Schon im Vorfeld des "Forum Bioethik" vom 23.6.10 hatte sich abgezeichnet, dass der Ethikrat wohl kaum an konkreten Taten interessiert sei. Am 24.6.10 beschloss er dann auch tatsächlich an einer Plenarsitzung, mit der Diskussionveranstaltung habe der Deutsche Ethikrat seine Schuldigkeit getan, und sehe vorderhand keinen weiteren Handlungsbedarf.
Die Medizyner operieren dankend weiter ...

Auch IMeV hatte sich offensichtlich etwas mehr erhofft und gab gestern auf der Vereinshomepage offiziell bekannt:

Der Vorstand des Vereins Intersexuelle Menschen e.V. hat sich schriftlich beim Deutschen Ethikrat für die Veranstaltung bedankt und ihr Bedauern darüber ausgedrückt, dass es den Vortragenenen offenbar nicht gelungen ist, die Dringlichkeit der Belange deutlich zu machen.

Hört, hört!

Gleichzeitig hat der Vorstand eine Anhörung beantragt. Der Verein Intersexuelle Menschen scheut eine öffentliche Auseinandersetzung mit Vertretern der Medizin nicht!

Hört, hört!

Meine 2 Cent: Ethikdiskussionen über Genitalverstümmelungen ohne praktische Konsequenzen sind unethisch. Anhörungen gab's schon mehr als genug. Dieser Blog wünscht sich künftig mehr Taten als Reden!

Wir bleiben gespannt ...

>>> Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 23.6.10
>>> Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 22.6.10

>>> "Ethik als Feigenblatt?" - Zwischengeschlecht.org am "Forum Bioethik" 23.6.10
>>> "Ethik als Freifahrtschein, an die Eltern eine ohnehin schon feststehende Entscheidung abzudelegieren" - Claudia Wiesemann, Forum Bioethik 23.6.10
>>> Pressemitteilung des Deutschen Ethikrates vom 25.6.10
>>> Veranstaltung des Ethikrates in Berlin 23.6.10
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Siehe auch:
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- USA: Seriengenitalverstümmler Prof. Dr. Dix Phillip Poppas von Ethikerinnen geoutet
- Genitale Zwangsoperationen: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit) 
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen!
- Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert