So nah liegen das Neue und das Alte beieinander: Nur wenige Tage nach der sensationellen ersten Grossen Zwitter-Anfrage in Hamburg erreichte Nella ein Mail als Antwort auf ihre detaillierte Anfrage beim Deutschen Ethikrat, das ist so traurig, ich weiss gar nicht, wie ich's schreiben soll. Ich zitiere es deshalb einfach:

-------- Original-Nachricht --------
Betreff:         AW: Intersexualität: Menschenrechtsverletzungen und
Diskriminierungen
Datum:         Mon, 19 Jan 2009 13:15:46 +0100
Von:         Ulrike Florian <florian_at_ethikrat.org>
An:         <vorstand_at_intersexuelle-menschen.net>
CC:         'Dr. Joachim Vetter' <vetter_at_ethikrat.org>

Sehr geehrte Frau Truffer,

zunächst danke ich Ihnen sehr für Ihre Nachricht vom 10. Dezember und
die ausführlichen Informationen und weiterführenden Links zur
Problematik der Intersexualität.

Die von Ihnen an den Deutschen Ethikrat herangetragene Bitte, sich mit
diesem Problemkreis auseinanderzusetzen, ist in die am Folgetag
abgehaltenen Beratungen des Rates über sein Arbeitsprogramm für das Jahr
2009 eingeflossen.

Die Vielfalt an Themen, mit denen sich der Ethikrat auseinandersetzen
möchte, führt jedoch zwangsläufig dazu, dass eine Auswahl getroffen
werden muss - nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Website des
Deutschen Ethikrates unter http://www.ethikrat.org/de_themen/index.php.

Zu den Themen, die keinen Eingang in das Arbeitsprogramm des Jahres 2009
gefunden haben, zählt u. a. leider auch das Thema der Intersexualität.

Dafür bitten wir um Ihr Verständnis.

Mit allen guten Wünschen für das Jahr 2009 und freundlichen Grüßen

Ulrike Florian

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Deutscher Ethikrat
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jägerstraße 22/23
D-10117 Berlin

Tel:      +49 +30 203 70-246
Fax:     +49 +30 203 70-252
E-Mail: florian_at_ethikrat.org
URL:    http://www.ethikrat.org


Öhm, vielleicht doch Mini-Kommentar gefällig?
Es handelt sich wohlbemerkt um denselben Ethikrat, der 2008 als Schwerpunkt "Kosmetische Operationen an Kindern" im Schwerpunkt hatte. Ich weiss, dass viele Zwitter und solidarische Nicht-Zwitter grosse Hoffnungen in den Ethikrat gesetzt hatten. Zu Recht. Eine couragierte Stellungnahme hätte manchem jungen Zwitter höchstwahrscheinlich mehrere genitale Zwangsoperationen erspart. Manchmal könnt mensch einfach nicht soviel saufen, wie mensch kotzen möchte. Aber (ich gebe zu, ich weiss nicht, was der Ethikrat konkret betreffend "Kosmetische Operationen an Kindern" letzes Jahr behandelte und bewirkte, ich schätz jetzt einach mal) Nasenoperationen an den Kids reicher Eltern, das ist n dringliches Thema, boa. Schäm dich, deutscher Ethikrat. Mensch braucht bloss zu gucken, wer euch finanziert, um zu wissen, wen ihr vor gerechter Strafe schützt. Das Blut wohl Hunderter zwangsoperierter Zwitter klebt an euren Händen. Macht nur weiter so. Und jetzt, ähm, hör ich wohl besser auf, bevor ich noch ernsthaft ausfällig werde ...

Nachtrag: Immerhin ist nun seit dem 3.4.09 im Jahresbericht 2008 des Ethikrats an den Bundestag (16/12510 >>> PDF-Download) auf S. 13 offiziell festgehalten, dass der Ethikrat "Hilfegesuche von Betroffenen" auch zum Thema "Intersexualität" erhalten hatte.