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Aktueller Stand: Teile 1-6 ]
Das gab es meines Wissens nach noch nie: AkademikerInnen kritisieren
Medzyner namentlich und fordern aktiv die Einhaltung ethischer Standesregeln
auch bei "Experimentalbehandlungen" an Zwittern, indem sie organisiert und
öffentlich bei zuständigen Aufsichtsbehörden Meldung erstatten! Hipp,
hipp!
Englische Kampagnenseiten:
>>> Fetaldex.org
>>> Advocates for
Informed Choice (AIC)
Pränatale Dexamethason-Zwangsbehandlungen
bei "Verdacht" auf AGS/CAH
INHALT
1) Einleitung
2) AGS/CAH
3) Dexamethason: Rein kosmetische Zwangsbehandlungen
4) Seit 30 Jahren: Experimentalbehandlungen ohne Evidenz
5) Zwangsbehandelt "auf Verdacht": 9 von 10 sind gar keine Zwitter
6) Im Schatten der Zwangsoperationen
Wird fortgesetzt ...
1) Einleitung
Bislang standen die Dexamethason-Zwangsbehandlungen quasi im Schatten der genitalen Zwangsoperationen. Hoffentlich gerät mit den aktuellen Aktionen diese bisher kaum beachtete Form von ebenfalls medizinisch nicht notwendigen, hormonellen Zwangsbehandlungen an Menschen mit "uneindeutigen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen, noch dazu auf blossen "Verdacht hin" (nur jeder 8. zwangsbehandelte Mernsch ist tatsächlich ein Zwitter!), künftig nicht nur in den USA endlich vermehrt ins Blickfeld der öffentlichen Kritik.
So käme das internationale Zwitterjahr 2010 plötzlich doch noch gut in die
Gänge, nachdem im Januar die IOC-Medizyner mit ihren meist
menschenverachtenden Ansinnen für einen bisher alles andere als
sportlich-runden Start gesorgt hatten. Mit der New Yorker Medizynerin
Maria I. New (Mount Sinai Medical Center) gerät nun in Sachen Dexamethason
ironischerweise eine Serien-Zwangsbehandlerin unter Beschuss, die erst gerade
auch im Namen von IOC, IAAF und FIFA besonders unverholen obligatorische
Zwangsbehandlungen für als Zwitter verdächtigte Sportlerinnen gefordert hatte
...
2) AGS/CAH
AGS (Adrenogenitales Syndrom) oder, von Vielen bevorzugt, CAH (Congenital Adrenal Hyperplasia = Angeborene Nebennieren Hyperplasie) ist unter den vielen, vielen verschiedenen Ursachen für die Entstehung von menschlichen Bio-Zwittern die am häufigsten auftretende Form und eine der medizinisch vergleichsweise am besten erforschten (in sehr vielen andere Fällen tappen die Medizyner betreffend Ursachen oder nur einer verlässlichen Diagnose auch heute noch weitgehend im Dunkeln: "finden wir häufig nicht").
Da bei AGS/CAH die Nebennierenrinde statt der Hormone Aldosteron und Cortisol vermehrt Testosteron produziert, kommen diese Kinder oft mit "uneindeutigen" äusserlichen Geschlechtsorganen zur Welt, die von den Medizynern in der Regel von allen Zwitterkindern wohl am massivsten zwangsoperiert werden, um aus ihnen "richtige Mädchen" zu machen.
AGS/CAH ist unter allen Zwitter-Formen insofern eine grosse Ausnahme, dass
wegen der damit oft verbundenen mangelnder Bildung von Aldosteron und Cortisol eine
medizinisch indizierte Behandlung notwendig ist, nämlich die lebenslange
künstliche Ersetzung dieser Hormone, weil sonst tatsächliche körperliche
Probleme auftreten (Salzverlust), die je nach Schwere bis zum Tode führen
können. Dies betrifft jedoch ausschliesslich diesen Aspekt des Mangels dieser
lebensnotwendiger Hormone, NICHT jedoch die körperliche
"Uneindeutigkeit".
3) Dexamethason: Rein kosmetische Zwangsbehandlungen
Seit den späten 1970ern werden zur Verhinderung der körperlichen "Uneindeutigkeit" bei AGS/CAH-Ungeborenen schwangeren Frauen mit dem Glukokortikoid Dexamethason traktiert. Ausgehend von Frankreich ist diese nach wie vor unerprobte Behandlung in den "entwickelten Ländern" inzwischen globaler "Quasi-Standard".
Die pränatalen Dexamethason-Zwangsbehandlungen sind – wie auch die genitalen Zwangsoperationen – rein kosmetischer Natur, die oben erwähnten Gesundheitsprobleme wegen möglichen Aldosteron bzw. Cortison-Mangel bleiben von der Dexamethason-Zwangsbehandlungen unberührt! Die angestrebte Wirkung betrifft unbestrittenermassen ausschliesslich die Vereindeutigung der "uneindeutigen" körperlichen Geschlechtsmerkmale – zur "Vermeidung späterer chirurgischer Eingriffe".
Oder wie es in Deutschland die medizynernahe "AGS-Eltern und Patienteninitiative e.V." in ihrer "Infobroschüre" im Abschnitt "A. h. Die vorgeburtliche Therapie des AGS" farbig hervorhebt (S. 27):
Die vorgeburtliche Behandlung bei Mädchen mit AGS hat zum Ziel, die Vermännlichung der äußeren Geschlechtsorgane zu verhindern und dem Kind dadurch lästige und traumatisierende Operationen zu ersparen.
4) Seit 30 Jahren: Experimentalbehandlungen ohne Evidenz
Wie auch bei den verschiedenen Formen der kosmetischen Genitaloperationen an Zwittern handelt es sich ebenfalls um ein "experimentelles Verfahren", das von den Medizynern jedoch seit Jahrzehnten öffentlich quasi als erprobter Standard verkauft wird. Obwohl die Wirksamkeit der angeblichen "Heilbehandlung" empirisch nie nachgewiesen wurde (mangelnde Evidenz).
Im Gegenteil, jegliche solche empirische Überprüfung oder nur schon Nachfolgestudien (Follow Up), die auch mögliche Nebenwirkungen und die Behandlungs(un)zufriedenheit erfassen würden, wurden bewusst gar nie ernsthaft angestrebt. Kein Wunder, verschiedene Studien belegen "Nebenwirkungen" wie u.a. verlangsamte oder ausbleibende motorische und geistige Entwicklung, 8-fache Hospitalisierungsrate im ersten Lebensjahr sowie nicht abgestiegene Hoden bei männlichen Neugeborenen.
Die unkontrollierte Weiterführung dieser Behandlungen ist eine flagrante Verletzung medizinischer Vorschriften, u.a. betreffend der Rechte der Teilnehmer an Experimentalbehandlungen wie auch gegen das Verbot, Experimentalbehandlungen als Standard zu "verkaufen".
Bei den pränatalen Zwangsbehandlungen mit Dexamethason handelt es sich zudem
zudem (wie bei manch anderen Hormon"behandlungen" an Zwittern auch) um einen
von den Arzneimittelbehörden weder kontrollierte noch freigegebene Anwendung
(Off Label Use).
5) Zwangsbehandelt "auf Verdacht": 9 von 10 sind gar keine
Zwitter
Dies, weil die Behandlung möglichst in den allerersten Schwangerschaftswochen beginnen muss; wenn ab der 7 Woche die Geschlechtsentwicklung beginnt, ist es bereits zu spät. Deshalb sollten aus Medizynersicht schwangere Frauen, die schon einmal ein Kind mit AGS/CAH geboren haben, oder bei denen (wie auch bei den Partnern) aufgrund genetischer Tests ein "Risiko" besteht, flächengeckend "auf Verdacht hin" unter Dexamethason gesetzt werden – obwohl in diesem Fall aus genetischen Gründen nur jedes 8. Kind erneut wieder mit AGS/CAH auf die Welt kommt.
Genauer gesagt also: 87.5% aller Zwangsbehandelten sind keine Zwitter. Die
restlichen 2.25% sind Zwitter, die trotz Zwangsbehandlung unerwünscht
"uneindeutig" bleiben (aber trotzdem unter den Nebenwirkungen leiden).
6) Im Schatten der Zwangsoperationen
Bisher wurden die pränatalen Dexamethason-Zwangsbehandlungen kaum je öffentlich kritisiert.
Auch innerhalb der Zwitterbewegungen fiel Dexamethason öfters mal unter den Tisch (vgl. z.B. die Auflistung im CEDAW-Schattenbericht. Auch auf Zwischengeschlecht.org wurden pränatale Dexamethason-Zwangsbehandlungen erst 2009 nachgetragen).
Die meines Wissens nach erste prinzipielle öffentliche Kritik erfolgte 2006 durch die Herausgeberin Sharon Sytsma in "Ethics and Intersex" (Springer 2006, S. xxiv >>> PDF sowie S. 241-258). Sytsma denunzierte die unkontrollierten Behandlungen als unzulässig und unethisch. Auch innerhalb amerikanischer Endokrinologesorganisationen ist Dexamethason zwar nicht überall unumstritten. Trotzdem stiess auch Sytsmas Kritik zunächst auf wenig Widerhall. Geschweige denn, dass jemand versucht hätte, offensichtlich unverbesserliche ZwangsbehandlerInnen konkret zu stoppen ...
Wird fortgesetzt:
7) 2010: Kampagne gegen Dexamethason und Maria I. New
8) Konzertierte Aktion von Fetaldex.org und Advocates for Informed Choice (AIC)
9) Handlungsbedarf auch in Europa














"Nach wie vor gilt die Faustregel: Glückliche
Eltern haben glückliche Kinder", sagt der Kinder- und Jugendpsychiater Markus
Löble von der Göppinger Klinik Christophsbad. "Nur wenn sie mit der Situation
zurechtkommen, können auch die Kinder unbeschwert aufwachsen." Deswegen sollten
die Eltern entscheiden, was für ihr Kind richtig sei.



Lohn
für eine Intersex-Genitalverstümmelung – und Grundstock
Obwohl "Der Einstein des Sex"
mittlerweile 10 Jahre auf dem Buckel hat, wurde dieses ebenso empörende wie
vielsagende "Detail" meines Wissens nach 







Sinti- und Roma-Zwillinge


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