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Schweiz, Luxemburg > Wenn Intersex-GenitalverstümmlerInnen sich als Intersex-RetterInnen ausgeben

Foto: Intersex-Protest + Offener Brief u.a. an Justizministerin Sommaruga | PDF | Flyer

Zwischengeschlecht.org on FacebookPressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 30.10.2017:

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Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

Nach einem Staatsbesuch von CH-Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) bei ihrem Luxemburger Amtskollegen Félix Braz (Grüne) gaben beide Ministerien Pressemitteilungen [ Schweiz | Luxemburg (fr) ] heraus, in denen sie frech behaupten, Ziel des Besuches sei es u.a. gewesen, angeblich die Situation von Menschen mit Geschlechtsvarianten (Intersex) zu verbessern, was dann auch unhinterfragt in diversen Medien wiederholt wurde [ Deutsch: Blick, Watson | Französisch: Tribune de Genève, 360° ].

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org hält fest, dass in beiden Ländern Intersex-Kinder unverändert kurz nach der Geburt systematisch genitalverstümmelt werden, wobei in beiden Ländern diese schweren Menschenrechsverletzungen direkt durch die betreffenden Staaten finanziert werden, in Luxenburg über das öffentliche Gesundheitssystem und in der Schweiz durch die Invalidenversicherung (IV).

Die Schweiz wurde deswegen in den letzten Jahren bereits 4 Mal durch UNO-Organe unmissverständlich verurteilt (Ausschuss für die Rechte des Kindes, 2015; Ausschuss gegen Folter, 2015; Frauenrechtsausschuss, 2016; Menschenrechtsausschuss, 2017). Trotzdem lassen beide Regierungen inklusive Justizdepartemente die TäterInnen weiterhin straflos weiterverstümmeln, und nehmen sie gar noch in Schutz.

Zwischengeschlecht.org verurteilt die Mittäterschaft beider Staaten bei den andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen, sowie die Heuchelei, dass die politisch Verantwortlichen sich nun als Intersex-HelferInnen aufspielen wollen, indem sie nach bekanntem Muster die massiven Menschenrechtsverletzungen ausklammern, und dafür Intersex einmal mehr tatsachenwidrig auf Fragen der Geschlechtsidentität und des Personenstandes reduzieren sowie unter Diskriminierung und "LGBT-Themen" politisch vereinnahmen, um von ihrer Mitschuld abzulenken.

Bundesrat unterschlägt UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen 
Schweiz. Nationalfonds (SNF): Intersex-"Aufarbeitung" durch Aktenvernichtung?! 
Schweizer PolitikerInnen: "Intersex ist jemand, der sich selbst befriedigt"

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 25+2 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen