Tuesday, July 29 2008

Deutsche Apotheker verhöhnen Zwitter

Einerseits ist es ein gutes Zeichen, wenn die Werbung sich auf die Zwitter zu besinnen beginnt. Weil es zeigt, dass "Des Zwitters Sieg" (Stern) und die auf Christianes Prozess folgende, nach wie vor anhaltende Zwitter-Medienoffensive bei "Otto Normalverbraucher" mittlerweile genug angekommen ist, dass die "Werbefritzen" ihren Niederschlag im öffentlichen Unbewussten als Potenzial für eine Kampagne einschätzen -- und ihrerseits als Echokammer aktiv werden.

Jeder zusätzliche Kanal, auf dem Zwitter irgendwie im Programm sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt, wo das Zwitter-Tabu bestenfalls gut angeknackst ist, erstmal ein guter Kanal.

Andrerseits zeigt die Schock-Kampagne der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA (Flyer als PDF / Pressemitteilung / dpa-Meldung) drastisch, dass es mit der öffentlichen Anerkennung von zwischengeschlechtlichen Menschen immer noch grad mal so weit her ist, dass (nicht nur) die "Werbefritzen" und ihre Auftraggeber offensichtlich das Gefühl haben, auf dem Buckel der Zwitter könnten sie quasi wie einst im Wilden Westen mit allem ungestraft durchkommen. Auch noch mit Werbung auf Kosten der Opfer von medizinischen Zwangsbehandlungen wie z.B. Christiane. Die Fotomontage, welche die ABDA als Mittel zum Erregen der Aufmerksamkeit für ihre Kampagne benutzen, wiederspiegelt genau Christianes Schicksal, die von einem gewissenlosen Medizyner- und Pharmabetrieb ohne ihre Einwilligung zwangsvirilisiert wurde.

Mit Verlaub, dieses Appellieren an den "Anti-Zwitterreflex" in in der Bevölkerung als Mittel zur Bekämpfung von importbedingten Umsatzeinbussen ausgerechnet durch die Deutschen Apotheker (bei denen die meisten Zwitter nach der "prophylaktischen" Zwangskastration ein Leben lang künstliche Ersatzhormone kaufen müssen, oft aus eigener Tasche!) zeugt nicht nur von fraglichem Geschmack. Sondern ist eine klare Verletzung der Menschenwürde aller Zwitter! Und, so nebenbei, der Menschenwürde aller Trans*menschen auch.

Beschwerden bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA durch zwischengeschlechtliche Menschen führten bisher zu keiner Besserung -- im Gegenteil, die betroffenen Menschen wurden auch noch telefonisch direkt verhöhnt!

An diesem Beispiel wird sich zeigen, ob die Bundesdiskriminierungsstelle usw. wirklich etwas taugen. Oder dasselbe verdienen wie "die Bundesregierung".

Nachtrag: Siehe auch Thread im Vereinsforum.

Friday, July 25 2008

FAZ über Schattenbericht

Die Zwitter Medien Offensive geht weiter!

Gelungener Artikel von Oliver Tolmein im Feuilleton der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25.7.08 auf S. 42 (unter dem eher besch...euerten Titel "Wo Rechte gegen Männer durchgesetzt werden, sind auch wir gemeint: Ein Bericht zur Lage der Intersexuellen in Deutschland", der allerdings nicht von Tolmein stammt, sondern von der FAZ Redaktion).

Sowie online auf Oliver Tolmeins Homepage unter dem ursprünglichen Titel:

>>> "Schattenbericht im Rampenlicht: Intersexuelle on air!"

(Bisher die einzige Meldung zum Schattenbericht in kommerziellen deutschen Medien. Danke!)

Thursday, July 24 2008

Angela Kolbe in "Liminalis" - Aus Transschändrien nix neues ...

"Liminalis - Zeitschrift für geschlechtliche Emanzipation", Ausgabe 08_02 -- weiteres aktuelles Beispiel für Vereinnahmung:

Teil 1: Die Theorie

aus: "die standard.at"

Webtipp: "Liminalis" ist ein Projekt des Wissenschaftlichen Beirates des Transgender Netzwerkes Berlin (TGNB).

[...] begleitet Ziele der Transgender- und Intersex-Bewegungen wissenschaftlich [...]

[...] umfasst wissenschaftliche Beiträge zum Überthema [!] "Pathologisierung und Emanzipation". Darin werden akademische, essayistische und künstlerische Versionen einer Auseinandersetzung mit möglichen Formen der Emanzipation vorgestellt. [...]

"LIMINALIS" 2008_02, aus dem Editorial:

Ausgangspunkt dieser Ausgabe der Liminalis sind Erfahrungen vieler Intersex- und Transgendermenschen mit Pathologisierung durch den medizinischen und rechtlichen Apparat in unserer Gesellschaft [...].

