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Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 06.02.2013:

»Ein Land, das sexuelle Verstümmelungen als 'barbarisch' ächtet und zu Recht bestraft,    
sollte auch kosmetische 'Genitalkorrekturen' an Kindern nicht mehr tolerieren.«
    
Daniela Truffer    

Hände weg von Kindergenitalien!

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Der Kampf von Betroffenen von weiblicher Genitalverstümmelung und ihrer UnterstützerInnen dauert schon ungleich länger als die Bestrebungen der Zwitterbewegung, und immer noch werden täglich wehrlose Mädchen genitalverstümmelt.

Es kam nicht von heute auf morgen, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO Position für die Betroffenen ergriff.

Wir gratulieren allen Beteiligten solidarisch zum heutigen Jubiläum, und wünschen weiterhin viel Kraft und Erfolg! Und bringen zur Feier des Tages auf dem Weblog Zwischengeschlecht.info nur gute Nachrichten. [eins] [zwei]

Gleichzeitig möchten wir alle westlichen UnterstützerInnen dieses Kampfes respektvoll daran erinnern:

Was Kindern mit "atypischen Genitalien" in unseren Kinderkliniken immer noch angetan wird, von "aufgeklärten" MedizynerInnen und bis heute letztlich mit stillschweigender Duldung von Gesellschaft und Politik, ist nicht in allen, aber in vielen Aspekten vergleichbar mit der "afrikanischen Genitalverstümmelung", und wird seit 20 Jahren von Betroffenen öffentlich angeklagt als "westliche Form der Genitalverstümmelung".

Bis in die 1980er-Jahre wurde "im Westen" tausenden und abertausenden wehrlosen Kindern eine "zu große Klitoris" kurzerhand amputiert oder gar "ausgekernt".

Die Medizyner behaupteten dazu bis in die 1990er-Jahre "die Orgasmusfähigkeit leidet unter der Klitorisentfernung nicht", und stellten diese Eingriffe zum Teil explizit in eine Reihe mit der "Beschneidung von Mädchen bei afrikanischen Naturvölkern".

Bis heute weigern sich die beteiligten Universitäten und Standesgesellschaften, dieses Unrecht nur schon anzuerkennen, geschweige denn aufzuarbeiten oder nur schon endlich mit den heutigen "modernisierten" Verstümmelungsformen aufzuhören.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

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