Meine 2 Cent:

1) Die Kinderchirurgen, KInderurologen und Kindergynäkologen führen das Skalpell, sie verursachen die Schäden unmittelbar und persönlich.

Auch wenn sie dies möglicherweise guten Glaubens tun, stehen sie trotzdem in der Verantwortung, erst recht, wenn die Eingriffe seit langem experimentell erfolgen, d.h. ohne dass je klinisch getestet wurde, ob sie für die Operierten überhaupt eine Verbesserung bringen, und wie es mit den Nebenwirkungen ausschaut. Und nochmals erst recht, wenn schon so viele Fälle unzufriedener Erwachsener publik sind, auch in offiziellen Studien.

Da sie zumeist Kleinkinder zwangsoperieren, schützen die Verjährungsfristen die Zwangsoperateure perfiderweise meist vor gerichtlicher Verfolgung. Schon viele betrogenen Eltern und erwachsene geschädigte Zwitter haben versucht, einen Zwangsoperateur vor Gericht zu bringen – erfolglos. Erst 2007 gelang es Christiane Völling als erster – und immer noch einziger! –  praktisch in letzter Minute vor Eintritt  der absoluten Verjährung ihren früheren Chirurgen anzuzeigen und ihn in einem dreijährigen Verfahren über zwei Instanzen erfolgreich auf 100'000.-- Euro Schmerzensgeld zu verklagen. Wäre Christiane wie die meisten Zwitter schon als Kleinkind operiert worden, wäre auch ihr Zwangsoperateur ungestraft davongekommen.

Chirurgen, die jahrzehntelang Zwitter systematisch zwangsoperieren, ohne jegliche Evidenz, auch nach über 50 Jahren noch, ja, ohne sich überhaupt je glaubwürdig um Evidenz zu bemühen, sind offensichtlich gewissenlose Serientäter, sowohl als Individuen wie auch als Kaste, und gehören gerichtlich bestraft, solange sie noch weiter wehrlose Kinder zwangsoperieren statt aktiv zur Wiedergutmachung beizutragen.

Stammvater der heutigen Zwangsoperateure ist der US-Urologe Hugh Hampton Young (Johns Hopkins University, Baltimore), der in den 1920er und 1930er Jahren die Verstümmelungstechniken zur Serienreife brachte und damit eine der Voraussetzungen zur systematischen Kleinkinderverstümmelung ab 1950 schuf. Young war aber nicht der einzige, der bereits vor 1950 wehrlose Kinder verstümmelte, weitere frühe Verstümmler sind beispielsweise der Argeninier Carlos Lagos García (1880-1928), der Franzose Louis Ombrédanne (1871- 1956) und der deutsche NS-Medizyner Hans Christian Naujoks (1892-1956).
 
2) Die Endokrinologen koordinieren die Zwangsbehandlungen, liefern die Vorgaben für die Zwangsoperateure und sind zu über 90% (in einem Drittel davon zusammen mit einem Kinderchirurgen) diejenigen, welche meist überforderten Eltern die Verstümmelungen und sonstigen medizinisch nicht notwendigen Zwangsbehandlungen aufdrängen.

Obwohl sie sich bei den Verstümmelungen selber die Finger direkt nicht schmutzig machen, pfeifen auch sie seit über 50 Jahren auf jegliche Evidenz, genau gleich wie die Zwangsoperateure, mit denen sie ebensolange eng zusammenarbeiten. Die Endokrinologen sind deshalb als Individuen wie auch als Kaste genau gleich offensichtlich gewissenlose Serientäter, und gehören genau gleich gerichtlich bestraft, solange sie noch weiter wehrlose Kinder zwangsoperieren lassen statt aktiv zur Wiedergutmachung beizutragen.

Leider konnte bisher noch kein einziger Endokrinologe gerichtlich belangt werden (auch bei Christiane Völlings Prozess konnte wegen Verjährung ausser dem Chirurgen niemand mehr belangt werden).

Historisch war es der US-Endokrinologe Lawson Wilkins (Baltimore University Hospital), der 1950 die systematischen Genitalverstümmelungen an Kleinkindern "erfunden" hatte bzw. in die klinische Praxis einführte. Prominente europäische Endokrinologen wie z.B. Andrea von Prader (Kinderspital Zürich) und Jürgen Bierich (Universitätsklinik Hamburg / Kinderklinik Tübingen) arbeiteten eng mit Wilkins zusammen und waren massgeblich an der weltweiten Durchsetzung der systematischen Kleinkinderverstümmelungen beteiligt.

3) Psychologen und Psychiater sind in der Regel erstmal vergleichsweise nur am Rande konkret an den Zwangsoperationen mitbeteiligt.

In den meisten mir bekannten Fällen denke ich, oft überforderte Eltern und jungen Zwittern fahren deutlich besser, wenn sie nach der Geburt von kompetenten analytischen Psychologen oder notfalls klinischen Psychologen bzw. Psychiatern beraten (als wenn sie, was leider immer noch die Regel ist, Endokrinologen und Kinderchirurgen in die Hände fallen):

Das künftige Gehalt der Psychologen und Psychiater ist nämlich (im Gegensatz zu den Kinderchirurgen und Endokrinologen) im weiteren Verlauf nicht zwingend davon abhängig, ob das Kleinkind auch möglichst bald zwangsoperiert wird. Wohl kaum zufällig kommen zumindest ansatzweise solidarische Stimmen, sofern es sowas unter praktizierenden Medizinern überhaupt gibt, noch am ehesten aus den Reihen der analytischen Psychologen und Psychiater bzw. klinischen Psychologen.

Allerdings gilt sinngemäss auch das Umgekehrte, nämlich dass für Psychologen und Psychiater eine Zwangsoperation ebenfalls nicht zwingend finanziell unattraktiv ist. Wohl kaum zufällig wird mehreren seit längerem vorgeworfen, Windfahnen zu sein, und den Psychologen und Psychiatern als Kaste, seit mehr als 50 Jahren je nach politischer Grosswetterlage immer mal wieder den Endokrinologen und Zwangsoperateuren praktisch zuzuarbeiten (sowie auch theoretisch, siehe unten).

(Womöglich ein und dieselben Personen, die vorher noch Verständnis für die Leiden der Zwangsoperierten zeigten, und ev. auch später wieder zeigen wird – und manche Zwitter, die sich hüten würden, auf einen offensichtliche Kollegen der Zwangoperateure und Endokrinologen hereinzufallen, kriechen solchen Windfahnen trotzdem immer wieder auf den Leim).

Von Fall zu Fall müssen Psychiater und Psychologen wo nötig jedesmal zur Rechenschaft gezogen werden – moralisch, öffentlich und wo nötig auch gerichtlich, und als Kaste haben sie ebenfalls einen Teil zur Wiedergutmachung beizutragen.

Bisher wurde leider noch nie ein fehlbarer Psychologe oder Psychiater angeklagt, obwohl es auch unter ihnen offensichtlich gewissenlose Serientäter gibt – vor Gericht gehen sie im Gegenteil noch als "Sachverständige" ein- und aus, wobei sie oft gar Zwangsoperierten zum Schaden noch den Spott nachliefern.

Fälschlicherweise wird heute meist der neuseeländische Psychologe, Geschlechtertheoretiker und Sexologe John Money (Johns Hopkins University Hospital, Baltimore) öffentlich als Alleinverantwortlicher für die Praxis der Verstümmelungen im Kleinkindesalter vorgeschoben. "Erfunden" wurde diese Praxis jedoch 1950 vom Endokrinologen Lawson Wilkins (siehe oben). Tatsächlich lieferte Money 1955 mit seiner berühmten "Optimal Gender [!] Policy" den theoretischen Überbau für die systematischen Kleinkinderverstümmelungen – jedoch erst nachträglich, als diese schon 5 Jahre klinische Praxis waren. Im weiteren betätigte er sich jedoch nur zu geren als Sparchrohr der Verstümmler und wurde so und durch seine skrupellosen "Zwilligsexperimente" fraglos ein gewissenlos agierender Serientäter.

4) Die Politiker hätten in Europa als Verantwortliche für Spitäler usw. erst recht die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die (ansonsten autonome) Ärztezunft sich an übergeordnete Spielregeln hält wie z.B. Verfassung, Menschenrechte, ratifizierte (UN-)Abkommen und -Pakte zum Schutze der Kinder, benachteiligter Geschlechter, usw. Hierbei haben sie seit Jahrzehnten schmählich versagt.

Schlimmer noch, jedesmal wenn die Leiden der Opfer vor ihnen laut wurden, hielten sie zuerst ihre Ohren zu und mehrten anschliessend die Leiden gar noch mit Spott und Medizynersprüchen, vgl. z.B. diverse Antworten der Bundesregierung auf Kleine Anfragen der letzten 15 Jahre belegen.

Auch wenn angesichts dessen, womit speziell Politiker sonst noch allem straflos davonkommen, hier wohl am wenigsten Hoffnung auf Erfolg besteht, die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen: auch die Politiker sind sowohl als Individuen wie auch als Kaste gewissenlose Serientäter gehören für ihr alles andere als unerhebliches Verschulden zur Rechenschaft gezogen und bestraft, und der Staat als Brötchengeber der Zwangsoperateure & Co. hat einen angemessenen Teil an Wiedergutmachung zu leisten.

5) Eltern, die ihre Kinder zwangsoperieren lassen, sind in der Regel erst selbst mal Opfer der Zwangsoperateure & Konsorten. Die erst hinterher erfahren, dass sie belogen wurden, oder dass ihnen zumindest nicht die ganze Wahrheit erzählt wurde.

Wohl die meisten Eltern, wenn sie von Anfang an wüssten, was sie ihren Kindern letztlich antun, hätten es nie so weit kommen lassen, und hätten heute ein besseres Verhältnis zu ihren Kindern. So viele Eltern werden sich erst hinterher bewusst, worin genau sie da letztlich "einwilligten", und bereuen es hinterher ehrlich.

Doch es gibt auch Ausnahmen – wie z.B. diejenigen Eltern, die erst vor kurzem ihr erst wenige Monate altes Kind unbedingt kastrieren lassen wollen, obwohl noch nicht mal eine Diagnose feststand, und als das erste Spital sich gar weigerte, suchten sie einfach eines mit weniger Skrupeln und liessen dort ihr Kind kastrieren noch bevor es ein Jahr alt war.

Solchen und anderen verantwortungslosen Eltern gehört eindringlich ins Gewissen geredet (und nicht einfach weggeschaut wie es mitunter auch in "medizynunabhängigen" Selbsthilfegruppen geschieht), über die Existenz solcher Fälle muss öffentlich aufgeklärt und unmissverständlich daran Kritik geübt werden. (Ebenso, wenn medizynergesteuerte "Eltern- und Patienteninitiativen" öffentlich Zwangseingriffe propagieren und verharmlosen.) Ansonsten brauchen aber auch diese Eltern erstmal Hilfe. Stellen sie sich aber taub und zwingen trotzdem ihrem Kind unbeirrbar weitere Zwangseingriffe auf, werden auch sie zu Wiederholungstätern.

Zur Rechenschaft gezogen gehören jedoch auch hier zunächst mal all die gewissenlosen Serientäter, die verzweifelten Eltern immer noch als Lösung anbieten, ihr eigenes Kind verstümmeln zu lassen.

NB: Diese Liste ist nicht vollständig. Seit langem sind z.B. auch Genetiker an den Verstümmelungen mitbeiteiligt (auch historisch: der deutsche Genetiker Richard Goldschmidt hatte in den 1915 den Terminus "Intersex" geprägt, in Anlehnung an Magnus Hirschfeld und Karl Heinrich Ulrichs). Ebenso weitere medizinische, wissenschaftliche und politische Instanzen, Standesorganisationen und Interessensgruppen ...

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken - eine Genealogie der TäterInnen
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller "Genitalkorrekturen"
- Intersex-Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Typische Diagnosen und Eingriffe