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Saturday, December 9 2023

Tag der Menschenrechte 2023: "Jahr der Schande für Intersex-Menschenrechte in der Schweiz"

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>>> Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org, 18.12.2023
>>> Die Schande – Live! Protokoll + Video, Ständerat 18.12.2023

IGM = CRIME, Not 'Health Care' or 'Therapy'!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Der 10. Dezember ist der internationale Tag der Menschenrechte. Dieser Blog veröffentlicht dazu eine Analyse zu Intersex-Menschenrechten in der Schweizer Politik am Beispiel der Rechtskommission des Ständerates (RK-S). >>> PDF (48kb)

Diese wirft gleichzeitig ein Schlaglicht auf das oft problematische Verhältnis zwischen Intersex-Menschenrechten und realexistierender LGBT(I)-Politik, u.a. wegen chronischer politischer Vereinnahmung und – hier speziell auffällig und stossend – Pinkwashing von Intersex-Genitalverstümmelung (IGM):

>>> Download als PDF (48kb)     >>> Bild vergrössern (81kb)

Die Analyse basiert einerseits auf Daten von votepink.ch, konkret die Legislaturanalyse der "LGBTQI-Abstimmungen" (effektiv ist allerdings keine Intersex-Abstimmung darin enthalten) von Pink Cross, LOS und TGNS und dem Wahlfragebogen 2023 von Pink Cross (inkl. einer – wenn auch schwammig formulierten – Frage zu einem IGM-Verbot). Zusätzlich haben wir die Abstimmungsresultate der unseres Wissens nach einzigen Intersex-Abstimmung (Motion 22.3355) während der letzten Legislaturperiode in der Kommission für Rechtsfragen des Ständerates (SK-NR) ausgewertet, sowie als Kontrast dazu weiter die Abstimmungsresultate zum Thema "Verbot von Konversionsmassnahmen" (22.3889) – beide laut offizieller Pressemitteilung vom 16.08.2023 einstimmig, aber nicht mit demselben Resultat ...

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Wednesday, November 8 2023

Intersex-Genitalverstümmelung und akademische (Mit-)Täterinnenschaft - Präsentation @ Feministisches Hochschulkollektiv Zürich, 8.11.23

>>> Download Folien + Skript mit zusätzlichen Quellen-Links (PDF 4.4 MB)

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IGM = CRIME, Not 'Health Care' or 'Therapy'!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Wir danken dem Feministischen Hochschulkollektiv Zürich für die Einladung. Und wir bedanken uns für die konstruktiven und interessanten Beiträge aus dem Publikum, und für die spürbare Solidarität im Kampf gegen das andauernde Unrecht von IGM auch am Kispi und in Lehre und Forschung der UZH. Auf mehrfachen Wunsch und als Nachreichung zum Intersex Awareness Day 2023 machen wir hier unseren Beitrag frei zugänglich. :-)
>>> Download PDF (4.4 MB)

Nachfolgend das Abstract:

Daniela Truffer, Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org)
Intersex-Genitalverstümmelung und akademische (Mit-)Täterinnenschaft

Kinder mit Varianten der Geschlechtsentwicklung werden uneingewilligten Genitaloperationen und anderen unnötigen Behandlungen unterzogen. Betroffene verurteilen diese seit 30 Jahren als Intersex-Genitalverstümmelung und beklagen u.a. Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens und lebenslanges Trauma. UN-Ausschüsse verurteilen IGM als schädliche kulturelle Praxis und unmenschliche Behandlung und fordern ein gesetzliches Verbot.

Das Kispi Zürich spielte bei der weltweiten Verbreitung dieser Eingriffe eine zentrale Rolle und propagiert und praktiziert sie bis heute. Auch ausserhalb der medizinischen Fakultät werden Intersex-Genitalverstümmelungen gerechtfertigt und verharmlost, oder Intersex wird auf Genderfragen reduziert. Die Politik wiederum verweist auf die “Wissenschaft” und bleibt untätig. Unser Input soll Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Wir wünschen allen einen kämpferischen Intersex Awareness Day 2023!

Hermaphrodites With Attitude, Boston 26.10.1996

•  Intersex Awareness Day 2009
•  Intersex Awareness Day 2010
•  Intersex Awareness Day 2011
•  Intersex Awareness Day 2012
•  Intersex Awareness Day 2013
•  Intersex Awareness Day 2014
•  Intersex Awareness Day 2015
•  Intersex Awareness Day 2016
•  Intersex Awareness Day 2017
•  Intersex Awareness Day 2018
•  Intersex Awareness Day 2019  

Sunday, March 27 2022

CRPD26: Behindertenrechtsausschuss befragt die Schweiz über Intersex-Genitalverstümmelungen

CRPD26-Switzerland-Robert-Martin“Versuchen Sie nicht, uns zu reparieren. Akzeptieren Sie uns einfach.”: CRPD-Mitglied Robert Martin liest der Schweiz die Leviten – mit einem Schlusskommentar, der auch IGM-Betroffenen und -Gefärdeten aus dem Herzen spricht!

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IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität'Anlässlich seiner 26. Session in Genf prüfte der UN-Behindertenrechtsausschuss am 14.-16.03.2022 die Menschenrechtsbilanz der Schweiz, live übertragen und danach archiviert auf webtv.un.org:
1. Session | 2. Session | 3. Session | Intersex-Transkript auf Deutsch siehe unten

Zwischengeschlecht.org/StopIGM.org berichtete dem Ausschuss in 2 NGO-Berichten (PDF, englisch) 2019 und 2022 über Intersex-Genitalverstümmelung (IGM) in der Schweiz. Diese Berichte dokumentieren, wie IGM trotz vorheriger UNO-Rügen straflos weiterpraktiziert wird, während die MedizynerInnen und verantwortliche PolitikerInnen die Praxis unverfroren leugnen. Daniela Truffer und Markus Bauer bantworteten zudem in einem privaten NGO-Briefing im Vorfeld der Session Fragen des Ausschusses.

Während der Staatenprüfung in Genf tagte der Ausschuss grösstenteils wieder persönlich im Palais Wilson, wohin auch die Schweizer Delegation zum Teil anreiste. Teile des Sitzungszimmers blieben jedoch gesperrt – auch diejenigen Reihen, in denen sonst die NGOs sitzen, die unverändert nur per Live-Feed "dabei sein" können.

Der Ausschuss brachte im konstruktiven Dialog wiederholt auch das Thema “Intersex-Genitalverstümmelungen” auf den Tisch. Die Schweiz blamierte sich mit den mittlerweile gewohnten Ausreden und Lügen einmal mehr bis auf die Knochen – was auch dem Ausschuss nicht verborgen blieb ...

Weiter sprachen die Auschuss-ExpertInnen wiederholt das Insistieren der Schweiz auf dem menschenrechtswidrigen medizinischen Modell von Behinderung an (statt endlich das von der Konvention vorgegebene Menschenrechtsmodell zu implementieren) – und die damit verbundene entwürdigende Sprache mit der z.B. Betroffene als “Invalide” herabgestuft werden (im Gegensatz zu den “vollwertigen Normalen”). Dies alles betrifft konkret auch Intersex – Intersex-Kinder gelten in der Schweiz offiziell als “invalid” und die CH-“Invalidenversicherung (IV)” finanziert bis heute alle IGM-Praktiken an Kindern. Auch hier hinterliessen die unnötig belehrenden und bevormundenden “Antworten” der Delegation beim Ausschuss offensichtlich einen schlechten Eindruck.

Dieser Blog verfolgte die Session LIVE. Wir hofften auf konkrete Fragen zu unserem Thema – und hoffen nun auf eine weitere deutliche Rüge wegen IGM nach dem Ende der Session!

1. Sitzung: Mo 14. März 2022, 10-12h

CRPD26-Switzerland-Miyeon-Kim11:55h (Video @ 1:50:12): Hipp, hipp!! CRPD-Vize-Vorsitzende Freu Miyeon Kim bringt als erste explizit “Intersex-Genitalverstümmelungen” zur Sprache, fragt u.a. nach “Zugang zur Justiz”, “Wiedergutmachung” und Verjährungsfristen”: :-) Inoffizielles Transkript (aus dem englischen Original):

« Lassen Sie mich nur eine Frage zu Artikel 17, dem Schutz der Integrität der Person, stellen: Bitte geben Sie Auskunft über die Kriminalisierung aller Formen von IGM, die Beseitigung von Hindernissen für den Zugang zur Justiz, insbesondere Verjährungsfristen, und die Gewährleistung von Wiedergutmachung, Entschädigung und Rehabilitation für Intersex-Menschen und Überlebende von Intersex-Genitalverstümmelung. Ich danke Ihnen. »

CRPD26-Switzerland-Amalia-Gamio11:57h (Video @ 1:51:46): Hipp, hipp!! CRPD-Vize-Vorsitzende Frau Amalia Gamio erwähnt weiter die mangelnde “psychosoziale Unterstützung für Überlebende” und fragt u.a. nach “Massnahmen” und “Strafen” für IGM-TäterInnen: :-) Inoffizielles Transkript (aus der englischen UNO-Simultanübersetzung):

« Artikel 17: Obwohl der Vertragsstaat diese Praktiken leugnet, wurden wir darüber informiert, dass immer noch Operationen an Intersex-Kindern durchgeführt werden und dass Ärzte Familien unter Druck setzen, solche unnötigen Operationen vorzunehmen, und dass es keine psychosoziale Unterstützung für Überlebende und keine Strafen für diejenigen gibt, die sie durchführen. Können Sie uns mitteilen, welche Massnahmen ergriffen wurden, um diese Praktiken zu beenden, und welche Strafen für diejenigen, die sie durchführen, vorgesehen sind? »

2. Sitzung: Di 15. März 2022, 10-12h

CRPD26-Switzerland-Agnes-Hertig-Pea10:52h (Video @ 0:50:39): CH-Delegationsmitglied Frau Agnès Hertig Pea (Bundesamt für Gesundheit, Eidgenössisches Departement des Innern) “antwortet” zu Intersex mit dem altbekannten Sammelsurium von Ausreden, Lügen und Ablenkungsmanövern. :-( Inoffizielle Übersetzung (aus dem französischen Original):

« Auf die Fragen zu Eingriffen an Intersex-Menschen kann ich wie folgt antworten: Was die Operationen an Intersex-Menschen betrifft, ist es wichtig zu wissen, dass in der Schweiz die Regel gilt, dass kein medizinischer Eingriff an einer Patientin oder einem Patienten ohne deren oder dessen freie und informierte Einwilligung vorgenommen werden darf. Um einwilligen zu können, muss der Patient jedoch einsichtsfähig sein. Wenn ein Patient nicht einsichtsfähig ist, obliegt es den gesetzlichen Vertretern, in den medizinischen Eingriff einzuwilligen. Die gesetzlichen Vertreter dürfen nicht von Dritten, z. B. von der Ärzteschaft, unter Druck gesetzt werden, die Entscheidung zu treffen. Wenn Druck ausgeübt wird, ist die Einwilligung nicht gültig. Die Entscheidung über die Geschlechtsidentität kann jedoch nicht von den gesetzlichen Vertretern getroffen werden, da es sich hierbei um ein rein persönliches Recht handelt, das nicht vertreten werden kann. Wenn das Geschlecht eines Kindes bei der Geburt unbestimmt ist, können die gesetzlichen Vertreter daher nicht über geschlechtszuweisende Eingriffe entscheiden. Es muss daher abgewartet werden, bis das Kind die Fähigkeit zur Einsichtnahme besitzt, um diese Entscheidung selbst zu treffen. Operationen an intersexuellen Kindern, die nicht urteilsfähig sind, dürfen nur in Ausnahmefällen zum Schutz der Gesundheit oder des Lebens des Kindes durchgeführt werden. Es obliegt daher den Ärzten, von Fall zu Fall zu entscheiden, ob die Operation notwendig und dringend ist.

Strafrechtlich gesehen kann eine geschlechtsangleichende Operation eine rechtswidrige Körperverletzung darstellen. Der Täter kann der Arzt sein, wenn der Eingriff ohne die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter oder des Kindes erfolgt, oder die gesetzlichen Vertreter, wenn sie einem unnötigen Eingriff zugestimmt haben.

Was die Daten über Intersex-Menschen betrifft, so sammelt und veröffentlicht das Bundesamt für Statistik unter anderem Daten aus der medizinischen Statistik der Spitäler, d.h. Diagnosen und Eingriffe während des Spitalaufenthaltes, verfügt aber nicht über Statistiken über Intersex-Menschen oder umfassende Daten über Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung in der Schweiz.

Ich übergebe nun das Wort an Frau Gianninazzi für den Rest der Antwort. »

CRPD26-Switzerland-Debora-Gianinazzi10.55h (Video @ 0:53:02): Mitglied der Delegation Debora Gianinazzi (Bundesamt für Justiz, Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement) bringt einmal mehr das obligate Ablenkmanöver weg von IGM und hin zu “Änderung des Geschlechtseintrags im Zivilstandsregister” – obwohl dies gar nicht Bestandteil der Frage war. :-( Inoffizielle Übersetzung (aus dem französischen Original):

« Ich danke Ihnen. Eigentlich hätte ich Ihnen gerne das am 1. Januar 2022 in Kraft getretene Verfahren zur Änderung des Geschlechtseintrags im Zivilstandsregister erläutert, aber ich schlage vor, dies schriftlich zu tun. »

Fragen und Bemerkungen zum Menschenrechtsmodell und zur “Invalidenversicherung (IV)”

In der Schweiz werden, wie generell alle Menschen mit Behinderungen, (auch) Intersex-Kinder offiziell als als “Invalide” herabgestuft (im Gegensatz zu den “vollwertigen Normalen”) und die CH-“Invalidenversicherung (IV)” finanziert bis heute alle IGM-Praktiken an Kindern. Diese offensichtlich herabwürdigende Sprache – und die ihr zugrundeliegenden Vorurteile und fragwürdigen Einstellungen, namentlich das medizinische Modell von Behinderung (im Gegensatz zum Menschenrechtsmodell) – gegenüber allen Menschen mit Behinderungen wurden wenig überraschend von mehreren Mitgliedern des Komittees aufgegriffen und deutlich kritisiert:

CRPD26-Switzerland-Rosemary-Kayess-1Video @ 0:17:15: Die Vorsitzende des Komitees Frau Rosemary Kayess fasste zunächst die menschenrechtliche Kritik am medizinischen Modell von Behinderung zusammen. :-) Inoffizielles Transkript (aus dem englischen Original):

« Die Konvention stellt einen bedeutenden konzeptionellen Wandel in der Art und Weise dar, wie wir als Gesellschaft das Phänomen der Behinderung verstehen und darauf reagieren. Die Verhandlungen der Konvention konzentrierten sich darauf, die Auswirkungen des medizinischen Modells von Behinderung zu bekämpfen. Dieses medizinische Modell erklärt das Machtverhältnis, das das Leben von Menschen mit Behinderungen dominiert hat, indem es unsere Andersartigkeit pathologisiert und uns als anormal abstempelt. »

CRPD26-Switzerland-Jonas-RuskusVideo @ 0:39:10: Auch der Sitzungs-Vorsitzende Herr Jonas Ruskus kritisierte explizit das Beharren der offiziellen Schweiz auf dem medizinischen Modell. :-) Inoffizielles Transkript (aus dem englischen Original):

« Ich danke Ihnen. Und ich möchte auch einige Fragen in Bezug auf die Artikel 1 bis 4 stellen. Wie ich anhand des ersten und des alternativen Berichts des Vertragsstaates feststellen kann, wurden im Vertragsstaat keine wesentlichen Massnahmen ergriffen, um vom medizinischen Modell der Behinderung zum Menschenrechtsmodell der Behinderung überzugehen. Das so genannte Invalidenversicherungsgesetz wird wenig kritisch reflektiert, es wurden keine Massnahmen ergriffen, um es mit der Konvention in Einklang zu bringen, so dass es weiterhin das medizinische Modell von Behinderung beibehält, das sich hauptsächlich auf die Beeinträchtigung einer Person und die Leistungen konzentriert, ohne weder die individuelle Autonomie oder die soziale Eingliederung einer Person mit Behinderung noch die dazu erforderliche Unterstützung zu berücksichtigen. »

CRPD26-Switzerland-Robert-MartinVideo @ 01:46:24: Auch der Komitee-Experte Herr Robert Martin kritisierte namentlich die “Invalidenversicherung” – und schloss mit einem berührenden Appell, der zwar nicht spezifisch auf auf Intersex-Kinder gemünzt war – aber der IGM-Betroffenen und -Gefärdeten aus dem Herzen sprach! :-) Inoffizielles Transkript (aus dem englischen Original):

« Ich möchte der Delegation für die Beantwortung meiner Frage danken, aber ich möchte eine Erklärung zu meiner Frage über die Kürzung der Behindertenhilfe abgeben, wenn Menschen sich an Selbsthilfeorganisationen beteiligen. Die Delegation sprach über Rehabilitationsmassnahmen und die Invalidenversicherung, und ich möchte Sie daran erinnern, dass behinderte Menschen nicht invalide oder unsichtbar sind. Zweitens: Rehabilitation funktioniert nicht bei allen Behinderungen. Einige von uns sind ihr Leben lang behindert, und das ist es, wer wir sind. Versuchen Sie nicht, uns zu reparieren. Akzeptieren Sie uns einfach. Ich danke Ihnen vielmals. »

Die “Antworten” der Delegation auch zu diesem Thema waren beschämend – statt die fundierte Kritik ernst zu nehmen, beschränkten sie sich hauptsächlich darauf, das Komitee zu belehren, dass die “Invalidenversicherung” gut gemeint und somit schon OK sei.

Hoffen wir, der Ausschuss wird sich nicht hinters Licht führen lassen, sondern klare verbindliche Empfehlungen aussprechen, welche die Schweiz unmissverständlich an Ihre Verpflichtungen unter der Konvention von Menschen mit Behinderungen erinnern, Intersex-Kinder wirksam vor Genitalverstümmelung, grausamer, erniedrigender und unmenschlicher Behandlung und uneingewilligter Steriliastion zu schützen, sowie wirksamen Zugang zu Justiz und Entschädigung zu garantieren, insbesondere durch Anpassung/Abschaffung von Verjährungsfristen, die es als Kindern verstümmelten verunmöglichen, als Erwachsene gegen die verantwortlichen Ärzte und Kliniken zu klagen!

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird Chirurgen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- Die ersten 50 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen (en)
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum 2.: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen
  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Monday, October 11 2021

CCPR133: UN-Menschenrechtsausschuss untersucht IGM in Deutschland

Foto: Daniela Truffer unterrichtet den Menschenrechtsausschuss CCPR während der 128. Session, März 2020. (Das heutige NGO-Briefing fand online statt.)

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IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität'Anlässlich seiner 133. Session in Genf prüft der UN-Menschenrechtsausschuss als Vertragsorgan des UN-Zivilpaktes (CCPR) die Menschenrechtssituation in Deutschland. >>> Transkripte und Videos der Sataatenprüfung

Zwischengeschlecht.org informierte den Ausschuss in 2 NGO-Berichten (PDF, englisch) 2018 und 2021 über Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland. Daniela Truffer und Markus Bauer heute in einem privaten NGO-Briefing Fragen des Ausschusses und präsentierten eine mündliche Zusammenfassung der Berichte (siehe unten).

Wir hoffen auf deutliche Fragen des Ausschusses an die deutsche Delegation – und auf eine weitere unmissverständliche Rüge an Deutschland in den Abschließenden Bemerkungen im Anschluss an die 133. Session!

Zwischengeschlecht.org / StopIGM.org: NGO Mündliche Stellungnahme CCPR133 Deutschland, 11.10.2021
Daniela Truffer

Ich bin ein Intersex-Mensch und eine Überlebende von Intersex-Genitalverstümmelung und stelle die Berichte von StopIGM vor, einer internationalen Intersex-NGO mit Mitgliedern und Unterstützern aus Deutschland, einschließlich deutscher IGM-Überlebender, die Zugang zu Gerechtigkeit und Wiedergutmachung vor Gericht anstreben.

Wie aus unseren Berichten hervorgeht, [1] [2] werden in Deutschland Intersex-Kinder mit sogenannten “uneindeutigen” Genitalien immer noch kastriert, ihre Genitalien werden beschnitten und teilweise amputiert, sie werden erzwungenen Hormonbehandlungen, unnötigen Genitaluntersuchungen, Vaginaldehnungen (Bougierungen), medizinischer Zurschaustellung, Menschenversuchen und anderen unfreiwilligen, nicht dringenden Behandlungen unterworfen, die zuvor von CAT, [3] CRPD [4] und CEDAW [5] als grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung und als schädliche kulturelle Praxis verurteilt wurden.

Bis heute unterstützen deutsche Ärzteverbände internationale Leitlinien, die alle Formen von Intersex-Genitalverstümmelung [6] vorschreiben, und die neuesten verfügbaren Daten über IGM zeigen keine Abkehr davon. [7]

Nach 25 Jahren endloser “Diskussionen” ohne tatsächliche Konsequenzen muss man der scheidenden deutschen Regierung jedoch zugutehalten, dass sie im März 2021 endlich ein Gesetz verabschiedet hat, das IGM Praktiken verbieten soll. [8] Bedauerlicherweise bietet dieses neue “Gesetz zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung” jedoch keinen wirksamen Schutz für Intersex-Kinder und wurde daher von Intersex-NGOs und Rechtsexperten stark kritisiert. [9] Außerdem enthielten sich drei Fraktionen des Parlaments der Stimme, weil sie das neue Gesetz für nicht wirksam genug hielten. [10]

Insbesondere ist am neuen Gesetz mangelhaft, dass es

  • “feminisierende” Genitaloperationen wie die Teilamputation der Klitoris und die “Vaginoplastik” sowie sterilisierende Eingriffe nur teilweise einschränkt, während es im Gegenzug die häufigste Praxis, das heißt “maskulinisierende” Genitaloperationen, nämlich die “Hypospadie-Reparatur”, ausdrücklich erlaubt, und ebenso die Vaginaldehnungen
  • versäumt, IGM zu kriminalisieren oder angemessen zu sanktionieren
  • versäumt, Hindernisse für den Zugang zur Justiz und zu Rechtsmitteln zu beseitigen, insbesondere Verjährungsfristen
  • versäumt, die in den UN-Konventionen festgelegten Mindestanforderungen umzusetzen, u.a. Art. 2 des Zivilpaktes in Verbindung mit der Allgemeinen Bemerkung Nr. 31 und Art. 7 in Verbindung mit der Allgemeinen Bemerkung Nr. 20.

Es ist daher absehbar, dass trotz des neuen Gesetzes die hinlänglich bekannte und erschreckende Straflosigkeit von IGM-Tätern weiter andauern wird.

Wie dokumentiert, [11] ist es für Überlebende von IGM-Praktiken in der Kindheit nach wie vor unmöglich, vor einem deutschen Gericht Wiedergutmachung und Gerechtigkeit zu erlangen, sei es nach dem Strafrecht, dem Zivilrecht oder dem Opferentschädigungsgesetz, vor allem aufgrund der Verjährungsfristen. [12]

Auch für Überlebende, die als Erwachsene IGM unterworfen wurden, ist es zunehmend unmöglich, auf zivilrechtlichem Wege eine Entschädigung zu erhalten, da die Gerichte die Verfahren in die Länge ziehen und die Kläger letztlich dazu zwingen, sich mit minimalen Vergleichen abzufinden, weil sie sich den Stress und die Kosten eines langwierigen und teuren Rechtsstreits, beispielsweise nach acht Jahren, [13] nicht mehr leisten können. Im Gegensatz dazu dauerte der erste und bisher einzige erfolgreiche Zivilprozess [14] im Jahr 2007 nur 2 Jahre durch alle Instanzen.

Noch schlimmer sieht es beim Opferentschädigungsgesetz aus: Ein dokumentierter Fall zieht sich derzeit über 12 Jahre hin. [15]

Unter Hinweis auf die schweren Schmerzen und Leiden, die durch IGM-Praktiken verursacht werden, einschließlich des Verlusts oder der Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens, der schmerzhaften Narben, der Beeinträchtigung oder des Verlusts der Fortpflanzungsfähigkeit, der lebenslangen Abhängigkeit von künstlichen Hormonen, der erhöhten Selbstverletzung und Selbsttötung sowie des lebenslangen psychischen Leidens und Traumas, fordern wir den Ausschuss daher dringend auf, Deutschland mit Nachdruck an seine unabdingbaren Verpflichtungen gemäß dem Pakt zu erinnern, einschließlich eines wirksamen Schutzes für Intersex-Kinder und des Zugangs zu Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für IGM-Überlebende.

Fußnoten:
[1] 2018 Intersex NGO Report for LOIPR, S. 10-15, https://intersex.shadowreport.org/public/2018-CCPR-LOIPR-Germany-NGO-Zwischengeschlecht-Intersex-IGM.pdf
[2] 2021 Intersex NGO Report for Session, S. 11-12, https://intersex.shadowreport.org/public/2021-CCPR-Germany-NGO-Intersex-StopIGM.pdf
[3] CAT/C/DEU/CO/5, para 20
[4] CRPD/C/DEU/CO/1, paras 37-38
[5] CEDAW/C/DEU/CO/7-8, paras 23-24
[6] 2021 Intersex NGO Report for Session, S. 14
[7] Ibid., S. 11-12
[8] Ibid., S. 12-14
[9] Ibid., S. 13-14
[10] Siehe Deutscher Bundestag, Stenografischer Bericht 218. Sitzung, 25.03.2021, S. 27608-27615, https://dserver.bundestag.de/btp/19/19218.pdf#P.27608
[11] 2021 Intersex NGO Report for Session, S. 15-19
[12] Ibid., S. 15
[13] Ibid., S. 16
[14] Ibid., S. 15
[15] Ibid., S. 17-19

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird Chirurgen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 50 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum 2.: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschlan

Sunday, February 16 2020

Österreich: UNO verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM)

[ English ]

Foto: Markus Bauer and Daniela Truffer (Zwischengeschlecht.org) mit den Intersex-Schattenberichten
an der 83. CRC-Session, Palais Wilson, Genf 31.01.2020

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Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org, 16.02.2020:Zwischengeschlecht.org on Facebook

Während seiner 83. Sitzung in Genf prüfte der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) die Menschenrechtsbilanz Österreichs. Aufgrund von Schattenberichten (englisch) von Zwischengeschlecht.org stellte der Ausschuss Österreich spezifische Fragen zu"Intersex-Genitalverstümmelung" (IGM).
Österreich leugnete einerseits die Praxis, bestand aber andererseits trotzig darauf, mit IGM fortzufahren, d.h. wenn "bis längstens zum Ablauf des zweiten Lebensjahres" eine unnötige "operative Veränderung vorgenommen" wird "aufgrund eines Gutachtens" und mit "Zustimmung der Eltern".

