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'STOP Intersex Genital Mutilation!' - UNHRC Geneva 20.10.2012

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Seit 2005 wird am 17. Mai der "Internationale Tag gegen Homophobie" begangen ("IDAHO = International Day Against Homophobia").
Das Datum erinnert an den 17. Mai 1990, den Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel zu streichen.

Im letzten Jahr gingen in Deutschland einige regionale Veranstalter_innen (z.B. in Jena) dazu über, zusätzlich ein T und einen * anzuhängen (IDAHOT*), um explizit sichtbar zu machen, dass auch Transphobie und phobisches Verhalten gegen weitere Gruppen bekämpft werden soll.

Dieses Jahr fällt der 17.5. in Deutschland zufällig auf den Folgetag, nachdem am 16.5. im Bundestag zum allerersten Mal über ein explizites gesetzliches Verbot von Intersex-Genitalverstümmelungen debattiert wird.

Passend dazu macht Leipzig 2013 als erster Veranstaltungsort den bemerkenswerten Schritt, auch Intersexe explizit mit einzubeziehen, und änderte deshalb das Akronym für die diesjährige Veranstaltung zu "IDAHIT*".

Gleichzeitig heisst es auf dem IDAHIT* 2013-Flyer und in der Forderungsliste explizit:

[...] Auch Intergeschlechtlichkeit, also das Aufweisen körperlicher Merkmale beider Geschlechter bzw. eine uneindeutige Geschlechtlichkeit, wird heute noch pathologisiert und von der Medizin als „Sexualdifferenzierungsstörung“ bezeichnet und meist ohne medizinische Notwendigkeit „behandelt“. [...]

Die Pathologisierung von Intergeschlechtlichkeit und damit einhergehend der Zwang zur Zweigeschlechtlichkeit hat zur Folge, dass Kinder mit uneindeutigen Genitalien in der Regel kurze Zeit nach der Geburt geschlechtsangleichenden Operationen (z.B. Kastration, Klitorisverkleinerung, Anlegen einer Neovagina) unterzogen werden, die in vielen Fällen mit Komplikationen verbunden sind und oft lebenslange Hormontherapien nach sich ziehen. Von vielen Betroffenen wird dies im Nachhinein als äußerst traumatisierend beschrieben. [...]

Was wir wollen!

[...] Pathologisierung von [...] Intersexualität sowie Operationen ohne die Einwilligung der Betroffenen an intergeschlechtlichen Menschen müssen aufhören!

 Wir fordern ein gesetzliches Verbot medizinischer Eingriffe sowie den sofortigen Stopp der gängigen medizinischen Praxis an Intersexen. [...]

Dafür von diesem Blog an alle Beteiligten ein ganz herzliches Danke!

Diese explizite Unterstützung im Kampf um die Beendigung der Intersex-Genitalverstümmelung ist umso bemerkenswerter, als auch die Leipziger Universitäts-Kinderklinik immer noch entsprechende kosmetische "Genitalkorrekturen" im Angebot hat, und kürzlich ein Uni-Kinderarzt auf Radio Mephisto "Genitalkorrekturen" rechtfertigte, aber gleichzeitig der Uni-Kinderklinikdirektor in der Öffentlichkeit so tut, als wäre dies alles gar nicht der Fall.

Bezeichnender noch, kürzlich wollte die Universitätsklinik Leipzig (nicht als erste) Zwischengeschlecht.info verbieten, öffentlich darauf hinzuweisen, dass die Universitäts-Kinderklinik solche kosmetische Intersex-"Genitalkorrekturen" auch 2013 unverändert online anbietet, und dass Überlebende diese Eingriffe seit mindestens 17 Jahren explizit als "Genitalverstümmelung" erfahren und kritisieren – und droht dazu einer Überlebenden von Intersex-Genitalverstümmelungen, die für den Blog gar nicht verantwortlich ist, mit einem Prozess ...

>>> Offener Brief an Universitäts-Kinderklinik Leipzig  
>>> Beitrag Radio Mephisto

>>> Intersex-Bericht & Interview im Kreuzer 

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale Zwangsoperationen"