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«Ah, ein Zwitter! Da müssen wir gleich ein paar lebenserhaltende Massnahmen ... öhm ... ABSCHNEIDEN!!!»

Aufarbeitung tut not! Vor genau einem Jahr hatte ETEKAR im Online-Diskurs des Deutschen Ethikrates in 2 Kommentaren vom 24. Juni 2011 um 23:08 und vom 5. Juli 2011 um 22:44 auf die Dissertation von Dr. med. Hans Martin Wisseler "Harnwegsinfektionen nach Klitoridektomien bei Mädchen mit kongenitalem adrenaogenitalem Syndrom (AGS)" hingewiesen, die u.a. belegt, dass 1976 in Hamburg Klitorisamputationen ohne tatsächliche medizinische Indikation immer noch unhinterfragt empfohlen und regelmässig verbrochen wurden.

(Vgl. ebenfalls die Kommentare von Einhorn zu Wisseler auf diesem Blog vom 16.6.09, 13.7.09, 17.9.09 und 14.1.10.)

Im ersten Ethikrat-Kommentar hatte ETEKAR u.a. hervorgehoben, wie Dr. Wisseler in seiner Einleitung die Kliktorisamputationen in der westlichen "Kinderheilkunde" selbst in eine Reihe mit stellt mit "Beschneidung von Mädchen bei afrikanischen Naturvölkern".

Und im 2. Kommentar zusätzlich bemängelt, wie im Ethikrat-Diskurs die grösste Opfergruppe der als Kleinkinder Verstümmelten einmal mehr marginalisiert und ausgeblendet wurde.

Und siehe da: Auch diese beiden Kommentare wurden bald darauf von der Ethikrat-Redaktion wegen angeblichem Verstoss gegen die Nutzungsbedingungen gelöscht.

Aus aktuellem Anlass deshalb die fragliche Passage aus Hans Martin Wisselers Verstümmler-Disse im Wortlaut:

Aus der Universitäts-Kinderklinik und -Poliklinik Dir.: Prof. Dr. K.-H. Schäfer) Harnwegsinfektionen nach Klitorektomien bei Mädchen mit kongenitalem adrenogenitalem Syndrom (AGS) Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Medizin dem Fachbereich Medizin der Universität Hamburg vorgelegt von Hans Martin Wisseler aus Bad Schwalbach Hamburg 1976 E I N L E I T U N G Der Brauch vieler Völker und Religionsgemeinschaften, den männlichen Nachwuchs in einem bestimmten Lebensjahr zu beschneiden, ist weithin bekannt. So ist es in der mohammedanischen und jüdischen Lehre festgelegt, die Knaben kurz nach der Geburt zu beschneiden; bei bestimmten Völkern wird diese Handlung bei Mannbarkeitsfeiern zur Zeit der Pubertät vollzogen. Weniger bekannt ist die Beschneidung von Mädchen. BRYK (1931) und JENSEN (1933) berichten in ihren Untersuchungen über afrikanische Naturvölker von Circumcisionen oder Incisionen der Klitoris bei heranwachsenden Mädchen. LAMBERT (1956) macht in seiner Arbeit: 'Kikuyu: social and political institutions' den Stellenwert dieser Handlung innerhalb des sozialen Gefüges der Kikuyu, eines im zentralen Hochland von Kenia lebenden Bantu-Stammes, deutlich. In dem Roman 'Die schwarze Haut' von R. RUARK (1974) finden sich anschauliche Darstellungen dieser Zeremonien. In der Kinderheilkunde ist die Indikation zur Klitorektomie gegeben, wenn im Rahmen von Virilisierungserscheinungen bei Mädchen ein übermäßiges Wachstum der Klitoris stattfindet. Verschiedene Ausmaße der Klitorishypertrophie, von der geringfügigen Vergrößerung bis zur penisartigen Gestalt, werden beim kongenitalen adrenogenitalen Syndrom beobachtet (PRADER 1954).Grössere Version samt Titelei: draufklicken

Dr. med. Hans Martin Wisseler arbeitet heute im MVZ-Seligenstadt als Internist - Rheumatologie und führt die Osteoporosesprechstunde.

Hamburg war seinerzeit neben Zürich das wohl wichtigste Verstümmler-Zentrum zur Durchsetzung der sytematischen Klitorisamputationen an Kindern mit "auffälligen" Genitalien in Europa.

Auch heute noch werden in Hamburg regelmässig wehrlose Kinder chirurgisch genitalverstümmelt, und die Universitäts-Kinderkliniken im UKE und der Altonaer Kinderklinik sind heute noch mit die grössten Verstümmlerkliniken in Hamburg und Umgebung.

Doch die Hamburgische Bürgerschaft schaut weg, befriedigt sich selbst mit Personenstandsblabla und lässt die GenitalabschneiderInnen ungehemmt und ungehindert weiterverstümmeln.

(Auch der Berliner Senat leugnet weiterhin öffentlich und kategorisch die Existenz der täglichen Verstümmelungen in den Kinderkliniken. Gleichzeitig spielt sich der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit öffentlich als Zwitterbeschützer auf und werden "Intersexuelle" im Bundestag für schwulenpolitische Anliegen dauerverheizt. Ebenso behauptet der Bremer Gesundheitsminister im Parlament unwidersprochen, in Bremen würde seit über 10 Jahren nicht mehr zwangsoperiert.)

Wie lange noch ?!!

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