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| Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften |
| AWMF-Leitlinien-Register | Nr. 043/029 | Entwicklungsstufe: | 1 |
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Störungen dieser Entwicklung sind auf allen drei Ebenen, genetisch, die inneren und äußeren Geschlechtsmerkmale betreffend, häufig. Zur korrekten Geschlechtszuweisung und Therapie ist eine differenzierte Kenntnis der Zusammenhänge und Diagnostik unabdingbar. Für die Klassifikation des sehr breiten Spektrums der sexuellen Differenzierungsstörungen hat sich die Einteilung von T. Allen durchgesetzt:
Besteht der Verdacht auf Intersex, ist eine Abklärung mit großer Sorgfalt erforderlich. Die Geschlechtszuweisung sollte bis zur Klärung der Befunde unterbleiben. Für das Standesamt kann eine Bescheinigung ausgestellt werden, die eine geschlechtliche Nichtzuordnung bis zur medizinischen Klärung der Befunde legalisiert. In der Regel darf dies einen Zeitraum von 6-12 Wochen umfassen.
Die Abklärung umfaßt:
Störungen der sexuellen Differenzierung gehen häufig mit Anomalien anderer Organe einher, so daß eine aufmerksame vollständige Untersuchung stattfinden muß. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär durch pädiatrische Endokrinologen, Humangenetiker, Gynäkologen und Urologen.
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Durch das negative Feedback kommt es zu einem Anstieg des ACTH, und die sich anhäufenden Stoffwechselprodukte vor dem jeweiligen Enzymblock werden vermehrt zu Androgenen umgewandelt. Klinisch kommt es zu einer Nebennierenrindenhyperplasie und einer Virilisierung des äußeren Genitale. Diese kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In Extremfällen wird das Kind bei Geburt als Junge eingestuft. Das Skrotum ist aber leer, und bei der Sonographie fallen innere weibliche Geschlechtsorgane auf.
Der Virilisierungsgrad des äußeren Genitale wird nach Prader klassifiziert (Abb. 2).
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Abb. 2: Klassifikation des intersexuellen Genitale nach Prader
Zur sicheren Einordnung des Krankheitsbildes sollten verschiedene Zwischenprodukte der Cortisol-Synthese und deren Metabolite im Serum bzw. Urin bestimmt werden (Tab.2).
Tab. 2: Erhöhte Steroide im Plasma und deren Harnmetabolite bei Adrenogenitalem Syndrom (aus Urol B, 1:27 (1997))
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Seit dem Jahr 2000 geschieht dies im Rahmen einer Screeninguntersuchung im Hinblick auf das Vorliegen eines 21-Hydroxylase-Mangels. Die Bestimmungen sollten in einem Labor erfolgen, das mit den kindlichen Normalwerten vertraut ist. Neben einer verminderten Cortisol-Synthese kann auch die Aldosteron-Synthese betroffen sein. Liegen hier verminderte Spiegel vor, kommt es zum Salzverlust. In ausgeprägten Fällen besteht eine Salzverlustkrise. Diese ist lebensbedrohlich. Typische klinische Zeichen sind:
In leichten Fällen besteht nur ein latenter Salzmangel, der keiner akuten Therapie bedarf.
Die Therapie des Stoffwechseldefektes beim AGS besteht in der lebenslangen Zufuhr eines Glucocorticoids und ggf. zusätzlich eines Mineralocorticoids. Im Hinblick auf die Glucocorticoidgabe wird zunächst mit Hydrocortison substituiert. Nach Abschluß des Längenwachstums kann auf ein synthestisches Glucocorticoid mit längerer Halbwertzeit, wie Dexamethason, umgestellt werden, welches einfacher zu dosieren ist. Da die Dosierungen sehr individuell erfolgen müssen, muß immer ein Kinderendokrinologe konsultiert werden. Die Patienten müssen mit einem Notfallausweis versehen sein, und bei besonderen Streßsituationen, z.B. vor Operationen, Dosierungsanpassungen vorgenommen werden (s. Anhang).
Finden sich keine Hinweise auf ein AGS, ist an eine Androgenzufuhr über den mütterlichen Kreislauf zu denken. Zum einen sollte die Mutter nach Androgen-haltigen Medikamenten, die sie während der Schwangerschaft genommen hat, befragt werden. Ist dies nicht der Fall, so muß nach Androgen-produzierenden Tumoren bei der Mutter gefahndet werden, z.B. Arrhenoblastom oder Luteom. Außerdem ist zu klären, ob die Mutter heterogene Merkmalsträgerin für das AGS ist oder Enzymdefekte, z.B. bei Mangel an plazentarer Aromatase , vorliegen.
Beim Pseudohermaphroditismus femininus erfolgt in der Regel eine Angleichung des virilisierten äußeren Genitale an das weibliche Geschlecht, da Karyotyp und innere Geschlechtsorgane weiblich sind. Zudem bietet die operative Korrektur von der männlichen in die weibliche Richtung weit weniger Schwierigkeiten als umgekehrt. Bei ausgeprägter Virilisierung (Prader IV +V) kann auch das Verbleiben in der männlichen Rolle diskutiert werden. Bei dieser Entscheidung bedarf es keiner operativen Korrektur des äußeren Genitale.
Bei einer kompletten gonadalen LH-Resistenz oder einer Leydigzellagenesie ist der Phänotyp vollständig weiblich. Da bei fehlender Testosteronproduktion auch die Differenzierung der Wolff´schen Gänge unterbleibt, andererseits aber das von den Sertolizellen gebildete AMH die Entwicklung der Müller'schen Gänge unterbindet, sind keine inneren Geschlechtsorgane angelegt. Bei der Leydigzellhypoplasie variiert der Befund entsprechend dem Ausmaß an funktionsfähigem Restgewebe. Ursache einer Leydigzell-Insuffizienz sind meist inaktivierende Mutationen des LH-Rezeptors.
Störungen der Testosteron-Biosynthese können auf 5 verschiedene Enzym-Defekte zurückgeführt werden (Tab. 3).
Tab. 3: Enzymdefekte bei Testosteron-Biosynthesestörungen (aus Päd. Endokrinologie, K. Kruse (Hrsg.), Thieme Verlag, S. 132-187, 1999)
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3 dieser Defekte betreffen Enzyme, die auch in der Nebenniere für die Glucocorticoid-Synthese bedeutend sind, so daß bei Störungen dieser Enzyme auch ein Cortisol- oder ein kombinierter Corticoidmangel mit entsprechender Salzverlust-Symptomatik resultiert.
Die inneren männlichen Geschlechtsorgane sind nicht angelegt
oder hypoplastisch, je nach Enzymdefekt. Das phänotypische
Erscheinungsbild bietet alle Varianten.
Die genannten Störungen lassen sich biochemisch und molekulargenetisch
abklären.
Den Störungen des Androgen-Metabolismus liegt in vielen Fällen ein
5-alpha-Reduktase-Mangel zugrunde, so daß die Umwandlung von
Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) unterbleibt. Das DHT ist
entscheidend für die Differenzierung des Urogenitalsinus, der Prostata
und des äußeren Genitale.
Betroffene Neugeborene fallen durch skrotale bzw. perineale Hypospadien
mit oder ohne blind endende Vagina (große Utriculuscyste) auf. Die
inneren Organe sind männlich. In der Pubertät kommt es zu einer
stärkeren Virilisierung trotz weiterhin bestehenden 5
alpha-Reduktase-Mangels. Die Ursache dürfte in folgenden Tatsachen
begründet sein:
Einer Androgen-Resistenz können Rezeptordefekte, ein Mangel an
Androgen-Rezeptoren oder qualitative Störungen der Androgen-Bindung
zugrundeliegen. Das klinische Bild reicht vom komplett weiblichen
Phänotyp bei kompletter Androgen-Resistenz (Testikuläre Feminisierung)
über alle Formen des intersexuellen Genitale bis hin zum äußerlich
vollständig männlichen Genitale bei partieller Androgenresistenz. Bei
der Testikulären Feminisierung sind die Hoden meistens nicht
deszendiert. Sie finden sich inguinal, sind in den Labien zu tasten
oder liegen in einer Leistenhernie. - Untersuchungen an Mädchen mit
einer Leistenhernie haben ergeben, daß in 1-2% eine Androgen-Resistenz
vorliegt.- Die Vagina endet blind. Innere Geschlechtsorgane sind nicht
ausgebildet oder hypoplastisch, da sich die Müller`schen Gänge unter
der Einwirkung von AMH zurückgebildet haben, und sich die Wolff`schen
Gänge bei fehlender Wirkung des Testosterons nicht weiterentwickelt
haben. In der Pubertät entwickeln sich unter dem Einfluß der aus
Testosteron durch pheriphere Aromatisierung gebildete Östrogene
weibliche sekundäre Geschlechtsmerkmale. Lediglich die Achsel- und
Schambehaarung fehlt oder ist gering (hairless woman). Eine
Menstruation setzt nicht ein, da ein Uterus fehlt. Patienten mit normal
männlich erscheinendem Phänotyp bei partieller Androgen-Resistenz sind
später infertil. Die bei partieller Androgen-Resistenz in der Kindheit
häufigste Erscheinungsform ist die eines normal entwickelten Jungen mit
perineoskrotaler Hypospadie bei insgesamt kleinem Penis. In der
Pubertät kommt es nur zu einer mangelnden Ausbildung sekundärer
männlicher Geschlechtsmerkmale. Gleichzeitig entwickelt sich eine
ausgeprägte Gynäkomastie (Reifenstein-Syndrom).
Vor der Pubertät ist das Hormonprofil bei der Androgen-Resistenz
uncharakteristisch. Jenseits des ersten Lebensjahres können aber der
Androgen-Resistenztest und eine biochemische Rezeptoranalyse
(Ligandenuntersuchung) durchgeführt werden sowie das
Androgen-Rezeptorgen molekulargenetisch untersucht werden und. Beim
Androgen-Resistenztest wird der biologische Effekt des anabolandrogenen
Hormons Stanozolol auf die androgen-abhängige Konzentration des in der
Leber gebildeten Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) erfaßt. Nach
Gabe von 0,2mg/kg KG Stanozolol über 3 Tage fällt die
SHBG-Konzentration normalerweise nach 5-8 Tagen auf die Hälfte des
Ausgangswertes ab. Bei Patienten mit kompletter Androgenresistenz zeigt
sich keinerlei, bei partieller Androgenresistenz eine deutlich
verminderte Reaktion. Bisherige Ergebnisse sprechen dafür, daß mit
diesem Test der Schweregrad der Androgen-Resistenz recht gut
abschätzbar ist. An Fibroblastenkulturen aus einer Vorhautbiopsie
werden Dihydrotestosteron-Bindungsstudien durchgeführt, womit sich
quantitative und qualitative Störungen der Androgenbindung an dem
Rezeptor aufdecken lassen, wobei die Korrealation zwischen Grad des
in-vitro-Rezeptordefektes und dem Schweregrad der
Maskulinisierungsstörung schlecht ist. Mittels molekulargenetischer
Untersuchungen lassen sich Defekte bis auf die genetische Ebene
verfolgen. Zusätzlich zu den Untersuchungen zur Ätiologie kann klinisch
die unmittelbare Stimulation des Peniswachstums durch lokale
Applikation von Dihydrotestosteron geprüft werden.
Nach der Pubertät ist das Hormonprofil charakteristisch. LH- und Testosteronwerte sind deutlich erhöht.
Die Auswirkungen von Östrogenen oder Progesteron in der Schwangerschaft auf die geschlechtliche Differenzierung des Fetus hängen vom Zeitpunkt der Verabreichung ab.
Der männliche Pseudohermaphroditismus stellt diagnostisch,
therapeutisch und psychologisch höchste Ansprüche. Während dieser Zeit
bedarf es einer psychologischen Führung der Eltern, da eine
Geschlechtszuordnung des Kindes bis zur Diagnosestellung unterbleiben
sollte.
Die Geschlechtszuordnung hängt hier entscheidend vom Vorhandensein
eines ausreichend hormonproduzierenden Hodens, vom Wachstumspotential
und vom Aspekt des äußeren Genitale ab, welches alle Varianten
aufweisen kann. Die männliche Richtung sollte vom Operateur dann
eingeschlagen werden, wenn eine plastische Rekonstruktion möglich ist
und das spätere Peniswachstum gesichert werden konnte
(DHT-Stimulationstest). Das heißt, der Patient muß später ein
adäquates, funktionstüchtiges und eindeutig männliches Genitale
aufweisen können.
Ggf. müssen rudimentäre Organe entfernt werden; unbedingt sollte dies
bei kryptorchen Hoden erfolgen, die sich operativ nicht ins Skrotum
verlagern ließen, da diese ein erhöhtes Tumorrisiko aufweisen. Bei
hormonellen Störungen müssen ab dem Zeitpunkt der Pubertät die
entsprechenden Hormone substituiert werden.
Ein echter Hermaphroditismus läßt sich nur mittels einer Gonadenhistologie sichern.
Die Geschlechtszuordnung richtet sich nach dem vorherrschenden Phänotyp. Gegengeschlechtliche innere Organanlagen sollten entsprechend entfernt werden, ebenso kryptorche Hoden aufgrund der Gefahr der Tumorbildung. Zudem ist das testikuläre Gewebe im Gegensatz zu vorhandenem ovariellem Gewebe meist funktionslos. Ab der Pubertät werden die Kinder entsprechend mit Östrogenen oder Testosteron substituiert.
Der Nachweis an hormonproduzierendem Gewebe läßt sich zwar auch an einem HCG-Test (Testosteronbestimmung vor und an 3 aufeinanderfolgenden Tagen nach Gabe von 5000 I.E. HCG i.m.) erbringen, erfolgt letztlich aber durch direkte Inspektion und Biopsie.
Am Phänotyp und an der Differenzierung des Hodens sollte sich
die Geschlechtszuordnung orientieren. Dysgenetische Hoden bilden in 25
% Tumoren. Diese sind wie die Streifengonade zu entfernen. Ein
erhaltungswürdiger Hoden muß unbedingt ins Skrotum verlagert werden, so
daß er der Palpation gut zugänglich ist.
Mit einer Fertilität ist nicht zu rechnen. Ein Drittel der Patienten
wird später minderwüchsig sein und Stigmata wie beim
Ullrich-Turner-Syndrom aufweisen.
Bei letzterem können leichte Virilisierungserscheinungen auftreten, die dann auf funktionstüchtige Leydig-Zellen in den Streifengonaden hinweisen und einen Übergang zur gemischten Gonadendysgenesie darstellen. Auch sie weisen ein erhöhtes Risiko der Tumorbildung auf, so daß diese Gonaden entfernt werden müssen. Der 46, XX und 46, XY-Typ weisen keine Begleitanomalien wie beim Ullrich-Turner-Syndrom auf. Debilität und kardio-renale Fehlbildungen werden aber ebenfalls beobachtet.
Bei der Angleichung an das männliche Geschlecht ist entscheidend, daß das spätere Peniswachstum hormonell stimuliert werden kann. Zur Überprüfung wird Dihydrotestosteron-Gel (Andractim-Gel) 3xtgl. über 6-8 Wochen auf den Penis aufgetragen. Das Gel verursacht keine systemischen Nebenwirkungen. Hoden sollten, wenn möglich, in das Skrotum verlagert werden, ansonsten wegen des erhöhten Entartungsrisikos entfernt werden. Die weiteren Korrekturen richten sich nach den Gegebenheiten, beispielsweise kann ein Harnröhrenaufbau notwendig sein, wobei hier die Techniken wie bei Hypospadiekorrektur anzuwenden sind. Hat man sich von der Stimulierbarkeit des Peniswachstums überzeugt, sollten alle weiteren Korrekturen zu einem entsprechend frühen Zeitpunkt durchgeführt werden.
Alle Überlegungen zur Korrektur des intersexuellen Genitale beruhen bisher auf einem Konsens zwischen den beteiligten Medizinern und den Eltern. Aktuell werden gerade in Selbsthilfe-Gruppen Stimmen erwachsener Betroffener laut, die ein Hinauszögern der Entscheidung für die Geschlechtszugehörigkeit fordern. Die Betroffenen sollen so alt sein, daß sie selbst entscheiden können. Ein Leben als "Zwitter" bis zur Pubertät scheint aber psychologisch nicht weniger problematisch. Dies wäre nur dann nicht der Fall, wenn ein drittes Geschlecht gesellschaftfähig wäre. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu erwarten. Deshalb sind Studien zu begrüßen bzw. zu fordern, die Langzeitverläufe von Patienten mit ehemals intersexuellem Genitale erfassen. So weisen aktuelle Studienergebnisse darauf hin, daß Patienten mit hypoplastischem äußerem männlichen Genitale durchaus die männliche Rolle bevorzugen, auch wenn keine "normale Penislänge" erzielt werden kann. Nochmals hinzuweisen sei in diesem Zusammenhang auch auf die Problematik der inkompletten Androgenresistenz, bei der es in der Pubertät häufig zu so hohen Testosteron- bzw. Dihydrotestosteron-Spiegeln kommt, so daß eine stärkere Virilisierung einsetzt. Wurde das Neugeborene als Mädchen aufgezogen, bringt dies große psychologische Probleme mit sich.
Unabhängig von den ungelösten Fragen gilt andererseits allgemein, daß Patienten mit intersexuellem Genitale von der Geburt bis zum Erwachsenenalter alle einer psychologischen Unterstützung bedürfen, wobei es durchaus ausreichen kann, daß der aufgeklärte Patient weiß, daß er sich jederzeit mit Fragen an seine betreuenden Ärzte wenden kann, wobei hier dem Operateur besondere Bedeutung zukommt.
| 1. präop. Tag: | stationäre Aufnahme
Hydrokortison-Morgen und -Mittagsdosis unverändert
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| OP-Tag: | stabiler venöser Zugang Auf der Station vor der Fahrt in die Narkosevorbereitung Hydrokortison 50 mg/m² KO als Bolus i.v. (Hydrocortison-21-Hemisuccinat, Na-Salz)
Für die OP auf der Station vorbereiten:
Kinder > 2 Jahre 500 ml
In diese Grundlösung 150 mg/m² Hydrokortison geben.
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| 1. postop. Tag: | Bei gutem AZ (klare Bewußtseinslage, kein Fieber, kein Erbrechen, normaler Darmtransport) nach Ablauf von 24 Stunden postop. Wiederaufnahme der oralen Hydrokortisongabe mit dem Dreifachen der üblichen Morgen-, Mittag- und Abenddosis. Wiederaufnahme der Fluorcortisongabe in der üblichen Dosis. |
Bei unkompliziertem postop. Verlauf Reduktion der Hydrokortisondosis auf die übliche Dosis bis zum 3. postop. Tag. Bei Fieber > 38,5 °C, Wundschmerzen, Infekten, Blutungen Belassen der dreifachen Dosis bis zum Abklingen dieser Komplikationen.
Ist bei Salzverlust eine Astonin H®-Medikation , Fludrocortison, erforderlich, so wird diese über den gesamten Zeitraum oral in gleicher Dosierung weiter beibehalten, also auch am Tage der OP.
| Autoren: | S. Krege, Essen B. P. Hauffa, Essen H. Rübben, Essen |
| für den Arbeitskreis Kinderurologie: | J. W. Thüroff, Mainz R.-H. Ringert, Göttingen G. Schott, Erlangen M. Westenfelder, Krefeld D. Frohneberg, Karlsruhe Ch. Radmayr, Innsbruck M. Riccabona, Linz |
| für den Berufsverband: | K. Schalkhäuser, Dorfen |
| Leitlinienkommission der DGU: | A. Heidenreich, Marburg H. Rübben, Essen K. Schalkhäuser, Dorfen W. Thon, Hannover J.W. Thüroff W. Weidner, Giessen |
| Korrespondierender Autor: | Frau Dr. S. Krege Klinik und Poliklinik für Urologie Universitätsklinikum Essen Hufelandstr. 55 D-45122 Essen |
