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PRESSEMELDUNG >>> http://idw-online.de/pages/de/event29510

Weiblich, männlich, intersexuell?

Veranstaltungsort: 
Institut für Humangenetik
Heinrich-Düker-Weg 12
37073 Göttingen
Niedersachsen
Deutschland

Zielgruppe: Journalisten, Wissenschaftler
Kontakt: duttge@gwdg.de
Kategorie: überregional
Biologie, Gesellschaft, Medizin, Recht
Eintrag: 17.11.2009
Dr. Bernd Ebeling, Presse, Kommunikation und Marketing
Georg-August-Universität Göttingen 
Das Spannungsfeld zwischen der sexuellen Identität eines Menschen und den Normen und Erwartungen unserer Gesellschaft ist Thema eines öffentlichen Workshops am Freitag, 20. November 2009, an der Universität Göttingen. Aktuelle Ergebnisse der Forschung in den Neurowissenschaften, den Sozialwissenschaften und der Biologie werden hier der Entwicklung im deutschen Strafrecht gegenübergestellt.
Workshop zu sexueller Identität und gesellschaftlichen Normen

(pug) Das Spannungsfeld zwischen der sexuellen Identität eines Menschen und den Normen und Erwartungen unserer Gesellschaft ist Thema eines öffentlichen Workshops am Freitag, 20. November 2009, an der Universität Göttingen. Aktuelle Ergebnisse der Forschung in den Neurowissenschaften, den Sozialwissenschaften und der Biologie werden hier der Entwicklung im deutschen Strafrecht gegenübergestellt. Veranstalter sind das Zentrum für Medizinrecht der Juristischen Fakultät und das Institut für Humangenetik der Universitätsmedizin Göttingen. Der Workshop "Sexuelle Identität und gesellschaftliche Norm" beginnt um 12.30 Uhr im Institut für Humangenetik am Heinrich-Düker-Weg 12.

Die sexuelle Identität eines Menschen ist nicht nur biologisch bestimmt, sondern auch neurologisch, psychologisch und durch äußere Einflüsse geprägt. Daraus ergibt sich eine Abstufung und Variabilität, die das deutsche Strafrecht, das Familien- und das Personenstandsrecht mit den eindeutigen Kategorien "weiblich" und "männlich" bislang nicht widerspiegeln. "Die geschlechtlichen Zwischenstufen jenseits des binären Codes übersieht unser Recht bislang", sagt Prof. Dr. Gunnar Duttge, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Medizinrecht. Vorträge des Workshops behandeln unter anderem die Grundlagen der psychosexuellen Entwicklung, den Einfluss der sozialen Umgebung auf die sexuelle Identität sowie die Diagnose und Schuldfähigkeitsbeurteilung von Sexualstraftätern. Darüber hinaus spielen die persönliche Willensfreiheit und strafrechtliche Sanktionen sexueller Abweichungen eine Rolle. Das gesamte Programm ist im Internet unter www.jura.uni-goettingen.de/medizinrecht abrufbar.

Hinweis an die Redaktionen:
Journalisten sind zu dem Workshop herzlich eingeladen.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Gunnar Duttge
Georg-August-Universität Göttingen
Zentrum für Medizinrecht
Goßlerstraße 19, 37073 Göttingen
Telefon (0551) 39-7435, Fax (0551) 39-9240
Weitere Informationen:
http://www.jura.uni-goettingen.de/medizinrecht

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ANKÜNDIGUNG >>> http://www.uni-goettingen.de/de/122696.html

Workshop "Sexuelle Identität und gesellschaftliche Norm"

Veranstalter: Institut für Humangenetik und Zentrum für Medizinrecht
Datum: 20.11.2009

Die sexuelle „Identität“ ist keineswegs nur biologisch, sondern in erheblichem, wenngleich noch nicht hinreichend erfasstem Maße auch neurologisch, psychologisch sowie durch Umweltbedingungen determiniert und infolgedessen gradualisiert. Die Gesellschaft und ihr Recht ignorieren diese Variabilitäten jenseits der natürlichen Geschlechtlichkeit jedoch aufgrund der bestehenden Orientierungsbedürfnisse weitgehend: Familien- und personenstandsrechtliche Zuschreibungen müssen eindeutig sein, Veränderungen des biologischen Geschlechts kommen nur in seltenen Ausnahmefällen in Betracht, die gesellschaftlichen Vorstellungen über den Freiraum an „sexueller Selbstbestimmung“ werden an den Grenzen strafrechtlich abgesichert und jene, die sich nicht daran halten, gelten in der Rechtspraxis entweder als schuldfähig oder haben mit u.U. langjährigem Freiheitsentzug im Rahmen der Sicherungsverwahrung zu rechnen. Dieses Spannungsfeld zwischen individueller Disposition und gesellschaftlicher Erwartung will der Göttinger Workshop, gemeinsam veranstaltet vom Institut für Humangenetik (Medizinische Fakultät) und vom Zentrum für Medizinrecht (Juristische Fakultät), näher beleuchten; der nötige interdisziplinäre Dialog wird durch Experten/Innen aus der Humangenetik, der Sexualforschung, der Soziologie, der Rechtswissenschaft und der forensischen Psychiatrie befruchtet.
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PROGRAMM >>> http://www.uni-goettingen.de/de/127503.html

Sexuelle Identität
und gesellschaftliche Norm

Programm

12.30 Uhr     Come together

13.00 Uhr    Begrüßung
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Wolfgang Engel
   
Biologie und Sexualforschung
Moderation: Prof. Dr. med. Barbara Zoll

13.10 Uhr    Entwicklung der somatischen Identität
    und ihrer Abweichungen
    Prof. Dr. med. Pit Wieacker,
    Münster

13.45 Uhr    Grundlagen der psychosexuellen Entwicklung
    und ihrer Störungen   
Dipl. Psych. Katinka Schweizer, MSc
Hamburg

14.20 Uhr    Kaffeepause



















Recht und Sozialwissenschaften
Moderation:    Prof. Dr. jur. Gunnar Duttge

14.40 Uhr    Soziale Umwelt und sexuelle
    Identitätsbildung
    PD Dr. med. Andreas Hill, Hamburg

15.15 Uhr    Begrenzte Toleranz individueller sexueller
    Identität durch das Recht
    Prof. Dr. jur. Konstanze Plett, Bremen

15.50 Uhr     Kaffeepause

16.10 Uhr    Strafrechtliche Sanktionen sexueller
    Abweichungen 
    Prof. Dr. jur. Tatjana Hörnle, Berlin

16.45 Uhr    Diagnose und Schuldfähigkeitsbeurteilung
    von Sexualstraftätern 
    Prof. Dr. med. Jürgen L. Müller, Göttingen

17.20 Uhr        Abschlussdebatte
    Moderation: 
    Prof. Dr. med. Dr. h. c. Wolfgang Engel

18.30 Uhr    Ausklang