Stefan Riedl u. Alex Springer (Wien): Die große Mehrzahl aller D$D-ÄrztInnen befürwortet nach wie vor IGM2 "verweiblichende Genitalkorrekturen" (u.a. Klitoristeilamputation und "VaginalOPs") an Intersex-Kindern unter 2 Jahren – Zahlen zu solchen Eingriffen in Österreich werden aber lieber nicht offengelegtein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

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IGM = CRIME, Not 'Health Care' or 'Therapy'!Zwischengeschlecht.org on Facebook

Mit mehreren "Fachveranstaltungen" sowie Pressemitteilungen propagieren 2018 verschiedene Österreichische ChirurgInnen, EndokrinologInnen und SexologInnen in Wien weiterhin menschenrechtswidrige Intersex-Genitalverstümmelungen, die seit 2015 vom UN-Ausschuss gegen Folter unmissverständlich als "unmenschliche Praxis" verurteilt wurden, die unter das Folterverbot fällt, ebenso auch von den Kinder- & Jugendanwaltschaften Österreichs (KIJAOE).

Teil 1: IGM2 "Verweiblichende Genitalkorrekturen"

IGM2 umfasst u.a. chirurgische Klitoristeilamputationen und "Vaginalplastiken" an Säuglingen, aber auch nicht-chirurgische Eingriffe wie z.B. "Vaginaldehnungen" mit Dildo-ähnlichen Instrumenten an Kindern und Jugendlichen, weil es nach einer "Vaginalplastik" oft zu Verengungen ("Stenosen") kommt, sowie auch für Mutter und Kind riskante vorgeburtliche hormonelle "Pränatal-Therapien"; heute werden betroffene Kinder vermehrt auch durch Pränatal-Tests während der Schwangerschaft "erkannt" und umgehend selektiv (spät-)abgetrieben, da Intersex auch in Österreich immer noch als "minderwertig", "abartig" und "behindert" gilt. Die am häufigsten zu solchen menschenrechtswidrigen Eingriffen führende medizinische Diagose ist das "Adrenogenitale Syndrom (AGS)".

Vor allem Klitoris(teil)amputationen, aber auch "Vaginalplastiken" führen erwiesenermaßen zu Beeinträchtigungen bis zum Verlust der sexuellen Empfindungsfähigkeit sowie zu beim Sex oft schmerzhaften Narben; "Vaginaldilationen" (Dehnungen), z.T. von den Eltern an ihren Kindern durchgeführt, werden von Betroffenen oft als Vergewaltigung und/oder stark traumatisierend empfunden.

Elegant ausgeblendet und beschönigt werden diese Fakten hingegen in einer aktuellen MedUni Wien-Pressemitteilung >>> "Intersexualität: Patientinnen mit Adrenogenitalem Syndrom leiden vermehrt an Sexualstörungen unabhängig von der Schwere der Erkrankung" (Sabina Baumgartner-Parzer und Michaela Bayerle-Eder, MedUni Wien) (sowie einem dazugehörigen Vortrag, siehe unten):

Weder dass es beim "klassischen AGS" häufig zu Operationen kommt noch deren Folgen werden in der Pressemitteilung überhaupt angesprochen. Check.

Dafür ist in Bezug auf AGS durchgehend von "Krankheitsbilder[n]", "genetischen Erkrankungen", "angeborenen Störung", "Gendefekt", "lebensbedrohliche[n] Symptome[n] wie eine Salzverlustkrise bei beiden Geschlechtern oder die Vermännlichung der äußeren Geschlechtsmerkmale bei Mädchen", "Vergrößerung der Klitoris bis hin zur Bildung eines Pseudopenis trotz innerer weiblicher Genitalien" usw. die Rede. Check.

Und generell fokussiert die Pressemitteilung hauptsächlich auf Themen wie "geschlechtliche[...] Identifikation im Vergleich zu gesunden Frauen", "homosexuelle Präferenz", "Geschlechterrolle", "sexuelle[...] Präferenz", "Geschlechtsidentität", etc. Check.

Zu guter/schlechter Letzt kommt die Studie dann programmgemäss zum Schluss, die (am häufigsten operierten) "Patientinnen mit klassischem AGS zeigen sich als orgasmusfähiger", während (nichtoperierte) "Patientinnen mit nicht-klassischem AGS mit geringer ausgepägter Symptomatik und milden Gendefekten aufgrund der spät erfolgenden Diagnose mehr leiden, da sie über lange Zeit keine Erklärung für ihr "Anderssein" haben und auch keine Therapien erhalten"BINGO!!

Nur logisch, dass die Studie dann diese Tage von Sabina Baumgartner-Parzer höchstpersönlich auch an einem Sexologie-Symposium "Sexualmedizin Interdisziplinär" an der MedUni Wien >>> Programm (siehe S. 8) vorgestellt wurde – ausgerechnet unter der Rubrik "Intersexualität/Sexuelle Orientierung", und zusammen u.a. mit einem weiteren Referat vom lokalen Kinderchirurgen Alexander Springer (siehe auch oben) mit dem vielsagenden Titel "Intersexualität Update: Wie und wann diagnostizieren und therapieren? Europäische Guidelines 2018". – Check + BINGO No. 2!!!

•  UN-Auschuss gegen Folter verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen in Ö
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Radiodoktor: "Intersexualität - Leben zwischen den Geschlechtern"
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Österreich: "Jedes Verbrechen hinterlässt Spuren" 
•  Genitalverstümmler Prof. Radmayr (Innsbruck) und Prof. Riccabona (Linz)
•  "Der medizinische Umgang mit Intersexualität" - Suspect 17 / 2009
•  "Intersexualität und Recht" in Österreich - Eva Matt, 8.11.2006

Siehe auch:
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- "Schädliche medizinische Praxis": UNO, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 36 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- "Schädliche Praxis" zum Zweiten: UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee/CCPR) verurteilt IGM-Praktiken
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM-Straflosigkeit in Deutschland

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)