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CEDAW: Offener Brief des Deutschen Juristinnenbundes erwähnt Zwitter

Der djb hatte das CEDAW-Geschehen regelmässig verfolgt. In einem Offenen Brief an die CEDAW-Verantwortliche der Bundesregierung, Familienministerin von der Leyen, redete der djb am 4.3. (dem Vortag der CEDAW-Bundestagsdebatte) einmal mehr Klartext – und erwähnt erstmals "inter- und transsexuelle Frauen":

Und warum wird die Aufforderung an die Bundesregierung, in zwei Jahren einen Zwischenbericht über die getroffenen Maßnahmen [...] über die Zusammenarbeit mit den Verbänden von inter- und transsexuellen Frauen vorzulegen, überhaupt nicht erwähnt?

Danke!!

Der Offene Brief ist auch auf der CEDAW-Page des Deutschen Frauenrates enthalten. Dort gibts ebenfalls Klartext über die versammelten Ausweichmanöver der Bundesregierung in Sachen CEDAW – sowie einen Eintrag über den Zwitter-Schattenbericht noch aus dem alten Jahr:

Schattenbericht für Intersexuelle

18.12.2009 - Menschenrechte auch für Zwitter fordert der Verein Intersexuelle Menschen e.V. und hat daher einen eigenen CEDAW-Schattenbericht am 15. Dezember in Berlin vorgestellt.

Nach offiziellen Schätzungen leben etwa 80.000 bis 120.000 medizinisch mit dem Begriff „intersexuell“ („DSD“) klassifizierte Menschen in der Bundesrepublik Deutschland.

Viele von ihnen werden systematisch medizinisch nicht notwendigen und traumatisierenden Zwangsbehandlungen unterworfen. Diese stellten einen erheblichen Verstoß gegen ihr Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und Würde dar, so der Verein, der die vollständige Umsetzung und Anwendung der Menschenrechte auch für Intersexuelle fordert.

Staatenbericht ignoriert Nöte der Intersexuellen

Intersexualität berührt eine Vielzahl universeller Menschen- und Frauenrechte. Mit ihrem Schattenbericht will der Verein Intersexuellen Menschen e.V. über die physische, psychische und soziale Situation intersexueller Menschen in Deutschland aufklären und die vollständige Umsetzung der Menschenrechte auch für intersexuelle Menschen durchzusetzen. Im 6. Staatenbericht der Bundesregierung zu CEDAW fänden die Anliegen intersexueller Menschen kein Gehör, bemängelt die Lobby für Intersexuelle. Deutschland dürfe als CEDAW-Vertragsstaat die schweren Menschenrechtsgefährdungen und -verletzungen an intersexuellen Menschen nicht mehr länger ignorieren.

Kommentar zum Frauenrat-Eintrag: Wenn da nur dieses Wort im letzten Satz nicht wäre! Lieber Frauenrat, "Menschenrechtsgefährdungen" an "Intersexuellen" ist a) die Untertreibung des Jahrzehnts: Die Menschenrechtsverletzungen an Zwittern sind in den "westlichen Demokratien" seit dem 2. Weltkrieg die wohl massivsten Menschenrechtsverletzungen überhaupt!! Und b) ein ziemlich peinlicher Griff in die falsche Schublade.

Ansonsten auch hier: Danke!!

Siehe auch:
- Schattenbericht Intersexuelle Menschen e.V.
- Schattenbericht: Bundesregierung leugnet Menschenrechtsverletzungen an Zwittern 
- Zwitter-Demos vor der UNO 26.1.
- Weitere Medienberichte zu Genf
- Genf: UNO mahnt Bundesregierung
- CEDAW: Schriftliche Empfehlungen an die Bundesregierung
- Oliver Tolmein zu CEDAW-Empfehlungen
- CEDAW: Offener Brief des Deutschen Juristinnenbundes erwähnt Zwitter
- CEDAW im Bundestag: Nach bekanntem Muster