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Monday 20 November 2017

20.11. - Internationaler Tag der Kinderrechte > Netzwerk Kinderrechte Schweiz fordert "gesetzgeberische Massnahmen" gegen Intersex-Genitalverstümmelungen

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Menschenrechte auch für Zwitter!Zwischengeschlecht.org on FacebookZum heutigen Internationalen Tag der Kinderrechte veröffentlicht das Netzwerk Kinderrechte Schweiz, worin Zwischengeschlecht.org seit kurzem Mitglied ist, seine jährliche Bilanz zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention.

Darin finden sich auch deutliche Worte zum Thema IGM:

« – Stände- und Nationalrat haben am 16. März bzw. am 16. Juni 2017 eine Petition der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht abgelehnt, die ein Verbot von medizinisch nicht indizierten Genitaloperationen an Kindern forderte (15.2043 „Intersex- Genitalverstümmelungen verbieten“). Dies ungeachtet der Empfehlung des UN- Kinderrechtsauschusses an die Schweiz, dafür zu sorgen, dass keine unnötigen Behandlungen oder Operationen im Säuglings- oder Kindesalter vorgenommen werden (Empfehlung 43). Im August 2017 brachte schliesslich auch das UN- Menschenrechtskomitee seine Besorgnis zum Ausdruck, dass in der Schweiz solche Eingriffe an Kindern nach wie vor ungenügend reguliert sind (CCPR/C/CH/CO/4, 24-25). [...]

Das Netzwerk Kinderrechte Schweiz fordert vom Parlament, sicher zu stellen, dass keine unnötigen medizinischen Eingriffe an intersexuellen Kindern vorgenommen werden und entsprechende gesetzgeberische Massnahmen zu prüfen. Weitere sollen Bund und Kantone geeignete Betreuungs- und Unterstützungsangebote für Familien mit intersexuellen Kindern bereitstellen. [...] »
Netzwerk Kinderrechte Schweiz: Bilanz 2017 zur Umsetzung der Concluding Observations des UN-Kinderrechtsausschusses (PDF, S. 8)

Schweiz: Schon 4 UN-Verurteilungen wegen IGM

Die in der Bilanz erwähnte Verurteilung der Schweiz durch den UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee-CCPR) ist bereits die vierte für die Eidgenossenschaft seit 2015: Der UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) sowie der UN-Frauenrechtsausschuss (CEDAW) verurteilten beide Intersex-Genitalverstümmelungen als “schädliche kulturelle Praxis” (genau wie FGM), und der UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilte IGM in der Schweiz als “grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung”, die unter das Folterverbot fällt, und forderten ebenfalls gesetzgeberische Massnahmen zur Beendigung der Straflosigkeit.

Bundesrat unterschlägt UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen 
Schweiz. Nationalfonds (SNF): Intersex-"Aufarbeitung" durch Aktenvernichtung?! 
CH, LU > Wenn Intersex-GenitalverstümmlerInnen sich als RetterInnen ausgeben
Schweizer PolitikerInnen: "Intersex ist jemand, der sich selbst befriedigt"

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 12 November 2017

Markus Bauer: "Intersex in der Geschichte" - Vortrag an der Tagung "Männlich-weiblich-zwischen", Hannover 19.09.2015

>>> Download Vortragsfolien + Quellen als PDF (6 MB) 

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         INHALT:
         1.  Einleitung (Folien 2-8)
         2.  Was ist Intersex und IGM? (Folien 9-26)
         3.  Intersex in der Geschichte: Mittelalter - Gegenwart (Folien 27-62)

Der vielbeachtete Vortrag von Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org) an der von Christof Rolker veranstalteten HistorikerInnen-Tagung "Männlich-weiblich-zwischen" ist nun als >>> PDF-Download mit zusätzlichen Infos + Quellen (6 MB) via intersex.hypotheses.org erhältlich! >>> Abstract | Tagungsprogramm

>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben

Siehe auch:
"Männlich-weiblich-zwischen": Bewusstseinserweiternder Blog zu Intersex und Geschichte!
Zwitter im "finsteren" Mittelalter: Gesellschaftlich und rechtlich anerkannt, pragmatisches Privileg der Geschlechtswahl

Friday 10 November 2017

Stellungnahme zum BVG-Urteil für einen "3. Geschlechtseintrag"

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Geschlecht: zwangsoperiert

Zwischengeschlecht.org on FacebookWir freuen uns für alle Intersex-Menschen in Deutschland, die sich einen 3. Geschlechtseintrag wünschen. Für die meisten Betroffenen ist unserer Erfahrung nach der Personenstand aber kein Thema oder höchstens ein marginales. Was die grosse Mehrzahl betrifft sind die andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) im Kindesalter.

Kinder mit Varianten der Geschlechtsentwicklung werden in Deutschland und auch in der Schweiz nach wie vor meist vor dem 2. Lebensjahr kosmetisch genitaloperiert und anderen medizinisch nicht notwendigen, irreversiblen Behandlungen unterworfen, die lebenslanges physisches und psychisches Leiden verursachen. In der Schweiz zahlt nach wie vor die IV diese unnötigen und menschenverachtenden Operationen – jedoch keine psychosoziale Unterstützung für Familien mit Intersex-Kindern, und auch keine eingewilligten Eingriffe für Erwachsene.

Während ein 3. Geschlechtseintrag für diejenigen, die ihn wollen, eine Anerkennung darstellt, und die öffentliche Diskussion darüber bis zu einem gewissen Grad zur öffentlichen Sensibilisierung beitragen kann, schützt jedoch ein 3. Geschlechtseintrag erwiesenermassen Intersex-Kinder nicht vor Genitalverstümmelung, wie entsprechende Erfahrungen z.B. in Australien, Neuseeland oder auch Deutschland belegen. Trotzdem wird in der Öffentlichkeit fälschlicherweise immer wieder postuliert, ein 3. Geschlechtseintrag sei angeblich die wichtigste oder gar einzige Intersex-Forderung, während gleichzeitig die andauernden Genitalverstümmelungen heruntergespielt und geleugnet werden. Diesbezüglich hat die politische Diskussion um einen "3. Geschlechtseintrag" in den letzten Jahren der Durchsetzung elementarer Menschenrechte von Intersex-Kindern weltweit klar mehr geschadet als genützt.

Auch in der Schweiz wird immer wieder gerne in Medien und Politik über Geschlechtseintrag und Personenstand als angeblich "DAS Intersex-Thema überhaupt" diskutiert und Intersex politisch für LGBT-Anliegen und Genderpolitik vereinnahmt, oft um gleichzeitig vom Unrecht der andauernden Genitalverstümmelungen abzulenken. Es ist bezeichnend, wie das Thema 3. Geschlechtseintrag auch diesmal in den CH-Medien hohe Beachtung findet – ganz im Gegensatz zu den andauernden Genitalverstümmelungen, oder zur Tatsache, dass das Kinderspital Zürich in Zusammenarbeit mit dem Nationalfonds (SNF) im Zuge einer vorgeblichen “Intersex-Aufarbeitung” als erstes 90% aller Krankenakten vernichten liessen.

Deshalb wird die Schweiz wohl Deutschlands Beispiel folgen. Intersex-Genitalverstümmelungen an wehrlosen Kindern werden aber weitergehen – obwohl Betroffene seit bald 25 Jahren weltweit an die Öffentlichkeit gehen und ein Verbot fordern.

Auch in der Schweiz gibt es nach wie vor kein Gesetz gegen die Verstümmelungen, obwohl 2012 die Nationale Ethikkommission (NEK-CNE) und seit 2015 bereits 4 UNO-Ausschüsse die Schweiz unmissverständlich aufgefordert haben, nicht-eingewilligte Eingriffe an Intersex-Kindern zu verbieten, darunter der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und der UN-Ausschuss gegen Folter. Der Bundesrat behauptet stattdessen einfach, es brauche kein Gesetz mehr, weil die Ärzte mittlerweile angeblich freiwillig mit dem Verstümmeln aufgehört hätten, was aber leider nicht stimmt. Gestützt auf diese unbelegten Behauptungen wurde eine Petition von Zwischengeschlecht.org für ein Verbot dieses Jahr in Bern von National- wie auch Ständerat abgelehnt – was die UNO prompt erneut rügte.

Wir halten an unserer Hauptforderung fest: Intersex-Genitalverstümmelungen müssen strafrechtlich verboten werden – inklusive einer Verlängerung oder Aufhebung der Verjährungsfristen, damit auch erwachsene Betroffene später klagen können. Erst dann werden die Verstümmelungen tatsächlich aufhören.

"Dritter Personenstand" als Allheilmittel gegen IGM? Denkste!

Bundesrat unterschlägt UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen 
Schweiz. Nationalfonds (SNF): Intersex-"Aufarbeitung" durch Aktenvernichtung?! 
Schweizer PolitikerInnen: "Intersex ist jemand, der sich selbst befriedigt"

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 25+2 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Sunday 5 November 2017

Intersex-Vereinnahmung: "Dass sich gerade Transexuelle sowie Lesben und Schwule dieses Themas annehmen, liegt an einem Überschuss von Projektion" - Georg Klauda, 2002

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Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

Zwischengeschlecht.org on FacebookVor 15 Jahren veröffentlichte der solidarische schwule Soziologe Georg Klauda seine bahnbrechende Analyse (mehr dazu + Download) über die psychologischen Hintergründe der heute leider wieder zunehmenden Instrumentalisierung von Intersex-Genitalverstümmelungen als Mittel zum Zweck für dritte Interessengruppen, namentlich für LGBT, Personenstands- und Gender-Politik. Wie auch die ebenfalls 2002 erschienene, ähnlich bahnbrechende Studie zur Intersex-Vereinnahmung in der akademischen Lehre und Forschung von Emi Koyama und Lisa Weasel (mehr dazu + Download hier), werden Klaudas wenig überraschende Funde von den VereinnahmerInnen bis heute geflissentlich ignoriert und möglichst unter den Teppich gekehrt, obwohl sie sich so an den andauernden Genitalverstümmelungen an wehrlosen Intersex-Kindern erneut mitschuldig machen – wie lange noch?!

Siehe auch:
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität" 
- IDAHIT*: Lasst uns über Intersex-Vereinnahmung reden
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung 
- Das Problem der Instrumentalisierung durch LGBTQ
- Mit der Hoffnung im Herzen
- Trans-Mensch Xander Dorn neu "Intersexuell" – Typisches Beispiel für die Folgen der Intersex-Vereinnahmung von "Dritte Option"
- Du sollst nicht die Leiden der Zwitter als Aufhänger und 'Material' für deine eigenen Forderungen und Kämpfe benutzen! 
- "Intersexualität" = "sexuelle Identität und Lebensweise"??! – Grüne VereinnahmerInnen immer noch nichts gelernt 
- Klaus Wowereit und Ole von Beust: Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- LSVD und Zwittervereinnahmung: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück? 
- Heute im Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" 
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!" (I)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Geschlecht: Zwangsoperiert 
- Liminalis: Aus Transschändrien nix neues
- "Who killed David Reimer?"
- "Intersexualität" = sexuelle Orientierung?!
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ... 
- Zwitter als Kanonenfutter für die Transgenderagenda?
- Heinz-Jürgen Voß in "Liminalis" 3 (2009) – Zwitter-Vereinnahmung wie gehabt ... 
- QueerGrün missbrauchen Zwittersymbol für TSG-Kampagne
- Genitalverstümmelungen an Zwittern als "Nebenwiderspruch" des Zweigeschlechtersystems? (Von der Frauenbewegung lernen 2)

Sunday 29 October 2017

Schweiz, Luxemburg > Wenn Intersex-GenitalverstümmlerInnen sich als Intersex-RetterInnen ausgeben

Foto: Intersex-Protest + Offener Brief u.a. an Justizministerin Sommaruga | PDF | Flyer

Zwischengeschlecht.org on FacebookPressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 30.10.2017:

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Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

Nach einem Staatsbesuch von CH-Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) bei ihrem Luxemburger Amtskollegen Félix Braz (Grüne) gaben beide Ministerien Pressemitteilungen [ Schweiz | Luxemburg (fr) ] heraus, in denen sie frech behaupten, Ziel des Besuches sei es u.a. gewesen, angeblich die Situation von Menschen mit Geschlechtsvarianten (Intersex) zu verbessern, was dann auch unhinterfragt in diversen Medien wiederholt wurde [ Deutsch: Blick, Watson | Französisch: Tribune de Genève, 360° ].

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org hält fest, dass in beiden Ländern Intersex-Kinder unverändert kurz nach der Geburt systematisch genitalverstümmelt werden, wobei in beiden Ländern diese schweren Menschenrechsverletzungen direkt durch die betreffenden Staaten finanziert werden, in Luxenburg über das öffentliche Gesundheitssystem und in der Schweiz durch die Invalidenversicherung (IV).

Die Schweiz wurde deswegen in den letzten Jahren bereits 4 Mal durch UNO-Organe unmissverständlich verurteilt (Ausschuss für die Rechte des Kindes, 2015; Ausschuss gegen Folter, 2015; Frauenrechtsausschuss, 2016; Menschenrechtsausschuss, 2017). Trotzdem lassen beide Regierungen inklusive Justizdepartemente die TäterInnen weiterhin straflos weiterverstümmeln, und nehmen sie gar noch in Schutz.

Zwischengeschlecht.org verurteilt die Mittäterschaft beider Staaten bei den andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen, sowie die Heuchelei, dass die politisch Verantwortlichen sich nun als Intersex-HelferInnen aufspielen wollen, indem sie nach bekanntem Muster die massiven Menschenrechtsverletzungen ausklammern, und dafür Intersex einmal mehr tatsachenwidrig auf Fragen der Geschlechtsidentität und des Personenstandes reduzieren sowie unter Diskriminierung und "LGBT-Themen" politisch vereinnahmen, um von ihrer Mitschuld abzulenken.

Bundesrat unterschlägt UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen 
Schweiz. Nationalfonds (SNF): Intersex-"Aufarbeitung" durch Aktenvernichtung?! 
Schweizer PolitikerInnen: "Intersex ist jemand, der sich selbst befriedigt"

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

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>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 25+2 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Friday 27 October 2017

Happy Intersex Awareness Day 2017

Bild: Gewaltfreier Intersex Protest #4 + Open Letter vs. 6th I-D$D et al., Copenhagen University 20.06.2017

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Menschenrechte auch für Zwitter!

Zwischengeschlecht.org on Facebook

Am 26. October ist Intersex Awareness Day. Dieses Jahr spannen wir aus – und feiern:

• 10 Jahre Zwischengeschlecht.org / StopIGM.org

25+ UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen

• 125+ Gewaltfreie Intersex Proteste

• 250+ Mediauftritte für Awarenessraising

Wir wünschen allen einen frohen Intersex Awareness Day 2017!

Hermaphrodites With Attitude, Boston 26.10.1996Am 26. Oktober feiern Intersex-Menschen, Überlebende, Partner, Familien, Freunde und Verbündete rund um den Globus den "Intersex Awareness Day" zur Erinnerung an den allerersten INTERSEX PROTEST am 26.10.1996 in Boston gegen den Jahreskongress der American Academy of Pediatrics (AAP). Zwischengeschlecht.org führt seit 2009 regelmässig Aktionen zum Intersex Awareness Day durch – am 26.10.2009 wurde im Kantonsrat Zürich der 1. Intersex-Vorstoss der Schweiz eingereicht.

•  Intersex Awareness Day 2009
•  Intersex Awareness Day 2010
•  Intersex Awareness Day 2011
•  Intersex Awareness Day 2012
•  Intersex Awareness Day 2013
•  Intersex Awareness Day 2014
•  Intersex Awareness Day 2015
•  Intersex Awareness Day 2016 

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- "Schädliche medizinische Praxis": UN, COE, ACHPR, IACHR verurteilen IGM 
- 25+2 UN Rügen für Intersex-Genitalverstümmelungen
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

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  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
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  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Tuesday 24 October 2017

Intersex-Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken - eine Genealogie

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[ Reloaded zum Intersex Awareness Day 2017 – leider immer noch aktuell ... ]

«Ah, ein Zwitter! Da müssen wir gleich ein paar lebenserhaltende Massnahmen ... öhm ... ABSCHNEIDEN!!!»

>>> Dokumentation "Intersex Genital Mutilations (IGM)" (PDF, 2.4 MB)   [ TRIGGER!!! ]
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Fakten und Zahlen
 

John Money & Co. - der Mythos vom Einzeltäter 


      INHALT
      1.  John Money als Sündenbock heutiger SeriengenitalverstümmlerInnen
      2.  Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) in westlichen Kinderkliniken
           – eine Genealogie der TäterInnen
                     a) NS-Medizin
                     b) Urologie
                     c) Gynäkologie
                     d) Endokrinologie
                     e) Genetik und Eugenik
      3.  "Eines der dunkelsten Kapitel der Medizingeschichte"
     

1. John Money als Sündenbock heutiger SeriengenitalverstümmlerInnen

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Zur Untermauerung ihrer >>> Medizyner-Märchenpropaganda, in heutigen Kinderkliniken seien chirurgische (Intersex-)Genitalverstümmelungen längst passé, bemühen heutige ZwangsoperateurInnen & Konsorten regelmässig den Namen eines 2006 verstorbenen Vorzeige-Sündenbockes.

Im >>> "Infobrief 02/10" (PDF --> S. 7) des Deutschen Ethikrates liest sich das dann beispielsweise so:

Kritisch betrachtete Richter-Appelt die früheren Behandlungsmaßstäbe, die besonders durch den amerikanischen Psychologen John Money in den 1950er-Jahren geprägt worden waren. Money hatte die These vertreten, dass [...] man intersexuellen Kindern [...] mit einer operativen Angleichung der Genitalien [...] ein eindeutiges Geschlecht klar zuweisen könne.
Ethikrat "Infobrief 02/10" (PDF --> S. 7)

Keine Frage, der noch 2002 in Berlin von der "Deutsche Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS)" passend mit der "Magnus-Hirschfeld-Medaille" geehrte Vorzeige-Sexologe John Money (1921-2006) war ein unbarmherziger, gewissenlos agierender Serientäter, der mit seinen unmenschlichen "Zwillingsexperimenten" grosses Leid über zahllose Menschen brachte. Und der seine pseudowissenschaftliche Theorie zur Rechtfertigung der systematischen Genitalverstümmelungen von Kleinkindern mit "uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen" bis zu seinem Tode ungebrochen weltweit propagierte. Leider scheiterte 1997 eine Klage von David Reimer gegen den "Butcher of Baltimore" (Betsy Driver) wegen Verjährung.

Seit langen Jahren fordern zwangsoperierte Zwitter öffentlich die kritische Aufarbeitung von John Moneys medizinischen Verbrechen. Wenn die heutigen Täterinnen mittlerweile öfter John Moneys Namen nennen, ist ihr Anliegen allerdings ein anderes: Die MedizynerInnen benutzen den Verstorbenen vielmehr als Vorzeige-Sündenbock und Bauernopfer, um die durch vermehrte Medienberichte über überlebende Zwangsoperierte geweckte, kritische öffentliche Aufmerksamkeit abzulenken und zu binden – und gleichzeitig den Deckel auf dem eigentlichen Problem der auch in Deutschland fortdauernden, systematischen Genitalverstümmelungen an Kleinkindern zu halten.
 

2. Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) in westlichen Kinderkliniken
    – eine Genealogie der TäterInnen

Auch Im Ethikrat Infobrief 02/10 (PDF --> S. 7) wurde der Verbrecher John Money von der "Netzwerk Intersexualität/DSD"-"Expertin" Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt konsequent als überholter Einzeltäter dargestellt.

Tasache ist jedoch, dass die in westlichen Kinderkliniken nach wie vor gängige Praxis der chirurgischen Genitalverstümmelungen an Kidern mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen (Intersexe/Hermaphroditen/Zwitter) ihre Wurzeln in mehreren medizynischen Disziplinen hat und weder mit John Money begann, noch mit ihm endete:

Sinti- und Roma-Zwillinge
als Versuchskaninchen in Auschwitz.

a) NS-Medizin

Sogar John Money's berüchtigtstes "Zwillingsexperiment" wurde von Josef Mengele (1911-1979) vorweggenommen, der in Auschwitz damit experimentierte, bei Zwillingen das "Geschlecht" chirurgisch zu "ändern" (vgl. Edwin Black: War against the Weak, S. 358, 494).

Zu den "besonderen" Menschen, die Mengele (ausser den mittlerweile allseits bekannten Zwillingen und LilliputanerInnen) in Auschwitz bei der Selektion an der Rampe beiseite nehmen liess für "medizinische Experimente", gehörten auch "Hermaphroditen" (vgl. Yehuda Koren, Eilat Negev: In Our Hearts We Were Giants: The Remarkable Story of the Lilliput Troupe - A Dwarf Family's Survival of the Holocaust, Aufl. 2009, S. 77, sowie Auszüge aus der erweiterten Ausgabe von 2013 in Daily Mail und Guardian; weiter Robert J. Lifton: The Nazi Doctors: Medical Killing and the Psychology of Genocide, 1986, S. 360 / Deutsche Ausgabe 1998, S. 411).

Theoretischer Hintergrund für Mengeles medizinische Verbrechen an Zwittern war wohl die NS-Diagnose "Intersexuelle Konstitution", wonach Zwitter als "minderwertige Spezies" infolge von "Rassenvermischung" unter "Juden" besonders häufig seien; in diesem Sinne hielt Mengele am 1. September 1944 in Auschwitz auch einen Vortrag "Beispiele anthropologisch erbbiologischer Arbeiten im KL Auschwitz" (Gerald Posner/John Ware: Mengele. The Complete Story, Ausgabe 2000, S. 55 / Deutsche Ausgabe 1993: S. 79; Yehuda Koren, Eilat Negev: In Our Hearts We Were Giants: The Remarkable Story of the Lilliput Troupe - A Dwarf Family's Survival of the Holocaust, Aufl. 2009, S. 138, sowie Auszüge aus der erweiterten Ausgabe von 2013 in Daily Mail und Guardian). Mengele behauptete noch 1977 gegenüber seinem Sohn, er habe wissenschaftliche "Beweise" für die Minderwertigkeit u.a. der "jüdischen Rasse" (Gerald Posner/John Ware: Mengele. The Complete Story, Ausgabe 2000, S. 51 / Deutsche Ausgabe 1993, S. 75).

Diese ursprünglich auf den "jüdischen" Genetiker Richard Goldschmidt (1878–1958) zurückgehende "Lehre von der Intersexualität" (Naujoks 1934, "Zf. f. Geb. u. Gyn." S. 138, Downloadlink hier) wurde 1924 von dem österreichischen Gynäkologen Paul Mathes (1871-1923) und seinem Schweizer Kollegen Hans Guggisberg (1880-1977) unter dem Titel "Die Konstitutionstypen des Weibes, insbesondere der intersexuelle Typus" (In: Josef Halban, Ludwig Seitz: Biologie und Pathologie des Weibes. Bd.3, 1924) als eigenständige "völkische Diagnose" publiziert – und in der Folge von zahlreichen prominenten NS-Medizinern und "Rassenhygienikern" bis in die 1950er-Jahre propagiert (zur anfänglichen Rezeption vgl. Helga Satzinger: "Rasse, Gene und Geschlecht. Zur Konstituierung zentraler biologischer Begriffe bei Richard Goldschmidt und Fritz Lenz, 1916–1936". Forschungsprogramm „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“, Ergebnisse 15, 2004 >>> PDF). Nebst Josef Mengele (1911-1979, siehe oben) umfasst die dieser Liste einschlägiger NS-MedizinerInnen bisher Fritz Lenz (1887-1976),Wilhelm Weibel (1876-1945), Otto Flößner (1895-1948), Walther Stoeckel (1871-1961), Lothar Gottlieb Tirala (1866-1974), Robert Stigler (1878-1975), Otmar Freiherr von Verschuer (1896-1969, siehe unten), Adolf Butenandt (1903-1995, siehe unten), Hans Christian Naujoks (1892-1959, siehe unten) und Luise Kimm (>>> mehr).

Das NS-"Rassenhygiene-Standardwerk" Baur-Fischer-Lenz listete in der 4. Auflage von 1936 in Bd. 1 unter "Dritter Abschntt: Die krankhaften Erbanlagen" auf S. 402-404 selbstverständlich hintereinander: "Hypospadie", "Scheinzwittertum", "Intersexualität", "Kryptorchismus", "Epispadie".

1949-1966 betrug in der Kinderklinik Köln die Patientensterblichkeit von Kindern mit Intersex-Diagnose "AGS/CAH" 33%, z.T. wurden die meist "genitalkorrigierten" verstorbenen Kinder zu Forschungszwecken seziert für eine Dissertation von Manutscheher Mohtaschemi unter der Leitung des NS-Mediziners Carl Bennholdt-Thomsen (1903–1971), Kinderklinikdirektor und Präsident der "Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ)". Wie erst 2002 bekannt wurde, war der Bennholdt-Thomsen ab 1942 eine zentrale Figur der "Kindereuthanasie" im damaligen "Protektorat Böhmen und Mähren" (vgl. Michal Simunek: „Getarnt – Verwischt – Vergessen. Die Lebensgänge von Prof. Dr. Franz Xaver Lucksch und von Prof. Dr. med. Carl Gottlieb Bennholdt-Thomsen im Kontext der auf dem Gebiet des Protektorates Böhmen und Mähren durchgeführten NS-Euthanasie.“ In: Bayer / Sparong / Woelk (Hrsg.): Universitäten und Hochschulen im Nationalsozialismus und in der frühen Nachkriegszeit, 2004, S. 125–146, hier S. 142-145).(>>> mehr)

b) Urologie

Zur Serienreife gebracht waren chirurgische "Umwandlungs"-Techniken a.k.a. "Genitalkorrekturen" für Heraphroditen schon in den 1920er und 1930er-Jahren durch den "Vater der Urologie" Hugh Hampton Young (1875-1945) von der Johns Hopkins University in Baltimore (USA), wo nach dem 2. Weltkrieg dann u.a. Lawson Wilkins (siehe unten) und Money "wirkten" (und wo nochmals später wohl nicht ganz zufällig Judith Butler ihre erste Professur erhielt). Hugh H. Young publizierte seine chirurgischen "Experimente" in seinem Buch Genital Abnormalities, Hermaphroditism, and Related Adrenal Diseases (Baltimore, 1937; Auszüge hier).

Hugh Hampton Young wiederum hatte zuvor wohl die chirurgischen "Geschlechtsumwandlungs-Experimente" im Umfeld von Magnus Hirschfeld (1868-1935)  verfolgt, zumindest zitierte er Hirschfeld in seinem 1937 publizierten "Standardwerk", das von seinen Nachfolgern an der "Johns Hopkins University School of Medicine" bis 1971 in überarbeiteter Form neu aufgelegt wurde, wiederum inkl. Hirschfeld-Verweis (vgl. Hugh Hampton Young: Genital Abnormalities, Hermaphroditism, and Related Adrenal Diseases, S. 19f., 1937; Howard W. Jones / William Wallace Scott: Hermaphroditism, Genital Abnormalies, and Related Endocrine Disorders. Second Edition, S. 7, 1971; die erste Johnes/Scott-Ausgabe von 1958 enthielt zudem ein Vorwort von Lawson Wilkins).

Die erste moderne Buchpublikation zum Thema "Hermaphroditen und Chirurgie" stammte aus Argentien, verfasst von Carlos Lagos García (1880-1928): Las deformidades de la sexualidad humana (Buenos Aires, 1925; Auszüge hier). Lagos García setzte den Standard für alle weiteren Publikaten, im Speziellen betr. medizinische Zurschaustellung, "Trophy Shots" amputierter gesunder Lustorgane, und kosmetische Genitaloperationen bereits an Kindern.

Der wichtigste europäische Vorkriegs-Chirurg war Louis Ombrédanne (1871-1956), der für die nächsten 50 Jahre den Standard für "Hypospadie-Korrekturen" setzte. Ombrédannes einschlägige Buchveröffentlichung Les Hermaphrodites et la Chirurgie (Paris, 1939; Auszüge hier) wurde weltweit rezipiert.

Bei Ombrédanne in die Lehre ging u.a. der beaknnte Schweizer Kinderchirurg Max Grob (1901-1976). Grobs Lehrbuch der Kinderchirurgie (Stuttgart, 1957; Abb. rechts, mehr hier) enthielt ausführliche Kapitel sowohl über "verweiblichende" (Klitorisamputation plus "Vaginalplastik") wie auch "vermännlichende" ("Hypospadie-OPs") "Genitalkorrekturen" und wurde laut Kinderspital Zürich in sechs Sprachen übersetzt.

c) Gynäkologie

Der historische Ursprung westlicher serienmässiger Intersex-Genitalverstümmelungs- "Experimente" dürfte jedoch in der Gynäkologie liegen:

Spätestens im 19. Jahrhundert waren in der "westlichen Medizin" medizinisch nicht notwendige Klitorisamputationen auch an Kindern als "Therapie" gegen a) Masturbation, b) Hysterie c) "zu grosse Klitoris" verbreitet. Doch während Amputationen wegen a) und b) in der Medizin rasch umstritten waren, z.T. deutlich kritisiert wurden und spätestens nach 1945 kaum mehr nachzuweisen sind, verzeichneten kosmetische Amputationen wegen c) ab 1950 einen scharfen Anstieg und wurden bald weltweit systematisch und flächendeckend propagiert und praktiziert bis in die 1980er-Jahre (vgl. Abb rechts; zu J. Bierich siehe unten ).

Schon 1763 hatte der schlesisch-deutsche Arzt Gottfried Heinrich Burghart (1705-1776) dazu geraten, "das Abschneiden" einer "widernatürlich vegrößerten" Klitoris schon möglichst früh im Kindes- oder Jugendalter vorzunehmen, "zu mahl da nicht sonderlich starcke Blutgefäße, oder ansehnliche Nervenäste zu befürchten gewesen", und hatte die Klitorisentfernung mit der Amputation "überflüßiger Gliedmaßen" wie etwa eines sechsten Fingers verglichen. (Burghart: Gründliche Nachricht an seinen Freund *** von einem neuerlich gesehenen Hermaphroditen, Breslau/Leipzig 1763, S. 18; zit. n. Ulrike Klöppel: XX0XY ungelöst, S. 215f.)

