Es ist ein befremdliches Gefühl, Dinge zu äussern, die dann von
Aussenstehenden um 180 Grad verdreht werden und für die Interpretation
angegriffen zu werden, die der Betrachter aufgestellt hat, mit dem eigentlichen
Inhalt aber nichts zu tun hat. Vielleicht ist es genau das, warum ich den
letzten Beitrag geschreiben habe? Weil genau das symptomatisch ist für die
Fehlzuordnung (auch die geschlechtliche) von Menschen? Diese Aussenzuordnungen,
die nicht mit dem eigenen Selbst zu tun haben, scheint mir eins der Knackpunkte
zu sein, wenn es darum geht gesellschaftliche Anerkennung zu erhalten: In der
Zuschreibung von Aussen, anstatt genau hinzusehen und das zu verstehen, was da
eigentlich ist - nicht das, was daraus gemacht wird, weil es irgendwie besser
ins Konzept passt.
Sehr geehrte Frau Lauber,
es ist sicherlich gut und wichtig, dass die Medien endlich einmal kritisch
über die Definitionen und Verfahrensweisen in Sachen Intersexualität berichten,
Zwangsoperationen und
geschlechtliche Fehlzuweisungen sind mitunter eine der grössten menschlichen
Vebrechen, die bislang stattfinden konnten, weil hier unkritisch
Medizinermeinung übernommen
wurde. Dennoch würde ich mir wünschen, dass dies im Zusammenhang mit
"Transsexualität" ebenso passiert - doch leider ist vielmals hier das dulden
von Vebrechen und
Fehlzuordnungen bzw. das Übernehmen medizinischen Unsinns noch weit
verbreitet.
So schreiben sie über Transsexualität:
Transsexuelle... sind "körperlich eindeutig Mann oder Frau, fühlen sich
jedoch als Angehörige des anderen Geschlechts".
Zwar mag dies so offizielle Mediziniermeinung sein, dennoch hat dies mit den
Tatsachen relativ wenig zu tun. Transsexuelle Menschen sind...
Mädchen, die mit Penis und Hoden geboren werden
Jungs, die mit Vagina und Gebärmutter auf die Welt kommen
Sie fühlen sich ihrem EIGENEN Geschlecht zugehörig. Nicht mehr und nicht
weniger.
Gerade transsexuelle Frauen haben unter diesen Fehlzuordnungen zu leiden,
die Auswirkungen sind fatal: So gehören nach wie vor Verletzungen der
psychischen Gesundheit durch
Mediziner (durch eine permanente geschlechtliche Fehlzuordnung), öffentliche
DIskriminierungen durch Fehlbehauptungen in den Medien, bis hin zu körperlichen
Angriffen aus Medizin
und Gesellschaft (jedes Jahr sind insbesondere transsexuelle Frauen Opfer von
Gewalttaten) zum allgemein gesellschaftlichen Konsens. Dabei haben unkritisch
von der Medizin
übernommene Formulierungen eine dirkete Auswirkung auf das gesellschaftliche
Bild... wer behauptet, dass z.B. transsexuelle Frauen Männer wären, der wird
durch diese
geschlechtliche Fehlzuordnung dafür sorgen, dass Vebrecher und Gewalttäter eine
öffentliche Legitimation für ihre Taten erhalten. Im Sinne des Schutzes der
Opfer würde ich mir
daher wünschen, wenn hier in Zukunft ein wenig kritischer an die Thematik
herangegangen werden würde.
Schauen sie sich doch einmal folgenden auf der Seite des UNHCR aufgeführten
Berichtes an, dann wissen sie, inwiefern die Auswirkungen einer
geschlechtlichen Fehlzuordnung
tatsächlich ganz konkrete Opfer fordert. Darüber gesprochen wird leider bis
heute nicht. Schade eigentlich, denn genau dies wäre doch an sich auch eine
Aufgabe der Medien. Meinen
sie nicht?
Hier der Link:
http://www2.ohchr.org/english/bodie...
Ein kurzes Statement ihrerseits wäre schön.
Kim Schicklang
Menschenrecht und Transsexualität
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