Die Rede von der "psychischen Intersexualität"
By nella on Monday 10 December 2007, 01:14 - Forderungen - Permalink
150 JAHRE INSTRUMENTALISIERUNG UND AUSBEUTUNG VON INTERSEXEN DURCH HOMOSEXUELLE, TRANSSEXUELLE UND FEMINISTINNEN
Zwischengeschlechtlich
geborene Menschen müssen sich nicht nur mit der Problematik auseinandersetzen,
dass ein Zweigeschlechtssystem ihre geschlechtlich uneindeutigen Körper nicht
gelten lässt und mittels Skalpell der Norm anpasst. Sie werden zusätzlich mit
der Tatsache konfrontiert, dass homosexuelle und transsexuelle Bewegungen sowie
die feministische Frauenbewegung ihre geschlechtlich uneindeutigen Körper oft
als Mittel zum Zweck für eigene Interessen verwenden. In der öffentlichen
Wahrnehmung sind zwischengeschlechtlich geborene Menschen längst im
(Trans)Gender-Diskurs untergegangen – was den selbsternannten Vertretern der
bipolar normierten Gesellschaft noch mehr Macht in die Hände spielt. Die
Instrumentalisierung und Ausbeutung von Intersexen durch andere Randgruppen hat
Tradition, wie der folgende historische Abriss zeigen soll.
1. Karl Heinrich Ulrichs
2. Magnus Hirschfeld
3. John Money
4. Kate Millet / Alice Schwarzer / Judith Butler
5. Transsexuelle
6. Transgender
7. Aufruf zur Wiedergutmachung
1. KARL HEINRICH ULRICHS
Mit Einführung des § 175 des deutschen Strafgesetzbuchs am 1. Januar 1872
wurden sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts als
“widernatürliche Unzucht” unter Strafe gestellt. Zehntausende Männer wurden
aufgrund des § 175 verurteilt, das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung aller
Homosexuellen mit Füssen getreten.
Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895), Ahnherr der Schwulenbewegung, verschrieb
sich dem Kampf gegen den diskrimierenden Paragraphen und veröffentlichte ab
1864 zwölf Schriften “Forschungen über das Räthsel der mannmännlichen
Liebe”.
Seine Forderung nach Straflosigkeit homosexueller Handlungen begründete Ulrichs
mit seiner Theorie von der weiblichen Seele im männlichen Körper, was beweise,
dass Homosexualität nicht krankhaft, sondern eine natürliche, angeborene
Veranlagung sei, wie eben der Hermaphroditismus. Ulrichs sprach deshalb von
‚psychischem Hermaphroditimus’ oder ‚psychischer Zwitterbildung’. Das hatte
Programm, wurden doch Hermaphroditen damals zwar als eigenartige, aber nicht
illegale Wesen betrachtet, die für ihre Zweigeschlechtlichkeit nichts konnten,
und waren somit im Gegensatz zu Homosexuellen nicht gesellschaftlich geächtet
und kriminalisiert. Was lag also näher, als zwecks Entkriminalisierung von
Homosexualität diese als besondere Form von Hermaphroditismus zu propagieren
und somit zu legitimieren? Ulrichs setzte hier den Grundstein für die
Vereinnahmung und Instrumentalisierung von Hermaphroditen.
- Walter Tilmann: “Das frühe homosexuelle Selbst zwischen Autobiographie und
medizinischem Kommentar”
http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/1-05/05-1-10-d.htm
-
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Heinrich_Ulrichs
2. MAGNUS HIRSCHFELD
Der Sexualforscher und Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung Magnus
Hirschfeld (1868-1935) führte Ulrichs Kampf gegen den § 175 fort und übernahm
dessen Vorstellungen von der Homosexualität als psychischem Hermaphroditismus
weitgehend in seiner “Lehre von den sexuellen Zwischenstufen” oder unter dem
Schlagwort vom “dritten Geschlecht”. Hirschfeld versuchte, diese Theorie immer
wieder wissenschaftlich zu untermauern, u.a. durch Untersuchungen über
Hermaphroditen (siehe z.B. “Sexualpathologie 2. Teil: Sexuelle Zwischenstufen.
Das männliche Weib und der weibliche Mann”). Zur Untermauerung der Analogie von
Homosexualität und Hermaphroditismus prägte Hirschfeld die Begriffe
“Intersexualität”, “intersexuell” und “Intersexueller”.
Um glaubwürdiger zu wirken, verleugnete der Eugeniker Hirschfeld (Mitglied der
Gesellschaft für Rassenhygiene) öffentlich lange seine eigene Homosexualität
und schilderte Homosexuelle als minderwertig. Er arbeitete mit dem Wiener
Physiologen Eugen Steinach zusammen (der u.a. Homesexuelle durch Implantieren
von “gesunden” Hetero-Hoden von zwangskastrierten Sexualverbrechern oder von
Hermaphroditen “heilte”), ebenso mit dem späteren KZ-Arzt Carl Værnet.
Hirschfelds Institut führte auch die ersten operativen Geschlechtsumwandlungen
durch.
-
http://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_Hirschfeld
- Peter Kratz: “Das falsche Idol”
http://www.trend.infopartisan.net/trd7800/t357800.htm
- Florian Mildenberger: “Rattenfänger auf Schloß Bellevue”
http://www.gigi-online.de/Rattenf%E4nger23.html
- Rezension: “Carl Værnet. Der dänische SS-Arzt im KZ Buchenwald”
http://www.invertito.de/jahrbuch/inv07/inv07_rez_potthoff_vaernet.html
- Rainer Herrn: “Vom Geschlechtsumwandlungswahn zur Geschlechtsumwandlung”
http://www.genderwunderland.de/forschung/herrn1995.html
[Nachtrag: Der Inhalt der gesamten Domain wurde inzwischen
ausgetauscht. Die ursprüngliche Seite auf archive.org:
http://web.archive.org/web/20070621143429/http://www.genderwunderland.de/forschung/herrn1995.html]
- Rezension: Rainer Herrn: “Schnittmuster des Geschlechts”
http://www.genderwunderland.de/medien/buecher/titel/herrn2005.html
[Nachtrag: Der Inhalt der gesamten Domain wurde inzwischen
ausgetauscht. Die ursprüngliche Seite auf archive.org:
http://web.archive.org/web/20070621143429/http://www.genderwunderland.de/medien/buecher/titel/herrn2005.html]
-
http://reform-akt.de/index.php?title=Medizin_(ist)
-
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtsangleichende_Operation#Anfang_20._Jahrhundert.2FMagnus_Hirschfeld
1919 erschien “Anders als die Andern”, der erste Homosexuellen-Film der
Filmgeschichte (Regie: Richard Oswald, wissenschaftliche Mitarbeit: Magnus
Hirschfeld). Der Film, der die Nöte von Homosexuellen aufgrund des § 175
schildert, wurde nach wenigen Monaten verboten – als einer der ersten Filme
nach der Wiedereinführung der Filmzensur. Als Reaktion auf das Verbot
veröffentlichte Magnus Hirschfeld 1927 den Dokumentarfilm “Gesetze der Liebe”.
Die “Schlussepisode” (die über 3/4 des gesamten Films ausmachte) enthielt eine
leicht gekürzte Fassung von “Anders als die Andern”, als Alibi-Kapitel
vorgeschoben wurde eine Abhandlung über das “Zwischengeschlecht beim Menschen,
bei Pflanze und Tier”. Diese zweite Fassung von “Anders als die Andern”, die
übrigens ebenfalls verboten wurde, beweist wiederum, wie Zwitter von
Homosexuellen als Mittel zum Zweck eingesetzt wurden, um eigene Ziele zu
erreichen. Während “Anders als die Andern” heute noch in beiden Fassungen
restauriert erhältlich ist, sind vom Hermaphroditen-Kapitel bezeichnenderweise
nur noch die Zwischentitel überliefert.
-
http://de.wikipedia.org/wiki/Anders_als_die_Andern_(1919)
- Dokumente zu “Anders als die andern”
http://www.cinegraph.de/cgbuch/b2/b2_03.html
- Zwischentitel “Gesetze der Liebe”
http://www.deutsches-filminstitut.de/collate/collate_sp/se/se_link_28.htm
Jahrzehnte später setzte Rosa von Praunheim der Schwulenikone Magnus Hirschfeld
in seinem Film “Der Einstein des Sex” ein Denkmal. Wie sehr die Ausbeutung von
Hermaphroditen zu diesem Zeitpunkt in der Schwulenbewegung bereits
internalisiert ist, zeigt sich darin, dass Rosa von Praunheim, einer der wohl
bekanntesten und tonangebendsten Exponenten, im Jahre 1999 in seinem Film die
(historisch nicht belegte) Herkunft des Geldes für die Gründung von Hirschfelds
Institut für Sexualwissenschaft damit erklärt, dass Hirschfeld nach
anfänglichem Zögern einem orientalischen Hermaphroditen auf Geheiss dessen
Eltern das zwittrige Genital amputierte, um die ihm dafür versprochene
Schatztruhe zu erhalten. Treffender als mit dieser von Rücksichtslosigkeit
gegenüber Intersexen geprägten Szene lässt sich die Instrumentalisierung von
Zwittern durch Hirschfeld & Co. kaum darstellen: die Entstehung des
Instituts wurde erkauft mit Geld, an dem das Blut eines zwangsopierten
Hermaphroditen klebt.
- Stefan Zweifel: “Opus minus über Dr. Magnus”
http://www.intersexualite.org/Deutsch-Index.html#anchor_481
- Peter Kratz: “Der Streicher des Sex”
http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=derstreicherdessex&jahr=2000&mon=04
-
http://www.tvspielfilm.de/filmlexikon?type=filmdetail&film_id=250736
3. JOHN MONEY
Der Psychologe und Sexologe John Money (1921-2006) kann als Hirschfelds Erbe
betrachtet werden. Money erfand und prägte die Gendertheorie vom sozialen
Geschlecht als massgebendem und dem biologischen Geschlecht als
vernachlässigbarem Faktor. Zeitgleich perfektionierte sein Team im Johns
Hopkins Hospital in Baltimore operative Geschlechtsumwandlungstechniken für
Transsexuelle. Davon ausgehend propagierte Money flächendeckend die heute noch
gebräuchlichen “geschlechtsangleichenden” genitalen Zwangsoperationen an
sämtlichen Intersexen in den ersten zwei Lebensjahren (damit sie sich später
nicht erinnern können), wobei die Betroffenen über ihr eigentliches Geschlecht
systematisch belogen werden. 100'000e Intersexe wurden und werden nach Moneys
Vorgaben zwangsoperiert (allein in Deutschland 1-2 JEDEN TAG) und anschliessend
ein Leben lang angelogen. Für die Mediziner ein lukratives Geschäft – mit
gravierenden körperlichen und seelischen Folgen für die Betroffenen.
Dem Vorwurf von Kollegen, dass seine Gender-Theorie klinisch nicht bewiesen
sei, versuchte Money ein für alle Mal mit einem klassischen
“Zwillingsexperiment” zu begegnen: David Reimer, einen Jungen, dem bei einer
missglückten Beschneidung der Penis völlig zerstört wurde, liess Money im Alter
von 22 Monaten umoperieren und anschliessend als Mädchen aufziehen, dessen
Zwillingsbruder musste die Kontrollgruppe spielen. Das Experiment misslang –
David Reimer hatte sich immer wieder geweigert, seine Mädchenrolle zu
akzeptieren; als er mit 14 die Wahrheit herausfand, wurde er wieder zum Mann.
Heute sind Bruce und David Reimer tot, beide haben ihrem Leben selbst ein Ende
gesetzt. Money gab das Scheitern seines “Experiments” jedoch nie zu.
2002 erhielt John Money die Magnus-Hirschfeld-Medaille, die seit 1990 von der
Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS) für
besondere Verdienste um Sexualwissenschaft und Sexualreform verliehen wird.
Damit schliesst sich der Kreis.
-
http://en.wikipedia.org/wiki/John_Money
- John Colapinto: “The true Story of John/Joan”
http://infocirc.org/rollston.htm
- Volker Zastrow: “Der kleine Unterschied”
http://www.faz.net/s/RubBF7CD2794CEC4B87B47C719A68C59339/Doc%7EE75AE8F760BF94344B9187BB752F34D74%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html
4. KATE MILLET / ALICE SCHWARZER / JUDITH BUTLER
Moneys anscheinend wissenschaftlich untermauerte These wurde von der
feministischen Bewegung begierig aufgenommen. Unreflektiert und unhinterfragt
diente sie als Beweis dafür, dass das Geschlecht ein soziales Konstrukt ist,
dass Weiblichkeit und Männlichkeit keine biologischen, sondern ausschliesslich
psychische Identitäten sind. Was Feministinnen schon immer wusste, sahen sie
bestätigt durch Moneys Experiment an David Reimer, der passenderweise bei einer
missglückten Beschneidung seinen Penis verloren hatte und in der Folge unter
Moneys Aufsicht zum Mädchen gemacht wurde: Die perfekte Widerlegung der
“angebliche[n] Naturgegebenheit von Männerherrschaft”.
Die damals wichtigste lesbische Aktivistin, Kate Millet, übernahm in ihrem 1970
erschienenen Bestseller “Sexual Politics” Moneys Gendertheorie unter
Quellenangabe und propagierte sie (Millet: “Sexus und Herrschaft” 1971, S.
39).
In ihrem 1975 erstmals erschienen Buch “Der kleine Unterschied” lobt Alice
Schwarzer Moneys Reimer-Experiment als bahnbrechend und spricht von der
Gebärfähigkeit als ohnehin einzigen Unterschied zwischen Männern und Frauen:
“Alles andere ist künstlich aufgesetzt, ist eine Frage der geformten seelischen
Identität.” Das ‚Mädchen’ werde nach Hormonbehandlung und künstlicher Scheide
eine ganz normale Frau sein. Auch in der aktuellen, im September 2004
erschienenen zweiten Auflage der Neuausgabe von 2000 präsentiert Alice
Schwarzer nachdrücklich den lebenden Beweis für die Gendertheorie.
Eine weitere bekannte Feministin, Judith Butler, setzt ebenfalls voll auf
Moneys Gendertheorie. In ihrem 1990 erschienenen einflussreichsten Buch “Gender
Trouble. Feminism and the subversion of identity” (“Das Unbehagen der
Geschlechter”, 1991) greift Butler den von Money ins Leben gerufenen Begriff
‚Gender’ und die damit verbundene Theorie auf und modifiziert ihn, verzichtet
jedoch konsequent darauf, Money in irgend einer Weise zu erwähnen. Butlers
Gendertheorie ist die Grundlage des “Gender Mainstreaming”, das heute in der EU
als feministische Errungenschaft offizielle Vorgabe ist.
- Volker Zastrow: “Politische Geschlechtsumwandlung”
http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E19A6FC7720554E81829007B25E33D7E4~ATpl~Ecommon~Scontent.html
- Volker Zastrow: “Der kleine Unterschied”
http://www.faz.net/s/RubBF7CD2794CEC4B87B47C719A68C59339/Doc%7EE75AE8F760BF94344B9187BB752F34D74%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html
5. TRANSSEXUELLE
Transsexuelle beneiden uns Intersexe darum, dass wir im Gegensatz zu ihnen ohne
grosse bürokratische Hindernisse operiert werden (sofern wir nicht zufällig zu
den 99% gehören, bei denen das als Baby ohne ihre Einwilligung geschah).
Entsprechend dem Vorbild Ulrichs argumentieren sie heute wiederum damit, dass
sie “psychisch intersexuell” sind. Ulrichs Theorie der weiblichen Seele
gefangen in einem männlichen Körper als Beweis für den “psychischen
Hermaphroditismus” von Homosexuellen findet “heute bei der
Selbstcharakterisierung von Mann-zu-Frau-Transsexuellen weltweit
Verwendung”.
- Claudia Lang: Intersexualität. Menschen zwischen den Geschlechtern,
2006
Im Internet wird Hermaphroditismus resp. “Intersexualität” auf unzähligen
Transsexuellen-Homepages zur Unterkategorie von Transsexualität degradiert
respektive eingangs alibimässig erwähnt, um in der Folge über
Operationsmethoden zu diskutieren. Vornehm aussen vor gelassen wird dabei, dass
praktisch alle Intersexe angelogen und gegen ihren Willen zwangsoperiert
werden!
Einige wenige Beispiele für die unsägliche Vermengung von körperlicher
Zweigeschlechtlichkeit und Transsexualität, wie sie heute den öffentlichen
Diskurs dominieren:
“Man könnte sagen, daß Transsexuelle Hermaphroditen sind, solange sie noch
nicht operiert wurden, denn ihre Seele ist ganz weiblich oder männlich, und der
Körper ist bis auf Ausnahmen ganz männlich oder weiblich.”
Frau Dr. Inoszka Prehm,
http://www.transgender.at/infos/allgemein/aspekte.html
“Trans- u. Intersexuelle Menschen werden leider heute noch oft gemobbt,
diskriminiert und ausgestossen nur weil die Tatsache der Realität und Existenz
von Transsexualität falsch verstanden und falsch behandelt wird.” (Beachte, wie
einmal mehr im zweiten Satzteil plötzlich nur noch von der “Realität und
Existenz von Transsexualität” die Rede ist.)
http://www.tas-org.ch/
Desgleichen ist das biologische Zwitter-Symbol derart von den Transsexuellen
vereinnahmt, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr in seinem
eigentlichen Sinn verstanden wird.
http://www.genderwunderland.de/index.html
[Nachtrag: Der Inhalt der gesamten Domain wurde inzwischen ausgetauscht.
Die ursprüngliche Seite mit dem geklauten Zwitter-Symbol auf archive.org:
http://web.archive.org/web/20070621143429/http://www.genderwunderland.de/]
Mit dieser Vereinnahmung, Ausbeutung und Unsichtbarmachung von Intersexualität
unterstützen Transsexuelle die Mediziner darin, Intersexe als Menschen mit
einer Störung abzustempeln, die man operieren muss. Denn damit ist die
medizinische Zwangszuweisung legitimiert und das lukrative Geschäft gesichert –
zwar auf Kosten der Menschenrechte und der körperlichen und seelischen
Unversehrtheit der Hermaphroditen, doch das interessiert ja eh niemand.
6. TRANSGENDER
Zur Illustration lediglich ein einzelnes Beispiel: Die Homepage
mehr-geschlechter.de stellt sich nach aussen als von “Intersexuellen” betrieben
dar. Im Lead-Text “Ich bin weder Mann noch Frau!” auf der Eingangsseite werden
zwar im ersten Satz Intersexuelle und Operationen an diesen angesprochen,
bezeichnenderweise jedoch nicht, dass diese als Zwangsoperationen und
-kastrationen ohne Einwilligung der Betroffenen vorgenommen werden. Einmal mehr
dient die Erwähnung von Hermaphroditen lediglich als Überleitung zu den eigenen
Partikularinteressen: “Denn auch alle anderen Menschen werden von Geburt an mit
dem Zwang konfrontiert männlich oder weiblich zu sein. Alle werden entsprechend
eingeordnet und behandelt und ordnen selber ein und handeln.” Dieser Text ist
auch Bestandteil von Plakaten mit dem Konterfei von Lesben, Transen und/oder
Drag Kings, die man unter “Motive” downloaden kann. Und unter “Bücher zum Thema
Intersexualität” werden AUSSCHLIESSLICH Texte über Queer-Theorie, Gender,
Transsexualität und lesbischen Feminismus aufgelistet. Fazit: Vereinnahmung,
Instrumentalisierung und Ausbeutung in Reinkultur.
http://mehr-geschlechter.de/
http://mehr-geschlechter.de/buecher.de.html
http://mehr-geschlechter.de/motive.de.html
Heute ist es soweit, dass z.B. auf Wikipedia oder im google open directory
Hermaphroditismus bzw. “Intersexualität” frech als UNTERABTEILUNG von
Transgender/Transsexualität rubrifiziert wird!
http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Transgender_und_Intersexualit%C3%A4t
http://www.google.de/Top/World/Deutsch/Gesellschaft/Menschen/Transgender/Intersexualit%C3%A4t/
7. AUFRUF ZUR WIEDERGUTMACHUNG
Ulrichs, Hirschfeld, Money, Butler & Co. haben ganze Arbeit geleistet –
nicht zuletzt dank 150 Jahren erfolgreicher Instrumentalisierung
zwischengeschlechtlicher Menschen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
standen Homosexuelle schlecht da, waren kriminalisiert und geächtet, Frauen
hatten kein Wahlrecht, beide Gruppen waren in ihren Rechten auf sexuelle
Selbstbestimmung stark diskriminiert. Demgegenüber waren Hermaphroditen
einigermassen akzeptiert und durften im Alter von 18 Jahren selbst entscheiden,
welches Geschlecht sie annehmen wollten (wenn sie sich auch für eines von zwei
entscheiden mussten). Heute ist es genau umgekehrt: Homosexuelle haben sich
etabliert und sich ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung erfolgreich
erstritten, Frauen können weit gehend über ihr Leben und über ihre Sexualität
selbst entscheiden. Intersexe werden hingegen durchgehend als Kleinkinder ohne
ihre Einwilligung genital zwangsoperiert, kastriert, ein Leben lang angelogen
und – totgeschwiegen. Auch von Schwulenbewegung, Feministinnen usw. Während
z.B. Proteste gegen Zwangsbeschneidungen und jungen Frauen in Afrika
selbstverständlich sind und zum guten Ton gehören, werden genitale
Zwangsoperationen und Kastrationen von Intersexen aus nahe liegenden Gründen
verdrängt und ausgeblendet.
- Konstanze Plett: “Intersexualität aus rechtlicher Perspektive”
http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/intersexualitaet.html
- Antke Engel: Über die gewaltsame Herstellung der Zweigeschlechtlichkeit
http://www.intersexualite.org/Deutsch-Index.html#anchor_481
Tatsache ist: An den an sich positiven Errungenschaften von Homosexuellen,
Transsexuellen und Feministinnen klebt das Blut von Hunderttausenden von
zwangsoperierten und mundtot gemachten Hermaphroditen. Über die 150-jährige
Geschichte der Vereinnahmung der Intersexe und ihrer Folgen für die Betroffenen
kann sich jeder Mensch informieren – wenn er denn will.
Wir rufen die Fortschrittlichen unter den Schwulen, Lesben, Transsexuellen,
Feministinnen usw. auf, eure eigene Geschichte kritisch neu zu bewerten und
einen Beitrag zu leisten, das Unrecht wieder gut zu machen, an dem ihr
massgeblich beteiligt seid. Hört auf, in unserem Namen zu sprechen (und dabei
doch nur eure eigenen Partikularinteressen zu verfolgen)! Hört auf, unser
Symbol zu stehlen und zu entwerten!
Steht uns z.B. am 12.12.2007 in Köln solidarisch zur Seite, wenn es darum geht,
genitale Zwangsoperationen an Intersexen anzuprangern – anlässlich eines
Prozesses eines ohne seine Einwilligung operierten zwischengeschlechtlichen
Menschen gegen seinen Arzt. Hört endlich auf, uns zu instrumentalisieren,
sondern unterstützt uns in unserem Kampf um Selbstbestimmung, ohne uns dabei
von Neuem zu vereinnahmen!
Demo Mittwoch, 12.12. 9:30 vor dem Landgericht in Köln. Kommt dunkel gekleidet,
kein pink und kein lila!
http://de.indymedia.org/2007/11/199653.shtml
Nella & Seelenlos
siehe auch
http://de.indymedia.org/2007/12/201883.shtml
nachtrag: ---> Wikipedia vs. Zwitter
nachtrag: ---> Homo- & Transsexismus auf Wikipedia, reloaded
nachtrag: ---> Etwas Solidarität mit Intersexuellen, bitte ...
nachtrag: ---> Instrumentalisierung
von Zwittern: Kritik-aus-2002
nachtrag: ---> "Genitalverstümmelung
ein afrikanisches Problem?"
Comments
Genderwunderland ist übrigens anscheinend offline.
Na sowas, kaum will man sich wieder einmal weiterbilden, versuchen das Gespür zu verbessern, schauen was so abläüft, schon kriegt man schon wieder eine über die Rübe.
Ich bin für die (technische) Umsetzung des Wikipedia-Portals Transgender & Intersexualität mitverantwortlich.
Entstanden ist es aus einem Artikel über "Transgender-Themen". Weil so ein "Themenring" aus verschiedenen Gründen nicht erwünscht war und von anderer Seite ein LGBT- oder LGBTI-Portal, wie es dies in anderen Sprachversionen gibt, nicht erwünscht ist, gab es als einzigen Ausweg ein Portal zu machen. Da für viele, welche sich mit Transgender befassen auch Intersexualität aus verschiedensten Gründen ein Thema ist und ebenso umgekehrt, unter den Gründen auch falsche Behandlungen, und es so einige Überschneidungen (manchmal leider) gibt haben wir das Portal "Transgender !&! Intersexualität" genannt. Extra mit beiden Namen im Titel und nicht einfach Transgender untergeordnet, da es eben nicht direkt vergleichbar ist. Intersexualität hat auch extra eine eigene Box bekommen. Für ein eigenens Portal Intersexualität ist kein Betreuer da und auch die Artikelanzahl wäre zu gering. Konstruktive Mitarbeit ist erwünscht.
Und auch die Kategorie:Intersexualität ist keine Unterkategorie von Transgender, sondern steht in der Kategorie:Geschlecht daneben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Katego...
Wie sollen wir deiner Ansicht nach weiter vorgehen? Sollen wir es umbenennen und alle Links zu Intersexuellen Themen aus dem Portal entfernen? Oder nur umbenennen?
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Ulrichs war einer der ersten und Einzelkämpfer. Anscheinend gab es damals nur die Vortstellungen: Krank (und vielleicht heilbar) oder Pervers und kriminell oder aus biologischen Ursachen psychisch zwischen den Geschlechtern stehend und damit eine Laune der Natur. Wofür hättest Du dich entschieden? Das Wort Hermaphrotismus gab es schon und es wird auch in anderen Bereichen sinnverwandt verwendet. Wenn man die Idee hat man ist ein weiblicher Geist im männlichen Körper, dann ist es naheliegend es zu verwenden. Und ich muss gestehen, dass auch mir schon einige wenige Analogien in den Sinn gekommen sind. So nach dem Motto: warum sollen die körperlichen Zwischenstufen bei der komplexen Entwicklung von Mann und Frau, die die Mehrheit bilden, keine Analogien im geistigen Bereich haben.
Man sah es als etwas an, was denselben Grund hatte.
Ulrichs: "Uranismus ist eine Spezies von Hermaphroditismus, oder auch eine koordinierte Nebenform von ihm."
Aber auch: "Uranismus und Hermaphroditismus sind durchaus nicht etwa Krankheitserscheinungen. Ebensogut wie Ihr, blühen Uranier und Hermaphroditen wie die Rosen und sind gesund wie die Fische im Wasser."
Und weiters: "Meinen Satz: Gott habe ausser Mann und Weib auch noch Naturen neutrius sexus geschaffen, leugnet Ludewig r weil in der Bibel nur stehe: „Und Gott schuf ein Männlein und ein Fräulein." Sollte er hierauf beharren, so wird er auch leugnen müssen, Gott sei es, der die Hermaphroditen geschaffen habe: und diese müssen wohl dadurch entstanden sein, dass sie selber ihre Natur verlassen (umgeändert) haben (vgl. Römer L): wie Ludewig und Gr. geradezu behaupten, dass auch die Uranier die Natur, die Gott ihnen gab, verlassen haben (umgeändert.)
http://www.schwulencity.de/UlrichsB...
Schon Hirschfeld betrachtete verschiedene Ebenen:
http://www2.hu-berlin.de/sexology/G...
ab "Schema oder Einteilungsprinzip"
Als gemeinsame Grundlage sah er und andere die Hormondrüsen und andere die Genetik.
Schon Moll und Krafft-Ebing haben keinen Zusammenhang zwischen psychischem und körperlichen Hermaphrodismus gesehen.
http://www.schwulencity.de/Moll_con...
http://www.schwulencity.de/Moll_con...
http://www.schwulencity.de/Moll_con...
Bei Moll ist der psychosoziale Hermaphrodit anscheinend ein Bisexueller
http://www.schwulencity.de/Moll_con...
Und auch bei anderen
http://www2.hu-berlin.de/sexology/G...
Hormone spielen bei einigen Intersexuellen Syndromen nachgewiesenermaßen wirklich eine Rolle. Die Genetik ebenfalls. Bei den Schwulen weiß man es noch nicht so genau. Vielleicht auch besser so. Wobei, da es sowieso nicht nur darauf ankommt haben die Ex-Gays immer etwas psychologisches zu "reparieren".
Hirschfeld wurde schon damals kritisiert. Ulrichs, aber vor allem auch Hirschfeld werden in den letzten Jahren auch in der homosexuellen Geschichtsforschung sehr kritisch betrachtet. So von "der Homosexuelle soll nicht heiraten und keine Kinder zeugen" und seiner rein biologischen Sichtweise her.
In den 1920ern und 1930ern war es in ganz Europa verbreitet Homosexuelle und Transsexuelle (Bei Intersexuellen weiß ich jetzt nicht Bescheid) durch eingepflanzte natürliche oder künstliche Geschlechtsdrüsen zu heilen. Manchmal aus eigenen Willen, manchmal aus Zwang heraus. Ein Beitrag aus dem Jahre 1935 zur künstlichen Produktion von Testosteron aus dem Time Magazine:
http://www.time.com/time/magazine/a... Man wird so viel Testosterone herstellen können um alle Homosexuellen zu heilen (was auch immer man damals darunter verstand, aber eher keine biologischen Hermaphroditen) Vaernet wollte eine künstliche Drüse herstellen um Homosexuelle zu heilen und um Männer zu "verjüngen". Ich hab das Buch über ihn gelesen, Hermaphroditen kommen dort nicht sonderlich vor.
Uns bleiben im Laufe der Geschichte noch Kastration, Homontherapie (auch mit Östrogenen -> Alan Turing), Zwangseinweisung, Elektroschocks, Aversionstherapie, Psychoanalyse, etc. etc. Bis in die 1970er Jahre hinein und für so manche Jugendliche in den USA gibt es wahrscheinlich noch heute Aversionstherapien.
In der zweiten Hälfte des 19. Jh. ist alles abweichende in das medizinische Fangnetz gekommen. Ihr wärt dort so oder so gelandet ob mit Schwulen oder ohne. Auch dass die tolerante Bestimmung aus dem allgemeinen Landrecht nicht übernommen wurde, ist glaub ich nicht unser Verdienst. An euch regelmäßig herumzuschnippseln hat man in den 1950ern begonnen, sobald man halt dazu in der Lage war. Warum? Weil ihr nicht der Norm entspracht und weil man es konnte. Dass man dazu die Technik benutzt hatte, die bei der Wiederherstellung von Verletzten oder geschlechtsangleichenden Operationen verwendet wurden, ist leider handwerkliches Selbstverständnis. Beim wie und welche Richtung man einschlägt, da haben wahrscheinlich die angesprochenen mitgeholfen. Die TS wollten klarerweise ihres. Was für einen TS gut ist, muss aber noch lange nicht für einen IS gut sein.
Viele haben es nicht so gut getroffen wie Erich Schinegger, der schon alt genug war und auch ärztliche Unterstützung hatte. Das Schi-Kader wollte ihn als Frau.
http://de.wikipedia.org/wiki/Erik_S...
Herauszufinden was wirklich biologisch männlich/inter/weiblich ist und was wirklich sozial konstruiert ist, da sind wir gerade dabei. Dazu brauchte es aber erst die Ideen um das anzuleiern. Ein Gegenpol zum biologischen Pol früher (Frau hat Hysterie, schwach, nicht für alles begabt, Küche-Kinder-Kirche). Die daraus in Umlauf gebrachten Erkenntnisse, auch zusammen mit der Antropologie bezüglich mehrer Geschlechter in anderen Gesellschaften finde ich übrigens auch auf vielen Intersexuellen/Hermaphroditen-Seiten. Die von Hirschfeld und und anderen gefundene Methode der Unterscheidung verschiedener Kontinui auf 4 oder 5 Ebenen (Körper, soziales Geschlecht, Geschlechtsrolle, Orientierung etc.) ist heute für uns alle notwendig um die verschiedenen Dinge zu beschreiben und auch um Zusammenhänge zu sehen oder zu verwerfen.
Dass man bei einigen früher aufwachen und andere Wege einschlagen hätte können ist auch keine Frage. Und wir sollten uns gegenseitig sicher öfter zusammensetzen, uns näher kennenlernen, und voneinander lernen, Missverständnisse beseitigen und auch historisch betrachten wie man sich beeinflusst hat. Und vielleicht auch manchmal nicht immer gleich eingeschnappt sein und um seine Pfründe fürchten, aber klar seinen Standpunkt vertreten. Aber die sehr weitreichende Pauschalverurteilung da oben geht mir etwa zu weit. Wie sehr die Lesben- und Schwulenbewegung und auch die Transsexuellenbewegung wirklich "maßgeblich" beteiligt war gilt es sicher noch näher zu erörtern. Die Schwulenbewegung jedenfalls steckte in den 1950ern quasi noch im Uterus, war nicht wirklich geboren und nur sehr minimal. Die Frauenbewegung gab es auch nicht. Judith Butler kam 1956 gerade mal auf die Welt.
Heteronomativität gilt auch für euch. Komlett eindeutig Mann oder Frau sein, körperlich wie geistig der Schablone zu entsprechen, das gegenüberliegende Geschlecht begehren, verliebt, verlobt, verheiratet, Kinder. Ohne ein bißchen Wissen und Beeinflussung aus dem "Gender"-Komplex sehe ich es schwer, dass am Standesamt eindrittes Geschlecht anerkannt wird, so wie es einige wollen.
Ich persönlich fand das Thema Hermaphroditen in Jugendzeiten prinzipiell interessant, selten hatte ich auch mal Phantasien selber ein 50/50 Hermaphrodit zu sein oder eine Frau. Warum? Damit ich mit einem Mann schlafen kann. (Weil es ja so sein muss. War lange vor meinem CO). Dann verlor ich das Thema aus den Augen, es kamen mir ja keine Infos unter, ausser dass es das gibt. Seit 2000 bin ich wieder dran. Und seit damals stehe ich, vor allem was die oft unnötigen Operationen und die Heimlichtuerei angeht, hinter euch. Wenn ich eine Ahnung gehabt hätte sicher auch schon früher. Money gehört für seine Aktion mit "John/Joan" auf den Mond geschossen, seine Theorien hätten in letzter Konsequenz früher hinterfragt werden sollen und ob er wirklich mit der Hirschfeld-Medaillie geehrt werden sollte wage ich zu bezweifeln. Als Wiener ist mir Köln etwas zu weit enfernt für eine Demo und ausserdem habe ich erst heute davon gelesen.
Ein LGBTI-Koalition finde ich prinzipiell wünschenswert, auch um einige Sachen unter uns zu klären und nicht etwa vor den anderen zu sagen: Die mag ich nicht, die sind böse. Auch wenn es noch so schwer ist. Die einzelnen Gruppen müssen klarerweise auch selbstständig präsent sein und ihre Meinung vertreten. Um etwas zu erreichen braucht man auch Öffentlichkeit. Die Gesellschaft muss das Unbekannte, Unheimliche kennenlernen um die Angst davor zu verlieren. Schön, dass wir in Österreich jetzt Alex haben.
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Welches meinst du jetzt eigentlich mit "unserem Symbol"? Das Merkur-Zeichen oder das kombinierte Mars-Venus-Symbol? Sorry, dass ich so blöd frage. Naja, ich schätz mal Merkur. Ja, das soll man euch lassen, gibt anderes. Entwerten klingt sehr hart.
Ich möchte Euch hier herzlich danken für den Aufsatz. Ja, jede dieser Gruppen instrumentalisiert uns und unsere Interessen. Das Unrecht, die Ausgrenzung und der drohende Kontrollverlust ist unerträglich für traumatisierte Zwitter wie mich. Jeder soll so leben können, wie er es wünscht. Wir Zwischengeschlechtlichen auch.
Ich danke dir liebe Nella. Es ist schön, dass es dich gibt.
Lucie
Kommentar wegen verletzendem, beleidigendem oder nicht themenbezogenem Inhalt verschoben nach http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2007/12/24/Archiv-verletzender-beleidigender-oder-nicht-themenbezogener-Kommentare
» Heute ist es soweit, dass z.B. auf Wikipedia oder im google open directory Hermaphroditismus bzw. “Intersexualität” frech als UNTERABTEILUNG von Transgender/Transsexualität rubrifiziert wird!
de.wikipedia.org/wiki/Portal:Transgender_und_Intersexualität
«
Diskussion dazu:
de.wikipedia.org/wiki/Portal_Diskussion:Transgender_und_Intersexualität#Kritik_am_Portal_in_blog.zwischengeschlecht.info_am_10.12.07
MfG – ParaDox
@ Fg68at und ParaDox
danke für eure reaktionen, ausführliche antwort folgt.
die kaputten links in Fg68at's kommentar sind leider unsere schuld. nella hatte den kommentar aus versehen gelöscht (zusammen mit einer ganzen ladung spam). zwar konnte er zum glück aus dem cache wieder rekonstruiert werden, aber nicht die kompletten links (und auch nicht seine emailadresse). nella hat Fg68at schon über wikipedia dazu angemailt. nochmals sorry.
Kommentar wegen verletzendem, beleidigendem oder nicht themenbezogenem Inhalt verschoben nach http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2007/12/24/Archiv-verletzender-beleidigender-oder-nicht-themenbezogener-Kommentare
Der Beitrag von Tina tut weh, zeigt jedoch die Problematik genau auf: Auf der einen Seite werden körperliche Veränderungen herbei gewünscht und werden mit allen Mitteln erkämpft, auf der anderen Seite kämpfen wir zwischengeschlechtlichen Menschen für die körperliche Unversehrtheit. Uns könnte der Kampf um Würde und Selbstbestimmung verbinden. Aber...
Claudia Langs Buch als Schwachsinn zu bezeichnen zeugt allerdings von provokanter Streitsucht. Und von einem Niveau, auf das ich mich als Zwischengeschlechtlicher nicht herunter begeben werde. Mit Beiträgen, die dem von Tina ähneln, erstickt man jede Annäherung. Und wenn nichts mehr hilft, wird auch noch die Praktik der Nazis beschwörend herbei zitiert. Tina, du hast den Knall nicht gehört: Zwitter wurden auch im 1000jährigem Reich vernichtet... Da hat keine Gruppe ein Exklusivrecht drauf.
Also : gehe jeder seiner Wege und setzte seinen Kampf fort. Einen weiteren Kontrollverlust wird kein denkender traumatisierter zwischengeschlechtlicher Mensch zulassen.
Und was diesen Blog angeht: Respekt!
Hallo Fg68at
Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich bin positiv überrascht darüber, dass unsere Kritik wahrgenommen und konstruktiv diskutiert wird. Dies war eines der Anliegen unseres Artikels.
Ich habe auch deinen Hinweis auf konstruktive Mitarbeit bei Wikipedia vernommen. Leider fehlt mir im Moment zum Beispiel für die Betreuung eines Portals "Intersexualität" vorne und hinten die Zeit.
Gerne möchte ich zu einigen Punkten aus deinem Kommentar Stellung nehmen, in der Hoffnung auf einen weiteren kritischen Dialog.
"Und auch die Kategorie:Intersexualität ist keine Unterkategorie von Transgender, sondern steht in der Kategorie:Geschlecht daneben."
Hier hast du natürlich recht. Technisch kann man nicht von einer Unterkategorie sprechen (im Gegensatz zum Open Directory). Jedoch ist es so, dass durch die Mitnennung von "Intersexualität" (wie in den meisten anderen Fällen auch) nach Transgender oder Transsexualität dieser Eindruck entsteht und evoziert wird, dass wir irgendwas gemeinsam haben.
"Das Wort Hermaphrotismus gab es schon und es wird auch in anderen Bereichen sinnverwandt verwendet. Wenn man die Idee hat man ist ein weiblicher Geist im männlichen Körper, dann ist es naheliegend es zu verwenden."
Da bin ich eben anderer Ansicht. 'Hermaphroditismus' bedeutet biologisch/körperlich zweigeschlechtlich zu sein. Es ist nahe liegend, wie bereits dargelegt, dass diese Analogie vor allem deshalb gemacht wurde, um Homosexualität als natürlich und angeboren zu definieren. Wenn man bei einer weiblichen Psyche im männlichen Körper von 'Hermaphroditismus' spricht, dann vermischt man eine sexuelle Veranlagung mit einer biologischen Tatsache, die sich in uneindeutigen/zwittrigen Geschlechtsorganen ausdrückt.
"Heteronomativität gilt auch für euch. Komlett eindeutig Mann oder Frau sein, körperlich wie geistig der Schablone zu entsprechen, das gegenüberliegende Geschlecht begehren, verliebt, verlobt, verheiratet, Kinder. Ohne ein bißchen Wissen und Beeinflussung aus dem "Gender"-Komplex sehe ich es schwer, dass am Standesamt eindrittes Geschlecht anerkannt wird, so wie es einige wollen."
Für die grosse Mehrzahl von zwischengeschlechtlichen Menschen gilt der Kampf nicht den Geschlechterrollen an sich, sondern für eine Selbstbestimmung durch die Betroffenen, in welchem Geschlecht man leben will (d.h. Mann, Frau oder für einige Zwitter), und gegen die Zwangszuweisung im Kindesalter. Für die Anerkennung eines dritten Geschlechtes am Standesamt braucht es keine "Hilfe aus dem Gender-Komplex", sondern lediglich eine Anerkennung der offensichtlichen biologischen Tatsachen.
"Ich persönlich fand das Thema Hermaphroditen in Jugendzeiten prinzipiell interessant, selten hatte ich auch mal Phantasien selber ein 50/50 Hermaphrodit zu sein oder eine Frau. Warum? Damit ich mit einem Mann schlafen kann."
Interessant. Das bestätigt zu 100% unsere Analyse von Ulrichs & Nachfolger bis zu den heutigen Transsexuellen: um eure von einer verklemmten Gesellschaft als "abartig/kriminell" geächtete sexuelle Neigung auszuleben (in deinem Fall "mit einem Mann schlafen"), braucht ihr die Legitimation, "Hermaphrodit" zu sein.
"Welches meinst du jetzt eigentlich mit "unserem Symbol"? Das Merkur-Zeichen oder das kombinierte Mars-Venus-Symbol? Sorry, dass ich so blöd frage. Naja, ich schätz mal Merkur. Ja, das soll man euch lassen, gibt anderes. Entwerten klingt sehr hart."
Na, welches wohl ... Dasjenige, das bei unseren Postings auf indymedia und zwischengeschlecht.info "Die Rede von der psychischen Intersexualität" abgebildet ist. Für uns ist hart, dass wir als Transen betrachtet werden, wenn wir unser eigenes Zeichen benützen, und dass alle Welt denkt, "Intersexualität" sei eine besondere sexuelle Veranlagung.
Beste Grüsse
Nella & Seelenlos
P.S.: Nochmals sorry wegen den Links. Falls du sie noch hast, mail sie uns bitte, damit wir das gerade biegen können.
Sehr gute Ausarbeitung (Respekt!).
Es scheint so zu sein, dass sich einige Menschen persönlich auf den Schlips getreten fühlen, wenn sie hier damit konfrontiert werden, dass Gruppen von Menschen die Zwischengeschlechtlichen für eigene Zwecke benutzt haben.
Wenn wir uns die Geschichte vornehmen, so wird das wirklich so gewesen sein.
Ein echter Grund also, damit aufzuhören und zu akzeptieren, dass es Zwitter gibt und wir über uns selbst bestimmen wollen und auch keine Instrumentalisierung mehr dulden.
Wenn nun also wir Zwischengeschlechtlichen aufstehen und sagen, was wir wollen und was nicht, dann ist das eine kleine Revolution und für mich wunderbar.
Grüße von Clara
PS: Das Zwitter-Zeichen für Zwischengeschlechtliche!
@ Lucie, Clara: Danke für eure Beiträge und dass ihr euch nicht provozieren liesset. Herzlich willkommen!
@ Kim a.k.a. Anja, Tina: Hört auf, auf diesem Blog zwischengeschlechtliche Menschen zu verletzen und zu beleidigen! Und wenn ihr über nichts anderes als Transsexualität reden könnt, dann tut das woanders!
@ kim a.k.a. anja:
ok, beleidigte leberwurst, ganz wie du willst: dies war dein letzter verletzender kommentar auf diesem blog.
du bist transsexuell, NICHT "intersexuell".
dein körper ist gegengeschlechtlich, NICHT zwischengeschlechtlich.
das zwitter-symbol gehört uns zwischengeschlechtlichen, NICHT dir.
-„Man wird so viel Testosterone herstellen können um alle Homosexuellen zu heilen (was auch immer man damals darunter verstand, aber eher keine biologischen Hermaphroditen)“-
Die Versuche, Zwitter zu „heilen“, das heisst, zu „vereindeutigen“ fingen früher an. Genitale Operationen können bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Nur dass Chirurgie eben nicht alles ist. Deswegen waren die Ergebnisse der Steroidhormonforschung ab den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, in den 30ern von Schering zu ersten pharmazeutischen Präparaten umgesetzt, den Vereindeutigern hochwillkommen. Das Ganze mündete schliesslich eine erste Systematisierung durch John Money, der empfahl, durch hormonelle Tests eine Prognose der Entwickelbarkeit des Phänotyps zu erstellen und danach über Vereindeutigung in männliche oder weibliche Richtung zu entscheiden.
Natürlich wurden auch immer wieder mal Hypothesen über die Hormongesteuertheit des Paarungsverhaltens aufgestellt, was ja bei oberflächlicher Betrachtung nicht ganz fern liegt. Mit entsprechenden Behandlungsversuchen. Nach dem Scheitern wird der Theorieschrott nun für Thesen von der hormonellen Prägung weiblicher und männlicher Gehirne durch steroidhormonelle Einflüsse in der fötalen Entwicklung“ verwertet. Und schon verkünden die Helden des Skalpells, sie könnten heutzutage ein Baby entsprechend seiner „Geschlechtsidentität“ operieren. (Radmayr/Innsbruck und Schwöbel/Bern im Jahre 2005) So fungieren Zwitter als „wissenschaftliche Müllschlucker“.
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-"Ich persönlich fand das Thema Hermaphroditen in Jugendzeiten prinzipiell interessant, selten hatte ich auch mal Phantasien selber ein 50/50 Hermaphrodit zu sein oder eine Frau. Warum? Damit ich mit einem Mann schlafen kann."-
Phantasien über „Hermaphroditen“ scheinen viele Männer zu haben. Auch Psychologen und Mediziner sind davor nicht gefeit. Seit es digitale Bildbearbeitung gibt, wird das auch visualisiert. Und die Bilder zeigen, dass die Phantasien nichts mit AGS, AIS, Reifensteinsyndrom, 17-beta-HSD- oder 5-alpha-Reduktasemangel zu tun haben. Kommt es daher, dass reale Abweichungen von den im Biologiebuch dargestellten zwei Körpern nicht als Zwitter, sondern als kranke, „entartete“ Männer und Frauen gesehen werden?
Oft scheinen Männer, wenn sie von realen Zwittern hören, diese Phantasiebilder nicht aus dem Kopf zu bekommen. Unabhängig davon, mit welchem Verhaltensmuster sie ausgestattet sind oder welches „Beuteschema“ ihr Paarungsverhalten bestimmt. Das trägt natürlich Konfliktpotential in sich, weil die Vorstellungen vom hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen lebenden „Intersex“ mit der Realität nicht vereinbar sind.
Ich habe in der Jugend die Erfahrung gemacht, dass Menschen, und vor allem männliche Menschen sich zurückzogen, wenn sie mal meinen nackten Körper sahen. Man kannte das damals nur noch aus dem Lexikon, unter dem Stichwort „Hermaphroditos“. (Aber der ist auch schon idealisiert dargestellt, zum Beispiel mit einem grossen Penis, den es auch vor 2500 Jahren bei PAIS kaum gegeben haben dürfte) Ich hatte den Eindruck, dass das Auftauchen einer griechischen Sagengestalt Alpträume auslöste. Und zwar: je höher der Bildungsgrad*, um so heftiger das Zurückweichen und/oder die Versuche, meinen Körper wegzudiskutieren. Die Theorien müssen auch auf dieser Grundlage gesehen werden, damit sie verständlich werden. Dass dabei Lehrstühle wackeln könnten, sollte uns nicht abschrecken.
Jedenfalls werden wir die Tatsache, dass männliche Phantasien in einer patriarchalen Gesellschaft beherrschenden Charakter gewinnen, kaum ignorieren können. Das hat sich auch schon bei Sigmund Freud gezeigt...
Die Phantasien erinnern ein bisschen an die Phantasiegestalten, die sich mitteleuropäische Bürohengste einst im „edlen Wilden“, z. B. in der Gestalt des „Winnetou“ schufen.. Mit dem realen Leben im Apache-Reservat hat das auch nicht viel zu tun.
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-“...Viele AGS-Mädchen weisen trotz perfekter chirurgischer Korrektur des äußeren Genitale und einer weiblich konformen Erziehung typisch männliche Verhaltensweisen auf. Studien hierzu zeigten, dass dies besonders in der Kindheit zu Phasen von Identitätsstörungen führen kann. Im Erwachsenenalter besteht allerdings bei der Mehrzahl der Betroffenen Geschlechtsakzeptanz, obwohl auch Fälle späterer Transsexualität berichtet werden...“-
Das Zitat stammt von der genitalchirurgisch tätigen Urologin Susanne Krege.
http://www.thieme-connect.com/ejour...
Um die Krege-Version der Transsexualität erklären zu können, müsste man Anamnesen der „AGS-Transsexuellen“ erkunden: traumatisierende OP-Erlebnisse in der frühen Kindheit, die nie aufgearbeitet werden konnten, weil nach medizinischem Dogma unbesprechbar. Auch über Probleme mit OP-Fehlern konnten/können die Betroffenen mit niemand, schon gar nicht mit einem Arzt reden, weil die Tatsache der Anpassungs-Maßnahmen an sich verschwiegen wird. Man müsste die Misslingensquote bei genitalen Operationen an Säuglingen/Kleinkindern feststellen. Und auch die psychischen Belastungen durch eine streng an Rollenverhaltensmustern orientierte „Geschlechtserziehung“, die „Normale“ kaum in dieser Gnadenlosigkeit erlebt haben wie „körperliche Abweichler“.
Genau das passiert aber nicht, denn wer Probleme mit der Geschlechtszuordnung hat, landet erst mal bei einem Psychiater/Psychologen. Der hat von AGS (oder auch AIS usw.) keinen Ahnung. Er sieht der Patientin an, dass sie schon irgend ein Hormonpräparat genommen haben muss. Ein Test des Geschlechtschromatins ergibt „46,XX“, somit ist die Patientin eindeutig weiblich und die psychische Störung steht schon fast fest. Damit hat man schon ein Indiz für Transsexualismus und im weiteren Verlauf lernen die Probanden, wie sie sich verhalten müssen, damit sie ein Gutachten für die Änderung der Geschlechtskategorie erhalten. Das Prinzip des Transsexualismus hat sehr entscheidend zur Festigung des Dogmas über die immer gut funktionierende „Vereindeutigung“ von Zwittern beigetragen. Auch das Gerücht, „TS“ können niemals bei körperlichen Abweichungen von der Geschlechtsnorm einher gehen, wurde von der Psychiatrie/Sexologie verbreitet. Es wurde nicht genau so gesagt, aber so, dass es leicht auf diese Weise interpretierbar ist.
Das ist nicht die Schuld von „echten“ Transsexuellen und schon gar nicht die Schuld der betroffenen Zwitter. Ausser einigen karrieresüchtigen Theoretikern nützt es niemandem, wenn wir ständig auf dem Sack herumhauen, um den Esel zu schonen. Der Esel trägt den Titel Professor Dr. med..
Wir müssen die Theorien, Hypothesen und Dogmen hinterfragen, auch die „modernen“ Thesen, wenn wir weiter kommen wollen.
Letztlich geht es um Lebensqualität. Die ist ein größeres Projekt als zugewiesene Geschlechtskategorien, aber sie sind ein Teil davon. Wir können diesen Teil bearbeiten. Ohne Dogmen, aber mit uns selber, mit unseren Erfahrungen, die dafür mehr wert sind alle Theorien und Selbstdarstellungen akademischer Karriereplaner. Ob in der Volkswirtschaft oder beim „Geschlecht“.
Ein amtliches 3. Geschlecht könnte Kinder vor Festlegungseingriffen schützen. Ich halte es aber für einen Notbehelf. Neukategorisierungen schaffen wieder neue Grenzfälle. Wie würde man damit umgehen? Die Welt ginge nicht unter, wenn man auf das eingetragene Geschlecht bei der Geburt ganz verzichten würde. Ob jemand Vater oder Mutter wird, zeigt sich dann schon. Welchen Nutzen haben staatliche Geschlechtskategorien vor diesem Ereignis?
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*nicht zu verwechseln „Intelligenz“
@ claudia
danke für deinen ausführlichen kommentar. zwei dinge möchte ich kurz aufgreifen:
es geht um den esel und nicht um den sack. nicht umsonst ist die medizinerzunft zuoberst in den forderungen als erste angesprochen. diese leichenwandlerischen "prof. dr. med. akademische karriereplaner" auf ihren scheinbar wackelsicheren lehrstühlen zur rechenschaft ziehen zu können, sprich in der öffentlichen meinung und vor gericht, klappte bisher leider selten. u.a. weil die gruppe der opfer, die "intersexuellen", im öffentlichen bewusstsein wenn überhaupt, nur minimale beachtung findet. (auch gemessen an ihrem anteil an der gesamtbevölkerung, und unter berücksichtigung der tatsache, dass "intersexuelle" aus verschiedenen gründen in der öffentlichkeit bisher sehr bescheiden oder meist gleich ganz stumm geblieben sind.) ein grund, warum "intersexuelle" in unserer gesellschaft so "unsichtbar" sind, liegt wiederum darin, dass die entsprechenden wörter, begriffe, symbole etc. inzwischen derart von anderen gruppen vereinnahmt sind, dass z.b. der begriff "intersexuell" zwar da und dort im öffentlichen diskurs tatsächlich präsent ist -- mitunter selten sind damit aber tatsächlich "intersexuelle" gemeint. wie noch auf wikipedia die behandlung der stichworte transgender, intersexualität, zwitter, hermaphrodit belegt, wo u.a. "echte hermaphroditen" durchgehend unter transgender subsummiert werden, während gleichzeitig konstant darauf beharrt wird: "Von der Intersexualität abzugrenzen ist der sehr seltene Hermaphroditismus („Zwittrigkeit“ oder auch „Doppelgeschlechtlichkeit“)". augenfällig auch der "umgang" mit kritik dort. ebenfalls typisch: noch der mit diesem blog "neu" propagierte begriff "zwischengeschlecht" wurde einmal mehr prompt zu vereinnahmen versucht ("deutlich mehr für „Portal:Transgender und Zwischengeschlecht“ erwärmen"). gäääähhhn ... diese permanente vereinnahmung verurteilt meist auch zusammenarbeit von "intersexuellen" mit diesen gruppen von vornherein zum scheitern -- trotz einiger gemeinsamkeiten vom hintergrund her und betreffend der praktischen ziele ... das freut den esel. die forderung alle aspekte dieser geschichte mit allen beteiligten aufzuarbeiten wohl eher weniger.
geschlecht "zwitter" vs. gar kein geschlecht, ein beispiel für eine mögliche gemeinsame debatte. so schön "kein geschlecht" auch klingt, für "intersexuelle" liegt darin m.e. die gefahr, einmal mehr (und erst recht) in den köpfen der menschen ausgeklammert zu werden, während andrerseits ein amtliches drittes geschlecht "zwitter" sämtlichen anliegen "intersexueller" einen gewaltigen schub verleihen würde (und gleichzeitig das binäre geschlechtermodell in frage stellen). zudem, unter denen, die diese diskussion führen (und letztlich meist "kein geschlecht" wollen), findet sich eine bequeme mehrheit für geschlecht "zwitter" als teilschritt ...
Hallo nella & seelenlos,
erst mal zum Letzten, das Andere ergibt sich zum Teil daraus.
Damit kein Missverständnis entsteht: Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Möglichkeit, die Eintragung eines „drittes Geschlechtes“ einzuführen. Es wird mir dabei aber zu wenig über die Details geredet. Die werden dann natürlich von Anderen beherrscht.
Der Gedanke, den Geschlechtseintrag ganz abzuschaffen, stammt ursprünglich nicht von mir. Er wurde vor ca. 10 Jahren von einer jungen Ärztin geäußert und war durchaus auf die Situation von Zwittern bezogen. Dass es von der „queer“-Bewegung aufgegriffen wurde, verwundert nicht. Seit die Forderung nach einem „dritten Geschlecht“ öffentlich diskutiert wurde, haben verspielte Sattbürger das auch aufgegriffen und gesagt, man könne ja auch 4 oder 5 oder noch mehr Geschlechter einführen. Vom Lächerlichmachen einer Forderung dürfen wir uns nicht abschrecken lassen: Das war auch mit der Feststellung, dass in den Industriestaaten immer mehr Menschen in die materielle Armut getrieben werden, so. Flugs haben blasierte Reiche „Armutsparties“ gefeiert, mit Original Sixpackbier und Chips vom Discounter. So wie sich halt jemand, der zuviel Geld und zu wenig Hirn mitbekommen hat, den Reiz der „neuen Armut“ zurechtphantasiert. Leute, deren Leben sehr mühelos ist, versuchen alles und jedes lächerlich zu machen, bei weitem nicht nur die Probleme von Zwittern. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Da müssen wir so oder so durch und es hilft nur Eines: sachlich bleiben.
Die Biologie beschreibt beim homo sapiens mehrere „Geschlechtsebenen“: Gonaden, Genitalien, „äußeres morphologisches Geschlecht“...
Der Staat fragt nicht, ob wirklich zwei Ovarien oder Hoden im Sinne von Fortpflanzungsorganen vorhanden sind. Ob das Genital wirklich wie eine Klitoris oder wie ein Penis aussieht, ob die Harnröhre wirklich an der Genitalspitze mündet, ob wirklich Samenleiter und Prostata, Uterus und Vagina da sind.
Was das Standesamt einträgt, ist das, was John Money als „Gender“ bezeichnet hat. Das ist experimentell leicht nachzuweisen: Man lege eine männliche und weibliche Geburtsurkunde zusammen ins Bett und schaue mal, ob sie ein Kind machen.
Dass es kontraproduktiv wäre, die Eintragung eines dritten Geschlechtes zu fordern und die Definitionsmacht weiter bei der Medizin zu lassen, dürfte wohl klar sein.
Was passiert, wenn das Gesetz die Möglichkeit einräumt, als Geschlecht „intersexuell/zwischengeschlechtlich/ zwittrig“ einzutragen? Entscheider werden nach Entscheidungskriterien suchen. Wer legt die fest? Wie soll definiert werden, wann man zwittrig eintragen muss oder „doch gerade noch“ männlich oder weiblich eintragen kann? Wie wird die Sorge der Eltern, dass nun nicht nur ein zwittriges Aussehen, sondern auch der Eintrag ihr Kind zum Außenseiter mache, entkräftet? Denn im Kindergarten, in der Schulklasse wird das Kind das Einzige sein mit diesem Eintrag, auch wenn es in einem anderen Stadtteil ein Zwitterkind des gleichen Jahrganges gibt.
Die rechtliche Lage würde verbessert, ja. Es wäre deutlicher als bisher, dass autoritäre Festlegungsbehandlungen als Körperverletzung einklagbar sein werden, weil es ja die dritte Möglichkeit gegeben hätte. Die Medizin wird dann Eltern eher zur Vorsicht raten. Fraglich ist aber, ob Eltern nicht das Angebot der Medizin, eines der beiden „klassischen“ Geschlechter wählen zu können mit entsprechenden „Korrekturen“, doch lieber annehmen wollen als ein drittes Geschlecht eintragen zu lassen. Nur dass dann die Lügen perfektioniert werden müssen, aus Gründen der rechtlichen Absicherung. (Thyen hat das „Nicht aushalten können“ ja nicht selber erfunden, nur dass sie es zur Richtschnur medizinischen Handelns erklärt, ist ihr vorzuwerfen.) Begünstigt würde dies dadurch, dass die Medizin in den neuerdings „verbesserte“ Virilisierungstechniken anbietet, die dann, wie auch bisher schon, im Misslingensfalle leichter unter dem Label „Transsex“ noch mal verändert werden können als Feminisierungs-Operationen.
Um sicher zu gehen, könnte man eine lange Liste körperlicher Gegebenheiten aufstellen, die die Eintragung als „intersexuell/zwischengeschlechtlich/zwittrig“ erfordern. Wir würden uns dann aber möglicherweise zu jedem einzelnen Punkt mit der „Chicago-Gang“ herumstreiten müssen.
Was wäre, wenn die Eintragung eines Geschlechtes entfiele? Die Begründung, dass man ja „etwas entscheiden muss“ wäre gegenstandslos. Wäre es dann nicht leichter, auf die Frage „Mädchen oder Junge“ (oder Zwitter) zu sagen: „Warten wir es ab, Hauptsache, das Kind ist gesund“?
Die oft erwähnte Regelung im „Recht der preußischen Länder“ enthielt im Prinzipe diesen Grundsatz. Man trägt mal was ein, aber das kann nicht in allen Fällen ernst genommen werden. Wenn sich der Eintrag später als unpraktisch erweist, kann er per „Geschlechtseid“, und das heisst, in Eigenverantwortung des betroffenen Menschen, noch mal geändert werden. Ein Stück Papier ist eben nicht der reale Mensch. Zu dieser Unverbissenheit sollten wir zurückfinden. Sie ist weniger barbarisch als eine Festlegung auf was auch immer bei der Geburt. Und wir können im Sinne von „Aufklärung statt Barbarei“ auch weitere Fortschritte initiieren. Eben zum Beispiel den Fortschritt, gar nichts einzutragen. Der Staat ist dafür verantwortlich, dass alle neugeborenen Bürger gute Entwicklungsbedingungen haben. Nicht verantwortlich ist er für das Geschlecht der Menschen.*
Im Übrigen genügt es, die beiden Menschenbilder im Biologiebuch als das zu bezeichnen, was sie sind: Zwei Eckpunkte in System „männlich/weiblich“. Und dazu zu sagen, dass sich die Körper der meisten Menschen recht nahe an den Eckpunkten befinden. Dass Einige mehr dazwischen liegen, je mehr, um so seltener. Und dass das nichts über den Wert eines Menschen aussagt. Und das konsequent zu vertreten.
Um etwas konkreter zu werden, will ich einen Textvorschlag (nicht optimal ausformuliert) zur Diskussion stellen:
„Die Eintragung des Geschlechtes als männlich oder weiblich ist nur dann zulässig, wenn gewährleistet ist, dass der neugeborene Bürger sich in Fortpflanzung, Genitalien, Hormonstatus und morphologischem Erscheinungsbild im Sinne des eingetragenen Geschlechtes entwickeln wird. Manipulationen am Körper nicht zustimmungsfähiger Kinder zum Zwecke der Rechtfertigung eines Geschlechtseintrages als männlich oder weiblich sind unzulässig und unter Strafe zu stellen. Diese Bestimmung betrifft nicht medizinisch indizierte Eingriffe, die eindeutig der Gesunderhaltung des Kindes dienen.“ Das ist natürlich erst mal eine Weiterentwicklung des „preußischen Landrechtes“. Es würde klar gesagt, worum es geht. Der Passus, dass ein Geschlecht eingetragen wird, bliebe erhalten, bekäme aber die nötige Einschränkung. Es bleibe offen, dass ein Geschlechtseintrag zum richtigen Zeitpunkt nachgeholt werden kann. Sie lässt offen, dass dies in manchen Fällen auch der Sankt-Nimmerleins-Tag sein kann. Sie verbietet überstürzte Maßnahmen im Sinne von „Geschlechtspolitischer Notfall“. Eventuelle Irrtümer beim Eintrag könnten dann flexibler gehandhabt werden. Bestehende Gesetze müssten nicht neu formuliert, sondern nur ergänzt werden. Die Rehabilitation der vor Einführung dieser Ergänzung Geborenen hätte eine Basis, weil auf den Grund für die Gesetzesergänzung hingewiesen werden könnte. Es wäre klar, dass es nicht um irgendwelche Gendergeschichten geht.
Und es wäre wohl kein geeignetes Spielzeug für die feuchten Zwitterträume spätpubertärer Jungs.
* vielleicht, wer weiss, könnte auch die Frau mit weiblichem Penis und weiblichen Hoden, die unter unbeschreiblichen Qualen ihrem Geschlechtstrieb frönte und mittels ihrer weiblichen Spermien Kinder in die Welt setzte, sich auch damit zurechtfinden: Immerhin stünde nicht „männlich“ im Geburtsregister. Das könnte die Qual doch erleichtern. Sie könnte sich dann anderen Unerträglichkeiten des Seins zuwenden.
Das Symbol war wohl zu groß, hatte ich übersehen, ist aber logisch.
Wenn ich mich recht entsinne, habe ich es aber auch schon dort gesehen, wo räumlich wenig Pltz ist und etwas für Männer und Frauen ist.
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Einerseits ist eure Kritik in der derzeitigen Form nicht ohne Pappe, da ihr recht direkt andere Betroffene angreift. Anderseits wandern bei euch Beiträge mMn recht schnell verschoben. Fällt mir nur so auf und ich sehe da eine gewisse Diskrepanz.
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Die Kategorie Intersexualität in der Kategorie:Geschlecht
http://de.wikipedia.org/wiki/Katego...
(sehr weit gefasst) nicht neben Transgender und Transsexualität stehen zu haben ist im derzeitigen Kategoriensystem nicht wirklich praktikabel. Ausser wir machen extra für euch eine Nebenkategorie "Geschlecht1" und sondern euch ab.
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Hermaphroditismus muss ich mit etwas verwechselt haben. Stimmt, es hatte ausser in den Bereichen Biologie, Sexualität und Geschlecht keine weitere Bedutung, sorry, da spielte mir meine Erinnerung einen Streich.
Anscheinend seit Moll und Kraft-Ebbing wurde der psychische Hermaphroditismus vor allem für Bisexualität verwendet. So steht es auch heute noch im Duden:
http://www.duden.de/duden-suche/wer...
Andere wollten Bisexualität für - nach heutigen Sprachgebrauch - Intersexuelle verwenden.
An der Stelle von Ulrichs, zu seiner Zeit, was hättet ihr für einen Begriff verwendet?
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Wenn es am Standesamt ein Geschlecht Zwitter gibt, dann ist die ausschließlich zweigeschlechtliche Heteronormativität in ihren Grundfesten erschüttert.
Was jetzt endgültig kommen soll, ob man das Geschlecht am Papier wie beim Preußischen Landrecht ändern können soll oder man ein drittes Geschlecht einführt, darüber müsst vor allem ihr euch zusammenraufen. Geschlecht am Standesamt komplett wegzulassen (persönliche (Ausweis-)Papiere sind ein anderer Kaffee), da sehe ich Probleme bei der heute doch wichtigen Statistik und was man daraus ableiten kann. Siehe zB China, wo es derzeit zu wenig Mädchen gibt.
Das Hauptproblem ist sicherlich die Zuweisung im Kindesalter. Und damit zusammenhängend glaub ich auch die "Geheimhaltung", die Verschwiegenheit gegenüber den Betroffenen, was ich so aus den Erlebnisberichten ablesen kann.
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Dass ihr die Fantasien eines 13- bis 15-jährigen, der noch recht unbedaft war und für den Homosexuelle damals einfach alte Knacker waren und der in einen Heterofreund verknallt war als 100%tige Bestätigung für eure Analyse zu Ulrichs und Nachfolger seht finde ich sehr befremdlich.
Für mich wäre es keine Legitimation gewesen, sondern ich hätte ihm (in meiner damaligen einfachen Denkweise) eine Muschi anbieten können. Vielleicht hätte er dann angebissen?
Mir kam auch so der Gedanke (wenn auch nicht
wirklich ernsthaft) mich operieren zu lassen. Einfach: Wie könnte ich attraktiv
für ihn werden. Mit zwei anderen hatte ich trotzdem so meine Erlebnisse.
Mir war auch durch Bravo klar, dass es so einen 50/50-Hermaphroditen so gut wie nicht gibt.
Phantasien über einen Hermaphrodit als Partner gab es gelegentlich und in Bewußtsein, dass sie nicht der Realität entsprechen.
Hätte ich jemanden bewusst persönlich getroffen, so stünde für mich zuerst der Mensch. Wäre es körperlich geworden, so wäre am Anfang vor allem eine gewisse Neugier dagewesen. Alles weitere kann ich nicht prognostizieren.
Ich weiß nur, dass ich uneindeutiges bis zu einem gewissen Maß anziehend finde. Sei es die Powerfrau mit vielleicht tiefer Stimme oder die Tunte oder auch etwas aus dem Bereich Trans*. Sonst müsst ihr mir verzeihen hab ich keine Erfahrung. Ich würde es aber nicht als abschreckend empfinden. Weder heute noch früher.
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Und übrigens: "Sexuelle Neigung": Den Begriff mag ich nicht, da eine sexuelle Neigung sehr viel sein kann. BDSM, Exhibitionismus, etc. etc. Sexuelle Orientierung ist passender.
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"Zwischengeschlechtliche nutzen": Ich persönliche nutze Zwischengeschlechtliche um zu zeigen, dass es auf rein biologischer/körperlicher Ebene nicht nur die zwei extreme reiner Mann und reine Frau gibt. Und jedesmal trete ich dafür ein auf jeden Fall die Personen selbst entscheiden zu lassen. Mir hat eine Geschichte in einer Zeitung sehr gut gefallen, in der der Umgang der Eltern mit mit der Umwelt aufgezeigt wurde. Durch Offenheit und Erklärung im persönlichen Umfeld (Spielkameraden, andere Eltern, etc.) Es ist selten und daher ungewöhnlich. Dadurch bedarf es ein gewisses Maß an Erklärung. Aber es ist handhabbar.
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"Das Prinzip des Transsexualismus hat sehr entscheidend zur Festigung des Dogmas über die immer gut funktionierende „Vereindeutigung“ von Zwittern beigetragen."
Mag leider so gewesen sein. Mir erscheint es als nicht logisch. Denn die Ausgangslage ist ja eine völlig andere.
"Wir müssen die Theorien, Hypothesen und Dogmen hinterfragen, auch die „modernen“ Thesen, wenn wir weiter kommen wollen."
Ein wahres Wort.
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Portal: War leider größtenteils anderweitig (RL) beschäftigt.
"Umgang mit Kritik" im Portal: Bis jetzt habt ihr nicht wirklich Kritik angebracht. Sondern nur die Forderung absolut und überhaupt nicht in Zusammenhang mit Transgender oder neben Transgender genannt werden zu wollen. Aus so einigen Berichten Betroffener habe ich herausgelesen, dass bestimmte Themen zu gewissen Zeiten für TS & IS gleichermaßen interessant sind. Wir sind auch lernfähig. So ist die Fußnote im Portal wieder verschwunden und euer Themenkastel hat euer Symbol bekommen.
Eure "Kritik" im Portal und hier klingt so etwa nach dem Motto: Wir sind böse auf die TS/TG weil sie unser Leben versaut haben und wollen deshalb nicht mit ihnen zusammen sein.
Die Beitrags-Verschiebung von Paradox, fand ich nicht schlimm. Thematisch zusammengehörende Beiträge zusammenzustellen ist nichts ungewöhnliches. Und Zwischengeschlecht wollte Paradox nicht gleich vereinnahmen. P. hatte es einmal zur Diskussion gestellt. Die heftige und aufgeschreckte Reaktion euererseits geht mir etwas zu weit.
Die Artikel sind nicht absolut fertig. Aber die WP kann nur beschreiben und keine neuen Theorien oder Ansichten verbreiten. Es sind daher gewisse Grenzen gesetzt. Man kann und soll verschiedene Ansichten darstellen, man kann etwas trimmen, aber das war es auch schon. Einseitig eure Sichtweise darstellen ist nicht drinnen.
Ich bin wirklich am überlegen das Portal auf Transgender und Transsexualität zu beschränken und Intersexualität sowohl im Titel, als dann auch logischerweise im restlichen Portal zu entfernen.
Es gibt auch von einem anderen Blog Kritik:
http://gfn.twoday.net/stories/45731...
Irgendwie kann ich auf diese Eher eingehen und sie leichter akzeptieren. Der letzte Absatz sagt viel aus.
Aja und zu dem im anderen Blog angesprochenen: Was will man?
Wir wollen im Portal einen Überblick zu bestimmten Themen bieten. Hier bis jetzt zu den Themenbereich Transgender und zum Themenbereich Intersexualität. Wer sich für das eine interessiert und sich darüber informieren möchte, was wir so alles an Artikeln zu diesem Thema haben, der interessiert sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für das andere Thema. Sonst bleibt nur der kleine Hinweis im Artikel Transgender direkt um von einem zum anderen zu kommen.
Und bitte nicht Kritik am Portal mit Kritik an den Artikeln vermischen.
claudia und fg68at, danke für die interessanten beiträge!
fg68at, um missverständnissen vorzubeugen: ich bin ein "normaler" xy, meine freundin nella ist der zwitter. ich habe von "intersexualität" überhaupt erst durch sie erfahren und war gelinde gesagt etwas geschockt, obwohl ich mich schon länger z.b. mit polizeigewalt und zensur auseinandersetze, und möchte deshalb zwischengeschlechtliche anliegen und ihre durchsetzung möglichst unterstützen.
modifiziertes preussisches landrecht: ja, ein obligatorisches geschlecht "zwitter" für neugeborene "intersexuelle" wäre wohl tatsächlich nicht so mehrheitsfähig, speziell bei eltern. am meisten politische durchschlagskraft hätte wohl das preussische landrecht wie von claudia vorgeschlagen, d.h. zunächst provisorische geschlechtszuteilung auf dem papier, aber nicht durch das skalpell, darauf später "geschlechtsentscheid" nach gutdünken des betroffenen menschen, wenn gewünscht diesmal auch mit skalpell, beide male mit der option statt "männlich" oder "weiblich" auch „intersexuell/zwischengeschlechtlich/zwittrig“ ankreuzen zu dürfen. mit unterstützung fortschrittlicher schwuler und feministinnen hätte diese forderung meines erachtens sogar realpolitische chancen. dass es die auseinandersetzung mit den medizinern um die definitionsmacht einfach verlagert, hatte ich hingegen nicht bedacht. ja, ohne die bereitschaft (und den nötigen langen atem), sich "zu jedem einzelnen Punkt mit der „Chicago-Gang“ herumstreiten müssen" ginge es in vielen punkten wohl nicht nur gut aus, doch wohl insgesamt kaum schlechter als aktuell, so dass es für zwischengeschlechtliche mindestens nichts zu verlieren gäbe? den triftige einwand von franz, dass bei wegfall jeglichen geschlechtseintrags z.b. auch keine statistiken betr. diskriminierung erhoben werden können, war mir bisher ebenfalls nicht bewusst.
verschieben von beiträgen:
- auf zwischengeschlecht info: ein anliegen dieses blogs ist es, zwischengeschlechtliche vermehrt aus den geschlossenen foren heraus ans licht der öffentlichkeit zu locken. deshalb liegt hier momentan absolut nichts drin, das zwischengeschlechtliche verletzt. so besehen mag an deiner empfindung von diskrepanz was dran sein. jedoch bin ich der meinung, dass noch kein kommentar verschoben wurde, der wirklich inhaltlich argumentierte. wenn du bei konkreten beispielen anderer meinung bist, würde(n) mich diese interessieren. auch wir sind nicht unfehlbar.
- auf wikipedia: sorry, meiner und auch nellas meinung nach bagatellisierst du, wenn du findest, die zweimalige verschiebung eines beitrags von uns inkl. entfernung unseres protestes dagegen ohne kennzeichnung sei "nicht schlimm". unser beitrag war unter der stelle platziert, die er aufgriff (3. geschlecht). den beitrag weit nach oben an eine andere stelle zu verschieben, noch dazu in eine demnächst ins archiv zu verschiebende sektion, verbunden mit vorwürfen, tatsächlich würde unser beitrag gegen die wikiquette verstossen usw. und nicht das eigene intransparente vorgehen des betreffenden, liegt für mich klar nicht drin, und die allgemeine stillschweigende gutheissung dieser praktik durch alle portalbetreiber diskreditiert in meinen augen die wiki-diskussionsseite als ganzes. da du aber bereit bist, dich hier auszutauschen, wo dieses problem ja nicht besteht, wollt ichs einfach nochmal gesagt haben, möchte es aber, deine andere meinung zur kenntnis nehmend, dann für diesmal dabei bewenden lassen.
instrumentalisierung von "intersex" usw, zu den einwänden von fg68ta: der obige artikel und auch anderes auf diesem blog (und in geringerem masse auch unsere wiki-beiträge) sind polemisch, manchmal sogar polarisierend, wollen trägheit überwinden, etwas bewegen. es war davon auszugehen, dass solches vorgehen auch abwehrreaktionen auslöst. obwohl wir extra noch betont hatten, dass wir das errungene recht auf selbstbestimmung für lgbt für etwas positives halten, auch zusammenarbeit und solidarität mit/von fortschrittlichen suchen, ging das möglicherweise etwas in der polemik unter, woran auch wir einen gewissen anteil haben mögen.
trotzdem, es geht uns nie darum, ulrichs oder dir oder anderen "abgrundtiefe" boshaftigkeit zu unterstellen (wie das z.b. umgekehrt in einem verschobenen kommentar hier vorgeworfen wurde). meiner meinung nach sind z.b. ulrichs oder deine flirts mit hermaphroditismus nicht böswillig gemeint, sind wie du schon zum zweiten mal sagst weniger zum nennwert zu nehmen, sondern funktionieren vielmehr als mittel zum zweck, sind als solches sogar legitim, aber eben doch auch instrumentalisierung des begriffs (nicht der menschen, hier müssen wir künftig wohl genauer unterscheiden). leider hat diese aneignung des begriffs aber für die betroffenen zwischengeschlechtliche menschen indirekt ungünstige nebenwirkungen, da es ihrem ohnehin schon weniger als schwachen öffentlichen profil (woran die zwischengeschlechtlichen ebenfalls nicht unschuldig sind) nicht gerade zuträglich ist.
zwischengeschlechtliche sehen es meiner erfahrung nach klar nicht so, wie du befürchtest/unterstellst, dass sie nämlich meinen würden, dass "TS/TG (...) [das] Leben [zwischengeschlechtlicher menschen] versaut haben" und dass die zwischengeschlechtlichen deshalb "böse" auf euch sind. ihr seid nicht diejenigen, die das skalpell geführt haben, das wurde auch z.b. von claudia betr. sack und esel nochmals betont. aber zwischen lgbt und den ideologen des skalpells bestehen historische wechselbeziehungen, an denen zwischengeschlechtliche wenig grund zur freude haben. diese kritisch zu überprüfen gehört meiner meinung nach zu den im von dir verlinkten genderfreeblog-post angesprochenen "hausaufgaben" auch von lgbt und feministinnen.
auf der anderen seite sind etwa
- kritische überprüfung und aufarbeitung von meines wissens nach nicht immer lupenreinen IS-forenauschlüssen und beitragslöschungen nicht nur, aber auch unter dem gesichtspunkt transphobie;
- die (m.e. mit dem von dir zu recht hervorgehobenen "geheimhaltungszwang" zusammenhängende) fehlende öffentliche profilierung von zwischengeschlechtlichen inkl. den damit verbundenen pflichten (z.b. auch mitarbeit bei wiki);
- das m.e. mitunter etwas mutwillige und willkürliche verständnis vieler zwischengeschlechtlicher von informationsfreiheit vs. datenschutz
beispiele für bereiche, wo m.e. unter den zwischengeschlechtlichen nachholbedarf besteht, und ich appelliere an die hier lesenden, sich dazu gedanken zu machen und diese auch zur diskussion zu stellen.
ich finde es positiv, dass du (wie du hier schreibst) erwägst, als portalnamen nur transgender zu akzeptieren und auf "intersex" zu verzichten, auch weil betroffenen dies wünschen, statt zu versuchen, diese als "nur einige wenige", "nur pseudo-hermaphroditen", "nur ein vereinchen" usw. einfach beiseite zu wischen. (allerdings frage ich mich, wie ernst es dir damit wirklich ist, wenn du andrerseits auf wiki dem nächsten vorschlag "hurra"-rufend zujubelst, der "intersex" flugs wieder hinzufügt wie gehabt, mit dem einzigen unterschied, dass es nun an letzter stelle von drei begriffen steht statt an letzter stelle von 2 wie aktuell -- nella hatte sowas gleich prophezeit, und prompt ...)
es ehrt euch, dass die strittige fussnote im portal inzwischen gelöscht ist (und es hoffentlich auch bleibt). leider steht sie aber im text eines jedem relevanten artikel nach wie vor mit drin, und die bisherigen erfahrungen sind für mich nicht unbedingt ermutigend, allzuviel energie aufzubringen, dort nochmals einzeln auf änderungen zu drängen, und ich kanns von dem her auch anderen nicht unbedingt empfehlen, obwohls an sich wünschenswert wär.
zwar stimmt es, dass kritik an artikeln und am portalnamen 2 verschiedene dinge sind, die nicht vermischt werden sollten, aber da das portal ausschliesslich aus links zu artikeln besteht, steht und fällt es letztlich auch mit denselben, da schlussendlich deren inhalt darüber entscheidet, welches gesamtbild entsteht. deshalb teile ich das unbehagen und die bedenken der betroffenen und gewichte es beim heutigen stand der dinge nach wie vor höher als das bedürfnis der von dir angeführten wiki-nutzer, die sich für beides interessieren, direkt und einfach vom einen zum andern zu kommen. (wie wichtig die bedenken der betroffenen für euch portalbetreiberInnen auf wiki sind, sehen wir ja laufend.)
auch ich halte den abschlussabsatz des genderfreeblog-posts für ein gelungenes resumee. seine unaufgeregte, vermittelnde art ist in einigen belangen wohl sogar "typischer" für zwischengeschlechtliche als unsere polemik und weist tatsächlich einige vorteile auf. trotzdem bin ich mir nicht so sicher, ob der betreffende abschnitt ohne unsere vorangegangene polemik überhaupt so entstanden und auch von dir zur kenntnis genommen wäre (und wie schon vermerkt, der aspekt der instrumentalisierung im sinne von anspruch auf definitionsmacht ohne rücksicht auf die betroffenen ist im gfb-post m.e. zu wenig berücksichtigt). doch wie der kommentar von nella und mir dort endet: "Und jetzt lasst uns alle unsere Hausaufgaben machen ... :-o" ich denke, dieser blog hat den anspruch, sich einerseits darauf behaften und sich daran messen zu lassen, wird dies aber seinerseits auch bei anderen tun.
Mene "Jubel"-Meldung bezüglich Konstruktivität war vor allem auf den Ton gemünzt.
Polemik hab ich zB u.a. im Berreich Homosexualität bei Löschanträgen zu genüge, da braucht es nicht noch Polemik von euch in diesem sowieso noch heickleren Bereich. Darauf verzichte ich gerne, bin kann es sein, dass ich eher genervt oder taub bin.
Wie wichtig ihr genommen werdet hängt auch mit der formalen Art eurer dargebrachten Anliegen zusammen. Wer, wie oben auch angedeutet polemisch hineinschreit wird auch Polemik ernten. Ähnliches bemerke ich auch bei anderen Diskussionen, sobald einer sofort immer "Homophobie" schreit. Das nutzt sich dann ab und wird nicht mehr ernst genommen.
Soweit ich mich entsinne seid ihr auch nicht die einzige intersexuelle Lobbygruppe. Und wir sind im Sinne des NPOV _nicht_nur_ euch verpflichtet, sondern sogar auch der Gegenmeinung. Wo es unterschiedliche Standpunkte gibt kann man sie den Personen/Gruppierungen zuweisen.
Meldung in der Fußnote und Erwähnung im Artikel: Die Bezeichnung Transgender wird teilweise so gehandhabt, das haben wir zu dokumentieren. Die Formulierung im Artikel Intersexualität ist klarer und ausführlicher. Die Formulierung im Artikel Transgender soll nur ein Hiweis sein und verweist auf den Hauptartikel Intersexualität. Man kann vielleicht etwas trimmen, komplett weglassen ist aber im Sinne des NPOV meines erachtens eher nicht drin.