1825 beschrieb ein von Carl Ferdinand von Graefe (1887-1840) verbürgter, anonymer Bericht über eine erfolgreiche "Heilung eines vieljährigen Blödsinnes, durch Ausrottung der Clitoris" bei einem 14-jährigen Mädchen; der zu dieser Zeit in Berlin in der Charité tätige von Graefe hatte auch die "Operation" durchgeführt. (Marion Hulverscheidt: Weibliche Genitalverstümmelung, 2002, S. 107ff.)

Im 1831 erschienenen Handbuch der Chirurgie, herausgegeben vom damaligen Direktor der Chirurgischen Kliniken der Charité, Johann Nepomuk Rust (1775-1840), wird ein "übergrosser Kitzler" bei "jungen Mädchen" indirekt als legitime Indikation zum "wegschneiden" angeführt. (Marion Hulverscheidt: Weibliche Genitalverstümmelung, 2002)

In den 1840ern führte James Marion Sims (1813-1883), der "Vater der Gynäkologie", zahllose "chirurgischen Experimente" an schwarzen Sklavinnen durch, ohne Betäubung, oft mit tödlichem Ausgang, bis zu 30 "Experimente" an derselben Person. (Marion Hulverscheidt: Weibliche Genitalverstümmelung, 2002, S. 113) Sims, der während des US-Bürgerkrieges hauptsächlich in London und Paris praktizierte, führte auch dort vielfach "erfolgreiche" Klitorisamputationen durch.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wurden in Europa und Nordamerika auch von anderen Medizynern uneingewilligte chirurgische Klitorisamputationen ("Klitorektomie") und weitere chirurgische Beschneidungen an Frauen vielfach propagiert und durchgeführt als "Heilmittel" gegen "Masturbation", "Lesbianismus", "Vaginismus", "Hysterie" und "Manien", u.a. in den 1860ern vom englischen Gynäkologen Isaac Baker Brown (1811–1873) sowie vom Wiener Gynäkologen Gustav Braun (1829-1911). (Marion Hulverscheidt: Weibliche Genitalverstümmelung, 2002, S. 91ff., S. 116ff.)

1875 amputierte ein Dr. Berendes in Deutschland einem 4-jährigen "Mädchen [...] auf Wunsch der Eltern [...] die angeblich hypertrophische Clitoris". (Franz Ludwig von Neugebauer: Hermaphroditismus beim Menschen, 1908, S. 282)

Im zwischen 1874 und 1896 in vier Auflagen erscheinenen Lehrbuch Die operative Gynäkologie propagierte der "Begründer der operativen Gynäkologie in Deutschland" und Mitherausgeber Alfred Hegar (1830-1914) "Abtragung der Clitoris. Clitoridectomia" u.a. bei "gewohnheitsmässiger Onanie", "Nymphomanie" sowie bei als "Raçeneigentümlichkeit" angeborener Vergrösserung. (Marion Hulverscheidt: Weibliche Genitalverstümmelung, 2002, 128ff.)

1892 "schnitt" Henri Albert Hartmann (1860-1952) in Paris "bei einem 7jähr. Mädchen, welches hartnäckig masturbierte, auf Wunsch der Mutter hin die hypertrophische Klitoris ab". (Franz Ludwig von Neugebauer: Hermaphroditismus beim Menschen, 1908, S. 234)

Ein weiterer bekannter Propagandist und Täter von Klitorisamputationen war in den 1890ern der amerikanische Gynäkologe A. J. Block (manchmal auch Bloch)aus New Orleans, 1894 führte er eine Klitorektomie an einer 9-Jährigen durch (vgl. u.a. John Duffy: "Clitoridectomy").

In Deutschland wurde die chirurgische Klitorisamputation bei "jugendlichen weiblichen Individuen" von der deutschen Medizynerin Maria Pütz noch 1923 in einer Dissertation offensiv propagiert (vgl. Wikpedia); die Empfehlung zur Kauterisation der Klitoris (= Behandlung mit Brenneisen) als "Heilmittel" gegen Masturbation wurden noch in der 1936er Ausgabe des Stadardwerks "Diseases of Infancy and Childhood" des US-Pädiaters Luther Emmett Holt (1855-1924) gedruckt (vgl. Jayme Waxman: "Masturbation in the Victorian Age").

Der prominente NS-Mediziner Hans Christian Naujoks (1892-1959) führte 1933 in Marburg erstmals eine kosmetische Genitalamputation "mit Stumpfbildung" an einem Zwitter durch (Dominik Leitsch: "Die Intersexualität – Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht”, Dissertation 1996, S. 47), kombiniert mit Teilkastration und einer experimentellen hormonellen Fertilisierungsbehandlung ("Zeitschrift für Geburtshülfe und Gynäkologie" Nr. 109/2 1934, S. 135-161, Downloadlink hier). An der 23. Jahrestagung der "Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie" (Vorläuferin der heutigen DGGG) von 1933 wurden Naujoks' Genitalamputationen gelobt als "geradezu prädestiniert für quantitative Bestimmungen der sog. „weiblichen“ und „männlichen“ Sexualhormone" ("Archiv für Gynäkologie" Nr. 1156/1-2, 1934, S. 11-99, hier S. 99, Downloadlink hier). In Köln war Naujoks 1934-1945 als Leiter der Universitäts-Frauenklinik an über 1'000 Zwangssterilisationen beteiligt. Er setzte aktiv ein für die "eugenische Indikation" zum Schwangerschaftsabbruch bei "erbkranken" Patientinnen. Als die Deutsche Ärztekammer 1972 Feten mit "Gefahr intersexueller Mißbildungen (Virilisierungen, Pseudohermaphroditismus)" bei "AGS/CAH" offiziell zur selektiven Spätabtreibung freigab (heute noch in Kraft), würdigte der Leitfaden ausdrücklich Naujoks' Vorarbeit vor und nach 1945. Nach 1945 war Prof. Dr. Naujoks u.a. Präsident der heute noch Zwitter-Genitalverstümmelungen propagierenden Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie Träger des Großen Verdienstkreuzes der BRD.

d) Endokrinologie

Die Grundlagenarbeit zur "kontrollierten" Herbeiführung der Pubertät durch synthetisierte "Geschlechtshormone" bei kastrierten Zwittern hatte in den 1930ern und 1940ern in Nazideutschland Adolf Butenandt (1903-1995) geleistet, der spätere Präsident der "Kaiser Wilhelm Institut"-Nachfolgeorgansiation "Max Planck Gesellschaft", dessen Sohn Otfried Butenandt eine medizynische Karriere einschlug und bis in die späten 1990er Jahren in München Zwitter zwangsbehandelte (darunter auch Michel Reiter).

Adolf Butenandt versuchte in den 1930ern nebst "männlichen" und "weiblichen" Hormonen auch ein "Zwitterhormon" zu isolieren (Adolf Butenandt: "Chemische Konstitution und physiologische Wirkung bei Keindrüsenhormonen: die Herstellung eines bisexuellen Prägungsstoffes", in: Forschungen und Fortschitte Nr. 12, 1936, siehe auch: Jean Paul Gaudillière: "La fabrique moléculaire de genre", in: Löwy/Rouch: La distinction entre sexe et genre, S. 68). Butenandt Sr. betrieb dazu in Berlin noch in den 1940ern Forschungen "bei Hermaphroditen – sowohl bei Tieren als auch bei Menschen" (Jean Paul Gaudillière: "Biochemie und Industrie", in: Schnieder/Trunk (Hrsg.): Adolf Butenandt und die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, S. 213; Hans Friedrich-Freksa, Adolf Butenandt: "Experimentelle Beiträge zur Frage nach der Möglichkeit des Vorkommens bisexuell wirksamer Hormone bei Zwittern", in: Biologisches Zentralblatt Nr. 62, 1942). Butenadt erhielt 1939 (gemeinsam mit Leopold Ruzicka, Zürich) den Nobelpreis für Chemie für die Identifizierung der Sexualhormone Östrogen, Progesteron und Androsteron, den anzunehmen er jedoch verweigerte als Gunstbeweis für die Nazis. Sein Nachlass bei der "Max Planck Gesellschaft" wurde sorgfältig von allen womöglich kompromittierenden Dokumenten aus der Nazi-Zeit "gesäubert" (vgl. Robert N. Proctor: Adolf Butenandt (1903–1995). Nobelpreisträger, Nationalsozialist und MPG-Präsident. Ein erster Blick in den Nachlass, Berlin 2000)

Der nach dem 2. Weltkrieg im Johns Hopkins Spital als Leiter der Endokrinologie tätige Lawson Wilkins (1894-1963), der "Vater der pädiatrischen Endokrinologie", muss als der eigentliche "Erfinder" der systematischen chirurgischen Genitalverstümmelungen an Kleinkindern angesprochen werden, die er dort 1950 wohl erstmals publizierte (vgl. Alison Redick: American History XY, S. 238) – nicht zuletzt, weil erwachsene Zwitter (worüber schon Hugh H. Young klagte) sich regelmässig gegen die "Behandlungen" sträubten (vgl. Elizabeth Reis: Bodies in Doubt, S. 113). Wilkins' Buchpublikation The Diagnosis and Treatment of Endocrine Disorders in Childhood and Adolescence (Springfield, 1950; Abb. rechts, mehr hier) dokumentiert u.a., dass in Baltimore am der Johns Hopkins University Hopsital spätestens seit 1950 sämtliche als "genital abnormal" diagnostizierten Kinder systematisch kosmetischen Genitaloperationen unterworfen wurden, je nach sozialer Geschlechtszuweisung entweder in "verweiblichende" oder "vermännlichende" Richtung.

Der schweizer Endokrinologe Andrea Prader (1919-2001), Erfinder der "Prader-Skala" und späterer Direktor des Kinderspitals Zürich, hospitierte 1950 bei Wilkins und trug wesentlich bei zur Etablierung der systematischen frühkindlichen Verstümmelungen in Europa (vgl. Ulrike Klöppel: XX0XY ungelöst, S. 348). Ebenfalls bei Wilkins in die Lehre ging 1958 der Hamburger Kinderendokrinologe Jürgen Bierich (1921-1994), der mindestens bis 1971 unbeirrbar predigte: "Die Orgasmusfähigkeit leidet durch die Klitorisentfernung nicht."  Prader und Bierich waren zudem beide Gründungsmitglieder der "European Society for Peaediatric Endocrinology (ESPE)", und in beider Namen werden heute noch jährlich wissenschaftliche Preise vergeben, nämlich der "Andrea Prader Prize" von der "ESPE" und der "Jürgen Bierich Preis" von der "Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)".

Experimentelle Vorarbeit für Butenandt, Wilkins, Prader und Bierich hatte in den 1920ern der Österreicher Eugen Steinach (1861-1944) geleistet durch chirurgische Tier- und Menschenexperimente mit Hoden- und Eierstocktransplantationen, u.a. auch zwecks "Heilung" von Homosexualität. Steinach wurde dabei praktisch und publizistisch unterstützt von Magnus Hirschfeld (1868-1935), seinerseits Anhänger der Eugenik sowie Mitglied in der "Gesellschaft für Rassenhygiene".

In Amerika hatte der Gefängnischirurg Leo Stanley (1886-1976) von 1913-1951 im Gefängnis San Quentin zahllose ähnliche Menschenexperimente an Insassen praktiziert, ebenso "eugenische Experimente" und Zwangssterilisationen.

1944 experimentierte der dänische SS-Medizyner Carl Værnet (1893-1965) im KZ Buchenwald mit einer chirurgisch-mechanischen Depotabgabe von Testosteron, quasi die experimentelle Synthese der Forschungen von Steinach und Butenandt (Davidsen-Nielsen/Høiby/Danielsen/Rubin: Carl Værnet, S. 183f.).

e) Genetik und Eugenik

Der Begiff "Intersex" geht ursprünglich zurück auf den "jüdischen" Genetiker Richard Goldschmidt (1878–1958) (siehe oben NS-Diagnose "Intersexuelle Konstitution").

"Zwillingsexperimente" à la John Money waren seit dem 19. Jahrhundert das Steckenpferd organisierter EugenikerInnen nicht nur in der deutschen "Gesellschaft für Rassenhygiene", sondern in der gesamten "westlichen Zivilisation". "Eugenische Forschungen" zwecks besserer Erkennung sowie anschliessender Vernichtung von Zwittern, bei schon Geborenen durch hormonelle und chirurgische Verstümmelungen sowie in Deutschland ab 1972 auch pränatal durch (Spät-)Abtreibungsindikationen (vgl.auch Ulrike Klöppel: XX0XY ungelöst, S. 470), wurden von (NS-)Medizinern auch nach dem 2. Weltkrieg ungebrochen weitergeführt, bei vermuteten "AGS-Mädchen" zusätzlich auch mittels experimenteller pränataler Dexamethason-"Therapien".

Oft mit Hilfe altbewährter NS-Seilschaften: Hormonforscher Adolf Butenandt war nach 1945 beispielsweise auch treibende Kraft hinter der Rehabilitation seines verehrten Kollegen, des Nazi-Eugenikers und Mengele-Doktorvaters Otmar Freiherr von Verschuer (1896-1969), der (wie auch seine Kollegen in Amerika) sein Fach nach 1945 einfach flugs von "Eugenik" zu "Genetik" umbenannte und unbeirrbar und ungehindert weiter"forschte", u.a. über "Pseudohermaphroditismus als eigenständige pathologische Erbanlage" bzw. "Genetische Grundlagen der Sexualkonstitution" (1956).

Sowohl in Amerika (u.a. beim CIA) wie auch in Deutschlands Medizynerkaste nach 1945 konnten bekanntlich praktisch alle einschlägigen Nazi-Medizyner ihre nur kurz unterbrochene Karriere mehr oder weniger nahtlos weiterführen. Nicht einmal Josef Mengele (1911-1979) wurde nach dem Krieg je zur Rechenschaft gezogen.

Heute sind die meisten D$D-Millionen-TäterInnen-"Forschungs"projekte Genetik-zentriert, z.B. EuroDSD und DSDnet, und von den heutigen "vorgeburtlichen Aussonderungsraten" von "Feten mit D$D" konnten seinerzeitige NS-RassenfanatikerInnen nur träumen ...

 

3. "Eines der dunkelsten Kapitel der Medizingeschichte"

Die Rolle all dieser honorigen (NS-)Mediziner bei der Etablierung der systematischen menschenrechtswidrigen Zwangsbehandlungen an Zwittern wird auch heute noch im öffentlichen Diskurs wie auch in offiziellen Biographien regelmässig ausgeklammert – sogar dort, wo sie (wie z.B. bei Adolf Butenandt, Hugh Hampton Young, Lawson Wilkins und Andrea Prader) wohldokumentierter und zentraler Bestandteil ihrer akademischen Karriere sind. Noch 2011 zensierte der Deutsche Ethikrat die Nennung entsprechender Namen und Quellen, und leugnete "Verbindungslinien" zur NS-Medizin.

Offensichtlich will sich keinE akademischeR ForscherIn die Finger verbrennen mit einer systematischen Aufarbeitung der Intersex-Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken, obwohl – oder eben weil – sie "zu den dunkelsten Kapiteln der Medizingeschichte" zählen (Apotheken-Umschau 1.6.2011, S. 3), und zwar gleich im doppelten Sinn. Statt die Verbrechen endlich als solche anzuerkennen und aufzuarbeiten, wird lieber zum x-ten Mal die "Geschichte der Entstehung von Geschlecht (Gender)" erzählt, und die medizynischen Verbrechen an Zwittern grad noch einmal schamlos als "Rohmaterial" für akademische Forschung und Theoriebildung missbraucht, diesmal einfach vorgeblich "kritisch" im Namen von "Gender",

Ungebrochen wird im öffentlichen "Intersex"-Diskurs der Mythos vom Einzeltäter John Money hochgehalten (vgl. das eingangs vom Deutschen Ethikrat zitierte Beispiel), und von den Medizyner-LeugnerInnen werden die heute noch täglich an Zwittern begangenen medizinischen Verbrechen – sofern sie überhaupt eingeräumt werden –, nach bekanntem Muster bequemerweise stets zeitlich und personell streng beschränkt auf das Wirken John Moneys.

Während gleichzeitig auf politischer Ebenen John Moneys alter und neuer "Gender"-Fanclub (inkl. Judith Butler und Alice Schwarzer) mehr und mehr öffentlich verkündet, Moneys Name sei zu Unrecht zum Synonym seiner medizynischen Verbrechen (nicht nur) an Zwittern geworden, eigentlich habe Money nämlich recht gehabt und sei so schlimm auch gar nicht gewesen, und überhaupt, statt dauernd über körperliche Unversehrtheit und die täglichen Genitalverstümmelungen sollten wir jetzt doch gescheiter alle zusammen mal über die wirklich zentralen Dinge im Leben privilegierter Nicht-Verstümmelter reden, nämlich z.B. über Geschlechtsidentität, Geschlechtsidentität, Personenstand, Personenstand, sexuelle Identität, sexuelle Identität und, äh, sexuelle Identität.

Die SeriengenitalverstümmlerInnen dankenund operieren unkontrolliert weiter ...

58% aller Kinder von 0-3 Jahren sind zwangsoperiert. 87% aller Kinder von 4-12 Jahren sind zwangsoperiert. 91% aller Jugendlichen sind zwangsoperiert. 90% aller Erwachsenen sind zwangsoperiert. (BMBF-Studie mit 434 Proband_innen, 2009)

BMBF-finanzierte "Lübecker Studie" (mit Schweizer und Österreichischer Beteiligung) und 434 Proband_innen
Quelle: Martina Jürgensen: "Klinische Evaluationsstudie im Netzwerk DSD/Intersexualität:
Zentrale Ergebnisse", Vortrag Berlin 27.05.2009, Folie 6.

>>>
Alle Folien als PDF)

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen
>>> Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und Eingriffe
 
Siehe auch:

- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) in Deutschen Kinderkliniken
- Intersex-Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Krebslüge und Zwangskastrationen an Zwittern
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- Ulrichs-Hirschfeld-Money-Butler
- "Who killed David Reimer?"
- David Reimer: Klage gegen John Money – erfolglos wegen Verjährung
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- Amnesty: Zwangsoperationen "fundamentaler Verstoß" gegen körperliche Unversehrtheit
- Genitalverstümmelungen an Zwittern gleich schädlich wie weibliche Genitalverstümmelung - Terre des Femmes, 2004
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (Hanny Lightfoot-Klein: "Der Beschneidungsskandal", 2003)
- "Ethik als Feigenblatt?" - Zwischengeschlecht.org zum "Forum Bioethik" 23.6.10
- Intersexuelle enttäuscht vom Ethikrat – "kein Handlungsbedarf" bei Genitalverstümmelung?!

GenitalabschneiderInnen, wir kriegen euch! ZwangsoperateurInnen, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Tuesday 27 June 2017

AUFRUF: Unterzeichnet den Offener Brief an "I-D$D 2017" + assoziierte IGM-Verbände und Kliniken!

>>> English

Foto: Nonviolent Intersex Protest #4 vs. '5th I-DSD' @ New Zebra, Ghent (Belgium), 11.06.2015

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org on FacebookIGM = Folter-nicht-'Diskriminierung' oder 'Geschlechtsidentität'!

Liebe Freund_innen der Zwitterbewegung

2016 wurde Dänemark vom UN-Ausschuss gegen Folter gerügt, weil der Staat Intersex-Genitalverstümmelungen ungestraft zulässt und via die öffentliche Gesundheitsversorgung finanziert. Und diese Woche treffen sich Intersex-GenitalverstümmlerInnen aus der ganzen Welt im "Rigshospitalet" Kopenhagen zum '6th I-DSD Symposium 2017' (mehr Info auf englisch + alle Daten hier).

Zwischengeschlecht.org organisiert vor Ort eine Infoveranstaltung und gewaltfreie Proteste, und wird teilnehmenden und assoziierten ÄrztInnen, Standesorganisationen und 'Forschungs'projekten, IGM Kliniken, Universitäten und verantwortlichen Regierungs- und sonstigen öffentlichen Gremien einen Offenen Brief überreichen bzw. zustellen. Wir rufen Betroffene, Familien, Partner_innen, Freund_Innen und Unterstützer_innen dazu auf, den Offenen Brief zu unterschreiben:

Wie unterschreiben:
Bitte schickt uns eine Mail an daniela.truffer_at_gmx.ch (_at_ ersetzen durch @)
und darin euer
- Name,
- Ort,
- Land, und
- Organisation (falls zutreffend)

damit wir euren Namen als Mitunterzeicher_in im Offenen Brief einfügen können!
(Falls ihr Mitgliedschaft in einer Organisation anführen, den Brief aber nicht im Namen eurer Organisation, sondern nur in persönlicher Eigenschaft unterzeichnen wollt, könnt ihr "(in persönlicher Eigenschaft)" hinter dem Namen der Organisation anfügen.)

Bitte antwortet rasch! Danke, dass ihr mit eurer Unterschrift die "D$D-ÄrztInnen" wissen lässt, dass es NICHT OK ist, wehrlose kleine Kinder ohne medizinische Notwendigkeit am Genital oder sonstwo zu operieren etc.! Bitte weiterleiten / teilen!

Den Entwurf zum Offenen Brief (englisch, PDF) findet ihr online hier:
>>> http://StopIGM.org/public/DRAFT_Open_Letter_I-DSD_Copenhagen_2017.pdf
Zusammenfassung auf Deutsch: Der Brief ist höflich und sachlich gehalten und ähnlich aufgebaut wie der Offene Brief zu den AWMF-Leitlinien (PDF). Der Brief listet alle UN- und weitere Verurteilungen seit unserem letzten Brief an "4th I-DSD 2013" in Glasgow sowie die laufenden Schadenersatzprozesse, und schließt mit folgenden Forderungen:

Wir möchten deshalb unsere Bitten an I-DSD, I-CAH, DSDnet, eUROGEN, Endo-ERN und DSD-Life sowie assoziierte DSD-Kliniken, Universitäten, Regierungs- und weitere öffentliche Gremien wiederholen,

  • freundlicherweise nicht-eingewilligte kosmetische Behandlungen an Kindern und Jugendlichen mit Geschlechts-Variationen (einschließlich Hypospadie und AGS) noch einmal zu überdenken
  • freundlicherweise die stigmatisierende Nomenklatur 'Störungen der Geschlechtsentwicklung' noch einmal zu überdenken
  • dies im Einvernehmen mit Intersex-Organisationen zu tun
  • die durch nicht-eingewilligte kosmetische Behandlungen an Kindern und Jugendlichen mit Geschlechts-Variationen (einschließlich Hypospadie und AGS) unbeabsichtigterweise verursachten Schäden und Leiden einzugestehen
  • einen Prozess der Aufarbeitung zu beginnen als notwendigen ersten Schritt in Richtung Aussöhnung.
Liebe Grüße

Daniela Truffer, Markus Bauer
(Gründungsmitglieder Zwischengeschlecht.org)

Siehe auch:
- Jetzt schon 23 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen!
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Tuesday 20 June 2017

Potsdam 28.06.2017: "Weibliche Genitalverstümmelung (§ 226 a Strafgesetzbuch) und Intersexualität" - Prof. Dr. Anette Grünwald

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Zwischengeschlecht.org on FacebookKlingt ja schon mal interessant  [ Uni-Homepage | Ankündigung (PDF) ]
– erst recht, nachdem jüngst der UN-Frauenrechtsausschuss CEDAW Deutschland ausdrücklich wegen "Intersex-Genitalverstümmelung" rügte ... :-)

Siehe auch:
- Jetzt schon 23 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen!
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Sunday 18 June 2017

Schweizer PolitikerInnen: "Intersex ist jemand, der sich selbst befriedigt"

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Zwischengeschlecht.org on FacebookIGM = Folter-nicht-'Diskriminierung' oder 'Geschlechtsidentität'!Der Schweizer Ständerat (= kleine Kammer) behandelte jüngst eine parlamentarische Anfrage (Interpellation 17.3032), die in typischer Weise einmal mehr Intersex mit Trans und LGBT vermischt; u.a. heisst es darin:

«[...] ist der Schutz vor Diskriminierung in der Schweiz vor allem im Bereich LGBTI nicht ausreichend. Es gibt praktisch keine spezifischen Regulierungen für Trans- und Intersexmenschen. Das Recht dieser Personen auf Anerkennung der Geschlechtsänderung wird regelmässig verletzt, je nach Kanton sind die Voraussetzungen anders. Auch stossen Transmenschen oft auf Probleme bei der Übernahme der Kosten von Geschlechtsumwandlungen[.]»

Die Zeitung 20 Minuten (ReporterInnen: Adrian Schawalder / D. Pomper) nahm dies zum Anlass, NationalrätInnen (= grosse Kammer) zur "Buchstabensuppe" (LGBTetc.) zu befragen >>> Online-Artikel mit Video | Printausgabe (PDF, S, 3) (Danke!) – wenig überraschend vor allem betreffend Intersex mit ernüchternden Ergebnissen:

Den Anfang machte CVP-Nationalrat Jakob Büchler (Christlich[-katholische] Volkspartei) in der Printausgabe – weiterer Kommentar überflüssig:

Als Nächster blamierte sich im Video SVP-Nationalrat Erich Hess (Schweizerische Volkspartei [das Vorbild der AfD]) ...

... gefolgt von ebenfalls SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel (Schweizerische Volkspartei [das Vorbild der AfD]) (Kommentar und vollständiges Transkript unter dem Bild):

Transkript NR Roland Rino Büchel (SVP) – immerhin erwähnte er zum Schluss noch "irgendwas zwischen Mann und Frau" (!): "Oh, das ist so ein neuer moderner Begriff, ich weiss es auch nicht. Das wird einer von diesen 50, 60 Begriffen sein, die es in der Zwischenzeit gibt, wo man sich auf Facepunkt, auf Facebook anmelden kann. Ich weiss es nicht, ist irgendwas zwischen Mann und Frau (unverständlich)."

Der richtigen Antwort wenigstens am nächsten kam zum Schluss Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan, die immerhin zwischendurch korrekt Intersex-Genitalverstümmelungen ansprach, ansonsten jedoch typischerweise Intersex mit einer "Geschlechtern", "Geschlecht zuteilen" und "falschem Geschlecht" verwechselte (vgl. vollständiges Transkript unter dem Bild): 

Transkript NR Sibel Aslan (Grüne) – 2x falsch, 1x richtig (siehe oben): "Intersex-Menschen sind Leute, die mit zwei Geschlechtern auf die Welt kommen, und oft werden sei leider als Kind operiert, und ihnen wird ein Geschlecht zugeteilt, und später kann es rauskommen, dass sie sich vielleicht zum Beispiel gar nicht als Frau fühlen, und sie fühlen sich vielleicht als Mann."

Fazit: Solange PolitikerInnen Intersex weiterhin bestenfalls konsequent mit LGBT, Trans und Geschlechtsindentität "verwechseln", arbeiten sie weiterhin den GenitalverstümmlerInnen in die Hände und tragen mit dazu bei, dass weiterhin täglich wehrlose Intersex-Kinder in staatlich finanzierten Kinderkliniken irreversibel genitalverstümmelt werden – auch in der Schweiz!

Wie lange noch?!

>>> Bundesrat unterschlägt UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen
>>> Intersex-"Studie" von Nationalfonds: Aktenvernichtung als "Aufarbeitung"?!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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Tuesday 13 June 2017

Aachen 15.07.2017: "Was ist intersex? Eine Einführung" – mit Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org)

Bild: Markus Bauer auf ABC Nightline, Aufnahme von den "I-D$D 2013" Protesten in Glagow

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Zwischengeschlecht.org on Facebook

Wann: Donnerstag, 15 Juni 2017, 20:00 Uhr

Wo:  Queerreferat an den Aachener Hochschulen e.V., Trichtergasse 14

Markus Bauer, Gründungsmitglied der internationalen Intersex-NGO Zwischengeschlecht.org und Mitverfasser zahlreicher thematischer Berichte für die UN sowie Sachverständiger bei Menschenrechtsorganisationen, Ethikgremien und in den Medien, wird die folgenden Fragen beleuchten:

1.) Was ist intersex (biologische Grundlagen)?
2.) Häufigste IGM-praktiken (Intersex Genital Mutilations) und ihre Folgen?
3.) geschichtlicher Überblick zu intersex und IGM
4.) Intersexbewegung und Menschenrechte

Der Eintritt ist frei. Jede*r ist herzlich eingeladen!

>>> Veranstaltungshinweis auf Facebook

>>> Zwischengeschlecht.org: Offener Brief an Uniklinikum Aachen, 30.05.2011

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
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Saturday 22 April 2017

LGBTQ und Intersex-Gnitalverstümmelungen in 20 Minuten, 20.04.2017

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(Bild: 20min - Keystone) >>> Artikel über "LGBTQ-Diskriminierungen" auf 20 Minuten. Wie's halt manchmal so läuft: Das “I” ist i Titel zwar nicht erwähnt, dafür hat's das nachfolgende Portrait von Nella (Danke!), und während das “T” im Titel angeführt ist, fehlt ein entsprechendes Portrait ...

“Daniela Truffer, 51, Aktivistin Zwischengeschlecht.ch, Zürich
intersexuell – Menschen, die mit uneindeutigem Geschlecht geboren werden
«Intersex-Menschen werden mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren, und in den meisten Fällen auch heute noch vor dem zweiten Lebensjahr genitalverstümmelt, so auch ich. Dies sind massive Eingriffe in unsere körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung und gehen über Diskriminierung weit hinaus. Auch heute noch ist diese Praxis in der Schweiz verbreitet, obwohl unter anderem der UN Kinderrechtsausschuss Intersex Genitalverstümmelungen als «schädliche Praxis» verurteilt. Als Kind hatte ich Schmerzen von den Genitaloperationen und musste oft zum Arzt, wusste aber nicht warum. Ich leide bis heute unter den physischen und psychischen Folgen der Verstümmelungen.»

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
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Friday 7 April 2017

Intersex-Genitalverstümmler aus Luxemburg: "Ich bin kein Monster!" - Le Quotidien, 21.03.2017

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Was bisher geschah: "Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

Auch in der Luxemburger Tageszeitung "Le Quotidien" erschien ein mehrteiliger Artikel zur Intersex–Tagung – Erziehung und Menschenrechte [ >>> Programm   >>> Flyer (PDF) ]. Darin bezeugen Daniela Truffer (StopIGM.org/Zwischengeschlecht.org) und Kris Günther (OII Belgien) das von IGM verursachte, lebenslange Leid (vgl. Bild unten), und Erik Schneider (ITGL) und Maryse Arendt (Initiativ Liewensufank) unterstreichen ebenfalls die Menschenrechtswidrigkeit der Praxis in Luxemburg:

>>> "Le Quotidien" 21.03.2017: «Dossier: Intersexe» (PDF, 439 kb) von Audrey Somnard

Zusätzlich dokumentieren Aussagen von Dr. Michael Witsch (Kinderendokrinologe am Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL)) und Yolande Wagener (Abteilungsleiterin, Gesundheitsdirektion Luxemburg) weitere pikante Details zur aktuellen lokalen Praxis.

Nachfolgend eine deutsche Übersetzung besonders erhellender Kernaussagen:

«Ich bin kein Monster!» Laut Dr. Witsch sind es die Eltern, welche «die Situation nicht akzeptieren und unbedingt eine Operation wollen. […] Eine Operation kategorisch abzulehnen würde sie nur anderswo hintreiben, ja sogar Handlungen von Genitalverstümmelung Vorschub leisten, wie dies zum Beispiel in Afrika geschieht.» (PDF S. 2)

Yolande Wagener, Abteilungsleiterin bei der Gesundheitsdirektion: «Es existiert keine medizinische Empfehlung, kein gesetzlicher Rahmen in Luxembourg. Nach meiner Kenntnis gibt es im Großherzogtum keinerlei Eingriffe an Säuglingen nach der Geburt, diese Art von Eingriffen werden im Ausland vorgenommen.» (PDF S. 2)

Wie lange noch?!

>>> "Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
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"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
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Thursday 23 March 2017

"Revue": Luxemburger Intersex-Kinder auch in Belgien verstümmelt

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!Zwischengeschlecht.org on Facebook

In Luxemburg fand in der Abtei Neumünster eine erfolgreiche, von ITGL organisierte Intersex–Tagung zu den Themen Gesundheit, Erziehung und Menschenrechte statt u.a. mit Daniela Truffer (StopIGM.org/Zwischengeschlecht.org) und Kris Günther (OII Belgien).
>>>
Programm   >>> Flyer (PDF)

Bereits im Vorfeld gab es dazu ein reges Medieninteresse. Den Anfang machte am 8. März das deutschsprachige Wochenmagazin "Revue" mit einer >>> Titelgeschichte zum Thema (PDF, 2.3 MB)

Nebst Kris Günther und Erik Schneider (ITGL) kommt darin auch ein Kinderendokrinologe aus dem Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) zu Wort, der – unter Berufung auf unsere gewaltfreien Proteste – heute zwar “im Prinzip” auch nicht mehr rundheraus Intersex-Genitalverstümmelungen propagieren mag – allerdings mit der berühmten, sattsam bekannten “Ausnahme”:

“Als Vertreter der Ärzteschaft berichtet Dr. Michael Witsch von regelmäßigen Protesten Intersexueller bei medizinischen Kongressen. Dabei sagt auch er: "Es wurde viel Vertrauen kaputt gemacht. Früher dachte man: Oh mein Gott, sofort operieren. [...]” [...] Dr. Michael Witsch will [heute] auf geschlechtsangleichende Behandlungen verzichten, "wenn auch die Familie es aushält". Er argumentiert, dass dem Kind wohl kaum geholfen sein kann, wenn seine Eltern es rundweg ablehnen.”

Weiter wird im Artikel auch eine Mutter eines genitalverstümmelten, mittlerweile etwa 10-jährigen Intersex-Kindes “Sandro” (Name geändert) aus Luxemburg interviewt. Nebst dem eindrücklich geschilderten, leider auch heute immer noch üblichen "Drama" mit unsensiblen MedizynerInnen nach der Geburt bestätigt die Mutter so nebenbei, was Intersex-Menschenrechtsverteidiger_innen seit längerem befürchten: Das Großherzogtum Luxemburg arbeitet betreffend Intersex-Genitalverstümmelungen eng mit dem benachbarten Belgien zusammen, u.a. mit der berüchtigten Uni-Kinderklinik Gent:

“Dabei wurde Sandro weiter intensiv – auch in einem spezialisierten Krankenhaus in Gent – untersucht. In Absprache mit den Eltern entschieden sich die dortigen Spezialisten mit der Endokrinologin Dr. Carine De Beaufort, sowie dem Chirurgen Dr. Paul Philippe aus der Kinderklinik [beide CHL Luxembourg] zu einer einzigen zweimonatigen Hormontherapie und anschließender [“vermännlichenden”] Genitaloperation im Alter von neun Monaten.

Ebenfalls so nebenbei geht aus dem Artikel hervor, dass “Sandro” auch heute noch nicht wirklich über seine besonderheit aufgeklärt wurde:

"Wie sie ihm später einmal seine Geburtsurkunde erklären wird, weiß [die Mutter] Andrea Goedert [Name geändert] zwar noch nicht.”

Wie lange noch?!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
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"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
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Friday 10 March 2017

Na also, geht doch (1): EU verurteilt "Genitalverstümmelungen an Intersexuellen", fordert "verhindern, verbieten und bestrafen"

>>> Français     >>> English

Bild: Intersex-Protest vs. die verstümmlerische Ethikrat-Stellungnahme, Berlin 23.02.2012

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Zwischengeschlecht.org on FacebookHipp, hipp! Das EU-Parlament verabschiedete auf Antrag des Ausschusses “Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter” jüngst eine bahnbrechende >>> “Entschließung des Europäischen Parlaments vom 14. Februar 2017 zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter in den Bereichen psychische Gesundheit und klinische Forschung (2016/2096(INI))” | PDF

Dies ist wohl das allerererste Mal überhaupt, das irgendwo ein gewähltes Parlament u.a. Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) ausdrücklich als solche bezeichnet und – in einem Atemzug mit FGM (!) – unmissverständlich fordert, IGM “zu verhindern, zu verbieten und zu bestrafen” !

Dafür von diesem Blog an alle Beteiligten ein ganz herzliches Dankeschön!

Nachfolgend die relevanten Absätze der Entschließung 2016/2096(INI) zu FGM und IGM (weitere Intersex-Punkte siehe unten):

“Das Europäische Parlament,

[...]

BB.  in der Erwägung, dass Frauen und Mädchen, an denen eine Genitalverstümmelung vorgenommen wurde, schweren kurz- und langfristigen Auswirkungen auf ihre körperliche, psychische, sexuelle und reproduktive Gesundheit ausgesetzt sind;

BC.  in der Erwägung, dass auch intersexuelle Personen, die Genitalverstümmelungen unterzogen werden, unter Auswirkungen auf ihre körperliche, psychologische, sexuelle und reproduktive Gesundheit leiden;

[...]

61.  fordert die Mitgliedstaaten auf, die Genitalverstümmelung bei Frauen und intersexuellen Personen zu verhindern, zu verbieten und zu bestrafen und eine psychologische Gesundheitsversorgung in Verbindung mit der körperlichen Versorgung der Opfer und von diesen Praktiken bedrohter Personen zu gewährleisten;

[...]”

(Dieser Beschluss des EU-Parlaments auf Antrag des Ausschusses Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter steht damit in einer direkten Linie zu den ebenfalls bahnbrechenden >>> Beschlüssen der 24. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und minister, -senatorinnen und -senatoren (GFMK) in Deutschland, welche bereits 2014 rügte, dass Intersex-Kindern (im Gegensatz zu “normalen Mädchen”) der Schutz vor Genitalverstümmelung (und Zwangssteriliserung) “faktisch häufig verwehrt” bleibt.)

Weiter erwähnt die Entschließung 2016/2096(INI) des Europäischen Parlaments Intersex-Menschen u.a. im Zusammenhang mit Zwangssterilisationen, überschneidende Diskriminierung und besondere psychische Gesundheitsproblemen und fordert auch diesbezüglich verhindern, verbieten und bestrafen bzw. besondere Präventionsstrategien und Sicherstellung des Zugangs zu Gesundheitsiensten. Nachfolgend die entsprechenden relevanten Absätze der Entschließung 2016/2096(INI):

“Das Europäische Parlament,

[...]

M.  in der Erwägung, dass insbesondere lesbische und bisexuelle Frauen sowie trans- und intersexuelle Personen von besonderen psychischen Gesundheitsproblemen betroffen sind, die auf das Erleben von Minderheitenstress, welcher definiert wird als starke Stress- und Angstzustände verursacht durch Vorurteile, Stigmatisierung und Erfahrungen von Diskriminierung, sowie auf Medikalisierung und Pathologisierung zurückzuführen sind; in der Erwägung, dass LGBTI-Personen mitunter vor besonderen Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens stehen, die im Rahmen von Strategien zur psychischen Gesundheit zu berücksichtigen sind;

[...]

AG.  [...]; in der Erwägung, dass die besonderen Bedürfnisse von intersexuellen Frauen nicht ausreichend erforscht sind;

[...]

20.  fordert die Kommission, die Mitgliedstaaten und die lokalen Behörden auf, gezielte Strategien zu entwickeln, um schutzbedürftigen Frauen in marginalisierten sozialen Gruppen sowie Frauen, die von sich überschneidender Diskriminierung bedroht sind, wie weiblichen Flüchtlingen und Migrantinnen, Frauen, die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind, intersexuellen und transsexuellen Personen, Frauen, die einer ethnischen Minderheit angehören, Frauen mit Behinderungen, älteren Frauen und Frauen in ländlichen Gebieten psychische Gesundheitsdienste zu bieten;

[...]

41.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf,
       [...]
       c)     sicherzustellen, dass sich Präventionsstrategien speziell an Frauen richten, die von sich überschneidender Diskriminierung bedroht sind, z. B. Roma-Frauen, Frauen mit Behinderungen, lesbische und bisexuelle Frauen, Migrantinnen und weibliche Flüchtlinge, Frauen, die in Armut leben und trans- und intersexuelle Personen;

[...]

47.  fordert die Mitgliedstaaten auf, die Zwangssterilisation von Frauen, von der insbesondere behinderte Frauen, transsexuelle und intersexuelle Personen und Roma-Frauen betroffen sind, zu verhindern, zu verbieten und zu bestrafen;

[...]”

Eine Frage bleibt bei dieser wunderbaren Nachricht aus dem EU-Parlament allerdings offen: Wie lange wird es nun gehen, bis diese hehre Entschließung von den angesprochenen Staaten auch tatsächlich umgesetzt wird?! Fortsetzung folgt ...

(Dank an Benjamin Moron-Puech für den Hinweis!)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

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"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
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- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

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Tuesday 7 March 2017

Intersex-Genitalverstümmelungen: UNO-Ohrfeige für Deutschland!

Was lange gährt, wird endlich Wut: Zwischengeschlecht.org forderte schon bei der letzten CEDAW-Staatenprüfung, dass Zwangseingriffe an Intersex-Kindern in Deutschland als Genitalverstümmelung anerkannt und TäterInnen zur Rechenschaft gezogen werden. CEDAW43, Genf 02.02.2009.

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Zwischengeschlecht.org on FacebookPressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 07.03.2017:

Der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) hatte an seiner 66. Session Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) in Deutschland und Irland untersucht – und während der mündlichen Staatenprüfung in Genf insbesondere die Bundesrepublik durch sachkundige und hartnäckige Fragen als willfährige Helfershelferin der GenitalbschneiderInnen überführt.

Zwischengeschlecht.org begrüßt aufs Herzlichste die nun veröffentlichten, verbindlichen "Abschließenden Bemerkungen", die Deutschland explizit für “Intersex-Genitalverstümmelung” kritisieren und diese Praxis in beiden Ländern unmissverständlich als “schädliche kulturelle Praxis” rügen (wie FGM), und u.a. ein explizites gesetzliches Verbot und angemessene Entschädigung für Überlebende fordern:

>>> Deutschland: CEDAW/C/DEU/CO/7-8, zu Intersex: Abs. 23-24 (PDF, englisch)
>>> Irland:
CEDAW/C/IRL/CO/6-7, zu Intersex: Abs. 24-25 (PDF, englisch)

Diese schallende Ohrfeige an die Bundesregierung ist die verdiente Quittung dafür, wie Deutschland u.a. menschenrechtswidrige IGM-Praktiken einschließlich Klitoris-Teilamputationen, Kastrationen und “Harnröhrenverlegungen” an jährlich über 1700 Intersex-Kindern unbeirrt als angebliche “Heilbehandlungen” ausgibt und durch die öffentlichen Krankenkassen finanziert, während gleichzeitig traumatisierte IGM-Überlebende in der Bundesrepublik systematisch ignoriert und vom Rechtszugang ferngehalten werden.

Unter anderem verpflichtet die CEDAW-Rüge Deutschland verbindlich,

  • “klare Gesetzesvorschriften zu erlassen”, die “Intersex-Genitalverstümmelung” “explizit verbieten”
  • IGM-Überlebenden “wirksamen Rechtszugang zu gewährleisten, einschließlich durch Anpassung der Verjährungsfristen”
  • “Familien mit Intersex-Kindern angemessene Beratung und Unterstützung anzubieten”
  • “einen staatlichen Entschädigungsfonds einzurichten”

Dies sind seit 10 Jahren die Hauptforderungen der internationalen Intersex-NGO Zwischengeschlecht.org, die wir als einzige Betroffenenorganisation in Deutschland konsequent bei den Verantwortlichen in Medizin und Politik unermüdlich einfordern:

“Wir Betroffene fordern ein gesetzliches Verbot von kosmetischen Genitaloperationen [...] und kosmetischen Hormonbehandlungen an Kindern und Jugendlichen in Verbindung mit einer Aufhebung, Aussetzung oder Verlängerung der Verjährung, wie diese auch bei weiblicher Genitalverstümmelung und sexualisierter Gewalt gefordert wird.”

Bis heute werden wir und andere Überlebende dafür von der Bundesregierung einschließlich der “Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG)” ausgegrenzt, und wird das himmelschreiende Leid genitalverstümmelter Intersex-Kinder stattdessen mutwillig für Gender- und Personenstandspolitik dritter Interessengruppen vereinnahmt und missbraucht.

Die jüngsten CEDAW-Rügen sind daher eine willkommene Erinnerung an alle (Mit-)TäterInnen in Medizin, Politik und in den Medien, dass die berechtigten Anliegen der Betroffenen sich nicht mehr länger unter den Tisch wischen lassen (vgl. Gemeinsame NGO-Erklärung an CEDAW, 20.02.2017):

“Seit über 20 Jahren tut die Regierung nichts außer reden und reden. Als Intersex-Menschen und IGM-Überlebende wollen wir jetzt endlich Taten sehen, einschließlich eines strafrechtlichen Verbotes, Zugang zu Wiedergutmachung und Justiz und Aufhebung der Verjährungsfristen.” 

