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Die Zwitter Medien Offensive™ bevor sie so hieß!

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

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Im Herbst 1996 hatte die Intersex Society of North America (ISNA) zum ersten internationalen Treffen eingeladen. 10 Betroffene hauptsächlich aus den USA nahmen daran teil, 8 davon stellten sich für einen Film zur Verfügung, um die neu entstandene Bewegung zu dokumentieren. Diesen >>> bahnbrechenden 35-Minuten-Clip gibt's nun seit kurzem in der Originalversion auch via youtube zum online nachgucken.

Die Bedeutung dieses Films kann gar nicht hoch genug angesetzt werden. Jede_r des englischen zumindest halbwegs Mächtige sollte sich die Zeit nehmen, dieses bewegende Dokument reinzuziehen. Die ersten 5 wichtigen Gründe dafür, die mir grad einfallen:

  • Mani Bruce Mitchell sagt ausdrücklich, dass es sich um Verstümmelungen an kleinen Kindern handelt, die aufhören müssen, und ist damit nicht die einzige.
  • Heidi Walcutt (1961-2010) spricht gegen Schluss klar und explizit aus, dass es sich bei den systematischen Genitalverstümmelungen an Kindern mit "atypischen" Geschlechtsteilen um einen Versuch handelt, diese spezifische Gruppe als solche aus der Gesellschaft und aus der Welt zu schaffen, und damit um eine Form von Genozid.
  • Angela Moreno sagt – wie auch sonst Betroffene, die einen Vorher/Nachher-Vergleich hatten – im Schlussstatement klipp und klar, dass auch die "nervschonenenen modernen Operationsmethoden" zur "Klitorisreduktion" definitiv zu einer deutlich spürbaren Verminderung der sexuellen Empfindungsfähigkeit führen.

Die MedizynerInnen & Co. inkl. dem Deutschen Ethikrat und PolitikerInnen aller Parteien versuchen konstant, die Geschichte der Intersex-Bewegung und ihre Erkenntnisse auszulöschen, indem sie sie schlicht ignorieren und jedes Mal versuchen, die Diskussion um die systematischen Menschenrechtsverletzungen an Zwittern alle Jahre wieder mit "Fachgesprächen" zum x-ten Mal neu "von Null an" zu "initiieren", sicher im Wissen, dass die Traumatisiertesten unter den Betroffenen nicht die Kraft haben, ihre Geschichte(n) über Jahrzehnte immer wieder von Neuem zu erzählen. Und leider zeigen auch manche öffentlich agierende Betroffene selbst zu wenig (historisches) Wissen um die ganze Bandbreite der Betroffenen und ihrer Forderungen, sondern reproduzieren bloss isoliert ihre individuelle Bauchnabelperspektive, welche sie dann unglücklicherweise als Gesamtbild verkaufen, was den VerstümmlerInnen & Co. jedes Mal leichtes Spiel bereitet.

U.a. das Video "Hermaphrodites speak!", die seinerzeitigen Ausgaben des ISNA-Newsletters "Hermaphrodites with Attitude" (Downloads auf ISNA-Homepage / der dort fehlende allererste vom Winter '94/94, PDF 200 kb), Texte der Arbeitsgruppe gegen Gewalt in der Pädiatrie und Gynäkologie (AGGPG) oder die auf Zwischengeschlecht.org dokumentierten deutschsprachigen Geschichten Betroffener sind allesamt online erhältlich und leisten unersetzbare Dienste, um Wissenslücken zu stopfen und den TäterInnen wirksam Paroli zu bieten!

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Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
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