Die Zwitter Medien Offensive geht weiter!

Im Strassenmagazin "Surprise" Nr. 183 vom 22. August 2008 ist ein Portrait über mich Titelgeschichte:

"Frann oder Mau? - Bloss nichts Zweideutiges: Um klare Verhältnisse zu schaffen, werden Zwitter bereits im Kleinkindalter zwangsoperiert. Ob Mädchen oder Bube, darüber entscheiden Ärzte und Eltern, nicht aber die Betroffenen."

Dank an die Verfasserin Ivana Leiseder für den Artikel, der unsere wichtigsten Anliegen auf den Punkt bringt! Und auch den GrafikerInnen für das aufrüttelnde Titelbild, das die schockierende Thematik treffend umsetzt.

Ebenfalls erfreulich, dass auch Karin Plattner von der Schweizerischen Elternselbsthilfegruppe mit einem guten Zitat zu Wort kommt:

"Die Ärzte wollten so rasch wie möglich operieren. Man versuchte uns einzureden, andernfalls drohe das soziale Aus von uns respektive unserem Kind." Die Plattners gehören zu den wenigen Eltern, die sich gegen eine Operation entschieden haben. Heute sind sie froh darum: "Warum hätten wir unser Kind operieren lassen sollen? Es ist ja völlig gesund. Ausserdem hat, entgegen der Ankündigung der Ärzte, niemand Probleme mit der Intersexualität unseres Kindes, im Gegenteil." Später soll es einmal selbst entscheiden können, ob es Frau, Mann oder beides sein möchte. "Dies wird in unserem Umfeld sehr gut akzeptiert."

Entlarvend einmal mehr die Aussagen der Mediziner (die sich den CH-Medien neuerdings konsequent verweigern), die - allen schönen Lippenbekenntnissen zum Trotz - letztlich den Zwangsoperierten wie üblich knallhart jegliches Recht über ihren eigenen Körper absprechen:

"Die Entscheidung für oder gegen einen Eingriff liegt bei den Eltern." Man bemühe sich heute, die Eltern zu betreuen und sie, soweit möglich, über ihr Kind zu informieren. Gleichzeitig würden medizinische und soziale Abklärungen veranlasst, aufgrund derer ein Spezialistenteam ein möglichst individuelles therapeutisches Vorgehen für das jeweilige Kind suchen. Dass sich Eltern bei der Geburt ihres Kindes für nicht mehr umkehrbare Operationen entscheiden müssten, sei kaum mehr der Fall. "Die Option abzuwarten wird immer häufiger auch von ärztlicher Seite befürwortet." Allerdings räumt Weber unverhohlen ein: "Das Schweizer Gesetz verlangt, dass jedem Kind ein Geschlecht zugeordnet wird."

Als ob für einen Geschlechtseintrag zuerst eine Zwangs-OP nötig wäre ...

Leider handelt es sich nicht mehr ganz um den von Ivana Leiseder (freie Mitarbeiterin bei "Surprise") geschriebenen und von mir autorisierten Text. Die zuständige "Suprise"-Redakteurin hat nachträglich Aussagen gestrichen oder stark gekürzt, die meines Erachtens wichtig gewesen wären, beispielsweise meine Beschreibung der Folgen von Zwangskastrationen.

Besonders bedenklich: Offenbar ist es bei "Surprise" Brauch, sogar autorisierte Zitate nach Gutdünken zu verändern. Aus meiner ursprünglichen Aussage:

„Auch heute noch geschehen massive Menschenrechtsverletzungen, werden Intersexuelle ohne Einwilligung und ohne eingehende Aufklärung genitalen Zwangsoperationen unterzogen - und das muss aufhören“, meint Truffer, die inzwischen eine Selbsthilfegruppe für intersexuelle Menschen gegründet hat.

wurde kurzerhand:

"Zwar werden die Eltern heute informiert, aber noch immer werden Intersexuelle ohne ihre Einwilligung und ohne eingehende Aufklärung Zwangsoperationen unterzogen. Das muss aufhören", fordert Truffer.

Mein Hinweis auf Menschenrechtsverletzungen wird weggelassen und durch eine Aussage über informierte Eltern ersetzt, die ich in dieser Form nie gemacht habe.

Und das ausgerechnet beim Strassenmagazin "Surprise", das ich für seinen sozialen Anspruch sehr schätze!

Nella

Siehe auch: Vorschau "Surprise"

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