Infolgedessen hat CRC nun Österreich wegen IGM-Praktiken gerügt und ausdrücklich verpflichtet, IGM "zu verbieten" sowie Daten über IGM zu erheben, um gefährdete Intersex-Kinder besser zu schützen.

Der Kinderrechtsausschuss verurteilte IGM in Österreich ausdrücklich als eine schädliche Praxis (wie auch FGM) gemäß CRC-Art. 24(3) in Verbindung mit dem CRC-CEDAW Gemeinsamen Allgemeinen Kommentar Nr. 18/31 "über schädlichen Praktiken", sowie unter Berufung auf eine frühere UNO-Rüge an Österreich durch den UN-Ausschuss gegen Folter (CAT), der wiederum IGM als grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung verurteilte, die unter das absolute Folterverbot fällt, und Österreich zusätzlich verpflichtete "sicherzustellen", dass IGM-Überlebende "angemessen entschädigt werden".

Zwischengeschlecht.org begrüßt dieses klare Verdikt – es ist
 • bereits die 2. UNO-Rüge wegen IGM an Österreich,
 • die 22. UNO-Rüge wegen IGM an ein EU27-Land,
 • die 17. Rüge wegen IGM durch CRC,
 • bereits die 49. UNO-Rüge, die IGM als eine schwere Verletzung
    unabdingbarer Menschenrechte verurteilt!

Daniela Truffer (Zwischengeschlecht.org):

«Österreich hat ein ernsthaftes Problem mit seiner himmelschreienden Behandlung von Intersex-Kindern. Die Schuld liegt nicht nur bei denjenigen, die die Verstümmelungen eigenhändig durchführen und jenen, die sie direkt finanzieren und dreist rechtfertigen, wie die österreichische Regierung in Genf, sondern auch bei all denen, die Intersex-Genitalverstümmelungen immer noch verharmlosen und zu einem "Gender"- oder "Gesundheits"-Thema herabstufen, so dass erstere ungestraft weitermachen können.»

UPDATE: Pressemitteilungen von VIMÖ (19.2.) | NEOS (20.2.) | Grüne (21.2.)

Anschließend: Die vollständigen verbindlichen CRC-Empfehlungen zu Intersex und IGM, die Schattenberichte, welche die Untersuchung des Kinderrechtsausschusses veranlassten, sowie Transkripte und Videos der österreichischen Dementis und Entschuldigungen während der 83. CRC-Session.

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Saturday, February 15 2020

D > Stellungnahme von Zwischengeschlecht.org zum BMJV-"Referentenentwurf eines Gesetzes zum Schutz von Kindern vor geschlechtsverändernden operativen Eingriffen"

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

IGM = CRIME, Not 'Health Care' or 'Therapy'!Gesetzesentwurf zu einem Verbot von unnötigen Intersex-Genitaloperationen in Zwischengeschlecht.org on FacebookDeutschland:
Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) präsentierte einen
"Entwurf eines Gesetzes zum Schutz von Kindern vor geschlechtsverändernden operativen Eingriffen" (PDF).
Es handelt sich um einen sog. "Referentenentwurf (RefE)", der innerhalb der Regerung nicht abgestimmt ist, und der die meisten Intersex-Genitalverstümmelungen nicht nur NICHT verbieten, sondern explizit erlauben will!

>>> Stellungnahme von Zwischengeschlecht.org (PDF) | (DOCX)

Zusammenfassung

Die Intersex-NGO Zwischengeschlecht.org begrüßt, dass die Bundesregierung nach langen Jahren folgenloser Versprechungen und Fachtagungen nun endlich Intersex-Kinder wirksam vor unnötigen Genitaloperationen schützen will, und dass das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, unter Berufung auf die Forderungen Betroffener und ihrer Organisationen sowie auf Grund- und Menschenrechte, dazu einen Referentenentwurf zur Diskussion stellt. Leider missachtet und verkennt der BMJV-Entwurf jedoch die Forderungen der Betroffenen und ihre Grund- und Menschenrechte massiv, weshalb er in der vorliegenden Form zwecks Nachbesserung zurückzuweisen ist.

Insbesondere bemängeln wir, dass der Referentenentwurf

  1. Intersex-Kinder nur teilweise und eingeschränkt vor uneingewilligten, unnötigen und schädlichen Eingriffen schützen, und im Gegenzug u.a. die häufigsten unnötigen Eingriffe explizit erlauben will (S. 2-3)
  2. mit der Pseudo-Unterscheidung zwischen “geschlechtsangleichenden” und “geschlechtsverändernden” Eingriffen unzulässig auf die Wahrnehmung der fehlbaren MedizinerInnen abstellt statt auf die Auswirkungen für die betroffene Person und ihre unabdingbaren Grund- und Menschenrechte (S. 4)
  3. maßgebliche Grund- und Menschenrechte sowie UN-Empfehlungen nur selektiv und unvollständig würdigt, u.a. indem er einseitig auf ein (unbelegtes) “Recht des Kindes auf geschlechtliche Selbstbestimmung” abstellt, hingegen die entscheidenden unabdingbaren Menschenrechte auf Schutz vor unmenschlicher Behandlung, schädlichen Praktiken u.a.m. vollständig missachtet (S. 4-7)
  4. Minimalanforderungen für einen wirksamen Schutz vor schweren Verletzungen unabdingbarer Menschenrechte an Intersex-Kindern missachtet, u.a. Beendigung der Straflosigkeit durch Kriminalisierung oder angemessene Sanktionen, Rechtszugang für Betroffene u.a. durch Anpassung der Verjährungsfristen, Recht auf Entschädigung, Wiedergutmachung und Rehabilitierung (S. 7)
  5. einseitig auf entwürdigende, stigmatisierende und pathologisierende medizinische Sichtweise und Expertise abstellt, während psychosoziale, menschenrechtliche und Erfahrungsexpertise und -unterstützung wie gehabt ausgegrenzt werden (S. 8)

>>> Die ganze Stellungnahme als PDF (156 kb) | DOCX (118 kb)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 49 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Tuesday, February 11 2020

Intersex-Rechte: ILGA-Europe Report 2020 am Ziel vorbei

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitätenIGM = CRIME, Not 'Health Care' or 'Therapy'!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Letzte Woche veröffentlichte ILGA-Europe ihren "Jahresbericht 2020 zur Menschenrechtslage von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intersex-Menschen in Europa und Zentralasien" (PDF, englisch), der sich mit "Ereignissen zwischen Januar und Dezember 2019" befasst. Was die Menschenrechte von Intersex-Menschen betrifft, so erkennt der Bericht zwar endlich die Mängel eines Landes an, das bisher unkritisch in den Himmel gelobt wurde, doch andernorts wurden entscheidende Menschenrechts-Entwicklungen ausgelassen und stattdessen schädliche Entwicklungen als "Fortschritt" gelobt.

Positiv hervorzuheben ist, dass der Report 2020 endlich die Mängel des von ILGA propagierten maltesischen Intersex-Gesetzes anerkennt, die 2019 auch vom UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) in der Staatenprüfung von Malta kritisiert wurden, und weiter, dass Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) in Malta trotz des Gesetzes andauern (S. 74):

"KÖRPERLICHE UNVERSEHRTHEIT

Am 26. Juni empfahl der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes Malta, Intersex-Kinder vor allen nicht einvernehmlichen und unnötigen medizinischen oder chirurgischen Eingriffen zu schützen, die trotz des Verbots weiterhin praktiziert werden. Die Zivilgesellschaft warnte davor, dass die Sanktionen für diese schädlichen Praktiken erst 2018, drei Jahre nach der Verabschiedung des Gesetzes, eingeführt wurden und dass sie viel niedriger sind als im Falle der weiblichen Genitalverstümmelung. CRC forderte auch die Unterstützung von Familien und ihren Intersex-Kindern und die Wiedergutmachung für die Opfer".

Allerdings fehlen im ILGA-Europe Report 2020 folgende – für die Rechte von Intersex-Menschen und die wirksame Bekämpfung von IGM-Praktiken entscheidende – verbindliche UNO-Empfehlungen:

Darüber hinaus fehlt im ILGA-Europe Report 2020 in Bezug auf Intersex-Menschen und IGM-Praktiken erneut die unerlässliche Unterscheidung zwischen tatsächlich hilfreichen Abschließenden Bemerkungen, die IGM explizit als eine schwerwiegende Verletzung unabdingbarer Menschenrechte einstufen, namentlich als schädliche Praxis (wie FGM), als grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung (die unter das absolute Folterverbot fällt), und als uneingewilligte medizinische oder wissenschaftliche Experimente (z.B. CRC Art. 24(3), CEDAW Art. 5, CCPR Art. 7, CAT Art. 16), im Vergleich zu tatsächlich schädlichen Empfehlungen, die Intersex-Genitalverstümmelungen zu einem "Gesundheitsthema" herabstufen, was wiederum die ärztliche Entscheidungsgewalt bekräftigt und IGM-Ärzte dabei unterstützt, ungestraft weiterzuverstümmeln, namentlich die CEDAW-Empfehlungen an Österreich und Großbritannien von 2019 unter CEDAW Art. 10 "Gesundheit", die im Report noch zu Unrecht gelobt werden.

Solche undifferenzierte Betrachtung und die unzureichende Anerkennung der rechtlichen Mindestanforderungen an einen wirksamen Schutz gegen IGM-Praktiken als schwere Verletzungen unabdingbarer Menschenrechte ist auch der Grund, warum die Gesetze in Malta, Portugal, Spanien, Argentinien usw. Intersex-Kinder letztlich im Stich lassen – und genau deshalb von den UN-Vertragsorganen kritisiert werden ...

Schlimmer noch, diese Auslassungen und Fehleinschätzungen sind KEIN Einzelfall, sondern stechen auch in anderen von hochrangigen ILGA-Mitgliedern verfassten Berichten ins Auge, z.B. in der "UNFE Background Note on Human Rights Violations against Intersex People" vom Oktober 2019.

ILGA-Europe wurde für eine Stellungnahme angefragt.

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 49 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
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Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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Saturday, February 1 2020

UNO befragt Österreich über Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) - Regierung gibt frühe OPs aufgrund von "Expertenmeinungen" zu

[ English ]

CRC 83. Session @ Palais Wilson, Genf 31.01.2020, 09:58h: Bald geht's los ...
Unten rechts: CRC Vize-Vorsitzender Hr. Gehad Madi, die Frage zu IGM stellte

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Zwischengeschlecht.org on FacebookDiese Woche untersuchte der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) die Menschenrechtsbilanz Österreichs während seiner 83. Session in Genf, archiviert auf webtv.un.org (deutsch und englisch):
Session 1 | Session 2 

Ein thematischer Intersex-Schattenbericht (PDF, englisch) plus ein Update für die Session (PDF, englisch) von Zwischengeschlecht.org/StopIGM.org belegen, wie Österreich immer noch IGM-Praktiken propagiert und durchführt, trotz einer früheren UNO-Rüge und entgegen unbelegter Behauptungen des Gegenteils durch die Österreichische Regierung.

Die Frage zu IGM wurde ebenfalls erwähnt in der UNO-Pressemitteilung zur Staatenprüfung (englisch), sowie auch die "Antwort" des Gesundheitsministeriums in der UNO-Pressemitteilung (französisch).

Dieser Blog berichtete LIVE aus dem Palais Wilson in Genf. Wir hofften auf konkrete Fragen zum Thema – und hoffen nun auf eine weitere deutliche Rüge wegen IGM nach dem Ende der Session!

1. Sitzung: Do 30. Januar 2020, 15-18h

17:32h (Video @ 2:29:24): Hipp, hipp!! CRC Vize-Vorsitzender und Länder-Co-Berichterstatter für Österreich, Hr. Gehad Madi stellt eine Frage zu “Intersex-Genitalverstümmelung” unter schädliche Praktiken! Fragt nach Maßnahmen zur Umsetzung der Rüge wegen IGM durch den Ausschuss gegen Folter (2015), erwähnt das 2018er Urteil des Verfassungsgerichtshofs, Intersex sei keine Krankheit, fragt nach informierter Zustimmung:-) Inoffizielle Übersetzung (aus der englischen Originalversion):

«Wenden wir uns der schädlichen Praxis zu: [...] das Thema der Intersex-Genitalverstümmelung: Welche Maßnahmen ergreift die Regierung als Antwort auf die Empfehlungen des Ausschusses gegen Folter CAT im Jahr 2016, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Intersex-Kinder vor unfreiwilligen, nicht dringenden Operationen und anderen medizinischen Behandlungen zu schützen? Wir stellen auch fest, dass der Verfassungsgerichtshof 2018 anerkannt hat, dass Intersex eine Variation und keine pathologische Entwicklung darstellt. Ob die Einwilligung der Kinder, der Eltern oder des Vormunds, ausreicht, und ob in einigen Fällen keine absolute Notwendigkeit besteht, einen solchen Eingriff in einem bestimmten Alter, dem frühen Alter eines Kindes, durchzuführen. Könnte man nicht warten, bis das Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Lage ist, gegebenenfalls seine Zustimmung zu einer solchen Operation zu geben? Falls notwendig bedeutet, dass die Operation notwendig ist.»

2. Sitzung: Fr 31. Januar 2020, 10-13h

10:02h (Video @ 0:01:01): Der österreichische Delegationsleiter, Hr. Helmut Tichy (Botschafter, Leiter des Völkerrechtsbüros im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten) liest eine "Antwort" zu IGM des Gesundheitsministeriums vor, erwähnt die 2018er Leitlinien des Gesundheitsministeriums (abgehandelt in unserem Update für die Session, PDF englisch, S. 4-5), behauptet es sei ein Gesundheitsthema, welches an speziell eingerichteten "Versorgungszentren" gehandhabt wird, behauptet IGM finde nicht mehr statt – außer "bis längstens zum Ablauf des 2. Lebensjahrs aufgrund eines Gutachtens" und mit "Zustimmung der Eltern", verspricht "enges Monitoring", erwähnt weiter die 2017er "Stellungnahme der Österreichischen Bioethikkommission zu Intersexualität und Transidentität" und das 2013er Verbot von kosmetischen Operationen an unter 16-Jährigen (welches freilich bei Intersex-Kindern nicht angewandt wird). :-( Inoffizielles Transkript und Übersetzung (aus der englischen Originalversion):

«[Auf Englisch:] Aber bevor ich meinen Kollegen das Wort erteile, möchte ich etwas vorlesen, das wir von unserem Gesundheitsministerium erhalten haben. Denn nach der Abreise unserer Kollegen gestern Nachmittag gab es noch einige gesundheitsbezogene Fragen, und wir haben versucht, von ihnen Informationen zu bekommen, und wenn Sie mir gestatten, werde ich es vorlesen, es ist ziemlich kompliziert, und ich werde es auf Deutsch vorlesen. Also, bitte, haben Sie Geduld mit mir, es geht um Intersex-Personen:

[Auf Deutsch:] 2018 erkannte der Verfassungsgerichtshof, dass intersexuelle Menschen ein Recht auf eine ihrer Geschlechtlichkeit entsprechende Eintragung im Personenstandsregister oder in Urkunden haben. Die ersten dementsprechenden Dokumente wurden 2019 ausgestellt. 2017 verabschiedete die Österreichische Bioethikkommission eine einstimmige Stellungnahme zu Intersexualität und Transidentität und Empfehlungen u.a. zum Schutz intersexueller Menschen vor medizinischen Eingriffen, zur Unterstützung von Eltern betroffener Kinder, zum Schutz vor Diskriminierung in der Gesellschaft.

Und noch folgender Text: In dringenden Notfällen, was auch Lebensgefahr bedeuten kann, vor allem etwa wenn eine sogenannte offene Blase vorliegt, wird sofort operiert. Hier geht's jetzt um die Operationen bei intersexuellen Personen. In anderen Fällen wird bis längstens zum Ablauf des 2. Lebensjahrs aufgrund eines Gutachtens eines speziell eingerichteten multiprofessionell zusammengesetzten Boards bestehend aus Fachleuten aus den Bereichen der Kinderheilkunde, der Urologie, der Kinderpsychiatrie, der Endoktrinologie sowie der Psychotherapie eine operative Veränderung vorgenommen. Dafür hat das Gesundheitsressort eine besondere Empfehlung zu Varianten der Geschlechterentwicklung erarbeitet. Diese Empfehlungen sind hierbei angeführt, in der Beilage, OK.

Aus diesen Empfehlungen ergibt sich ein klarer Behandlungspfad, wobei die entsprechenden Versorgungszentren bereits österreichweit eingerichtet sind und mit Beginn dieses Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Sämtliche Entscheidungen werden ausschliesslich in enger Abstimmung mit den Eltern der betroffenen Kinder durchgeführt, d.h. die Zustimmung der Eltern ist einzuholen. Im Hinblick darauf, dass diese Zentren bereits eingerichtet sind, wird auch ein enges Monitoring parallel eingerichtet. Im übrigen darf darauf hingewiesen werden, dass aufgrund des Bundesgesetzes über die Durchführung von ästhetischen Behandlungen und Operationen in Österreich seit dem 1. Jänner 2013 Schönheitsoperationen bzw. ästhetische Behandlungen und Operationen an Personen, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, unzulässig sind, was durch entsprechende Strafbestimmungen abgesichert wird.

[Auf Englisch:] Ich danke Ihnen, meine Damen und Herren, und ich danke auch den Dolmetschern, denn ich glaube, dies ist ein sehr, sehr komplizierter Text.»

Hoffen wir, der Ausschuss wird sich nicht hinters Licht führen lassen, sondern klare verbindliche Empfehlungen aussprechen, die Österreich unmissverständlich an seine Verpflichtungen unter der Kinderrechtskonvention erinnern, Intersex-Kinder wirksam vor Genitalverstümmelung und schädlichen Praktiken zu schützen!

UPDATE: CRC rügt Österreich wegen IGM!

>>> intersex.shadowreport.org

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 40 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Thursday, October 24 2019

Intersex Awareness Day 2019: Protest gegen Intersex-Genitalverstümmelungen in den Genfer Universitätskliniken (HUG)

[ Français ]   [ English ]

Bild: Friedliche Mahnwache von Zwischengeschlecht.org vor der UNO, Genf 26.01.2019. 

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IGM = CRIME, Not 'Health Care' or 'Therapy'!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Am 26. Oktober feiern Intersex-Menschen, Überlebende, Partner, Familien, Freunde und Verbündete rund um den Globus den "Intersex Awareness Day (IAD)" zur Erinnerung an den allerersten INTERSEX PROTEST am 26.10.1996 in Boston gegen den Jahreskongress der American Academy of Pediatrics (AAP), und zur Unterstützung des mittlerweile über 25-jährigen Kampfes zur Beendigung von INTERSEX-GENITALVERSTÜMMELUNGEN (IGM). Zwischengeschlecht.org führt seit 2009 regelmässig Aktionen zum Intersex Awareness Day durch – am 26.10.2009 wurde im Kantonsrat Zürich der 1. Intersex-Vorstoss der Schweiz eingereicht.

Anlässlich des diesjährigen Intersex Awareness Day organisiert die seit 2008 in Genf tätige Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org am 26. Oktober zwei friedliche Mahnwachen, um gegen die fortdauernden IGM-Praktiken an den Universitätsspitälern Genf (HUG) zu protestieren.

  • von 11:00 bis 14:00 Uhr vor den HUG, die trotz der Verurteilung durch die Nationale Ethikkommission (NEK-CNE) und die UNO-Komitees CRC, CEDAW, CAT, CCPR, CRPD sowie der Motionen 2491 und 2541 des Grossen Rates des Kantons Genf weiterhin Intersex-Genitalverstümmelungen praktizieren.

  • von 15:00 bis 16:00 Uhr auf dem Place des Nations (vor der UNO), um bald 50 UNO-Verurteilungen wegen IGM zu feiern.

In der Öffentlichkeit behaupten die Genfer Universtitätskliniken HUG, IGM-Praktiken schon seit 2012 "zumindest in der frühen Kindheit" vollständig abgeschafft zu haben,[1] weigern sie sich aber, Daten über relevante Eingriffe offen zu legen.[2] Gleichzeitig werben die HUG auf ihrer Website unverändert für IGM-Praktiken: "Das ideale Alter für die Durchführung der Operation liegt zwischen 1 und 2 Jahren",[3] ebenso auch in einer aktuellen Dissertation der Universität Genf von einem Kinderchirurgen der HUG, illustriert durch chirurgische Fotos von blutigen, verstümmelten Kindergenitalien[4].

Bis heute werden Kinder mit Varianten der Geschlechtsentwicklung nicht nur an den HUG unverändert Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) unterworfen, darunter "maskulinisierende" oder "feminisierende" Genitaloperationen, sterilisierende Eingriffe und andere nicht-eingewilligte, unnötige und irreversible Prozeduren, die in der Regel vor dem 2. Lebensjahr durchgeführt und in der Schweiz von der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) bezahlt werden. Obwohl die Betroffenen seit Jahrzehnten dagegen protestieren und die schweren körperlichen und geistigen Schmerzen und Leiden beklagen, die durch IGM-Praktiken verursacht werden, welche nach wie vor ohne Nachweis eines Nutzens für die betroffenen Kinder durchgeführt werden.

Diese Verstümmelungen werden auch in den HUG ungestraft weiterpraktiziert, trotz der beiden jüngsten Motionen 2491 und 2541[5] im Grossen Rat des Kantons Genf, die ein Verbot der Praxis fordern, welche die Nationale Ethikkommission (NEK-CNE) bereits 2012 verurteilte. Auch die UNO hat die Schweiz bereits viermal wegen Intersex-Genitalverstümmelung unmissverständlich verurteilt als schädliche kulturelle Praxis (wie FGM), als unmenschliche Behandlung die unter das absolute Folterverbot fällt, und als nicht-eingewilligte medizinische oder wissenschaftliche Experimente: der Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) und der Ausschuss gegen Folter (CAT) im Jahr 2015, der Ausschuss zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) im Jahr 2016 und der Menschenrechtsausschuss (CCPR) im Jahr 2017.[6] Aktuell untersucht auch der Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRPD) IGM-Praktiken in der Schweiz, hoffentlich gefolgt von einer weiteren Rüge im 2020.

Zwischengeschlecht.org: Wer sind wir?

Zwischengeschlecht.org, gegründet 2007, ist eine internationale Intersex-Menschenrechts-NGO mit Sitz in der Schweiz, die von Intersex-Menschen, ihren Partnern, Familien und Freunden geleitet wird.[7] Laut ihrer Satzung arbeitet Zwischengeschlecht.org daran, öffentlich aufzuklären, Menschenrechtsverletzungen gegen Intersex-Menschen zu beenden und diejenigen zu unterstützen, die für Rechtszugang und Gerechtigkeit kämpfen.

Zwischengeschlecht.org berichtet regelmässig an relevante UNO-Komitees über Menschenrechtsverletzungen an Intersex-Menschen in verschiedenen Ländern, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Intersex-MenschenrechtsverteidigerInnen und NGOs,[9] und leistete dadurch einen entscheidenden Beitrag zu den derzeit 46 "Abschliessenden Bemerkungen" durch UNO-Vertragsorgane, die IGM als schwere Verletzung unabdingbarer Menschenrechte verurteilen[10].

In der Schweiz initiierte oder unterstützte Zwischengeschlecht.org politische Initiativen in den Kantonen Zürich, Bern, Basel, Luzern und Genf sowie im Nationalrat und Ständerat, was u.a. zur Stellungnahme der Nationalen Ethikkommission (NEK-CNE) und zu einem Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) über die historische Behandlung von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung führte[11].

In Genf ist Zwischengeschlecht.org seit 2008 aktiv.[12][13][14][15][16]

[1]  Commission des Droits de l'Homme (droits de la personne) du Grand Conseil de Genève (2018), V. Audition du Dr Jacques Birraux, chirurgien pédiatrique, le 29 novembre 2018, p. 35, http://ge.ch/grandconseil/data/texte/M02491A.pdf

[2]  « Même si cela semble absurde, nous n'avons pas de chiffres, souligne le Docteur Jacques Birraux. Nous aurons besoin d'une décennie pour avoir des chiffres suisses. », 20minutes (18.04.2019), https://www.20min.ch/ro/news/geneve/story/Un--gigantesque-pas-en-avant--pour-les-intersexes-26455395

[3]  Pour des références et plus d'exemples, voir Soumission StopIGM.org au Grand Conseil (26.9.2018), p. 8-9, https://stopigm.org/public/StopIGM-Geneve-M2491-mutilations-personnes-intersexes.pdf

[4]  Jacques Maurice Birraux, Thèse (2018) : « Management of disorders of sexual development: state of the art - a surgeon's perspective of western Switzerland », p. 37, 33-35 dans la thèse, p. 40, 30-32 en PDF, https://archive-ouverte.unige.ch/unige:103975

[5]  Motion 2491 « pour en finir avec les mutilations des personnes intersexes », http://ge.ch/grandconseil/search?search=2491
Motion 2541 « Plus jamais de mutilations pratiquées sur des personnes intersexes », http://ge.ch/grandconseil/search?search=2541

[6]  CRC/C/CHE/CO/2-4, paras 42–43; CAT/C/CHE/CO/7, para 20; CEDAW/C/CHE/CO/4-5, paras 24-25; CCPR/C/CHE/CO/4, paras 24-25

[7]  Pages françaises: http://zwischengeschlecht.org/post/Pages-Francaises
English pages: https://stopigm.org/
Seiten auf Deutsch: http://Zwischengeschlecht.org/

[8]  http://Zwischengeschlecht.org/post/Statuten

[9]  http://intersex.shadowreport.org

[10]  https://stopigm.org/post/IAD-2016-Soon-20-UN-Reprimands-for-Intersex-Genital-Mutilations

[11]  http://www.snf.ch/fr/pointrecherche/newsroom/Pages/news-161010-communique-de-presse-le-traitement-des-personnes-intersexuees-revisite.aspx

[12]  Le Matin Dimanche (17.05.2008), Geneviève Comby, « Les médecins ont décidé que je serai une fille », http://asso.orfeo.free.fr/17052008-suisse/

[13]  Tribune de Genève (30.01.2009), Hermaphrodisme, faut-il se soumettre au bistouri?, https://www.amge.ch/2009/01/30/hermaphrodisme-faut-il-se-soumettre-au-bistouri/

[14]  rts.ch, Le Journal (11.10.2009), Le droit de choisir, https://www.rts.ch/play/tv/19h30/video/en-suisse-un-enfant-sur-deux-mille-nat-intersexuel-un-cas-rare-que-defendent-certaines-associations?id=1470680

[15]  Tribune de Genève (02.08.2015), Caroline Zuercher, « Les docteurs ne pouvaient pas dire si j'étais un garçon ou une fille », https://www.tdg.ch/suisse/docteurs-pouvaient-j-garcon-fille/story/16092478

[16]  http://zwischengeschlecht.org/post/Pages-Francaises  

Wir wünschen allen einen kämpferischen Intersex Awareness Day 2019!

Hermaphrodites With Attitude, Boston 26.10.1996

•  Intersex Awareness Day 2009
•  Intersex Awareness Day 2010
•  Intersex Awareness Day 2011
•  Intersex Awareness Day 2012
•  Intersex Awareness Day 2013
•  Intersex Awareness Day 2014
•  Intersex Awareness Day 2015
•  Intersex Awareness Day 2016
•  Intersex Awareness Day 2017
•  Intersex Awareness Day 2018 

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
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Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 36 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
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  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
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Tuesday, October 15 2019

Schweiz: Bald 5. UNO-Rüge wegen Intersex-Genitalverstümmelung?

Bild: Daniela Truffer beantwortet Fragen der CRPD-Expertinnen, Genf 24.09.2019

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IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität'An der 12. Pre-Sessional Working Group erarbeitete das UNO-Komitee für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRPD) einen Fragenkatalog an die Schweiz, die so genannte "List of Issues (LOI)" (CRPD/C/CHE/Q/1).

Darin verlangt CRPD von der Schweiz erstmals vertieft Auskunft über Menschenrechtsverletzungen an Intersex-Menschen, insbesondere über die unverändert von der "Invalidenversicherung (IV)" bezahlten Intersex-Genitalverstümmelungen, unter Art. 1-4 "angemessene Konsultation" (para 1), Art. 15 "grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung" (para 12), Art. 16 "Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch" (para 13) und Art. 17 "Schutz der Unversehrtheit der Person" (para 14).

Nächstes Jahr kommt es zur 1. CRPD-Staatenprüfung der Schweiz in Genf – und im Anschluss voraussichtlich zur bereits 5. UNO-Rüge wegen IGM-Praktiken an die Schweiz aufgrund eines Schattenberichts der Intersex-NGOs Zwischengeschlecht.org/StopIGM.org, Intersex.ch und SI-Global:

Seit 2015: UNO verurteilt "Intersex-Genitalverstümmelung" in der Schweiz

2015 hatte der Kinderrechtsausschuss (CRC) als erstes UNO-Vertragsorgan Genitalverstümmelungen an Intersex-Kindern in der Schweiz unmissverständlich verurteilt als "schädliche kulturelle Praxis" (Art. 24(3), worunter auch FGM fällt), gefolgt im selben Jahr vom Ausschuss gegen Folter (CAT), der IGM-Praktiken als "grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung" einstufte, die unter das absolute Folterverbot fällt (Art. 2, 12, 14, 16).

2016 dito der Frauenrechtsausschuss (CEDAW) explizit "Intersex-Genitalverstümmelung" als "schädliche kulturelle Praxis" (Art. 5, worunter auch FGM fällt).

Zuletzt 2017 klassifizierte der Menschenrechtsausschuss als Vertragsorgan des Zivilpakts (CCPR) IGM als "grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung" und "uneingewilligte medizinische oder wissenschaftliche Menschenversuche", die unter das absolute Folterverbot fallen (Art. 7, 9, 17, 24, 26).

Die Schweiz war damit das erste Land der Welt, das 4 UNO-Rügen wegen IGM als schwerwiegende Verletzungen unabdingbarer Menschenrechte verurteilten – und wird 2020 vielleicht das erste mit 5 Rügen auf dem Kerbholz.

Weltweit haben CRC, CAT, CEDAW, CRPD und CCPR aktuell 46 entsprechende UNO-Rügen wegen IGM an Vertragsstaaten ausgesprochen, darunter an Malta und Portugal, die oft irrtümlich als Positivbeispiele gelobt werden. Zum grössten Teil erfolgten die Rügen aufgrund der Berichterstattung von Zwischengeschlecht.org/StopIGM.org, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Intersex-NGOs.

Schweiz: Zweite IGM-Berichtszyklen ab 2017

2017 startete CAT als erstes Komitee den 2. Berichtszyklus zu IGM-Praktiken in der Schweiz, und fragte die Schweiz 2018 wiederum unter Art. 16 "grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung" nach ergriffenen Massnahmen. Der 2019 publizierte Staatenreport enthält die bekannten Ausreden "die Ärzte sagen sie haben sich gebessert" und Ausflüchte "statt über unmenschliche Behandlung von Intersex-Kindern, lasst uns lieber über Gesetzesvorhaben zu einem erleichterten Wechsel des Geschlechtseintrages reden".

Im Oktober 2019 fragte CRC die Schweiz nun nach dem Stand der Umsetzung betreffend ergriffenen Schutzmassnahmen für Intersex-Kinder vor "schädlichen kulturellen Pratiken" (Art. 24(3), zusammen mit FGM und Zwangsheirat), und fragte ebenfalls, ob die "Invalidenversicherung (IV)" immer noch Genitalverstümmelungen finanziert..

Im November wird CEDAW die Liste der Follow-up-Fragen an die Schweiz publizieren.

CCPR 127: IGM in Mexico und Belgien

Gestern startete in Genf die 127. Session des Menschenrechtsausschusses (HRCttee) als Vertragsorgan des Zivilpakts (CCPR). Aufgrund von Intersex-Schattenberichten und persönlichem Zeugnis in Briefings von Brújula Intersexual, Vivir y Ser Intersex, Intersex Belgium und Zwischengeschlecht.org/StopIGM.org wird der Ausschuss diese Woche IGM-Praktiken in Belgien (Di 15-18h, Mi 10-13h CEST) und Mexico (Mi 15-18h, Do 10-13h CEST) untersuchen – beides Länder mit bereits einer IGM-Rüge auf dem Kerbholz.

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 46 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday, October 11 2019

Lettre au CSDH: Déclassement des droits humains intersexes

[ Deutsch ]

Photo: Manif intersexe & lettre ouverte à l'Inselspital, Berne 16.8.2009
(«Entre deux sexes» - Temps Présent, TSR1 29.10.09)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

IGM = CRIME, Not 'Health Care' or 'Therapy'!Zwischengeschlecht.org on Facebook

 >>> Lettre comme PDF
 
Centre suisse de compétence pour les droits humains (CSDH), Par courrier électronique

Zurich, le 11 octobre 2019

Déclassement des droits humains intersexes

Continue reading...

Brief an SKMR: Herabstufung von Intersex-Menschenrechten

[ Français ]

>>> Aktion & Offener Brief Inselspital Bern 16.8.2009
(Bild: Peter Schneider / Keystone / Berner Zeitung)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität' Zwischengeschlecht.org on Facebook

>>> Brief als PDF | version française | PDF français

Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte (SKMR), Via E-Mail

Zürich, 11. Oktober 2019

Herabstufung von Intersex-Menschenrechten

Sehr geehrtes SKMR

Wir sind eine internationale Intersex-NGO mit Sitz in der Schweiz. Aufgrund unserer Arbeit in den letzten 12 Jahren ist Intersex in der Schweiz in der Öffentlichkeit und in der Politik ein Thema. Aufgrund von uns initiierten politischen Vorstössen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen wurde seinerzeit die Nationale Ethikkommission (NEK-CNE) beauftragt, eine Stellungnahme zum Thema zu erarbeiten. Ebenso ist es ein direktes Resultat unserer Arbeit, dass die UN Treaty bodies CRC, CAT, CEDAW und CCPR Intersex-Genitalverstümmelungen in der Schweiz unmissverständlich als schwerwiegende Verletzungen unabdingbarer Menschenrechte verurteilten, namentlich als schädliche kulturelle Praxis und unmenschliche Behandlung, und aktuell auch CRPD die Schweiz entsprechend prüft. Auch die mittlerweile 46 entsprechenden UNO-Rügen wegen IGM an Vertragsstaaten in aller Welt beruhen zum grössten Teil auf unserer Berichterstattung (oft in Zusammenarbeit mit lokalen Intersex-NGOs).

Wir finden es toll, dass das SKMR, wie wir lesen konnten, aufgrund unserer ehrenamtlichen Arbeit nun etwas für Intersex-Menschenrechte tun will und dazu mit grosser Kelle eine "Fachtagung Intergeschlechtlichkeit: Recht auf Unversehrtheit"[1] ausrichtet.

Wir finden es jedoch untragbar, wie dabei

  • einerseits unsere Arbeit ausgebeutet wird, indem sich die Veranstaltung explizit auf deren Früchte beruft, wir dabei aber gleichzeitig unsichtbar gemacht werden, und
  • andererseits Intersex-Genitalverstümmelungen verharmlost und rechtlich herabgestuft werden von einer schweren Verletzung unabdingbarer Menschenrechte zu einem "Diskriminierungs-", "Geschlechter-" und "Gesundheitsthema", und entsprechende symbolische Gesetze gegen IGM, wie zum Beispiel Malta und Portugal, unkritisch in den Himmel gelobt werden, während in beiden Ländern tatsächlich weiterhin alle Formen der IGM ungestraft praktiziert, vom Staat befürwortet und bezahlt werden (weshalb CRC mittlerweile IGM in beiden Staaten als schädliche Praxis verurteilte).

Wir möchten deshalb gerne wissen:

  • Warum beruft sich das SKMR bei der kommenden "Fachtagung" auf unsere Arbeit, wir sind jedoch nicht einmal eingeladen?
  • Wie kommt das SKMR dazu, die schweren Verletzungen unabdingbarer Menschenrechte durch Intersex-Genitalverstümmelungen als (beliebig austauschbar mit) "Diskriminierungen" herabzustufen – in krassem Widerspruch zu den angeführten UNO-Rügen, aber sehr in Übereinstimmung mit der aktuellen Politik des Bundesrates, Massnahmen gegen schädliche Praktiken an Intersex-Kindern zurückzustellen zugunsten von einer Personenstandsrevision, von der Intersex-Kinder herzlich wenig haben?

Ich habe in den vergangenen Tagen vergeblich versucht, innerhalb des SKMR eine verantwortliche Ansprechperson zu finden, um Antworten zu erhalten. Die auf der Ankündigungshomepage als Kontaktperson genannte Luisa Jakob verwies mich an Monika Hofmann (IZFG), die für das Inhaltliche zuständig sei, die mir gegenüber zunächst erklärte, das SKMR sei inhaltlich nicht für die Veranstaltung verantwortlich, um mich schliesslich an Christina Hausammann (IZFG) weiter zu verweisen, welche mir wiederum per Mail versprach, sich am nächsten Tag telefonisch zu melden, was sie jedoch nicht tat, auch nicht, als ich am Nachmittag meinerseits versuchte anzurufen und eine Nachricht hinterliess.

Wir möchten deshalb auf diesem Wege noch einmal versuchen, im SKMR eine verantwortliche Ansprechperson für unser Anliegen zu finden.

Und zusätzlich unsere Besorgnis darüber zum Ausdruck bringen, wie das IZFG als Körperschaft derselben Universität Bern, in dessen Inselspital ich seinerzeit unter anderem durch Professoren der Universität Bern mehrfach genitalverstümmelt wurde, und in dem auch heute noch unverändert weiterverstümmelt wird, mit diesen Tatsachen und der daraus resultierenden institutionellen Verantwortung "umgeht", offenbar im Auftrag des SKMR.

Freundliche Grüsse

Daniela Truffer, Markus Bauer

[1]      https://www.skmr.ch/de/themenbereiche/geschlechterpolitik/artikel/fachtagung-intergeschlechtlichkeit.html

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 46 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

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Friday, September 20 2019

Genf: Portugal von der UNO zu Intersex-Verstümmelungen befragt - demnächst Belgien, Mexiko, Spanien, die Schweiz …

[ English ]

Foto: Gewaltfreier Intersex Protest @ UNHRC UPR #14, Geneva 20.10.2012

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IGM = CRIME, Not 'Health Care' or 'Therapy'!Zwischengeschlecht.org on Facebook

In Genf prüft der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) derzeit die Menschenrechtsbilanz Portugals – und fragte den Vertragsstaat wiederholt, warum schädliche Praktiken an Intersex-Kindern weiter durchgeführt werden dürfen und warum IGM-Überlebenden der Zugang zu Rechtsbehelfen und Gerechtigkeit verweigert wird.

