreulicherweise fest, die bei ihnen betreuten Fälle von nicht
operierten Mädchen mit AGS würden belegen, dass es für Kinder durchaus möglich
sei, mit uneindeutigem Genitale zu leben. (Eine Erkenntnis, die auch von Eltern
in den Medien wiederholt berichtet wurde &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/02/05/Wegen-Prozess%3A-Druck-auf-Arzte-wachst&quot;&gt;eins&lt;/a&gt; / &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/02/Intersexualitat%3A-Aus-der-Rolle-gefallen-Zeit-v-18092008-Nachtrag&quot;&gt;
zwei&lt;/a&gt; -- bloss die Zwangsoperateure stellen sich nach wie vor taub.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. Referat&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Claudia Wiesemann&lt;br /&gt;
Universität Göttingen&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Ethische Richtlinien für die medizinische Handhabung von
Intersexualität von Kindern und Jugendlichen: eine kritische
Würdigung&amp;quot;&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Eine Vorbemerkung: Die Referentin ist sowohl Vorsteherin der co-veranstaltenden
Abteilung für Medizinethik und Geschichte der Medizin wie auch der &lt;a href=&quot;http://www.netzwerk-is.uk-sh.de/is/index.php?id=180&quot;&gt;Arbeitsgruppe Ethik des
Netzwerks&lt;/a&gt;, welche im März 2008 in der Monatsschrift Kinderheilkunde deren
&amp;quot;Ethische Grundsätze und Empfehlungen bei DSD&amp;quot; publizierte (--&amp;gt; &lt;a href=&quot;http://www.netzwerk-is.uk-sh.de/is/fileadmin/documents/netzwerk/ag/pdf/AG_Ethik_Empfehlungen.pdf&quot;&gt;
PDF-Download 35 kb&lt;/a&gt;, kurze Kritik dazu siehe &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/07/5-Treffen-Netzwerk-Intersexualitat-Kiel-692008&quot;&gt;Nellas Rede
am Netzwerktreffen&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;
Als Einstieg ins Thema wählte die Referentin die Berichterstattung in den
Medien zu Christianes Prozess (siehe Pressespiegel &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/10/Von-Zwangsoperateur-schuldhaft-in-Selbstbestimmungsrecht-verletzt-Zwitterprozess-Pressespiegel-OLG-4608&quot;&gt;
eins&lt;/a&gt; / &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/04/Kolner-Zwitterprozess-Christiane-siegt-definitiv-auch-in-2-Instanz&quot;&gt;
zwei&lt;/a&gt;), welche sie als &amp;quot;aufgeschlossen&amp;quot; und &amp;quot;nicht auf einen
Freak-Standpunkt reduzierend&amp;quot; lobte (siehe dazu auch das &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/03/20/Gigi-Editorial-uber-Christiane-und-diesen-Blog&quot;&gt;Gigi-Editorial#54&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;

Danach kritiserte sie Money's Zwangszuweisungs-&amp;quot;Optimal Gender Policy&amp;quot;,
welche&lt;br /&gt;
- die Idee von körperlicher Integrität und Wohlbefinden &amp;quot;auf nicht-uneindeutige
Genitale reduziert&amp;quot;,&lt;br /&gt;
- den durch die Medizinalisierung enstehenden Schaden &amp;quot;unterschätzen&amp;quot; würde
und&lt;br /&gt;
- auf &amp;quot;Nicht-Offenlegung&amp;quot; gegenüber den Patienten beruht, was Peer Support
faktisch verunmögliche.&lt;br /&gt;
Demgegenüber würde das von Kipnis/Diamond geforderte Moratorium von
nicht-eingewilligten OPs&lt;br /&gt;
- Gefahr laufen, die Bedürfnisse des Kindes zu unterschätzen, um ihm späteren
Nutzen als Erwachsenen zu ermöglichen&lt;br /&gt;
- zu sehr das Konzept der Irreversibilität betonen&lt;br /&gt;
- und die Eltern-Kind-Beziehung ignorieren. (Das &amp;quot;ewige Thema&amp;quot;, vgl. hierzu
auch die jüngste &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/02/Intersexualitat%3A-Aus-der-Rolle-gefallen-Zeit-v-18092008-Nachtrag&quot;&gt;
&amp;quot;Zeit-Kontroverse&amp;quot;&lt;/a&gt;.)&lt;br /&gt;
Cheryl Chase betone demgegenüber den Konflikt zwischen Eltern und Kind.&lt;br /&gt;
Weiter kritisierte die Referentin, für das absolute &amp;quot;Beste Interesse&amp;quot; des
Kindes gäbe es letzlich gar keinen Massstab. Es bestehe ein Konflikt zwischen
auf der einen Seite den&lt;br /&gt;
- Ansprüchen von Familien auf Privatspäre und Familienautonomie (gemeint war
wohl eher Elternautonomie)&lt;br /&gt;
und andrerseits Ansprüchen der Kinder auf&lt;br /&gt;
- ihre individuellen Rechte&lt;br /&gt;
- Mitbeteiligung der Kinder in der Entscheidungsfindung&lt;br /&gt;
- Förderung einer guten Eltern-Kind-Beziehung&lt;br /&gt;
- Peer Support&lt;br /&gt;
- dass lediglich Behandlungen angeboten werden mit guter bzw. bester erwiesener
Wirkung&lt;br /&gt;
- wozu Ergebnisstudien zu tätigen seien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der abschliessenden Diskussionsrunde hielt die Referentin zudem fest, es
gebe in der BRD sehr wohl Gesetze gegen Kastration und Sterilisation bei
Kindern -- sie würden aber bei Intersexuellen nicht angewendet. Der Referent
vom Vortag Pekka Louhiala forderte die EthikerInnen zudem auf, sich vermehrt in
die Belange und Kreise der MedizinerInnen einzumischen (und begrüsste dazu
explizit die Publikation der Netzwerk-Empfehlungen in der
Kinderheilkunde-Monatsschrift), zu oft würden EthikerInnen unter sich bleiben
und ihre Empfehlungen deshalb erst recht nie berücksichtigt. Ich selber tat
mein möglichstes, u.a. für die &lt;a href=&quot;http://intersexuelle-menschen.net/forderungen.html&quot;&gt;Forderungsliste des
Vereins&lt;/a&gt; und den &lt;a href=&quot;http://intersex.schattenbericht.org/&quot;&gt;Schattenbericht&lt;/a&gt; Werbung zu machen.
(Leider schaffte ich es nicht mehr, noch eine grundsätzliche Debatte zum
Gebrach den Un-Begriffs DSD anzuzetteln zu versuchen, der auch innerhalb der
Ethikempfehlungen unhinterfragt durchgehend gebraucht wird, obwohl die
Ethikgruppe behauptet, &amp;quot;das Unbehagen und die Ablehnung von
Fremdzuschreibungen&amp;quot; zu &amp;quot;respektieren&amp;quot; und &amp;quot;alternative Eigenentwürfe&amp;quot; zu
&amp;quot;akzeptieren&amp;quot;.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die grösste Bombe der Abschlussrunde liess jedoch Eva Kleinemeier so
nebenbei platzen: &lt;strong&gt;Nach Einstellung der Bundesförderung für das Netzwerk
steht in Lübeck ab 2009 keine psychologische Beratung für Eltern und junge
Zwischengeschlechtliche mehr zur Verfügung!&lt;/strong&gt; 
(&lt;strong&gt;Nachtrag:&lt;/strong&gt; &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/22/Teil-2%3A-Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG#c8356746&quot;&gt;
Kommentar von Eva Kleinemeier&lt;/a&gt;) (Wohlbemerkt dasselbe Netzwerk, das immer
wieder behauptet, psychologische Betreuung sei im Rahmen des Netzwerks
selbstverständlich und &lt;a href=&quot;http://74.125.39.104/search?q=cache:0o2e3uOabtoJ:www.forschergruppe-is.uk-sh.de/deu/paedprax_webversion.doc&quot;&gt;
in Lübeck würden PsychologInnen &amp;quot;Bereits in ersten Diagnosegesprächen&amp;quot;
beigezogen&lt;/a&gt;! Obwohl -- neben Peer Support -- psychologische Betreuung nebst
von EthikerInnen auch von sämtlichen Selbsthilfegruppen seit Jahrzehnten als
unabdingbar gefordert werden -- eine zentrale Forderung z.B. auch der bestimmt
nicht als ärztefeindlich einzustufenden AGS-Eltern- und Patientenitiative seit
1992! Weiterer Kommentar wohl überflüssig ...)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fazit:&lt;/strong&gt; Obwohl ich mir in der Diskussion wiederholt als
Störefried betrachtet vorkam, war die Tagung interessant und ist meine
persönliche Bilanz positiv. Aus meiner Sicht wäre wünschenswert, dass sich
künftig vermehrt betroffene Menschen in solche Diskussionen einmischen würden
(auch wenn ich verstehen kann, dass das nicht einfach ist, erst recht wenn
mensch emotional weniger Abstand hat als ich und sich dann haarsträubende Dinge
anhören muss und gar noch angefeindet wird). Die z.B. an der Vereinsitzung im
Vorfeld geäusserten Bedenken, die Tagung würde primär der eigenen Absicherung
des Netzwerks für die nicht besonders griffigen und auch nicht wirklich
menschenrechtskonformen Ethik-Empfehlungen dienen, fand ich jedoch so nicht
bestätigt. Trotzdem fand ich es bedenklich, wie gross auch bei den EthikerInnen
der Abstand zu den Opfern der Medizyner m.E. nach wie vor fühlbar ist. Manche
der geladenen Expertinnen&amp;quot;, vor allem, wenn es spezifisch um &amp;quot;Intersexualität&amp;quot;
ging, dünkten mich überfordert und nicht wirklich übergreifend mit dem Thema
vertraut. Bezeichnand auch das geringe (Fach-)Publikumsinteresse an der
Tagung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bleibt zum Schluss die bohrende Frage, inwieweit solche Ethikveranstaltungen
und -Gruppen den Medizynern nicht letztlich doch bloss als Feigenblatt dienen,
um möglichst ungestört weiter zwangsoperieren zu können ... &lt;strong&gt;Von diesen
menschenrechtswidrigen Zwangsoperationen werden sie letztlich keine
Ethikdebatten und sonstige Unverbindlichkeiten abhalten, sondern erst
massenhaft weitere Gerichtsprozesse -- und andere Formen konkreten Drucks in
der Öffentlichkeit, im Parlament und nicht zuletzt auch &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/07/06/Aktion-Offener-Brief-Kinderspital-Zurich-6708&quot;&gt;vor ihrer
eigenen Haustüre&lt;/a&gt;!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Siehe auch:&lt;/strong&gt; &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/11/14/Lubeck%3A-Doch-psychologische-Versorgung-auch-2009&quot;&gt;
Lübeck: Doch psychologische Versorgung auch 2009?&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/22/Teil-2%3A-Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG#comment-form</comments>
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      </item>
    
  <item>
    <title>Tagung RECHTE VON KINDERN IN MEDIZIN UND FORSCHUNG (Teil 1)</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/10/Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG-Teil-1</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:d3bba2f21eb4c04e94548421a364a677</guid>
    <pubDate>Fri, 10 Oct 2008 21:53:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;menschenrechte auch für zwitter, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-3.gif&quot; /&gt;Ich hatte mich kurzfristig entschlossen,
an dieser 2-tägigen Veranstaltung teilzunehmen (&lt;a href=&quot;http://www.idw-online.de/pages/de/news281086&quot;&gt;Pressemitteilung zur
Veranstaltung&lt;/a&gt; / &lt;a href=&quot;http://www.egmed.uni-goettingen.de/egm/index.php?page=abt_veranstaltungen.html&quot;&gt;
Ankündigung auf der Göttinger Uni-Homepage&lt;/a&gt;), veranstaltet von der Abteilung
Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen und der
Arbeitsgruppe &amp;quot;Intersexualität und Ethik&amp;quot; im &amp;quot;Netzwerk DSD/Intersexualität&amp;quot;.
Zwischen beiden Gruppierungen gibt es personelle Überschneidungen: Prof. Dr.
Claudia Wiesemann steht beiden Organisationen vor, Susanne Ude-Koeller ist
ebenfalls beiderorts dabei. Die Netzwerk-Arbeitsgruppe erarbeitete auch die
&amp;quot;Ethische Grundsätze und Empfehlungen bei DSD&amp;quot;, publiziert in der Monatsschrift
Kinderheilkunde 3/2008 (&lt;a href=&quot;http://www.springerlink.com/content/r1n1t0456k0lp0m7/?p=4d3973f358e848a3b6a5d2124e9b3f50&amp;amp;pi=6&quot;&gt;umsonst
zugängliche Zusammenfassung&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Programm gliederte sich in 2 Teile, die ich auch für diese
Berichterstattung übernehme. Am 1. Tag ging es um verschiedene Aspekte, die
nicht direkt mit &amp;quot;Intersexualität&amp;quot; zu tun haben, jedoch vielfach ähnliche
Fragen aufwerfen und interessante Zusammenhänge aufzeigten. Am 2. Tag ging es
dann spezifisch um &amp;quot;Intersex&amp;quot;-Themen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn ich im Verlauf der Veranstaltung mehr als einmal leer schlucken
musste, war sie insgesamt doch interessant und ich habe eine Menge neu
erfahren. Die Tagung wurde durchgehend auf englisch gehalten, auf meine Kappe
gehende falsche Übersetzungen von Fachbegriffen bitte ich mitzuteilen.
Nachfolgend meine Zusammenfassung des 1. Tages:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Referat&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Marie Fox / Michael Thomson&lt;br /&gt;
Universität Keele, England&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Bestes Interesse&amp;quot; und anwaltschaftliche Vertretung von Kindern:
Eine Beschneidungsfallstudie&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Aus der Zusammenfassung: Kritisiert wurde ein allzu lasche Handhabung des
Kinderschutzes in England und eine allzugrosse Bereitschaft der behandelnden
Mediziner, welche Beschneidungen alleine nach dem Gutdünken der Eltern
vornehmen, ohne jede Rücksicht auf Schutz der Kinder vor ungewollten
Eingriffen, was nach Ansicht der Referenten &amp;quot;abwegig&amp;quot; ist, zumal in England
theoretisch straffere Kinderschutzvorschriften existieren als etwa in den USA.
Die Referenten schlagen deshalb vor, statt nur nach &amp;quot;besten Interessen&amp;quot;
zusätzlich auch nach &amp;quot;Bedürfnissen&amp;quot; gegenüber &amp;quot;(möglichen) Schäden&amp;quot; zu fragen,
um das Recht auf körperliche Unversehrtheit der betroffenen Kinder besser
verteidigen zu können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Diskussion erregte eine Stellungnahme des Kinderchirurgen Maximilian
Stehr besonderes Aufsehen, der radikal gegen nicht medizinisch indizierte
Beschneidungen an Knaben ist. Er veröffentlichte kürzlich dazu auch einen
ebenfalls &lt;a href=&quot;http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=61273&quot;&gt;Aufsehen erregenden
Artikel im Deutschen Ärzteblatt&lt;/a&gt;, weil er die Meinung vertritt, dass solche
medizinisch nicht notwendigen Beschneidungen in jedem Fall einen
Straftatbestand darstellen. In der Kinderchirurgie in München, wo er als
Oberarzt praktiziert, werden solche Beschneidungen deshalb nicht mehr
durchgeführt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da ich erst am Donnerstag Morgen anreisen konnte, verpasste ich die ersten 2
Vorträge und Diskussionen. Beim anschliessenden Beisammensein in der Kneipe
wurde mir dann von einer Drittperson zunächst fälschlicherweise berichtet, in
München würden  auch keine genitalen Zwangsoperationen an Zwittern mehr
durchgeführt. Dem ist aber leider nicht so, wie ich von Herr Stehr am nächsten
Tag durch Nachfragen erfuhr -- wäre auch zu schön gewesen: Im Gegenteil werden
auch Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität in München z.B. Kinder mit
AGS nach wie vor meist im Alter von 4-7 Monaten zwangsoperiert. Das ist wohl
der Unterschied zwischen &amp;quot;normalen&amp;quot; und &amp;quot;uneindeutigen&amp;quot; Genitalen: Während bei
&amp;quot;normalen&amp;quot; Penissen sich langsam durchsetzt, dass auch die Vorhaut nicht
einfach nach Gutdünken der Eltern und Ärzte beschnippelt werden darf, gilt bei
&amp;quot;intersexuellen&amp;quot; Genitalen das Selbstbestimmungsrecht weiterhin nix ... So
bleibt es weiterhin bei einem einzigen Arzt, von dem ich weiss, dass er aus
Gewissensgründen an Zwitterkindern keine genitalen Zwangsoperationen mehr
durchführt ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie mir Herr Stehr weiter berichtete, habe er auf den Ärteblatt-Artikel
einige &amp;quot;böse Leserbriefe&amp;quot; erhalten, &amp;quot;vor allem von niedergelassenen Ärzten&amp;quot;,
die eine bewährte Einnahmequelle verlieren würden, wenn sich Stehrs Ansicht
allgemein durchsetzt ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;2. Referat&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Sabine Müller&lt;br /&gt;
Universität Aachen&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Cochlea Implantate bei gehörlosen Babies -- &amp;quot;Bestes Interesse&amp;quot;
versus die Interessen der Gehörlosen Nation&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Aus der Zusammenfassung und einem Gespräch mit der Referentin: Bei gehörlosen
Kindern ist es mittlerweile möglich, ihnen mittels eines Implantats im den
Gehörgängen und einem &amp;quot;Gehörapparat&amp;quot;, der mittels Magnet aussen am Schädel
befestigt wird, einem Gehörsinn zu ermöglichen. Obwohl die Technik noch nicht
ausgereift ist und im Verlgeich zum natürlichen Gehörsinn umständlich
rudimentär bleibt, ist es gehörlos geborenen Kindern so trotzdem möglich,
Geräusche zu hören und auch sprechen zu lernen. Dazu muss der Eingriff
aleerdings in den ersten 2 Lebensjahren durchgeführt werden, weil sonst die
Gehörareale des Gehirns nicht entwickelt werden und irreversibel verkümmern.
Demgegenüber könnte der Eingriff später rückgängig gemacht werden, was aber
keine betroffenen Menschen anstreben würden. Trotzdem werden die Eingriffe von
Verbänden von gehörlos Geborenen kritisiert, weil damit ihre Kultur inkl.
Gebärdensprache akut vom Aussterben bedroht ist. Trotzdem argumentiert die
Referentin für das Recht der betroffenen Kinder auf Gehör.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;3. Referat&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Pekka Louhiala&lt;br /&gt;
Universität Helsinki, Finnland&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Über das Recht auf Grösse -- können Östrogenbehandlungen für
grossgewachsene Mädchen überhaupt gerechtfertigt werden?&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Der Referent untersuchte die weltweite wissenschaftliche Literatur zum Thema:
Seit 50 Jahren werden hochgewachsene Mädchen mit Östro (oder eine
Östro-Testo-Kombination) behandelt, um ihr Wachstum vorzeitig &amp;quot;einzufrieren&amp;quot;,
weil sie sonst unter ihrer Grösse unter &amp;quot;psychosozialen Problemen&amp;quot; leiden
würden (Minderwertigkeitsgefühle, Probleme einen Partner zu finden, wobei die
Mädchen ihrer Übergrösse die Schuld dafür geben). Möglich sind 6 cm weniger
Wachstum, wenn die Behandlung im &amp;quot;Knochenalter&amp;quot; von 10 Jahren beginnt, bei 13
Jahren sind noch 2 cm weniger möglich, während bei 14 Jahren keine Wirkung mehr
eintritt. Nebenwirkungen sind eine vorgezogenen Pubertät und verminderte
Fruchtbarkeit. Auch hier gibt es dazu weltweit keine verlässlichen Statistiken,
wie oft das Verfahren angewendet wurde, jedoch ist die Tendenz abnehmend, weil
das &amp;quot;Problem&amp;quot; offensichtlich seine soziale Relevanz verliere. Bezeichnend, dass
in allen Studien nie ethische Überlegungen oder Überprüfungen mit
Vergleichsgruppen angestellt wurden, sprich der Nutzen vs. Schaden der
Behandlung war nie erwiesen, abgestellt wurde immer auf die Wünsche der Eltern,
bzw. vornehmlich der Mütter (die Töchter hätten meist keine Meinung geäussert
und die Väter wurden gar nicht befragt). Eine australische Studie legte zudem
nahe, dass behandelte wie unbehandelte grosse Mädchen/Frauen gleich
überdurchschnittlich an Depressionen und anderen Problemen litten. In allen
Studien durchgehend nicht reflektiert wurde, dass die Untersuchungen und
Behandlungen an sich den Mädchen erst recht die Botschaft vermittelt: Du bist
nicht in Ordnung. Interessant auch, dass in vielen Studien die Übergrösse
schnell mal als &amp;quot;Krankheit&amp;quot; bezeichnet wird. Der Referent stand der Methode
skeptisch gegenüber, würde aber (hypothetisch) wohl doch seinen Einwilligung
geben, wenn z.B. seine Frau und seine Tochter darauf bestehen würden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Diskussion wurde u.a. darauf hingewiesen, dass kleine Männer auch
Probleme haben, eine Partnerin zu finden, ebenfalls &amp;quot;zu intelligente&amp;quot; Frauen,
und ob dann in dem Fall eine &amp;quot;Dummheitsbehandlung&amp;quot; angemessen wäre? Meinerseits
wies ich auf das allgemeinmenschliche Problem hin, einem Körpermerkmal &amp;quot;die
Schuld&amp;quot; für irgendwelche Probleme/Unzufriedenheiten zu geben, was m.E. (und
auch meiner eigenen Erfahrung nach) dazu führen kann, dass nach ev.
medizinischer &amp;quot;Entfernung&amp;quot; dann einfach das nächste Merkmal gesucht und auch
gefunden wird, was dann einen Teufelskreis in Bewegung setzen kann, was der
Referent auch als mögliche Ursache für &amp;quot;Schönheits-OP-Sucht&amp;quot; ansprach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;4. Referat&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Maya Peled-Raz&lt;br /&gt;
Universität Haifa, Israel&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Bestes Interesse&amp;quot; von Kindern bei nicht-therapeutischen
Eingriffen&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Die Referentin gab einen Überblick zum Begriff &amp;quot;Bestes Interesse&amp;quot; aus
juristischer Perspektive: Zunächst einmal dient der Begriff dazu, die
Befugnisse z.B. der Eltern zu beschränken. Es gibt jedoch 2 Möglichkeiten,
&amp;quot;Bestes Interesse&amp;quot; zu verstehen: Einerseits, die Interessen des Kindes zu
maximieren; andrerseits, seine Interessen zumindest nicht bedeutend zu
vermindern. Leider würde in der internationalen Rechtssprechung meist von der
2., schwächeren Bedeutung ausgegangen. Zudem wird eine Abwägung vorgenommen
zwischen Kindesinteresse, Autonomie der Familie (d.h. des Willens der Eltern),
der religiösen Praxis der Eltern, und den Interessen von &amp;quot;Kindern allgemein&amp;quot;.
Weiter führe das Prinzip der Vermeidung bedeutenden Schadens dazu, dass bei
grösserem Nutzen auch gleichzeitig grösserer Schaden in Kauf genommen werden
darf. Oft würden Gerichte (etwa bei nicht-therapeutischer Forschung oder bei
Organspenden von Geschwistern) zudem schnell mal spekulativen Nutzen als
gegeben annehmen, die Interpretation von &amp;quot;Nutzen&amp;quot; generell möglichst weit
spannen und &amp;quot;Opfer&amp;quot; von individuellen Kindern als legitim betrachten ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;5. Referat&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Imme Petersen / Regine Kollek&lt;br /&gt;
Universität Hamburg&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Herausforderungen gewebsbasierter Forschung: Empirischer Überblick
über die Einstellungen von Eltern und Ihre Bedürfnisse betreffend informierte
Einwilligung und Datenschutz&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Die Referentin erarbeitet zu diesem Thema eine Studie. Praktisch jedes Kind mit
Krebs nehme an medizinischen Versuchen teil. In den meisten Fällen werden
Gewebsproben gesammelt und damit geforscht. In der BRD ist dies legal, solange
ein direkter Nutzen für den Patienten oder eine Gruppe von Patienten daraus
entstehe, das Risiko nur minimal sei und die Eltern ihre Einwilligung geben.
Nationale und internationale Bestimmungen forderten mittlerweile generell nebst
der Einwilligung der Eltern (consent), die informiert, kompetent und frei
erfolgen müsse, auch die Zustimmung (assent) der Kinder. Nebst Fragen der
Zustimmung sind zudem auch folgende tangiert: Datenschutz und Vertraulichkeit,
Informationsrechte und -Pflichten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Diskussion kam u.a. heraus, dass es z.B. in England Kindern zwar
leicht gemacht werde, ihre Zustimmung zu geben -- im Gegensatz zum Anbringen
eines Widerspruchs (dissent) ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein klinischer Mediziner wies zudem darauf hin, dass es in der realen Welt
halt oft so aussehe, dass letztlich der Arzt entscheide, weil die Eltern gar
nicht fähig sind, eine informierte und kompetente Entscheidung zu treffen, da
sie weder willens noch fähig seien, sich das dazu nötige Wissen innert
nützlicher Frist anzueignen, weshalb es in der Praxis dann so laufe, dass der
Mediziner zu den Eltern eine Vertrauensbeziehung aufbaut und seine Arbeit mehr
darin sieht, sie von seiner eigenen Entscheidung zu überzeugen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was im Fall von gewebsprobenbasierter Krebsforschung ev. weniger problematisch
sein mag, weil es ev. kaum zu keinen direkten Schädigungen von Kindern führt.
Bloss läufts ja in der realen Welt auch bei genitalen Zwangsoperationen nach
derselben Praxis -- und dort siehts für Zwitter bekanntlich rasch mal ungleich
düsterer aus ...&lt;em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Fortsetzung folgt ...&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/10/Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG-Teil-1#comment-form</comments>
      <wfw:comment>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/10/Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG-Teil-1#comment-form</wfw:comment>
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      </item>
    
  <item>
    <title>Veranstaltungen diese Woche</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/06/Veranstaltungen-diese-Woche</link>
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    <pubDate>Mon, 06 Oct 2008 22:11:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;Koln_shirts_06_02_07-5_x.gif, Jul 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/Koln_shirts_06_02_07-5_x.gif&quot; /&gt;Diskussion
in Berlin u.a. mit Knut Werner-Rosen und Ins A. Kromminga&lt;br /&gt;
Di 7.10.2008, 18-21h, Oranienstr. 106, 10969 Berlin, Raum E 109&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nachtrag:&lt;/strong&gt; &lt;a href=&quot;http://gfn.twoday.net/stories/5245230/&quot;&gt;Ins' Input auf dem
GenderFreeBlog&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Internationaler Kongress in Göttingen, veranstaltet vom der
Netzwerk-Arbeitsgruppe Ethik und Universitätsmedizin Göttingen, Abt. Ethik in
der Medizin und Medizingeschichte:&lt;br /&gt;
THE RIGHTS OF CHILDREN IN MEDICINE, Do-Fr 9.-10.10.2008&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.egmed.uni-goettingen.de/egm/index.php?page=abt_veranstaltungen.html&quot;&gt;
Mehr Infos, Programm und Anmeldung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;strong&gt;Nachtrag:&lt;/strong&gt; &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/10/Tagung-RECHTE-VON-KINDERN-IN-MEDIZIN-UND-FORSCHUNG-Teil-1&quot;&gt;Bericht
auf diesem Blog&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/06/Veranstaltungen-diese-Woche#comment-form</comments>
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      </item>
    
  <item>
    <title>Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/05/Prof-Dr-Heino-Meyer-Bahlburg%3A-John-Moneys-Erbe</link>
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    <pubDate>Sun, 05 Oct 2008 00:18:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;Meyer-Kotzburg_Heino.jpg, Sep 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/Meyer-Kotzburg_Heino.jpg&quot; /&gt;Zum
ersten Mal wurde ich auf Prof. Dr. Heino F. L. Meyer-Bahlburg aufmerksam durch
seine menschenverachtende, Pardon: &amp;quot;objektive&amp;quot; Studie, die in Deutschland 2005
vorgestellt worden war unter dem bezeichnenden Titel &lt;a style=&quot;font-style: italic;&quot; href=&quot;http://www.thieme-connect.de/ejournals/html/uro/doi/10.1055/s-2005-870031&quot;&gt;&lt;span class=&quot;schriftd&quot;&gt;
&amp;quot;Intersexuelle Syndrome - Drittes Geschlecht nicht erwünscht&amp;quot;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;. Darin
(und auch in unzähligen weiteren, nicht minder &amp;quot;seriösen&amp;quot; Studien)
&lt;strong&gt;behauptet Meyer-Bahlburg allen Ernstes, Zwitter würden
Zwangsoperationen frenetisch befürworten:&lt;/strong&gt; &lt;em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Die überwiegende Mehrheit zeigte sich mit ihrem Geschlecht zufrieden
und lehnte ein drittes Geschlecht strikt ab (85%). Die Befragten gaben an, dass
sie sowohl mit dem äußeren Aussehen als auch mit der Funktionalität ihrer
Geschlechtsorgane zufrieden seien [...]. Auch sollte nach Ansicht der Patienten
die übliche Praxis beibehalten werden, dass die operativen Eingriffe bereits in
frühen Jugendjahren durchgeführt werden sollten.&amp;quot;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Meyer-Bahlburgs &amp;quot;objektive Studie&amp;quot; war derart offensichtlich gezinkt, dass
in einem Kommentar dazu auch Prof. Dr. Westenfelder (der kaum verdächtig ist,
Zwangsoperationen prinzipiell in Frage zu stellen) unmissverständlich
festhielt: &lt;em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Zieht man z.B. in den einzelnen Auswertungsergebnissen die Gruppe der
17 CAIS, die zunächst ohne Intersexproblematik und ohne Operation zunächst als
&amp;quot;normale&amp;quot; Mädchen aufwachsen, von dem Gesamtkollektiv ab, so kommt es in
einigen Aussagen zur Umkehr der Ergebnisse. Bei der Bewertung der Aussagen zum
OP-Trauma bleiben Art und Umfang der Operationen, z.B. bei CAIS und Minipenis,
völlig unberücksichtigt [...].&amp;quot;&lt;/em&gt;  (&lt;em&gt;&amp;quot;Retrospektive Erforschung des
Intersex-Phänomens notwendig&amp;quot;&lt;/em&gt; -- &lt;a href=&quot;http://www.thieme-connect.de/ejournals/html/uro/doi/10.1055/s-2005-870031#N65707&quot;&gt;
Nach unten scrollen --&amp;gt; &lt;em&gt;&amp;quot;Zweiter Kommentar&amp;quot;&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Im vor kurzem erschienenen 'Medizyner-Gruselkabinett', Pardon:
&amp;quot;medizinischen Fachbuch&amp;quot; mit dem Titel &lt;em&gt;&amp;quot;Intersexualität bei Kindern&amp;quot;&lt;/em&gt;
(&lt;a href=&quot;http://kittyszuhause.twoday.net/stories/5147193/&quot;&gt;Kurzbesprechung bei
Kitty&lt;/a&gt;) darf Meyer-Bahlburg wieder unwidersprochen wüten, so u.a. in einem
Abschnitt &lt;em&gt;&amp;quot;Patientenmeinungen zur Genitaloperation&amp;quot;&lt;/em&gt;: &lt;em&gt;&amp;quot;Fast 70
Prozent&amp;quot;&lt;/em&gt; der Zwitter seien betreffend der von
&lt;em&gt;&amp;quot;Intersex-Aktivisten&amp;quot;&lt;/em&gt; aufgestellten Forderung &lt;a href=&quot;http://intersex.schattenbericht.org/pages/Forderungen-Intersexuelle-Menschen-eV&quot;&gt;
&amp;quot;Genital-OPs nur mit Einwilligung der betroffenen Menschen&amp;quot;&lt;/a&gt; &lt;em&gt;&amp;quot;nicht
damit einverstanden&amp;quot;&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;&amp;quot;47 Prozent&amp;quot;&lt;/em&gt; würden sich zudem für
Zwangsoperationen &lt;em&gt;&amp;quot;im ersten Lebensjahr&amp;quot;&lt;/em&gt; aussprechen, usw., ad
nauseam. (S. 42)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Na ja, Meyer-Bahlburg kostete es wohl schon Überwindung, statt 85% neu bloss
noch 70% Zwangs-OP-Befürworter_innen unterstellen zu dürfen. Ausserdem sehr
bezeichnend: Dass Zwangsoperationen unterlassen werden sollten (bzw. nur schon
könnten), stand in seiner &amp;quot;objektiven Studie&amp;quot;, welche die
&lt;em&gt;&amp;quot;Intersex-Aktivisten&amp;quot;&lt;/em&gt; angeblich Lügen straft, &amp;quot;rein zufällig&amp;quot; gar
nicht erst zur Auswahl, sondern lediglich &lt;em&gt;&amp;quot;(1) nicht vor dem
Erwachsenenalter, (2) nicht vor der Adoleszenz, (3) nicht vor dem
Grundschulalter&amp;quot;, (4) nicht vor dem 2. oder 3. Lebensjahr, (5) im ersten
Lebensjahr&amp;quot;&lt;/em&gt; -- um hier nur auf den alleroffensichtlichsten Kotzbrocken
hinzuweisen. Wie auch &lt;a href=&quot;http://kittyszuhause.twoday.net/stories/5147193/&quot;&gt;Kitty treffend schrieb&lt;/a&gt;:
&lt;em&gt;&amp;quot;man erstellt seine Studien so, wie sie gerade benötigt werden&amp;quot;&lt;/em&gt;. Was
(einmal mehr) zu beweisen war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Trotz (oder wohl eher wegen?) seiner offensiv zur Schau getragenen
Unseriösität und Menschenverachtung ist Prof. Dr. Heino F. L. Meyer-Bahlburg
aktuell sowas wie der ungekrönte &amp;quot;Intersex&amp;quot;-King der &amp;quot;Church of
Sexology&amp;quot;:&lt;/strong&gt; Mitglied im &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Diagnostic_and_Statistical_Manual_of_Mental_Disorders&quot;&gt;
DSM-III&lt;/a&gt; Gender Disorder Comittee, bei &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Diagnostic_and_Statistical_Manual_of_Mental_Disorders&quot;&gt;
DSM-IV&lt;/a&gt; Mitglied im Subcommittee on Gender Identity Disorders, seit 2002
Mitglied des Committee on Intersexuality for the Harry Benjamin International
Gender Dysphoria Association (Quelle: &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Heino_Meyer-Bahlburg&quot;&gt;en-Wiki&lt;/a&gt;) -- allesamt
Schlüsselpositionen bei der laufenden Sexologen-Medizyner-Kampagne, Zwitter
(noch) schlechter zu stellen und nach Belieben als &amp;quot;geisteskrank&amp;quot; einstufen und
auf die &amp;quot;Trans-Schiene&amp;quot; abschieben zu können. Umgekehrt wird Meyer-Bahlburg
auch gern zitiert, wenn es gilt, Transsexualität als &lt;a href=&quot;http://www.mut23.de/index.php?option=com_content&amp;amp;task=view&amp;amp;id=60&amp;amp;Itemid=45&amp;amp;lang=de&quot;&gt;
&amp;quot;hirnorganische Intersexualität&amp;quot;&lt;/a&gt; zu definieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Laut seiner &lt;a href=&quot;http://asp.cumc.columbia.edu/facdb/profile_list.asp?uni=hfm2&amp;amp;DepAffil=Psychiatry&quot;&gt;
Homepage&lt;/a&gt; liegt Meyer-Bahlburgs &lt;em&gt;&amp;quot;primärer klinischer Schwerpunkt&amp;quot;&lt;/em&gt;
bei &lt;em&gt;&amp;quot;Intersexuality / Disorders of sex development in children,
adolescents, and adults.&lt;/em&gt;&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;em&gt;Gender variants / Gender identity disorder in children and
adolescents.&amp;quot; &lt;/em&gt; Wenig überraschend hatte er bereits mit dem unseligen
John Money zusammengearbeitet. Als Milton Diamond im November 1995 in San
Francisco das erste Mal die Wahrheit über David Reimer an einem medizinischen
Kongress präsentierte, war Meyer-Bahlburg prompt zur Stelle, den
&lt;em&gt;&amp;quot;klinischen Standpunkt&amp;quot;&lt;/em&gt;, Pardon: genitale Zwangsoperationen
nichtsdestotrotz unverdrossen weiter zu propagieren: Ohne Zwangsoperationen
bestünde die Gefahr, Kinder &lt;em&gt;&amp;quot;würden von ihren Eltern abgelehnt und von
anderen Kindern gehänselt zu werden&amp;quot;&lt;/em&gt; (vgl. &lt;a href=&quot;http://healthyplace.net/Communities/Gender/intersexuals/article_medical_treatment.htm%20&quot;&gt;
diesen englischen Bericht&lt;/a&gt; von Bo Laurent a.k.a. Cheryl Chase). Die übliche
Leier, die heute noch auch &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/02/Intersexualitat%3A-Aus-der-Rolle-gefallen-Zeit-v-18092008-Nachtrag&quot;&gt;
im Netzwerk bei Bedarf immer neu aufgewärmt wird&lt;/a&gt;. Als wären Eltern, die
ihren Kindern genitale Zwangsoperationen aufzwingen, jemals fähig, diese
wirklich zu akzeptieren, egal ob operiert oder nicht. (Aber das ist ein anderes
Thema.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kaum ein heute aktiver Wissenschaftler hat wohl mehr zwangsoperierte
Zwitter auf dem Gewissen als der saubere Prof. Dr. Heino F. L.
Meyer-Bahlburg.&lt;/strong&gt; Trotzdem wurde er von der &amp;quot;Intersex-Community&amp;quot; bisher
kaum je prinzipiell kritisiert oder gar an den Pranger gestellt. Im Gegenteil,
etwa &lt;a href=&quot;http://www.intersexualite.org/Alice_Dreger_ethics.html&quot;&gt;bei
OII&lt;/a&gt; könnte Mensch eher das Gefühl bekommen, dieses &amp;quot;Verdienst&amp;quot; stünde
eigentlich Alice Dreger zu. Verkehrte Welt?&lt;/p&gt;
&lt;h6&gt;(Ums einmal mehr klar zu sagen, ich finde &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/04/29/DSDoofbegriff&quot;&gt;DSD
Scheisse&lt;/a&gt; und letztlich wohl ein Eigentor. Trotzdem, nach allem was ich
weiss, hat kaum jemand den Zwangsoperateuren bisher mehr eingeheizt und ihnen
das zwangsoperieren mehr vergällt als Dreger, Chase a.k.a. Laurent &amp;amp;
ISNA.)&lt;/h6&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Meiner Meinung nach höchste Zeit, den offensichtlich hoffnungslos
zwangsoperationsgeilen Prof. Dr. Meyer-Bahlburg vermehrt öffentlich unter die
Lupe zu nehmen und blosszustellen -- und falls er z.B. wieder mal in der Gegend
an einem Kongress seine menschenverachtenden &amp;quot;objektiven Studien&amp;quot; predigt, ihm
ev. auch mal etwas direkter die Meinung zu geigen ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;strong&gt;Nachtrag:&lt;/strong&gt; Interessant auch &lt;a href=&quot;http://google.com/search?q=cache:0o2e3uOabtoJ:www.forschergruppe-is.uk-sh.de/deu/paedprax_webversion.doc+Meyer-Bahlburg&quot;&gt;
diese Netzwerkpublikation aus 2001&lt;/a&gt;, die unverfroren behauptet, für die
(erstrebte) &amp;quot;stabile Geschlechtsidentität&amp;quot; sei u.a. &amp;quot;das Alter des Kindes zum
Zeitpunkt der genitalen Korrektur&amp;quot; entscheidend -- unter Berufung auf eine,
ähm, Studie von Na-wem-wohl? (&lt;strong&gt;Plus&lt;/strong&gt; von wegen psychologische
Betreuung der Eltern, dass die mittlerweile quasi selbstverständlich sei --
obwohl Selbsthilfegruppen meist vom Gegenteil berichten. &lt;strong&gt;Plus&lt;/strong&gt;,
dass einmal mehr vollmundig angekündigt wird, es werde jetzt &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/14/Wenn-Medizyner-zu-sehr-vertuschen&quot;&gt;angeblich statistisch
erfasst, wie häufig &amp;quot;Intersexualität&amp;quot; nun wirklich sei&lt;/a&gt;, bzw. &lt;em&gt;&amp;quot;eine
Studie zur Inzidenz von Intersexualität beim Neugeborenen unter Federführung
der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Endokrinologie durch[geführt]&amp;quot;&lt;/em&gt;.
&lt;strong&gt;Und&lt;/strong&gt; weiter mag ich fürs erste gar nicht mehr gucken ...)&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/05/Prof-Dr-Heino-Meyer-Bahlburg%3A-John-Moneys-Erbe#comment-form</comments>
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      </item>
    
  <item>
    <title>Zwangskastration und die Folgen: Zwitter bezahlen nicht nur mit ihrer Gesundheit!</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/03/Zwangskastration-und-die-Folgen%3A-Zwitter-bezahlen-nicht-nur-mit-ihrer-Gesundheit</link>
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    <pubDate>Fri, 03 Oct 2008 15:22:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>nella</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;schluss mit genitalen zwangsoperationen, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-4.gif&quot; /&gt;Obwohl ich Mediziner sonst meide wie der
Teufel das Weihwasser, raffte ich mich vor einigen Monaten dazu auf, eine
Ärztin aufzusuchen, da ich gerne einigermassen gesund alt werden möchte. Vor
fünf Jahren wurde bei mir eine Osteopenie (Vorstufe zu Osteoporose)
diagnostiziert, die ich der Zwangskastration verdanke, wie viele meiner
Mitzwitter, die schon lange eine fortgeschrittene Osteoporose haben, obwohl
einige sogar viel jünger sind als ich! Da ich seit einiger Zeit vermehrt
Rücken-, Knie- und Hüftschmerzen habe, befürchtete ich, dass sich meine
Knochendichte in den letzten Jahren verschlechtert haben könnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meine Ärztin überwies mich deshalb am 31.7. an ein Osteoporose-Institut in
Zürich. Dieses Institut wendet das DEXA-Messverfahren an. Es handelt sich um
ein sehr genaues Messverfahren, bei dem die Knochendichte an drei verschiedenen
Stellen gemessen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krankenkasse empfiehlt für ein sicheres Resultat alle drei Messungen,
übernimmt die Kosten jedoch nur dann vollumfänglich, wenn die Messung
medizinisch indiziert ist. Sprich: Nur, wenn ein begründeter Verdacht auf
Osteoporose zur Messung führt, in meinem Fall aufgrund der Zwangskastration und
bereits bestehender verringerter Knochendichte gegeben, sonst bezahlt die
Krankenkasse nur eine Messung, die anderen beiden muss man selber bezahlen.
Damit muss man sich vor der Behandlung mittels Unterschrift einverstanden
erklären. Was ich auch getan habe, denn:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich ging davon aus, dass meine Ärztin das Osteoporose-Institut über den
Grund der Messung in Kenntnis gesetzt hat, dass somit kein Zweifel daran
bestand, dass ich in die Kategorie derer gehöre, bei denen eine Messung
medizinisch indiziert ist. Zusätzlich informierte ich die Ärztin vom
Osteoporose-Institut während des Vorgesprächs detailliert über meine 'Diagnose'
und erklärte die Zusammenhänge zwischen Zwangskastration und Osteoporose trotz
Hormonersatztherapie - und anstehender Knochendichtemessung. Ihre &amp;quot;persönliche
Frage&amp;quot; am Schluss, ob ich denn nun menstruiere, liess mich wieder einmal kurz
erschaudern, ich ging jedoch trotzdem davon aus, dass der Fall klar sei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denkste: Ein paar Tage später flattert eine Rechnung ins Haus, gemäss der
ich die zwei Extra-Messungen selber bezahlen muss, und zwar umgerechnet 55
Euro, mit der Begründung:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;quot;Diagnose: &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Hypogonadismus&quot;&gt;Hypogonadismus&lt;/a&gt; /
Nichtpflichtleistung&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fazit: Als zwangsoperierter Zwitter, der aufgrund der Kastration eine
verminderte Knochendichte hat und eine regelmässige Knochendichtenmessung
zwecks Schadensbegrenzung benötigt, soll ich jetzt noch draufzahlen, als ob ich
diese ganze Misere selber verschuldet hätte, und meine zerstörte Hormonzufuhr
aufgrund Zwangskastration wird unter &amp;quot;Unterfunktion der Keimdrüsen&amp;quot;
subsumiert!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meine Ärztin klärt nun ab, wie dieses &amp;quot;Missverständnis&amp;quot; entstehen
konnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Übrigen nehme ich neben Östrogel seit neuestem auch Testogel - was bei
einigen XY-Zwittern zu einer bemerkenswerten Verbesserung der Knochendichte und
somit Steigerung der Lebensqualität geführt hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Letztere(s) gibt's jedoch für unsereins nur auf Privatrezept ... wenn
überhaupt, wie gerade auch &lt;a href=&quot;http://kittyszuhause.twoday.net/stories/5228670/&quot;&gt;Kitty am eigenen Leib
erfuhr&lt;/a&gt; ... obwohl sie zuvor sowohl &lt;a href=&quot;http://kittyszuhause.twoday.net/stories/5198206/&quot;&gt;in Lübeck beim Netzwerk&lt;/a&gt;
und &lt;a href=&quot;http://kittyszuhause.twoday.net/stories/5211491/&quot;&gt;in Berlin bei
der Charité&lt;/a&gt; mehrfach um Unterstützung nachgefragt hatte ... &lt;em&gt;Fortsetzung
folgt ...&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nella&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/10/03/Zwangskastration-und-die-Folgen%3A-Zwitter-bezahlen-nicht-nur-mit-ihrer-Gesundheit#comment-form</comments>
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      </item>
    
  <item>
    <title>Krebs- und andere Lügen am laufenden Band</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/28/Krebs-und-andere-Lugen-am-laufenden-Band</link>
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    <pubDate>Sun, 28 Sep 2008 13:52:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>nella</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/11/5-Netzwerk-Treffen-Kiel-6908%3A-Intersexualitat-ade-DSD-ahoi&quot;&gt;
&lt;img title=&quot;schluss mit genitalen zwangsoperationen, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-4.gif&quot; /&gt;&amp;quot;Das wird ja heute sowieso nicht mehr
gemacht.&amp;quot;&lt;/a&gt; So lautete unlängst die Antwort der Endokrinologin Dagmar
l'Allemand am 5. Netzwerk-Treffen in Kiel auf die dort geäusserte Kritik an
Zwangskastrationen und deren gesundheitliche Folgen. Bei anderen Gelegenheiten,
insbesondere Medienauftritten, beteuern auch l'Allemands BerufskollegInnen
immer wieder, dass Zwangskastrationen an Zwittern heute nur noch in Notfällen
durchgeführt werden (&lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/08/16/Ein-Flickwerk-geschaffen-von-Medizinern-BAZ-120808&quot;&gt;eins&lt;/a&gt;,
&lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/07/15/Das-dritte-Geschlecht-NZZ-am-Sonntag-13708&quot;&gt;zwei&lt;/a&gt;,
&lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/08/24/Zwangsoperiert-Jetzt-fordern-Zwitter-Selbstbestimmung-Surprise-220808&quot;&gt;
drei&lt;/a&gt;). Auch wenn dann andernorts wieder das Gegenteil propagiert respektive
praktiziert wird (&lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/04/11/Krebsgefahr-Teamwork-zwischen-Endokrinologen-und-Chirurgen&quot;&gt;eins&lt;/a&gt;,
&lt;a href=&quot;http://www.kinderchirurgie.ch/manag/test_feminisierung.html&quot;&gt;zwei&lt;/a&gt;,
&lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/04/10/Schon-wieder-10-Monate-altes-Baby-kastriert-und-das-2008&quot;&gt;drei&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Leider werden Zwischengeschlechtliche auch heute noch allzu oft &lt;a href=&quot;http://kastrationsspital.ch/post/2008/06/18/Krebsluge-Zwangskastrationen-an-Zwittern&quot;&gt;
systematisch zwangskastriert&lt;/a&gt; und an ihren Genitalien zwangsoperiert. An
dieser menschenverachtenden Praxis hat sich (noch) nicht durchgängig wirklich
etwas geändert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor einigen Tagen erfuhr ich von einem Mitzwitter, der unter anderem als
Onlineberater der Selbsthilfegruppe XY-Frauen tätig ist, dass sich eine
Humangenetikerin an uns gewandt hat, die voller Zweifel ist, weil sie gleich
drei Teenager mit CAIS betreut, die gemäss einem Kinderchirurgen alle
&amp;quot;prophylaktisch&amp;quot; kastriert werden sollen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gerade bei der kompletten Androgenresistenz CAIS ist die Entartungsgefahr
bei Gonaden jedoch sehr niedrig, wie mehrere &lt;a href=&quot;http://hometown.aol.de/querkreuzer/QKNews0107.htm&quot;&gt;Studien beweisen&lt;/a&gt;.
Überflüssig zu sagen, dass in keinem der drei obengenannten Fälle die Gonaden
entartet sind! Und trotzdem will der Kinderchirurg sie um jeden Preis
rausschneiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gut, dass es mittlerweile Selbsthilfegruppen und andere Interessensverbände
von Zwittern gibt, die in der Öffentlichkeit Präsenz markieren und den Lügen so
mancher Mediziner ein Bein stellen können! Gut, dass es auch
verantwortungsvolle MedizinerInnen gibt, die sich über ihre Handlungen und
deren Auswirkungen Gedanken machen - bevor es zu spät ist! Und für alle anderen
bleibt zu hoffen, dass &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/04/Kolner-Zwitterprozess-Christiane-siegt-definitiv-auch-in-2-Instanz&quot;&gt;
Christianes Prozess&lt;/a&gt; lediglich der Anfang war ...&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/28/Krebs-und-andere-Lugen-am-laufenden-Band#comment-form</comments>
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    <title>Wenn Medizyner zu sehr vertuschen</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/14/Wenn-Medizyner-zu-sehr-vertuschen</link>
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    <pubDate>Sun, 14 Sep 2008 00:29:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;menschenrechte auch für zwitter, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-3.gif&quot; /&gt;&lt;strong&gt;Frage: Wieviele &amp;quot;Intersexuelle&amp;quot;
— Pardon: &lt;em&gt;&amp;quot;geschlechtsentwicklungsmässig Gestörte&amp;quot;&lt;/em&gt; — gibts nun
wirklich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort: Schweigen ...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und egal wieviele hochgerechnete Zahlen auch herumgereicht werden: Letztlich
weiss es niemand genau.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Staat weiss es nicht, will es nicht wissen und besteht darauf, dass alle
Zwitter lediglich als &amp;quot;Mann&amp;quot; oder &amp;quot;Frau&amp;quot; erfasst werden. Der einzige Stand, der
über exakte Zahlen verfügen könnte, sind ausgerechnet die Medizyner, deren
Jahrzehnte lange moralische Korruptheit speziell gegenüber dieser besonderen
&lt;em&gt;&amp;quot;Patientengruppe&amp;quot;&lt;/em&gt; deren aktuellen Probleme grösstenteils überhaupt
erst verschuldete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwar geben die Medizyner mittlerweile vermehrt zu, dass &lt;em&gt;&amp;quot;früher Fehler
gemacht&amp;quot;&lt;/em&gt; wurden (sprich heute nicht mehr, da ist die &lt;em&gt;&amp;quot;Behandlung
besser&amp;quot;&lt;/em&gt; — &lt;em&gt;&amp;quot;auch wenn entsprechende Studienergebnisse &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/05/31/Lubeck%3A-Klinikdirektor-propagiert-genitale-Zwangsoperationen-an-Kindern&quot;&gt;
noch konsolidiert werden müssen&lt;/a&gt;&amp;quot;&lt;/em&gt;). Stets sorgsam ausgeblendet bleiben
allerdings die realexistierenden Opfer dieser &lt;em&gt;&amp;quot;früheren Fehler&amp;quot;&lt;/em&gt;. Auch
aus den exakten Statistiken. Nach wie vor wurde die Zahl der in Deutschland
lebenden &amp;quot;Intersexuellen&amp;quot; nie konkret erfasst, sondern (aber nur wenns denn
wirklich sein muss) lediglich hochgerechet nach folgendem Schlüssel:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;1:1000 — wenn es darum geht, sich Zugang zur &lt;em&gt;&amp;quot;Patientengruppe&amp;quot;&lt;/em&gt; zu
verschaffen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;1:10'000 — wenn es nachträglich um die Folgen dieses 'Zugangs' geht&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
Der Rest war Schweigen, wegschauen, &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/04/01/Christiane-V%C3%B6llings-Gerichtsakte-verloren-gegangen&quot;&gt;Akten
verloren&lt;/a&gt; ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auf keinen Fall die aktuellen Daten rausrücken, bewahre. Lieber gar nicht
erst erheben!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei berufen sich die Medizyner (wie stets) auf &lt;em&gt;&amp;quot;Datenschutz&amp;quot;&lt;/em&gt; —
obwohl statistische Daten genau &lt;strong&gt;nicht&lt;/strong&gt; unter Datenschutz
stehen, sondern im Gegenteil von öffentlichem Interesse sind.&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das muss aufhören!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Umso wichtiger ist es, auf politischem Wege Druck aufzusetzen,
&lt;strong&gt;aktuelle Zahlen/Statistiken zu verlangen&lt;/strong&gt;. Z.B. wieviele
&lt;em&gt;&amp;quot;geschlechtlich gestörte&amp;quot;&lt;/em&gt; Kinder kommen jährlich in
&lt;em&gt;&amp;quot;Behandlung&amp;quot;&lt;/em&gt;, wie sieht die Diagnosenverteilung aus, welche
&lt;em&gt;&amp;quot;Störungsbehebungs-Massnahmen&amp;quot;&lt;/em&gt; werden zu welchem Zeitpunkt ergriffen,
werden auch die Eltern betreut und wenn ja wie, ist Peer Support für Eltern und
Kinder gewährleistet, und wie stehts aktuell auch mit den übrigen Punkten der
Forderungliste, dem Schattenbericht usw.? Bzw., weshalb hat sich da ein
weiteres Jahr lang immer noch nichts entscheidendes getan?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Behandlung &lt;em&gt;&amp;quot;geschlechtsentwicklungsmässig gestörter&amp;quot;&lt;/em&gt;
Patient_innen ist offensichtlich ein hochsensibler und dabei tabuisierter
Bereich, in dem &lt;em&gt;&amp;quot;früher&amp;quot;&lt;/em&gt; regelmässig schändlich versagt wurde, wie
z.T. sogar die Mediziner zugeben und u.a. die &lt;a href=&quot;http://www.springer.com/medicine/thema?SGWID=1-10092-2-513709-0&quot;&gt;Netzwerkstudien&lt;/a&gt;
auch statisch erhärten.&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Folglich ist kontinuierliches Monitoring angesagt, und wo das nicht
verfügbar ist (d.h. für &amp;quot;Intersexuelle&amp;quot; eigentlich fast in allen Bereichen),
wäre es höchste Zeit.&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auch, soweit das überhaupt noch möglich ist, für Wiedergutmachung
für die realexistierenden Opfer der &lt;em&gt;&amp;quot;früheren
Behandlungsfehler&amp;quot;&lt;/em&gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch:&lt;/strong&gt; &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/11/24/Streicheleinheiten-fur-die-Bundesregierung&quot;&gt;
Streicheleinheiten für die Bundesregierung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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      </item>
    
  <item>
    <title>5. Netzwerk-Treffen Kiel 6.9.08: Intersexualität ade - DSD ahoi!</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/11/5-Netzwerk-Treffen-Kiel-6908%3A-Intersexualitat-ade-DSD-ahoi</link>
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    <pubDate>Thu, 11 Sep 2008 23:27:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>nella</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;schluss mit genitalen zwangsoperationen, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-4.gif&quot; /&gt;Das Treffen des Netzwerks
Intersexualität kannte ich bisher nur vom Hörensagen. Am letzten Samstag war
ich im Namen des Vereins &lt;a href=&quot;http://intersexuelle-menschen.net&quot;&gt;Intersexuelle Menschen e.V.&lt;/a&gt; zum ersten
Mal dabei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zukunft des Netzwerks&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erster Programmpunkt war die &amp;quot;Weiterentwicklung&amp;quot; des Netzwerks, das im
Verein &amp;quot;Netzwerk Intersexualität e.V.&amp;quot; organisiert ist. Dieser wurde vor fünf
Jahren gegründet, nachdem der &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/03/22/Faule-Eier-fur-die-Bundesregierung&quot;&gt;Bundestag&lt;/a&gt; am
12.6.2001 einem Antrag der PDS um Bereitstellung von Geldern für &amp;quot;Forschungen
zur Lebenssituation intersexueller Menschen&amp;quot; zugestimmt hatte.
(&lt;strong&gt;Nachtrag:&lt;/strong&gt; Parallel dazu hatte sich Ute Thyen bei einer
Ausschreibung des BMBF beworben, das schliesslich die Fördergelder sprach,
siehe &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/11/einer%20Ausschreibung%20des%20BMBF&quot;&gt;Kommentar on Eva
Hampel&lt;/a&gt;.) Ende dieses Jahres laufen diese Forschungsgelder aus. An der
Mitgliederversammlung wurde nun beschlossen, den Verein in neuer Form trotzdem
weiterlaufen zu lassen. Insbesondere soll der etablierte Austausch zwischen den
einzelnen im Netzwerk organisierten Kliniken weiter geführt werden, zum Teil
nun neu durch diese finanziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Entwicklung ist auch aus unserer Sicht positiv und entspricht der
unter &lt;a href=&quot;http://intersex.schattenbericht.org/pages/Forderungen-Intersexuelle-Menschen-eV&quot;&gt;
Punkt 2) der Forderungsliste des Vereins&lt;/a&gt; verlangten &amp;quot;Bildung von
spezialisierten Kompetenzzentren zur Behandlung intersexueller Menschen&amp;quot;, damit
nicht mehr jeder Feld-, Wald- und Wiesenchirurg sich nach Lust und Laune an
intersexuellen Genitalien &amp;quot;weiterbilden&amp;quot; kann, wie es immer noch allzu oft der
Fall ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neu können nun auch betroffene Menschen ordentliche Mitglieder werden
(bisher konnte lediglich der Verein als Körperschaft Mitglied werden und
Betroffene hatten deshalb auch nur eine Stimme).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus unserer Sicht klar negativ ist dagegen die anlässlich der Neugründung
des Netzwerks vorgenommene Nomenklaturbereinigung: aus &amp;quot;Netzwerk
Intersexualität&amp;quot; wird neu &amp;quot;Netzwerk-DSD&amp;quot;. Lediglich im Titel der Satzung steht
noch &amp;quot;Netzwerk DSD/Intersexualität&amp;quot;. Wurde zudem in der alten Satzung DSD noch
mit &amp;quot;Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung&amp;quot; 'übersetzt', ist nun
durchgängig von &amp;quot;Störungen&amp;quot; die Rede. Intersexuelle sind nun somit alle
&amp;quot;geschlechtsentwicklungsmässig Gestörte&amp;quot;. Vielen Dank auch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;quot;Vorstellung und Diskussion der Selbsthilfeinitiativen zur
gesundheitlichen Versorgung der IS-Betroffenen&amp;quot;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als nächstes standen Inputs &lt;a href=&quot;http://intersexuelle-menschen.net&quot;&gt;unseres Vereins&lt;/a&gt; und der &lt;a href=&quot;https://www.ags-initiative.de/&quot;&gt;AGS-Eltern- und Patienteninitiative e.V.&lt;/a&gt;
auf der Traktandenliste. Dieser mittlerweile etablierte Programmpunkt hat
bekanntlich letztes Jahr in Bochum zu einem Eklat geführt, als bei einem
sachlichen Referat von Frances Kreuzer über gesetzliche Vorgaben bei Kastration
und Sterilisation diverse Mediziner und ein Psychologe pöbelnd und polternd den
Saal verliessen (&lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2007/09/18/Offener-Brief-von-Claudia-Kreuzer-an-das-Netzwerk-Intersexualit%C3%A4t&quot;&gt;eins&lt;/a&gt;
/ &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2007/09/18/Offener-Brief-von-Lucie-an-das-Netzwerk-Intersexualitat&quot;&gt;zwei&lt;/a&gt;).
Den Verantwortlichen war offensichtlich daran gelegen, eine Wiederholung dieses
Skandals zu verhindern. Während ich &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/07/5-Treffen-Netzwerk-Intersexualitat-Kiel-692008&quot;&gt;meine Rede
hielt&lt;/a&gt;, hörten alle gesittet zu und klatschten am Schluss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Danach hielt Claudia Kreuzer ein kurzes Referat zu den Folgen der
Fehlbehandlungen. Die anschliessend aufkeimende Diskussion wird aufgeregt
kontrolliert, zu wenig Zeit und überhaupt ist jetzt Schluss mit Streiten. Nicht
so einfach, wenn zum Beispiel die Endokrinologin PD Dr. med. Dagmar
l'Allemand-Jander auf Claudias Ausführungen nichts Gescheiteres zu tun hat, als
Intersexualität mit anderen chronischen Krankheiten zu vergleichen, die doch
auch lebenslanger Behandlung bedürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Claudias Aufforderung, doch bitte zu erklären, was mit einem
gonadektomierten XY-Zwitter geschieht, wenn er in der Pubertät mit Östrogenen
'therapiert' wird, weiss Dr. l'Allemand nichts zu antworten, ausser ein
schnippisches: &amp;quot;Wollt ihr denn keine Behandlung?&amp;quot; Und: &amp;quot;Sie haben meine Frage
nicht verstanden.&amp;quot; Und um daraufhin zum Kastrationsvorwurf noch mit einer
wegwerfenden Handbewegung zu sagen: &amp;quot;Das wird ja heute sowieso nicht mehr
gemacht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich darf noch kurz darauf hinweisen, dass ich erst nach der 'Behandlung'
chronisch krank wurde, schon als Kind ein vermindertes Knochenwachstum hatte,
dann heisst es schon wieder: bitte nicht, zu wenig Zeit – nein, nein, das geht
nicht. Man darf nur einmal etwas sagen oder fragen und auf die Antwort darf
keine Erwiderung folgen – zu wenig Zeit. Notabene obwohl Claudia ihr Referat
kürzer als geplant hielt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als nächste referierte die 1. Vorsitzende Ursula Durant zum Thema &amp;quot;Wünsche
der &lt;a href=&quot;https://www.ags-initiative.de/&quot;&gt;AGS-Initiative&lt;/a&gt;&amp;quot;, die als
erstes gleich betont, für sie habe AGS nichts mit Intersexualität zu tun. Die
Initiative wird (wie schon der Name sagt) vor allem von Eltern und sich als
PatientInnen Definierenden getragen. Diese sind in der Regel für Behandlungen
und beschweren sich daher besonders darüber, dass es zu wenig Kompetenzzentren
und Fachleute gibt. Zu Recht. Wenn behandelt werden, dann richtig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz klar auch die Ansicht der Mediziner in der nachfolgenden Diskussion:
AGS-Menschen müssen behandelt werden, alles andere wäre Unrecht (gemeint ist
nicht nur der Salzverlust, sondern auch die Genitaloperationen). Der
AGS-Initiative ist denn auch der Ruf nach Selbstbestimmung ein Dorn im Auge.
Was den Medizinern natürlich zupass kommt. AGS-Initiative als Pufferzone
zwischen Medizinern und Kampfzwittern?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Generell stellen sich Mediziner unverändert auf den Standpunkt, dass das
Gewebe beim Baby viel weicher ist und nicht so doll blutet, wenn man
reinschneidet, weshalb eine frühe Operation hervorragende Resultate zeitigt.
Dies sei auch für die Kinder das Beste, Kinderpsychologen würden bestätigen,
das in den ersten zwei Lebensjahren behandelte Kinder sich an die Operationen
nicht mehr erinnern und deshalb auch nicht traumatisiert würden. Noch mehr
Entscheidungsdruck auf den Eltern. Zudem sei erwiesen, dass mit den neuen
Operationsmethoden die Sensibilität zu 100% erhalten bleibt, das sei einfach
so.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus Sicht der AGS-Initiative sind Operationen zwar nicht in jedem Fall
unbedingt erforderlich, jedoch sei ab einer bestimmten Grösse der Klitoris die
Lebensqualität massiv vermindert, die betroffenen Frauen würden ein Leben lang
nie Fahrrad fahren, ja sogar lediglich auf einem Gummiring sitzen können.
Kinder mit einer Gaumenspalte oder einem offenen Rückgrat würden auch schon als
Babies operiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier wäre aus meiner Sicht wünschenswert, wenn betroffene AGS-Menschen, die
sich im Gegensatz zur Initiative als &amp;quot;intersexuell&amp;quot; definieren, Stellung
beziehen und auch mit der AGS-Initiative einen kritischen Dialog pflegen
und/oder einen Argumentekatalog erarbeiten würden. Dies umso mehr, da sich
abzeichnet, dass die Chirurgen nach den Protesten vor allem der AIS-Menschen
sich bei diesen künftig eher zurückhalten, und sich dafür vermehrt auf Menschen
mit AGS konzentrieren werden. Aus demselben Grund fände ich es auch wichtig,
generell mit der AGS-Initiative kritisch und differenziert in Verbindung zu
bleiben. Es gibt dort auch Eltern, die sich, wie zum Beispiel die 1.
Vorsitzende Ursula Durant, trotz des Drängens der Ärzte gegen eine Operation
ihrer Kinder entschieden. Und obwohl die Initiative sich explizit als nicht
intersexuell definiert, gebe es dort einige Mitglieder, die vermännlicht seien,
mit Bart und so weiter, und die nun unglücklich und allein in ihren Zimmern vor
dem Computer leben würden, und denen offensichtlich niemand wirklich hilft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Netzwerk-Forschungsprojekte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als nächster Punkt standen &amp;quot;Kurzberichte aus den Forschungsprojekten&amp;quot; auf
dem Programm. Zuerst berichteten Eva Kleinemeier und Martina Jürgensen (Lübeck)
über den Stand der Auswertungsarbeiten in der Klinischen Evaluationsstudie
&amp;quot;Medizinische und chirurgische Behandlungsergebnisse, psychosexuelle
Entwicklung und gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Störungen der
Geschlechtsentwicklung&amp;quot;. Diese verwendet zum Teil dieselben Datensätze wie
schon die &lt;a href=&quot;http://www.springer.com/medicine/thema?SGWID=1-10092-2-513709-0&quot;&gt;Hamburger
Studie&lt;/a&gt;. (&lt;strong&gt;Nachtrag:&lt;/strong&gt; Dies ist ein Irrtum, es handelt sich um
2 unabhängige Studien, siehe &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/einer%20Ausschreibung%20des%20BMBF&quot;&gt;Kommentar
on Eva Hampel&lt;/a&gt;.) Erste Resultate in schriftlicher Form würden Anfang Oktober
2008 auf der Netzwerk-Homepage veröffentlicht. Die Studie hatte 439 Beteiligte,
davon 3/4 Kinder und Jugendliche. Auch diese Lübecker Studie bestätigt einmal
mehr die notorisch &amp;quot;hohe&amp;quot; Behandlungsunzufriedenheit. Insbesondere kritisierten
Betroffene auch das &amp;quot;schlechte Informationsmanagement durch Ärzte/Ärztin&amp;quot;.
Während &amp;quot;Kinder und Jugendliche mit DSD&amp;quot; keine &amp;quot;vermehrten
Verhaltensauffälligkeiten&amp;quot; zeigen würden, hätten &amp;quot;ca. 50% der Erwachsenen mit
DSD [...] psychische/emotionale Probleme&amp;quot;. Eltern von Betroffenen schätzen
zudem deren Lebensqualität durchgehend besser ein als die Kinder selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei den nachfolgenden Fachreferaten betrug meine partielle
Verstehensresistenz mindestens 80%. Aber etwas ist mir dennoch geblieben: In
einer Tabelle &amp;quot;Phänotypen und Häufigkeiten von Patienten mit 46,XY DSD ohne
Nebenniereninsuffizienz und SF1-Mutationen&amp;quot; (Einteilung in vier Kategorien)
steht: &amp;quot;Äusseres Genitale&amp;quot; = &amp;quot;Mikropenis&amp;quot;, &amp;quot;Testes&amp;quot; = &amp;quot;Ja&amp;quot;. Bei &amp;quot;Geschlecht&amp;quot;
steht aber das biologische Symbol für &amp;quot;weiblich&amp;quot;. Einmal mehr wird munter
biologisches Geschlecht und zugewiesenes Geschlecht verwechselt bzw.
gleichgesetzt. Was soll man dazu noch sagen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fazit: Trotz &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/07/5-Treffen-Netzwerk-Intersexualitat-Kiel-692008&quot;&gt;persönlichem
Unwohlsein und Vorbehalten&lt;/a&gt; finde ich es wichtig, dass wir Zwitter auch
künftig am Netzwerktreffen teilnehmen, den Medizinern in die Augen schauen und
ihnen ins Gewissen reden. Auch wenn es illusorisch ist, davon gleich die grosse
Veränderung zu erwarten. Über weite Strecken ist es ein abgekartetes Spiel, und
wir waren nur die Alibi-Zwitter. Wir sind Störenfriede und Nervensägen mit
unserem Gerede über Selbstbestimmung, Würde und Menschenrechtsverletzungen. Wir
sind Dinosaurier, anstrengend wie alte Leute, die ständig vom Krieg erzählen –
das wollen sie uns auf alle Fälle weismachen. Aber das ist ja nichts Neues. Ein
paar Nette hat es ja trotzdem darunter – wie überall. Auch die Mediziner sind
kein monolithischer Block. Es gibt verschiedene Fraktionen mit verschiedenen
Interessen. Nicht alle finden es nur gut, wie über uns bestimmt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Insofern finde ich es schon mal einen Fortschritt, dass die Mediziner sich
mit unserer Anwesenheit abgefunden haben. Was sich für mich auch darin
ausdrückte, dass die meisten der Verantwortlichen sich die Mühe nahmen, mich
und die Delegation der AGS-Initiative persönlich zu verabschieden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf der Sollseite bleibt festzuhalten, dass das Selbstbestimmungsrecht für
Zwitter über weiteste Strecken nach wie vor kein Thema ist. Zwar geben die
meisten Mediziner mittlerweile zu, dass &amp;quot;früher&amp;quot; gravierende Fehler gemacht
wurden. Die zahlreiche Gruppe der Opfer dieser Fehler wird aber nach wie vor
ignoriert und im Regen stehen gelassen. Beispielsweise ist es bis heute nicht
selbstverständlich, dass Zwangskastrierte, die aus gesundheitlichen Gründen auf
Testosteron angewiesen sind, dieses von der Krankenkasse erstattet kriegen,
sondern sie müssen es oft selber bezahlen, und wer kein Geld hat, hat halt
Pech. Wo Fehler gemacht wurden, müssten diese auch, soweit es geht,
wiedergutgemacht werden (siehe auch &lt;a href=&quot;http://intersex.schattenbericht.org/pages/Forderungen-Intersexuelle-Menschen-eV&quot;&gt;
Forderungsliste&lt;/a&gt;). Psychologische Betreuung für Eltern und Betroffene ist
immer noch für die wenigsten überhaupt ein Thema, Peer Support jedoch sogar für
diese wenigen nach wie vor ein absolutes Fremdwort – oder zumindest tun sie so.
Zwar haben wir an alle Anwesenden nochmals eine Forderungsliste verteilt, ob
diese aber auch gelesen und zur Kenntnis genommen werden wird, steht auf einem
anderen Blatt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bezeichnend auch, dass jetzt, wo die Forschungsgelder auslaufen, viele
Mitglieder kurzfristig gar nicht mehr erst ans Treffen kamen. Deshalb blieb vom
reichhaltigen Mittagsbuffet jede Menge übrig. Gut, dass wir eine grosse
Plastikbox dabei hatten ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nella&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Siehe auch:&lt;/strong&gt; &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/07/5-Treffen-Netzwerk-Intersexualitat-Kiel-692008&quot;&gt;
Rede 5. Treffen Netzwerk Intersexualität Kiel 6.9.2008&lt;br /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/11/5-Netzwerk-Treffen-Kiel-6908%3A-Intersexualitat-ade-DSD-ahoi#comment-form</comments>
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  <item>
    <title>&quot;Intersex Infant - Surgical Abuse&quot; - Video</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/08/19/Intersex-Infant-Surgical-Abuse-Video</link>
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    <pubDate>Tue, 19 Aug 2008 01:08:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;Koln_shirts_06_02_08-1_x.gif, Jul 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/Koln_shirts_06_02_08-1_x.gif&quot; /&gt;Bewegender Fernseh-Clip (leider nur
auf englisch) über einen jungen Zwitter und wie seine Eltern ihn durch ihre
hartnäckige Entschlossenheit vor der genitalen Zwangsoperation retten konnten.
Prompt kamen ihnen die Medizyer als nächstes mit der &lt;a href=&quot;http://kastrationsspital.ch&quot;&gt;&amp;quot;Krebslüge&amp;quot;&lt;/a&gt;. Als die Eltern schliesslich in
eine Biopsie einwilligten, kastrierten die Medizyner das Kind stattdessen
kurzerhand mit der Begründung, der Hoden sei &amp;quot;entartet&amp;quot; gewesen -- obwohl die
anschliessende Gewebeuntersuchung &amp;quot;normales, gesundes Hodengewebe&amp;quot; ergab. Die
Eltern wollen nun gegen die Medizyner vorgehen. &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=NyCMLh9xvts&quot;&gt;&lt;strong&gt;--&amp;gt; Video gucken hier
oder ins Bild klicken&lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br style=&quot;font-weight: bold;&quot; /&gt;
&lt;img title=&quot;intersex_infant_2.jpg, Aug 2008&quot; style=&quot;margin: 0 auto; display: block;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/intersex_infant_2.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Deutsche Apotheker verhöhnen Zwitter</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/07/29/Deutsche-Apotheker-verhohnen-Zwitter</link>
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    <pubDate>Tue, 29 Jul 2008 17:19:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;abda_arzneisicherheit_x.jpg, Jul 2008&quot; style=&quot;margin: 0 0 1em 1em; float: right;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/abda_arzneisicherheit_x.jpg&quot; /&gt;Einerseits ist es ein gutes Zeichen,
wenn die Werbung sich auf die Zwitter zu besinnen beginnt. Weil es zeigt, dass
&amp;quot;Des Zwitters Sieg&amp;quot; (Stern) und die auf &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/02/07/Sieg-fur-Christiane-Volling&quot;&gt;Christianes Prozess&lt;/a&gt;
folgende, nach wie vor &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/?q=medien&quot;&gt;anhaltende
Zwitter-Medienoffensive&lt;/a&gt; bei &amp;quot;Otto Normalverbraucher&amp;quot; mittlerweile genug
angekommen ist, dass die &amp;quot;Werbefritzen&amp;quot; ihren Niederschlag im öffentlichen
Unbewussten als Potenzial für eine Kampagne einschätzen -- und ihrerseits als
Echokammer aktiv werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder zusätzliche Kanal, auf dem Zwitter irgendwie im Programm sind, ist zum
jetzigen Zeitpunkt, wo das Zwitter-Tabu bestenfalls gut angeknackst ist,
erstmal ein guter Kanal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andrerseits zeigt die Schock-Kampagne der Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände ABDA (&lt;a href=&quot;http://www.adler-apotheke.info/flyerarzneisicherheit.pdf&quot;&gt;Flyer als PDF&lt;/a&gt; /
&lt;a href=&quot;http://www.presse-service.de/data.cfm/static/702676.html&quot;&gt;Pressemitteilung&lt;/a&gt;
/ &lt;a href=&quot;http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&amp;amp;Nachricht_ID=6328&amp;amp;Nachricht_Title=Nachrichten_AM-F%E4lschungen%3A+Apotheker+sch%FCtzen+Verbraucher&amp;amp;type=0&quot;&gt;
dpa-Meldung&lt;/a&gt;) drastisch, dass es mit der öffentlichen Anerkennung von
zwischengeschlechtlichen Menschen immer noch grad mal so weit her ist, dass
(nicht nur) die &amp;quot;Werbefritzen&amp;quot; und ihre Auftraggeber offensichtlich das Gefühl
haben, auf dem Buckel der Zwitter könnten sie quasi wie einst im Wilden Westen
mit allem ungestraft durchkommen. Auch noch mit Werbung auf Kosten der Opfer
von medizinischen Zwangsbehandlungen wie z.B. Christiane. Die Fotomontage,
welche die ABDA als Mittel zum Erregen der Aufmerksamkeit für ihre Kampagne
benutzen, wiederspiegelt genau &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2007/11/17/Christianes-Geschichte&quot;&gt;Christianes Schicksal&lt;/a&gt;, die von
einem gewissenlosen Medizyner- und Pharmabetrieb ohne ihre Einwilligung
zwangsvirilisiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Verlaub, dieses Appellieren an den &amp;quot;Anti-Zwitterreflex&amp;quot; in in der
Bevölkerung als Mittel zur Bekämpfung von &lt;a href=&quot;http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&amp;amp;Nachricht_ID=6328&amp;amp;Nachricht_Title=Nachrichten_AM-F%E4lschungen%3A+Apotheker+sch%FCtzen+Verbraucher&amp;amp;type=0&quot;&gt;
importbedingten Umsatzeinbussen&lt;/a&gt; ausgerechnet durch die Deutschen Apotheker
&lt;em&gt;(bei denen die meisten Zwitter nach der &lt;a href=&quot;http://kastrationsspital.ch/&quot;&gt;&amp;quot;prophylaktischen&amp;quot; Zwangskastration&lt;/a&gt; ein
Leben lang künstliche Ersatzhormone kaufen müssen, oft aus eigener
Tasche!)&lt;/em&gt; zeugt nicht nur von fraglichem Geschmack. Sondern ist eine klare
&lt;strong&gt;Verletzung der Menschenwürde aller Zwitter!&lt;/strong&gt; Und, so nebenbei,
der Menschenwürde aller Trans*menschen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beschwerden bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA durch
zwischengeschlechtliche Menschen führten bisher zu keiner Besserung -- im
Gegenteil, die betroffenen Menschen wurden auch noch telefonisch direkt
verhöhnt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Beispiel wird sich zeigen, ob die Bundesdiskriminierungsstelle usw.
wirklich etwas taugen. Oder &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/03/22/Faule-Eier-fur-die-Bundesregierung&quot;&gt;dasselbe verdienen&lt;/a&gt;
wie &amp;quot;die Bundesregierung&amp;quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nachtrag:&lt;/strong&gt; Siehe auch &lt;a href=&quot;http://www.intersex-menschen-xyfrauen.de/phpBB2/viewtopic.php?p=2848#2848&quot;&gt;Thread
im Vereinsforum&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Christiane Völling: Chirurg blitzt mit Berufung ab!</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/07/10/Christiane-Volling%3A-Chirurg-blitzt-mit-Berufung-ab</link>
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    <pubDate>Thu, 10 Jul 2008 16:12:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>nella</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;schluss mit genitalen zwangsoperationen, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-4.gif&quot; /&gt;Wie &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2007/11/17/Christianes-Geschichte&quot;&gt;Christiane Völling&lt;/a&gt; mitteilt,
tagte das Oberlandesgericht Köln am 30.6.2008 hinter verschlossenen Türen, um
über das weitere Verfahren im Prozess gegen ihren damaligen Operateur zu
befinden. Dieser war am 6. Februar vor dem Landesgericht Köln &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/02/07/Sieg-fur-Christiane-Volling&quot;&gt;in erster Instanz zur Zahlung
eines Schmerzensgeldes verurteilt&lt;/a&gt; worden, weil er der
zwischengeschlechtlichen Christiane Völling ohne ihre informierte Einwilligung
gesunde Eierstöcke und Gebärmutter entfernt hatte, die angeblich &amp;quot;entartet&amp;quot;
gewesen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen hat Christiane nun die Verfügung vom OLG Köln erhalten und
schreibt:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der Senat weist darauf hin, dass beabsichtigt ist die Berufung durch
Beschluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO zurück zu weisen.&lt;/em&gt;&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;em&gt;Die Berufung hat keine Aussicht auf Erfolg, weil das angefochtene Urteil
weder auf einer Rechtsverletzung beruht noch nach § 529 ZPO zugrunde zu legende
Tatsachen eine andere Entscheidung rechtfertigen. Das Berufungsvorbringen
nötigt nicht zu weiterer Sachaufklärung oder ergänzender Beweiserhebung oder zu
weiterer mündlicher Verhandlung.&lt;/em&gt;&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;br style=&quot;font-style: italic;&quot; /&gt;
&lt;em&gt;Der Beklagte hat Gelegenheit zur Stellungnahme binnen 3
Wochen......&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
Der fehlbare Chirurg, der Christiane Völling ohne ihre informierte Einwilligung
die inneren Geschlechtsorgane entfernte und sich dabei auf &amp;quot;Krebsgefahr&amp;quot;
berief, blitzt also auch vor dem OLG ab!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber noch ist es nicht ausgestanden. Der Chirurg kann immer noch auf einer
mündlichen Verhandlung vor Oberlandesgericht bestehen. Eine rechtskräftige
Verurteilung hätte Folgen nicht nur für ihn, sondern auch für sämtliche
Kliniken und alle seiner Standesgenossen, für die menschenrechtswidrige
Zwangsoperationen auch an Kleinkindern nach wie vor Standard sind. Es ist
deshalb zu befürchten, dass der Chirurg weiterhin auf Zeit spielen wird um eine
rechtskräftige Verurteilung um jeden Preis zu vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal mehr muss Christiane Völling mehrere Wochen abwarten ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Nachtrag:&lt;/strong&gt; &lt;a href=&quot;http://www.az-web.de/lokales/euregio-detail-az/597007?_link=&amp;amp;skip=&amp;amp;_g=Zwitterprozess-Unterlegener-Arzt-hat-wenig-Chancen-bei-Berufung&quot;&gt;
Bericht in der Aachener Zeitung vom 29.7.&lt;/a&gt; Der Chirurg habe eine Frist bis
15. August ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Fortsetzung:&lt;/strong&gt;  &lt;a href=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/09/04/Kolner-Zwitterprozess-Christiane-siegt-definitiv-auch-in-2-Instanz&quot;&gt;
&amp;gt;&amp;gt;&amp;gt; Kölner &amp;quot;Zwitterprozess&amp;quot; - Christiane siegt definitiv auch in 2.
Instanz&lt;/a&gt;</description>
    
    
    
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      </item>
    
  <item>
    <title>Chefarzt Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der &quot;normale Weg&quot;</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/07/06/Chefarzt-Marcus-Schwobel%3A-genitale-Zwangsoperationen-an-Kindern-der-normale-Weg</link>
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    <pubDate>Sun, 06 Jul 2008 12:59:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>seelenlos</dc:creator>
        <category>Die Mediziner</category>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img title=&quot;schluss mit genitalen zwangsoperationen, Jan 2008&quot; style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://blog.zwischengeschlecht.info/public/K_ln_shirts_06_02_08-4.gif&quot; /&gt;PD Dr. med. Marcus-Georg Schwöbel,
Chefarzt der &lt;a href=&quot;http://www.ksl.ch/standorte/luzern/kliniken/kinderspital/medizinisches-angebot/kinderchirurgie.html&quot;&gt;
Abteilung Kinderchirurgie des Kinderspitals Luzern&lt;/a&gt;, nennt in der Presse
gern die goldene Zahl von &lt;em&gt;&amp;quot;rund 50&amp;quot;&lt;/em&gt; genitalen Zwangsoperationen --
Pardon: &lt;em&gt;&amp;quot;geschlechtszuweisenden Behandlungen&amp;quot;&lt;/em&gt; --,  an denen er
bisher &lt;em&gt;&amp;quot;beteiligt&amp;quot;&lt;/em&gt; war. (1)&lt;/p&gt;
&lt;strong&gt;mehr --&amp;gt; &lt;a href=&quot;http://kastrationsspital.ch/post/2008/07/24/Chefarzt-Dr-Marcus-Schwobel:-genitale-Zwangsoperationen-an-Kindern-der-normale-Weg&quot;&gt;
http://kastrationsspital.ch&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;</description>
    
    
    
          <comments>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/07/06/Chefarzt-Marcus-Schwobel%3A-genitale-Zwangsoperationen-an-Kindern-der-normale-Weg#comment-form</comments>
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    <title>Ein weiterer &quot;Experte&quot; ohne Ahnung ...</title>
    <link>http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2008/07/04/Ein-weiterer-Experte-ohne-Ahnung</link>
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