Menschenrechte auch für Zwitter!Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

In der Beilage zur heutigen Sonntagsausgabe der CH-Boulevardzeitung fndet sich in der Rubrik "Gesellschaft" ein gelungener mehrseitiger Artikel von Sarah Fasolin über Selbsthilfegruppen, dem auch das Editorial gewidmet ist.

Prominent aufgemacht und gleich an erster Stelle mit dabei ein Beitrag über zwischengeschlecht.org-Präsidentin Daniela "Nella" Truffer, hier in ihrer Funktion als Gründungsmitglied der CH-Selbsthilfe intersex.ch.

Im kurzen Portrait redet Nella wie gewohnt Klartext:

Weil ich mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen auf die Welt kam, wurde ich über die Jahre mehrfach operiert – ohne meine Einwilligung. [...] Ärzte wollen, so meine Erfahrung, den Austausch unter uns Zwittern verhindern, weil wir sonst die vielen medizinischen Fehlentscheide aufdecken könnten. Vor ein paar Jahren fand ich im Internet die Selbsthilfegruppe in Deutschland. Ich reiste hin und es war wie eine Offenbahrung. Ich sass ganz glücklich unter all den anderen Zwischengeschlechtlichen – erleichtert, nicht mehr alleine zu sein. Diese Treffen waren waren sehr heilsam [...]

Weiter werden im Artikel folgende Selbsthilfegruppen portraitiert: Hinterbliebene nach Suizid, Polybneuropathie-Betroffene, Depressive und Borderline-Patienten. Obwohl der Schwerpunkt des Artikels klar bei "Krankheiten" und "Patienten" liegt, bringt Sarah Fasolins Begleittext auch aus Perspektive der Zwitter, die ihre Besonderheit explizit nicht als Krankheit verstehen, wichtige allgemeine Dinge auf den Punkt, z.B.:

Obwohl die Weltgesundheitsorganisation den Regierungen schon 1982 empfahl, die Selbsthilfe zu fördern und entsprechende Anlaufstellen zu schaffen, fanden die Selbsthilfegruppen erst Ende der 1990er Jahre auch in Ärztekeisen Anerkennung. «Die Fachleute trauten den Betroffenen zu wenig zu», erklärt Vreni Vogelsanger, Geschäftsleiterin der Stifung Kosch (Koordination und Förderung von Selbsthilfegruppen in der Schweiz).

Danke!