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Sunday, October 21 2012

Intersex-Genitalverstümmelungen: Offener Brief an das Universitätsklinikum Halle

Protest und Übergabe des Offenen Briefes an das Uiversitätsklinikum, Halle 25.09.2012

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"Weiter sind wir bestürzt über teils über Jahrzehnte zurückreichende medizinische Publikationen, welche belegen, dass auch in der ehemaligen DDR fragwürdige medizinisch nicht notwendige Eingriffe an Kindern praktiziert wurden (1). Ebenso sind erschreckende Berichte betroffener Menschen öffentlich bekannt (2) (3). Und obwohl die Opfer dieser Eingriffe zum Teil heute noch unter uns leben und an dem ihnen Angetanen leiden, ignorieren das Universitätsklinikum ebenso wie die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg offenbar diesen Teil ihrer Geschichte geflissentlich, statt ihn endlich umfassend aufzuarbeiten, sich bei den Opfern öffentlich zu entschuldigen und sie – sofern noch möglich – zu entschädigen."

"Auch im von zwei Medizinern des Universitätsklinikums Halle, Sven-Olaf Höhne und Rainer Finke, herausgegebenen Fachbuch "Intersexualität bei Kindern" (7), welches zurückgeht auf ein im Universitätsklinikum abgehaltenen Symposium (8), wird die ganze Bandbreite medizinisch nicht notwendiger, kosmetischer Genitaloperationen an Kindern offensiv angepriesen und gerechtfertigt."

>>> Flugblatt zur Aktion (PDF)  >>> Beitrag Radio Corax  >>> Alle Aktionen 19.-30.9.
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> "Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a. "Genitalkorrekturen

Nachfolgend der ganze Offene Brief im Wortlaut:        >>> Der Offene Brief als PDF

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Saturday, September 29 2012

Intersex-Protest: Offener Brief an Verstümmler-Kongress "DGU 2012"

>>> Radio Mephisto  >>> Offener Brief Uniklinik Leipzig   >>> Open Letter "ESPU 2012"

Protest und Übergabe des Offenen Briefes an die "DGU 2012", Leipzig 28.09.2012

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"Auch am diesjährigen 64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) sind menschenrechtliche, juristische und ethische Fragestellungen zu kosmetischen Genitaloperationen an Kindern mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen bezeichnenderweise einmal mehr kein Thema; einzig betreffend Zirkumzision werden auch "juristische Aspekte" behandelt.

Demgegenüber werden weiterhin kosmetische Eingriffe an Kindern propagiert.

Erwachsene Betroffene von medizinisch nicht notwendigen, kosmetischen Korrektureingriffen im Kindesalter verurteilen diese seit Jahrzehnten öffentlich.

Trotzdem ignorieren die DGU wie auch ihre Mitglieder sowie die beteiligten Universitäten und Kinderkliniken diese Klagen geflissentlich, statt diesen Teil ihrer Geschichte endlich umfassend aufzuarbeiten, sich bei den Opfern öffentlich zu entschuldigen und sie – sofern noch möglich – zu entschädigen, wie dies bekanntlich unter anderem auch vom Deutschen Ethikrat (5) und vom UN-Komitee gegen Folter (6) gefordert wird.

Der Deutsche Ethikrat betonte zudem den Vorrang des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und des Rechts auf eine offene Zukunft der Betroffenen (21), und forderte dazu auf, die Verjährung auszusetzen analog den bereits bestehenden Gesetzen betreffend sexualisierte Gewalt an Kindern und Schutzbefohlenen. (23)"

>>> Beitrag Radio Mephisto   >>> Offener Brief Unikinderklinik Leipzig   >>> Info-Flyer
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> "Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a. "Genitalkorrekturen

Nachfolgend der ganze Offene Brief im Wortlaut:         >>> Der Offene Brief als PDF 

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Thursday, September 27 2012

Intersex-Protest: Offener Brief an Universitätsklinik Leipzig, 21.9.12

>>> PROTESTE 2014: Leipzig Fr 7. - Sa 8.11. + Jena So 9.11.   >>> Unterschreiben!
>>> Kreuzer    >>> Radio Mephisto    >>> Info-Flyer
    >>> Proteste Leipzig 2012

Protest und Übergabe des Offenen Briefes an die Universitätskinderklinik Leipzig, 21.09.2012

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Intersex: STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

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"Auf der Homepage der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie wird nach wie vor das gesamte Sortiment medizinisch nicht notwendiger Genitaloperationen öffentlich feilgeboten."

"Erwachsene, die als Kinder kosmetischen Genitaloperationen unterzogen wurden, beklagen seit den 1990er-Jahren öffentlich die "Zerstörung des sexuellen Empfindens" und der "körperlichen Unversehrtheit" durch diese Eingriffe, welche sie als "Genitalverstümmelung" erfahren."

"Wir betroffene Menschen bitten Sie deshalb [...] fragwürdige Praktiken an Kindern mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen zu überprüfen, und [...] eine umfassende und verantwortungsvolle Aufarbeitung der Vergangenheit in Angriff zu nehmen [...]."

Nachfolgend der ganze Offene Brief im Wortlaut:          >>> Der Offene Brief als PDF

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Monday, September 24 2012

Di 25.9.: Intersex-Protest + Infoabend in Halle

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>>> Offener Brief an das Universitätsklinikum Halle   >>> Flugblatt zur Aktion (PDF) 

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Auch in Halle werden im Universitätsklinikum nach wie vor wehrlose Kinder ohne medizinische Notwendigkeit kosmetisch genitalverstümmelt - wie lange noch?!

FRIEDLICHER PROTEST  Di 25.9.  11-15h
Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, 06120 Halle (Saale), vor dem Haupteingang

INFOABEND  Di 25.9.  19h
Katholische Studentengemeinde, An der Moritzkirche 8, 06108 Halle

Helft mit, die TäterInnen daran zu erinnern, dass wehrlose Kinder zu verstümmeln NICHT OK ist!

>>> Radio Corax 10.10.   >>> Alle Aktionen 19.-30.09.2012   >>> Info-Flyer (PDF)
>>>
Bericht bbz-lebensart.de    >>> Podiumsdiskussion Radio Corax 6.11.
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> "Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a. "Genitalkorrekturen"

Tuesday, September 18 2012

Intersex-Proteste: Offener Brief an Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK), 16.9.12

>>> Info + Proteste: LEIPZIG-DRESDEN-HALLE 19.-30.9.12

Protest und Übergabe des Offenen Briefes am Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK), 16.9.12

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STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

"Weiter sind wir bestürzt über medizinhistorische Zeugnisse aus Hamburger Universitätskliniken, welche belegen, dass in Hamburg für Menschen wie uns während nun schon seit über einem halben Jahrhundert Zustände herrschten und in veränderter Form möglicherweise heute noch herrschen, die nur als barbarisch und menschenverachtend zu bezeichnen sind. Und obwohl die Opfer dieser Zustände zum Teil heute noch unter uns leben und an dem ihnen Angetanen leiden, ignorieren die Hamburger Universitätskliniken diesen Teil ihrer Geschichte geflissentlich, statt ihn endlich umfassend aufzuarbeiten, sich bei den Opfern öffentlich zu entschuldigen und sie – sofern noch möglich – zu entschädigen."

Nachfolgend der ganze Offene Brief im Wortlaut:          >>> Der Offene Brief als PDF

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Tuesday, September 4 2012

"Intersex"-Genitalverstümmelungen in der Charité - Offener Brief an das Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin, 4.9.12

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Genitalverstümmelungen stoppen!  Zwischengeschlecht.org
  Menschenrechte auch für Zwitter!
  Postfach 2122
  8031 Zürich
  info_at_zwischengeschlecht.org
 

"Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist.
Wir nehmen es dankbar an und lieben es. Es ist gesund
und fröhlich und entwickelt sich prächtig." - Eine Mutter [1]
 

Offener Brief von Zwischengeschlecht.org an das Rogate-Kloster Berlin

 
Sehr geehrtes Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin

Als Menschenrechtsgruppe, die sich seit fünf Jahren für das Recht auf körperliche Unversehrtheit für Menschen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen einsetzt sowie für "Menschenrechte auch für Zwitter!" freuen wir uns, dass Sie dem Thema "Intersexualität" einen Abend widmen. Gleichzeitig erfüllen uns gewisse Begleitumstände mit tiefer Sorge, der wir nachfolgend Ausdruck verleihen möchten:

• In Ihrer Ankündigung [2] sprechen Sie ausschließlich "den Umgang mit intersexuellen Menschen in der Vergangenheit" an. Tatsache ist, dass laut Erhebungen der Mediziner selbst heute noch 90% aller Betroffenen im Kindesalter medizinisch nicht notwendigen, kosmetischen "Genitalkorrekturen" unterworfen werden. [3] Gerade in der Charité wurde im letzten Jahr das Angebot für kosmetische Genitaloperationen an Kindern massiv ausgebaut. [4] [5] [6] Gleichzeitig leugnen sowohl der Berliner Senat [7] wie auch die Charité selbst [8] bis heute jegliche Kenntnis dieser Praxis.

• Für die meisten Betroffenen sind aufgrund der als verstümmelnd empfundenen Eingriffe das Unrecht und die verheerenden Folgen der kosmetischen Genitaloperationen im Kindesalter und deren schnellstmögliche Beendigung das Hauptanliegen. Für andere stehen dagegen Fragen der Geschlechtsidentität und – oft mit Unterstützung Dritter – die lautstarke Forderung nach einem 3. Geschlechtseintrag im Zentrum. Oft werden dadurch im öffentlichen und politischen Diskurs die Anliegen der Überlebenden von kosmetischen Genitaloperationen im Kindesalter ausgeblendet oder lediglich bei Forderungskatalogen Dritter als hinterstes Anhängsel "mitgemeint" ("LSBTI", "LGBTTI" o.ä.). [9] [10] Obwohl die meisten Betroffenen sich gegen eine solche Subsumierung wehren, auch weil sie ihre spezifischen Anliegen als Menschen mit medizinischer Gewalterfahrung überdeckt. [11] [12]

• Auch an der heutigen Veranstaltung ist der Aufhänger einmal mehr "Selbstbestimmung im Identitätsgeschlecht", sind Überlebende von kosmetischen Genitaloperationen NICHT vertreten, liegt die Betonung auf Diskriminierung und Personenstandspolitik, und in der Ankündigung auf Mechthild Rawerts Homepage [13] ist die Hauptforderung nach körperlicher Unversehrtheit nicht einmal erwähnt.

• Bis heute verweigert Mechthild Rawert den Dialog mit Überlebenden von kosmetischen Genitaloperationen im Kindesalter. [14]

In der Hoffnung, dass der Schrei der Überlebenden von kosmetischen Genitaloperationen im Kindesalter nach Gerechtigkeit und um konkrete Taten für die Unversehrtheit der noch Ungeborenen heute Abend im Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin nicht ungehört verhallen wird,

grüße ich Sie freundlich

Im Namen der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Daniela Truffer
Gründungsmitglied Zwischengeschlecht.org
Gründungsmitglied Selbsthilfegruppe Intersex.ch
Mitglied XY-Frauen
Mitglied Intersexuelle Menschen e.V.

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Fußnoten (alle Links Stand 04.09.2012)

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Friday, July 20 2012

Knabenbeschneidung: Bevölkerung für Verbot - Bundesregierung will per Schnellgesetz legalisieren - Bundestags-Petition - UPDATES 15.8.

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>>> Nachtrag: Kinderspital Zürich setzt Beschneidungen aus - St. Gallen erwägt Stopp

Hände weg von Kindergenitalien!Nach den Reaktionen auf das Urteil des Landgerichts Köln, Knabenbeschneidung als strafbare Körperverletzung und Verstoss gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit einzustufen (>>> dieser Blog berichtete), wollen nun Bundesregierung sowie alle Parteien (mit Ausnahme von die Linke) der aktuellen öffentlichen Diskussion mit einem Schnellgesetz einen Riegel vorschieben. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch ein Trommelfeuer von Medienberichten, welche lautstark "Beschneidung [sic!] der Religionsfreiheit" reklamieren.

Auf der anderen Seite wurde die in Online-Kommentaren zum Vorschein kommende Tendenz, dass die (meist erdrückende) Mehrheit es mit dem Landgericht hält und das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Kinder hochhält, mittlerweile auch durch Meinungsumfragen untermauert: 

  • Laut einer >>> Emnid-Umfrage von Focus (--> zu unterst) ergibt sich ein Verhältnis von 56% BefürworterInnen des Verbots gegenüber 35% GegnerInnen. Pikant: "Unter allen Parteianhängern finden sich die meisten Befürworter des Urteils bei Wählern der Union mit 69 Prozent, gefolgt von Unterstützern der Linkspartei mit 68 Prozent. Anhänger der SPD bewerten den Richterspruch zu 53 Prozent als richtig."
    ...
    Verbot der Beschneidung: Juden und Muslime fordern Korrektur des Urteils - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland/verbot-der-beschneidung-juden-und-muslime-fordern-korrektur-des-urteils_aid_775212.html
  • Eine >>> mingle-Umfrage ergab 59% BefürworterInnen des Verbots gegenüber 28% GegnerInnen, Eltern waren gar zu 64% für ein Verbot.
  • Eine >>> YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa kam auf 45% BefürworterInnen des Verbots gegenüber 42% GegnerInnen, weiter war eine Mehrheit (55%) der Ansicht, ein Verbot wäre für Deutschlands Ansehen  in der Welt NICHT schaden (eines der Hauptargumente der GegenrInnen), und "83 Prozent meinen, Religionen sollten mit der Zeit gehen und nicht um jeden Preis an alten Traditionen festhalten. Nur neun Prozent meinen, eine Modernisierung religiöser Bräuche sei nicht nötig."
  • Eine >>> 2. Emnid-Umfrage von Focus, diesmal im Zusammenhang mit dem Legalisierungs-Schnellgesetzvorhaben, kam auf 48% BefürworterInnen des Verbots gegenüber 40% GegnerInnen. Diesmal pikant: "In Ostdeutschland stellen die Beschneidungsgegner die deutliche Mehrheit: Hier wenden sich 55 Prozent gegen die geplante Legalisierung, die Union, FDP und SPD im Herbst verabschieden wollen. 38 Prozent der Ostdeutschen hält sie für gut. Nur bei Anhängern der Union und der Grünen sind mit 45 beziehungsweise 53 Prozent eine Mehrheit für das Beschneidungsgesetz. Wähler von FDP, SPD und Linkspartei lehnen den geplanten Paragraphen mehrheitlich ab."

Erfreulicherweise gab es in in den Medien trotz überwiegender redaktioneller Anti-Verbots-Kommentare auch wichtige und gewichtige Gegenstimmen, die sich für das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit stark machen, so etwa der Artikel >>> "Beschneidungen: Unterschätztes Trauma-Risiko" in der Frankfurter Allgemeinen und >>> "Kindermissbrauch - Tabu im Judentum" auf hagalil.com/bet-debora (danke an KommentatorInnen auf NetztwerkB für die Hinweise), weiter >>> "Streit um das Beschneidungsurteil Ratio zwischen Recht und Religion" in der Süddeutschen und >>> "Beschneidung: Das richtige Urteil!" in der Zeit sowie der Anwalt Thomas Stadler: "Die Beschneidung des Rechtsstaates". Ebenso ein >>> Interview mit Maximilian Stehr: "Das Wohl des Kindes ist nicht verhandelbar" in der Frankfurter Rundschau (Danke an Sabrina Schwanczar für den Hinweis).

Zudem im Spiegel >>> Bettina Röhl: Beschneidung - Ein Plädoyer für das Grundgesetz und in der Taz mit Blickpunkt auf "christliche Beschneidungen" >>> Beschneidung als Kur gegen Masturbation sowie ein >>> Interview mit der jüdischen Gruppe Ben Schalosch ("Vollständiger Sohn"), die sich in seit 20 Jahren gegen Beschneidungen einsetzt, die sie als "Ein Akt der Vergewaltigung" klassifiziert.

Dezidiert für ein Verbot votierten die >>> Giordano Bruno Stiftung: "Vorhautbeschneidung ist keine Bagatelle" sowie deren Vorsitzender >>> Michael Schmidt-Salomon: "Bundestag will Kinderrechte beschneiden" (inkl. >>> witziger Karikatur) und die >>> "Erklärung zum Kölner Beschneidungsurteil" auf beschneidung-von-jungen.de (ebenfalls auf manndat.de).

Die >>> Deutsche Kinderhilfe warnt vor "Blankocheck für Kindesmisshandlung", und der >>> Humanistische Verband Deutschlands warnt "vor Rückbau des säkularen Rechtstaates".

Die Lobbygruppe für Betroffenen von sexualisierter Gewalt an Kindern >>> netzwerkB lehnt die Beschneidung von Kindern aus religiösen Motiven als Gewalt gegen Kinder ab, ebenso >>> MOGIS e.V. im "Offener Brief an alle Kinderrechte- und Kinderschutz-Verbände".

Der >>> Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert ein Moratorium und einen Runden Tisch und startete u.a. zusammen mit dem >>> Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. und der Deutschen Kinderhilfe eine Bundestags-Petition.

Auch die >>> Kinderlobby Schweiz will einen politischen Verbots-Vorstoss starten.

Plus: Guter >>> Offener Brief „Religionsfreiheit kann kein Freibrief für Gewalt sein“ von bisher über 140 MedizinerInnen und JuristInnen auf FAZ.net.

Plus ein >>> Focus-Interview mit Holm Putzke mit dem Titel "Die Politik reagiert reflexhaft, nicht reflektiert".

Plus ein >>> Tagesspiegel-Interview mit der Familienrechtlerin Susann Bräcklein in der Süddeutschen mit dem Titel "Erlaubt ist, was nicht schadet".

Plus ein >>> NZZ-Bericht über Kontroversen unter CH-Juristen.

Nachtrag:

Kinderspital Zürich stoppt Beschneidungen - Kispi St. Gallen erwägt Moratorium

Inzwischen hat das Kinderspital Zürich ein vorläufiges Motatorium für medizinisch nicht notwendige Knabenbeschneidungen erklärt (>>> Beobachter / Tages-Anzeiger). In einer TA-Online-Umfrage mit bisher über 2000 Beteiligten >>> begrüssen 80% aller Abstimmenden diesen Entscheid

Nach den Sommerferien >>> will auch das Kinderspital St. Gallen über ein Moratorium beraten.

Meine 2 Cent: Schade nur, dass beide Kliniken bisher bei Kindern mit "atypischen" Genitalien weniger Skrupel zeigen, medizinisch nicht notwendige Genitaloperationen durchzuführen, geschweige denn im Namen der Kinder darauf zu verzichten - obwohl letztere massiv gravierendere Eingriffe sind und auch viel häufiger praktiziert werden: Allein das Kinderspital Zürich führt nach Aussagen von Angestellten dort  2 "Hypospadiekorrekturen" wöchentlich durch (im Vergleich zu den im Artikel erwähnten 2 medizinisch nicht notwendigen Beschneidungen monatlich).

UPDATES: Auch das >>> Berner Inselspital will nach den Sommerferien über ein Moratorium beraten. Das >>> Bieler Spital Wildermeth lehnt ein Moratorium ab, >>> dito das Basler Kinderpsital, >>> dito Luzern.

UPDATES 2: Am 10.8.12 hob das Kinderspital Zürich das Beschneidungsmoratorium wieder auf (>>> Tages-Anzeiger >>> NZZ 1 >>> 20min >>> TA-Interview mit Kispi-Direktor Sennhauser >>> NZZ 2).

Davor gabe es eine Anzeige gegen das Kispi, die Staatsanwaltschaft lehnte eine Untersuchung jedoch ab (>>> NZZ).

Das Kispi St. Gallen lehnte inzwischen ein Moratorium ab und beschneidet unverändert wie eh und je  (>>> DRS)

>>> Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwitter-Genitalverstümmelungen: Diskriminierung oder Verbrechen? 
>>>
Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> "Aufarbeitung tut not!" Klitorisamputationen u.a. "Genitalkorrekturen" an Kindern

Thursday, May 3 2012

Aufarbeitung tut not! Kosmetische "Genitalkorrekturen" im Uni-Kinderspital Zürich und an "ESPU 2012": Info + Proteste 9.-12.5.

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktion von Zwischengeschlecht.org, 6.2.2011 (Bild: NZZ Format)

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>>> Alle Termine online        >>> Flyer mit allen Terminen 
>>> "Die Amputation der Clitoris ist sicher gerechtfertigt" - Kinderspital Zürich 1957 (1)
>>> "Wir belassen gewöhnlich einen ganz kurzen Clitorisstumpf" - Kispi Zürich 1957 (2)
>>> Offener Brief an Universität und Kinderspital Zürich, 10.5.12
>>> 10vor10: "Kampf für die Rechte von Zwittern: Streit um Genital-Operationen an Kindern"
>>> Open Letter to "ESPU 2012", 11.05.12 (PDF)  
>>> "ESPU 2012": Bilder der 1. Friedlichen Mahnwache, 9.5.12 

PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 03.05.2012:

Kosmetische "Korrektur-Operationen" an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" Genitalien werden in westlichen Kinderkliniken seit 1950 systematisch durchgeführt. Die Universität Zürich und das Universitäts-Kinderspital Zürich waren vom ersten Jahr an als weltweit zweitwichtigstes Zentrum an der Durchsetzung dieser verhängnisvollen Praxis massgeblich beteiligt. Nach aktuellen Studien werden heute noch 90% aller Betroffenen im Kindesalter "genitalkorrigiert" – auch ein vom Kispi nächste Woche ausgerichteter Kongress propagiert unverdrossen kosmetische "Klitorisreduktionen an Kindern zwischen 6 und 12 Monaten". Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert eine kritische Aufarbeitung.

INHALT:
1.  Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Ethisch und menschenrechtlich unhaltbar
2.  "Amputation der vergrößerten Clitoris": Historische Verstrickungen von Uni und Kispi ZH
3.  Zürich: Internationaler Kongress "ESPU 2012" propagiert "Genitalkorrekturen" und feiert "Schweizer Errungenschaften" - Ethik und Menschenrechte bleiben ausgeklammert
4.  Marburg: Uni beschliesst Aufarbeitung
5.  Infoveranstaltung + Offene Briefe + friedliche Proteste, Zürich 9.-12.5.

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Tuesday, April 24 2012

Offener Brief von Zwischengeschlecht.org an das Universitätsklinikum Gießen, 22.4.12

Vor dem Universitätsklinikum Gießen, 22.4.12 Friedlicher Protest + Offener Brief Universitätsklinikum Gießen, 22.04.2012

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>>> Marburg + Gießen: Proteste + Info + Senatstermine 15.04.-06.06.2012

Nachfolgend dokumentieren wir den am Sonntag an die Verantwortlichen des Universitätsklinikums übergebenen Offenen Brief. Fettes Dankeschön an alle, die kamen!

>>> Der Offene Brief als PDF

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Saturday, April 21 2012

Gießen: Uniklinik leugnet Genitalverstümmelungen, will friedliche Mahnwache verbieten

>>> Marburg: UKGM leugnet Verstümmelungen - Kinderchirurg verplappert sich ...
>>> Offener Brief    >>> Oberhessische Presse 14.4. | 15.4. | 16.4.    >>> Senatseingabe
>>> Kosmetische Genitaloperationen an Kindern im UKGM? Aber wir doch nicht!

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktion von Zwischengeschlecht.org, 6.2.2011 (Bild: NZZ Format)

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PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 19.04.2012:

Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt – auch im Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).

Die Mediziner nennen es "korrigierende", "angleichende" oder "rekonstruktive Eingriffe". Überlebende Betroffene berichten von Genitalverstümmelung und uneingewilligten Zwangsoperationen, von Zwangskastrationen und medizinischer Folter und fordern ein gesetzliches Verbot.

Namhafte Menschenrechtsorganisationen verurteilen das den Betroffenen angetane Unrecht, ebenso der Deutsche Ethikrat und das UN-Komitee gegen Folter. Letzten Montag, den 16.04.2012 beschloss die Philipps-Universität Marburg, medizinisch nicht notwendige Genitaloperationen an Minderjährigen aufzuarbeiten. Kommenden Mittwoch debattiert der Senat der Justus-Liebig-Universität Gießen über einen entprechenden Antrag.

Gängige kosmetische Genitaloperationen gehören auch am Standort Gießen des UKGM zum aktuellen Behandlungsangebot und werden in Publikationen unverändert "im ersten Lebensjahr" propagiert. Dies dokumentiert die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org in einem Offenen Brief, der Verantwortlichen des UKGM am kommenden Sonntag überreicht wird.

Das Universitätsklinikum Gießen leugnet rundheraus, kosmetische Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen durchzuführen – und verbietet der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org die traditionelle Mahnwache vor dem Haupteingang.

Wir werden trotzdem bei diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zusehen!

Zwischengeschlecht.org läßt sich das Recht nicht nehmen, mit Unterstützung durch Studierende am kommenden Sonntag vor dem Universitätsklinikum Gießen friedlich der Opfer "eines der dunkelsten Kapitel der Medizingeschichte" (Apotheken-Umschau) zu gedenken und ihnen eine Stimme zu verleihen – gegen die GenitalabschneiderInnen sowie gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

• FRIEDLICHER PROTEST + ÜBERREICHUNG OFFENER BRIEF
So 22.4.2012 14-17 h - vor dem Universitätsklinikum Gießen
Mobile Mahnwache rund um das Klinikum mit Umzug von einem Kundgebungsort zum andern:
- 14-15h: Ecke Schubertstr./Gaffkystr. (draußen vor Hauptpforte)
- 15-16h: Ecke Frankfurter Str./Klinikstr. (draußen vor Haupteingang)
- 16-17h: Ecke Friedrichstr./Rudolf-Buchheim-Str. (dr. v. Kinderurologie u. Kinderklinik)

Und am Dienstag öffentlich über "kosmetische" Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken inkl. UKGM zu informieren:

• INFOVERANSTALTUNG GIESSEN !!!ACHTUNG NEUER ORT!!! 
Hochschulpfarrer PD Dr. Wolfgang Achtner verbietet kurzfristig die zugesagte Infoveranstaltung im ESG, deshalb:
Di 24.4.2012 19 h - Café Giramondi, Bahnhofstraße 53, 35390 Gießen

Zwischengeschlecht.org freut sich ganz besonders, dass am kommenden Montag auf Initiative von Studierenden der Justus-Liebig-Universität Gießen zum zweiten Mal in Deutschland der Senat einer Universität über eine Stellungnahme zu kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen beraten wird:

• ÖFFENTLICHE SENATSSITZUNG JUSTUS-LIEBIG-UNIVERSITÄT GIESSEN
Mi 25.4.2012 14:15 h - Uni-Hauptgebäude,
Ludwigstr. 2
Behandlung Antrag: "Stellungnahme des Senats zu kosmetischen Genitaloperationen im Universitätsklinikum Gießen / Marburg an Kindern und Jugendlichen"

Weiterer Termin:

• INFOVERANSTALTUNG MARBURG
Mo 23.4.2012 19 h - Philipps-Universität Marburg, Hörsaal 115 (+1/0120)
Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14, 35037 Marburg

Wir danken allen, die vor Ort dazu beitragen!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>>
Marburg: UKGM leugnet Verstümmelungen - Kinderchirurg verplappert sich ...
>>> Offener Brief    >>> Oberhessische Presse 14.4. | 15.4. | 16.4.    >>> Senatseingabe
>>>
Kosmetische Genitaloperationen an Kindern im UKGM? Aber wir doch nicht!




HINTERGRUND:
KOSMETISCHE GENITALOPERATIONEN AN KINDERN

 
     INHALT:
     1.  Jeden Tag wird in einer Kinderklinik ein wehrloses Kind verstümmelt
     2.  Hunde besser vor Verstümmelung und Kastration geschützt als Kinder
     3.  "fundamentaler Verstoß gegen körperliche Unversehrtheit"
     4.  Politische Instrumentalisierung durch Schwule und Lesben
     5.  Diskussion über gesetzliches Verbot notwendig
 

1.  Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt.

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Die Mediziner nennen es "korrigierende", "angleichende" oder "rekonstruktive Eingriffe".

Überlebende Betroffene sprechen ihrerseits von Genitalverstümmelung, uneingewilligten Zwangsoperationen und Zwangskastrationen und von medizinischer Folter.

Etwa jedes 1000. Kind wird mit "auffälligen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen geboren (Zwitter, Hermaphroditen, "Intersexuelle").

Auch das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) sowie das Klinikum Fulda (Akademisches Lehrkrankenhaus der Phillips-Universität Marburg) haben Genitaloperationen im Angebot u.a. für Kleinkinder "mit zu großer Klitoris" oder sonstwie "auffälligen Geschlechtsorganen". Bundesweit sollen es über 100 Kinderchirurgien sein, darunter auch zahlreiche kleine bis Kleinst-Anbieter.

Das florierende kosmetisch-chirurgische Angebot umfasst u.a. "Klitorisverkleinerungen", "Peniskorrekturen", "Anlegen einer Neovagina", "Verlegung der Harnröhre", Kastrationen, Gebärmutterentfernungen, usw. usf.

Kosmetische Genitaloperationen an Kleinkindern werden von Kliniken und anderen Anbietern aggressiv vermarktet unter Dutzenden von verschiedenen "Diagnosen" wie "Hypospadie", "AGS/CAH", "Pseudohermaphroditismus", "Inters*xualität", "Epispadie", "AIS", "Disorders of Sex Development (DSD)", "Gonadendysgenesie", "Swyer", "Turner", etc.

Diese Operationen erfolgen seit Jahrzehnten als unkontrollierte Menschenexperimente ohne ethische Überwachung. Die angebliche Wirksamkeit der medizinisch nicht notwendigen, irreversiblen Eingriffe wurde bis heute nie klinisch bewiesen. Die einschlägigen AMWF-Leitlinien stehen alle heute noch unverändert auf der niedrigsten Evidenzstufe S1.

2. Hunde besser vor Verstümmelung geschützt als Kinder

Seit 15 Jahren klagen zwangsoperierte Zwitter in Deutschland die Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken öffentlich an und fordern die Medizyner zum Aufhören und die Politik zum Handeln auf – bisher vergeblich.

Die Bundesregierung gab wiederholt zu Protokoll, von unzufriedenen Zwangsoperierten nichts zu wissen (Drucks. 14/5627), und sah keinen Handlungsbedarf (Drucks. 16/13269).

Aktuell sind in Deutschland Haustiere besser geschützt als Kinder: Während z.B. Hunde ohne medizinische Notwendigkeit weder kupiert noch kastriert werden dürfen, wird in den Kinderkliniken ungehindert weiter kosmetisch verstümmelt und kastriert.

Laut neuesten BMBF-Studien sind ab 3 Jahren nach wie vor 90% aller bedrohten Kinder durchschnittlich mehrfach kosmetisch operiert.

Ähnlich wie bei Betroffenen von sexualisierter Gewalt ("Kindesmissbrauch") ist der Rechtsweg für Überlebende ein Alptraum und eine Farce. Da die Verstümmelungen meistens vor dem 2. Lebensjahr erfolgen, haben Überlebende in der Regel keine Chance, vor Ablauf der Verjährung zu klagen. Die meisten leiden zudem an mit den Eingriffen verbundenen, schweren Traumatisierungen.

3. Westliche Form der Genitalverstümmelung

Seit den frühen 1990er Jahren klagen Überlebende die medizinisch nicht notwendigen Zwangsbehandlungen an Kindern mit "atypische Genitalien" öffentlich an als "westliche Form der Genitalverstümmelung" und kritisieren die Doppelmoral, wie in westlichen Kulturen einerseits die weibliche Genitalverstümmelungen in Afrika (FGM/FGC) als "barbarisch" gebrandmarkt und verurteilt werden, während gleichzeitig die chirurgischen Genitalverstümmelungen an Zwittern in Kinderkliniken vor der eigenen Haustüre ausgeblendet und geleugnet werden.

Seit 10 Jahren werden die frappierenden Übereinstimmungen zwischen den chirurgischen Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken und der weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika auch von namhaften FGM-Expertinnen, JuristInnen und Menschenrechtsorganisationen öffentlich angeprangert, in Deutschland etwa durch Marion Hulverscheidt, Hanny Lightfoot-Klein, Fana Asefaw, Konstanze Plett, Oliver Tolmein, Andreas Nentwich, Terre des Femmes und Amnesty Deutschland.

4. "fundamentaler Verstoß gegen körperliche Unversehrtheit"

Seit 1997 werden kosmetische Genitaloperationen an Kindern nebst von erwachsenen Betroffenen auch von namhaften Bioethikern, Juristen und Kulturwissenschaftlern öffentlich kritisiert. Seit 2004 beurteilen Menschenrechtsorganisationen wie Terre des Femmes und Amnesty Deutschland kosmetische Genitaloperationen an Kindern als "schwere Menschenrechtsverletzung" und "fundamentaler Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit".

2007 gelang es der Betroffenen Christiane Völling, die als Ausnahme erst im Alter von 18 Jahren operiert wurde, als erster und bisher immer noch einziger, ihren ehemaligen Chirurgen zu verklagen, unmittelbar vor Eintritt der absoluten Verjährung. 2008 erkannte das OLG Köln letztinstanzlich das "Selbstbestimmungsrecht [...] in ganz erheblichem Maße verletzt" (5 U 51/08).

2009 rügte das von Betroffenen angerufene UN-Komitee CEDAW die Bundesregierung wegen mangelnden "wirksamen Maßnahmen zum Schutz ihrer Menschenrechte" (CEDAW/C/DEU/CO/6).

Am 8. November 2011 behandelte der UN-Ausschuss gegen Folter erstmals das Thema, sprach von "Verstümmelung", "Zwangsoperationen" und "nicht notwendigen Operationen" und rügte mehrfache Verstöße gegen die Anti-Folter-Konvention.

Am 23. Februar 2012 veröffentlichte der Deutsche Ethikrat im Auftrag der Bundesregierung eine Stellungnahme "Inters*xualität". In einer ersten Einschätzung vom 15. Juni 2011 hatte der Deutsche Ethikrat bereits festgehalten: "Ein zentraler Punkt ist das Recht der Betroffenen auf körperliche Unversehrtheit. [...] Hier findet das Elternrecht seine Grenzen und auch dies spricht dafür, mit solchen Eingriffen so lange wie möglich zu warten, damit die betroffenen Inters*xuellen selbst entscheiden können." In seiner Stellungnahme anerkannte der Deutsche Ethikrat ausdrücklich das physische und psychische Leiden der Betroffenen von kosmetischen Genitaloperationen und -behandlungen und bekräftigte den Vorrang des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und des Rechts auf eine offene Zukunft der Betroffenen. Weiter forderte der Deutsche Ethikrat u.a. dazu auf, Betroffene zu entschädigen und bei kosmetischen Genitaloperationen die Verjährung analog den bereits bestehenden Gesetzen betreffend s*xualisierte Gewalt an Kindern und Schutzbefohlenen auszusetzen.

5. Politische Instrumentalisierung durch Schwule und Lesben

Vermehrt Erwähnung in aktuellen politischen Debatten fanden Zwitter und damit Betroffene von Genitalverstümmelung in Kinderkliniken in letzter Zeit vor allem durch dritte Interessensgruppen. Abgesehen von wenigen löblichen Ausnahmen (vgl. u.a. die aktuellen Anträge von Studierenden an die Senate der Universitäten in Gießen und Marburg) wurden Betroffene dabei leider einmal mehr bevormundet und benutzt – als Kanonenfutter im "Kampf gegen das Zweigeschlechtersystem" oder für "Schutz von sexuellen Minderheiten vor Diskriminierung", etwa jüngst in politischen Debatten um "Personenstand" und "Sexuelle Identität".

Denn die betreffenden politischen Interessensgruppen richten ihren Blick in der Regel nicht auf die realen, zwangsoperierten Zwitterkörper, sondern auf ein fiktives unversehrtes Ideal, das ihre eigenen Wunschvorstellungen verkörpert. Dabei setzen sie unhinterfragt – und tatsachenwidrig – voraus, dass alle Zwitter auf Grund ihrer quasi "körpergewordenen Aufhebung des Zweigeschlechtersystems" ihre Ziele teilen würden. Und adoptieren "Intersexuelle" ungefragt als eine Unterabteilung ihrer eigenen Gruppe, oder hängen sie als Schlusslicht bei sich hinten an (z.B. "LGBTQI").

Sofern diese dritten Interessensgruppen die Leiden der Betroffenen von Genitalverstümmelungen überhaupt behandeln, propagieren sie als Heilmittel wiederum einzig ihr eigenes Anliegen, z.B. die Abschaffung der Geschlechter, oder benutzen die Verstümmelungen als wissenschaftliches Rohmaterial für Geschlechtertheorien.

Entsprechend mehren sich in letzter Zeit auf Länderebene politische Beschlüsse, in denen vorgeblich etwas zur Verbesserung der Lage "Intersexueller" unternommen werden soll. Tatsächlich wurden aber die täglichen Genitalverstümmelungen vor der eigenen Haustüre entweder glatt geleugnet, z.B. vom Berliner Senat (Drucks. 16/144436) oder in der Bremischen Bürgerschaft (taz, 25.02.2011). Oder die Genitalverstümmelungen werden in konkreten Maßnahmen stillschweigend ausgeklammert, vgl. Hamburgische Bürgerschaft (Drucks. 19/4095).

U.a. 2009 und 2010 wurden "Intersexuelle" auch im Bundestag immer wieder Dutzende Male in offiziellen Dokumenten erwähnt  – kein einziges Mal ging es dabei konkret um die Beendigung der täglichen Verstümmelungen.

Umso erfreulicher, dass aktuell an der Justus-Liebig-Universität Gießen und an der Philipps-Universität Marburg schwul-lesbische Hochschulgruppen in praktischer Solidarität Anträge an den jeweiligen Senat initiierten, welche die Anliegen der Betroffenen von kosmetischen Genitaloperationen ins Zentrum stellen, um künftiges Leid zu verhindern und das bestehende aufzuarbeiten und auszusöhnen – positive Gegenbeispiele, die Mut machen!

6. Diskussion über gesetzliches Verbot notwendig

Seit 20 Jahren klagen Betroffene den Ärzten und der Öffentlichkeit ihr Leid. Trotzdem operieren die Mediziner stur weiter - sicher im Wissen, dass sie wegen der Verjährungsfristen und der Traumatisierung der Opfer juristisch kaum belangt werden können.

Während Genitalverstümmelungen in Afrika verurteilt und juristisch bekämpft werden, sind die Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken vor der eigenen Haustüre nach wie vor kein Thema.

Die Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken müssen so schnell wie möglich gestoppt werden, "eines der dunkelsten Kapitel der Medizingeschichte" (Apotheken Umschau, 01.06.2011) muss beendet und öffentlich aufgearbeitet, das Unrecht der Medizinversuche muss gesellschaftlich anerkannt und so weit wie noch möglich ausgesöhnt werden.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

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Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>>
Marburg: UKGM leugnet Verstümmelungen - Kinderchirurg verplappert sich ...
>>> Offener Brief    >>> Oberhessische Presse 14.4. | 15.4. | 16.4.    >>> Senatseingabe
>>>
Kosmetische Genitaloperationen an Kindern im UKGM? Aber wir doch nicht!

Monday, April 16 2012

Offener Brief von Zwischengeschlecht.org an das Universitätsklinikum Marburg, 15.4.12

Vor dem Eingang des Universitätsklinikums Marburg, 15.4.12 Friedlicher Protest + Offener Brief Universitätsklinikum Marburg, 15.04.2012

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Nachfolgend dokumentieren wir den gestern an die Verantwortlichen des Universitätsklinikums übergebenen Offenen Brief. Fettes Dankeschön an alle, die kamen!

>>> Der Offene Brief als PDF

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Thursday, April 12 2012

Marburg: Protest gegen Genitalverstümmelung in Uniklinik - Senat berät Stellungnahme (15.-23.4.12)

>>> UKGM Marburg leugnet Verstümmelungen - Kinderchirurg verplappert sich ...
>>> Offener Brief    >>> Oberhessische Presse 14.4. | 15.4. | 16.4.   >>> Senatseingabe
>>>
Kosmetische Genitaloperationen an Kindern in Marburg? Aber wir doch nicht!

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktion von Zwischengeschlecht.org, 6.2.2011 (Bild: NZZ Format)

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PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 12.04.2012:

Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt – auch im Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie im Klinikum Fulda (Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg).

Der Standort Marburg des Universitätslinikums wirft zusätzlich ein Schlaglicht auf die nach wie vor unaufgearbeitete historische Dimension von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern mit "uneindeutigen" Genitalien. Der Deutsche Ethikrat betrat Neuland, als er am im Zusammenhang mit einem seinerzeitigen Professor der Philipps-Universität und Oberarzt der Universitäts-Frauenklinik Marburg festhielt (19.07.2011):

"Als gesichert kann hingegen gelten, dass Hans Naujoks seit 1934 rassistisch motivierte medizinische Operationen an intersexuellen Menschen vorgenommen hat."

Wir wollen bei diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zusehen!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird vor Ort in Marburg öffentlich über "kosmetische" Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken informieren. Und am kommenden Sonntag mit Unterstützung durch Studierende vor dem Universitätsklinikum friedlich protestieren – gegen die GenitalabschneiderInnen sowie gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit:

• FRIEDLICHER PROTEST + ÜBERREICHUNG OFFENER BRIEF
So 15.4.2012 14-17 h - Universitätsklinikum Marburg, Haupteingang
Baldinger Straße, 35043 Marburg   >>> alle Termine
>>> Bericht Oberhessische Presse 14.4. | 15.4.

• INFOVERANSTALTUNG MARBURG
Mo 23.4.2012 19 h - Philipps-Universität Marburg, Hörsaal 115 (+1/0120)
Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14, 35037 Marburg

Und Zwischengeschlecht.org freut sich ganz besonders, dass am kommenden Montag auf Initiative von Studierenden der Phillips-Universität zum allerersten Mal in Deutschland der Senat einer Universität über eine Stellungnahme zu kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen beraten wird:

ÖFFENTLICHE SENATSSITZUNG MARBURG
Mo 16.4.2012 14:15 h - Philipps-Universität Marburg, Senatssitzungssaal
Biegenstr. 12, 35037 Marburg
TOP 9: Stellungnahme des Senats zu kosmetischen Genitaloperationen im Universitätsklinikum Marburg / Gießen an Kindern und Jugendlichen (Unterlage Nr. 06-195)

• VORANKÜNDIGUNG: Aktionen und Senatsitzung in Gießen 22.-25.4.
(Genaue Termine in Kürze via blog.zwischengeschlecht.info)

Wir danken allen, die vor Ort dazu beitragen!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
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HINTERGRUND:
KOSMETISCHE GENITALOPERATIONEN AN KINDERN

 
     INHALT:
     1.  Jeden Tag wird in einer Kinderklinik ein wehrloses Kind verstümmelt
     2.  Hunde besser vor Verstümmelung und Kastration geschützt als Kinder
     3.  "fundamentaler Verstoß gegen körperliche Unversehrtheit"
     4.  Politische Instrumentalisierung durch Schwule und Lesben
     5.  Diskussion über gesetzliches Verbot notwendig
 

1.  Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt.

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Die Mediziner nennen es "korrigierende", "angleichende" oder "rekonstruktive Eingriffe".

Überlebende Betroffene sprechen ihrerseits von Genitalverstümmelung, uneingewilligten Zwangsoperationen und Zwangskastrationen und von medizinischer Folter.

Etwa jedes 1000. Kind wird mit "auffälligen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen geboren (Zwitter, Hermaphroditen, "Intersexuelle").

Auch das Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie das Klinikum Fulda (Akademisches Lehrkrankenhaus der Phillips-Universität Marburg) haben Genitaloperationen im Angebot u.a. für Kleinkinder "mit zu großer Klitoris" oder sonstwie "auffälligen Geschlechtsorganen". Bundesweit sollen es über 100 Kinderchirurgien sein, darunter auch zahlreiche kleine bis Kleinst-Anbieter.

Das florierende kosmetisch-chirurgische Angebot umfasst u.a. "Klitorisverkleinerungen", "Peniskorrekturen", "Anlegen einer Neovagina", "Verlegung der Harnröhre", Kastrationen, Gebärmutterentfernungen, usw. usf.

Kosmetische Genitaloperationen an Kleinkindern werden von Kliniken und anderen Anbietern aggressiv vermarktet unter Dutzenden von verschiedenen "Diagnosen" wie "Hypospadie", "AGS/CAH", "Pseudohermaphroditismus", "Inters*xualität", "Epispadie", "AIS", "Disorders of Sex Development (DSD)", "Gonadendysgenesie", "Swyer", "Turner", etc.

Diese Operationen erfolgen seit Jahrzehnten als unkontrollierte Menschenexperimente ohne ethische Überwachung. Die angebliche Wirksamkeit der medizinisch nicht notwendigen, irreversiblen Eingriffe wurde bis heute nie klinisch bewiesen. Die einschlägigen AMWF-Leitlinien stehen alle heute noch unverändert auf der niedrigsten Evidenzstufe S1.

2. Hunde besser vor Verstümmelung geschützt als Kinder

Seit 15 Jahren klagen zwangsoperierte Zwitter in Deutschland die Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken öffentlich an und fordern die Medizyner zum Aufhören und die Politik zum Handeln auf – bisher vergeblich.

Die Bundesregierung gab wiederholt zu Protokoll, von unzufriedenen Zwangsoperierten nichts zu wissen (Drucks. 14/5627), und sah keinen Handlungsbedarf (Drucks. 16/13269).

Aktuell sind in Deutschland Haustiere besser geschützt als Kinder: Während z.B. Hunde ohne medizinische Notwendigkeit weder kupiert noch kastriert werden dürfen, wird in den Kinderkliniken ungehindert weiter kosmetisch verstümmelt und kastriert.

Laut neuesten BMBF-Studien sind ab 3 Jahren nach wie vor 90% aller bedrohten Kinder durchschnittlich mehrfach kosmetisch operiert.

Ähnlich wie bei Betroffenen von sexualisierter Gewalt ("Kindesmissbrauch") ist der Rechtsweg für Überlebende ein Alptraum und eine Farce. Da die Verstümmelungen meistens vor dem 2. Lebensjahr erfolgen, haben Überlebende in der Regel keine Chance, vor Ablauf der Verjährung zu klagen. Die meisten leiden zudem an mit den Eingriffen verbundenen, schweren Traumatisierungen.

3. Westliche Form der Genitalverstümmelung

Seit den frühen 1990er Jahren klagen Überlebende die medizinisch nicht notwendigen Zwangsbehandlungen an Kindern mit "atypische Genitalien" öffentlich an als "westliche Form der Genitalverstümmelung" und kritisieren die Doppelmoral, wie in westlichen Kulturen einerseits die weibliche Genitalverstümmelungen in Afrika (FGM/FGC) als "barbarisch" gebrandmarkt und verurteilt werden, während gleichzeitig die chirurgischen Genitalverstümmelungen an Zwittern in Kinderkliniken vor der eigenen Haustüre ausgeblendet und geleugnet werden.

Seit 10 Jahren werden die frappierenden Übereinstimmungen zwischen den chirurgischen Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken und der weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika auch von namhaften FGM-Expertinnen, JuristInnen und Menschenrechtsorganisationen öffentlich angeprangert, in Deutschland etwa durch Marion Hulverscheidt, Hanny Lightfoot-Klein, Fana Asefaw, Konstanze Plett, Oliver Tolmein, Andreas Nentwich, Terre des Femmes und Amnesty Deutschland.

4. "fundamentaler Verstoß gegen körperliche Unversehrtheit"

Seit 1997 werden kosmetische Genitaloperationen an Kindern nebst von erwachsenen Betroffenen auch von namhaften Bioethikern, Juristen und Kulturwissenschaftlern öffentlich kritisiert. Seit 2004 beurteilen Menschenrechtsorganisationen wie Terre des Femmes und Amnesty Deutschland kosmetische Genitaloperationen an Kindern als "schwere Menschenrechtsverletzung" und "fundamentaler Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit".

2007 gelang es der Betroffenen Christiane Völling, die als Ausnahme erst im Alter von 18 Jahren operiert wurde, als erster und bisher immer noch einziger, ihren ehemaligen Chirurgen zu verklagen, unmittelbar vor Eintritt der absoluten Verjährung. 2008 erkannte das OLG Köln letztinstanzlich das "Selbstbestimmungsrecht [...] in ganz erheblichem Maße verletzt" (5 U 51/08).

2009 rügte das von Betroffenen angerufene UN-Komitee CEDAW die Bundesregierung wegen mangelnden "wirksamen Maßnahmen zum Schutz ihrer Menschenrechte" (CEDAW/C/DEU/CO/6).

Am 8. November 2011 behandelte der UN-Ausschuss gegen Folter erstmals das Thema, sprach von "Verstümmelung", "Zwangsoperationen" und "nicht notwendigen Operationen" und rügte mehrfache Verstöße gegen die Anti-Folter-Konvention.

Am 23. Februar 2012 veröffentlichte der Deutsche Ethikrat im Auftrag der Bundesregierung eine Stellungnahme "Inters*xualität". In einer ersten Einschätzung vom 15. Juni 2011 hatte der Deutsche Ethikrat bereits festgehalten: "Ein zentraler Punkt ist das Recht der Betroffenen auf körperliche Unversehrtheit. [...] Hier findet das Elternrecht seine Grenzen und auch dies spricht dafür, mit solchen Eingriffen so lange wie möglich zu warten, damit die betroffenen Inters*xuellen selbst entscheiden können." In seiner Stellungnahme anerkannte der Deutsche Ethikrat ausdrücklich das physische und psychische Leiden der Betroffenen von kosmetischen Genitaloperationen und -behandlungen und bekräftigte den Vorrang des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und des Rechts auf eine offene Zukunft der Betroffenen. Weiter forderte der Deutsche Ethikrat u.a. dazu auf, Betroffene zu entschädigen und bei kosmetischen Genitaloperationen die Verjährung analog den bereits bestehenden Gesetzen betreffend s*xualisierte Gewalt an Kindern und Schutzbefohlenen auszusetzen.

5. Politische Instrumentalisierung durch Schwule und Lesben

Vermehrt Erwähnung in aktuellen politischen Debatten fanden Zwitter und damit Betroffene von Genitalverstümmelung in Kinderkliniken in letzter Zeit vor allem durch dritte Interessensgruppen. Abgesehen von wenigen löblichen Ausnahmen (vgl. u.a. die aktuellen Anträge von Studierenden an die Senate der Universitäten in Gießen und Marburg) wurden Betroffene dabei leider einmal mehr bevormundet und benutzt – als Kanonenfutter im "Kampf gegen das Zweigeschlechtersystem" oder für "Schutz von sexuellen Minderheiten vor Diskriminierung", etwa jüngst in politischen Debatten um "Personenstand" und "Sexuelle Identität".

Denn die betreffenden politischen Interessensgruppen richten ihren Blick in der Regel nicht auf die realen, zwangsoperierten Zwitterkörper, sondern auf ein fiktives unversehrtes Ideal, das ihre eigenen Wunschvorstellungen verkörpert. Dabei setzen sie unhinterfragt – und tatsachenwidrig – voraus, dass alle Zwitter auf Grund ihrer quasi "körpergewordenen Aufhebung des Zweigeschlechtersystems" ihre Ziele teilen würden. Und adoptieren "Intersexuelle" ungefragt als eine Unterabteilung ihrer eigenen Gruppe, oder hängen sie als Schlusslicht bei sich hinten an (z.B. "LGBTQI").

Sofern diese dritten Interessensgruppen die Leiden der Betroffenen von Genitalverstümmelungen überhaupt behandeln, propagieren sie als Heilmittel wiederum einzig ihr eigenes Anliegen, z.B. die Abschaffung der Geschlechter, oder benutzen die Verstümmelungen als wissenschaftliches Rohmaterial für Geschlechtertheorien.

Entsprechend mehren sich in letzter Zeit auf Länderebene politische Beschlüsse, in denen vorgeblich etwas zur Verbesserung der Lage "Intersexueller" unternommen werden soll. Tatsächlich wurden aber die täglichen Genitalverstümmelungen vor der eigenen Haustüre entweder glatt geleugnet, z.B. vom Berliner Senat (Drucks. 16/144436) oder in der Bremischen Bürgerschaft (taz, 25.02.2011). Oder die Genitalverstümmelungen werden in konkreten Maßnahmen stillschweigend ausgeklammert, vgl. Hamburgische Bürgerschaft (Drucks. 19/4095).

U.a. 2009 und 2010 wurden "Intersexuelle" auch im Bundestag immer wieder Dutzende Male in offiziellen Dokumenten erwähnt  – kein einziges Mal ging es dabei konkret um die Beendigung der täglichen Verstümmelungen.

Umso erfreulicher, dass aktuell an der Justus-Liebig-Universität Gießen und an der Philipps-Universität Marburg schwul-lesbische Hochschulgruppen in praktischer Solidarität Anträge an den jeweiligen Senat initiierten, welche die Anliegen der Betroffenen von kosmetischen Genitaloperationen ins Zentrum stellen, um künftiges Leid zu verhindern und das bestehende aufzuarbeiten und auszusöhnen – positive Gegenbeispiele, die Mut machen!

6. Diskussion über gesetzliches Verbot notwendig

Seit 20 Jahren klagen Betroffene den Ärzten und der Öffentlichkeit ihr Leid. Trotzdem operieren die Mediziner stur weiter - sicher im Wissen, dass sie wegen der Verjährungsfristen und der Traumatisierung der Opfer juristisch kaum belangt werden können.

Während Genitalverstümmelungen in Afrika verurteilt und juristisch bekämpft werden, sind die Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken vor der eigenen Haustüre nach wie vor kein Thema.

Die Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken müssen so schnell wie möglich gestoppt werden, "eines der dunkelsten Kapitel der Medizingeschichte" (Apotheken Umschau, 01.06.2011) muss beendet und öffentlich aufgearbeitet, das Unrecht der Medizinversuche muss gesellschaftlich anerkannt und so weit wie noch möglich ausgesöhnt werden.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

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Wednesday, March 28 2012

"Aus dem Sexleben eines im Kindesalter genitalverstümmelten und kastrierten Zwitters" - megafon 368, April 2012

>>> Friedlicher Protest + Offener Brief Inselspital Bern, 16.08.2009 (Bild: Ärger)

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1) Zur aktuellen megafon-Ausgabe mit dem Schwerpunktthema "Sex" war Daniela "Nella" Truffer von der Redaktion um einen Beitrag angefragt worden. Sie hatte zugesagt unter der Voraussetzung, dabei kein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen. Nachfolgend ihr druckfrischer Text (Megafon 368, S. 14-15):

Aus dem Sexleben eines Zwitters
Im Kindersalter genitalverstümmelt und kastriert

Als ich mit etwa Siebzehn begann, mich selber zu befriedigen, war das ein riesiges Triumphgefühl. Ich spürte etwas und ich war die einzige, die es wusste! Bisher gehörte das, was ich da zwischen den Beinen hatte, nicht mir, sondern den Medizynern. Ich wusste, dass man da was spüren sollte, aber offenbar hatte ich nicht erwartet, dass ich noch etwas spüren würde. Erst mit über Vierzig las ich in meiner Krankenakte von der massiven Genitaloperation mit Sieben, die ich verdrängt hatte. Ich leide bis heute an den Folgen dieser menschenverachtenden Praxis.

Ich bin mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen geboren. Ich habe einen männlichen Chromosomensatz und hatte bei der Geburt Hoden im Bauchraum. Mein Genital sah "uneindeutig" aus. Die Medizyner stritten sich, ob es eine vergrösserte Klitoris sei oder ein Mikropenis mit Hypospadie (das heisst mit dem Harnröhrenausgang nicht an der Penisspitze, sondern unterhalb, in meinem Fall ganz unten wie bei einem Mädchen). Darunter je nach Sichtweise ein gespaltener Hodensack oder teilweise zusammengewachsene grosse Schamlippen.

Ich wurde als Säugling im Alter von zweieinhalb Monaten kastriert, man hat meinen Bauch aufgeschnitten und meine gesunden Hoden in den Mülleimer geworfen. Aus meiner Krankenakte: Professor B., der "vor der Castratio anwesend war, glaubt[e] […] retrospektiv doch, dass ein Fehler begangen wurde. Die Situation ist nun jedoch so, dass auf diesem Wege fortgefahren werden muss und aus dem kleinen Patienten ein Mädchen gemacht werden muss."

Wegen der Kastration wuchsen meine Knochen in der Kindheit viel langsamer. Als ich sieben Jahre alt war, wurde mein Mikropenis operativ zu einem "unauffälligen" weiblichen Genital operiert. Im Alter von achtzehn Jahren wurde eine künstliche Scheide geschaffen.

Sex mit abgeschnittenem Lustorgan

Aber ich hatte trotz allem Glück im Unglück, im Gegensatz zu vielen anderen, die ich kenne, die gar nichts mehr spüren, weil ihnen ihr Lustorgan ganz einfach amputiert wurde. Oder die eine künstliche Scheidenöffnung haben, die nie wieder richtig verheilt. Andere haben bei sexueller Erregung starke Schmerzen oder fühlen nur noch eine Art Druck.

Mein Mikropenis wurde nicht ganz abgeschnitten, wie ich später erfuhr, sondern "nur" in mich hineingestopft: Der Penisschaft wurde auseinandergesäbelt, ein Grossteil weggeschnitten, die Eichel belassen und "versenkt", dann wurden die übrigen Penisschaftstreifen um die Eichel gelegt und alles vernäht, worauf ich nun eine "sehr kleine Klitoris" habe.

Nach der Operation hatte ich einen Schock und Blutergüsse am Genital. Ich lag eine Woche im Krankenhaus, jede Nacht wurden meine Hände angebunden. Ich danke Gott, dass ich überhaupt noch etwas spüre und einen Orgasmus haben kann. Auch wenn Lust oft auch mit unangenehmen Gefühlen verbunden ist: da mein Genital in mich hineingestopft und vernäht wurde, ist da auch immer ein Gefühl von Druck und Blockiertheit. Da kommt mir immer diese Käsewerbung in den Sinn: der Kleine, der raus will. Auch sonst habe ich immer wieder Schmerzen, ein plötzliches Zucken wie von einem Stromschlag, stechende, ziehende und pulsierende Schmerzen.

Mit achtzehn Jahren entschloss ich mich zu einer Scheidenoperation, die einzige Operation, die ich selber wollte. Aber was heisst schon wollen: gemäss Krankenakte hatte ich mit sieben Jahren auch der Genitalverkleinerung zugestimmt. Mir wurde von Anfang an vermittelt, dass ich "so" nicht richtig bin und keinen Freund haben könne. Die hatten mich mit Genitaloperationen und Hormonen zum Mädchen gemacht. Ich wollte nicht weiter auffallen, das letzte Teil dazu fehlte noch: eine Scheide, um mit einem Mann eine "normale" Beziehung haben zu können. Das ist die letzte Operation, danach seht ihr mich nie wieder, dachte ich.

Meine Scheide ist ein Konstrukt, wo vorher nichts war. Penetration kann schön sein, aber meine Scheide ist keine richtige Scheide, weder sonderlich dehnbar noch feucht, sondern ein künstlich gebauter Schlauch voller Narben. Wenn "er" zu lang ist, dann tut es weh, weil hinten geht's nicht mehr weiter wie bei einer "normalen" Frau. Meine Scheide wurde mit einem Hautlappen von meinem Gesäss ausgekleidet, damit die Öffnung nicht zusammenwächst. Wenn man dieses "Loch" nicht benutzt, dann zieht es sich zusammen. Ich war deshalb früher ziemlich auf Penetration fixiert, das musste sein, damit meine Scheide nicht schrumpft. Ob ich das wirklich wollte, ob das für meinen Partner auch immer sein musste, diese Fragen stellte ich mir nie. Die Angst war immer da, dass irgendwann eine neue Scheidenoperation notwendig sein würde. Ich wollte nie wieder am Genital operiert werden müssen.

Narben und Verletzungen

Heute habe ich keine Angst mehr davor, dass meine Scheide unwiederbringlich schrumpfen könnte. Ich fühle mich nicht mehr weniger wert, weil ich eine andere Sexualität habe. Sexualität hat mich immer interessiert, war für mich wichtig, Fantasien, Gedanken und Gefühle: die kann dir niemand nehmen und glücklicherweise spüre ich auch noch was zwischen den Beinen. Aber das Thema ist aufgrund meiner Geschichte belastet. Ich habe in letzter Zeit immer wieder Schmerzen in der "Scheide" und auch mein verkleinerter Penis schmerzt immer wieder mal. Irgendwelche hormonellen Veränderungen in einem Körper, der seines ursprünglichen Gleichgewichts beraubt wurde. Pfusch, der ganze Hormonhaushalt, der Stoffwechsel, alles durcheinander.

Wie den meisten Betroffenen, die ich kenne, geht es mir nicht um die Frage, ob ich mich in der zugewiesenen Rolle wohl fühle. Dass ich als Mädchen aufgezogen wurde, war für mich nicht das Problem, ich habe auch nicht das Bedürfnis, jetzt als Mann zu leben. Traumatisierend hingegen waren die Operationen, die Schmerzen, die Angst und die Lügen.

Bis heute werden 90% aller Betroffenen im Kindesalter meist mehrfach kosmetisch genitaloperiert. Die meisten "Intersexuellen", die ich kenne, haben keine Sexualität, wollen nicht berührt werden, haben Angst vor Beziehungen, sind schwer traumatisiert. Laut einer Studie von 2009 haben sie eine erhöhte Selbstmordneigung, vergleichbar mit Folteropfern und Opfern von sexualisierter Gewalt an Kindern.

Kampf um körperliche Unversehrtheit

In letzter Zeit denke ich immer wieder, dass es das Beste wäre, keine Sexualität mehr zu haben, asexuell zu sein. Mit diesem Körper "normalen" Sex zu haben ist doch eigentlich wie eine Komplizenschaft, wie eine Bestätigung dessen, was die für mich vorgesehen haben.

Seit viereinhalb Jahren kämpfe ich mit der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org gegen die Genitalverstümmelungen. Die tägliche Beschäftigung mit dem von den Medizynern verursachte Elend ist oft sehr belastend, verleidet mir die schönen Dinge im Leben, auch Sexualität. Auch die eigene Geschichte kommt immer wieder hoch und macht mich traurig. Aber dennoch bin ich heute stark, ich bin nicht mehr das wehrlose kleine Kind, niemand bestimmt mehr über meinen Körper. Dank einer zehnjährigen Analyse und auch dank meines Kampfes in der Öffentlichkeit habe ich einen inneren Frieden gefunden - und Gelassenheit. Trotzdem bleibt da immer eine grosser Trauer: Wie wäre ich, was würde ich fühlen, was wollen, wenn man mich nicht operiert hätte? Ich werde es nie erfahren. Ich bin ein Flickwerk, geschaffen von Medizynern, verletzt und vernarbt. Das einzige, was mir  bleibt, ist mit diesen Narben und Verletzungen weiterzuleben, nicht aufzugeben, mich selber neu zu erfinden. Auch im Bett.

Daniela "Nella" Truffer

>>> Genitalverstümmelungen im Inselspital Bern
>>> Video: "Gesetze für Zwitter gefordert" - Telebärn, 18.03.2010
>>>
"Geschlecht: Zwangsoperiert" - megafon 335, September 2009
>>> Megafon 255: Nellas allererstes Interview von 2002    

Friday, February 3 2012

Genitalabschneider-Treffen: Termine 2012/2013

Friedlicher Protest + Offener Brief Ostschweizer Kinderspital St. Gallen, 6.2.11

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"Die ganze Geschichte des Fortschritts menschlicher Freiheit zeigt, dass alle Zugeständnisse, die ihren hehren Forderungen bisher gemacht wurden, aus dem Kampfe geboren sind ... Ohne Kampf gibt es keinen Fortschritt. Die, welche behaupten, für die Freiheit zu sein, Agitation aber ablehnen, sind Menschen, die ernten wollen, ohne den Grund umzupflügen. Sie wollen Regen ohne Blitz und Donner. Sie wollen den Ozean ohne das grässliche Tosen seiner Wassermassen. Der Kampf mag ein moralischer sein; oder er mag physisch sein; oder er mag moralisch und physisch sein, aber ein Kampf muss stattfinden. Macht gewährt keine Zugeständnisse ohne Forderungen. Sie hat es nie getan und wird es nie tun ..."
Frederick Douglass, ehemaliger Sklave und Abolitionist, 1857

Auch 2012 planen die MedizynerInnen diverse Städtereisen, Jahresversammlungen und sonstige Sausen, um möglichst ungestört neue "Verbesserungen" ihrer menschenrechtswidrigen Verstümmelungen zu propagieren.

Weitere sachdienliche Hinweise jederzeit willkommen!

Wir sehn uns, wo die Action ist!     >>> Newsletter-Abo
 

GENITALABSCHNEIDERTREFFEN 2012

17. NRW Endo   20.-21.1.2012 Bonn
17. Jahrestagung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie
http://www.nrw-endokrinologie.de/events/17.-jahrestagung-der-nordrhein-westfaelischen-gesellschaft-fuer-endokrinologie-und-diabetologie

17. Fortbildung Urologische Kliniken   2.2.2012 Hamburg
17. Gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Hamburger Urologischen Kliniken und Abteilungen
www.martini-klinik.de/fileadmin/documents/Info-materialien/Empire_Riverside-Treffen_2012_online.pdf

27th EAU   24-28.2.2012 Paris
27th Annual EAU Congress of the European Association of Urology
eauparis2012.org

DGE 2012   07.-10.3.2012 Heidelberg/Mannheim
55. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
dge2012.de

4. Dreiländertreffen der Kinderchirurgie   23.3.2012 Colmar (F)
dreilaendertreff.net

SGKJ 2012   04.-06.5.2012 München
Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin. 61. Jahrestagung der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Süddeutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie und dem Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte – Landesverband Bayern
sgkj2012.de

ICE/ECE 2012   05.-09.5.2012 Florenz (I)
15th International Congress of Endocrinology and 14th European Congress of Endocrinology
ice-ece2012.com

23rd ESPU 2012   09.-12.5.2012 Zürich
23rd Congress of the European Society for Paediatric Urology
espu2012.org

Nordkongress 2012   10.-12.5.2012 Berlin
6. Nordkongress Urologie
www.nordkongress.de/

13th EUPSA / 59th BAPS 2012   13.-16.6.2012 Rom
Joint Congress 13th Congress of the European Paediatric Surgeons' Association (EUPSA) and 59th Congress of the British Association of Paediatric Surgeons (BAPS)
www.eupsa.org/home/eupsa-congresses/rome_italy2012/Welcome-Address.en.php

DGKJ 2012   13.-16.9.2012 Hamburg
108. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ), gemeinsam mit der 38. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI), 64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSP), 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH), 34. Jahrestagung des Berufsverands Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BFKD), 80. Halbjahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH), 48. Arbeitstagung Pädiatrische Forschung
dgkj2012.de

SGKC 2012   20.9.2012 Luzern
Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Kinderchirurgie (SGKC)
www.swiss-pediatricsurgery.org/agenda-de.php

51st ESPE   20.-23.9.2012 Leipzig
51st Annual Meeting of the European Society for Paediatric Endocrinology (ESPE)
espe2012.org

2nd Failed Hypospadias   22.9.2012 Arezzo
2nd European Conference on Failed Hypospadias Repair 2012
www.failedhypospadias.com/index.php?id=4&cs=3

DGU 2012   26.-29.9.2012 Leipzig
64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.
www.dgu-kongress.de/index.php?id=351

SIU 2012   30.9.-04.10.2012 Fukuoka (Japan)
32st Congress of the Société Internationale d'Urologie
www.siucongress.org/2012/

DGGG 2012   9.-12.10.2012 München
59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
http://www.dggg2012.de/

6th Masterclass   5.11.2012 London
6th Annual Masterclass of Genito-Urethral Surgery ("live-surgery")
www.instituteofurology.org/edu.php?page=master

AGKU 2012   15.-17.11.2012 Tübingen
9. Symposium der Arbeitsgemeinschaft Kinderurologie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)
www.ag-kinderurologie.de

APE-AGPD 2012   23.-25.11.2012 Erlangen
JA-PED 2012 – 7. Gemeinsame Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)
www.ja-ped.de/

DSD Symposium Uniklinik Ulm   7.12.2012 Ulm
Symposium Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung Disorders of Sex Development (DSD) - endokrinologische, chirurgische, gynäkologische, genetische, ethische und gesellschaftliche Aspekte. Gemeinsame Fortbildung der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie und der Sektion Kinderchirurgie, Zentrum für Seltene Erkrankungen (ZSE) Universitätsklinikum Ulm
www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/dokumente/Allgemein/Programm_Symposium_DSD_07.12.2012.pdf
 

VORSCHAU 2013

18. NRW Endo   18.-19.1.2013 Aachen
17. Jahrestagung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie
www.endokrinologie.net/download/veranstaltungen/12112701.pdf

I-DSD Seminar   31.1.-2.2.2013 Linz
www.sdsd.scot.nhs.uk/symposiums/Program%20Linz%202013.pdf

5. Dreiländertreffen   15.-16.3.2013 Heidelberg

DGE 2013   20.-22.3.2013 Bonn

GFH 2013   20.-22.3. Dresden

8. Berliner Symposium für Kinder- und Jugendgynäkologie  18.-20.4.2013 Berlin
www.kjgberlin.de/

ESPE ESS 2013   10.-12.5-2013 Haifa

I-DSD 2013 (= 4th EuroDSD)   7.-9.6.2013 Glasgow

11. SGA   28.-29.6.2012 Niederkassel
www.sga-syndrom.de/Workshop/2013/2013-Programm.pdf

V. ISHID 2013    t.b.c. Lucknow (Indien)

DGKJ 2013   12.-15.9.2013 Düsseldorf

ESPE/LWPES 2013   19.-22.9.2013 Mailand
www.jointmeeting2013.org/

DGFS 2013   20.-22.9.2013 Hamburg

DGU 2013    25.-28.9.2013 Dresden

AEM 2013   10.12.10.2013 München

WOFAPS 2013   13.-16.10.2013 Berlin
www.wofaps2013.com/

JA-PED 2013   22.-24.11.2013 Hannover

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Siehe auch:
- Friedlicher Protest & Offener Brief 3rd EuroDSD Symposium 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief "Ethik"-Vortrag UK Aachen 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGE 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGKJ-DGKCH 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief APE-AGPD 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief 11th EMBL/EMBO 2010
- Aktion & Offener Brief Ostschweizer Kinderspital St. Gallen 2011
- Aktion & Offener Brief Kinderspital Luzern 2010
- Aktion & Offener Brief Inselspital Bern 2009
- Aktion & Offener Brief Kinderspital Zürich 2008    

Monday, November 14 2011

Charité: 1. Friedliche Mahnwache mit kleinen Zwischenfällen

1. Protestaktion draussen vor dem "Campus Virchow-Klinikum" der "Charité", Berlin 11.11.11

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>>> Infoseite zu den Protesten  >>> Offener Brief Charité   >>> Offener Brief JA-PED

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Das diesjährige Genitalabschneidertreffen "JA-PED 2011" fand innerhalb des "Campus Virchow-Klinikum" der "Charité" statt und somit auf Privatgelände.

Deshalb fragten wir vorgängig bei der "Charité" um eine Genehmigung für zeitlich und von der Teilnehmer_innenzahl begrenzte, friedliche Mahnwachen auf dem Vorplatz des eigentlichen Tagungsgebäudes für die Zeiten, während denen drinnen die "Behandlung" von Menschen mit "atypischen Geschlechtsmerkmalen" auf der Tagesordnung stand, was uns die Charité freundlicherweise auch bewilligte.

Wer jedoch dachte, damit könnte die 1. friedliche Mahnwache ohne Weiteres ebenso über die Bühne gehen, sah sich durch hochrangige "Charité"-Medizyner bald einmal eines besseren belehrt ...

Nachfolgend ein Gedächtnisprotokoll von Nella über Geschehnisse während der 1. friedlichen Mahnwache vor der "JA-PED 2011":

Während vor dem Haupteingang der Charité Plakate aufgestellt und Flugblätter verteilt werden, steht am Nachmittag eine weitere Delegation von Zwischengeschlecht.org vor dem eigentlichen Tagungsort, dem Eingang zum Campus 3 und verteilt ihrerseits wie gewohnt Flyer und macht mit Plakaten und T-Shirts auf die Menschenrechtsverletzungen an Zwittern aufmerksam.

Wie üblich sind die Reaktionen gemischt: vom freundlichen Lächeln und aufmunternden Daumen hoch (Ich finde das gut, was Sie da machen!) bis zur säuerlichen Miene oder dem angestrengten Wegschauen ist alles vertreten. Einzelne schütteln gar den Kopf und lachen über unsere Botschaft. Vereinzelt kommen Gespräche zustande, natürlich immer wieder mal das obligate "Wir verstehen Sie, aber heute läuft das ganz anders!" Wie so oft ist dagegen den Nicht-Medizinern sofort klar, was wir meinen: "Die sollen doch selber entscheiden dürfen!" Soweit, so gewohnt.

1. friedliche Manhwache direkt vor dem Eingang zur "JA-PED", Berlin 11.11.11

Bald nach unserem Eintreffen kommt auch ein Herr von der Security und möchte wissen, was wir da tun und ob wir eine Genehmigung haben. Ich zeige ihm die Genehmigung und er wünscht uns einen schönen Nachmittag.

Etwa eine halbe Stunde später kommt ein sichtlich aufgeregter Heiko Krude gelaufen, stellvertretender Klinikdirektor am "Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie" der "Charité": Was machen Sie hier, wer hat Ihnen die Erlaubnis erteilt, hier hinzustehen? Das tolerieren wir nicht.

Ich: Wir haben eine Genehmigung der Charité, die habe ich dem Herrn von der Security soeben gezeigt.

Heiko Krude: Wer hat Ihnen diese Genehmigung erteilt, das möchte ich genau wissen.

Ich: Das kann Ihnen der Herr von der Security sagen, dem habe ich die Genehmigung gezeigt.

Herr von der Security (kommt herbeigelaufen): Ja, die Genehmigung ist vorhanden.

Krude: Was ist das für eine Genehmigung, wer genau hat sie erteilt? Ich will diese Genehmigung sehen.

Ich gebe nach: OK, hier ist sie.

Heiko Krude liest und tippt die Telefonnummer ins Handy, die auf der Genehmigung steht. Spricht mit jemanden, beschwert sich: Da hat doch tatsächlich die Charité diese Bewilligung erteilt.
Anschliessend zu mir: Da haben Sie Glück gehabt, die wussten nicht Bescheid, wussten nicht, was hier läuft, wie das läuft. Ja, Sie haben jetzt eine Genehmigung, aber das tolerieren wir hier nicht. Sagt's und verschwindet durch den Eingang zur Tagung und ignoriert uns für den Rest des Tages.

Wir haben uns kaum erholt, da kommt der "JA-PED"-Tagungsleiter Dirk Schnabel, Oberarzt am "Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie" der "Charité" und Vorstandsmitglied der "Arbeitsgemeinschaft und Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie (APE)" der "Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)", dasselbe in Grün:

Wer uns erlaubt habe, hier zu stehen?

Ich: Sie sind nun schon der Dritte, dem ich die Bewilligung zeigen muss.

Auch Dirk Schnabel will unbedingt die Bewilligung sehen und beginnt seinerseits aufgeregt herumzutelefonieren, bevor er unvermittelt davonläuft, Handy immer noch am Ohr.

Später am Nachmittag kommt Dirk Schnabel wieder auf uns zu, diesmal sichtlich freundlicher, er sei sich nicht sicher, ob er eventuell eine Mail von uns verpasst habe. Er finde es schade, wir hätten ja auch mit den anderen Selbsthilfegruppen einen Infotisch drinnen aufstellen können.

Ich: Wir sind keine Selbsthilfegruppe, sondern eine Menschenrechtsgruppe und machen Öffentlichkeitsarbeit. Wir machen eine Mahnwache hier draussen und keinen Infotisch drinnen.

Dirk Schnabel: Ich wollte nur sicher sein, nichts verpasst zu haben.

Als es eindunkelt, stellen wir Grablichter in einer Reihe unter ein Plakat.

Zuerst kommt ein Herr der Security und weist uns darauf hin, dass wir die Kerzen nicht auf den Rasen stellen dürfen. (Es ist jedoch kein Rasen, sondern blanke Erde.)

Wir stellen die Kerzen also auf die Steinplatten, die an den Nicht-Rasen angrenzen. Wenig später kommt eine Dame der Security: Sie haben eine Genehmigung für diese Kundgebung?

Ich: Ja.

Dame der Security: Haben Sie auch eine Genehmigung, offene Feuerstellen aufzustellen?

Wir müssen in der Folge die Kerzen für unsere Mahnwache auslöschen, weil auf dem Klinikgelände offene Feuerstellen nicht erlaubt sind.

Was kommt wohl als nächstes, fragen wir uns, doch für heute waren keine weiteren Zwischenfälle zu verzeichnen. 20:00 Uhr ziehen wir pünktlich und halberfroren von dannen. Morgen früh um 08:30 Uhr werden wir zurück sein ...

>>> Infoseite zu den "JA-PED"- und "Charité"-Protesten 
>>> Charité-Kinderklinik "etabliert" neues Verstümmler-"Zentrum" 
>>> Zitty 14/2013: Heute noch Intersex-Genitalverstümmelungen in der "Charité"
 

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter  

1. Protestaktion draussen vor dem "Campus Virchow-Klinikum" der "Charité", Berlin 11.11.11

Monday, October 24 2011

Info + Proteste gegen Genitalabschneiderkongress "6. JA-PED" in der "Charité" (Berlin), Do 10. - So 13. Nov 2011

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktion vor dem Ostschweizer Kinderspital, St. Gallen 6.2.2011    >>> OFFENER BRIEF

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>>> Bericht 1. Friedlliche Mahnwache
>>> Flugblatt (PDF, 2MB)
        >>> Offener Brief Charité   
>>> Offener Brief JA-PED 2011  |  Offener Brief JA-PED 2010
 
>>> Pressemitteilung: Genitalverstümmelungen in Berlin - Betroffene protestieren   
>>>
Intersex Awareness Day 2011: 15 Jahre gewaltfreier Widerstand + Proteste Berlin  
>>>
"Interview mit Zwischengeschlecht.org" - freie-radios.net, 15.11.11 

Allein in Berliner Kliniken werden jedes Jahr Dutzende wehrlose Kinder mit "atypischen körperlichen Geschlechtsmerkmalen" irreversibel genital-verstümmelt – während der Senat die Verstümmelungen weiterhin leugnet.

Zur diesjährigen "6. gemeinsamen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)" trifft sich eine der 3 hauptsächlich verantwortlichen Genitalabschneider-Standes-organisationen im berüchtigten Berliner Serienverstümmlerzentrum "Charité".

INFOVERANSTALTUNG   Do 10.11.11   19:00h
im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin,
Veranstaltungsraum VH2 (Vorderhaus, 2. St.), M4 + Bus 142 u. 200: "Am Friedrichshain"

FRIEDLICHE PROTESTE
GEGEN "6. JA-PED" & "CHARITÉ" GENITALVERSTÜMMLER
 

STOP Genitalverstümmelungen in Kinderklinken! Zwischengeschlecht.org on Facebook• Fr 11.11.11  08:30 - 20:00 h 
• Sa 12.11.11  08:30 - 18:00 h 
• So 13.11.11  08:30 - 14:00 h

Ort: Jeweils vor dem Eingang zum Campus Virchow-Klinikum der Charité-Universitätsmedizin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin. Nächste U-Bahn: U9 Amrumer Straße.

Wir wollen bei diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zusehen!

--> Es ist OK, bei den Protesten nur eine Stunde oder so lange wie möglich vorbeizuschauen. Die wichtigsten Zeiten sind:
   Freitag 11.11.11  13-14h  19-20h
   Samstag 12.11.11  08:30-09:30h  12:30-13:30h
   Sonntag 13.11.11  08:30-09:30h  12-14h
---> Speziell froh sind wir um Hilfe beim Flugblätterverteilen, Hilfe mit den Schildern und Transparenten und Tragen eines Kampagnen-T-Shirts.

Helft mit, die TäterInnen daran zu erinnern: Wehrlose Kinder verstümmeln ist NICHT OK!  Wir sehn uns, wo die Action ist ...

>>> Flugblatt (PDF, 2MB) 
>>>
Coole Videoankündigung zu den Charité-Protesten – Danke!
>>> Intersex Awareness Day 2011: 15 Jahre gewaltfreier Widerstand + Proteste Berlin  
>>> Pressemitteilung: Genitalverstümmelungen in Berlin - Betroffene protestieren   

>>> Bericht 1. Friedliche Mahnwache 11.11.11

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 

Mehr zum Thema:  
Zitty 14/2013: Heute noch Intersex-Genitalverstümmelungen in der "Charité"  
Berliner Senat leugnet Genitalverstümmelungen
Charité: neues "überregionales Genitalverstümmelungs-Zentrum"
Charité leugnet Intersex-Genitalverstümmelungen
"6. JA-PED 2011" @ Charité: Ethische Perspektiven? Wir doch nicht!
Offener Brief an "5. JA-PED 2010" 
Charité-Verstümmler Heiko Krude: "Nicht operieren wäre eine Art von Gewalt"
Prof. Dr. Ricardo Gonzalez (Charité): "Gerne noch etwas weiter experimentieren"
Dr. Med. Birgit Köhler (Charité): Verstümmeln "zum Schutz der sexuellen Integrität"
Georg Klauda: Kritik an Charité-VerstümmlerInnen A. Grüters und K. Werner-Rosen (2002)
Charité lässt Genitalverstümmlerin Claire Nihoul Fékété einfliegen
1831: Charité-Direktor Johann Nepomuk Rust: "Übergrosse Kitzler amputieren"
Klaus Wowereit: Komplize der Verstümmler inszeniert sich als "Zwitter-Schützer" 

Tuesday, October 18 2011

Magnus Hirschfeld – "bestbezahlter Genitalverstümmler seiner Zeit"

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Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 17.10.2011:

Filmbild: Hirschfeld operiert mit Blut im GesichtMagnus Hirschfeld, Zwitter-Genitalverstümmler für viel Geld
Darstellung nach Rosa von Praunheim: "Der Einstein des Sex"  >>> Quelle

Magnus Hirschfeld, als Lichtgestalt und Befreier von Schwulen, Lesben, Transsexuellen und Transgendern bejubelt und geehrt im ganzen Land ... Im Ganzen Land? Nein!

Für als Kleinkinder systematisch genitalverstümmelte Zwitter ist und bleibt Hirschfelds Einfluss und Vermächtnis ein mit großem Leid verbundenes, dunkles und bisher weitgehend verdrängtes Kapitel Deutscher Schwulen-, Medizin- und Wissenschaftsgeschichte.

                  INHALT
                  1.  1918: Zwitter-Verstümmelung als Grundstock für Hirschfelds
                       "Institut für Sexualwissenschaft"
                  2.  Hirschfeld als Rechtfertigung für heutige Zwitter-Genitalverstümmler
                  3.  Hirschfelds Beitrag zur Unsichtbarmachung der Zwitter
                  4.  Wie lange noch?!

1.  1918: Zwitter-Genitalverstümmelung als Grundstock für Hirschfelds "Institut für Sexualwissenschaft"

Ein Schlaglicht auf das historisch belastete Verhältnis zwischen Zwittern, Hermaphroditen oder "Intersexuellen" einerseits und andrerseits Schwulenbefreiungsbewegungen und Sexualwissenschaft wirft unfreiwillig Rosa von Praunheims Hirschfeld-Film-Biografie "Der Einstein des Sex":

1918: Hirschfeld hat kein Geld mehr und wird zusammengeschlagen, die Gründung des "Instituts für Sexualwissenschaft" ist akut gefährdet. Hirschfeld bleibt keine Wahl: Mit Hilfe seiner transvestitischen Assistentin Dorchen muss er eine drastische Genitalverstümmelung an einem wehrlosen "Hermaphroditen" durchführen. Als Lohn erhält der blutverschmierte Hirschfeld eine Schatztruhe voller Geschmeide – der dringend benötigte Grundstock für das in der nächsten Szene eröffnete "Institut für Sexualwissenschaft".

Auch wenn diese Episode des Films historisch nicht belegt ist, bleibt die Verstümmelungs-Szene ein treffendes Gleichnis für real existierendes mangelndes Bewusstsein und unaufgearbeitete (eigene) Geschichte.

Umso mehr, als dieses filmische Schlaglicht bisher von schwulen und sonstigen unverstümmelten Betrachter_innen schlicht unbeachtet blieb. Während dieselbe Szene bei verstümmelten Zwittern regelmäßig heftige und schmerzliche Reaktionen auslöst.

2.  Hirschfelds Vermächtnis als Rechtfertigung für heutige Zwitter-Genitalverstümmler

Hirschfelds Werk gilt heute als historischer Ausgangspunkt der Sexologie wie auch der Gender Studies, die Hirschfeld beide viel verdanken und sich zum Teil heute noch auf ihn beziehen.

Gleichzeitig war und ist Hirschfelds Vermächtnis untrennbar verbunden mit der andauernden Geschichte der menschenverachtenden medizinischen und sexologischen Experimente hauptsächlich an wehrlosen kleinen Zwitterkindern. Der medizinische Begriff "Intersex" als Synonym für systematisches Verstümmeln im Kleinkindalter geht letztlich zurück auf Hirschfelds Zwischengeschlechts-Theorie. Noch 2002 wurde John Money in Berlin von der DGSS passend die "Magnus Hirschfeld Medaille" verliehen.

Auch sich selbst die Hände nicht direkt blutig machende Disziplinen in Geschlechterforschung und Gender Studies stellen regelmäßig auf "Erkenntnisse" und Berichte menschenrechtswidriger medizinischer Humanexperimente an Zwittern ab, ohne sich über die Konsequenzen Rechenschaft abzulegen.

3.  Hirschfelds "Theorie der sexuellen Zwischenstufen" als Beitrag zur gesellschaftlichen Unsichtbarmachung der Zwitter

Zwitter fälschlicherweise als Untergruppe der eigenen Gruppe zu definieren, z.B.  unter "Transgender", oder "intersexuell" ungefragt als Schlusslicht bei schwul-lesbisch-bisexuell-transsexuellen Anliegen "anzuhängen" ("LGBTI")  – Hirschfeld hatte praktisch alle Tricks heutiger politischer Vereinnahmung schon vor über 100 Jahren vorgemacht.

Mit fatalen Folgen: In der öffentlichen Wahrnehmung sind die verstümmelten Zwitter, sofern sie nicht von vornherein mit Transsexuellen verwechselt werden, längst im (Trans-)Genderdiskurs untergegangen. Obwohl die Vereinnahmungen sachlich nicht zutreffen und genitalverstümmelte Zwitter sich seit längerem gegen solche politischen Vereinnahmungen wehren.

Aktuell leugnet der "genderpolitisch fortschrittliche" Berliner Senat öffentlich und kategorisch die Existenz der täglichen Verstümmelungen in den Kinderkliniken. Ebenso der Bremer Gesundheitsminister. Die Hamburgische Bürgerschaft beschloss zuvor, gegen die Verstümmelungen konkret nichts zu unternehmen. Gleichzeitig spielt sich der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit öffentlich als Zwitterbeschützer auf und werden "Intersexuelle" im Bundestag für schwulenpolitische Anliegen dauerverheizt.

4.  Wie lange noch?!

Zu Hirschfelds Zeiten wurden Zwitter nur selten Opfer von uneingewilligten Genitalamputationen. Heute werden Zwitter zu 90% Opfer medizinisch nicht notwendiger "Genitalkorrekturen" im Kindesalter.

Die täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre müssen endlich gestoppt werden! Diesbezügliche dunkle Kapitel müssen umfassend und vorbehaltlos aufgearbeitet werden. Die Vereinnahmungen von Zwittern durch Schwule und Transgender müssen aufhören.

Wir rufen alle dazu auf, sich konkret für die schnellstmögliche Beendigung der Verstümmelungen einzusetzen!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.
 

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info

Nachtrag: Am 20.9. ging über den Sündikat-Verteiler eine >>> Replik auf unsere Pressemitteilung von Ulrike Klöppel [TGNB/TrIQ/IVIM] und Rainer Herrn [Magnus Hirschfeld Gesellschaft] mit Vorwürfen an unsere Adresse. Darin wurden uns Aussagen unterschoben, die wir weder in der Pressemitteilung oder sonst je geäussert hatten, während gleichzeitig die in der Pressemitteilung konkret angesprochenen Kritikpunkte ausgeblendet wurden und Magnus Hirschfeld stattdessen pauschal zum Zwitter-Wohltäter hochstilisiert wurde. Am 22.10.11 ging dann >>> die Rückantwort von Zwischengeschlecht.org dazu wiederum über den Sündikat-Verteiler. Vielleicht kommt es ja doch mal noch zu einer sachbezogenen Diskussion über die Folgen von Hirschfelds Werk und Vermächtnis für heutige genitalverstümmelte Zwitter?

>>> Offener Brief an Rosa von Praunheim

Siehe auch:
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung 
- Dr. Magnus Hirschfeld führt Genitalverstümmelung an Zwitter durch
- Ulrichs-Krafft-Ebing-Hirschfeld-Money-Butler-"hirnorganische Intersexualität" 

- Die Rede von der "psychischen Intersexualität"

Monday, October 10 2011

Genitalverstümmelungen in Berlin: Senat angeblich "keine Erkenntnisse" - Betroffene protestieren 11.-13.11.

Potsdam, 16.9.10: Protest gegen Genitalabschneider-Treffen "DGKJ 2010"
(Foto: A. Klaer © Potsdamer Neueste Nachrichten)

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>>> Infoseite Charité-Proteste     >>> Offener Brief Charité (PDF)

Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 10. Oktober 2011:

Letztes Jahr befasste sich der Berliner Senat zum ersten Mal mit Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken in seinem Zuständigkeitsbereich und beantwortete Fragen zu Vorkommen und (menschen-)rechtlicher Beurteilung.

Anlass dazu war eine kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus (Drucks. 16/14436), deren Text wörtlich aus früheren von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org initiierten parlamentarischen Anfragen übernommen worden war.

In seiner Antwort stritt der Berliner Senat schamlos und tatsachenwidrig jegliche Kenntnis von Genitalverstümmelungen in Berliner Kinderkliniken rundheraus ab:

„Dem Senat liegen keine Erkenntnisse über konkrete Fälle mit derartigen Eingriffen oder Therapien vor. Eine rechtliche Beurteilung ist somit nicht möglich.“ (Drucks. 16/14436, S. 2)

„Auch gibt es keine Erkenntnisse darüber, ob und welche Krankenhäuser in Berlin solche Behandlungen an Kindern vorgenommen haben.“  (Drucks. 16/14436, S. 1)

• Tatsache bleibt, dass „solche Behandlungen an Kindern“ in Berlin sowohl in der Charité wie auch in verschiedenen Privatkliniken seit Jahr und Tag systematisch „vorgenommen“ werden, obwohl es sich dabei klar um schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen handelt, namentlich gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung.

• Tatsache bleibt, dass der Senat, der diese Verstümmelungen duldet und durch Wegschauen und Leugnen unterstützt, in der Antwort zu seiner Weisswaschung abschließend als Feigenblatt auf ein von ihm veranstaltetes "Fachgespräch" mit den üblichen "(Trans-)Gender-ExpertInnen" verweist (Drucks. 16 / 14436, S. 2), in welchem Opfer von Genitalverstümmelungen in Kinderklinken eimal mehr durch VertreterInnen dritter "LGBT-Interessengruppen" nur vereinnahmt wurden, darunter "Transgender Netzwerk Berlin (TGNB)" und "TransInterQueer (TrIQ)".

• Tatsache bleibt, dass auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sich gerne öffentlich als Zwitterbeschützer aufspielt, während er in Tat und Wahrheit stets die Leiden der vergangenen und künftigen Opfer von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken ebenfalls bloß als Mittel zum Zweck für Schwulen-, Lesben- und Trans-Anliegen instrumentalisiert.

11.-13.11. Proteste gegen "Genitalabschneidertreffen" in der Charité

Heute noch schauen der Berliner Senat, sein Regierender Bürgermeister und ihre "ExpertInnen" krampfhaft in die andere Richtung, während gleichzeitig in Berliner Kliniken weiterhin jährlich Dutzende wehrloser Kleinkinder irreversibel genitalverstümmelt werden.

Vom 11.-13. November trifft sich obendrein auf dem Campus Virchow der Charité, wo regelmäßig medizinisch nicht notwendige, verstümmelnde kosmetische Genitaloperationen durchgeführt werden, zur "6. JA-PED 2011" eine der drei in Deutschland hauptsächlich für die Genitalverstümmelungen verantwortlichen medizinischen Standesorganisationen.

Wir wollen bei diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zuschauen!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird am Vorabend des Verstümmlertreffens in Berlin öffentlich informieren.

Und während der "6. JA-PED 2011" vor Ort friedlich protestieren – gegen die GenitalabschneiderInnen sowie gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 

INFOVERANSTALTUNG   Do 10.11.2011 19h
im Haus der Demokratie und Menschenrechte

FRIEDLICHE PROTESTE
• Fr 11.11.11  08:30 - 20:00 h 
• Sa 12.11.11  08:30 - 18:00 h 
• So 13.11.11  08:30 - 14:00 h
jeweils vor Charité, Campus Virchow, Augustenburger Platz

>>> Mehr dazu hier!

Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info


Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.
 


HINTERGRUND:
KOSMETISCHE GENITALOPERATIONEN AN KINDERN

 
     INHALT:
     1.  Jeden Tag wird in einer Kinderklinik ein wehrloses Kind verstümmelt
     2.  Hunde besser vor Verstümmelung und Kastration geschützt als Kinder
     3.  "fundamentaler Verstoß gegen körperliche Unversehrtheit"
     4.  Politische Instrumentalisierung durch Schwule und Lesben
     5.  Diskussion über gesetzliches Verbot notwendig
 

1.  Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt.

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Die Mediziner nennen es "korrigierende" und "angleichende Eingriffe".

Überlebende Betroffene sprechen ihrerseits von Genitalverstümmelung, uneingewilligten Zwangsoperationen und Zwangskastrationen und von medizinischer Folter.

Etwa jedes 1000. Kind wird mit "auffälligen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen geboren (Zwitter, Hermaphroditen, "Intersexuelle").

Allein in Berlin haben 2011 mindestens 3 große Kinderkliniken medizinisch nicht notwendige, kosmetische Genitaloperationen im Angebot für Kleinkinder "mit zu großer Klitoris" oder sonstwie "auffälligen Geschlechtsorganen". Bundesweit sollen es über 100 Kinderchirurgien sein, darunter auch zahlreiche kleine bis Kleinst-Anbieter.

Das florierende kosmetisch-chirurgische Angebot umfasst u.a. "Klitorisverkleinerungen", "Peniskorrekturen", "Anlegen einer Neovagina", "Verlegung der Harnröhre", Kastrationen, Gebärmutterentfernungen, usw. usf.

Kosmetische Genitaloperationen an Kleinkindern werden von Kliniken und anderen Anbietern aggressiv vermarktet unter Dutzenden von verschiedenen "Diagnosen" wie "Hypospadie", "AGS/CAH", "Pseudohermaphroditismus", "Intersexualität", "Epispadie", "AIS", "Disorders of Sex Development (DSD)", "Gonadendysgenesie", "Swyer", "Turner", etc.

Diese Operationen erfolgen seit Jahrzehnten als unkontrollierte Menschenexperimente ohne ethische Überwachung. Die angebliche Wirksamkeit der medizinisch nicht notwendigen, irreversiblen Eingriffe wurde bis heute nie klinisch bewiesen. Die einschlägigen AMWF-Leitlinien stehen alle heute noch unverändert auf der niedrigsten Evidenzstufe S1.
 

2.  Hunde besser vor Verstümmelung und Kastration geschützt als Kinder

Seit 15 Jahren klagen zwangsoperierte Zwitter in Deutschland die Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken öffentlich an und fordern die Medizyner zum Aufhören und die Politik zum Handeln auf – bisher vergeblich.

Die Bundesregierung gab wiederholt zu Protokoll, von unzufriedenen Zwangsoperierten nichts zu wissen (Drucks. 14/5627), und sah keinen Handlungsbedarf (Drucks. 16/13269).

Aktuell sind in Deutschland Haustiere besser geschützt als Kinder: Während z.B. Hunde ohne medizinische Notwendigkeit weder kupiert noch kastriert werden dürfen, wird in den Kinderkliniken ungehindert weiter kosmetisch verstümmelt und kastriert.

Laut neuesten BMBF-Studien sind ab 3 Jahren nach wie vor 90% aller bedrohten Kinder durchschnittlich mehrfach kosmetisch operiert.

Ähnlich wie bei Betroffenen von sexualisierter Gewalt ("Kindesmissbrauch") ist der Rechtsweg für Überlebende ein Alptraum und eine Farce. Da die Verstümmelungen meistens vor dem 2. Lebensjahr erfolgen, haben Überlebende in der Regel keine Chance, vor Ablauf der Verjährung zu klagen. Die meisten leiden zudem an mit den Eingriffen verbundenen, schweren Traumatisierungen.
 

3.  "fundamentaler Verstoß gegen körperliche Unversehrtheit"

Seit 1997 werden kosmetische Genitaloperationen an Kindern nebst von erwachsenen Betroffenen auch von namhaften Bioethikern, Juristen und Kulturwissenschaftlern öffentlich kritisiert.

Seit 2004 beurteilen Menschenrechtsorganisationen wie Terre des Femmes und Amnesty Deutschland kosmetische Genitaloperationen an Kindern als "schwere Menschenrechtsverletzung" und "fundamentaler Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit", und unterstreichen die Parallelen zur weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika.

2007 gelang es der Betroffenen Christiane Völling, die als Ausnahme erst im Alter von 18 Jahren operiert wurde, als erster und bisher immer noch einziger, ihren ehemaligen Chirurgen zu verklagen, unmittelbar vor Eintritt der absoluten Verjährung. 2008 erkannte das OLG Köln letztinstanzlich das "Selbstbestimmungsrecht [...] in ganz erheblichem Maße verletzt" (5 U 51/08).

2009 rügte das von Betroffenen angerufene UN-Komitee CEDAW die Bundesregierung wegen mangelnden "wirksamen Maßnahmen zum Schutz ihrer Menschenrechte" (CEDAW/C/DEU/CO/6).

Auf Ende 2011 erarbeitet aktuell der Deutschen Ethikrat im Auftrag der Bundesregierung eine Stellungnahme. In einer ersten Einschätzung vom 15. Juni hielt der Deutsche Ethikrat u.a. fest: "Ein zentraler Punkt ist das Recht der Betroffenen auf körperliche Unversehrtheit. [...] Hier findet das Elternrecht seine Grenzen und auch dies spricht dafür, mit solchen Eingriffen so lange wie möglich zu warten, damit die betroffenen Intersexuellen selbst entscheiden können."
 

4.  Politische Instrumentalisierung durch Schwule und Lesben

Vermehrt Erwähnung in der politischen Debatte finden Zwitter und damit Betroffene von Genitalverstümmelung in Kinderkliniken vor allem durch dritte Interessensgruppen, als Kanonenfutter im "Kampf gegen das Zweigeschlechtersystem" oder für "Schutz von sexuellen Minderheiten vor Diskriminierung", in aktuellen Debatten etwa um "Personenstand" und "Sexuelle Identität".

Diese politischen Interessensgruppen richten ihren Blick in der Regel nicht auf die realen, zwangsoperierten Zwitterkörper, sondern auf ein fiktives unversehrtes Ideal, das ihre eigenen Wunschvorstellungen verkörpert. Dabei setzen sie unhinterfragt voraus, dass alle Zwitter auf Grund ihrer quasi "körpergewordenen Aufhebung des Zweigeschlechtersystems" ihre Ziele teilen würden, adoptieren "Intersexuelle" ungefragt als eine Unterabteilung ihrer eigenen Gruppe und hängen sie als Schlusslicht bei sich hinten an (z.B. "LGBTQI"). Sofern diese dritten Interessensgruppen die Leiden der Betroffenen von Genitalverstümmelungen überhaupt behandeln, propagieren sie als Heilmittel wiederum einzig ihr eigenes Anliegen, z.B. die Abschaffung der Geschlechter, oder benutzen die Verstümmelungen als wissenschaftliches Rohmaterial für Geschlechtertheorien.

Entsprechend mehren sich in letzter Zeit auf Länderebene politische Beschlüsse, in denen vorgeblich etwas zur Verbesserung der Lage "Intersexueller" unternommen werden soll. Tatsächlich wurden aber die täglichen Genitalverstümmelungen vor der eigenen Haustüre entweder glatt geleugnet, z.B. vom Berliner Senat (Drucks. 16/144436, vgl. oben) oder in der Bremischen Bürgerschaft (taz, 25.02.2011). Oder die Genitalverstümmelungen werden in konkreten Maßnahmen stillschweigend ausgeklammert, vgl. Hamburgische Bürgerschaft (Drucks. 19/4095).

2009 und 2010 wurden "Intersexuelle" auch im Bundestag immer wieder Dutzende Male in offiziellen Dokumenten erwähnt – kein einziges Mal ging es dabei konkret um die Beendigung der täglichen Verstümmelungen.
 

5.  Diskussion über gesetzliches Verbot notwendig

Seit 20 Jahren klagen Betroffene den Ärzten und der Öffentlichkeit ihr Leid. Trotzdem operieren die Mediziner stur weiter - sicher im Wissen, dass sie wegen der Verjährungsfristen und der Traumatisierung der Opfer juristisch kaum belangt werden können.

Während Genitalverstümmelungen in Afrika verurteilt und juristisch bekämpft werden, sind die Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken vor der eigenen Haustüre nach wie vor kein Thema.

Die Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken müssen so schnell wie möglich gestoppt werden, "eines der dunkelsten Kapitel der Medizingeschichte" (Apotheken Umschau, 01.06.2011) muss beendet und öffentlich aufgearbeitet, das Unrecht der Medizinversuche muss gesellschaftlich anerkannt und so weit wie noch möglich ausgesöhnt werden.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.
 


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Zur diesjährigen "6. gemeinsamen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)" trifft sich eine der 3 hauptsächlich verantwortlichen Genitalabschneider-Standes-organisationen in der berüchtigten Berliner Serien-Verstümmlerklinik "Charité".

INFOVERANSTALTUNG   Do 10.11.11   19:00h
im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin,
Veranstaltungsraum VH2 (Vorderhaus, 2. St.), M4 + Bus 142 u. 200: "Am Friedrichshain"

FRIEDLICHE PROTESTE
GEGEN "6. JA-PED" & "CHARITÉ" GENITALVERSTÜMMLER
 

STOP Genitalverstümmelungen in Kinderklinken! Zwischengeschlecht.org on Facebook• Fr 11.11.11  08:30 - 20:00 h 
• Sa 12.11.11  08:30 - 18:00 h 
• So 13.11.11  08:30 - 14:00 h

Ort: Jeweils vor dem Eingang zum Campus Virchow-Klinikum der Charité-Universitätsmedizin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin. Nächste U-Bahn: U9 Amrumer Straße.

Helft mit, die TäterInnen daran zu erinnern: Wehrlose Kinder verstümmeln ist NICHT OK!  Wir sehn uns, wo die Action ist ...

>>> Infoseite zu den Protesten
>>>
Coole Videoankündigung zu den Aktionen – Danke!

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Berliner Senat leugnet Genitalverstümmelungen
"6. JA-PED 2011" @ Charité: Ethische Perspektiven? Wir doch nicht!
Offener Brief an "5. JA-PED 2010" 
Charité-Verstümmler Heiko Krude: "Nicht operieren wäre eine Art von Gewalt"
Georg Klauda: Kritik an Charité-VerstümmlerInnen A. Grüters und K. Werner-Rosen (2002)
Charité lässt Genitalverstümmlerin Claire Nihoul Fékété einfliegen
1831: Charité-Direktor Johann Nepomuk Rust: "Übergrosse Kitzler amputieren"
Klaus Wowereit: Komplize der Verstümmler inszeniert sich als "Zwitter-Schützer"   

Thursday, October 6 2011

"Live Genitalverstümmelungen" - Zwitter attackieren Kinderchirurgen

>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Proteste gegen Live Genitalverstümmelungen in London, 17.-19.09.2011

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>>> Live-Genitalverstümmelungen in Tübingen 2005-2011  
>>> Protest gegen Live Genitalverstümmelungen in Tübingen, Do 6.10.11


PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 06.10.2011:

Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt – auch in Tübingen im Universitätsklinikum (UKT) und in der Universitäts-Frauenklinik.

Untenstehend lassen wir Ihnen einen Offenen Brief zukommen aus Anlass des "1st Joint Meeting of the EAU Section of Female and Functional Urology (ESFFU) and the EAU Section of Genito-Urinary Surgeons (ESGURS)", inkl. kosmetischen "Live Genitaloperationen" an wehrlosen Kindern.

Die spektakuläre Inszenierung solcher menschenrechtswidriger und unethischer Eingriffe, die von Betroffenen seit zwanzig Jahren öffentlich als Genitalverstümmelungen angeklagt werden, ist in Tübingen leider traurige Tradition: Nach vier "Symposien für Rekonstruktive Urologie" ist das 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting bereits der fünfte zweijährliche Anlass, an dem Tübinger Chirurgen, verstärkt durch auswärtige Kollegen, als besonderen "Höhepunkt" solche "Direktübertragungen von Live-Operationen mit 'perioperativer' Diskussion einzelner Behandlungsschritte" (Ankündigung II. Symposium, 2005) zelebrieren.

Tübinger Institutionen waren und sind leider sowohl an den vier vergangenen wie auch am diesjährigen Anlass maßgeblich mitbeteiligt.

Wir sind zutiefst bestürzt und bedauern sehr, dass die Eberhard Karls Universität Tübingen und das Universitätsklinikum Tübingen (UKT) zu solch fragwürdigen "Höhepunkten" Hand bieten, offenbar ohne Rücksicht auf das dadurch verursachte lebenslange Leid der wehrlosen Opfer. Dies umso mehr, als auch der Deutsche Ethikrat zu solchen kosmetischen Genitaloperationen im Juni 2011 festhielt: "Ein zentraler Punkt ist das Recht der Betroffenen auf körperliche Unversehrtheit. Hier scheint es einen Konsens darüber zu geben, dass irreversible medizinische Eingriffe zur Geschlechtszuweisung so lange wie möglich hinausgeschoben werden müssen."

Ethische und menschenrechtliche Aspekte stehen in Tübingen bisher jedoch nicht zur Debatte – weder bei den Genitalverstümmlern selbst, noch bei den sie unterstützenden Institutionen.

Auch das renommierte "Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)" der Eberhard Karls Universität Tübingen will in all den Jahren offenbar nichts über diese skandalösen "Live Operationen" bemerkt haben.

Wir wollen bei diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zuschauen!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird am Donnerstag 6.10. den ganzen Tag vor Ort in Tübingen friedlich protestieren – gegen die GenitalabschneiderInnen sowie gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

FRIEDLICHER PROTEST
während des "1st Joint Meeting of the EAU Section of Female
and Functional Urology (ESFFU) and the EAU Section of
Genito-Urinary Surgeons (ESGURS)", inkl. "Live Operationen"
Do 6.10.11, 07:30-18:00 h
Kupferbau Tübingen, Eberhard Karls Universität Tübingen,
Hölderlinstraße 5, 72074 Tübingen

Freundliche Grüße


n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
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Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.




>>> The Open Letter as PDF

Zwischengeschlecht.org
Human Rights for Hermaphrodites too!
P.O.B. 2122
CH-8031 Zurich
info_at_zwischengeschlecht.org


                                                                                1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting
                                                                                c/o Eberhard Karls Universität Tübingen
                                                                                Kupferbau
                                                                                Hölderlinstraße 5
                                                                                72074 Tübingen

                                                                                Eberhard Karls Universität Tübingen
                                                                                Rektorat
                                                                                Wilhelmstraße 5 (Alte Botanik) 
                                                                                72074 Tübingen

                                                                                Universitätsklinikum Tübingen (UKT)
                                                                                Geschäftsstelle Aufsichtsrat und
                                                                                Klinikumsvorstand
                                                                                Geissweg 3
                                                                                72076 Tübingen

                                                                                European Association of Urology (EAU)
                                                                                PO Box 30016
                                                                                NL-6803 AA ARNHEM
                                                                                The Netherlands 


                                                                                Tübingen, October 6th 2011


Open Letter of Concern


Dear Mr Karl-Dietrich Sievert
Dear Mr John Heesakkers
Dear Mr Serdar Deger
Dear Speakers, Chairpersons and Participants of the 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting
Dear Eberhard Karls Universität Tübingen
Dear Universitätsklinikum Tübingen (UKT)
Dear European Association of Urology (EAU)

As members of a human rights advocacy group, and as survivors of non-consensual childhood surgeries as well as persons concerned grateful for having escaped such surgeries, we are very saddened and concerned about how, as far as we can see, an overwhelming majority of the speakers and chairpersons at the ‘1st Joint Meeting of the EAU Section of Female and Functional Urology (ESFFU) and the EAU Section of Genito-Urinary Surgeons (ESGURS)’ dealing with such surgeries seems to refuse to listen to their former patients, and instead continue to advocate and perform medically unnecessary cosmetic genital surgeries on children no matter what the consequences for these children. We deeply regret that the Eberhard Karls Universität Tübingen, renowned for its Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW), the Universitätsklinikum Tübingen (UKT) and the European Association of Urology (EAU) take part in such a questionable endeavour, including the infamous ‘live surgeries’, which also regularly have been taking place during the I-IV Symposium für Rekonstruktive Urologie held in Tübingen earlier.

For 50 years now, the practice of systematic cosmetic genital surgeries on little children with ‘atypical’ genitals persists. In all these years and decades, the clinicians responsible weren’t able to produce any evidence for the alleged benefit to the children concerned, not even adequate follow-ups, or even just to disclose bare statistics, but insist on continuing to operate on the basis of mere anecdotal evidence.

For 20 years now, survivors of these surgeries have protested them, describing them consistently as ‘very harmful’ [1] [2] , ‘traumatizing’ [3], as ‘immensely destructive of sexual sensation and of the sense of bodily integrity’ [4], and have compared the surgeries and their effects to female genital mutilation [5] and child sexual abuse [6]. For 20 years now, the clinicians concerned have refused to heed, let alone acknowledge these grave concerns, but instead continue repeating the same old excuses [7], ‘essentially impervious to data’ [8].

During the last decade, these accusations have been backed again and again by human rights experts [9] and honest clinicians alike [10].

However, as far as we know the vast majority just keeps on turning a blind eye to these criticisms of the surgeries. Examples from the roster of the 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting include:

Daniela Andrich (London): European Urology 54 (2008) 1031-1041
Anthony Mundy (London): European Urology 49 (2006) 774-776
Enzo Palminteri (Arezzo): European Urology 49 (2006) 887-895
Jörg Seibold (Tübingen): Der Urologe A 44 (2005) 768-773
Karl-Dietrich Sievert (Tübingen): Der Urologe A 44 (2005) 768-773
Arnulf Stenzl (Tübingen): Der Urologe A 44 (2005) 768-773

Considering this, it comes as no surprise that the 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting includes several unethical and inhumane cosmetic ‘live surgeries’, which also regularly have been taking place during the I-IV Symposium für Rekonstruktive Urologie held in Tübingen earlier.

Something we find especially repugnant are the repeated statements, amongst others, by aforementioned clinicians relishing the ‘surgical challenges’, and stubbornly continuing with their ‘experiments’ in the hope that ‘in 20 years surgery will be much better’, obviously without any care, pity or compassion with their unfortunate past, present and future ‘subjects’.

The same applies to the continuing scorn for, and intolerably paternalistic approaches towards, adult survivors of such surgeries who speak out about their suffering and demand an end of non-consensual cosmetic genital surgeries on children and minors, to the endeavours to marginalise their experiences, to deride them publicly and to deny their right to voice their experiences and opinions. Same as the claims of clinicians, actually to be the ones who are victimized, the alleged victimizers being survivors of their surgical experiments and human rights advocates.

