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Ein weiterer "Blick über den eigenen Tellerrand hinaus":

Hände weg von Kindergenitalien!

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Unter dem Titel "administrative" oder "fürsorgerische Zwangsmassnahmen" wurde in der Schweiz z.T. bis in die 1980er Jahre eine Vielzahl gravierender Menschenrechtsverletzungen an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gerechtfertigt, darunter Kindeswegnahme, Einweisung in Heime und Gefängnisse, das Verdingkindwesen (weggenommene Kinder und Waisen wurden als billige Arbeitskräfte an Bauern versteigert), sowie eugenische Abtreibungen, Zwangsserilisierungen und Zwangskastrationen, aber auch Pharma-Experimente (dieser Blog berichtete).

Diese Woche hat sich nun eine Vertreterin der Bundesregierung offiziell bei den Betroffenen entschuldigt – das Thema "Entschädigung" wurde dabei allerdings höchstens indirekt angesprochen, wie Betroffene zu Recht kritisieren. Stattdessen soll nun – wohl nach deutschem "Vorbild" – ein "Runder Tisch" einberufen werden, um die lästigen Opfer mundtot zu machen und letztlich abzuwimmeln. Dazu gehört auch, dass eine generelle Entschädigung für Opfer vom mit dem "Runden Tisch" Beauftragten kategorisch abgelehnt wird, wie Betroffene ebenfalls zu Recht empört konstatieren. Sie fordern, die offizielle Entschuldigung dürfe "nur ein Anfang sein". Auch die Deutsche Apothekerzeitung berichtete über die offizielle Regierungs-Verlautbarung vom "dunklen Kapitel in der Geschichte unseres Landes" (jedoch ohne Erwähnung der Entschädigungsforderung der Betroffenen).

Nachtrag: Sehr guter Artikel von Fredi Lerch 

>>> netzwerk-verdingt.ch 
>>> www.kinderheime-schweiz.ch
>>> verdingkinderreden.ch 
 

Siehe auch:
- Vom Mut und den Erfahrungen der ehemaligen Heimkinder lernen 
- "Runder Tisch Heimerziehung": Betroffene zum 2. Mal gedemütigt und erpresst
- "Als wären wir zur Strafe hier" + "Runder Tisch Heimerziehung" fest in TäterInnenhand
- Alle Posts zu "Blick über den eigenen Tellerrand hinaus"