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Rezensionen zu Heinz-Jürgen Voß: "Intersexualität - Intersex. Eine Intervention" (2012)

>>> Info + Proteste Hamburg 13.-16.9.12   >>> Leipzig-Dresden-Halle 19.-30.9.12

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Heinz-Jürgen Voß (Blog) ist einer der leider raren Geschlechterforscher, bei dem die inhaltliche Kritik an der vereinnahmenden Ausblendung der Menschenrechtsverletzungen an Zwittern offensichtlich nicht nur zum einen Ohr rein und zum andern flugs wieder raus ging, sondern der die Argumente und Quellen auch zur Kenntnis nahm und seither immer mal wieder beweist, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat und die Anliegen der Überlebenden von kosmetischen Genitaloperationen ernst nimmt. Dafür im Namen dieses Blogs ein ganz herzliches Danke!

Voß' neues Buch schliesst offenbar an seine bisherige inhaltliche Kritik an der Ethikratstellungnahme an, insbesondere die fehlende Berücksichtigung aktueller Outcomestudien, wie auch das unzureichende Musikgehör der Grünen für die Forderungen der Betroffenen. >>> Klappentext + Einleitung  Wir sind gespannt wie ein Flitzbogen!

Bis dahin schon mal Hinweise auf eine >>> gelungene Rezension von Martin Brandt auf kritisch-lesen.de, die zudem punktgenau den Finger auf die wunden Stellen in der Ethikratstellungnahme legt. (Einziger Wermutstropfen: Die darin vorgebrachte These, das Zurückgreifen auf konkrete Outcome-Ergebnisse sei – im Gegensatz zur Argumentation mittels Geschlechtertheorie, wie Voß sie in seiner Dissertation entwickelte – eine gar auch "brave Intervention gegenüber einem Bollwerk aus Medizin, Jurisprudenz, Zivilgesellschaft und Staat" und letztlich nur "strategisch sinnvoll", um "die Debatte für radikalere Forderungen offen zu halten". Dies wirft die Frage auf, ob der Rezensent genügend reflektiert hat, dass – immer wieder neu zurechtgebogene – "wissenschaftliche Geschlechtertheorien" in der langen Geschichte der medizinischen Zwitter-Verstümmelungen historisch und bis heute letztlich Ausrede für und wissenschaftliche Rechtfertigung von Menschenrechtsverletzungen sind, weshalb gerade nur Belege für das dadurch verursachte (physische) Leid und damit einhergehend das Bestehen auf dem Menschenrecht auf körperlicher Unversehrtheit und Selbstbestimmung gegen das erwähnte "Bollwerk" Erfolg versprechen. Und dass der Debatte um Beendigung der Verstümmelungen eine moralische Verpflichtung innewohnt, endlich einmal genau auf diese Beendigung konkret hinzuarbeiten, und nicht erneut auf "radikalere Forderungen" einmal mehr auf dem Buckel der noch ungeborenen Verstümmelten.)

Und weiter auf die >>> interessante Besprechung von Anja Gregor auf Mädchenblog, inkl. einer Zusammenfassung des Buches, die (wenn auch wiederum erst nach scheinbar obligaten Schlenkern und Umwegen über verschiedene "den universitären Diskurs betreffende Details" der geschlechtertheoretischen Art) im letzten Abschnitt ebenfalls zurückkommt auf die notwendige politische "Auseinandersetzung um die Menschenrechte auch für intergeschlechtliche Menschen".

>>> Klappentext + Einleitung 

Fortsetzung folgt ...

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