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Thursday 17 May 2012

"ESPU 2012": Bilder der 1. Friedlichen Mahnwache, 9.5.12

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>>> "Aufarbeitung tut not!" - Proteste 9.-12.5.   >>> 10vor10-Clip   >>> Offener Brief UZH

Fettes Dankeschön an alle, die kamen!  

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Wednesday 16 May 2012

"Tatort"-Regisseur Ineichen: "Das Skalpell im Titel ist nicht nur die Mordwaffe, es ist auch ein Symbol für das, was die intersexuellen Kinder erleiden müssen."

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Gratuliere, es ist sein Zwitter!

Starke Worte von Tobias Ineichen, dem Regisseur des nächsten CH-"Tatorts" (TV-Premiere am Pfingstmontag 28.5.12), in einem Interview mit Persoenlich.com. Danke!

SF.tv hat zudem einen ersten Teaser-Ausschnitt mit dem toten Chirurgen online.

>>> Weitere Infos + Vorabberichte zu "Skalpell" 

Tuesday 15 May 2012

Heute 15.5.12: "Intersex-Exploration" mit Diana Hartmann in Hamburg, "Das verordnete Geschlecht" mit Elisabeth Müller in Jena, "Intersex"-Tatort Premiere in Luzern

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Hamburg 12h: "Intersex Exploration" mit Diana Hartmann  

Jena 19h: "Das verordnete Geschlecht" mit Elisabeth Müller 

Luzern 20:15h: "Tatort"-Premiere um ermordeten Verstümmler

>>> "Intersex"-Veranstaltungen an Unis - Aufruf zu Solidarität!
>>>
"Intersex"-Tatort "Skalpell" um ermordeten Kinderchirurgen

Saturday 12 May 2012

"Klitorisamputationen an Kindern – historische Aufarbeitung tut not" - Offener Brief an Universität und Kinderspital Zürich

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Friedlicher Protest + Offener Brief 10.05.2012    >>> Proteste 9.-12.5.   >>> 10vor10-Clip

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Tuesday 8 May 2012

Zürich 9.-12.5.: Info + Proteste gg. "Genitalkorrekturen" + "ESPU 2012"

>>> Offener Brief an Universität und Kinderspital Zürich, 10.5.12
>>> Video:
"Kampf für die Rechte von Zwittern: Streit um Genital-Operationen an Kindern"
>>> Open Letter to "ESPU 2012", 11.05.12 (PDF)  

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Universität und Kinderspital Zürich waren massgeblich beteiligt an der weltweiten Durchsetzung möglichst frühzeitiger chirurgischer „Genitalkorrekturen“ an Kindern mit „atypischen Genitalien“. Noch der vom Kispi ausgerichtete Kongress „ESPU 2012“ propagiert unbeirrbar kosmetische „Klitorisreduktionen“ an Kleinkindern „zwischen 6 und 12 Monaten“.

Menschenrechte auch für Zwitter!

Zwischengeschlecht.org on Facebook INFOABEND Mittwoch 9.5. 19h Zentrum Karl der Grosse
Kirchgasse 14, 8001 Zürich, Weisses Zimmer, 3. Stock
FRIEDL. PROTEST + OFFENER BRIEF UNIVERSITÄT ZÜRICH
Donnerstag 10.5. 11-14h
Rämistrasse 71, vor Haupteingang
Mi-Sa: 4 FRIEDL. PROTESTE + OFFENER BRIEF "ESPU 2012"
• Mittwoch 9.05. 13:00-18:30 h • Donnerstag 10.5. 14:30-17:00 h
• Freitag 11.5. 08:00-14:00 h • Samstag 12.5. 07:30-15:30 h

Kongresshaus, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor Haupteingang

>>> "Aufarbeitung tut not!" - Hintergrundinfos      >>> Flyer mit allen Terminen
>>> "Die Amputation der Clitoris ist sicher gerechtfertigt" - Kinderspital Zürich 1957 
>>>
"ESPU 2012": Bilder der 1. Friedlichen Mahnwache, 9.5.12 

Wir sehn uns, wo die Action ist ...

Monday 7 May 2012

"Wir belassen gewöhnlich einen ganz kurzen Clitorisstumpf" - Max Grob: "Lehrbuch der Kinderchirurgie", 1957 (2)

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>>> "Aufarbeitung tut not!" Info + Proteste Zürich 9.-12.05.2012

"Operative Korrektur des äußern Genitale: Beim Pseudohermaphroditismus femininus drängt sich eine operative Korrektur des äußern Genitale, d. h. die Entfernung der vergrößerten Clitoris und die Freilegung der Vaginalöffnung bei den beschriebenen Formentypen II-IV, auf. [...]

Technik: Die Haut des Clitorisschaftes wird unmittelbar vor der Symphyse zirkulär umschnitten. Nach Freilegung der Corpora cavernosa werden diese an der Symphyse mit einem Kocher abgeklemmt und distal davon quer durchtrennt. Wir belassen gewöhnlich einen ganz kurzen Clitorisstumpf, der zur Blutstillung mit einer Durchstechungsligatur versorgt und mit der überschüssigen Clitorishaut gedeckt wird (Abb. 679)." (S. 587)

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Meine 2 Cent: Die wenigsten Menschen wissen, dass in westlichen Kinderkliniken "Klitorisamputationen" an Kindern mit "auffälligen" Genitalien z.T. bis in die 1980er-Jahre zum (kaum je hinterfragten) Standard gehörten – beispielsweise an der Universität Bern wurde "Amputation der Klitoris" noch in einem Lehrbuch von 1975 empfohlen. Die von Max Grob oben beschriebene "Amputation mit Stumpfbildung" war eine verbreitete Technik, die etwa der NS-Mediziner Prof. Dr. Hans Naujoks bereits 1933-1934 in Publikationen beschrieben hatte. Andere ÄrztInnen war noch das zu wenig, sie beharrten – wie z.B. in einer Kölner Dissertation von 1967 – ihrerseits: "Die Clitoris muss exstirpiert werden, da nach Amputation die Erektion des Stumpfes störende Sensationen bewirkt." Mittlerweile wird eine "zu grosse" Klitoris in westlichen Kinderkliniken statt kurzerhand amputiert in der Regel mit einer "Reduktionsplastik" sog. "nervschonend verkürzt" – obwohl sowohl Betroffene wie auch medizinische Studien immer wieder darauf hinweisen, dass auch mit dieser Operationsmethode das sexuelle Empfinden keinesfalls erhalten, sondern ebenfalls oft stark beinträchtigt oder gänzlich zerstört wird. Trotzdem – und obwohl es nach wie vor keine Evidenz dafür gibt, dass die Betrofenen letztlich Vorteile von diesen "Korrekturen" hätten – beharren die meisten ChirurgInnen unbeirrbar darauf, "noch etwas weiter zu experimentieren".

Prof. Dr. Max Grob, Chefarzt der Chirurgischen Klinik des Kinderspitals Zürich 1939-71, erster Schweizer Lehrstuhlinhaber für Kinderchirurgie, unter Bezug auf Prof. Dr. Andrea Prader, Kispi-Direktor 1962-86, und dessen 1954 etablierte „Praderstufen“, die heute noch weltweit verwendet werden um eine Klitoris als „zu gross“ und damit „korrekturwürdig“ einzustufen.

Max Grobs „Lehrbuch der Kinderchirurgie“ (Stuttgart: Thieme, 1957; unter Mitwirkung von Dr. Margrit Stockmann, Spezialärztin für Kinderchirurgie, Luzern, und Dr. Marcel Bettex, Chirurgischer Oberarzt der Universitäts-Kinderklinik Zürich, später Professor und Direktor der Chirurgischen Universitäts-Kinderklinik Inselspital Bern), wurde weltweit rezipiert und laut "Forschungsmagazin Nr. 3 / 2009" des Kinderspitals Zürich (S. 19) in sechs Sprachen übersetzt.

>>> "Die Amputation der Clitoris ist sicher gerechtfertigt" - Kinderspital Zürich 1957 (1)
>>> Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Aufarbeitung tut not! Kosmetische "Genitalkorrekturen" im Uni-Kinderspital ZH 

Sunday 6 May 2012

"Intersex"-Veranstaltungen an Universitäten, die kosmetische "Genitalkorrekturen" an Kindern praktizieren - Aufruf zu praktischer Solidarität!

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>>> "Aufarbeitung tut not!" Info + Proteste Zürich 9.-12.05.2012

Rundmail von Zwischengeschlecht.org vom 06.05.2012:

Liebe Studierende, Lehrende und weitere Interessierte

Aktuell finden und fanden erfreulicherweise an mehreren Unis Veranstaltungen statt mit dem Anspruch, kritisch über "Intersexualität" und die damit verbundenen andauernden Menschenrechtsverletzungen zu informieren (siehe unten Anhang 1). Dafür möchten wir uns bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken!

Leider ist es nun so, dass an all diesen Universitäten in deren Kinderkliniken und ggf. weiteren Akademischen Lehrkrankenhäusern unverändert medizinisch nicht notwendige "Genitalkorrekturen" an wehrlosen Kindern mit "atypischen Genitalien" praktiziert werden – trotz aller Proteste von Betroffenen in den letzten 20 Jahren gegen diese "westlichen Genitalverstümmelungen". Und trotz langjähriger Kritik auch von Menschenrechts-, FGM- und Ethik-Expert_innen. An vielen Unis geht diese unmenschliche Praxis inkl. "Klitorisamputationen" zudem historisch weit zurück, mancherorts bis ins "Dritte Reich" oder sogar bis ins 18. Jahrhundert. Und überall ist sowohl der aktuelle wie der historische Umfang kosmetischer "Genitalkorrekturen" an Kindern und Jugendlichen sowohl in Lehre wie Praxis nach wie vor unaufgearbeitet.

Und leider geht offenbar keine einzige dieser kritischen Veranstaltungen  – soweit sich das aus den Programmankündigungen ersehen lässt – konkret auf die aktuelle medizinische Praxis im eigenen Hause ein. Obwohl Betroffene wie auch solidarische Nicht-Zwitter seit Jahren anmahnen, dass eine "rein theoretische" bzw. akademische Beschäftigung mit diesem Thema ohne gleichzeitige praktische Solidarität mit dem Kampf der Betroffenen von kosmetischen Genitaloperationen im Kindesalter für die sofortige Beendigung dieser unmenschlichen Praxis unhaltbar ist und letztlich nur den VerstümmlerInnen in die Hände arbeitet (vgl. unten Anhang 2).

Aufarbeitung als praktische Solidarität – Unis Gießen und Marburg machen's vor

Als erste deutsche Uni beschloss die Philipps-Universität Marburg am 16. April 2012 auf Initiative des Autonomen FrauenLesbenReferates im AStA der Universität Marburg, eine öffentlich zugängliche Aufarbeitung von medizinisch nicht notwendigen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen zu erarbeiten. Der Senat der Justus-Liebig-Universität wird am 6. Juni 2012 auf Initiative des Autonomen Schwulen-Trans*-Queer-Referates im AStA der JLU Gießen ebenfalls über einen entsprechenden Tagesordnungspunkt beraten. Beide Male unterstützte Zwischengeschlecht.org die Ausarbeitung der Anträge u.a. mit Recherchen zum aktuellen "Korrekturangebot" der beiden Unis.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert alle Studierenden und Lehrenden auf, sich auch an ihrer Uni für eine Aufarbeitung kosmetischer "Genitalkorrekturen" an Kindern und Jugendlichen konkret einzusetzen! Die entsprechenden Anträge an den Senat der JLU Gießen und der PU Marburg stehen als Musteranträge zur freien Verfügung (Download siehe unten Anhang 3). Selbstverständlich ist Zwischengeschlecht.org auch bei der Ausarbeitung künftiger Anträge gerne mit Recherchen usw. behilflich.

Vielen Dank für eure praktische Unterstützung zur Durchsetzung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit für alle Kinder!

Weiterleitung dieses Aufrufs ausdrücklich erwünscht!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Liebe Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info

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Saturday 5 May 2012

Schnipp, schnapp! "In westlichen Ländern lassen viele Eltern die zusätzlichen Finger oder Zehen ihrer Kinder entfernen ..."

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"... um eine Stigmatisierung zu vermeiden. Medizinisch notwendig sei dies aber in aller Regel nicht."

Ein weiterer "Blick über den eigenen Tellerrand hinaus":

12 Finger und 14 Zehen hat die kleine Le Yati Min (…). Die anatomische Besonderheit sei für ihre Tochter bisher kein Nachteil gewesen, sagt Phyo Min Min Soe. Im Gegenteil: Das 16-monatige Mädchen habe einen viel festeren Griff als andere Kinder im gleichen Alter. (…) Das Phänomen nennt sich Polydaktylie und tritt bei etwa einer von 500 Geburten auf. In westlichen Ländern lassen nach Angaben des amerikanischen Chirurgen Craig Camasta viele Eltern die zusätzlichen Finger oder Zehen ihrer Kinder entfernen, um eine Stigmatisierung zu vermeiden. Medizinisch notwendig sei dies aber in aller Regel nicht.

Meine 2 Cent: Wer hätte sowas gedacht: Überforderte Eltern, die ihre unschuldigen Kinder zwischen den Beinen verstümmeln lassen, und die ihnen dabei gern behilflichen Medizyner schrecken auch anderswo vor medizinisch nicht notwendigen "Korrekturen" selten zurück - Hauptsache, das bewegliche Eigentum sieht möglichst "unauffällig" aus und niemand stellt dumme Fragen. Da fühlt mensch sich als "Stino" doch schon gleich wieder besser ...

>>> Hunde besser vor Verstümmelung und Kastration geschützt als Kinder   
>>>
Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und Eingriffe

Friday 4 May 2012

"Die Amputation der Clitoris ist sicher gerechtfertigt" - Max Grob: "Lehrbuch der Kinderchirurgie", 1957 (1)

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"Operative Korrektur des äußern Genitale: [...] Die Amputation der Clitoris, die durch ihre Größe und Erektion störend wirkt und diesen Mädchen beim Umkleiden, Baden usw. Verlegenheiten bereiten kann, ist sicher gerechtfertigt und wird nicht nur von den meisten Eltern, sondern – wie wir selbst erfahren haben – auch von solchen Patienten im Erwachsenenalter dringend gefordert. Die Clitorisamputation und die Freilegung der Vagina können in der gleichen Sitzung durchgeführt werden." (S. 587)

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

 Meine 2 Cent: Etwas vom schockierendsten an diesem Zitat ist, wie – trotz mittlerweile zahllosen Zeugnissen erwachsener Betroffener über die Schädlichkeit solcher Eingriffe – nach genau der gleichen "Logik" ("Verlegenheit beim Umkleiden", Eltern wollen unbedingt OPs, einige Erwachsene später auch) heute noch überall wehrlosen Kindern systematisch angeblich "nervschonende Klitorisreduktionsplastiken" und andere kosmetische "Genitalkorrekturen" aufgezwungen werden – bis heute ohne medizinische Notwendigkeit und ohne auch nur einen Hauch von wissenschaftlicher Evidenz, dass diese irreversiblen Operationen für die betroffenen Kinder tatsächlich vorteilhaft wären.

Prof. Dr. Max Grob, Chefarzt der Chirurgischen Klinik des Kinderspitals Zürich 1939-71, erster Schweizer Lehrstuhlinhaber für Kinderchirurgie, unter Bezug auf Prof. Dr. Andrea Prader, Kispi-Direktor 1962-86, und dessen 1954 etablierte „Praderstufen“, die heute noch weltweit verwendet werden um eine Klitoris als „zu gross“ und damit „korrekturwürdig“ einzustufen.

Max Grobs „Lehrbuch der Kinderchirurgie“ (Stuttgart: Thieme, 1957; unter Mitwirkung von Dr. Margrit Stockmann, Spezialärztin für Kinderchirurgie, Luzern, und Dr. Marcel Bettex, Chirurgischer Oberarzt der Universitäts-Kinderklinik Zürich, später Professor und Direktor der Chirurgischen Universitäts-Kinderklinik Inselspital Bern), wurde weltweit rezipiert und laut "Forschungsmagazin Nr. 3 / 2009" des Kinderspitals Zürich (S. 19) in sechs Sprachen übersetzt.

>>> "Wir belassen gewöhnlich einen ganz kurzen Clitorisstumpf" - Kispi Zürich 1957 (2)
>>> Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Aufarbeitung tut not! Kosmetische "Genitalkorrekturen" im Uni-Kinderspital ZH 

Aktionen in Zürich 9.-12.05.2012: Flyer mit allen Terminen

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Uni_ZH_Mobi_Flugi_2012_A4Zur Infoveranstaltung vom nächsten Mittwoch, der friedlichen Mahnwache Donnerstag vor der Universität Zürich und den 4 friedlichen Mahnwachen Mi-Sa vor der internationalen KinderurologInnen-Tagung "ESPU 2012" im Kongresshaus Zürich:

>>> Flyer A4 mit allen Daten (PDF 245 KB)

>>> Version 2x A5 zum ausdrucken 

>>> Version 4x A6 zum ausdrucken

Wir sehn uns ...


>>>
Alle Termine + Hintergrundinfo online 

>>> Typische "GenitakorrekturOPs" heute 

Thursday 3 May 2012

"Weser-Kurier" lässt Katze aus dem Sack: Tatort "Skalpell" vom Pfingstmontag dreht sich um "Tabu-Thema Zwischengeschlechtlichkeit"

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Nachdem >>> der "Weser-Kurier" es am 27.4. ausplauderte, darf dieser Blog offiziell zitieren:

"Der Krimi, der am Pfingstmontag, 28. Mai, 20.15 Uhr, im Ersten ausgestrahlt wird, seziert mit teilweise drastischen Bildern messerscharf ein Beziehungsgeflecht im Chirurgenmilieu und das Tabu-Thema Zwischengeschlechtlichkeit. Ein starker Krimi, wenngleich er Sperriges verhandelt."

(Bild: drs3.ch)

>>> Tatort "Skalpell" um ermordeten Kinderchirurgen: TV-Premiere Pfingstmontag 

Siehe auch:
- Zwielichtige Kinderchirurgen: "Ärzte bremsen «Tatort» aus" - SonntagsZeitung, 13.3.11
- Pressespiegel zum Münster-"Intersex"-Tatort
- "Zwischen den Ohren": Münster-Tatort über intersexuelle Tennissspielerin
- Niedrig und Kuhnt "Nicht Fisch, nicht Fleisch" (11.12.09) vs. Law & Order: New York "Identität" (2005)

Aufarbeitung tut not! Kosmetische "Genitalkorrekturen" im Uni-Kinderspital Zürich und an "ESPU 2012": Info + Proteste 9.-12.5.

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktion von Zwischengeschlecht.org, 6.2.2011 (Bild: NZZ Format)

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>>> Alle Termine online        >>> Flyer mit allen Terminen 
>>> "Die Amputation der Clitoris ist sicher gerechtfertigt" - Kinderspital Zürich 1957 (1)
>>>
"Wir belassen gewöhnlich einen ganz kurzen Clitorisstumpf" - Kispi Zürich 1957 (2)
>>>
Offener Brief an Universität und Kinderspital Zürich, 10.5.12
>>> 10vor10:
"Kampf für die Rechte von Zwittern: Streit um Genital-Operationen an Kindern"
>>> Open Letter to "ESPU 2012", 11.05.12 (PDF)
  
>>> "ESPU 2012": Bilder der 1. Friedlichen Mahnwache, 9.5.12 

PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom 03.05.2012:

Kosmetische "Korrektur-Operationen" an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" Genitalien werden in westlichen Kinderkliniken seit 1950 systematisch durchgeführt. Die Universität Zürich und das Universitäts-Kinderspital Zürich waren vom ersten Jahr an als weltweit zweitwichtigstes Zentrum an der Durchsetzung dieser verhängnisvollen Praxis massgeblich beteiligt. Nach aktuellen Studien werden heute noch 90% aller Betroffenen im Kindesalter "genitalkorrigiert" – auch ein vom Kispi nächste Woche ausgerichteter Kongress propagiert unverdrossen kosmetische "Klitorisreduktionen an Kindern zwischen 6 und 12 Monaten". Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert eine kritische Aufarbeitung.

INHALT:
1.  Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Ethisch und menschenrechtlich unhaltbar
2.  "Amputation der vergrößerten Clitoris": Historische Verstrickungen von Uni und Kispi ZH
3.  Zürich: Internationaler Kongress "ESPU 2012" propagiert "Genitalkorrekturen" und feiert "Schweizer Errungenschaften" - Ethik und Menschenrechte bleiben ausgeklammert
4.  Marburg: Uni beschliesst Aufarbeitung
5.  Infoveranstaltung + Offene Briefe + friedliche Proteste, Zürich 9.-12.5.

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Friday 27 April 2012

Dresden Sa 28.4.12: "Intergeschlechtlichkeit und Emanzipation" - Vortrag von Anja Gregor

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Kann ein Zwitter Sünde sein?

>>> Vortrag im AZ Conni (R.-Leonhard-Str. 39), 16h:

"Intergeschlechtlichkeit und Emanzipation. Praxen der Selbstermächtigung gegen medizinische Normierungspraxis."

Von Anja Gregor, die in Jena eine Doktorarbeit über "Intersex" schreibt, und u.a. durch einen Vortrag ebendort im letzten Jahr positiv auffiel. Im Rahmen von "eh! - 2,7 emanzipatorische Tage".

Vielleicht kommt's – wie neulich in Gießen und Marburg – ja bald auch in Dresden und Jena zu solidarischen Aktionen von Studierenden gegen die VerstümmlerInnen, die bekanntlich auch dort an den Universitätskliniken ihr Unwesen treiben?

>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Einige typische Diagnosen und Eingriffe

"Intersexuelle Menschen fordern das Recht auf Selbstbestimmung " - an.schläge Mai 2012

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Gratuliere, es ist sein Zwitter!

Die aktuelle Ausgabe des feministischen Magazins aus Österreich mit Monatsthema "Intersex" inkl. mehreren Beiträgen sowie Interviews mit Daniela "Nella" Truffer und Alex Jürgen.

Online erhältlich ist bisher der Artikel "1-0-1 Intersex" von Bettina Enzenhofer und Julia Mac Gowan mit einigem an Klartext.

Dafür allen Beteiligten ein herzliches Danke! 

>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Einige typische Diagnosen und Eingriffe

Wednesday 25 April 2012

CH: UN-Menschenrechtsrat behandelt kosmetische Genitaloperationen an Kindern

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)Endlich ist es offiziell: Im Rahmen des 14. Universellen Überprüfungsverfahren 2012 wird der UN-Menschenrechtsrat auf Antrag eines >>> Schattenberichts (PDF) einer breiten NGO-Koalition von ingseamt 47 Menschenrechtsakteuren zum allerersten Mal überhaupt über kosmetische Genitaloperationen an Kindern beraten!

Es ist das 2. Mal, dass die Schweiz am Universal Periodical Review teilnimmt. Durch die Vielzahl der teilnehmenden NGOs und die vorgeschriebene Umfangsbegrenzung des gesamten Bericht blieb für jedes einzelne Anliegen nur wenig Platz. Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org ist in der NGO-Koalition mit dabei und konnte folgenden Punkt einbringen (S. 9):

18. Kosmetische Genitaloperationen an Kindern

Etwa jedes 1000. Kind kommt mit "uneindeutigen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt (sog. Zwitter, Hermaphroditen, Intersexe, Disorders of Sex Development DSD). Diese werden sehr häufig im Kleinkindalter aus „kosmetischen“ Gründen operiert. Betroffene klagen diese nicht eingewilligten Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit und Evidenz als massiven Verstoss gegen ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung an.

Empfehlung
Die Schweiz wird aufgefordert, eine Kommission ins Leben zu rufen, welche sich mit den Vorwürfen der Betroffenen von kosmetischen Genitaloperationen unvoreingenommen und fair auseinandersetzt und Vorschläge für eine Änderung der Praxis erarbeitet.

Dieser Punkt ist zugleich das allererste Mal überhaupt, dass ein UN-Gremium dezidiert mit der Thematik "kosmetischen Genitaloperationen in westlichen Kinderkliniken" konfrontiert wird ohne jeglichen (wie die Erfahrung zeigte) vom eigentlichen Thema ablenkenden "Geschlechter-Gender-Firlefanz".

>>> Der ganze NGO-Schattenbericht (PDF, 214 kb)

Das Büro des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte wird nun als nächstes zwei Berichte zur Schweiz zusammenstellen, wovon sich der eine voraussichtlich stark auf den Bericht der Schweizer NGO-Koalition abstützen wird.

Eine offizielle Schweizer Regierungs-Delegation wird danach Ende Oktober 2012 an einer Sitzung der UPR-Arbeitsgruppe des Menschenrechtsrats mit den Empfehlungen der Staaten konfrontiert, und kann bis zur folgenden Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats im März 2013 dazu Stellung nehmen, indem sie die erhaltenen Empfehlungen entweder akzeptiert oder ablehnt.

Fortsetzung folgt ...

>>> Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Proteste + Info + Senatseingaben: Marburg + Gießen 15.4.-06.06.2012

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Friedliche Proteste + Infoabende + Studentische Eingaben an jeweiligen Senat der Universität – gegen Genitalabschneider in lokalen Kinderkliniken und Universitäten!

Menschenrechte auch für Zwitter!

Marburg 15.+16.4.2012: 
• Friedlicher Protest +
Offener Brief: So 15.4.2012 14-17h  Universitätsklinikum Marburg, Haupteingang
>>> Pressemitteilung 12.4.  >>> Oberhessische Presse 14.4. | 15.4. 
>>> Uniklinik: Kosmetische GenitalOPs? Aber wir doch nicht!
• Öffentliche Senatssitzung: Mo 16.4. 14:15h
Senatssitzungssaal
>>> Antrag + Tagesordnung   >>> Berichte aus der Sitzung 

Gießen  Friedlicher Protest: So 22.4.2012 14-17h
   vor dem Universitätsklinikum Gießen (UKGM)
 
   >>> Pressemitteilung 19.4.  >>> Der Offene Brief
   >>>
Gießener Allgemeine | Gießener Anzeiger 23.4. 
Das UKGM verbietet die traditionelle Mahnwache vor dem Haupteingang – deshalb protestieren wir rund um das Klinikum mit Umzug von einem Kundgebungsort zum andern:
   - 14-15h: Ecke Schubertstr./Gaffkystr. (draußen vor Hauptpforte)
   - 15-16h: Ecke Frankfurter Str./Klinikstr. (draußen vor Haupteingang)
   - 16-17h: Ecke Friedrichstr./Rudolf-Buchheim-Str. (dr. v. Kinderurologie u. Kinderklinik)

Marburg Infoabend: Mo 23.4.2012, 19h Hörsaal 115, Biegenstraße 14, Philipps-Universität
   >>> Download Präsentationsfolien als PDF

Gießen  Infoabend: Di 24.4.2012 19h !!!ACHTUNG NEUER ORT!!! 
  PD Dr. Wolfgang Achtner verbietet die zugesagte Infoveranstaltung in der ESG, deshalb:
  Café Giramondi, Bahnhofstraße 53, 35390 Gießen

Gießen  Öffentl. Senatssitzung: Mi 6.6.2012 14:15h Uni-Hauptgebäude, Ludwigstr. 23
   >>> Studentischer Senatsantrag JLU Gießen zu kosmetischen Genitaloperationen 

Helft mit, die TäterInnen daran zu erinnern, dass wehrlose Kinder zu verstümmeln NICHT OK ist! Wir sehn uns, wo die Action ist ... 

>>> UKGM leugnet Verstümmelungen - Kinderchirurg verplappert sich ...
>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Einige typische Diagnosen und Eingriffe
>>>
Offener Brief 15.4.2012   >>> Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?   

Senat der Justus-Liebig-Universität Gießen vertagt Stellungnahme zu kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen auf 6.6.12

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>>> Senatsantrag JLU Gießen   >>> Anfrage an Dekanat FB 11, 05.02.2012 

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!Auf Initiative von solidarischen Studierenden berät der Senat der Justus-Liebig-Universität Gießen heute Nachmittag ab 14:15 Uhr in öffentlicher Sitzung über eine Stellungnahme zu Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken (wie sie am Standort Gießen des UKGM allen Dementis zum Trotz derzeit leider immer noch angeboten, durchgeführt und in Publikationen für Kleinkinder "im ersten Lebensjahr" propagiert werden).

Der Antrag fordert einerseits eine öffentlich zugänglich zu machende Aufarbeitung entsprechender Praktiken in Gießen innerhalb von Lehre und Forschung der Justus-Liebig-Universität sowie in den pädiatrischen Abteilungen des Universitätsklinikums Gießen, andrerseits eine Stellungnahme des Senats gegen die Fortführung solcher medizinisch nicht notwendigen Eingriffe an Einwilligungsunfähigen, sowie dass der Senat darauf hinwirken solle, dass kosmetische Genitaloperationen an Minderjährigen in seinem Machtbereich künftig untersagt werden sollen:

>>> Senatsantrag JLU Gießen (PDF)

Eingereicht wurde der Antrag von der Studierendenvertretung des AStA im Senat auf Initiative des Autonomen Schwulen-Trans*-Queer-Referats im AStA der JLU Gießen. Bereits Anfang Februar hatte Markus Otterbein vom Schwulen-Referat das zuständige Dekanat des Fachbereichs 11 - Medizin um Auskunft betreffend kosmetische Genitaloperationen an Kindern ersucht, bis heute aber nie eine Antwort erhalten:

>>> Anfrage an Dekanat FB 11 - Medizin, 05.02.2012 (PDF)

Letzte Woche beriet der Senat der Philipps-Universität Marburg über einen ähnlichen studentischen Antrag und beschloss nach längerer Debatte eine öffentlich zugängliche Aufarbeitung von medizinisch nicht notwendigen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen, sowie allgemein die Erarbeitung universitärer Richtlinien zum Umgang mit "nicht geschäftsfähigen Personen" in Lehre und Forschung, im Universitätsklinikum und in Akademischen Lehrkrankenhäusern der Philipps-Universität.

Dieser Blog freut sich riesig und dankt allen Beteiligten ganz herzlich, speziell dem Autonomen Schwulen-Trans*-Queer-Referat im AStA der JLU Gießen und dem Autonomen FrauenLesbenReferat im AStA der Universität Marburg!

Nachtrag: Die Debatte über den Antrag wurde auf die nächste Senatssitzung am 6. Juni vertagt.

Wir sehn uns, wo die Action ist ...

>>> Marburg + Gießen: Proteste + Info + Senatstermine 15.-25.04.2012
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Tuesday 24 April 2012

Offener Brief von Zwischengeschlecht.org an das Universitätsklinikum Gießen, 22.4.12

Vor dem Universitätsklinikum Gießen, 22.4.12 Friedlicher Protest + Offener Brief Universitätsklinikum Gießen, 22.04.2012

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Nachfolgend dokumentieren wir den am Sonntag an die Verantwortlichen des Universitätsklinikums übergebenen Offenen Brief. Fettes Dankeschön an alle, die kamen!

>>> Der Offene Brief als PDF

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Monday 23 April 2012

"'Fragwürdige' Operationen an intersexuellen Kindern an der Uni-Kinderklinik?" - Gießener Allgemeine, 23.4.12

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Interessanter Artikel zu den gestrigen Protesten rund um das Universitätsklinikum Gießen auf S. 5 der heutigen Printausgabe (>>> als Scan). mit Foto von der 1. Mahnwache. Danke! (Spezieller Dank an das Schwulen-Trans*-Queer-Referat der hiesigen Uni für den Scan!)

>>> Gießen: Uniklinik leugnet Genitalverstümmelungen, will Mahnwache verbieten

"'Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter' gefordert" - Gießener Anzeiger, 23.4.12

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Interessanter Artikel zu den gestrigen Protesten rund um das Universitätsklinikum Gießen, sowohl >>> Textversion online als auch auf S. 14 der heutigen Printausgabe (>>> als Scan), mit Foto von der 2. Mahnwache. Danke! (Spezieller Dank an das Schwulen-Trans*-Queer-Referat der hiesigen Uni für den Scan!)

>>> Gießen: Uniklinik leugnet Genitalverstümmelungen, will Mahnwache verbieten

Sunday 22 April 2012

UKGM Gießen: "Behandlungshäufigkeit für Operative Korrektur bei männlicher Hypospadie"

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Ausgeliefert!

Von wegen "keine solchen Operationen bei uns im Hause" im Standort Gießen des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM): Wie eine Rechereche in der "Weissen Liste" belegt, deren Statistiken auf den obligatorischen klinikeigenen Qualitätsberichten beruhen, lügt das UKGM Gießen offensichtlich wie gedruckt.

Nachfolgend die aktuellen Zahlen aus dem UKGM zu chirurgischen "Hypospadiekorrekturen":

Behandlungshäufigkeit für Operative Korrektur einer unteren Harnröhrenspaltung beim Mann
5-645 Plastische Rekonstruktion bei männlicher Hypospadie
Krankenhaus:     Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen
Fachabteilung:     Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie
Code     Bezeichnung     Häufigkeit
5-645.1     Schaftaufrichtung und Chordektomie     1
5-645.20     Mit Präputialhaut     11
5-645.22     Transplantation von Mundschleimhaut     1
5-645.2x     Sonstige     1
5-645.3     Sekundärer Eingriff     1
Quelle: weisse-liste.de

Im Offenen Brief, den wir im Rahmen der Proteste heute Nachmittag vor dem Klinikum den Verantwortlichen des UKGM persönlich überreichen, wird Zwischengeschlecht.org weitere Quellen für Angebote von kosmetischen Genitaloperationen auch an Kindern und Jugendlichen im und aus dem UKGM Gießen dokumentieren – ebenso wie Klagen Betroffener solcher Eingriffe sowie Bedenken von Sachverständigen, Ethikkommissionen und internationalen Menschenrechtsorganisationen.

>>> Berichte von Betroffenen zu "Hypospadiekorrekturen"
• Tiger Howard Devore: "Aufwachsen im chirurgischen Mahlstrom"
• Ernst Bilke: "Die Wut ist gut versteckt" - Biographie mit "Hypospadie"  
• Erfahrungsberichte: "Sehr taube Eichel nach Op" vs. "unbehandelt gut leben"

>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Einige typische Diagnosen und Eingriffe
>>>
UKGM leugnet Verstümmelungen - Kinderchirurg verplappert sich ...
>>>
Genitalverstümmelung in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 

Saturday 21 April 2012

Gießen: Uniklinik leugnet Genitalverstümmelungen, will friedliche Mahnwache verbieten

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1) >>> Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org mit allen aktuellen Terminen und Hintergrundinformationen zum Thema kosmetische Genitaloperationen in Kinderkliniken.

>>> Genitalverstümmelungen – eine Genealogie der Täter
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Friday 20 April 2012

Hypospadie: "Beschwerden liegen fast nie vor, auch die Harnentleerung bereitet nur in Ausnahmefällen Probleme" - Uniklinik Jena

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STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Obiges titelgebendes Zitat stammt aus dem offiziellen Internetauftritt des Universitätsklinikums Jena, und findet sich wortwörtlich auch auf der Homepage der Asklepios-Kinderklinik St. Augustin.

Im nächsten Satz doppeln beide Kliniken noch einmal nach:

"Die [!] frühere Glaube, erwachsene Männer mit oder nach Hypospadie seien unfruchtbar, ist falsch."

(Bei Asklepios steht statt "Glaube": "Die frühere Annahme".)

Wer nun denkt, der Fall wäre damit klar, da offensichtlich und eingestandenerweise keine medizinische Notwendigkeit vorliegt, und somit könne mit einer reichlich komplikationsträchtigen kosmetischen Genitaloperation ruhig gewartet werden, ob der betroffene Mensch das überhaupt will – hat die Rechnung allerdings ohne die Genitalabschneider und Zwangsoperateure gemacht ...

Die behaupten im nächsten Satz einfach schlankweg:

"Wir wissen heute, dass bei zu später oder gar nicht erfolgter Operation ein "Minderwertigkeitsgefühl" des Mannes vorliegt und er weit seltener Geschlechtsverkehr hat. Dieses erklärt die geringere Zahl an Vaterschaften."

Eine Quelle für diese neue Annahme rsp. diesen neuen Glauben bleiben beide Kinderkliniken wenig überraschend schuldig. Dass es dafür ebensowenig Evidenz gibt wie für den alten Glauben, werden sie den meist überforderten Eltern wohl ebenfalls kaum auf die Nase binden. Ebenso, dass Zeugnisse Betroffener klar eine andere Sprache sprechen.

Stattdessen propagieren beide Kliniken einfach stur weiter kosmetische Genitaloperationen im Kleinkindesalter "auf Teufel komm raus" (Claudia Wiesemann):

Therapie

Die Therapie sollte zwischen dem 12. und 24. Lebensmonat erfolgen. Bei späteren Eingriffen kann bereits das Selbstwertgefühl der Männer leiden.

Es existieren eine Vielzahl von Operationsmethoden, letztlich immer mit dem Ziel der Harnröhrenverlagerung zur Penisspitze.

Sonst noch Fragen?

Öhm, eigentlich ja: Wie lange noch?!

>>> "Sehr taube Eichel": Erfahrungsberichte zu "Hypospadiekorrekturen"
>>> Hypospadie: "Kindheit voller Schmerz, Operationen und Isolation" (Tiger Devore)
>>>
Ernst Bilke: "Die Wut ist gut versteckt" - Biographie mit "Hypospadie"
>>>
Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch

Tuesday 17 April 2012

Marburg: Uniklinik leugnet Genitalverstümmelungen - Kinderchirurg verplappert sich ...

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Im Uni-Senat ging es am Montag um die Selbstbestimmung von Zwittern und ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Senatoren sahen die ethische Relevanz des Themas und wollen den Austausch mit Medizinethikern. [Bild: Genitalverstümmelungen stoppen!] Am Sonntag forderten Aktivisten der Schweizer Organisation Zwischengeschlecht.org vor dem Eingang des Klinikums das Verbot von kosmetischen Genitaloperationen bei Kindern. Das UKGM betonte, dass solche Eingriffe in Marburg überhaupt nicht stattfinden, sondern nur medizinisch notwendige Operationen.

Mitunter tendenziöser, kostenpflichtiger Bericht von Anna Ntemiris in der Oberhessischen Presse über die >>> Debatte des Senates der Philipps-Universität Marburg, erhältlich sowohl >>> online (>>> ganzer Artikel als Bild – ggf. nochmals reinklicken zum auf 100% aufklappen) wie auch in der gedruckten Ausgabe vom 17.04.2012 auf Seite 3.

Anmerkung: Die Sätze "Ein Aktivist der Schweizer Gruppe Zwischengeschlecht berichtete kurz als Betroffener. Er leide heute noch an seiner Genitaloperation, über die er nicht habe bestimmen können" stimmen so nicht ganz: Yours truly a.k.a. Markus Bauer, der die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org an der Senatssitzung vertrat, berichtete von Zeugnissen verschiedener Betroffener und nicht von sich selber.

Meine 2 Cent: Wirklich keine kosmetischen Eingriffe?

Was im OP-Artikel "zufälligerweise" ganz fehlt, ist die in der >>> AFLR-Pressemitteilung angesprochene "Zwei-Fliegen-mit-einer-Klappe"-Episode:

Der Marburger Kinderchirurg und Oberarzt Micha Bahr vertrat an der Senatssitzung das Universitätsklinikum gemeinsam mit 2 schweigenden Kollegen Uwe Wagner (Gynäkologie / gynäkologische Endokrinologie) und Sebastian Hoffmann (Visceralchirurgie) sowie dem ebenso schweigsamen Dekan der medizinischen Fakultät, Prof. Matthias Rothmund.

Dr. Micha Bahr brachte in seinem Statement erneut seine pauschalen Beteuerungen vor, in Marburg würden nur und ausschliesslich medizinisch notwendige Genitaloperationen praktiziert, und führte auf Anfrage als Beispiel an, wenn z.B. bei Hypospadie der Harnabfluss blockiert sei – was ihm die Uni-Präsidentin Prof. Katharina Krause noch so gern unbesehen abnahm.

Yours truly nutzte in der Folge das ihm freundlicherweise zugestandene Rederecht, um diesbezüglich bei Dr. Micha Bahr detaillierter nachzuhaken: Ob denn in Marburg bei einer solchen Obstruktion der Harnwege auch wirklich nur der Abfluss chirurgisch ermöglicht würde, der Harnröhrenausgang aber an seinem ursprünglichen Ort unterhalb der Penisspitze belassen würde, also ausdrücklich keine chirurgischen "Verlegungsversuche" a.k.a "Hypospadiekorrektur" unternommen würden, wie sie das Klinikum ja mehrfach anbietet und propagiert?

Kinderchirurg verplappert sich – Verantwortliche wollen nichts bemerkt haben

Worauf Oberarzt Bahr frisch-fröhlich zu Protokoll gab, in so einem Fall würden dann auch in Marburg "zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen." Was – anders als in der Oberhessischen Presse und offenbar auch unter den ProfessorInnen und im Präsidium – u.a. von den studentischen Senatsmitgliedern durchaus zur Kenntnis genommen und zum Teil in Folgevoten kopfschüttelnd angesprochen wurde.

Weiter fehlt im OP-Artikel, dass der 2. Spiegelpunkt des studentischen Antrags betreffend einer öffentlich zugänglichen Aufarbeitung von Ausmass, Umfang und Dauer kosmetischer Genitalbehandlungen an Kindern und Jugendlichen in der Uniklinik Marburg sowie in der Lehre der Philipps-Universität mit Mehrheit angenommen wurde – trotz vorgängiger ökonomischer Bedenken.

Taten sprechen lauter als Worte

Ob diese versprochene Durchleuchtung in Verbindung mit der vom Senat auf Antrag von Prof. Ulrich Wagner einstimmig geforderten Ethik-Debatte der Wahrheit tatsächlich auf den Grund gehen wird, bleibt fürs erste abzuwarten.

Ebenso, wie lange Klinikum, Professoren und Präsidium es schaffen werden, weiterhin mit dreistem Leugnen und Mauern unter dem Deckel zu behalten, was sie gleichzeitig öffentlich als Kompetenzen anpreisen.

Schaun wer mal ...

>>> Der Offene Brief    >>> Oberhessische Presse 14.4. | 15.4.    >>> Senatseingabe
>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Einige typische Diagnosen und Eingriffe 
>>>
Kosmetische Genitaloperationen an Kindern in Marburg? Aber wir doch nicht!

Monday 16 April 2012

Pressemitteilung AFLR Marburg über das Ergebnis der Senatsdebatte zu kosmetischen Genitaloperationen im Uniklinikum

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1) >>> Pressemitteilung des Autonomen FrauenLesbenReferates der AStA der Philipps-Universität Marburg zur heutigen Senatsverhandlung. Deren Überschrift "Zwei Fliegen mit einer Klappe" bezieht sich auf folgenden bemerkenswerten Vorfall während der Debatte:

Neben den regulären Senatsmitgliedern waren Vertreter_innen der antragstellenden Gruppen sowie weitere Gäste anwesend. In den hinteren Reihen fanden sich Vertreter des Uniklinikums ein. Letztere waren vom Universitäts-Präsidium eingeladen worden, um den Umgang mit kosmetischen Genitaloperationen am Uni-Klinikum zu erläutern. Der (Chef?) Vertreter der Kinderchirurgie erklärte zunächst wie auch gegenüber der OP, dass nur medizinisch indizierte Operationen an Kindern und Jugendlichen durchgeführt würden. Um so erstaunlicher war dann seine Antwort auf eine detailliertere Nachfrage hinsichtlich des Vorgangs bei einer Operation der Harnwege (Hypospadie“korrektur“), in welcher er lapidar meinte, dass wenn während einer medizinisch notwendigen Operation die Möglichkeit einer kosmetischen Korrektur bestünde, man dann auch „zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.“

Die Aufforderung des Präsidiums und verschiedener Senatsmitglieder „doch den Experten zu vertrauen“ erscheint durch die oben angeführte Äußerung in einem anderen Licht. „Natürlich werden in der medizinische Praxis diese Operationen nicht als kosmetische Genitaloperationen bezeichnet, sondern sie werden mit anderen Begriffen verschleiert“, kommentiert Petra Thesing, Senatorin der Linken Listen, die Ausführungen des Kinderchirurgen.

Immerhin konnte sich der Senat wie in der Pressemitteilung geschildert dazu durchringen, den Teil des Antrages betreffend eine Aufarbeitung zu Ausmass, Umfang und Dauer kosmetischer Genitalbehandlungen an Kindern und Jugendlichen in Marburg gutzuheissen.

Zusätzlich wurde dann noch ein spontaner Antrag eines Psychologieprofessors durchgewinkt, eine breitere ethische Diskussion zum Thema medizinischer Umgang mit sog. nicht geschäftsfähigen Personen zu initiieren mit dem Ziel der Erabeitung einer Uni-internen Richtlinie auch zum Thema kosmetische Genitaloperationen.

Damit ist immerhin schon mal ein wichtiger Anfang gemacht, und die lokalen MedizynerInnen stehen allen schönen öffentlichen Dementis zum Trotz weiterhin unter Druck ...

>>> Ganze Pressemitteilung

>>> Der Offene Brief     >>> Oberhessische Presse 14.4. | 15.4.     >>> Senatseingabe
>>> Kosmetische Genitaloperationen an Kindern in Marburg? Aber wir doch nicht! 

"Offener Brief gegen Verstümmelung" - Oberhessische Presse, 15.4.12

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STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Pressemitteilungen verschicken kann sich lohnen: Kurzbericht zur Aktion und dem Offenen Brief der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org gegen kosmetische Genitaloperationen an Kindern im Universitätsklinikum Marburg, sowohl >>> online wie auch in der >>> Printausgabe 16.4.12 (Scan).

>>> Der Offene Brief     >>> Oberhessische Presse 14.4.12     >>> Senatseingabe 

Kosmetische Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen in Marburg? Aber wir doch nicht!

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>>> UKGM leugnet Verstümmelungen - Kinderchirurg verplappert sich ...

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1) In einem Artikel in der Oberhessischen Presse vom 14.4.12 stritten ein Kinderchirurg und eine Sprecherin des Unveritätsklinikums Marburg die Durchführung von kosmetischen Genitaloperationen rundheraus und pauschal ab (genauer Wortlaut siehe untenstehend).

Meine 2 Cent:

Ein Dementi von Seiten der Medizyner wie im vorliegenden Fall ist realistischerweise schon mal ein guter Anfang.

Vor allem, wenn das Dementi derart platt ausfällt wie vorliegend: Die Behauptung, "[i]n der Marburger Kinderklinik habe es bislang keine kosmetischen Genitaloperationen gegeben", ausser natürlich "Operationen an Kindern etwa an der Harnröhre […], wenn sie medizinisch notwendig sind und das Geschlecht bereits eindeutig fest steht", lässt sich etwa leicht widerlegen – genau so steht's verräterischerweise nämlich auch in der berüchtigten AWMF-Leitlinie 006/026 "Hypospadie" (Evidenzstufe 1 = niedrigste), herausgegeben von der "Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)", die – Überraschung! – unter "Indikation" ausdrücklich festhält:

"Indiziert ist die Korrektur […] bei distalen Formen auch aus ästhetisch-psychologischen Gründen."

"Hypospadiekorrekturen" werden aktuell im Universitätsklinikum Marburg gleich doppelt angeboten, nämlich – wie im Offenen Brief dokumentiert – in der Kinderurologie ebenso wie in der Neugeborenenchirurgie, plus noch einmal im Akademischen Lehrkrankenhhaus der Philipps-Universität Marburg in Fulda. Aber bestimmt werden diese kosmetischen Eingriffe für "unvollständige Knaben" dort überall nur angeboten, aber bei konkreter Nachfrage dann jedoch keinesfalls ausgeführt …

Ebenso hat wohl der (inzwischen nach Aachen weitergezogene) Chef-Urologe Prof. Dr. Axel Heidenreich während seiner Marburger Zeit nur so zum Spaß und ausschließlich theoretisch bei der sehr üblen AWMF-Leitlinie 043/029 "Störungen der sexuellen Differenzierung" mitgewirkt, die unter anderem fordert:

"Aus psychologischen Gründen sollte die kosmetische Korrektur des äußeren Genitale so früh wie möglich erfolgen, in der Regel innerhalb der ersten 6 Lebensmonate. Dabei wird das Schwellkörpergewebe der hypertrophierten Klitoris entfernt, das Gefäßnervenbündel und die Glans erhalten, um eine, vom Aspekt normale, sensible Klitoris zu bilden. Die kleinen Labien können aus der überschüssigen Haut der zuvor hypertrophierten Klitoris gebildet werden. […]

Hoden sollten, wenn möglich, in das Skrotum verlagert werden, ansonsten wegen des erhöhten Entartungsrisikos entfernt werden. Die weiteren Korrekturen richten sich nach den Gegebenheiten, beispielsweise kann ein Harnröhrenaufbau notwendig sein, wobei hier die Techniken wie bei Hypospadiekorrektur anzuwenden sind. Hat man sich von der Stimulierbarkeit des Peniswachstums überzeugt, sollten alle weiteren Korrekturen zu einem entsprechend frühen Zeitpunkt durchgeführt werden. […]

Alle Überlegungen zur Korrektur des intersexuellen Genitale beruhen bisher auf einem Konsens zwischen den beteiligten Medizinern und den Eltern. Aktuell werden gerade in Selbsthilfe-Gruppen Stimmen erwachsener Betroffener laut, die ein Hinauszögern der Entscheidung für die Geschlechtszugehörigkeit fordern. Die Betroffenen sollen so alt sein, daß sie selbst entscheiden können. Ein Leben als "Zwitter" bis zur Pubertät scheint aber psychologisch nicht weniger problematisch. […]"

Auch diese selbstverständlich ausschließlich und streng rein medizinisch notwendigen "Korrekturen" wurden in Marburg offenbar nur theoretisch abgesegnet, keinesfalls aber je praktiziert – ein Schelm, wer Böses dabei denkt … (Mehr zum angeblich pauschal "erhöhten Entartungsrisiko" von Bauchhoden siehe hier.)

Auch der seinerzeitige Marburger Oberarzt und Professor Dr. Hans Naujoks, von dem der Ethikrat bekanntlich verlauten ließ: "Als gesichert kann hingegen gelten, dass Hans Naujoks seit 1934 rassistisch motivierte medizinische Operationen an intersexuellen Menschen vorgenommen hat", kann getrost beiseite gelassen werden – schließlich operierte Naujoks in der Universitäts-Frauenklinik an minderjährigen Hermaphroditen, und nicht in der Kinderklinik.

Somit ist klar: In Marburg hat es an der Universitätsklinik bisher weder kosmetische Genitaloperationen an Kindern oder Jugendlichen gegeben, noch wird es dies jemals: "'Ganz klar, nein', sagt der Marburger Kinderchirurg Dr. Micha Bahr im Gespräch mit der OP." Und: "Auch Christine Bode, Pressesprecherin des UKGM, erklärte für das Klinikum, dass in Marburg und Gießen keine Kinder kosmetisch umoperiert werden." Was zu beweisen war, etc. pp.

Und nach all diesen "überzeugenden" Dementis wäre es nun vielleicht langsam an der Zeit, mal etwas genauer zu diskutieren, warum eigentlich "ästhetisch-psychologische Gründe" eben keine zwingend medizinischen Notwendigkeiten darstellen.

Und warum Überlebende solcher irreversiblen kosmetischen Genitaloperationen im Kindesalter seit bald zwei Jahrzehnten öffentlich dagegen protestieren und diese Eingriffe als "immens schädlich", menschenrechtswidrig und als "westliche Genitalverstümmelung" denunzieren.

Und dann könnte das Universitätsklinikum Marburg und die Philipps-Universität sich mal daran machen – wie im Antrag an den Senat gefordert – den Umfang, das Ausmaß und die Dauer der in Marburg praktizierten kosmetischen Genitaloperationen an Kindern aufzuarbeiten.

Damit es vielleicht dereinst einmal zu einer gesellschaftlichen Aussöhnung über "eines der dunkelsten Kapitel der Medizingeschichte" (Apotheken-Umschau, 1.6.11) kommen kann.

Immer schön einen Schritt nach dem anderen.

Auch wenn es für den einen oder anderen Medizyner oder sonstige Offiziellen nicht nur am Universitätsklinikum Marburg dazu wohl erst noch etwas mehr öffentlichen Druck braucht …

>>> UKGM leugnet Verstümmelungen - Kinderchirurg verplappert sich ...

>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter
>>> Kosmetische Genitaloperationen: Einige typische Diagnosen und Eingriffe
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Offener Brief von Zwischengeschlecht.org an das Universitätsklinikum Marburg, 15.4.12

Vor dem Eingang des Universitätsklinikums Marburg, 15.4.12 Friedlicher Protest + Offener Brief Universitätsklinikum Marburg, 15.04.2012

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Nachfolgend dokumentieren wir den gestern an die Verantwortlichen des Universitätsklinikums übergebenen Offenen Brief. Fettes Dankeschön an alle, die kamen!

>>> Der Offene Brief als PDF

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Sunday 15 April 2012

"Kinder zwischen den Geschlechtern" - Oberhessische Presse 14.4.12

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Interessanter 2-teiliger Artikel von Anna Ntemiris im Marburger Lokalteil der Oberhessischen Presse, aus Anlass der heutigen Demo vor dem Universitätsklinikum und der Debatte des Senates der Philipps-Universität Marburg über eine Stellungnahme zu kosmetischen Genitaloperationen an Kindern am kommenden Montag, 16.4.12. Danke!

Auf Seite 1 hatte es folgenden Aufriss:

Auf S. 3 folgte dann der eigentliche Artikel (zum vergrössern reinklicken, dann ggf. nochmals reinklicken zum aufklappen auf Originalgrösse):

Anmerkung: Der Satz "Zahlen und Beweise konnte Truffer nicht vorlegen" stimmt so nicht ganz: Nella hatte der Oberhessischen Presse im Vorfeld sehr wohl die (auch im Offenen Brief der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org an die Marburger Verantwortlichen dokumentierten) Angebote für kosmetische Genitaloperationen an Kindern  im Internetauftritt des Universitätsklinikums Marburg zukommen lassen.

Kommentar zum Medizyner-Dementi >>> hier ...

>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Einige typische Diagnosen und Eingriffe

Saturday 14 April 2012

Marburg: Protest gegen Genitalverstümmelung in Uniklinik - Senat berät Stellungnahme (15.-23.4.12)

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