Wir freuen uns in dieser Ausgabe nicht nur dekonstruktivistischen Ansätzen einen Raum geben zu können, sondern auch konkreten Vorschlägen, wie eine andere, nicht-pathologisierende, nicht-exotisierende Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen aussehen könnte.

Teil 2: Die Praxis

"LIMINALIS" 2008_02, Artikel:

"Empowerment durch Recht? Intersexualität im juristischen Diskurs"
von Angela Kolbe  >>> PDF-Download 180kb

"LIMINALIS" 2008_02, "Empowerment ...", aus dem Abstract:

Dieser Artikel untersucht das Thema Emanzipation im Hinblick auf das Verhältnis von Intersexualität und Recht. Er gibt einen Überblick über die Rechtslage und die parlamentarischen Aktivitäten im Zusammenhang mit Intersexualität in Deutschland [...].

Angesichts eines langsamen Umdenkens deutscher Gerichte in Fragen der sexuellen Identität wird deutlich, dass es sich dabei nicht nur um Wunschdenken handelt. Besonders die neueren Entwicklungen in Bezug auf Transsexualität lassen hoffen, dass sich diese auch positiv auf die rechtliche Situation intersexueller Menschen auswirken werden.

Kommentar zum Artikel "Empowerment ...":

Soviel vorweg, die Beschreibungen der konkreten Vorgänge wie Michel Reiters Gerichtsverfahren um Anerkennung eines "dritten Geschlechtseintrags" oder der Umgang von Bundestag und Regierung mit dem Thema sind auch für Laien kurzweilig zu lesen und mit vielen interessanten Details gespickt. Sobald sich die Perspektive aber von der konkreten Ereignisebene ablöst, wird der Artikel schnell mal ärgerlich bis voll peinlich -- wie schon die im Abstract zu Markte getragene, in Transgender-Kreisen offensichtlich nach wie vor handelsübliche 'Verwechslung' von "Intersexualität" mit (um nicht zu sagen Unterordnung unter das "Überthema") "Fragen der sexuellen Identität" und "Entwicklungen in Bezug auf Transsexualität".

Prompt wird von Angela Kolbe als einziges Beispiel aus dem "nicht-parlamentarischen Bereich" der olle "Transgender-Gesetzesentwurf" von TGNB-Mitglied dgti aus dem vorletzten Jahrtausend noch einmal ausgegraben, den schon Michel Reiter in "Gigi" so treffend entlarvte: Hurra, es ist da – das neue Transschända.

Erwartungsgemäss beschreibt auch das mit "III. Resümee und Ausblick" betitelte Abschlusskapitel ausschliesslich die "aktuell[en] Bemühungen das sog. Transsexuellengesetz zu reformieren", welche im Detail à la "Varianten [!!!] von Geschlecht [...] wie zum Beispiel eine Frau mit Penis oder auch ein Vater mit Vagina" eine Seite lang ausgebreitet werden, um dann im Schlussabschnitt zu gipfeln: "Noch ist ein solches Gesetz nicht beschlossen, wie Grünberger gehe ich aber davon aus, dass auf die geschlechtsanpassende Operation für Transsexuelle künftig verzichtet wird (Grünberger 2007). Es bleibt zu hoffen, dass sich dies auch auf Intersexuelle und deren rechtliche und gesellschaftliche Emanzipation positiv auswirken wird." 

Ebenfalls bezeichnend, dass der wahre Motor der stets wieder betonten "kleinen Änderungen" in Gerichts- und Bundesregierungspraxis im ganzen Artikel zu 100% unterschlagen wurde: Nämlich die Aktivitäten und Publikationen von Michel Reiter, der als einziger jahrelang kontinuierlich für die Sache der Zwitter lobbyierte. Ohne Michel Reiter hätte es keine parlamentarischen Anfragen im Bundestag gegeben, paradoxerweise verdankt sogar das "Netzwerk Intersexualität a.k.a. DSD (Störungen, äh, Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung)" letztlich ihm seine Existenz (wie so nebenbei auch der hier kritisierte Artikel zu über 90%). Auch Stimmen, die andere, d.h. nicht am "sog. Transsexuellengesetz" angelehnte, rechtliche Möglichkeiten für Zwitter favorisieren, wie z.B. Konstanze Plett in ihrem bahnbrechenden Vortrag (Bericht / Text - PDF), wonach die bei Zwittern ohne ihre Einwilligung üblichen "prophylaktischen" Kastrationen nach deutschen Recht strafbar sind, fehlen ganz.

Und die gute Nachricht ist: Das Verfalldatum dieses "brandakuellen" Artikels von Angela Kolbe war identisch mit dem Zeitpunkt seiner Niederschrift im Oktober letzten Jahres. Seither hat sich so einiges getan, das nicht nur "Liminalis" sich nicht zu träumen wagte, und das klar zeigt, wo die Zukunft der Zwitter-Emanzipation liegt: eins / zwei / drei / vier / fünf Aufwachen, TGNB! Fortsetzung folgt ...

Tuesday, July 22 2008

Intersexuelle Menschen e.V. bei der UNO - Schattenbericht eingereicht

>>> Weiterere Berichte aus NY  >> eins  >> zwei  >> drei  >> vier
>>> english: http://intersex.shadowreport.org

Delegations-Mitglied Sarah Luzia Hassel-Reusing berichtet:

New York, 21.07.2008. Heute hat der UNO-Frauenrechtsausschuss CEDAW eine 9-köpfige NGO-Delegation von 25 Frauenrechtsorganisationen empfangen. Es wurden 3 Schattenberichte eingereicht.

Der gemeinsame Bericht der Allianz wurde präsentiert von Katrin Adams (KOK e.V., Berlin). Intersexuelle Menschen e. V. wurde vertreten durch Lucie Veith, Sarah Luzia Hassel-Reusing und Volker Reusing. Besondere Beachtung fand der Schattenbericht des Dachverbandes Intersexuelle Menschen e.V. und der Selbsthilfegruppe XY-Frauen, der auf die Lebenssituation und auf die Menschenrechtsverletzungen an den 80.000 bis 120.000 intersexuellen Menschen in Deutschland hinweist, von denen 85% dem weiblichen Geschlecht zugewiesen sind.

Die Frauenrechtskonvention der Vereinten Nationen CEDAW wendet sich in ihrem Art. 1 gegen jegliche Diskriminierung auf Grund des Geschlechts, insbesondere bzgl. der Menschenrechte aus CEDAW, in Verbindung mit Art. 3 CEDAW auch der anderen Menschenrechtsvertraege der Uno.
Art. 2 CEDAW verpflichtet die Mitgliedsstaaten, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen zur Beendigung dieser Diskriminierungen.

Der Schattenbericht ist zu finden unter http://intersex.schattenbericht.org. Dem Schattenbericht beigelegt waren die Forderungen von Intersexuelle Menschen e.V.

Die Präsentation vor dem UN-Frauenrechtsausschuss hat grosse Beachtung gefunden.
Die Anwesenden waren sichtlich bewegt.

Bleibt (einmal mehr) zu hoffen, dass nun auch in Deutschland Bundestag und Bundesregierung endlich die Tragweite der systematischen Menschenrechtsverletzungen an Zwittern erkennen und entsprechend handeln ...

Monday, July 21 2008

intersex.schattenbericht.org

Die Monate lange Arbeit unserer Delegation für Menschenrechte in New York kann nun online eingesehen und heruntergeladen werden!

>>> http://intersex.schattenbericht.org

Siehe auch: FAZ über Schattenbericht
Intersexuelle Menschen e.V. bei der UNO - Schattenbericht eingereicht

Sunday, July 20 2008

Forderungen Intersexuelle Menschen e.V.

Zum ersten Mal eine umfassende Forderungsliste von betroffenen Menschen zur Verbesserung ihrer unwürdigen Situation und zur Beendigung der an ihnen immer noch täglich begangenen Menschenrechtsverletzungen

>>> Pressemitteilung und  Forderungsliste


Tuesday, July 15 2008

"Das dritte Geschlecht" - NZZ am Sonntag 13.7.08

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Artikel von Lena Stallmach, angeregt durch den Kispi-Protest
>>> jetzt online hier.

--> Infos zum Protest

Kommentar: Leider war der Artikel von Anfang an vor allem darauf angelegt, den unter Beschuss geratenen Medizinern eine Plattform zur Beschönigung zu bieten. Zudem sind auch die Infos zu "Intersexualität" – pardon: DSD – grösstenteils eher verwirrend als fachgerecht. (Bezeichenderweise fehlt auch die "Info-Box" in der Onlineversion.) Aus diesen Gründen entschloss sich Nella nach einigem fruchtlosen hin und her, für ihre meist verfälscht wiedergegebenen Statements keine Autorisierung zu geben. Deshalb wird sie im Artikel nun lediglich in indirekter Rede "zitiert". Trotzdem konnte es die Redaktion nicht lassen, in der Printversion zusätzlich ein eingekauftes Archivfoto von Nella einzufügen. Ein kleines Beispiel für die Verdrehungen: Liebe NZZaS, Nella hatte nie "erklärt, dass viele Intersexuelle psychische Probleme haben, weil sie mit ihrem Geschlecht unzufrieden sind", sondern vom Leiden am "zugewiesenen Geschlecht" gesprochen.

Naja, immerhin wurden nach einem geharnischten Mail mit Kopie an die Ressortleiterin Wissen u.a. die Stichworte "Menschenrechtsverletzung" und "Zwangskastration" nachträglich noch eingefügt. Und es kommt allen Beschönigungen und Ausreden zum Trotz klar heraus, dass die Zwangseingriffe auch in Schweizer Spitälern nach wie vor der Normalfall sind.

Typisch hingegen, wie z.B. das Kinderspital unhinterfragt argumentieren darf, "Die Forderungen der Selbsthilfegruppe seien aber zum Teil veraltet. Heute nehme man bei der Androgenresistenz die Hoden nicht mehr nach der Geburt einfach heraus [...]". Wo doch im Offenen Brief das Gegenteil gleich zu Beginn an aktuellen Zitaten und Behandlungsrichtlinien aus dem Kinderspital belegt wird ... Bloss, dass die Artikelschreiberin den Offenen Brief, der den Anlass zu diesem Artikel bildete, nach eigenem Bekunden gar nicht erst gelesen hatte ...

Ebenfalls typisch, wie seitens des Kinderspitals Zürich und des Inselspitals Bern einmal mehr frech zugegeben wird, dass die Menschenrechte der betroffenen Kinder für die Mediziner nichts zählen, da die genitalen Zwangsoperationen in der Regel ohne die Einwilligung der Kinder gemacht werden, sondern nach dem Gutdünken der Eltern sowie nach dem "kulturellen und sozialen Hintergrund der Familien". Und wie diese gravierenden Menschenrechtsverletzungen an wehrlosen Kindern nach sattsam bekanntem Strickmuster einmal mehr noch als Tugend verkauft werden ...

PS: Dass es auch die NZZ am Sonntag besser könnte, beweist sie selbst mit diesem Artikel von 2002 (pdf-Download).

--> Infos zum Protest & Pressepiegel

Saturday, July 12 2008

"Kampf gegen Zwangsoperation" - Tachles 28/2008

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Gelungener Artikel (leider kostenpflichtig) von Joel Hoffmann in der jüdischen Wochenzeitschrift Tachles.

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Nachfolgend einige Ausschnitte aus dem Artikel:

Menschen mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen werden als Kleinkinder operativ einem Geschlecht zugewiesen, ohne Einwilligung der Betroffenen. Doch der Widerstand gegen Zwangsgeschlechtszuweisung und Kastration wird lauter.

[...]

Massive Schäden an Körper und Seele 

Diese Kastration hat eine lebenslange Substitution mit körperfremden Hormonen zur Folge. Für die meisten Zwangsoperierten sind massive psychische und physische Schäden, unter denen sie ein Leben lang leiden, die Folge dieser Praxis. Obwohl wissenschaftliche Studien dies belegen, halten Ärzte und Politiker an dieser Praxis der Geschlechtszuweisung fest.

[...]

Nachrichten von barbarischen Beschneidungen respektive von genitalen Verstümmelungen an kleinen Mädchen schockieren und rufen Politiker von rechts bis links auf den Plan, zu Recht. Über die qualvollen Eingriffe bei Zwittern hingegen wird nach wie vor geschwiegen.

Aus: tachles, Nr. 28 vom 11. Juli 2008

Zwitter-Protest Kinderspital Zürich 6.7.08 - Bilder Ärger

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Thursday, July 10 2008

Christiane Völling: Chirurg blitzt mit Berufung ab!

Wie Christiane Völling mitteilt, tagte das Oberlandesgericht Köln am 30.6.2008 hinter verschlossenen Türen, um über das weitere Verfahren im Prozess gegen ihren damaligen Operateur zu befinden. Dieser war am 6. Februar vor dem Landesgericht Köln in erster Instanz zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verurteilt worden, weil er der zwischengeschlechtlichen Christiane Völling ohne ihre informierte Einwilligung gesunde Eierstöcke und Gebärmutter entfernt hatte, die angeblich "entartet" gewesen seien.

Inzwischen hat Christiane nun die Verfügung vom OLG Köln erhalten und schreibt:

Der Senat weist darauf hin, dass beabsichtigt ist die Berufung durch Beschluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO zurück zu weisen.

Die Berufung hat keine Aussicht auf Erfolg, weil das angefochtene Urteil weder auf einer Rechtsverletzung beruht noch nach § 529 ZPO zugrunde zu legende Tatsachen eine andere Entscheidung rechtfertigen. Das Berufungsvorbringen nötigt nicht zu weiterer Sachaufklärung oder ergänzender Beweiserhebung oder zu weiterer mündlicher Verhandlung.

Der Beklagte hat Gelegenheit zur Stellungnahme binnen 3 Wochen......

Der fehlbare Chirurg, der Christiane Völling ohne ihre informierte Einwilligung die inneren Geschlechtsorgane entfernte und sich dabei auf "Krebsgefahr" berief, blitzt also auch vor dem OLG ab!

Aber noch ist es nicht ausgestanden. Der Chirurg kann immer noch auf einer mündlichen Verhandlung vor Oberlandesgericht bestehen. Eine rechtskräftige Verurteilung hätte Folgen nicht nur für ihn, sondern auch für sämtliche Kliniken und alle seiner Standesgenossen, für die menschenrechtswidrige Zwangsoperationen auch an Kleinkindern nach wie vor Standard sind. Es ist deshalb zu befürchten, dass der Chirurg weiterhin auf Zeit spielen wird um eine rechtskräftige Verurteilung um jeden Preis zu vermeiden.

Einmal mehr muss Christiane Völling mehrere Wochen abwarten ...

Nachtrag: Bericht in der Aachener Zeitung vom 29.7. Der Chirurg habe eine Frist bis 15. August ...

Fortsetzung:  >>> Kölner "Zwitterprozess" - Christiane siegt definitiv auch in 2. Instanz

Christianes Prozess auf diesem Blog:
- Christiane Völlings Geschichte
- 1. Pressemitteilung
- Demoaufruf 1. Prozesstag
- Bericht 1. Prozesstag
- Pressespiegel 1. Prozesstag
- Warum Christiane Völling zur Transsexuellen gemacht werden soll
- Wegen Zwitterprozess: Druck auf Ärzte wächst
- Bericht und Pressespiegel 2. Prozesstag
- Bericht provisorischer Entscheid OLG
- Bericht definitiver Entscheid OLG
- Pressespiegel definitiver Sieg vor OLG

zwischen den beinen nicht nur gute gefühle

Standbild © Ärger / PigBrother.tv   --> Mehr Bilder auf bodyfascist.com

ich habe eine fantasie von mir als intaktem zwitter: eher weiblich aussehend, aber irgendwie kerlig, grösser, mehr muskeln, vielleicht eine aussenseiterin, vielleicht gehänselt als kind, eine biographie, die mich abseits der gesellschaft positioniert, vielleicht würde ich eher auf frauen stehen oder mich aufgrund meiner körperlichen besonderheit (keine vagina) eher in die richtung orientieren (man ist ja anpassungsfähig). vielleicht wäre ich einsam, vielleicht auch nicht. aber ich wäre nicht mein leben lang von hormonen abhängig, ich hätte keine immer wieder kehrenden 'komischen empfindungen' (phantomschmerzen) zwischen den beinen, die ich schon als kind immer empfand, wo ich mich jeweils irgendwo weinend verkriechen musste, einmal rannte ich aus der schule nach hause deswegen, die heute oft im zusammenhang mit einer 'blasenentzündung' auftreten. [...]
auf diese sch... hätte ich liebend gerne verzichtet! und wenn schon hätte ich lieber selber gewählt, auch wenn es vielleicht eine wahl zwischen zwei übeln gewesen wäre. [...]


es geht nicht um die frage, ob ich mich in der rolle als frau wohl fühle. ich habe nicht das bedürfnis, mich nachträglich in richtung mann operieren zu lassen. ich fühle mich schlicht und einfach nicht wohl in der rolle des angelogenen, verarschten, erniedrigten, gegen seinen willen kastrierten und genitaloperierten menschen, der hormone fressen muss und zwischen den beinen nicht nur gute gefühle hat.   -->mehr

Wednesday, July 9 2008

Solidarit-ähm, na ja, Hauptsache 'mitgemeint' ...

Podiumsdiskussion zum Christopher Street Day in Leipzig

Mittwoch, 9. Juli 2008 [...]

Im Ramen des Programms lädt die Grüne Jugend Leipzig heute eine Podiumsdiskussion. Unter dem Motto "Medien machen Menschen?" soll über  die Darstellung von Homo-, Trans- und Intersexuellen in den Massenmedien gesprochen werden.

Podiumsgäste sind Dr. Kurt Seikowski, der als psychologischer Gutachter für Transidentität arbeitet und aufgrund diverser Auftritte im Fernsehen vielfältige Erfahrungen im Umgang mit Medien hat, sowie Katharina Spiel, Mitglied im Bundesvorstand der Grünen Jugend und Expertin für Medienkultur.

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei. Beginn ist um 20 Uhr im Neuen Rathaus, Raum 270 [...]

(Gefunden via Intersex-Feed des genderfree-blogs.)

Siehe auch: Bundestag: Grüne fordern Menschenrechte für Zwitter!

"Zwitter protestieren gegen das Kinderspital" - Tages-Anzeiger 7.7.08

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Artikel von Daniel Schneebeli:

--> Infos zum Protest

Hm, vielleicht doch ein kleiner Kommentar nötig ...

Erstens, lieber Tagi, niemand hier hat etwas gegen das Kinderspital. Wir haben nur was gegen uneingewilligte Zwangseingriffe. Ein Schelm, der vorgibt, den Unterschied nicht zu kapieren.

Zweitens, liebes Kispi, "psychologisch gut begründet[e]" Kastrationen an Säuglingen, "Eltern entscheiden", pipapo ... Falls das wirklich O-Ton ist: Fällt Euch dabei rein gar nichts auf?!

--> Infos zum Protest

Tuesday, July 8 2008

"Zwangsoperation für Zwitter: «Massive Menschenrechtsverletzungen»" - 20 Minuten 8.7.08

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Klartext auch auf 20 Minuten Online von Anja Grünenfelder -- naja, mit Ausnahme der 'konservativen' Netzwerk-Schätzung von "2 von 10 000". (Titel inzwischen gekürzt zu "Zwangs-OP für Zwitter: «Eine Menschenrechtsverletzung»").

Nach heutiger Praxis werden Zwitter nach der Geburt einfach umoperiert, ohne dass sie selbst über ihr zukünftiges Geschlecht bestimmen können. Nun protestierten Betroffene vor dem Kinderspital Zürich gegen diese verordneten Genitalkorrekturen.

[...] «Eine Reaktion vom Kispi haben wir noch nicht erhalten», bedauert Truffer. Das soll sich demnächst ändern, wie Martin Meuli, Direktor der Chirurgischen Abteilung des Kinderspitals Zürich gegenüber 20 Minuten Online versichert. «Die Anliegen sind berechtigt und müssen diskutiert werden», so Meuli. In den nächsten Wochen soll zwischen ausgewählten Ärzten des Kinderspitals und der Selbsthilfegruppe ein Gespräch stattfinden.

Auch Bruno Wermuth, diplomierter Sozialpädagoge und Fachmann für sexuelle und reproduktive Gesundheit PLANeS, ist überzeugt, dass Sensibilisierungsarbeit wichtig ist. «Die Thematik muss gerade auch im Bildungsbereich angesprochen werden», sagt er. [...]

--> Ganzer Artikel auf 20min.ch

--> Infos zum Protest

"Zwitter-Demo vor dem Kinderspital" - Landbote 7.7.08

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Gelungener Artikel von Katharina Baumann:

--> Infos zum Protest

Monday, July 7 2008

Zwitter-Protest Kinderspital Zürich 6.7.08 - Bilder Dominik Huber

Alle Bilder © Dominik Huber

http://dominikphoto.com Danke!

--> Infos zum Protest

                                

Alle Bilder © Dominik Huber http://dominikphoto.com Danke!
--> Infos zum Protest

"Bitte um etwas differenziertere Betrachtung"

Interessanter Kommentar zum Schwöbel-Post auf de.indy von einem aufgeschlossenen Medizinstudi. Mein Senf zu seinem Vorwurf, Zwitter-"AktivistInnen" würden "verallgemeinern" und "undifferenzierte" Kritik üben, z.B. an flächendeckenden "prophylaktischen" Gonadektomien wegen angeblichem Krebsrisiko:

--> "soziale verantwortung klingt gut"

Sunday, July 6 2008

Aktion & Offener Brief Kinderspital Zürich 6.7.08

--> Video Tagesschau

--> Der OFFENE BRIEF (PDF)

--> Flugblatt zur Aktion (PDF)


Weitere Medienberichte: Landbote 7.7. / Tages-Anzeiger 7.7. / 20 Minuten 8.7. / Tachles 11.7. / NZZaS 13.7.
Bildstrecken: Dominik Huber / Ärger (1) / Ärger (2)

Tagesschau vom 06.07.2008, 19:30
Intersexuellen-Demonstration
Menschen, die keinem der beiden Geschlechter zugeordnet werden können, nennt man Intersexuelle. Bislang wurden diese Menschen als Baby operativ korrigiert, um ein geschlechtstypisches Aussehen herzustellen. Dagegen demonstrierten Betroffene in Zürich.

Tagesschausprecher: Sie sind weder Mann noch Frau, sie sind sowohl Mann als Frau. Die sogenannten Intersexuellen. Schätzungsweise 2 bis 3 % der Weltbevölkerung ist keinem der beiden Geschlechter zuzuordnen. Oft werden diese Menschen bereits als Baby, also ohne ihre Einwilligung, operativ korrigiert, um ein geschlechtstypisches Aussehen herzustellen. Viele werden dabei gleichzeitig auch kastriert. Gegen dieses Vorgehen demonstrierten heute Betroffene vor dem Zürcher Kinderspital.

Kommentar: Daniela Truffer ist intersexuell geboren. Genetisch ein Mann, aufgrund der äusseren Geschlechtsorgane nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen. Noch bevor sie zweijährig war, wurde sie kastriert und zu einem Mädchen operiert.

Daniela Truffer: Dann hat man die Eltern angewiesen, mit niemanden darüber zu reden und auch mich, mit niemandem darüber zu reden und niemandem zu sagen, dass ich nicht wirklich eine Frau bin und so, weil das sei dann das soziale Aus.

Kommentar: Rund und ein Dutzend Betroffene und Angehörige treten mit ihr an die Öffentlichkeit. Sie wollen das gesellschaftliche Tabu brechen. Mit einem offenen Brief an das Spital machen sie auf ihre anliegen aufmerksam.

Daniela Truffer: Wir haben Forderungen an die Ärzte und zwar, dass sie unsere Selbstbestimmungsrecht achten, dass sie nicht an uns rum- herumoperieren ohne unsere Einwilligung. Und wir haben Forderungen an die Politik, dass sie auch Gesetze schafft, die uns schützt vor solchen Eingriffen und auch gesetzlich ein Zwischengeschlecht quasi etabliert.

Kommentar: Intersexualität ist vor allem auch ein gesellschaftliches und für die Betroffenen ein psychisches Problem. Dem will das Kinderspital auch Rechnung tragen.

Daniel Weber [Kinderspital Zürich]: Wir möchten mit Betroffenen, mit Eltern, mit Patientenorganisationen Kontakt pflegen, weil wir von ihnen lernen können. Sie haben als Betroffene das Leid einer Fehlbildung durchlebt und sie haben oft auch ein grosses Fachwissen in diesem Bereich. Wenn wir in dem Gespräch mit diesen Leuten lernen können, so können wir dieses Wissen an unsere Patienten, die wir heute behandeln, weiter geben.

Kommentar: Denn auch heute ist eines von 2000 Neugeborenen geschlechtlich nicht zuzuordnen. Eine Tatsache, die sie ihr Leben lang begleitet.

                                                             Bild: © Ärger

OFFENER BRIEF  Als sogenannt 'intersexuelle' Menschen und diesem Zusammenhang auch Betroffene von nicht eingewilligten medizinischen Massnahmen sind wir sehr besorgt über öffentliche Äusserungen von leitenden Ärzten des Kindesspitals Zürich, worin diese ebensolche Zwangsmassnahmen öffentlich propagieren. --> mehr

                                                             Bild: © Dominik Huber

nella aber ich wäre nicht mein leben lang von hormonen abhängig, ich hätte keine immer wieder kehrenden 'komischen empfindungen' (phantomschmerzen) zwischen den beinen, die ich schon als kind immer empfand, wo ich mich jeweils irgendwo weinend verkriechen musste, einmal rannte ich aus der schule nach hause deswegen, die heute oft im zusammenhang mit einer 'blasenentzündung' auftreten. --> mehr

                                                             Bild: © Ärger

OFFENER BRIEF Auch aus ethischen und juristischen Gründen sind prophylaktische Gonadektomien und geschlechtszuweisende chirurgische Genitalkorrekturen an Kindern ohne deren informierte Zustimmung strikt abzulehnen. --> mehr

                                                             Bild: © Ärger

--> Video Tagesschau

--> Flugblatt (PDF) Wir möchten gegen diese unmenschliche Praxis protestieren und und dazu beitragen, das öffentliche Tabu um diese systematischen Menschenrechtsverletzungen zu brechen.
--> mehr

--> Der OFFENE BRIEF (PDF)

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter:

Landbote 7.7. / Tages-Anzeiger 7.7. / 20 Minuten 8.7. / Tachles 11.7. / NZZaS 13.7.
Bildstrecken: Dominik Huber / Ärger (1) / Ärger (2)

Chefarzt Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg"

PD Dr. med. Marcus-Georg Schwöbel, Chefarzt der Abteilung Kinderchirurgie des Kinderspitals Luzern, nennt in der Presse gern die goldene Zahl von "rund 50" genitalen Zwangsoperationen -- Pardon: "geschlechtszuweisenden Behandlungen" --,  an denen er bisher "beteiligt" war. (1)

mehr --> http://kastrationsspital.ch

Lügen, Zwangseingriffe, Schweigegebote: ein Leben aus der Krankenakte (Teil III)

Menschenrechte auch für Zwitter!>>> Teil I / Teil II

Verdrängung als Selbstschutz

Als ich die Unterlagen zur Genitaloperation in meiner Krankenakte fand, dachte ich zuerst an einen Irrtum, meinte, es müsse sich um Unterlagen aus einer anderen Akte handeln. Ich hatte die Operation komplett aus meinem Gedächtnis gelöscht (2), wusste absolut nichts mehr davon. Neben der Erkenntnis, dass ich massiv operiert wurde, hat es mich sehr erschüttert, dass ich das dermaßen verdrängt hatte, weil es zu schrecklich war. Ich habe mich dadurch geschützt, hatte mir sogar eine 'Ersatzerinnerung' zurecht gelegt, die darauf beruhte, dass meine Mutter auf mein Nachfragen sagte, dass man mir nur ein bisschen überschüssige Haut entfernt habe, ambulant.

Am 20.7.1972 wurde ich dann am Herz operiert. Im selben Jahr haben mir die Mediziner also das Leben gerettet und vieles unwiederbringlich zerstört.

Mit achtzehn Jahren wurde eine Vaginalplastik durchgeführt. Diese Operation wollte ich selbst, da mir gesagt wurde, dass ich 'so' keinen Freund haben könne. Ich habe mir aber geschworen, dass es die letzte sein soll und dass ich danach nie wieder zu einem Arzt gehen würde. Ich gehe auch heute nur im äußersten Notfall zum Arzt, gynäkologische Untersuchungen meide ich seit Jahren ganz.


Verlorene Jahre

Heute, mit 42 Jahren, lebe ich immer noch (zäh, wie eine Katze, sagt mein Vater immer) und hatte bisher keine besonderen gesundheitlichen Probleme, wobei man das eigene Erleben nur bedingt mit anderen vergleichen kann. Nun beginne ich mir Gedanken betreffend meiner contrachromosomalen Hormonersatztherapie als Folge der Kastration und den möglichen Folgeschäden zu machen, die sich abzuzeichnen scheinen: seit etwa zwei Jahren habe ich vermehrt Gelenkschmerzen (Rücken, linke Hüfte, Knie, Füsse) nach nur einer Stunde spazieren mit Hund (vorher kein Problem), habe oft bleischwere Beine, fast täglich Schwindelgefühle, wieder vermehrt Hitzewallungen, Müdigkeit. Ich bin sehr dünn geworden. Vor zwei Jahren hat man bei mir eine Vorstufe zur Osteoporose diagnostiziert. Heute habe ich mit ziemlicher Sicherheit eine Osteoporose. Ich sollte mich deshalb aufraffen und doch wieder mal zum Arzt gehen.

Meine psychischen Probleme konnte ich zum größten Teil in einer Psychoanalyse (seit sieben Jahren in Behandlung) aufarbeiten. Ich werde jedoch mein Leben lang unter den Folgen dieser menschenverachtenden Behandlung leiden. Ich bin weder Mann, noch Frau, aber vor allem bin ich auch kein Zwitter mehr. Ich bleibe Flickwerk, geschaffen von Medizinern, verletzt, vernarbt. Ich muss mich neu erfinden, wenn ich weiter leben will.

Heute habe ich dank Jahre langer Psychoanalyse meinen inneren Frieden gefunden, kann wieder Nähe und Liebe zulassen. Und dennoch ist es schwierig. Ich fühle mich wie jemand, der nach vierzig Jahren aus dem Koma erwacht ist, seine Hände betrachtet und realisiert, wie die Zeit vergangen ist und wie wenig er vom Leben hatte. Mein körperlicher Urzustand ist unwiederbringlich verloren. Meine Identität, meine Würde wurden mir genommen. Nun mache ich mich auf, um sie mir wieder zurück zu erobern!

Nella, Februar 2008
(2) Bei Dissoziationen (auch dissoziative Störungen genannt) handelt es sich um eine vielgestaltige Störung, bei der es zu einer teilweisen oder völligen Abspaltung von psychischen Funktionen wie des Erinnerungsvermögens, eigener Gefühle (Schmerz, Angst, Hunger, Durst, …), der Wahrnehmung der eigenen Person und/oder der Umgebung kommt."
(...) (http://de.wikipedia.org/wiki/Dissoziation_(Psychologie)
Vgl. auch dissoziative Amnesie: "Das Abkoppeln des expliziten Gedächtnisses von diesem "Eigenleben" der niederen Steuerungsebenen erklärt die bei Traumatisierten häufig beobachtbaren dissoziativen Symptome: das Nicht-Erinnerungsvermögen an Trauma-Situationen nennt man auch dissoziative Amnesie. Die Abtrennung des Großhirns vom Nachrichtenfluss bewirkt, dass keine oder nur wenige sinngebenden Bewertungen vorhanden (bzw. physiologisch möglich) sind und auch kaum etwas im expliziten Gedächtnis gespeichert ist. Da die impliziten Gedächtnisse zustandsabhängig arbeiten, werden die dort gespeicherten Informationen nach dem Ende der Lebensgefahr manchmal nicht mehr aktiviert; sie scheinen "vergessen" (Amnesie). Oder sie werden in bestimmten Situationen aktiviert, scheinen aber sinnlos zu sein, was dann zu Bewertungen durch die Umgebung wie "hochsensibel" führen kann." (http://www.aufrecht.net/utu/trauma.html)

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