In Bund und Ländern werden die gravierenden Verstösse gegen die Menschenrechte wehrloser Zwitterkinder weiterhin ignoriert, schlimmer noch, stattdessen werden Zwitter weiterhin nach altbekanntem Muster schamlos für die Anliegen Dritter ausgebeutet, vereinnahmt und instrumentalisiert!

3 aktuelle Beispiele:

a) In der 87. Sitzung des gegenwärtigen Bundestages vom 27.1.11 (>>> PDF-Protokoll 1.6 MB) werden Zwitter in bekannter Weise als Kanonenfutter rsp. blosses Anhängsel für die Anliegen von Schwulen, Lesben und Transsexuellen missbraucht, während die eigentliche Zwitter-Menschenrechtsproblematik der Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken wie üblich verschwiegen wird – die GenitalabschneiderInnen danken!!

So z.B. durch den Abgeordneten Stefan Schwartze (SPD) (S. 9875 (D) = S. 173 innerhalb des PDF): 

Es steht außer Frage, dass noch immer Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen in Deutschland diskriminiert werden. Sie sind in unserer Gesellschaft auch heute noch Anfeindungen, gewaltsamen Übergriffen und Benachteiligungen ausgesetzt. Viele Gesetze haben zwar die rechtliche Situation inzwischen deutlich verbessert, aber ein ausdrückliches Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität im Grundgesetz würde endlich eine klare Maßgabe für die Gesetzgebung schaffen.

Sowie dito durch die Abgeordnete Barbara Höll (Linke) (S. 9877 (B) und (D) = S. 175 innerhalb des PDF):

Denn die Situation von lesbischen, schwulen, transsexuellen, transgender und intersexuellen Jugendlichen erfordert ein engagiertes Handeln. [...] Mobbing sowie psychische und physische Schläge haben Betroffene zu erleiden. [...] Die Ausgrenzung von lesbischen, schwulen, transsexuellen, transgender und intersexuellen Jugendlichen ist nicht hinnehmbar. Liebe verdient Respekt und Vielfalt, ist eine Bereicherung.

b) Dito die Grünen/Bündnis 90, Landesverband Berlin, in ihrer Broschüre zur Wahl des Abgeordnetenhauses 2011 (>>> PDF 2.7 MB) (sowie in einem Artikel dazu auf queer.de mit dem Titel: "Kienast will Berlin zur queeren Hauptstadt machen"):

[...] Lesben, Schwule, Bi- und Heterosexuelle, Junge und Alte, Menschen mit und ohne Behinderung, Frauen, Männer, Transgender und Intersexuelle. Sie alle sind Teil von Berlin. Eine Stadt für alle heißt, dass sie auch alle gleichberechtigt Teil haben sollen. (S. 52)

Regenbogenfamilien brauchen die Gewissheit, dass ihnen ohne Vorbehalte begegnet wird und nur das Kindeswohl im Zentrum steht, wenn es z.B. um Pflegschaften geht. Die Rechte von Intersexuellen müssen respektiert werden. Auf Bundesebene muss Berlin weiter Druck machen für die volle Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare, eine Reform des Transsexuellenrechts und die Schärfung des Antidiskriminierungsrechts. (S. 53)

c) Dito die Linke-Bürgerschaftsabgeordnete Kersten Artus anlässlich der bevorstehenden Wahlen in Hamburg in einem Interview auf blu.fm:

Hate Crimes werden in der Fachliteratur ganz unterschiedlich begründet und somit braucht es diverser Maßnahmen gegen diese vorzugehen. DIE LINKE setzt in diesem Zusammenhang, aber auch mit Blick auf Lesben, Intersex, etc. auf breite Öffentlichkeitskampagnen, aber auch auf die konzeptionelle Aufklärung innerhalb von Schulcurricula. [...] DIE LINKE ist der Überzeugung, dass besonders im gesetzlichen Förderungsbedarf Schwule, Lesben und Transgender und Intersex dringend ausgebaut werden muss und die gesellschaftliche alltägliche Diskriminierung bekämpft werden muss.

Gleichzeitig wird allein in Deutschland JEDEN TAG mindestens ein wehrloses Zwitterkind in einer Kinderklinik irreversibel genitalverstümmelt – auch in Berlin z.B. in der Charité und in Hamburg z.B. am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)!

Die versammelten Zwitter-VereinnahmerInnen im Bundestag usw. machen sich so zu MittäterInnen und sollten auch als solche behandelt werden.

Würden schon ein paar wenige von ihnen zur Abwechslung mal an den eigenen Geschlechtsteilen etwas genital zwangsoperiert, hätten sie bestimmt ziemlich schnell andere Parolen – wetten?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung
>>>
"STOP Genitalverstümmelung als 'Rohmaterial' für die Geschlechterforschung!" 

Siehe auch:
- 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- Genf: UNO mahnt Bundesregierung
- CEDAW im Bundestag: Nach bekanntem Muster
- Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: "Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe" will nix kapiert haben
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken
- Historischer überparteilicher Vorstoss gegen Genitalverstümmelung in Kinderkliniken
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung 
- Klaus Wowereit und Ole von Beust: Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- LSVD und Zwittervereinnahmung: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück? 
- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ...