Thursday, September 4 2008

Kölner "Zwitterprozess" - Christiane siegt definitiv auch in 2. Instanz

Bild: 1. Prozestag, 12.12.07, LG Köln

Heute rief uns Christiane Völling an: Das Oberlandesgericht Köln hat die Berufung ihres Zwangsoperateurs einstimmig definitiv abgelehnt! Der Chirurg hatte die Intersexuelle am 12.8.1977 ohne ihre Einwilligung kastriert und ihr die inneren Geschlechtsorgane entfernt - ein bei mit nicht eindeutigen Geschlechtsmerkmalen geborenen Menschen heute noch übliches menschenrechtswidriges Vorgehen. Am 6.2.2008 wurde der Chirurg deshalb vom Landgericht Köln zu einer Schmerzensgeldzahlung verurteilt.

Bereits am 30.6.2008 hatte der 5. Senat des OLG die Berufung wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg zurück gewiesen, worauf der Beklagte nach einer Fristerstreckung Gegenvorstellung erhoben hatte. Das OLG beschloss am 3.9.2008 einstimmig, die Berufung ohne mündliche Verhandlung zurück zu weisen. Der Beschluss ist nicht mehr anfechtbar.

Auch Christianes Anwalt Georg Groth bestätigte auf Anfrage:

"Nach § 522 Abs. 3 der Zivilprozessordnung ist dieser Beschluss nicht anfechtbar. Theoretisch könnte der Beklagte zwar noch eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einreichen, was jedoch kaum Aussicht auf Erfolg hat. Da keine Verfassungsfragen tangiert wurden, wäre auch ein Gang vor das Bundesverfassungsgericht abenteuerlich."

Das Verfahren geht somit ans Landgericht zurück, wo nun über die Höhe des Schmerzensgeldes entschieden werden soll. Gefordert sind mindestens 100'000 Euro.

Christiane Völling:

"Ich kann es noch gar nicht richtig fassen nach dem ganzen Stress der letzten Monate. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Diese Zwangskastration ist eine Straftat."

Christiane betonte insbesondere ihre Dankbarkeit gegenüber ihrem Anwalt Georg Groth, der ihr die Kosten für das Honorar und die Gerichtskosten vorstreckte.

Wir gratulieren Christiane ganz herzlich und freuen uns mit ihr!

>>> Pressespiegel: Von Zwangsoperateur "schuldhaft in Selbstbestimmungsrecht verletzt"


Bleibt zu hoffen, dass alle Mediziner, die heute noch zwischengeschlechtliche Menschen ohne ihre Einwilligung kastrieren und an ihren Genitalien zwangsoperieren, sich dieses Urteil kräftig hinter die Ohren schreiben.

Diese menschenrechtswidrigen Zwangsbehandlungen an intersexuellen Menschen müssen endlich aufhören!


Bereits sind weitere Gerichtsverfahren in Vorbereitung, doch es ist noch ein langer Weg, bis die an Zwischengeschlechtlichen Jahrzehnte lang begangenen systematischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit endlich gesühnt und soweit wie noch möglich wieder gut gemacht sind.


>>> Pressespiegel: Von Zwangsoperateur "schuldhaft in Selbstbestimmungsrecht verletzt"

Christianes Prozess auf diesem Blog:
- Christiane Völlings Geschichte
- 1. Pressemitteilung
- Demoaufruf 1. Prozesstag
- Bericht 1. Prozesstag
- Pressespiegel 1. Prozesstag
- Warum Christiane Völling zur Transsexuellen gemacht werden soll
- Wegen Zwitterprozess: Druck auf Ärzte wächst
- Bericht und Pressespiegel 2. Prozesstag
- Bericht provisorischer Entscheid OLG
- Bericht definitiver Entscheid OLG
- Pressespiegel definitiver Sieg vor OLG
- Internationale Artikelübersicht auf OII

Tuesday, September 2 2008

Einige können jederzeit zurück

In der letzten Ausgabe der Samstagsbeilage "Das Magazin" NR 35 vom 30.08.2008 ist ein sehr interessanter Artikel über die Geschichte der schwarzen Amerikaner, ihren langen Weg "von der Sklaverei bis zum schwarzen Präsidentschaftskandidaten": "Black America, 1" (Teil 2 erscheint in der nächsten Ausgabe).

Eine Passage hat mich besonders berührt, wo es um die Identität der Schwarzen geht, und um die Frage, ob ein Weisser jemals überhaupt erahnen kann, was diese Identität ausmacht, was es heisst, Rassismus zu erfahren und damit zu leben:

"Es ist eine komplexe Welt, diese Welt der Identität, voller Fragen, die sich einem Weissen nie stellen. (...) Es war wohl Absicht, dass mir Toland vor dem Abschied vom Experiment eines Mannes berichtete, der sich die Haut gefärbt und ein halbes Jahr als Schwarzer gelebt habe, um am eigenen Leib zu erfahren, was Rassismus ist. So gehe das nicht, meinte er, und blickte mich mit grossen, wässrigen Augen an: 'Er wusste, dass er jederzeit zurück konnte.'"

Ich bin nicht schwarz und will mir auch keine ungebührlichen Vergleiche anmassen. Und dennoch: Auch mein Leben ist durch eine Art Rassismus geprägt, auch ich muss mich mit Leuten auseinandersetzen, die sich mit mir identifizieren und meinen, sie sässen im selben Boot.

Diese Menschen werden jedoch nie nachfühlen können, wie das ist, wenn man im Kindesalter ohne seine Einwilligung an seinen Genitalien zwangsoperiert wird und sein Leben lang mit den psychischen und physischen Folgen fertig werden muss.

Wir können unsere Identität nicht ausziehen und in den Schrank hängen.

Nella

Sunday, August 31 2008

Nachtrag zu RTL2-Sendung "Explosiv" vom 28.8.08

Auf Anfrage teilte Anja Kumst mit, dass die Produktionsfirma Motivi sie erst 30 Stunden vor der Ausstrahlung des Beitrags darüber informierte, dass sie nicht in der Sendung dabei sein werde. Die faule Ausrede: Man wolle sich auf drei Protagonisten/Geschichten beschränken. Entschieden wurde das Ganze wohl schon viel früher, nämlich beim Schneiden. Anjas Eindruck: "Ich war denen wohl zu normal." Dass sie wie erwähnt gegenüber RTL2 offensiv die politische Forderung nach einem dritten Geschlecht vertreten hatte (wie z.B. auch schon bei ihrem Auftritt bei Polylux), war wohl auch nicht gerade förderlich ...

Siehe auch:
- Diskussion im öffentlichen Bereich des IS-Menschen-Forums
- Besprechung "Nicht Frau, nicht Mann! - Mein Leben als Zwitter" - RTL2 28.8.08
- Fatale "Explosiv"-Ankündigung: RTL krebst zurück

Friday, August 29 2008

"Nicht Frau, nicht Mann! - Mein Leben als Zwitter" - RTL2 28.8.08

Die Zwitter Medien Offensive geht weiter!

Nach mehreren Verschiebungen endlich auf RTL2 zu gewohnt später Stunde 23:10-00:10 der "Explosiv"-Beitrag mit Christiane Völling, A*** und Frances und Claudia Kreuzer-Clüsserath!

Die haarsträubende Ankündigung des Films auf der RTL-Homepage von Mitte Juli liess schon Befürchtungen entstehen, dass der Beitrag dem Thema "Intersexualität" nicht wirklich gerecht werden würde. Leider haben sich diese Befürchtungen bestätigt.

Ähnlich wie im Spiegel-TV-Beitrag vom 1.4. auf VOX, in dem Christiane und Andrea genauso sympathisch und berührend mitwirkten und ebenfalls Klartext redeten, wird durch die unsinnigen Aussagen der Kommentatoren das Bild vermittelt, es gehe bei Intersexualität in erster Linie darum, dass mit einer nochmaligen Geschlechtsangleichung eine 'falsche' Zwangszuweisung wieder gut gemacht werden kann.

Was soll zwitter denn von so rigiden Aussagen halten wie "Frausein heisst auch, sich wie eine Frau anzuziehen", "Sie muss lernen als Frau zu leben, sich weiblich zu schminken", "eine richtige Frau" und "verheiratet als Mann und Frau"? Solche Statements gründen ja gerade auf Vorstellungen von Geschlechtsidentität, die letztendlich zur operative Angleichung an Zwittern führen! Warum nicht ein: Jeder intersexuelle Mensch soll selber entscheiden können, wie er als Zwitter, Mann oder Frau leben will. Eine solche Aussage wäre wohl zu 'explosiv' gewesen.

Die Folgen der Zwangsoperationen werden nur am Rande erwähnt. Die Botschaft, dass Zwischengeschlechtliche selber darüber entscheiden dürfen sollen, in welchem Geschlecht sie leben wollen, kommt nur am Rande rüber. Der Fokus ist darauf gerichtet, wie man doch noch eine "richtige Frau" oder ein "richtiger Mann" werden kann.

Die Leiden aufgrund von Zwangsoperationen ohne Einwilligung lassen sich mit ein bisschen shoppen gehen weder beheben noch filmisch darstellen. Bei dieser Art der Darstellung lassen sie sich höchstens erahnen. Obwohl ich eher der Überzeugung bin, dass die meisten ZuschauerInnen wieder einmal denken werden, es handle sich bei Intersexualität um eine besondere Form von Transsexualität.

Aber vielleicht spiegelt der Beitrag auch ganz einfach wider, dass viele Zwitter 'ganz normale' Männer oder Frauen sein möchten? Der Darstellung des Umstands, dass sie aber selber darüber entscheiden möchten, und was passiert, wenn sie das nicht tun können, hätte jedoch etwas mehr Rechnung getragen werden können.

Ich frage mich bloss, warum Anja Kumst, die in den Interviews offensiv die politische Forderung nach einem dritten Geschlecht vertreten hatte, obwohl angekündigt, im Beitrag letztendlich nicht vorkam.

Nella

Siehe auch:
-
Nachtrag zu RTL2-Sendung "Explosiv" vom 28.8.08
-
Fatale "Explosiv"-Ankündigung: RTL krebst zurück

Tuesday, August 26 2008

"Geschlechterfahnder und Gerüchte" - FAZ 25.8.08 über Sarah Gronert und Diskrimierung von Zwittern im Sport

Die Zwitter Medien Offensive geht weiter!

>>> Artikel von Oliver Tolmein in der gestrigen Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Danke!

Siehe auch:
- Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan!
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- Sarah Gronert
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Diskriminierung von Zwittern im Sport: Der "Fall" Caster Semenya (I) 
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (II): "The Guardian" und "Freitag.de" propagieren Genitalverstümmelungen
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (III): 4 Artikel von solidarischen Nicht-Zwittern
- Zwitter solidarisieren sich mit Caster Semenya (V)
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

>>> Report on Discrimination of Hermaphrodites in Sports
>>>
Open Letter to IOC Chief Jacques Rogge demanding Justice for Santhi and Caster

Sunday, August 24 2008

"Zwangsoperiert - Jetzt fordern Zwitter Selbstbestimmung" - Surprise 22.08.08

Die Zwitter Medien Offensive geht weiter!

Im Strassenmagazin "Surprise" Nr. 183 vom 22. August 2008 ist ein Portrait über mich Titelgeschichte:

"Frann oder Mau? - Bloss nichts Zweideutiges: Um klare Verhältnisse zu schaffen, werden Zwitter bereits im Kleinkindalter zwangsoperiert. Ob Mädchen oder Bube, darüber entscheiden Ärzte und Eltern, nicht aber die Betroffenen."

Dank an die Verfasserin Ivana Leiseder für den Artikel, der unsere wichtigsten Anliegen auf den Punkt bringt! Und auch den GrafikerInnen für das aufrüttelnde Titelbild, das die schockierende Thematik treffend umsetzt.

Ebenfalls erfreulich, dass auch Karin Plattner von der Schweizerischen Elternselbsthilfegruppe mit einem guten Zitat zu Wort kommt:

"Die Ärzte wollten so rasch wie möglich operieren. Man versuchte uns einzureden, andernfalls drohe das soziale Aus von uns respektive unserem Kind." Die Plattners gehören zu den wenigen Eltern, die sich gegen eine Operation entschieden haben. Heute sind sie froh darum: "Warum hätten wir unser Kind operieren lassen sollen? Es ist ja völlig gesund. Ausserdem hat, entgegen der Ankündigung der Ärzte, niemand Probleme mit der Intersexualität unseres Kindes, im Gegenteil." Später soll es einmal selbst entscheiden können, ob es Frau, Mann oder beides sein möchte. "Dies wird in unserem Umfeld sehr gut akzeptiert."

Entlarvend einmal mehr die Aussagen der Mediziner (die sich den CH-Medien neuerdings konsequent verweigern), die - allen schönen Lippenbekenntnissen zum Trotz - letztlich den Zwangsoperierten wie üblich knallhart jegliches Recht über ihren eigenen Körper absprechen:

"Die Entscheidung für oder gegen einen Eingriff liegt bei den Eltern." Man bemühe sich heute, die Eltern zu betreuen und sie, soweit möglich, über ihr Kind zu informieren. Gleichzeitig würden medizinische und soziale Abklärungen veranlasst, aufgrund derer ein Spezialistenteam ein möglichst individuelles therapeutisches Vorgehen für das jeweilige Kind suchen. Dass sich Eltern bei der Geburt ihres Kindes für nicht mehr umkehrbare Operationen entscheiden müssten, sei kaum mehr der Fall. "Die Option abzuwarten wird immer häufiger auch von ärztlicher Seite befürwortet." Allerdings räumt Weber unverhohlen ein: "Das Schweizer Gesetz verlangt, dass jedem Kind ein Geschlecht zugeordnet wird."

Als ob für einen Geschlechtseintrag zuerst eine Zwangs-OP nötig wäre ...

Leider handelt es sich nicht mehr ganz um den von Ivana Leiseder (freie Mitarbeiterin bei "Surprise") geschriebenen und von mir autorisierten Text. Die zuständige "Suprise"-Redakteurin hat nachträglich Aussagen gestrichen oder stark gekürzt, die meines Erachtens wichtig gewesen wären, beispielsweise meine Beschreibung der Folgen von Zwangskastrationen.

Besonders bedenklich: Offenbar ist es bei "Surprise" Brauch, sogar autorisierte Zitate nach Gutdünken zu verändern. Aus meiner ursprünglichen Aussage:

„Auch heute noch geschehen massive Menschenrechtsverletzungen, werden Intersexuelle ohne Einwilligung und ohne eingehende Aufklärung genitalen Zwangsoperationen unterzogen - und das muss aufhören“, meint Truffer, die inzwischen eine Selbsthilfegruppe für intersexuelle Menschen gegründet hat.

wurde kurzerhand:

"Zwar werden die Eltern heute informiert, aber noch immer werden Intersexuelle ohne ihre Einwilligung und ohne eingehende Aufklärung Zwangsoperationen unterzogen. Das muss aufhören", fordert Truffer.

Mein Hinweis auf Menschenrechtsverletzungen wird weggelassen und durch eine Aussage über informierte Eltern ersetzt, die ich in dieser Form nie gemacht habe.

Und das ausgerechnet beim Strassenmagazin "Surprise", das ich für seinen sozialen Anspruch sehr schätze!

Nella

Siehe auch: Vorschau "Surprise"

>>> Surprise-Homepage         >>> Vorschau auf die aktuelle Nummer

Saturday, August 23 2008

Warum Nicht-Biozwitter allesamt privilegiert sind

Hm, warum denn bloss? Nun, aus einem sehr einfachen Grund:

Weil Nicht-Biozwitter (wie ich auch) allesamt das Privileg hatten, mit einem intakten Körper aufzuwachsen -- ohne Medizyner, die uns unsere gesunden Genitalien und Reproduktionsorgane ohne unsere Einwilligung nach Lust und Laune zurechtschnibbelten, amputierten und herausrissen -- wie sie das bei Biozwittern bekanntlich systematisch tun. Inkl. aller Folgen wie z.B. Traumatisierung und lebenslange Hormonersatztherapie.

Und jedeR Nicht-Biozwitter, der sich nur mal kurz ehrlich überlegt, was sowas bedeutet im Gegensatz zu den eigenen Nicht-Privilegien, was dies für ihn/sie ganz konkret bedeuten würde, merkt schnell einmal -- dass die an Zwittern heute noch täglich begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in einer ganz anderen Liga spielen als all unsere eigenen, im Vergleich kleinen Unrechtserfahrungen und "Diskriminierungsgefahr[en]".

Mit ganz wenigen Ausnahmen, wie z.B. Folteropfer oder Opfer von sexuellem Kindsmissbrauch.

Öhm, und offensichtlich auch mit Ausnahme aller "phänotypisch freiwilligen" Transgender-Möchtegern-Biozwitter & Co., aber die merken's aus gewissen Gründen (die wiederum mit der Verdrängung ihres Privilegiert-Seins als Nicht-Zwitter zusammenhängen) einfach nicht so schnell ...

Siehe auch:
- "Vom Nutzen unseres Ärgers" (Von der Frauenbewegung lernen)
- Warum nicht alle Bio-Zwitter gleich nicht-privilegiert sind  

Friday, August 22 2008

Vorschau "Surprise"

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

In der heute erschienenen Nummer des CH-Strassenmagazins "Surprise" ist ein Interview mit Nella Titelgeschichte:

Zwangsoperiert. Jetzt fordern Zwitter Selbstbestimmung.

Tabu Intersexualität:

Zwitter haben in unserer Gesellschaft keine Chance. Um klare Verhältnisse zu schaffen, werden sie im Kleinkindalter zwangsoperiert. Ihr neues Geschlecht bestimmen Ärzte und Eltern - damit leben müssen die Betroffenen.

Mehr demnächst ...

>>> Surprise-Homepage         >>> Vorschau auf die aktuelle Nummer

Tuesday, August 19 2008

"Intersex Infant - Surgical Abuse" - Video

Gratuliere, es ist ein Zwitter!Bewegender Fernseh-Clip (leider nur auf englisch) über einen jungen Zwitter und wie seine Eltern ihn durch ihre hartnäckige Entschlossenheit vor der genitalen Zwangsoperation retten konnten. Prompt kamen ihnen die Medizyer als nächstes mit der "Krebslüge". Als die Eltern schliesslich in eine Biopsie einwilligten, kastrierten die Medizyner das Kind stattdessen kurzerhand mit der Begründung, der Hoden sei "entartet" gewesen -- obwohl die anschliessende Gewebeuntersuchung "normales, gesundes Hodengewebe" ergab. Die Eltern wollen nun gegen die Medizyner vorgehen. --> Video gucken hier oder ins Bild klicken

Queer / Zwangsoperateur

Queer

Guckt zu wie
Zwitter weiter
zwangsoperiert
werden.
Diskutiert dabei
ganz angeregt
über "Gender".


Zwangsoperateur

Halleluja
freuet euch, die neuen
schändaoptimierten
Operationsmethoden
tun nur noch halb so weh
höchstens, ehrlich!

Sunday, August 17 2008

Von der Frauenbewegung lernen (1)

"Vom Nutzen unseres Ärgers" - Audre Lorde

Als schwarze Feministin war Audre Lorde (Biographie) öfters damit konfrontiert, von ihren weissen Mitstreiterinnen marginalisiert und 'mitgemeint' zu werden. Statt die Faust im Sack zu machen, verstand sie es, ihren daraus resultierenden Ärger konstruktiv umzusetzen und veränderte dadurch die Frauenbewegung.  Ihre starke Rede von 1981 (auf Deutsch in Gigi 11) zählt zu Recht "zum Wichtigsten, was je über Rassismus und Sexismus gesagt wurde". Ein Ausschnitt:

Ärger ist eine angemessene Reaktion auf rassistische Einstellungen, genauso wie ausgesprochene Wut, wenn die daraus resultierenden Handlungen sich nicht ändern. Die Frauen unter euch, die den Ärger Farbiger Frauen mehr fürchten als ihre eigenen unhinterfragten rassistischen Haltungen, frage ich: Ist unser Ärger wirklich bedrohlicher als der Frauenhaß, der alle Bereiche unseres Lebens überschattet? [...]

Nicht der Ärger anderer Frauen wird uns zerstören, sondern unsere Weigerung, anzuhalten, auf seinen Rhythmus zu hören, in ihn einzutauchen, um aus ihm zu lernen, über seine Erscheinungsformen hinaus zu seiner Substanz vorzudringen und uns diesen Ärger als wichtige Quelle unseres Stärker- und Mächtigerwerdens zu erschließen.

Ich kann meinen Ärger nicht verbergen, um euch Schuldgefühle, Verletztheit oder ärgerliche Gegenreaktionen zu ersparen, denn damit würden all unsere Bemühungen herabgesetzt und trivialisiert. Schuldgefühle sind keine Antwort auf Ärger - sie sind eine Antwort auf unser eigenes Handeln oder Nichthandeln. Führen sie zur Veränderung, so können sie nützlich sein, da sie dann keine Schuldgefühle mehr sind, sondern beginnendes Wissen. Doch allzu oft sind Schuldgefühle nur ein anderer Ausdruck für Impotenz, für eine Verteidigungshaltung, an der jegliche Kommunikationen zerbricht. Sie werden zum Kunstgriff, um die eigene Ignoranz zu schützen, um die Dinge so zu lassen, wie sie sind; sie werden zum äußersten Schutzschild gegen jegliche Veränderung.


Auch andere Stellen in dieser Rede sind mir wie aus dem Herzen gesprochen. Und ein gutes Beispiel, wie wir Zwitter von früheren Befreiungsbewegungen, von ihren Erfahrungen und Strategien lernen könnten.


>>> Die ganze Rede als PDF-Download (1.4 MB). Die ganze Gigi-Nummer 11 ist übrigens noch für Euro 2,50 + 0.85 Porto lieferbar (nur noch wenige Hefte) und enthält weitere interessante Beiträge von Michel Reiter und über Del LaGrace Volcano.

Siehe auch:
- Stockholm under Water 
- Warum Nicht-Biozwitter allesamt privilegiert sind 
- Warum nicht alle Bio-Zwitter gleich nicht-privilegiert sind
- Genitalverstümmelungen an Zwittern als "Nebenwiderspruch" des Zweigeschlechtersystems? (Von der Frauenbewegung lernen 2) 

Saturday, August 16 2008

"Ein Flickwerk, geschaffen von Medizinern" - BAZ 12.08.08

Die Zwitter Medien Offensive geht weiter!

Gelungener Artikel über Nella von Barbara Lauber in der Basler Zeitung vom 12.8.08 (--> zum Lesen hier oder ins Bild klicken + je nach Browser ev. Bild dann nochmals (doppel-)klicken, damits ca. bildschirmbreit und lesbar wird):

Ok, er ist ziemlich melodramatisch und boulevardig aufgemacht, ABER: Die Message stimmt! Und je mehr Menschen von den Verbrechen der Mediziner an Zwittern erfahren, desto schneller werden diese damit aufhören müssen ...

Auch der Hinweis am Schluss auf eine Diskussion im Anschluss an eine Aufführung von "XXY" am nächsten Tag hatte Wirkung gezeigt: Das Kino war proppenvoll, und als Nella dann noch Karin Plattner von der schweizerischen Elternselbsthilfegruppe mit aufs Podium holte, ging die Post so richtig ab!

Danke!

Friday, August 15 2008

Segregation

"Segregation" ist im englischen ein schmutziges Wort für einen Zustand, dessen siegreiche Überwindung trotzdem immer wieder gerne gedenkfeiert wird (und sei's auch nur, um vom heutigen Weiterbestehen abzulenken).

"Rassentrennung" hiess das mal auf deutsch (im heutigen öffentlichen Sprachgebrauch bezeichnenderweise oft "Apartheid": Hauptsache weit weg).

Modernere, aktuell real existierende Formen von Segregation (und ihre Folgen) sind global ein öffentliches Tabu. Ausnahmen bestätigen die Regel (und unterlassen es bezeichnenderweise meist, 'Feinheiten' wie z.B. unterschiedliche Lebenserwartung konkret anzuprangern).

Segregation kann aber, sofern sie auf freiwilliger Basis erfolgt, auch legitim sein und sich gar positiv auswirken.

Wie bei den "geschlechtsangleichenden Operationen" usw. liegt das eigentliche Problem darin, dass auch Segregation im wirklichen Leben meist unfreiwillig geschieht, aufgezwungen wird, uneingewilligt durchgesetzt wird. Dass sie ebenfalls zusätzlich mit einem öffentlichen Tabu belegt ist. Und dass den Täter_innen hier wie da meist jedes Schuldbewusstsein zu fehlen scheint.

Alle diese Faktoren verstärken sich zudem gegenseitig. Gern wird auch verdrängt, dass alle Menschen zumindest bis zu einem gewissen Grad täglich nicht nur Opfer, sondern auch Täter in real existierenden Segregationssystemen sind. Ganz nach dem allseits bewährten Motto, "Nu ja, mag ja schon was dran sein (aber ich doch nicht!)"

Absolute Formen von Segregation, auch wenn sie freiwillig sind, finde ich persönlich meist ebenfalls problematisch, weil dabei Menschen zwangsläufig nicht an ihren individuellen Taten gemessen werden, sondern aufgrund irgend einer "Gruppenzugehörigkeit".

Ein aktuelles Beispiel aus der "Zwitter-Community": Automatische Ausschlüsse und Löschungen von Trans*-Usern, wie sie momentan auf dem Hermaphrodit-Forum praktiziert werden. Ich habe volles Verständnis, wenn nach einer Reihe unangenehmer Erfahrungen mit Usern, die nichts Konstruktives beizutragen haben, ein Forum beschliesst: Nee, danke, nicht mehr. Dies an der "Gruppenzugehörigkeit" der Trolle festzumachen statt am trolligen Verhalten rührt aber m.E. an den Unterschied zwischen legitimer Abgrenzung und problematischer Ausgrenzung. Und letztere ist m.E. (nicht nur) für Zwitter prinzipiell schlecht. (Trotzdem halte ich die real existierende prinzipielle Segregationspolitik des Hermaphrodit-Forums aktuell nicht für ein gravierendes Problem -- zumindest solange die Entwicklung weiter fallbezogen elastisch bleibt und nicht versteinert.)

Statistisch gibt es 10x mehr Zwischengeschlechtliche als Transsexuelle. Die Abbildung im öffentlichen Bewusstsein ist aber gerade spiegelverkehrt.

Der fast schon singuläre Grad der systematischen Menschenrechtsverletzungen und medizinischen Verbrechen an Zwittern in den "westlichen Zivilisationen" ist klar eine andere Kategorie "gesellschaftliche[r] und institutionelle[r] Gewalt" als etwa die (auch) von QueerGrün Berlin oft und gern beschworene "Diskriminierungsgefahr", der Transsexuelle u.a. auf "Auslandsreisen" ausgesetzt sind -- bei wiederum spiegelverkehrter öffentlicher Wahrnehmung.

Kein Wunder: Seit Jahr und Tag (Tendenz steigend) werden "Intersexuelle" und ihre Anliegen (nicht nur) von "Ohne Grün kein Queer" Berlin permanent, penetrant und öffentlichkeitswirksam zu blossen Anhängseln der eigenen Trans* / "Identitäts" / "Gender" Agenda reduziert (meist in der obligaten scheinbar 'gottgegebenen' Reihenfolge als lediglich 'mitgemeintes' Schlusslicht). Selbstverständlich (einmal mehr) "nur mit den besten Absichten".

Und die Zwitter -- schweigen dazu. Die nicht schon tot sind (mindestens jeder 3. zwangsoperierte Zwitter bringt sich um) haben meist mit den körperlichen und seelischen Folgen der traumatisierenden Zwangsoperationen, "prophylaktischen" Kastrationen, ungesunden lebenslangen Hormonersatztherapien usw. bereits alle Hände voll zu tun und keine Kraft, geschweige denn Ressourcen für einen zusätzlichen Kampf gegen Windmühlen.

Dies alles muss sich dringend ändern, die genitalen Zwangsoperationen an Zwittern müssen jetzt gestoppt werden, dies alles hat keine Zeit bis zur allgemeinen Abschaffung der Geschlechter (würde dazu aber hilfreich sein)!

Meine 2 Cents: Es wäre nichts als billig, wenn alle Kräfte, die dauernd behaupten, mit Zwittern solidarisch zu sein, endlich mal ernsthaft beginnen, die Anliegen und Forderungen der Zwitter als eigenen, angemessenen Punkt der Agenda in die öffentlichen Debatte mit einzubringen (und NICHT wieder bloss als 'Anhängsel' zu Yogyakarta, TSG, usw.).

Wer das nicht begreifen kann oder will, ist m.E. (nicht nur) nicht solidarisch mit Zwischengeschlechtlichen, sondern instrumentalisiert sie (auch) .

PS: Dieses Posting wurde von einer Moderatorin des Hermaphrodit-Forums sogleich aufgegriffen und öffentlich zur Diskussion gestellt (m.E. schon mal ein weiteres gutes Zeiten).
PS2:
Um Missverständnisse auszuschliessen, nochmals: Ich empfinde die aktuelle Politik des Hermaphrodit-Forums NICHT als "rassistisch" und verstehe sie auch NICHT als Segregation im Sinne einer (erzwungenen) "Rassentrennung". Zwitter haben m.E. ein legitimes Bedürfnis, sich abzugrenzen, erst recht angesichts der bald 150 Jahre andauernden Vereinnahmungen durch LGBT & Church of Sexology (siehe auch hier und hier). (Trotzdem finde ich es wichtig, auch vor der eigenen Tür und im eigenen Lager immer wieder kritisch zu reflektieren, wo legitime Abgrenzung aufhört und problematische Ausgrenzung anfängt.)

Alle Menschen sind Bio-Zwitter!

Die meisten von uns aber bloss in den ersten sieben Schwangerschaftswochen.

Danach für den Rest des Lebens nicht mehr.

(Auch wenn sich das in Transschändrien offensichtlich immer noch nicht ganz überall herumgesprochen hat.)

Thursday, August 14 2008

"Was würdet ihr tun, wenn euer Kind mit is. Symptomen geboren & Ärzte gleich eine OP vorschlagen?"

Interessanter Thread in einem CH-Studi-Forum, der einerseits schön zeigt, wie die Zwitter Medien Offensive langsam zum Selbstläufer wird. Andrerseits dann nichtsdestotrotz nach wie vor dieses erschreckendende Umfrageergebnis: Zwei Drittel der Abstimmenden würde sein/ihr Kind zwangsoperieren lassen! Offensichtlich bleibt noch ne Menge Öffentlichkeits- und Überzeugungsarbeit zu leisten ...

"zunehmend selbstbewussteres Auftreten von Zwittern"

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Interessanter Artikel von Oliver Tolmein in der FAZ zu den Bestrebungen der Grünen zur TSG-Reform sowie eine interessante Ergänzung von Claudia im öffentlichen Bereich des Hermaphrodit-Forums. Bezeichnend auch, wie das zwar gut gemeinte, m.E. aber etwas unbedachte Anhängen der Zwitterbelange am Schluss des FAZ-Artikels (bis zu einem gewissen Grad ähnlich der offiziellen Position auf der Grünen-Homepage) prompt teils ziemlich abgründige FAZ-Leserreaktionen provoziert.

Siehe auch: QueerGrün missbrauchen Zwittersymbol für TSG-Kampagne

Monday, August 11 2008

QueerGrün missbrauchen Zwittersymbol für TSG-Kampagne

Über den Verteiler der Selbsthilfegruppe XY-Frauen erhielt ich eine Einladung von [JMS]*),  [damalige] "Sprecher_in der Abteilung Queergrün" im Landesverband Berlin von Bündnis 90/Die Grünen zu einem Treffen betreffend Reform des Transsexuellengesetzes TSG. Im Anhang mit dabei ein Flyer, auf dem diverse Geschlechtssymbole prangen. Einmal mehr zuoberst die Zwittersymbole (biologisches Zwittersymbol und Merkursymbol).
[*) Nachtrag 25.5.09: Auf Wunsch durchgehend anonymisiert sowie Links auf nicht mehr bestehende Homepage entfernt, ohne Anerkennung eines Rechtsanspruchs.]

Der Flyer befindet sich auch online auf ihrer Homepage:


Ich schrieb ihr darauf folgende Mail:

Liebe [JMS]

Über den Verteiler der XY-Frauen habe ich deine Einladung mit Flyer zur Sitzung zur Änderung des Transsexuellengesetzes TSG erhalten. Auch ich finde das TSG gelinde gesagt reformbedürftig, insbesondere den Zwang zu Operationen, um eine Personenstandsänderung zu erhalten.

Ziemlich schockiert war ich allerdings über deinen Missbrauch der Zwittersymbole gleich zuoberst auf dem Flyer. Wir zwischengeschlechtlichen Menschen leiden regelmässig darunter, dass wir und unsere Symbole von Transsexuellen und Transgendern instrumentalisiert werden (auch durch Subsumierung unter Transgender, obwohl unsere spezifische Problematik eine ganz andere ist).

Ich frage mich deshalb, was du mit der Verwendung unserer Symbole bezweckst? Schliesslich haben Transgender und Transsexuelle eigene Symbole (siehe beispielsweise Wikipedia). Weshalb müsst ihr also immer unsere Symbole verwenden?

Ich würde mich sehr freuen, wenn du dieses Anliegen bei künftigen Flyer berücksichtigen könntest.

Mit solidarischen Grüssen

Daniela Truffer
1. Vorsitzende Intersexuelle Menschen e.V.


Fortsetzung folgt (siehe auch untenstehende Kommentare) ...

Friday, August 8 2008

Diskriminierung intersexueller Sportlerinnen weltweit

Pressemitteilung von Intersexuelle Menschen e.V. zum Thema mit Fallbeispielen und Links:

https://blog.zwischengeschlecht.info/pages/Diskriminierung-intersexueller-Sportlerinnen-weltweit


Siehe auch:

- Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan!
- Sarah Gronert
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Diskriminierung von Zwittern im Sport: Der "Fall" Caster Semenya (I) 
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (II): "The Guardian" und "Freitag.de" propagieren Genitalverstümmelungen
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (III): 4 Artikel von solidarischen Nicht-Zwittern
- Zwitter solidarisieren sich mit Caster Semenya (V)
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

>>> Report on Discrimination of Hermaphrodites in Sports
>>>
Open Letter to IOC Chief Jacques Rogge demanding Justice for Santhi and Caster

Wednesday, July 30 2008

Nella auf TeleZüri heute 30.7. ab 18h und morgen auf DRS3

Die Zwitter Medien Offensive geht weiter!

Bereits letzte Woche hätte in der Sendung "Züri News" ein kurzer Beitrag mit Nella ausgestrahlt werden sollen. Da TeleZüri unbedingt auch ein Statement eines Mediziners wollte, das Kispi sich aktuell jedoch verweigert und TeleZüri auch den Rest der Schweiz tagelang vergeblich abklapperte, wurde das Interview zwischenzeitlich auf Eis gelegt. Der Beitrag wird nun heute erstmals um 18h ausgestrahlt und danach während 24h stündlich wiederholt. Nachtrag: Der Beitrag kam ganz gut rüber mit der Forderung nach Selbstbestimmungsrecht als zentraler Inhalt, trotz der Beschönigungen der Endokrinologin. Danke! Der Beitrag jetzt online (--> Zum Film).

Zum morgigen CH-Kinostart von "XXY" gibts auf Radio DRS3 (mit Streamingmöglichkeit) ebenfalls ein kurzes Interview mit Nella. À propos "XXY": Im Kult.Kino in Basel gibts am Mi 13. August im Anschluss an die 19h Vorstellung eine ca. halbstündige Diskussion u.a. mit Daniela Truffer, Kathrin Zehnder und Dominique Grisard. Und à propos "XXY" zum zweiten: eine coole Filmrezension aus dem Tages-Anzeiger (wenn mensch mal von Titel absieht, der einmal mehr mit der Unterscheidung von Zwei- und Zwischengeschlechtlichkeit etwas Mühe bekundet). Nachtrag zum dritten: Sehr korrekte Filmbesprechung in der Neuen Zürcher Zeitung. Sowie (als Nachzügler zum Deutschlandstart) Gutes auch in der Thüringischen Landeszeitung. Danke!

Sarah Gronert: Diskriminierung von Zwittern im Sport

Ein neulich erschienener Artikel über die Angriffe auf die zwischengeschlechtlich geborene Tennisspielerin Sarah Gronert (Welt Online -- siehe auch Bild.de und Der Westen sowie die ursprüngliche Pressemitteilung von Sarah Gronert) wirft ein herbes Schlaglicht auf die vielfältigen, haarsträubenden Diskriminierungen von Zwittern, wie sie im Sport nach wie vor üblich sind. Ein ganz und gar unwürdiges Kapitel, das hoffentlich auch bald einmal ins Visier von Menschenrechtsorganisationen und ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik gerät! Weil auch im Sport wird sich ohne entsprechenden öffentlichen, juristischen und politischen Druck so schnell nichts zum Besseren ändern, im Gegenteil ...

Aktuelle englische Artikel über Diskriminierung von Zwittern an der Olympiade 2008 (inkl. historischen Rückblicken):   >>> Guardian 30.7.08   >>> New York Times 30.7.08  

>>> The Australian 27.7.   >>> OII Press Release 28.7.  

Mehr auf Deutsch:   >>> Spiegel Online 4.08   >>> FAZ 25.8.

Siehe auch:
- Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan!
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Diskriminierung von Zwittern im Sport: Der "Fall" Caster Semenya (I) 
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (II): "The Guardian" und "Freitag.de" propagieren Genitalverstümmelungen
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (III): 4 Artikel von solidarischen Nicht-Zwittern
- Zwitter solidarisieren sich mit Caster Semenya (V)
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

>>> Report on Discrimination of Hermaphrodites in Sports
>>>
Open Letter to IOC Chief Jacques Rogge demanding Justice for Santhi and Caster

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