Meine 2 Cent:

So lange noch täglich wehrlose kleine Zwitter zwangsoperiert werden, ist das Stoppen dieser systematischen, schwer wiegenden Menschenrechtsverletzungen vor der eigenen Haustür für jede_n, der_die etwas für die Verbesserung der Lage der Zwitter tun will, die allererste Pflicht.

Wer stattdessen im Namen der Zwitter andere politische Forderungen an die Spitze stellt wie z.B. "Änderung des Transsexuellengesetzes" (TGNB), "Abschaffung des Geschlechtseintrags" (101 intersex), "Dekonstruktion von Geschlecht" (IVIM) (Nachtrag 5.4.09: Inzwischen hat IVIM in der Forderungsliste das "Recht auf körperliche Unversehrtheit" an 1. Stelle gesetzt), usw., und dafür die Beendigung der Zwangsoperationen an Zwittern hinten anstellt (oder gleich ganz weglässt), vereinnahmt die Leiden der zwangsoperierten Zwitter für seine_ihre eigene Agenda – wohl wissend, dass die eigenen Diskriminierungen gegenüber den Zwangsoperationen vergleichsweise harmlos sind – und trägt mit dazu bei, dass die massiven Menschenrechtsverletzungen an Zwitterkindern "unsichtbar" bleiben und weiter andauern.

So lange Zwitter nicht mit demselben Recht auf einen intakten, unverstümmelten Körper aufwachsen können, wie all die sie vereinnahmenden (Rand-)Gruppen auch – so lange das Ausrotten der Zwitter als Spezies durch die Zwangsoperationen weitergeht – so lange wird es keine Gerechtigkeit geben ...

(Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gibt unbestrittenermassen auch LGBTQs, die mit Zwittern solidarisch sind ohne sie zu vereinnahmen. Auch von den Vereinnahmer_innen haben bestimmt viele "nur die besten Absichten" – aber um die Zwangsoperationen endlich zu stoppen, ist gut gemeint nunmal definitiv nicht gut genug.)
Siehe auch:
- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002
- 2008: "Transgenderfraktion" vs. "Menschenrechtsfraktion" (Jahresrückblick, Teil 3)
- "Who killed David Reimer?"
- "Intersexualität" = sexuelle Orientierung?!
- Liminalis: Aus Transschändrien nix neues
- QueerGrün missbrauchen Zwittersymbol für TSG-Kampagne
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität"