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Zwitter im "finsteren" Mittelalter: Gesellschaftlich und rechtlich anerkannt, pragmatisches Privileg der Geschlechtswahl

«Alle Menschen sind Männer, oder Frauen, oder Hermaphroditen.» intersex.hypotheses.org

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Zwischengeschlecht.org on FacebookErst kürzlich wurde es an der bahnbrechenden historischen Tagung "Männlich-weiblich-zwischen 2015" von ExpertInnen mehrfach bestätigt und bekräftigt: Während deutlich mehr als tausend Jahren war die Existenz von Hermaphroditen als natürliche Variation bei Mensch und Vieh in der Gesellschaft anerkannt. Ebenso im kanonischen Kirchenrecht und im bürgerlichen Zivilrecht, das Betroffenen (vor allen "Normalos"!) obendrein das pragmatische Privileg zugestand, vor Volljährigkeit selbst entscheiden zu dürfen, ob sie als Männer oder als Frauen leben wollten (und dabei eine frühere Entscheidung ihrer Eltern gegebenenfalls auch umzustoßen).

Erst das "Licht der Aufklärung", im speziellen die "moderne" Biologie und Medizin, führte zunächst zur gesellschaftlichen Unsichtbarmachung von Intersexen, und ab 1950 schießlich zur medizinischen Auslöschung mittels systematischer Intersex-Genitalverstümmelungen.

Christof Rolker hat nun verdankenswerterweise auf seinem Blog einige >>> wichtige Quellen zur Situation im Kirchenrecht von 1140-1889 zusammengetragen. Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön!

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen