Ein weiterer "Blick über den eigenen Tellerrand hinaus":

>>> Gelungene Rezension von Helmut Jacob über das Buch der HistorikerInnen Hans-Walter Schmuhl und Ulrike Winkler: "Als wären wir zur Strafe hier". Gewalt gegen Menschen mit geistiger Behinderung – der Wittekindshof in den 1950er und 1960er Jahren. Der Clou der Besprechung ist dabei, wie Helmut Jacob den belegten erschreckenden Tatbeständen die Rechtfertigungen und Beschönigungen aus dem "Geleitwort" von Prof. Dr. Dierk Starnitzke gegenüberstellt, seines Zeichens Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof und somit quasi heutiger Rechtsnachfolger der seinerzeitigen TäterInnen.

Wer den aktuellen "Intersex"-Diskurs des Deutschen Ethikrates verfolgt, wird dadurch einige Aha-Erlebnisse haben und sich möglicherweise nicht zum ersten Mal fragen, warum eigentlich immer die TäterInnen in der Debatte die längeren Spiesse zugeteilt bekommen, warum stets die einen Bittsteller-, öhm, Opfergruppen gegen die anderen ausgespielt werden sollen und wozu das alles jedesmal sozusagen zwangsläufig führt ...

Dito bei einem ebenfalls >>> gelungenen Update von Helmut Jacob über die Bundestags-Anhörung "Heimerziehung" als Nachfolgeübung des "Runden Tisch Heimerziehung (RTH)", bei dem die TäterInnen & Kompagnons + NachfolgerInnen letztlich unter sich blieben und entgegen einem vorherigen Bundestagsbeschluss den Opfern jegliche finanzielle Entschädigung vorenthalten wollen. Ein Schelm, wer dabei z.B. an entsprechende aktuelle und frühere "JuristInnenexpertisen" zum Thema Entschädigungen beim Ethikrat denkt ...

Siehe auch:
- "Runder Tisch Heimerziehung": Betroffene zum 2. Mal gedemütigt und erpresst - nach altbekanntem Muster ...
- Vom Mut der Betroffenen von sexualisierter Gewalt lernen (1) 
- Vom Mut der Betroffenen von sexualisierter Gewalt lernen (2)
- Vom Mut der Betroffenen von sexualisierter Gewalt lernen (3)
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