Heute am 6. Februar ist der "Internationale Tag Zero Tolerance for FGM – Keine Toleranz für Weibliche Genitalverstümmelung". Dazu gabs Dutzende Pressemitteilungen von Bundesministerien, einzelnen Bundestagsparteien, dem Frauenring, Terre des Femmes usw. usf. Da wird tapfer gegen menschenrechsverletzende Gebräuche aus dem 'finsteren Afrika' protestiert und zum Handeln aufgerufen. "Es darf keine Toleranz bei Gewalt gegen Frauen geben", sind sich mal wieder alle einig blablabla.

Gewohntes "Detail": Keine einzige dieser Pressemitteilungen richtete sich (auch) gegen die von Bundesregierung und Bundestagsparteien geduldeten bzw. geförderten Genitalverstümmelungen an Zwittern vor der eigenen Haustüre! Und das 4 Tage, nachdem die Bundesrepublik von der UNO für das Tolerieren ebendieser (durchaus vergleichbaren) Praktiken gerügt wurde, unter Anwesenheit auch vieler Frauenvertreterinnen aus Deutschland. Und obwohl bekanntlich 85% aller Zwitter zu Frauen zwangsoperiert werden. Aber naja, manche Frauen werden halt wohl immer etwas gleicher bleiben, und Zwitter sind ja bekanntlich keine Menschen ...

Siehe auch: "Genitalverstümmelung ein afrikanisches Problem?"

Nachtrag: Danke an alle Frauen, die bei ihren Organisationen gegen die Auslassung der Zwitter protestierten!

Nachtrag 2: Dass es problemlos auch anders geht, macht die argentinische Zeitung Pagina 12 vor, die ausdrücklich aus Anlass des heutigen Tages einen Artikel über Intersexaktivismus brachte (auf spanisch).

Siehe auch:
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (Lightfoot-Klein: "Der Beschneidungsskandal") 
- "Genitalverstümmelung ein afrikanisches Problem?" 
- Bundesärztekammer gegen genitale "Zwangsoperationen" – natürlich nur bei "Mädchen und Frauen" ...
- Schweiz: Terre des Femmes und Amnesty gegen Zwangsoperationen an Zwittern 
- Zwitter und Patriarchat aus feministischer Perspektive