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„Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist. Wir nehmen es dankbar an und lieben es. Es ist gesund und fröhlich und entwickelt sich prächtig.“  Eine Mutter

Wenn die tägliche Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken und die übrigen medizinischen Verbrechen an Zwitterkindern endlich aufhören sollen, braucht es dafür dringend eine politische Mehrheit. Das aktuelle Verfahren des Ethikrates wäre eine gute Möglichkeit, die grossen Parteien und insbesondere konservative und christliche PolitikerInnen vom dringenden Handlungsbedarf gegen die massiven Menschenrechtsverletzungen zu überzeugen - zumindest in der Theorie.

Praktisch war allerdings Anhörung des Deutschen Ethikrates vom letzten Mittwoch noch nicht mal zur Hälfte durch, geschweige denn die Pressemitteilung des Ethikrates dazu nur schon geschrieben, als Radio Vatikan unter dem Titel >>> "D: Männlich? Weiblich? Anders?" bereits eine Meldung zur Anhörung publizierte, bei der sich jeder selber ausrechnen kann, dass insbesondere christliche PolitikerInnen nach ihrer Lektüre das Thema wohl eher von vornherein abhaken und sich schlimmstenfalls vehement gegen nur schon weitere Diskussionen stellen werden.

Wenig überraschend wird nämlich "Intersexualität" in der Meldung mit Titel und Bild irrtümlicherweise als Teil der Schwulenbewegung verortet und im Text irrtümlicherweise mit Transgender gleichgesetzt ("Von Intersexualität wird nach allgemeinem Verständnis gesprochen, wenn ein Mensch - meist aufgrund angeborener körperlicher Anomalien - sich nicht eindeutig zu einem der beiden gängigen Geschlechter zuordnen lässt oder dies nicht will."). Als einzige mögliche "konkrete gesetzgeberische Handlungsempfehlungen an die Politik" infolge der Anhörung wird fälschlicherweise (ausgerechnet!) "die Änderung des Personenstandsrechts" angedroht.

Für das unkritische Nachbeten dieser hartnäckigen Desinformationen zum Thema ausschliesslich Radio Vatikan verantwortlich zu machen, wäre allerdings fehl am Platz. Letztlich schuld sind vielmehr die Schwulen-, Lesben-, Trans- und Queer-PolitikerInnen und -LobbyistInnen, welche diese vereinnahmenden Lügen seit Jahr und Tag bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus Eigeninteresse öffentlich feilbieten – obwohl die überwiegende Mehrzahl der Betroffenen diese schädlichen politischen Vereinnahmungen schon lange und deutlich kritisiert.

Die VereinnahmerInnen kümmert dies bekanntlich herzlich wenig, auch dieser erneute politische Schaden wird sie leider schwerlich zum Umdenken bewegen. Stattdessen werden sie wie gewohnt im Gegenteil umso lauter ihr Propagandalied anstimmen von wegen "Letztlich sind wir alle Opfer von Homophobie, deshalb kämpft gefälligst alle mit uns gegen die Zwangsheteronormativität."

Wieviele weitere unschuldige Kinder wegen ihrer Vereinnahmung täglich weiter genitalverstümmelt werden, war den fiesen politischen VereinnahmerInnen bisher stets egal, und auch hier ist leider kaum Besserung zu erwarten, vgl. dazu auch folgende 3 aktuelle Beipiele:

  • Im April 2011 startete die Bundestagsfraktion der Grünen einen weiteren kontraproduktiven Antrag (17/5528) zu "Intersexualität", in dem es einmal mehr um Personenstand geht und nochmals um Personenstand, die eigentliche Problematik der Genitalverstümmelungen wird als solche einmal mehr nicht angesprochen, sondern lediglich an zweitletzter Stelle einmal verschämt unter dem irreführenden Täter-Begriff "prophylaktische[s] Entfernen und Verändern von Genitalorganen".
  • Gleich ganz beim Personenstand bewenden liess es im Februar 2011 ein Antrag der Bremer Grünen. Diese waren sich obendrein nicht zu schade, gleichzeitig im Parlament noch mit den Genitalverstümmlern gemeinsame Sache zu machen, in dem sie deren Behauptung unterstützten, angeblich würde in Bremen schon seit 10 Jahren nicht mehr verstümmelt (eine dreiste Lüge).
  • Ein weiterer Antrag im Mai 2011 auf Bundesebene von die Linke (17/5916) missbraucht einmal mehr "Intersexuelle" als Mittel zum Zweck der Abschaffung des Transexuellengesetzes – ganz wörtlich auch im Redebeitrag von Barbara Höll in der 114. Plenarsitzung vom 9.6.11, vgl. Protokoll (PDF) S. 13201 (B) = S. 259 innerhalb PDF –, und "verkauft" die Zwitter zu deren politischem Schaden einmal mehr unter "Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle".
    Zum Glück wies wenigstens Helmut Brand (CDU/CSU) auf die Unsinnigkeit dieser von den Betroffenen nicht gewollten Vermischung hin, sowie auf die Anhörung des Ethikrates, vgl. Protokoll (PDF) S. 13198 (C) = S. 256 innerhalb PDF. Danke!

Diese schädlichen und vereinnahmenden politischen Äusserungen werden zudem von Schwulen-, Lesben-, Trans- und Queer-Lobbygruppen seit Jahr und Tag in die Welt gesetzt, vgl. z.B. zahllose vereinnahmende Statements und Mitteilungen beispielsweise der so genannten/vorgeblichen "International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA)", des "Lesben und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)", des "Transgender Netzwerk Berlin (TGNB)", von "TransInterQueer (TrIQ)" und weiteren mehr – die alle geflissentlich missachten, dass Zwitter sich seit langem gegen die unzutreffenden und schädlichen Vereinnahmungen wehren.

Bleibt zu hoffen, dass es möglichst bald allen Widrigkeiten zum Trotz gelingen wird, die grossen Parteien und insbesondere alle Christen und Christinnen von der Falschheit der Behauptungen der Vereinnahmer zu überzeugen und die täglichen Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken endlich zu stoppen!

Die versammelten Zwitter-VereinnahmerInnen im Bundestag und andernorts aber machen sich selbst zu MittäterInnen und sollten auch als solche behandelt werden.

Wären schon ein paar wenige von ihnen zur Abwechslung mal an den eigenen Geschlechtsteilen etwas genitalverstümmelt worden, hätten sie bestimmt ziemlich schnell andere Parolen – wetten?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen

>>> Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011

>>> Aufforderung um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Dezember 2008
>>> Erneute Anfrage um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Mai 2009 
>>> Forum Bioethik des Deutschen Ethikrates zu "Intersexualität" 23.6.2010  
>>> Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 

Siehe auch:
- Historischer überparteilicher Vorstoss gegen Genitalverstümmelung in Kinderkliniken
- "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!" - Zwittervereinnahmung im Bundestag (I)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Klaus Wowereit und Ole von Beust: Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- Heute im Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" 
- Zwitter als Kanonenfutter für die Transgenderagenda
- QueerGrün missbrauchen Zwittersymbol für TSG-Kampagne
- "Intersexualität" = "sexuelle Identität und Lebensweise"??! – Grüne VereinnahmerInnen immer noch nichts gelernt 
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung 
- Du sollst nicht die Leiden der Zwitter als Aufhänger und 'Material' für deine eigenen Forderungen und Kämpfe benutzen!
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ... 
- LSVD und Zwittervereinnahmung: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück? 
- Angela Kolbe in "Liminalis": Aus Transschändrien nix neues
- "Who killed David Reimer?" - Wie Judith Butler und Friedemann Pfäfflin die medizinischen Verbrechen des John Money beschönigen und Moneys Schuld anderen in die Schuhe schieben wollen
- "Intersexualität" = sexuelle Orientierung?!
- Heinz-Jürgen Voß in "Liminalis" 3 (2009) – Zwitter-Vereinnahmung wie gehabt ... 
- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002 (Georg Klauda)
- Das Problem der Instrumentalisierung durch LGBTQ  
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität" 
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung