... Die meisten Ärzte kennen nur Männer und Frauen, obwohl es diverse körperliche Varianten gibt ", sagt Elisabeth Müller. Inzwischen hätten die Mediziner sogar einen neuen Begriff entwickelt: Statt Intersexualität sei von Disorders of Sex Developement (DSD) die Rede. Gemeint ist damit eine Störung der körperlich geschlechtlichen Entwicklung.

Mittlerweile setzt sich jedoch die Erkenntnis durch, dass mit operativen Eingriffen an Intersexuellen ohne medizinische Notwendigkeit Unrecht und Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Dass dies der Fall ist, wurde inzwischen auch von den Vereinten Nationen (United Nations) anerkannt. So erging von der UN die Aufforderung an die Bundesregierung, spätestens in zwei Jahren zu melden, was gegen Menschenrechtsverletzungen auf diesem Sektor in Deutschland getan worden ist.

Elisabeth Müller begrüßt es besonders, dass die UN den Vollzug statt lediglich Absichtserklärungen von der Bundesregierung verlangt. Für Elisabeth Müller ist klar, dass niemand als Hermaphrodit gegen seinen Willen operativen Eingriffen ausgesetzt werden darf, die ohnehin in fast allen Fällen überflüssig seien.

Die Anerkennung zwischengeschlechtlicher Menschen müsse sich auch bei den Behörden noch mehr durchsetzen. So streicht Elisabeth Müller auf Formularen konsequent die Bezeichnung Mann oder Frau und setzt stattdessen intersexuell ein.

(Quelle: Hamburger Abendblatt)

Siehe auch:
- "Ein Intersexueller klagt seinen ehemaligen Arzt an" - Tages-Anzeiger 5.2.08 
- "Ich wurde belogen und verstümmelt" - Hamburger Abendblatt 23.7.09  
- "Von Ärzten behandelt wie der letzte Dreck" - NDR 23.9.09 
- "Medizinische Intervention als Folter" - Michel Reiter 30.6.2000