Nebst Zwischengeschlecht.org hatten auch Intersexuelle Menschen e.V. und OII Germany (IVIM) den UN-Frauenrechtsausschuss CEDAW aufgefordert, zu den unverändert andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland Stellung zu beziehen.

Weitere UN-Rügen an Deutschland wegen IGM sind bereits vorprogrammiert: Der UN-Ausschuss gegen Folter (CAT/C/DEU/CO/5), sekundiert vom Behindertenrechtsausschuss (CRPD/C/DEU/CO/1), hatten bereits 2011 bzw. 2015 IGM als “unmenschliche Behandlung” eingestuft, die gegen das Folterverbot verstößt, und Deutschland verbindlich empfohlen, u.a.

"Vorfälle, in denen intersexuelle Menschen ohne wirksame Einverständniserklärung chirurgisch oder anderweitig medizinisch behandelt wurden, zu untersuchen, und Rechtsvorschriften zu erlassen, die den Opfern solcher Behandlungen Rechtsschutzmöglichkeiten, einschließlich angemessener Entschädigungen, gewähren".

Seit über einem Jahr ist der Nachfolgebericht an den Folterausschuss überfällig, in welchem der IGM-TäterInnenstaat Deutschland über die (Nicht-)Umsetzung der verbindlichen CAT- und CRPD-Empfehlungen Rechenschaft ablegen muss. Fortsetzung folgt ...

Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

Daniela "Nella" Truffer, Markus Bauer
Gründungsmitglieder Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0)76 398 06 50, +41 (0)78 829 12 60
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>> VIDEO + TRANSCRIPT: UN-CEDAW Questions Germany over IGM Practices
>>> UN Press Release 20.02.2017: "Intersex Genital Mutilation in Germany"
>>> "Germany: The Practice of Intersex Genital Mutilation" - UN Press Release 21.02.2017

2016-CEDAW-Swiss-Intersex-IGM

IGM Practices in Germany: StopIGM.org 2017 CEDAW Report
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Sex Anatomy
IGM in Germany  Complicity of the State  Harmful Practice
>
>> Download as PDF (519 kb)

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
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Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
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- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

Tuesday 28 February 2017

CEDAW66 > "Ich hatte nie eine Chance auf Gerechtigkeit" - Intersex-Genitalverstümmelungen in Deutschland

>>> English  

Bezeugten IGM-Praktiken an der 66. CEDAW Session, Genf 20.02.2017: Ins A Kromminga (OII Germany),
Claudia Kasper (StopIGM.org), Daniela Truffer (StopIGM.org) nach dem NGO Briefing. (Foto: Markus Bauer)

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Zwischengeschlecht.org on FacebookDamit hatte Deutschland nicht gerechnet: An der 66. Session des UN-Frauenrechtsausschusses CEDAW hagelte es aus scheinbar heiterem Himmel plötzlich hartnäckige und sachkundige Fragen zum Thema IGM in der BRD. Warum toleriert und fördert die Bundesrepublik Intersex-Genitalverstümmelungen immer noch? Wann werden die Rechte der Überlebenden dieser schädlichen Praxis endlich entschädigt? Warum gibt Delegation ausweichende Antworten?  >>> Videos + Intersex Transkript (englisch)

Nicht ganz unschuldig an dieser freudigen "Überraschung" war wohl das eindrückliche Zeugnis einer IGM-Überlebenden vom Vortag ... 

StopIGM.org und OII Germany (PDF, en):
Gemeinsame mündliche Erklärung (2 min) zu IGM in Deutschland

Claudia Kasper (StopIGM.org):
>>> Video @12min (englisch) 

“Danke, Frau Vorsitzende.

Ich bin ein intersexueller Mensch und eine IGM-Überlebende aus Deutschland. Als Kind hatte ich Probleme beim Sitzen, weil es mir wehtat zwischen den Beinen. Als Jugendlicher wurde ich gezwungen Hormone zu nehmen, von denen sich mein Genital chronisch entzündete mit übelriechendem Ausfluss.

Ich hatte nie eine sexuelle Beziehung. Ich hatte nie Zugang zu meiner Krankenakte.
Ich hatte nie eine Chance auf Gerechtigkeit. Ich kenne viele Überlebende, denen geht es noch schlechter.

Wie unsere Berichte [1] belegen, werden in Deutschland alle Formen von Intersex-Genitalverstümmelungen praktiziert, finanziert durch öffentliche Mittel, einschließlich eugenischer Abtreibung, Pränatal-“Therapie” und Verweigerung benötigter medizinischer Versorgung.

Neue Studien [2] beweisen: Die Zahl der Genitaloperationen und sterilisierender Eingriffe nimmt nicht ab; Klitoris-Teilamputationen werden am häufigsten an Kindern unter einem Jahr durchgeführt.

IGM-Praktiken in Deutschland wurden bereits von CAT und CRPD als “unmenschliche Praxis” eingestuft und Deutschland dazu aufgefordert, “Rechtsvorschriften zu erlassen, um Wiedergutmachung für die Opfer zu gewährleisten”. [3]

Auch dieser Ausschuss [4] hat IGM bereits als “schädliche Praxis” eingestuft unter Verweis auf die CEDAW-CRC Gemeinsame allgemeine Empfehlung 31.

Seit über 20 Jahren [5] tut die Regierung nichts außer reden und reden. Als Intersex-Menschen und IGM-Überlebende wollen wir jetzt endlich Taten sehen, einschließlich eines strafrechtlichen Verbotes, Zugang zu Wiedergutmachung und Justiz und Aufhebung der Verjährungsfristen.

Danke fürs Zuhören.”

[1] StopIGM.org (for the session):
     http://intersex.shadowreport.org/public/2017-CEDAW-Germany-NGO-Zwischengeschlecht-Intersex-IGM.pdf
     OII Germany (for the session):
     http://tbinternet.ohchr.org/Treaties/CEDAW/Shared%20Documents/DEU/INT_CEDAW_NGO_DEU_26315_E.pdf
     StopIGM.org (for PSWG):
     http://intersex.shadowreport.org/public/2016-CEDAW-Germany-NGO-Zwischengeschlecht-Intersex-IGM.pdf
     StopIGM.org (oral statement PSWG):
     http://intersex.shadowreport.org/public/PSWG-CEDAW66-Germany-NGO-Statement-StopIGMorg-DTruffer.pdf
[2] Ulrike Klöppel: Zur Aktualität kosmetischer Operationen „uneindeutiger“ Genitalien im Kindesalter. ZtG Texte 42:
     https://www.gender.hu-berlin.de/de/publikationen/gender-bulletins/texte-42/kloeppel-2016_zur-aktualitaet-kosmetischer-genitaloperationen
     Anike Krämer (M.A.), Prof. Dr. Katja Sabisch, Dr. med. Jörg Woweries: Varianten der Geschlechtsentwicklung –
     die Vielfalt der Natur. Kinder- und Jugendarzt. 47. Jg. (2016) Nr. 5/16: http://www.vlsp.de/files/pdf/kraemer2016.pdf
[3] C
AT/C/DEU/CO/5, para 20; CRPD/C/DEU/CO/1, paras 37-38.
[4] CEDAW/C/CHE/CO/4-5 paras 38-39; CEDAW/C/FRA/CO/7-8, paras 17e-f+18e-f;
     CEDAW/C/NLD/CO/6 paras 21-22, 23-24.
[5] StopIGM.org: NGO Report CRPD Germany 2015, p. 17-19: http://intersex.shadowreport.org/public/2015-CRPD-LoI-Germany_NGO-Report_Zwischengeschlecht_Intersex-IGM.pdf

>>> VIDEO + TRANSCRIPT: UN-CEDAW Questions Germany over IGM Practices
>>> UN Press Release 20.02.2017: "Intersex Genital Mutilation in Germany"
>>> "Germany: The Practice of Intersex Genital Mutilation" - UN Press Release 21.02.2017

2016-CEDAW-Swiss-Intersex-IGM

IGM Practices in Germany: StopIGM.org 2017 CEDAW Report
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Sex Anatomy
IGM in Germany  Complicity of the State  Harmful Practice
>>> Download as PDF (519 kb)

UN-CEDAW 66th Session @ Palais des Nations, 20.02.2017: Intersex human rights defenders Ins A Kromminga
(OII Germany), Claudia Kasper (StopIGM.org), Daniela Truffer (StopIGM.org). Photo: Markus Bauer.

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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Friday 10 February 2017

CH-Zeitungen > Intersex-Genitalverstümmelungen von Invalidenversicherung bezahlt

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

In einem Intersex-Hintergrundartikel von Laura Gianesi zum "Intersex-Model" Hanne Gaby Odiele im AZ-Medienverbund (Print + Online: Aargauer Zeitung, Badener Tagblatt, Oltner Tagblatt, Basellandschaftliche Zeitung, BZ Basel) wurde auch Markus Bauer (Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org) zitiert, u.a. betreffend den auch in der Schweiz immer noch ungehindert andauernden Intersex-Genitalverstümmelungen trotz wachsender Kritik:

“Auch ein Schweizer Gesetz, das definiert, ab wann und unter welchen Umständen eine Operation rechtens ist, gibt es bis heute nicht. Und das, obwohl die Schweizer Nationale Ethikkommission und zwei UNO-Ausschüsse den Schweizer Staat in den letzten Jahren aufgefordert haben, operative Eingriffe an intersexuellen Kindern ohne ihre rechtlich gültige Einwilligung gesetzlich zu verbieten.

«Die IV bezahlt noch immer Geschlechtsoperationen an Minderjährigen. Für psychosoziale Unterstützung der Betroffenen scheinen hingegen keine Mittel vorhanden zu sein», stellt Bauer fest. Das oft verwendete Argument, dass intersexuelle Kinder bei Belassung ihrer uneindeutigen Genitalien ausgegrenzt würden, weist er entschieden zurück: «Intersex-Menschen haben das Recht, selbst über ihre Körper zu entscheiden. Psychosoziale Probleme müssen mit psychosozialen Mitteln angegangen werden, nicht mit dem Skalpell.»”

Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin!

Weniger gelungen sind im Artikel leider die wiederholten Unterstellungen, ein "dritter Geschlechtseintrag" würde helfen, Intersex-Genitalverstümmelungen zu verhindern – tatsächlich wird jedoch in allen Ländern, wo z.T. schon seit längerem ein 3. Geschlechtseintrag möglich ist (z.B. Neuseeland, Australien, Pakistan, Deutschland, USA) unverändert weiterverstümmelt. Und auch in Malta, das von der Autorin in bekannter Manier zum "gelobten Intersex-Land" hochstilisiert wird, werden Intersex-Kinder zum Verstümmeln einfach nach Grossbritannien geflogen – auf Kosten der öffentlichen maltesischen Krankenversicherung, die mit dem britischen "National Health Service (NHS)" entsprechende Verträge hat. Es ist noch ein weiter Weg ...

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
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Sunday 5 February 2017

«Intersex-Menschenrechtlerin fordert Verbot von "Genitalverstümmelungen" an Kindern» - Reuters 31.01.2017

Intersex-Aktivistin Daniela Truffer an der BanFGM conference in Rom, Italien, 31.01.2017. Photo: Emma Batha

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>>> Gelungene Agenturmeldung (englisch) von Emma Batha für die Thomson Reuters Foundation aus Anlass der Präsentation “Intersex-Genitalverstümmelungen bekämpfen” von Daniela Truffer (Zwischengeschlecht.org) an der internationalen BanFGM Conference in Rom (englisch), einberufen durch die Dakar Ministerial Sub-regional Consultation und organisiert u.a. von No Peace Without Justice und dem Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children.

Als Folge erwähnte die Deklaration (französisch) der BanFGM Conference explizit auch “Intersex-Genitalverstümmelungen”.

Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die das möglich machten!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
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Thursday 2 February 2017

"Tribune de Genève" über Intersex-Genitalverstümmelungen und die SAMW-"Ethik-Stellungnahme", 02.01.2017

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IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

>>> Gelungener Artikel von Caroline Zuercher (fanzösisch) in der "Tribune de Genève" über die ausweichende "Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission der SAMW [Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften] zu «Varianten der Geschlechtsentwicklung»" (>>> PDF), mit klaren Aussagen von Daniel Truffer und yours truly a.k.a. Markus Bauer (Zwischengeschlecht.org), auch zur Notwendigekeit eines Gesetzlichen Verbots von IGM-Praktiken inkl. einer Aufhebung oder Verlängerung der Verjährungsfristen. Danke!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
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Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
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Tuesday 13 December 2016

"Der Weg zu dir" - berührender Intersex-Kurzfilm

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"dir wird es gut gehen"    >>> Video auf youtube    [ Reloaded + Transkript ]

berührender puppenkurzfilm von angélica pauli über die eltern eines intersex-kindes.

der mediziner rät natürlich, über das kind zu entscheiden, und die "fehlbildung" mit ein paar eingriffen korrigieren zu lassen. und das kind später anzulügen.

>>> Video auf youtube

aber die eltern lassen das kind unversehrt aufwachsen: "du hast nichts falsch gemacht. du bist gesund geboren. und wir lieben dich so, wie du bist."

und machen ihm mut: "dir wird es gut gehen. (…) und du kannst immer sicher sein: wir sind mit dir."

"wenn es soweit ist kannst du entscheiden"     >>> Video auf youtube

Danke!

Unten in den Kommentaren das Transkript des Films von Nella.

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe 

Sunday 4 December 2016

Aktionsplan Suizidprävention Schweiz anerkennt Leid durch Intersex-Genitalverstümmelungen

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IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Zwischengeschlecht.org on FacebookBund, Kantone, die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz u.a.m. haben gemeinsam den >>> Aktionsplan Suizidprävention erarbeitet. Der nun dazu verabschiedete >>> Bericht "Suizidprävention in der Schweiz" (PDF) listet auf S. 15 unter "LGBT und Intersexualität" auch Intersex-Jugendliche als gefährdete Gruppe, und anerkennt dabei – unter Verweis auf die Stellungnahme der Nationalen Ethikkommission NEK-CNE – ausdrücklich das durch IGM-Praktiken verursachte Leid:

“[...] Intersexualität

[...]

Viele Kleinkinder mit einem biologisch nicht eindeutigen Geschlecht wurden und werden unfreiwilligen und unnötigen Eingriffen unterworfen. Ihr damit verbundenes körperliche und seelische Leiden kann bei Heranwachsenden zu schweren psychosozialen Krisen bis hin zu Suiziden führen [15].

[15] http://www.nek-cne.ch/fileadmin/nek-cne-dateien/Themen/Stellungnahmen/NEK_Intersexualitaet_De.pdf (Zugriff 24.10.2016)

Zwischengeschlecht.org hatte sich an der Verehmlassung zum Bericht beteiligt und ist sehr erfreut, dass der Abschnitt zu Intersex in der jetzigen Form aufgenommen wurde. Wir danken allen Beteiligten, die das möglich machten, und ganz besonders Santé PluriELLE!

