Zwischengeschlechtliche ehrten Milton Diamond, Hamburg 30.1.08

In einem Vortrag "Gesetzliche und ethische Probleme bei der Behandlung von Kindern und Heranwachsenden mit Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung" an der juristischen Fakultät der Victoria University in Neuseeland forderte Prof. Dr. Milton Diamond (Hawaii, Pacific Center for Sex and Society) explizit ein gesetzliches Verbot der genitalen Zwangsoperationen an Zwitterkindern und rief konkret zu entsprechenden Gesetzesänderungen auf. Aus einem >>> englischen Bericht aus LawTalk, dem Onlinemagazin des neuseeländischen Anwaltsverbandes:

Ändert das Gesetz, um Genitaloperationen an Kindern zu verbieten, sagt Professor

Geschlechtsangleichende Operationen sollten nicht an Kindern durchgeführt werden, sagte Dr. Diamond an einem öffentlichen Vortrag. [...]

"Die informierte Zustimmung muss durch die betroffene Person erfolgen - durch das Kind", sagte er. "Eltern sollten nicht das Recht haben, dem Kind etwas wegzunehmen, was wir das Recht auf eine offene Zukunft nennen. Es geht darum, das Selbstbestimmungsrecht des Kindes zu schützen."

Im Anschluss an seine Vorlesung sprach Dr. Diamond mit LawTalk darüber, was dies für das Gesetz bedeutet.

Zum jetzigen Zeitpunkt, sagte er, können die Mediziner tun und lassen, was sie wollen, vonnöten wäre eine Gesetzesänderung, dass sie keine Operationen mehr vornehmen dürfen ohne die informierte Zustimmung des Patienten selbst."

[...]

Wie sollte also das Gesetz geändert werden? Sollten geschlechtsangleichende Operationen ohne informierte Zustimmung unter Strafe gestellt werden, oder sollte dies etwas sein, wofür Mediziner von ihren eigenen Verbänden disziplinarisch gemassregelt werden sollten?

"Beides", sagte Dr. Diamond. "Was immer es braucht, damit es aufhört. Ich will nicht, dass es weiter geschieht." [...] "Es handelt sich um ein Menschenrechtsanliegen." [...]

Milton Diamond äusserte sich auch zum Thema Krebslüge & Zwangskastrationen an Zwittern:

[...] Mediziner würden mit einer Reihe von Rechtfertigungen argumentieren, die weder medizinisch noch wissenschaftlich korrekt seien. Ein Beispiel sei die Entfernung von Hoden aufgrund von Krebsgefahr. Diese betrage jedoch lediglich etwa 2%. Das Risiko für Brustkrebs bei Frauen betrage demgegenüber 20%. "Man geht deshalb trotzdem nich hin und entfernt Brüste prohylaktisch", sagte Dr. Diamond. "Man wartet, bis sich zeigt, dass wirklich etwas passiert. Dasselbe gilt auch für Hoden."

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!

Kommentar:

Einmal mehr Klartext von Milton "Nature loves variety, but society hates it" Diamond!

Schon in früheren Veröffentlichungen hielt Diamond als grosse Ausnahme unter den "ExperInnen" unmissverständlich fest: "Zwei Hauptinteressen stehen vor allem auf dem Spiel: die körperliche Unversehrtheit und die Selbstbestimmung." (englischer Originaltext / deutsche Übersetzung auf intersex.schattenbericht.org)

Auch war Milton Diamond bekanntlich derjenige Wissenschaftler, der sich als einziger getraute, John Moneys Lügen und wissenschaftliche Fälschungen, denen hunderttausende von Zwittern zum Opfer fielen (und aus denen die Gendertheorie entsprang), öffentlich als solche zu benennen.

Ebenso war es Milton Diamond, der von Anfang an als entschiedener Kritiker des pathologisierenden Medizynerbegriffs "DSD (Disorder of Sex Development = Störungen der Geschlechtsentwicklung)" auftrat und die Medizyner öffentlich aufforderte, ihn umzubenennen in "Variationen der Geschlechtsentwicklung". Eine Kritik, die er seither mehrfach bekräftigte.

Aus diesem Gründen sind ihm Zwischengeschlechtliche in Dankbarkeit verbunden – wie auch Elisabeth Müller in ihrer spontanen Dankesrede anlässlich der Ehrung in Hamburg festhielt:

Denn normalerweise werden wir von Medizinern mehr oder minder geschädigt. Bei Milton Diamond ist dies etwas anderes. Wir Zwischengeschlechtlichen können ihm in die Augen sehen und wissen, dass er uns wohlgesonnen ist. Bei Milton Diamond braucht sich kein Hermaphrodit unwürdig zu fühlen.

Kein Wunder, versuchen (Trans-)GendertheoretikerInnen und John-Money-Apologeten wie z.B. Heinz-Jürgen Voß und das Transgender Netzwerk Berlin (TGNB) deshalb immer wieder, Milton Diamond mit (bezeichnenderweise stets unbelegten) Lügen zu diskreditieren, wie eigentlich sei Diamond schuld am Selbstmord des John-Money-Opfers David Reimer, oder gar, Milton Diamond würde angeblich seinerseits Zwangsoperationen an Zwitterkindern propagieren, weshalb Zwitter angeblich besser daran täten, statt mit Milton Diamond gesetzliche Massnahmen gegen Zwangsoperationen zu fordern, sich bei den Transgendern vor den Karren spannen zu lassen, sprich für diese die Abschaffung der Geschlechter zu fordern – und somit den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.

Was es braucht, sind gesetzliche Massnahmen zur sofortigen Beendigung der kosmetischen Genitaloperationen an Kindern!

Menschenrechte auch für Zwitter – insbesondere das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung!