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"DSDnet": Millionen für die TäterInnen – Betroffene als Feigenblatt – wie lange noch?!

WAHRHEITSKOMMISSION statt D$D-Verstümmler-'Forschung'!

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Die organisatorische Grundstruktur der global vernetzten Intersex-Genital-VerstümmlerInnen ist seit dem Beginn der systematischen Auslöschung 1950 dieselbe: Das Kommando haben die Kinder-EndokrinologInnen, wobei diese oft mit den KollegInnen aus der Kinderchirurgie gemeinsame Sache machen; zunehmend sind auch GenetikerInnen involviert (vgl. Wer sind die Täter?).

Seit Betroffene vor 20 Jahren zum ersten Mal und danach immer wieder öffentlich gegen die menschenrechtswidrigen Verstümmelungen auf die Barrikaden gehen, wird zwar gegen außen zunehmend auf sog. "multidisziplinäre Teams" gesetzt, offiziell bestehend aus KinderendokrinologInnen, KinderchirurgInnen, GenetikerInnen, KinderpsychologInnen und SozialpädagogInnen (sog. psychosoziale Unterstützung), sowie "wenn möglich" MedizinethikerInnen – wie dies 2005 im "Chicago DSD Consensus Statement" offiziell und scheinbar verbindlich festgeschrieben wurde. Interne Erhebungen der VerstümmlerInnen selbst zeigen jedoch seit Jahr und Tag, dass in der Praxis die "Beratung" der Eltern unverändert durch "Pädiatr. Endokrinologe + Operateur" erfolgt, die unverändert menschenrechtswidrige kosmetische Genitaloperationen und sterilisierende Eingriffe propagieren.

Auch 2015 ist keine Änderung in Sicht, wie das aktuelle Organigramm (englisch) des TäterInnen-"Forschungs"projekts "D$Dnet" aufzeigt, worin (wie auch beim 2. einschlägigen EU-Millionen-"Forschungs"projekt "DSD-Life") unverändert KinderendokrinologInnen den Ton angeben, gefolgt von KinderchirurgInnen und (entsprechend der Ausrichtung des "Projekts") GenetikerInnen – aus insgesamt 28 EU-Ländern und weiteren Partnern, darunter Ägypten, Australien, Brasilien, Indonesien, Israel, Japan, Russland, Schweiz und U.S.A.

Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

"D$Dnet" ("A systematic elucidation of Differences of Sex Development"), Koordination: "D$D-Zentrale des Bösen" zu Lübeck, wird seit 2013 im Rahmen von "COST, European Cooperation in Science and Technology" und mit Unterstützung des "EU Framework Programme Horizon 2020" von der EU und weiteren Staaten als "BMBS COST Action BM1303" mit einer nicht offengelegten Anzahl von Millionen Euros unterstützt – ohne jegliche Menschenrechts- oder Ethikleitplanken, obwohl die menschenrechtswidrige Natur des Projekts wie seiner ProtagonistInnen auf den ersten Blick ins Auge springt:

• "D$Dnet" forscht offiziell und ausdrücklich unter der Prämisse, "oft mehrfache" kosmetische Genitaloperationen (a.k.a. "chirurgische Eingiffe zur genitalen Rekonstruktion eines männlichen oder weiblichen Erscheinungsbilds" sowie "Entfernung der Gonaden", d.h. Kastration) seien bei "Kindern [...] mit atypischen oder wahrhaft uneindeutigen Genitalien" unumgänglich, da solche Kinder eine "extreme Herausforderung" an Eltern und Medizynerinnen darstellen würden. (Vgl. "Memorandum of Understanding", PDF englisch, Ausschnitt siehe oben)

• Spezialisierte SozialpädagogInnen sind bei "D$Dnet" einmal mehr überhaupt nicht vertreten, PsychologInnen lediglich als Alibi-Anhängsel, MedizinethikerInnen gar nicht.

• Betroffene und ihre Organisationen sind (entgegen anderweitiger Behauptungen) einmal mehr lediglich dem Namen nach als "Alibi-Feigenblatt" scheinbar "involviert".

• Zwar gab es (einmal mehr) eine alibimäßige "Befragung" (einiger) Betroffenenorganisationen, doch waren die Fragen derart voreingenommen gestellt, dass jede mögliche Beantwortung von vornherein nur zur "Rechtfertigung" weiterer menschenrechtswirdriger Menschenversuche und Genitalverstümmelungen instrumentalisiert werden kann und wird, vgl. z.B. die Beantwortungsmöglichkeiten zu "Forschungsprioritäten":

"Menschenrechte? Ethik? Wär ja noch schöner!" - Vergrössern: reinklicken!

Einmal mehr waren zum Zeitpunkt der Alibi-Befragung alle Weichen längst gestellt, ebenso die Organisationsstruktur aus hartgesottenen TäterInnen längst festgelegt.

• Die Beteiligung von weiteren wissenschaftlichen ExpertInnen, die NICHT dem TäterInnenkreis direkt entstammen (z.B. Soziologie, Menschenrechte, Sozialpsychologie, Ethnologie usw.) waren zum Zeitpunkt der Alibi-Befragung einmal mehr längst ausgeschlossen – obwohl Betroffenen- wie Menschenrechtsorganisationen seit langem reklamieren, dass reine TäterInnen-Forschung lediglich eine Fortsetzung der andauernden medizinischen Menschenrechtsverletzungen darstellt, inkl. dem Versuch einer nachträglichen "Rechtfertigung".

Wie lange noch?!

GenitalabschneiderInnen, wir kriegen euch! ZwangsoperateurInnen, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Verstümmeln für Geld: Das EU-TäterInnen-"Forschungs"projekt "DSD-Life"

>>> Intersex-Verstümmler: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
>>> Uni-Kinderklinik: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
>>> "Täter, Mitläufer und Apologeten: Wer ist an dem Bösen Schuld?"
>>> UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale Zwangsoperationen"
>>> Europarat verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)