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
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Saturday 3 December 2016

D > Landtag Schleswig-Holstein ächtet Intersex-Genitalverstümmelungen – Konsequenzen für Uniklinik Lübeck?

Bild: Die "D$D-Zentrale des Bösen", Uniklinikum Schleswig-Holstein zu Lübeck, 22.05.2011

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STOP Intersex Genital Mutilation!Hipp, hipp! Es wird weiterhin enger für Intersex-GenitalverstümmlerInnen:

Am 17.11. überwies der Schleswig-Holsteinische Landtag einen >>> Antrag 18/4842(neu) "Rechte von trans- und intersexuellen Menschen stärken" (PDF) von SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, FDP, Piraten und SSW – bei Enthaltung von CDU –, der auf S. 2 unmissverständlich fordert:

  • Sicherstellung, dass geschlechtszuweisende und -anpassende Operationen an minderjährigen intersexuellen Menschen ohne deren ausdrückliche Einwilligung nicht mehr durchgeführt werden.
  • Gewährleistung, dass intergeschlechtliche Jugendliche über die an ihnen vorgenommenen medizinischen Maßnahmen umfassend informiert werden und an der Wahl der Therapie beteiligt werden.

Weiter fordert der Antrag:

  • "Stärkung der Organisationen, die transsexuelle und intersexuelle Menschen beraten und ihre Interessen vertreten"
  • "Aufbau eines digitalen Vernetzungs- und Informationsportals (Wissensnetz)" für Betroffene und Angehörige
  • "Verbesserte Berücksichtigung der Belange intergeschlechtlicher und transsexueller Menschen bei der medizinischen Aus-und Fortbildung"

Dafür von diesem Blog ein ganz herzliches Dankeschön an Trans Alliance und alle, die das möglich machten!

Nun stellt sich die Frage, was Schleswig-Holstein konkret unternimmt, um Intersex-Genitalverstümmelungen namentlich im Universtitätsklinikum Schleswig-Holstein zu Lübeck und Kiel künftig wirksam zu verhindern?

Wie auch das Beispiel von Malta illustriert, reicht dazu eine bloße Absichtserklärung oder auch ein bloß formelles Verbot ohne konkrete Sanktionen leider nicht aus – vor allem, wenn (wie im Schleswig-Holsteinischen Landtag) gleichzeitig noch mehrheitlich behauptet wird, heute würde angeblich eh nicht mehr operiert ...

Nachfolgend die wichtigsten relevanten Voten aus dem >>> Plenarprotokoll der 133. Sitzung (PDF, S. 72-80) | Video-links. Dazu ist leider festzuhalten, dass die Mehrheit der Sprechenden Intersex-Genitalverstümmelungen entweder ganz außen vor ließ, oder falls nicht, sie mehrheitlich ausschließlich in der Vergangenheit ansiedelten:

Rasmus Andresen (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

"Die Lage für viele Intersexuelle - Menschen mit nicht eindeutigen körperlichen Geschlechtsanlagen - ist noch komplizierter als die für Transsexuelle. Viele intersexuelle Kinder und Jugendliche leiden unter medizinischen Eingriffen in Form von geschlechtszuweisenden Operationen. Solche Operationen können schwere Körperverletzungen bedeuten und psychische Langzeitschäden auslösen. Wir fordern deshalb in unserem Antrag sehr deutlich, dass es solche massiv verletzenden Eingriffe in die sexuelle Selbstbestimmung von jungen Menschen nicht ohne ihre ausdrückliche Einwilligung und nicht ohne umfassende Information geben darf.

(Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, FDP, PIRATEN und SSW)

Genitalverstümmelungen an Intersexuellen gehören darüber hinaus ganz verboten. Alles andere ist skandalös und muss geändert werden."

Katja Rathje-Hoffmann (CDU):

"In dem Antrag der Koalition geht es auch um die Rechte der intersexuellen Menschen, die genetisch beziehungsweise anatomisch nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden können. Wir sprechen hier von Hermaphroditen oder umgangssprachlich auch Zwittern.

Bis in die 60er-Jahre wurde bei Kindern mit nicht eindeutig bestimmbarem Geschlecht bereits bei Neugeborenen eine genitalangleichende Operation durchgeführt. Diese Eingriffe fanden meist ohne hinreichende Aufklärung der Eltern über die damit verbundenen Risiken und später notwendigen Folgebehandlungen statt. Dies stand gravierend im Widerspruch zur Bedeutung dieser OP als irreversiblen Eingriff in den Kernbereich der persönlichen Identität und der körperlichen Unversehrtheit.

Durch diese von den Eltern festgelegte Geschlechterzugehörigkeit der intersexuellen Kinder wurde als Folgeerscheinung hoher Druck auf die Kinder ausgeübt, sich dem äußeren Geschlecht entsprechend zu verhalten. Auch wurde häufig den Kindern der Grund für die vielen medizinischen Untersuchungen verschwiegen - aus Schamgründen."

Wolfgang Baasch (SPD):

[sprach Intersex-Genitalverstümmelungen nicht an, sonder lediglich pauschal "Gewalterfahrungen aufgrund sexueller Orientierung" ...]

Dr. Heiner Garg (FDP):

[sprach Intersex-Genitalverstümmelungen nicht an, sondern lediglich pauschal "dass wir endlich Menschenrechte herstellen müssen" ...]

Torge Schmidt (PIRATEN):

"Genauso darf es nicht sein, dass ohne Einwilligung geschlechtszuweisende oder -anpassende Operationen an minderjährigen intersexuellen Menschen stattfinden."

Flemming Meyer (SSW [Südschleswigscher Wählerverband]):

"Da ist es wenig überraschend, dass intersexuelle Kinder noch bis vor Kurzem ohne ihre Einwilligung operiert wurden, um ihnen Entscheidungen abzunehmen. Ärzte und Eltern meinten, im Interesse der Kinder zu handeln. Damit wurde ihnen aber großes Leid angetan."

Kristin Alheit, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung (SPD):

[sprach Intersex-Genitalverstümmelungen nicht an, sondern verwies lediglich pauschal auf den "sehr umfangreichen Bericht" des "Bundesgleichstellungsministerium[s]" – gemeint ist damit wohl der in Sachen IGM sehr unzulängliche IMAG-Bericht des Familienministeriums ...]

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
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Thursday 24 November 2016

CH > “Schädliche Praxis”: Bundesrat unterschlägt UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen

Foto: Friedlicher Intersex-Protest + Offener Brief zum Tag der Menschenrechte, Bundeshaus Bern 10.12.2015

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Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 24.11.2016:

Zum Abschluss seiner 65. Session rügte der UN-Frauenrechtsausschuss CEDAW die Schweiz in seinen >>> “abschliessenden Bemerkungen” (englisch) unmissverständlich wegen “Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM)”, die hierzulande immer noch von der Invalidenversicherung (IV) propagiert und bezahlt werden.

Bei den insgesamt 5 verbindlichen CEDAW-Empfehlungen zu “schädlichen Praktiken”  ging es mehrheitlich, nämlich 3 mal um unnötige Genitaloperationen und weitere Zwangseingriffe an Intersex-Kindern (vgl. “abschliessende Bemerkungen”, Abs. 24-25). Der Ausschuss fordert nicht weniger als ein gesetzliches Verbot von IGM-Praktiken, Entschädigung für Überlebende sowie psychosoziale Unterstützung für Betroffene und ihre Familien (statt Zwangsoperationen) – unter Verweis auf die Nationale Ethikkommission (NEK-CNE).

Einen ganz anderen Eindruck vermittelte dagegen die Pressemitteilung des Bundesrates sowie die daraus resultierende sda-Agenturmeldung. In der >>> sda-Meldung hiess es lediglich: “Die Schweiz soll [...] geschlechterspezifische Gewalt wie Genitalverstümmelung intensiver bekämpfen. Dies fordert der zuständige UNO-Fachausschuss in einer Handlungsempfehlung.” Und laut >>> Bundesrat gab es von der UNO gar ausschliesslich Lob für “die verstärkte Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt wie weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Zwangsheirat.”

Dabei handelt es sich bei den CEDAW-Rügen schon um das 3. Mal, dass ein UNO-Ausschuss IGM-Praktiken in der Schweiz unmissverständlich verurteilt: 2015 hatte bereits der UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) IGM-Praktiken in der Schweiz ebenfalls als “schädliche Praxis” eingestuft (wie FGM), und der UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilte IGM als "unmenschliche Behandlung", die unter das Folterverbot fällt.

Trotzdem werden Kinder mit Varianten der Geschlechtentwicklung in Schweizer Universitätskliniken unverändert am laufenden Band irreversibel genitalverstümmelt – während der Bundesrat weiterhin auf Zeit spielt und die von der IV finanzierten Menschenrechtsverletzungen unbeirrt weiterleugnet.

Die nächsten UNO-Rügen sind bereits vorprogrammiert: Aktuell untersucht der UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) Intersex-Genitalverstümmelungen in der Schweiz als Verstoss gegen den Zivipakt (CCPR) – und forderte die Schweiz bereits auf, Statistiken zu IGM-Praktiken offenzulegen. Und der UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) verurteilt IGM ebenfalls wiederholt als Verstoss gegen Art. 17 “Schutz der Unversehrtheit der Person”.

Fazit: Je länger die täglichen Verstümmelungen mit Billigung des Bundesrates weiterlaufen, desto teurer wird es für die Schweiz dereinst werden ...

Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüsse

Daniela "Nella" Truffer, Markus Bauer
Gründungsmitglieder Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0)76 398 06 50, +41 (0)78 829 12 60
presse_at_zwischengeschlecht.info

>>> CEDAW65: Schweiz + Holland wegen Intersex-Verstümmelungen gerügt
>>>
UN-Frauenrechtaussschuss befragt Schweiz zu IGM-Praktiken
>>> "Wiedergutmachung" - humanrights.ch über CEDAW-Rüge
>>> Hipp, hipp!  Schon 20 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmlungen! 

2016-CEDAW-Swiss-Intersex-IGM

IGM Practices in Switzerland: 2016 CEDAW Report
Human Rights Violations Of Persons With Variations Of Sex Anatomy
IGM in Switzerland• Complicity of the State  Harmful Practice
>>> Download as PDF (288 kb)

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

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  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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"Wiedergutmachung" - humanrights.ch über CEDAW-Rüge wegen Intersex-Verstümmelungen

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Intersex: Ohne Aufarbeitung, Keine Aussöhnung

>>> Die Informationsplattform humanrights.ch berichtet über die verbindlichen “Abschliessenden Bemerkungen” zu Intersex und IGM der 65. Sesssion des UN-Ausschusses für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW), der sich von den üblichen Ausreden und Dementis der CH-Delegation nicht hinters Licht führen liess. Danke!

«Alte Probleme und neue Empfehlungen

Der UN-Frauenrechtsausschuss hat im November zum dritten Mal seit 2003 die Bemühungen der Schweiz zur Umsetzung des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau überprüft. [...]

Expliziter als in den letzten Empfehlungen 2009 wird der Schweiz sodann empfohlen, die Bemühungen zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Verstümmelung weiblicher Genitalien (FGM), Kinderheirat und Zwangsheirat (sog. «harmful practices») zu verstärken.

Zum ersten Mal empfiehlt der CEDAW-Ausschuss der Schweiz, Kinder mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen vor unnötigen medizinischen und chirurgischen Eingriffen [sog. «Intersex Mutilations (IGM)»] zu schützen. Die Schweiz soll gesetzlich verankern, dass keine entsprechenden Eingriffe vorgenommen werden dürfen und dass Kinder, die einen solchen Eingriff ohne Zustimmung erlitten haben, eine Wiedergutmachung erhalten. [...]»

>>> CEDAW65: Schweiz + Holland wegen Intersex-Verstümmelungen gerügt
>>>
UN-Frauenrechtaussschuss befragt Schweiz zu IGM-Praktiken
>>> Hipp, hipp!  Schon 20 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmlungen! 

2016-CEDAW-Swiss-Intersex-IGM

IGM Practices in Switzerland: 2016 CEDAW Report
Human Rights Violations Of Persons With Variations Of Sex Anatomy
IGM in Switzerland• Complicity of the State  Harmful Practice
>>> Download as PDF (288 kb)

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
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Friday 18 November 2016

UN-Frauenrechtsausschuss verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen in CH + NL

UPDATE: Hipp, hipp! Beide Staaten wegen “schädlicher Praxis” gerügt:
• Schweiz:
CEDAW/C/CHE/CO/4-5, zu intersex: Abs. 24-25 (PDF, englisch)
• Holland:
CEDAW/C/NLD/CO/6, zu intersex: Abs. 21-22 (PDF, englisch)

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Zwischengeschlecht.org on FacebookPressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 18.11.2016:

Der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) veröffentlicht voraussichtlich heute die verbindlichen "Abschliessenden Bemerkungen" seiner 65. Session.
Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org erwartet deutliche Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen für die Schweiz und Holland, nachdem der Ausschuss während der Staatenprüfungen IGM-Praktiken in beiden Ländern untersuchte und insbesondere den mangelnden Rechtszugang für IGM-Überlebende deutlich kritisierte – und freut sich auf

  • bereits die 20. Rüge eines UN-Vertragsorgans wegen IGM-Praktiken
  • schon die 3. UN-Rüge an die Schweiz wegen IGM
  • das 1. Mal, dass der UN-Frauenrechtsausschuss zwei Länder in einer Session rügt!

Die Schweiz war 2015 zunächst vom UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) und dem UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) wegen von der Invalidenversicherung (IV) finanzierten Intersex-Genitalverstümmelungen unmissverständlich gerügt worden. CRC hatte dabei IGM-Praktiken in der Schweiz als "schädliche Praxis" eingestuft (wie FGM), sowie CAT als "unmenschliche Behandlung", die unter das Folterverbot fällt.

Während seiner 65. Session hatte der Frauenrechtsausschuss am 2. November in Genf die Schweiz kundig über IGM befragt – und war dabei den altbekannten durchsichtigen Ausreden und Dementis der CH-Delegation nicht auf den Leim gekrochen. >>> Report | Transkript und Podcast (en)

Am 10. November hatte der Ausschuss Holland befragt, welches zwar "Hinweise auf Gewalt" durch "unnötige Operationen" an Intersex-Kindern einräumte, als Gegensteuer jedoch einzig unverbindliche "Diskussionen" mit den TäterInnen (!) in Aussicht stellte. >>> Transkript und Podcast (en)

Der UN-Frauenrechtsausschuss hatte während seiner vorgängigen 64. Session erstmals Intersex-Genitalverstümmelungen als möglichen Verstoss gegen Art. 5 des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (UN-Frauenrechtskonvention) untersucht – und in seinen "Abschliessenden Bemerkungen" an Frankreich IGM prompt als schädliche kulturelle Praxis eingestuft (wie FGM).

Als nächsten Vertragsstaat wird CEDAW während der kommenden 66. Session im Februar 2017 Deutschland auf IGM-Praktiken prüfen. Auch hier stellt sich die Regierung trotz erdrückender Beweislage bisher blind und taub – beste Voraussetzungen für eine weitere strenge Rüge ...

Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüsse

Daniela "Nella" Truffer, Markus Bauer
Gründungsmitglieder Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0)76 398 06 50, +41 (0)78 829 12 60
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>> Hipp, hipp!  Schon 20 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmlungen! 
>>> UN-Frauenrechtaussschuss befragt Schweiz zu IGM-Praktiken 

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IGM Practices in Switzerland: 2016 CEDAW Report
Human Rights Violations Of Persons With Variations Of Sex Anatomy
IGM in Switzerland• Complicity of the State  Harmful Practice
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Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
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Wednesday 2 November 2016

Heute > UN Frauenrechtaussschuss befragt Schweiz zu Intersex-Genitalverstümmelungen - Regierung streitet alles ab zum Dritten!

UN-CEDAW 65th Session @ Palais des Nations 02.11.2016, 09:54h: bald geht's los ...

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Zwischengeschlecht.org on FacebookHeute ist die Schweiz an der Reihe über Intersex-Genitalverstümmelungen befragt zu werden an der 65. Session des UN-Ausschusses für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) am Mi 2 November 10-13h CET + 15–17h CET 
>>> podcast webtv.un.org  Zwischengeschlecht.info berichtet LIVE
aus dem Palais des Nations in Genf; wir erwarten deutliche Fragen, und eine weitere Rüge wegen IGM am Ende der Session.

Sitzung 1: 10-13h

11:00h: Die 1. Sitzung läuft, die Einführungsreden der CEDAW-Vorsitzenden und der Schweizer Delegationschefin sind vorbei, es läuft die erste Runde der Fragen der CEDAW-Expertinnen. Intersex wurde bisher noch nicht angesprochen ... Es kann sei, dass es erst in der Nachmittagssitzung dazu kommt ... Bleibt dran ...

11:28h: "Intersexuelle Menschen" wurde soeben von der Delegation unter "Identität" erwähnt, um Fortschritte herauszustreichen ...

12:26h: CEDAW-Expertin und Länder-Co-Berichterstatterin für die Schweiz, Lilian Hofmeister sprach soeben "Intersex Genitalverstümmelungen" an, die in "Kantonspitälern" durchgeführt werden, beschrieb sie als eine "schädliche Praxis" und als "zweifellos schwere Menschenrechtsverletzung", und kündigte Folgefragen an! :-) (>>> Transkript englisch)

12:32h: Schweizer Delegationschefin Sylvie Durrer, Direktorin Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) im Eidgenössischen Departement des Innern (EDI), leugnete umgehend alles, gefolgt vom üblichen Pinkwashing von IGM, wie wir es uns von Vertragsstaaten mittlerweile gewohnt sind ...  :-(   (>>> Transkript englisch)

12:59h: Sitzung vertagt.

Sitzung 2: 15-17h

15:01h: Sitzung wieder aufgenommen.

16:03h: Lilian Hofmeister hakt nach betreffend Intersex-Menschen nach IGM, diese haben Probleme mit Zugang zur Justiz, ist ein Gesetz geplant zur Verlängerung der Verjährungsfristen? :-)

16:05h: Delegierte vom Justizdepartement bittet die Frage zu wiederholen, sie habe sie nicht verstanden? Geht es um Lohndiskriminierung?

16:06h: Lilian Hofmeister erklärt nochmals ...

16:07h: Delegierte vom Justizdepartement fragt ob irgendwer aus der Delegation das beantworten könne? Nein? Kündigt schriftliche Beantwortung der Frage nach der Sitzung an ...

>>> Die nachträgliche schriftliche Antwort (französisch, PDF) wiederholt unverfroren u.a. die (Nicht-)Antwort des Bundesrates auf die Ethikkommissions-Empfehlungen vom letzten Sommer, die tatsachenwidrig behauptet, IGM habe es in der Schweiz nur "in der Vergangenheit" gegeben, weiter wird ebenso tatsachenwidrig behauptet, das CH-Gesetz gegen die weibliche Genitalverstümmelung würde auch IGM einbschliessen ... :-(

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Intersex Genital Mutilations in Switzerland: 2016 CEDAW
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IGM in Switzerland• Complicity of the State  Harmful Practice
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Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
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Saturday 29 October 2016

IAD 2016: Intersex-Protest zum Kispi-Ball, Zürich 29.10.

Kispi-Ball, Zürich 29.10.2016. DANK an alle, die teilnahmen!

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Zwischengeschlecht.org on FacebookPressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 29.10.2016:

Der Intersex Awareness Day geht weiter! Aus untenstehenden Gründen führt die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org heute Abend als Auftakt zum Kispi-Ball vor dem Baur au Lac eine friedliche Mahnwache durch.
Mehr Info: 076 398 06 50

>>> Der Flyer als PDF

Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüsse

Daniela "Nella" Truffer, Markus Bauer
Gründungsmitglieder Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0)76 398 06 50, +41 (0)78 829 12 60
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Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info

>>> Kispi: Intersex-"Aufarbeitung" ohne Betroffene und durch Aktenvernichtung?
>>>
Intersex-"aufarbeitung": Interviews auf SRF "Heute Morgen", 12.10.2016
>>>
“Meist eine Operation” – Kinderspital gibt Intersex-Genitalverstümmelungen zu!
>>>
“Heute würde man mich zum Bub umschnipseln” – Sonntagsblick, 23.10.2016

>>> Mai 2015: Intersex-Klitorisamputationen: Kispi Zürich beginnt Aufarbeitung
>>>
Pressemitteilung 01.06.2015: Intersex-Aufarbeitung – Kispi-Ball-Protest ausgesetzt 
>>>
16.06.2015: Medienbericht zur Aufarbeitung von IGM-Praktiken im Kispi Zürich

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
- "Unmenschliche Behandlung": UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) verurteilt IGM
- UN-Menschenrechtsausschuss (HRCttee) untersucht IGM-Praktiken
- "Nur die Angst vor dem Richter wird meine Kollegen dazu bringen, ihre Praxis zu ändern" 
- UN-Behindertenrechtsausschuss (CRPD) kritisiert IGM-Straflosigkeit in Deutschland
- CAT 2011: Deutschland soll IGM-Praktiken untersuchen und Überlebende entschädigen

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
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>>> PDF-Download (5.53 MB)

Friday 28 October 2016

BRD > Intersex-Bericht der Bundesregierung: Zu wenig, zu spät, zu verstümmlerisch

Bild: Friedlicher Protest vor der Ethikrat-Pressekonferenz, Berlin 23.02.2012

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IGM = Folter, NICHT 'Diskiminierung' oder 'Geschlechtsidentität' Zwischengeschlecht.org on FacebookDas Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) hat anlässlich des Intersex Awareness Day 2016 einen Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) "Inter-und Transsexualität" der Bundesregierung veröffentlicht:
>>> Pressemitteilung
>>> Bericht (PDF 1.4 MB) 

Zuerst das Positive: Der Bericht stellt fraglos eine Verbesserung dar im Vergleich zum letztjährigen >>> IMAG-"Expertenbericht" (PDF 1.1 MB) vom Mai 2015, der zwar behauptete, auch den "internationalen Menschenrechtsdiskurs" zu behandeln, aber noch nicht mal die Rüge des UN-Ausschusses gegen Folter (CAT) an Deutschland aus dem Jahre 2011 (!) erwähnte, noch die Rüge des UN-Behindertenrechtsausschusses (CRPD) and Deutschland vom April 2015 oder die thematische Rüge des UN-Kinderrechtsausschusses (CRC) vom Januar 2015; oder nur schon die zugrunde liegenden Menschenrechtsnormen wie z.B. "schädliche Praxis" (CRC, CEDAW), "unmenschliche Behandlung" (CAT) oder "Verletzung der Unversehrtheit" (CRPD) überhaupt ansprach.

Der aktuelle Bericht holt hier längst überfälliges größtenteils nach, und diskutiert – z.T. des Langen und Breiten – endlich auch explizit die langjährigen (und von UN-Ausschüssen regelmäßig bekräftigten) Forderungen Betroffener und ihrer Organisationen nach einem gesetzlichen Verbot von Intersex-Genitalverstümmelungen sowie nach Wiedergutmachung für Überlebende.

Damit hat sich's leider auch schon wieder mit den guten Nachrichten: Wie sich schon bei der Gründung der IMAG vor gut 2 Jahren abzeichnete, geht es dieser (und der Bundesregierung) wohl in erster Linie darum, möglichst heftig auf die Bremse zu treten und dadurch Intersex-Genitalverstümmelungen so lange wie nur irgendwie möglich weiterhin zu erlauben, statt sie endlich zu verbieten und Betroffene angemessen zu entschädigen:

  • Einerseits behauptet der Bericht wiederholt, Ärzte würden heute angeblich keine nicht-eingewilligte Eingriffe mehr vornehmen, und verweist dazu auf die neue AWMF-"D$D"-Leitlinie (die u.a. IGM-Praktiken als angeblich "medizinisch notwendig" propagiert) sowie auf die Stellungnahme der Bundes-Ärztekammer (BÄK) (die – wie auch im Bericht eigeräumt –  gar noch weitere "Ausnahmen" fordert) (S. 17). Andrerseits gibt der Bericht zu, dass bisher "sich die Gesamtzahl der Eingriffe nicht signifikant verändert zu haben [scheint]" (S. 18) (dieser Blog berichtete) – wobei sich die Bundesregierung weiterhin weigert, IGM-Statistiken endlich offenzulegen ...
  • Einerseits vertritt der Bericht die Auffassung, nicht-eingewilligte unnötige Eingriffe wären nach § 226a StGB (Genitalverstümmlung) bzw. §§ 223 ff. StGB (Körperverletzung) plus vielleicht auch nach § 1631c BGB (Sterilisationsverbot) eigentlich schon heute verboten (wobei der Bericht verschweigt, dass z.B. Verstöße gegen § 223 Körperverletzung schon nach 5 Jahren verjähren, und auch bei § 226 weibl. Genitalverstümmelung nach 20 Jahren): "Aus strafrechtlicher Sicht erledigen sich damit teilweise geforderte spezielle gesetzliche Regelungen, welche die Grenzen der elterlichen Einwilligung ausdrücklich klarstellen." (S. 42) Andrerseits behauptet der Bericht frech, ein Verbot wäre angeblich schädlich, weil "nicht hilfreich dabei, die Menschen/Eltern in einer schwierigen psychischen Entscheidungssituation zu unterstützen" (S. 20) bzw. "Beratung scheint notwendiger als Verbote" (S. 22) – mensch stelle sich den Aufschrei vor, würde die Bundesregierung bei der weiblichen Genitalverstümmelung entsprechend argumentieren! 
  • Einerseits räumt der Bericht ein, dass sowohl Betroffenenorganisationen wie Menschenrechtsgremien (inkl. UN-Ausschuss gegen Folter) seit längerem Entschädigung für IGM-Betroffene fordern. Andrerseits verneint der Bericht kategorisch "eine rechtliche Verpflichtung des Staates, eine Entschädigung zu leisten" (S. 46). Und behauptet obendrein noch frech, eine Entschädigung sei angeblich gar nicht im Sinn der Betroffenen: "Fraglich ist auch, ob insofern Geldleistungen des Staates eine angemessene Kompensation darstellen können. Eine staatliche Geldleistung steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem erlebten persönlichen Leid und ist zu dessen Linderung wohl allenfalls bedingt geeignet." (S. 47) 
  • Einerseits erwähnt der Bericht immerhin die Forderung der Betroffenen nach Verlängerung der Verjährungsfristen zur Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen (S. 17). Anderseits wird dann bloss noch konstatiert, "Ansprüche gegen die Ärzt_innen selbst sind in der Regel verjährt" (S. 46) – und das war's dann!
  • Innert nützlicher Frist irgend etwas konkret unternehmen will die IMAG erklärtermaßen sowieso nicht – nur schon eine "abschließende Bewertung und Positionierung seitens der IMAG" hat sie von vornherein auf das Ende der 18. Legislaturperiode verschoben ...

Dieser Blog verleiht deshalb das Prädikat: "Zu wenig, zu spät, zu verstümmlerisch!" Und verweist als Kontrastbeispiel dafür, wie eine tatsächlich menschenrechtskonforme Intersex-Politik etwa aussehen könnte, auf die aktuelle gemeinsame Stellungnahme von 11 UN- und anderen Menschenrechtsgremien und -ExpertInnen.

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

Siehe auch:
- UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"
"Schädliche Praxis" und "Gewalt": UN-Kinderrechtsausschuss (CRC) verurteilt IGM
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Wednesday 26 October 2016

Intersex Awareness Day 26.10.2016 > 20 Jahre Intersex-Proteste – jetzt 23 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen!

[ UPDATE Mai 2017: Jetzt 23 Rügen – 15 Länder gerügt! ]

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IGM = Gewalt im Gesundheitswesen, NICHT 'Kontroverse' oder 'Debatte'!

Am heutigen Intersex Awareness Day 2016 feiern wir:

20 Jahre gewaltfreie Intersex-Proteste

demnächst mittlerweile 20 23 UN-Rügen wegen Intersex-Genitalverstümmelungen – und viele weitere mehr bereits in der Pipeline, auch weit über 2017 hinaus!

Zwischengeschlecht.org feiert obendrein:

   • über 100 gewaltfreie Intersex-Proteste in 7 Ländern seit 2007

   • über 200 Medienauftritte zur Sensibilisierung über Intersex und IGM-Praktiken

Nachfolgend eine Aufschlüsselung aller bisherigen sowie unmittelbar bevorstehenden UN-Rügen wegen IGM-Praktiken an bisher 13 15 Staaten in Europa, Südamerika, Asien, Afrika und Ozeanien, mit Links zu den vollständigen verbindlichen Empfehlungen:

IGM-Praktiken: UN-Rügen nach Vertragsorgan, Jahr und Land

• Ausschuss gegen Folter (CAT) “unmenschliche Behandlung”:
   2011: Deutschland
   2015: Schweiz, Österreich, Dänemark, Hong Kong
   2016: Frankreich

• Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) "schädliche Praxis”:
   2015: Schweiz, Chile
   2016: Frankreich, Irland, Großbritannien, Nepal, Neuseeland, Südafrika

• Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRPD) "Verletzung der Unversehrteit”:
   2015: Deutschland
   2016: Chile, Italien, Uruguay 

• Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) “schädliche Praxis”:
   2016: Frankreich, Schweiz, Holland
   2017: Deutschland, Irland 

• Menschenrechtsausschuss (HRCttee – CCPR) “unfreiwillige medizinische Versuche“:
   2017: Schweiz?

Weitere internationale Menschenrechtsgremien, die IGM-Praktiken verurteilen, sind u.a. WHO und UNICEF, der UN-Sonderberichterstatter über Folter und die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IACHR).

UNO zum Intersex Awareness Day: "Schädliche medizinische Praktiken beenden"

>>> SonntagsBlick 23.10.2016: "Heute würde man mich zum Bub umschnipseln"

•  Intersex Awareness Day 2009
•  Intersex Awareness Day 2010
•  Intersex Awareness Day 2011
•  Intersex Awareness Day 2012
•  Intersex Awareness Day 2013
•  Intersex Awareness Day 2014
•  Intersex Awareness Day 2015

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
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  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
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