Als Portugal versuchte, das Thema zu wechseln und stattdessen "internationale medizinische Normen" und "Transgender-Gesetzgebung" zu diskutieren, stellten die Ausschussmitglieder Folgefragen, die Portugal am Freitag beantworten musste – und sich dabei erneut blamierte.

Dem äußeren schönen Schein nach hat Portugal kürzlich ein Gesetz angeblich zum Schutz von Intersex-Kindern vor IGM-Praktiken erlassen und behauptet, die Praxis vollständig abgeschafft zu haben, wobei ähnliche Gesetze und Behauptungen aus Malta übernommen wurden - zufälligerweise werden beide Länder nächste Woche in Brüssel an einer EU-Konferenz "High Level Conference on Advancing LGBTI equality" einmal mehr als "Intersex-Menschenrechtspioniere" in den Himmel gelobt werden ...

Wie jedoch NGO-Berichte dokumentieren, werden sowohl in Malta als auch in Portugal alle Formen von IGM ungestraft weiterpraktiziert, empfohlen und bezahlt vom Staat. In seiner letzten Sitzung hatte der UN-Kinderrechtsausschuss CRC bereits IGM in Malta als schädliche Praxis eingestuft. Und diese Woche in Genf waren auch die Antworten Portugals kaum mehr als die bekannten üblichen Ausreden und Leugnungen angesichts dokumentierter Fakten.

Aufgrund von Beweismitteln, die von Zwischengeschlecht.org/StopIGM.org in Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Intersex-NGOs vorgelegt wurden, haben die UN-Vertragsorgane CRC, CAT, HRCttee-CCPR, CRPD und CEDAW bisher 12 EU-Länder gerügt, weil sie es unterlassen haben, Intersex-Kinder wirksam vor uneingewilligten, unnötigen Genitaloperationen, Zwangssterilisationen und anderen unfreiwilligen, aufschiebbaren und irreversiblen Eingriffen zu schützen, welche die UN-Ausschüsse als schwere Verletzungen unabdingbarer Menschenrechte und verschiedener UN-Konventionen einstufen, insbesondere als grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung, die unter das absolute Folterverbot fällt (CAT, CCPR, CRPD), als schädliche kulturelle Praxis gleich wie FGM (CRC, CEDAW), uneingewilligte medizinische oder wissenschaftliche Experimente (CCPR) und als eine Verletzung der Integrität der Person (CRPD). Weltweit ist der aktuelle Stand 42 UN-Rügen für IGM-Praktiken an 24 Länder (siehe Liste).

Zusammen mit den Intersex-NGOs Brújula Intersexual, Intersex Belgium, Vivir y Ser Intersex, Intersex.ch und SI-Global hat Zwischengeschlecht.org/StopIGM.org kürzlich 5 Intersex-Schattenberichte bei verschiedenen UN-Ausschüssen eingereicht, nebst Portugal auch für Belgien, Mexiko, Spanien und die Schweiz – die alle in Genf Rechenschaft über ihren Umgang mit Intersex-Kindern werden ablegen müssen:

2019-CRC-Portugal-NGO-Zwischengeschlecht-Intersex-IGM

Country: Portugal
Treaty Body: Committee on the Rights of the Child (CRC)
Convention: Convention on the Rights of the Child (CRC)
Download Intersex NGO Report: PDF (942 kb)
Report by: StopIGM.org
Next Steps in Review Cycle: Examination @ CRC 82nd Session, 19.-20.09.2019; Concluding Observations due November 
>>> Full Timeline
Previous UN Reprimands: none

2019-CCPR-Belgium-NGO-Intersex-StopIGM

Country: Belgium
Treaty Body: Human Rights Committee (HRCttee-CCPR)
Convention: International Covenant on Civil and Political Rights (CCPR)
Download Intersex NGO Report: PDF (581 kb)
Report by: Intersex Belgium, StopIGM.org
Next Steps in Review Cycle: Examination @ CCPR 127th Session, 15.-16.10.2019; Concluding Observations due November  >>> Full Timeline
Previous UN Reprimands: CRC (2019)

2019-CCPR-Mexico-NGO-Intersex-Brujula-StopIGM

Country: Mexico
Treaty Body: Human Rights Committee (HRCttee-CCPR)
Convention: International Covenant on Civil and Political Rights (CCPR)
Download Intersex NGO Report: PDF (636 kb)
Report by: Brújula Intersexual, Vivir y Ser Intersex, StopIGM.org
Next Steps in Review Cycle: Examination @ CCPR 127th Session, 16.-17.10.2019; Concluding Observations due November  >>> Full Timeline
Previous UN Reprimands: CEDAW (2018)

2019-CCPR-LOIPR-Spain-Intersex-Brujula-StopIGM

Country: Spain
Treaty Body: Human Rights Committee (HRCttee-CCPR)
Convention: International Covenant on Civil and Political Rights (CCPR)
Download Intersex NGO Report: PDF (377 kb)
Report by: StopIGM.org, Brújula Intersexual
Next Steps in Review Cycle: List of Issues Prior to Reporting (LOIPR) @ CCPR 127th Session, due November; State Report with replies due 2020  >>> Full Timeline
Previous UN Reprimands: CRC (2018)

2019-CRC-LOIPR-Swiss-NGO-Zwischengeschlecht-Intersex-IGM

Country: Switzerland
Treaty Body: Committee on the Rights of Persons with Disablities (CRPD)
Convention: Convention on the Rights of Persons with Disablities (CRPD)
Download Intersex NGO Report: DOCX (246 kb) | PDF (333 kb)
Report by: StopIGM.org, Intersex.ch, SI-Global
Next Step in Review Cycle: List of Issues Prior to Reporting (LOIPR) @ CRPD 12th Pre-Sessional Working Group, due November; State Report with replies due 2020  >>> Full Timeline
Previous UN Reprimands: CRC (2015), CAT (2015), CEDAW (2016), CCPR (2017)

>>> intersex.shadowreport.org

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 40 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Tuesday, May 28 2019

Genitalverstümmelung in Malta: Gesetz lässt Intersex-Kinder im Stich

 [ Français ]   [ English ]

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Times of Malta: "Maltas Gesetz schließe Hypospadie-Operationen aus, die häufigste IGM-Praxis und die einzige, die lokal in Malta durchgeführt werde, sagte die Organisation." (Der Artikel auf deutsch siehe unten.)

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IGM = CRIME, Not 'Health Care' or 'Therapy'!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Malta ist weltberühmt dafür, dass es 2015 als erster Staat Intersex-Genitalverstümmelungen offiziell verboten hat – obwohl das Gesetz keine Sanktionen (Strafen) vorsah, und IGM sowohl im In- als auch im Ausland weiterhin praktiziert wurde und wird. Nach einer stillschweigenden Verschärfung des Gesetzes im letzten Jahr behauptet die maltesische Regierung nun, "die Strafen für Intersex-Genitalverstümmelungen den Strafen für die weibliche Genitalverstümmelung gleichgestellt" zu haben. Aber ist das wirklich wahr?

Ein Schattenbericht von Zwischengeschlecht.org/StopIGM.org an den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) (englisch) weist nach, dass in Malta die Strafen für IGM nach wie vor nicht mal die Hälfte derer für FGM betragen, und dass betreffend IGM das Gesetz auch sonst alle bekannten Lücken und Schlupflöcher enthält, so dass Intersex-Genitalverstümmelungen unverändert weitergeführt werden, sowohl im Inland in Universitäts-Kinderkliniken wie auch im Ausland in Vertragskliniken namentlich in Großbritannien, Belgien und Italien. (Zahlen dazu legt die Regierung unverändert keine offen.)

Im Gegensatz zum maltesischen FGM-Verbot gibt es für Intersex-Kinder in Malta unverändert u.a. keinen extraterritorialen Schutz vor Genitalverstümmelungen (d.h. IGM im Ausland bleibt weiterhin straffrei), und auch die Anstiftung, Finanzierung, Beihilfe etc. bleibt bei IGM ebenso straffrei, sogar im Inland. Entsprechend wird denn auch in maltesischen Kliniken das Gesetz ignoriert bzw. nicht angewendet – mit stillschweigender Billigung der maltesischen Regierung, deren Gesundheitsminister nicht bloß ein bekennender IGM-Befürworter, sondern als Kinderchirurg auch ein eigenhändiger IGM-Praktiker ist.

Während seiner 81. Session in Genf befragte der UNO-Kinderrechtsausschuss aufgrund unseres Schattenberichts Malta über IGM-Praktiken und die konkrete Umsetzung des Gesetzes zu Intersex-Kindern (Video + Transkript, englisch). Die Maltesische Delegation "antwortete" zu "Intersex- und Trans-Kindern" und "LGBTIQ-Fragen", beteuerte es gebe "keine Fälle von gesetzeswidrigen medizinischen oder chirurgischen Eingriffen an Intersex-Kindern", weder "vor Ort" noch "im Ausland", und versprach einmal mehr einen "interministeriellen Ausschuss" einzuberufen um der "Umsetzung des Gesetzes nachzugehen" (Video + Transkript, englisch). (Im persönlichen Gespräch wurde uns freilich bestätigt, dass die häufigste Form IGM 1 "Hypospadiekorrekturen" unverändert in Malta praktiziert wird, "aber das ist nicht Intersex".)

Am Tag der Staatenprüfung in Genf berichtete auch die Times of Malta (englisch) über unseren Schattenbericht und die darin dokumentierten Beweise, dass in Malta – allem schönen Schein zum Trotz – Intersex-Kinder weiterhin genitalverstümmelt werden.

Bemerkenswert sind auch die Kommentare unter dem Artikel, einschließlich die betupfte Beschwerde einer IGM-Ärzten offensichtlich zumindest nahestehenden Person: "Ich möchte hervorheben, dass Hypospadie-Reparaturoperationen von voll qualifizierten medizinischen Fachkräften durchgeführt werden [....] Ich finde es beleidigend, solche Operationen als IGM zu bezeichnen. Die Eltern haben auch eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren Kindern und sollten sich nicht schuldig fühlen, wenn sie eine medizinische Beratung und Behandlung in Anspruch nehmen." (JK Scicluna am 15. Mai 2019 20:42 Uhr) - die übrigen Kommentare stehen jedoch mehrheitlich auf der Seite der Intersex-Kinder!

Nachfolgend der Artikel auf Deutsch:

>>> Times of Malta (15.05.2019)
"Menschenrechte auch für Zwitter",
fordert internationale Organisation von Malta
 

StopIGM erklärt, Malta tue nicht genug, um "Intersex-Genitalverstümmelungen" zu verhindern.

Maltas Gesetz schließe Hypospadie-Operationen aus, die häufigste IGM-Praxis und die einzige, die lokal in Malta durchgeführt werde, sagte die Organisation.

Eine internationale Organisation, die sich der Beendigung von "Intersex-Genitalverstümmelungen" verschrieben hat, teilte mit, dass Malta die Praxis weiterhin stillschweigend unterstützt, obwohl es das erste Land der Welt ist, das diese Praxis ausdrücklich verbietet.

Maltas Gesetz über Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und Geschlechtsmerkmale von 2015 verbietet Eingriffe zur Geschlechtsnormalisierung [öhm ...] bei Minderjährigen, die aufgeschoben werden können, bis das Kind seine informierte Zustimmung geben kann.

Solche Eingriffe wurden in der Vergangenheit bei Kindern durchgeführt, die mit mehreren [ups ...] Geschlechtsorganen geboren wurden.

Die internationale Intersex-Menschenrechtsorganisation StopIGM.org hat nun mitgeteilt, dass, trotz der Ächtung solcher Eingriffe - welche die Organisation als "Intersex-Genitalverstümmelungen" bezeichnet - auf dem Papier, die Realität eine andere sei.

In einem von der Organisation veröffentlichten Bericht heißt es, dass Malta erst 2018 Sanktionen gegen IGM eingeführt habe. Dazu gehöre eine Freiheitsstrafe von höchstens fünf Jahren oder eine Geldstrafe von 5.000 bis 20.000 Euro.

Diese Strafen seien niedriger als diejenigen für das Verbrechen der weiblichen Genitalverstümmelung, die fünf bis zehn Jahre Gefängnis vorsehen.

Zudem könnte im Falle von FGM eine im Ausland begangene Straftat in Malta verfolgt werden, während dies bei IGM nicht der Fall sei.

Eltern, die wollen, dass bei ihren Kindern solche Eingriffe durchgeführt werden, umgehen die lokalen Gesetze, so die Organisation, indem sie ihre Kinder im Ausland operieren lassen, Berichten zufolge in Großbritannien, Belgien und Italien.

"Menschenrechte auch für Zwitter"

StopIGM.org fordert ein Verbot von nicht-eingewilligten Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung, und "Menschenrechte auch für Zwitter".

Betroffenene sollen später selbst entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche. Die Verjährungsfristen müssen so angepasst werden, dass erwachsene IGM-Überlebende klagen können.  

2019-CAT-UK-NGO-Coalition-Intersex-IGM

Intersex Genital Mutilations in Malta: 2019 CRC Report
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Reproductive Anatomy
IGM in Malta and overseas  Legal gaps and loopholes  Harmful Practice
>>> Download as PDF (758 kb)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 40 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
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Tuesday, April 30 2019

Genf > UN-Aussschuss gegen Folter befragt Deutschland über Intersex-Genitalverstümmelungen - D 'antwortet' zu "Regenbogenportal"

UN-CAT 66. Session @ Palais Wilson, Genf 29.04.2019: Bald geht's los ...
Ganz links: Claude Heller, CAT-Rapporteur für Deutschland, der die Frage zu Intersex stellte.
Hinten stehend Mitte: D-Delegationsleiterin Almut Wittling Vogel, welche (nicht-)antwortete.

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on Facebook IGM = Torture, NOT 'Discrimination' or 'Gender Identity'Diese Woche wird Deutschland in Genf vom UN-Ausschuss gegen Folter auf die Einhaltung der UN-Konvention gegen Folter geprüft mit Live-Übertragung auf webtv.un.org:
Montag 29.4. 10-13h + Dienstag 30.4. 15-18h.
Der Ausschuss hatte Deutschland bereits 2011 wegen Intersex-Genitalverstümmelungen unmissverständlich gerügt.
Ein Intersex-Schattenbericht von Zwischengeschlecht.org lieferte dem Ausschuss klare Beweise, dass in deutschen Kinderkliniken allen Versprechungen der Regierung zum Trotz unverändert weiterverstümmelt wird. In einer geschlossenen Sitzung im Vorfeld der Staatenprüfung informierten IGM-Überlebende den Ausschuss persönlich über die lebenslangen Folgen von IGM und die neuesten Entwicklungen (mehr dazu in Kürze).

Dieser Blog berichtete LIVE aus dem Palais Wilson in Genf. Wir hofften auf konkrete Fragen zum Thema – und hoffen nun auf eine weitere deutliche Rüge wegen IGM nach dem Ende der Session!

Session 1: Montag 29.04.2019, 10-13h

>>> Archiv-Video der ganzen 1. Sitzung (Deutsch und Englisch)

11:07h (Video @ 1:04:37): HIPP, HIPP!! Ausschuss-Experte und Berichterstatter für Deutschland, Herr Claude Heller (Mexiko) stellt eine Frage zu Intersex-Genitalverstümmelungen! Erwähnt unseren Schattenbericht und die darin zitierte Statistik-Studie sowie die Versprechungen der Regierung u.a. in der Koalitionsvereinbarung. :-) Inoffizielle deutsche Übersetzung der spanischen Original-Frage:

 

«Besondere Erwähnung finden im [Staaten-]Bericht chirurgisch-medizinische Behandlungen von Intersex-Menschen, wobei die Notwendigkeit der Einwilligung der betroffenen Person erwähnt wird, und welche Maßnahmen diesbezüglich ergriffen wurden. Eine NGO, die sich diesem Thema widmet, berichtet jedoch, dass alle traditionellen Formen der Genitalverstümmelung von Intersex-Menschen in Deutschland verbreitet sind und dass [jährlich] etwa 1.700 Operationen ohne Einwilligung und dringende Notwendigkeit durchgeführt werden. Gleichzeitig wurde uns gegenüber erwähnt, dass sich die Koalitionsregierung verpflichtet hat, ein Gesetz zu erlassen, das garantiert, dass Eingriffe bei Intersex-Kindern nur dann zulässig sind, wenn sie nicht aufgeschoben werden können oder eine Gefahr für das Leben besteht, aber dieses Versprechen sei nicht erfüllt worden, weshalb Kommentare der Delegation dazu willkommen wären.»

12:29h (Video @ 02:26:47): Delegationsvorsitzende Frau Dr. Almut Wittling Vogel (Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, Abteilungsleiterin für Menschenrechte, EU-Grundsatzfragen und Völkerrecht, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtsfragen) 'antwortet' zu "intersexuellen Kindern", inkl. der üblichen Ausflüchte, leeren Versprechungen, Vertröstungen + einmal mehr Pinkwashing ("geschlechtsangleichende Eingriffe", "Regenbogenportal", "binär zuordnen", etc.). PFUI!!  :-( Inoffizielles Wort-Transkript:

 

«Zweiter Punkt, den ich beantworten würde, ist die Frage der intersexuellen Kinder. Sie haben gefragt, Sie haben erwähnt, dass Sie aus der Zivilgesellschaft erfahren haben, dass im Bereich der intersexuellen Kinder versprochen worden ist, eine gesetzliche Regelung zu schaffen, um unnötige Operationen zu verhindern. In der Tat, so ist es. Wir haben eine Regelung in dem Koalitionsvertrag der jetzigen Regierung, also der Koalition, die die jetzige Regierung stützt, in dem steht, dass geschlechtsangleichende medizinische Eingriffe an Kindern nur in unaufschiebbaren Fällen und zur Abwendung von Lebensgefahr zulässig sein sollen. Eine solche gesetzliche Regelung ist in Arbeit, das Bundesministerium der Justiz arbeitet an diesem Projekt. Es ist bereits eine Fachtagung durchgeführt worden mit Experten auf diesem Gebiet und mit Vertretern von Verbänden, die in diesem Gebiet arbeiten. Die Ergebnisse dieser Fachtagung werden verarbeitet und es wird ein Gesetzentwurf entworfen. Wir hoffen, dass der Entwurf bald veröffentlicht werden kann.

In diesem Bereich möchte ich auch noch erwähnen, dass das Bundesministerium für Familie, Jugend und Senioren auch einen Flyer herausgegeben hat, der auf der Website erhältlich ist, der darüber aufklärt, über die Schwierigkeiten, wenn ein Kind zur Welt kommt, die Eltern ermutigt, das Kind anzunehmen, wenn es intersexuell ist und nicht sofort auf eine Operation zu drängen. Dieser Flyer ist auch versehen mit Adressen, wo man sich erkundigen kann, von Beratungsstellen, bei denen man sich erkundigen kann. Ausserdem gibt es ein Online-Portal desselben Ministeriums, das nennt sich Regenbogenportal, auf dem man auch Ratschläge bekommen kann und bei dem man sich erkundigen kann nach Beratungsstellen, so dass auch die Eltern unterstützt werden in der schwierigen Situation, in der sie sind, wenn sie darauf nicht vorbereitet sind, dass ihr Kind geschlechtlich nicht zu den ... so binär zugeordnet werden kann, wie wir das gewöhnt sind.»

 

Damit wäre das Thema IGM offiziell auf der Agenda der 66. CAT-Session! Sprich nachdem es nun eine Frage gab, kann der Ausschuss auch in seinen "Abschließenden Bemerkungen" eine verbindliche Empfehlung dazu folgen lassen. Hoffen wir also auf eine weitere deutliche UNO-Rüge für Intersex-Genitalverstümmelungen an Deutschland nach Abschluss der Session – es wäre bereits die 4. für die BRD nach CAT (2011), CRPD (2015) und CEDAW (2017). Fortsetzung folgt ...

>>> Intersex-Schattenbericht CAT Deutschland 2019

>>> Vollständige Chronologie CAT Deutschland 2011-2019 (englisch)

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- CEDAW66 > Intersex-Genitalverstümmelungen: UNO-Ohrfeige für Deutschland!
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen
- "Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) verurteilt IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern"

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday, April 28 2019

Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland: Schattenbericht an UN-Ausschuss gegen Folter (CAT)

Foto: Intersex-Proteste + Offener Brief gegen "6. JA-PED" und "Virchow-Klinikum" der "Charité", Berlin 11.11.2011

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2019-CAT-Germany-NGO-Intersex-StopIGM

Nächste Woche wird Deutschland in Genf vom UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) geprüft mit Live-Übertragung auf webtv.u.org: Mo 29.4. 10-13h + Di 30.4. 15-18h.
Der Ausschuss hatte bereits 2011 Deutschland wegen Intersex-Genitalverstümmelungen unmissverständlich gerügt und explizit dazu verpflichtet, “Rechtsvorschriften zu erlassen, die den Opfern solcher Behandlungen Rechtsschutzmöglichkeiten, einschließlich angemessener Entschädigungen, gewähren”.

Ein thematischer Intersex-Schattenbericht von Zwischengeschlecht.org / StopIGM.org (englisch, PDF) dokumentiert klare Beweise für unveränderte IGM-Praktiken in Deutschland (S. 32-35) und zeigt, dass es trotz wiederholter Versprechungen der Regierung immer noch keinen Rechtsschutz für gefährdete Intersex-Kinder gibt (S. 14-16, 21-22) sowie ebenfalls unverändert keine Rechtsmittel und Gerechtigkeit für IGM-Überlebende (S. 22-23, 27-31), was in eklatantem Widerspruch zu den verbindlichen CAT-Empfehlungen für Deutschland steht.

Weiter dokumentiert der Bericht aktuelle Entwicklungen, die im Staatenbericht fehlten, darunter

  • Interministerielle Arbeitsgruppe zu Intersexualität und Transsexualität erklärt, bei IGM "kann der Tatbestand der Körperverletzung vorliegen", "die Frage nach einem klarstellenden OP-Verbot [...] [drängt sich] auf" (S. 18)
  • Koalitionsvertrag verspricht gesetzliches Verbot von IGM (S. 19)
  • UN-CCPR untersucht uneingewilligte, nicht-dringende Operationen und weitere Eingriffe an Intersex-Kindern, insbesondere den Stand betreffend eines "Verbot[s] solcher Eingriffe" und "Hindernisse beim Zugang zur Justiz", einschließlich der "Verjährungsfristen" (S. 19)
  • UN-CESCR64: Deutschland verspricht "Gesetzesvorhaben" für ein IGM-Verbot (S. 19)
  • Justizministerin verspricht "schnellstmöglich eine klarstellende gesetzliche Regelung" um "[d]iese Praxis [...] [zu] beenden" (S. 20)
  • Sozialgericht: Nicht-eingewilligte, unnötige Klitoris-Totalamputation an Intersex-Kind = rechtmäßiger "ärztliche[r] Eingriff" nach dem "Stand der Wissenschaft", der "also dem Wohl des Patienten diene" (S. 20)

Dieser Blog wird nächste Woche live aus Genf berichten. Wir hoffen auf konkrete Fragen zu Intersex-Genitalverstümmelungen durch den Ausschuss, und nach der Session auf eine weitere unmissverständliche UN-Rüge für Deutschland! Fortsetzung folgt ...

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- CEDAW66 > Intersex-Genitalverstümmelungen: UNO-Ohrfeige für Deutschland!
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen
- "Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) verurteilt IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern"

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday, March 17 2019

VIDEO: "Wie es ist, als Zwitter geboren zu werden" - Izzy Magazin, 07.03.2019

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook


>>> zum Video (auf facebbok)

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Gelungenes Kurzvideo von Monika Rufener >>> Izzy Magazin (auf facebook) mit Daniela Truffer (Zwischengeschlecht.org) und einer geballten Ladung Klartext. Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön – auch an alle, die einen positiven Kommentar schrieben! Schön, dass es mittlerweile doch einige gibt, die Bescheid wissen. Auch wenn (wie andere Kommentare deutlich machen) Aufklärung leider immer noch Not tut ...

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- Auch UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken in CH

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Saturday, February 9 2019

Intersex-Genitalverstümmelungen: UNO rügt Belgien und Italien, fordert "Verbot" + "Aufhebung der Verjährungsfristen"!

[ Français ]  [ English ]

Foto: Gewaltfreier Intersex Protest @ UNHRC UPR #14, Geneva 20.10.2012

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Zwischengeschlecht.org on FacebookWährend seiner 80. Sitzung in Genf prüfte der Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) die Menschenrechtsbilanz Belgiens und Italiens – und befragte beide Vertragstaaten ausdrücklich auch zu Intersex und IGM.

Intersex-Menschenrechtsorganisationen begrüßen, dass der Ausschuss nun beide Staaten für Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) scharf gerügt hat gemäß CRC-Artikel 24 Absatz 3 "schädliche Praktiken" (worunter auch FGM fällt), und insbesondere Belgien ausdrücklich dazu verpflichtete, "die Durchführung unnötiger medizinischer oder chirurgischer Behandlungen an intersexuellen Kindern zu verbieten" und "sicherzustellen", dass Betroffene "Zugang [...] zu wirksamen Rechtsbehelfen [erhalten], auch durch Aufhebung der Verjährung", unter Verweis auf den CRC-CEDAW Gemeinsamen Allgemeinen Kommentar Nr. 18/31 "zu schädlichen Praktiken" und auf das Ziel 5.3 der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), "alle schädlichen Praktiken beseitigen"!

Diese jüngsten Rügen eines UN-Vertragsorgans bedeuten
• die erste Rüge für IGM für Belgien,
• schon die 2. Rüge für IGM für Italien,
• mittlerweile 40 UN-Rügen, die IGM als schwere Verletzung unabdingbarer Menschenrechte verurteilen.

Die Intersex-NGO Zwischengeschlecht.org / StopIGM.org hatte zusammen mit den Intersex-MenschenrechtsverteidigerInnen Claudia Balsamo (Italien) und Thierry Bosman (Belgien) sowie mit Unterstützung von Intersexioni, Intersex Esiste und Intersex Belgium und zusätzlicher Hilfe von Michela Balocchi, Daniela Crocetti und Londé Ngosso substanzielle Beweise für die andauernden IGM-Praktiken in beiden Ländern vorgelegt.

Nachfolgend die vollständigen verbindlichen Intersex-Empfehlungen für beide Länder auf Deutsch (inoffizielle Übersetzung) sowie Links auf die Schattenberichte mit den Beweisen sowie auf die schockierenden Leugnungen und Ausreden beider Staaten während der Befragung durch den Ausschuss in Genf (auf Englisch):

Belgien

2018 CRC Belgium NGO (for PSWG) Intersex IGMIntersex Genital Mutilations in Belgium: 2018 CRC Report
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Reproductive Anatomy
IGM in Belgium  Complicity of the State  Harmful Practice
>>> Download as PDF (376 kb)

2018 CRC Belgium NGO (for Session) Intersex IGMIGM in Belgium: 2018 Follow-Up Report (for Session)
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Reproductive Anatomy
Gov sidelines Intersex Advocates  International IGM Networks in Belgium
>>> Download as PDF (210 kb)

>>> CRC80 Belgium: Full Session Report, Transcripts, Videos
>>>
Belgique > Communiqué de l'ONU souligne l'absence de protection législative
>>> Full CRC Timeline Belgium 2018-2019

Belgien: Vollständige verbindliche CRC80 Intersex-Empfehlungen
>>> Download vollständige Concl Obs:
CRC/C/BEL/CO/5-6 --> paras 25(b)+26(e)

Schädliche Praktiken

25. Der Ausschuss stellt mit Besorgnis fest, dass:

[...]

(b) Intersex-Kinder werden medizinisch unnötigen Operationen und anderen Verfahren unterzogen.

26. Unter Bezugnahme auf die gemeinsame allgemeine Empfehlung Nr. 31 des Ausschusses zur Beseitigung der Diskriminierung von Frauen/Allgemeine Bemerkung Nr. 18 des Ausschusses für die Rechte des Kindes zu schädlichen Praktiken (2014) und unter Berücksichtigung des Ziels 5.3 der Ziele für nachhaltige Entwicklung fordert der Ausschuss den Vertragsstaat auf:

[...]

e) die Durchführung unnötiger medizinischer oder chirurgischer Behandlungen bei intersexuellen Kindern zu verbieten, wenn diese Verfahren ohne Gefahr aufgeschoben werden können, bis die Kinder in der Lage sind, ihre Einwilligung nach Aufklärung zu erteilen; sicherzustellen, dass intersexuelle Kinder und ihre Familien Zugang zu angemessener Beratung und Unterstützung sowie zu wirksamen Rechtsbehelfen haben, auch durch Aufhebung der Verjährung.

Italien

2018 CRC Italy NGO (for PSWG) Intersex IGM

Intersex Genital Mutilations in Italy: 2018 CRC Report
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Reproductive Anatomy
IGM in Italy  Complicity of the State  Harmful Practice
>>> Download as PDF (391 kb)

2018 CRC Italy NGO (for Session) Intersex IGMIGM in Italy: 2018 Follow-Up Report (for Session)
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Reproductive Anatomy
IGM Statistics  International IGM Networks in Italy  Testimonies
>>> Download as PDF (450 kb)

>>> CRC80 Italy: Full Session Report, Transcripts, Videos
>>>
Italy > Intersex Genital Mutilation: Gov Denial makes UN Press Release
>>> Full CRC Timeline Italy 2018-2019

Italien:  Vollständige verbindliche CRC80 Intersex-Empfehlungen
>>> Download vollständige Concl Obs:
CRC/C/ITA/CO/5-6 --> para 23

Schädliche Praktiken

23. Der Ausschuss empfiehlt, dass der Vertragsstaat:

a) ein auf den Rechten des Kindes basierendes Gesundheitsversorgungsprotokoll für intersexuelle Kinder zu entwickeln und umzusetzen, in dem die Verfahren und Schritte festgelegt werden, die von den Gesundheitsteams zu befolgen sind, um sicherzustellen, dass niemand während der Säuglingszeit oder Kindheit einer unnötigen medizinischen oder chirurgischen Behandlung unterzogen wird, die körperliche Integrität, Autonomie und Selbstbestimmung der betroffenen Kinder zu gewährleisten und Familien mit intersexuellen Kindern eine angemessene Beratung und Unterstützung zu bieten;

b) Medizinisches und psychologisches Fachpersonal über das Spektrum der sexuellen und damit verbundenen biologischen und physischen Vielfalt sowie über die Folgen unnötiger chirurgischer und sonstiger medizinischer Eingriffe für Intersex-Kinder auszubilden und zu schulen.

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 38 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Saturday, January 19 2019

D > Intersex-Vereinnahmung durch LGBT-Verband LSVD: "Variante der Geschlechtsentwicklung = transgeschlechtlich" - PFUI!!

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Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

Zwischengeschlecht.org on FacebookDass der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der sich laut aktueller Eigenbezeichnung mittlerweile als LG(B)T-Verband definiert ("Lesben, Schwule und Transgender"), Zwitter gerne als Kanonenfutter für die eigene LGBT- und Genderpolitik missbraucht, ist ja leider absolut nichts Neues, sondern bloss die logische Fortsetzung von 150 Jahren Instrumentalisierung von Zwittern durch die Schwulenbewegung.

Das jüngste himmelschreiende Beispiel ist wieder mal ein typisches für die Masche, Intersex tatsachenwidrig als Untergruppe von Transgender (oder als beliebig austauschbar damit) zu "verkaufen" – ohne Rücksicht darauf, dass diese politische Vereinnahmung den Zwittern klar schadet, da es sie und ihr Hauptanliegen nach Beendigung der andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) unsichtbar macht und zudem schädlichen Vorurteilen über Zwitter Vorschub leistet – Intersex-Vereinnahmung stinkt!!

Das Corpus Delicti:

Eine kürzlich aktualisierte >>> [TRIGGERWARNUNG!!!] LSVD-Unterseite "Ratgeber für inter- und transgeschlechtliche Menschen" findet sich unter den LSVD-Menuepunkten "Recht" > "Ratgeber" > "Intersexuelle" (Check.) und dreht sich (wenig überraschend) hauptsächlich um den "amtlichen Geschlechtseintrag". (Check.) Die Unterseite enthält dabei u.a. jeweils einen Abschnitt zu "Variante der Geschlechtsentwicklung" und einen zu "Transgeschlechtliche Menschen".

Beide Abschnitte behaupten nun einfach frech, dass (wen überrascht's?) "auch [bei] transgeschlechtlichen Menschen" und "Transsexuellen ebenfalls "Varianten der Geschlechtsentwicklung" vor[liegen]" (Check.), bzw. dass "auch [bei] Menschen ohne körperliche Abweichungen [!] [...] eine "Variante der Geschlechtsentwicklung" vorliegt" (Check.), und zwar "aufgrund eines abweichenden subjektiven Geschlechtsempfindens". (BINGO!!)

(Wohl aus lieber Gewohnheit findet sich zusätzlich im letzten Abschnitt "Fazit" weiterhin auch das altbekannte Vereinnahmer-Märchen von den sagenhaften "intergeschlechtliche[n] Menschen [...], bei denen keine körperlichen Abweichungen [!] vorliegen, die sich aber ernsthaft und nachhaltig als weder weiblich noch männlich empfinden"Check + BINGO No. 2!!!)

Was dieses Beispiel besonders krass macht:

Es ist eines der ersten, das ausdrücklich den Begriff "Variante der Geschlechtsentwicklung" zum Vereinnahmen missbraucht – ein relativ neuer Begriff für Zwitter oder Intersex-Menschen mit einem ethisch-menschenrechtlichen Hintergrund (vgl. Nationale Ethikkommission, 2012), von Betroffenen vorgeschlagen u.a. weil "Intersex" schon damals im politischen Diskurs z.T. mehr vereinnahmend als in der tatsächlichen Bedeutung kursierte.

Fazit: Egal welchen Begriff Zwitter/Intersexe/Hermaphroditen auch immer für sich gebrauchen (oder sich gar neu ausdenken) – es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis LGBT-Interessengruppen dieen Begriff instrumentalisieren und missbrauchen! 

Wie lange noch?!

Siehe auch:
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität" 
- Zwitter-Vereinnahmung: "Überschuss von Projektion" (Georg Klauda, 2002) 
- "Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen IGM? Denkste!
- IDAHIT*: Lasst uns über Intersex-Vereinnahmung reden
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung 
- Das Problem der Instrumentalisierung durch LGBTQ
- Mit der Hoffnung im Herzen
- Trans-Mensch Xander Dorn neu "Intersexuell" – Typisches Beispiel für die Folgen der Intersex-Vereinnahmung von "Dritte Option"
- Du sollst nicht die Leiden der Zwitter als Aufhänger und 'Material' für deine eigenen Forderungen und Kämpfe benutzen! 
- "Intersexualität" = "sexuelle Identität und Lebensweise"??! – Grüne VereinnahmerInnen immer noch nichts gelernt 
- Klaus Wowereit und Ole von Beust: Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- LSVD und Zwittervereinnahmung: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück? 
- Heute im Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" 
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!" (I)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Geschlecht: Zwangsoperiert 
- Liminalis: Aus Transschändrien nix neues
- "Who killed David Reimer?"
- "Intersexualität" = sexuelle Orientierung?!
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ... 
- Zwitter als Kanonenfutter für die Transgenderagenda?
- Heinz-Jürgen Voß in "Liminalis" 3 (2009) – Zwitter-Vereinnahmung wie gehabt ... 
- QueerGrün missbrauchen Zwittersymbol für TSG-Kampagne
- Genitalverstümmelungen an Zwittern als "Nebenwiderspruch" des Zweigeschlechtersystems? (Von der Frauenbewegung lernen 2)

Friday, January 11 2019

Intersex-Aktenvernichtung: Betroffene fordern Wahrheitskommission

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Zwischengeschlecht.org on FacebookPressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 11.01.2019:

Stellungnahme der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org
zur Antwort des Regierungsrates des Kantons Zürich (PDF)
[1]
auf die Anfrage KR-Nr. 328/2018 "Aktenvernichtung bezüglich Operationen an Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung im Kinderspital Zürich" von Brigitte Röösli (SP), Karin Egli-Zimmermann (SVP) und Barbara Günthard Fitze (EVP) [2]:

Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

Wir sind entsetzt. Dass Kinderspital, Universität und Staatsarchiv Zürich das Menschenrecht auf Wahrheit durch ein angeblich vorrangiges "medizinethisches Recht auf Nichtwissen" aushebeln wollen, ist ein Skandal und ein erneutes massives Unrecht an allen, die im Kispi verstümmelt und angelogen wurden und werden.

Kispi und Uni haben ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Es braucht eine unabhängige Wahrheitskommission mit angemessener Beteiligung der Betroffenen – statt Aktenvernichtung und Vertuschung durch die heutigen Täter.

Nicht-eingewilligte Genitaloperationen mit psychosozialer Indikation und andere irreversible Eingriffe an Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung sind schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen. Betroffene haben ein unabdingbares Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung, auch in der Schweiz. Dies unterstreichen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Nationale Ethikkommission (NEK-CNE) [3], der UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) [4], der UN-Menschenrechtsausschuss (CCPR-HRCttee) [5], der UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) [6], der UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) [7], u.v.a.m.

Das Staatsarchiv und der Regierungsrat stehen in der Pflicht, alle Betroffenen angemessen zu benachrichtigen, die seinerzeit im Kispi nicht-eingewilligten Genitaloperationen und anderen nach heutigem Rechtsverständnis rechtswidrigen Eingriffen unterzogen wurden, und deren Krankenakten sich heute im Besitz des Staatsarchivs befinden.

[1]  Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich, Sitzung vom 19. Dezember 2018: 1244. Anfrage (Aktenvernichtung bezüglich Operationen an Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung im Kinderspital Zürich) (PDF 58 kb)

[2]  https://blog.zwischengeschlecht.info/post/2018/10/29/Intersex-Aktenvernichtung-Uberparteiliche-Anfrage-im-Kantonsrat-ZH

[3]  Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin NEK-CNE (2012): Zum Umgang mit Varianten der Geschlechtsentwicklung. Ethische Fragen zur «Intersexualität», Stellungnahme Nr. 20/2012

[4]  CAT/C/CHE/CO/7, para 20

[5]  CCPR/C/CHE/CO/4, paras 24-25

[6]  CRC/C/CHE/CO/2-4, paras 42­-43

[7]  CEDAW/C/CHE/CO/4-5, paras 24-25

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche. Verjährungsfristen müssen so angepasst werden, dass erwachsene IGM-Betroffene klagen können.

Freundliche Grüsse

Daniela "Nella" Truffer, Markus Bauer
Gründungsmitglieder Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0)76 398 06 50, +41 (0)78 829 12 60
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>> 2016: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung? 
>>> 2018: Aktenvernichtung im Kispi – Betroffene fordern Gerechtigkeit!
>>>
Intersex-Aktenvernichtung: Überparteiliche Anfrage im Kantonsrat ZH
>>> "Akten von Intersex-Patienten vernichtet" - NZZ, 31.10.2018
>>> "Intersexualität: Bei Aufarbeitung wurden Akten vernichtet" - ZRZ, 31.12.2018

>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen
>>>
Intersex-"Genitalkorrekturen": Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
>>> Intersex-Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Wer sind die Täter? 

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 38 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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