We also note that the 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting utterly fails to address the ethical and legal implications of non-consensual cosmetic genital surgeries on children, despite the ongoing scholarly and public debate. There are many distinguished experts in the field of Ethics and ‘DSD’, such as Alice Dreger, Katrina Karkazis and Ellen Feder, who engage with these ethical issues. Unfortunately, none of these were invited, but in contrary, within the the 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting, ethics and human rights of non-consensual cosmetic genital surgeries on children are not even being considered at all. In our opinion, this demonstrates an obvious lack of willingness to listen to former patients, let alone to enter into a real debate in general and to answer to any critical questions in particular.

There are also many reports and statements by Human Rights Advocacy Groups (for example, Terre des Femmes 2004, San Francisco Human Rights Commission 2005, CEDAW 2009, Amnesty Switzerland 2010, Amnesty Germany 2010) and publications by experts in these fields (such as Hanny Lightfoot-Klein 2003/2008, Fana Asefaw 2005, Nancy Ehrenreich/Mark Barr 2005) clearly stating that non-consensual cosmetic surgeries on children gravely violate human rights, particularly the right to physical integrity, and who underline the similarities and parallels between these surgeries and the practice of female genital mutilations. Again, we feel an obvious lack of willingness by the 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting to acknowledge the facts, let alone to enter into a real debate in general and to answer any critical questions in particular.

Frankly, we are sick and tired of being lied to and being fobbed off with the same old denials, excuses and cheap promises.

We are sure you are aware of the controversy about cosmetic genital surgeries becoming better known in the general public every month, as well as of of the leaning of the general public with regards to genital mutilation, unethical medical experiments and unwanted surgeries.

It is our understanding, that in your capacity as clinicians you have plenty of patients with real medical needs who depend on your professional help, as well as the 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting partly also addresses real medical issues with bladder or urethral function.

Therefore, we would like to suggest respectfully that you focus your efforts on helping those patients, whom we are sure that they are deeply grateful for your services, but on the other hand abandon unethical, inhumane and illegal practices like non-consensual cosmetic surgeries on children, for which, as you are surely well aware, many, many of your former patients loathe and despise you from the bottom of their hearts, and wish you things, which our sense of politeness forbids us to repeat in this letter.

And we humbly suggest that you do so while you still can on your own terms.

Thank you for your consideration.

Kind regards

for Zwischengeschlecht.org


Daniela Truffer (President)

The human rights advocacy group Zwischengeschlecht.org demands the prohibition of cosmetic genital surgeries on children and minors and ‘Human Rights for Hermaphrodites too!’

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Notes

[1] ISNA: ‘Hypospadias: Parent’s Guide to Surgery’ http://www.isna.org/node/81
[2] Tiger Howard Devore: ‘Endless Calls for „More Research“ as Harmful Interventions Continue’ (1995), Hermaphrodites with Attitude, Fall/Winter 1995-96, http://www.isna.org/files/hwa/winter1996.pdf
[3] Emi Koyama: ‘Intersex Medical Treatment and Sexual Trauma’
[4] Cheryl Chase: Letters from Readers. 1993, The Sciences, July/August, 3, http://www.isna.org/articles/chase1995a
[5] ISNA’s Amicus Brief on Intersex Genital Surgery (1998) http://www.isna.org/node/97
[6] Tamara Alexander: ‘The Medical Management of Intersexed Children: An Analogue for Childhood Sexual Abuse’, http://www.isna.org/articles/analog
[7] Alice Dreger: ‘“Ambiguous Sex”—or Ambivalent Medicine?’, The Hastings Center Report May/Jun 1998, Volume 28, Issue 3 Pages 24-35, http://www.isna.org/articles/ambivalent_medicine
[8] Cheryl Chase: ‘What is the agenda of the intersex patient advocacy movement?’ (2002), http://www.isna.org/agenda
[9] e.g. Hanny Lightfoot-Klein: ‘Children’s Genitals Under the Knife: Cultural Imperatives, Secrecy, and Shame’ (2007), Chapter Nine: Intersex Surgery: For the Good of Whom?, p 167-176
[10] c.f. Emi Koyama: Catherine Minto & Sarah Creighton Fan Page, http://www.ipdx.org/articles/minto-creighton.html

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>>> Live-Genitalverstümmelungen in Tübingen 2005-2011  
>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

>>> Friedlicher Protest & Offener Brief "3rd EuroDSD" 2011 
>>> Friedlicher Protest & Offener Brief "Ethik"-Vortrag UK Aachen 2011
>>>
Friedlicher Protest & Offener Brief DGE 2011
>>> Friedlicher Protest & Offener Brief DGKJ-DGKCH 2010
>>> Friedlicher Protest & Offener Brief APE-AGPD 2010
>>> Friedlicher Protest & Offener Brief 11th EMBL/EMBO 2010
>>> Aktion & Offener Brief Ostschweizer Kinderspital St. Gallen 2011
>>> Aktion & Offener Brief Kinderspital Luzern 2010
>>> Aktion & Offener Brief Inselspital Bern 2009
>>> Aktion & Offener Brief Kinderspital Zürich 2008

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Das Medizynermärchen von den "früheren Behandlungsmaßstäben"
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken 
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- "Netzwerk DSD/Intersexualität": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure
- Amnesty Deutschland: "fundamentaler Verstoß gegen die Menschenrechte"
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung
- Genitale Verstümmelung & Folgeschäden - AGGPG 1998
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern
- Göttingen / Lübeck: Direktor Rolf-Hermann Ringert und Oberarzt Dominique Finas propagieren genitale Zwangsoperationen an Zwittern
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 2010 
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2
- Chirurgische Genitalverstümmelungen: UNO mahnt Bundesregierung
- Schweiz: Terre des Femmes und Amnesty gegen Zwangsoperationen an Zwittern
- "Die Macht der Tabus" - Konstanze Plett über Genitalverstümmelung, amnesty journal 03/08
- Die grosse "Intersex"-Statistik-Lüge
- Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Monday, October 3 2011

Protest gegen Live Genitalverstümmelungen in Tübingen, Do 6.10.11 ganzer Tag

>>> "Live Verstümmelungen" - Zwitter attackieren Kinderchirurgen
>>> Live-Genitalverstümmelungen in Tübingen 2005-2011  
>>>
Open Letter to "1st ESFFU-ESGURS", Tübingen 6.10.2011 (PDF) 
>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktion vor dem Ostschweizer Kinderspital, St. Gallen 6.2.2011 >>> OFFENER BRIEF

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PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 03.10.2011:

Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt – auch in Tübingen im Universitätsklinikum (UKT) und in der Universitäts-Frauenklinik.

Obendrein lädt diese Woche die Urologische Klinik des Universitätsklinikums nach Tübingen zum traditionellen herbstlichen Live Genitalverstümmeln, heuer das erste Mal in Komplizenschaft mit der "European Association of Urology (EAU)".

Bereits zum 5. Mal in zweijährlicher Folge stehen – nach zunächst vier mal "Symposium Rekonstruktive Urologie" – am diesjährigen "1st ESFFU-EFGURS Joint Meeting" menschenrechtswidrige kosmetische Genitaloperationen an wehrlosen Kleinkindern fest auf dem Programm.

Als unveränderte "besondere Attraktion" werden hochrangige Tübinger Genitalabschneider und weitere bekannte Seriengenitalverstümmler aus dem nahen In- und Ausland im Universitätsklinikum ohne medizinische Notwendigkeit oder Evidenz "live" an "unwerten" Kindergenitalien herumschnippeln.

Ethische oder menschenrechtliche Aspekte stehen dabei ausdrücklich nicht zur Debatte. Auch sonst herrscht Schweigen:

Weder die Gastgeberin Eberhard Karls Universität Tübingen, renommiert für ihr "Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)", noch sonstwer will in all den Jahren irgendetwas bemerkt haben.

Wir wollen bei diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zuschauen!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird am Donnerstag 6. 10. den ganzen Tag vor Ort in Tübingen über diese menschenrechtswidrigen Praktiken informieren.

Und während des Kongresses friedlich protestieren – gegen die GenitalabschneiderInnen sowie gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

 
FRIEDLICHER PROTEST

während des "1st Joint Meeting of the EAU Section of Female and Functional Urology (ESFFU) and the EAU Section of Genito-Urinary Surgeons (ESGURS)", inkl. "Live Operationen"
Do 6.10.11, 07:30-18:00 h
Kupferbau Tübingen, Eberhard Karls Universität Tübingen,
Hölderlinstraße 5, 72074 Tübingen

 

 
KOSMETISCHE GENITALOPERATIONEN AN KINDERN

Etwa jedes 1000. Kind wird mit "auffälligen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen geboren (Zwitter, Hermaphroditen, "Intersexuelle",  u.a.m. – die Medizyner sprechen heute hauptsächlich von "Störungen der Geschlechtsentwicklung / DSD" und "Hypospadie").

Diese gesunden Kinder werden heute noch zu 90% systematisch "kosmetisch" zwangsoperiert, um aus ihnen "unauffällige" Jungen und Mädchen zu machen – ohne ihre Einwilligung, ohne medizinische Notwendigkeit und ohne, dass die angebliche "Wirksamkeit" der verstümmelnden Operationen je klinisch geprüft worden wäre. Viele werden obendrein kastriert und dadurch ihr Leben lang von gesundheitschädigenden "Hormonersatztherapien" abhängig gemacht.

Die behandelnden Medizinern nehmen dabei jedes Mal in Kauf, dass das sexuelle Empfinden vermindert oder gänzlich zerstört wird.

>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg

Seit den 1990ern klagen überlebende Betroffene diese Operationen öffentlich an als medizinische Verbrechen und "westliche Form der Genitalverstümmelung".

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org organisiert seit 4 Jahren friedliche Proteste und Mahnwachen u.a. vor Kinderkliniken, Medizinerkongressen und vor der UNO in Genf. Unsere mittelfristige Hauptforderung sind gesetzliche Maßnahmen zur Beendigung der Zwangsoperationen, entsprechend dem aktuellen Gesetzesentwurf im Bundestag gegen Genitalverstümmelungen an Mädchen und Frauen.
 
Unkontrollierte Menschenversuche ohne medizinische Notwendigkeit

Kosmetische Genitaloperationen an Kindern mit "auffälligen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sind massive Menschenrechtsverletzungen. Sie sind medizinisch nicht notwendig, verstoßen gegen die Bundesverfassung (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit) und verletzen die höchstpersönlichen Rechte der Kinder. Eltern haben deshalb kein Recht, im Namen ihrer Kinder in eine kosmetische Genitaloperation einzuwilligen.

Da die Wirksamkeit dieser Eingriffe nie klinisch getestet wurde (fehlende Evidenz) und auch die in der Medizin sonst üblichen Nachkontrollen bisher stets unterbleiben, handelt es sich um unkontrollierte Menschenversuche.
 
Ethisch, menschenrechtlich und juristisch unhaltbar

Seit Jahren bekräftigen Medizin- und BioethikerInnen: Nach medizinethischen Grundsätzen und Richtlinien sind kosmetische Genitaloperationen an Kindern klar unzuläßig. Jahrzehnte lange Klagen der Opfer über massive physische und psychische Schäden werden durch namhafte Studien bekräftigt.

Ebenso bestätigen JuristInnen, dass die nicht-eingewilligten Operationen gegen Grund- und Menschenrechte verstoßen und auch strafrechtlich nicht haltbar sind.

Terre des Femmes und internationale FGM-ExpertInnen betonen die Parallelen zur Weiblichen Genitalverstümmelung.

2009 wurde in Köln erstmals ein Chirurg letztinstanzlich zu einer Schmerzensgeldzahlung von 100'000 Euro verurteilt. Ebenfalls 2009 rügte das UN-Komitee CEDAW die Bundesregierung wegen Verletzung ihrer Schutzpflicht gegenüber zwischengeschlechtlichen Kindern.

2010 bestätigte der Deutsche Ethikrat: "Der Umgang mit der Intersexualität berührt eine Reihe medizin-, rechts- und sozialethischer Fragen, insbesondere das Recht auf körperliche Unversehrtheit."

Auch Ländersektionen von Amnesty International kommen zum Schluss:

"Im Mittelpunkt der Bemühungen steht die Ächtung einer medizinischen Praxis, intersexuellen Menschen entweder im frühen Kindesalter ohne Einwilligungsfähigkeit – oder Erwachsenen ohne Aufklärung über Folgen – auf operativ-medikamentösem Weg ein eindeutiges Geschlecht „zuzuweisen“. Dies wird als fundamentaler Verstoß gegen die Menschenrechte (Recht auf körperliche Unversehrtheit, auf Selbstbestimmung und Würde und auf Nicht-Diskriminierung) gewertet, da solche Maßnahmen in den allermeisten Fällen aus medizinisch-gesundheitlicher Sicht keinerlei Begründung haben." (Amnesty Deutschland 2010)

"Wir erachten genitale Zwangsoperationen für ein schweres Verbrechen, das gegen die Menschenrechte auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und Würde verstösst. Genitale Zwangsoperationen sind schwere medizinische Eingriffe an Kindern mit gesunden, aber sogenannten nicht eindeutigen Geschlechtsmerkmalen, die ohne die Einwilligung der Betroffenen vorgenommen werden. Die Folgen von chirurgischen und medikamentösen Eingriffen werden von den Betroffenen oft als Verstümmelungen wahrgenommen." (Amnesty Schweiz 2010)

2011 beschäftigt sich der Deutsche Ethikrat als Reaktion auf mehrere Rügen durch UN-Menschenrechtsausschüsse im Auftrag der Bundesregierung mit kosmetischen Genitaloperationen an "Intersexuellen" und bekräftigte in einer "ersten Einschätzung":

"Ein zentraler Punkt  ist das Recht der Betroffenen auf körperliche Unversehrtheit. Hier scheint es einen Konsensus darüber zu geben, dass irreversible medizinische Eingriffe zur Geschelchtszuweisung so lange wie möglich hinausgeschoben werden müssen."

Trotzdem halten die Mediziner wider besseres Wissen unbeirrt an diesen menschenrechtswidrigen Praktiken fest – auch in Tübingen.

Verhängnisvoller Druck auf die Eltern zu irreversiblen OPs

Nach wie vor setzen Ärzte Eltern unter Druck zu einem möglichst raschen Entscheid - obwohl kein medizinischer Notfall vorliegt, die Operationen irreversibel sind und es für die betroffenen Kinder um eine existenzielle Frage geht:

"Wir Eltern wurden von den Ärzten massiv unter Druck gesetzt, das Kind geschlechtsbestimmend operieren zu lassen, obwohl es vollkommen gesund war und keine Beschwerden hatte. Nicht zu operieren, wäre für das Kind ein gesellschaftliches Desaster, lautete die Begründung. Die Rede war zuerst von einem Mädchen. 'Aber wir machen auch einen Bub, wenn Sie das lieber wollen', bot uns die Ärztin an." (Eine Mutter über eine "Netzwerk DSD"-Endokrinologin)

Viele Eltern, die sich von den Ärzten überrumpeln ließen, bereuen dies später und beklagen sich darüber, dass sie nicht umfassend informiert wurden, und dass ihnen keine oder wenig Unterstützung für alternative Überlegungen geboten wurden, insbesondere Hinweise auf Kontaktmöglichkeiten zu Betroffenen und Selbsthilfegruppen.
 
Diskussion über gesetzliches Verbot notwendig

Seit 20 Jahren klagen Betroffene den Ärzten und der Öffentlichkeit ihr Leid. Trotzdem operieren die Mediziner stur weiter - sicher im Wissen, dass sie wegen der Verjährungsfristen und der Traumatisierung der Opfer juristisch kaum belangt werden können.

Während Genitalverstümmelungen in Afrika verurteilt und juristisch bekämpft werden, sind die Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken vor der eigenen Haustüre nach wie vor kein Thema.

Was 99% dieser Kinder erleben mussten, ist verwandt mit sexuellem Missbrauch, ist verwandt mit Folter, ist verwandt mit Mädchenbeschneidungen in Afrika, ist verwandt mit den medizinischen Experimenten, wie sie im 2. Weltkrieg in KZ's durchgeführt wurden.
 
Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.
  
Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

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Siehe auch:
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