Saturday, May 31 2008

Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern!

Prof. Dr. med. Lucas Wessel (Bild links), Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein/Campus Lübeck, und Privatdozent Dr. med. Lutz Wünsch (Bild rechts), Oberarzt ebenda, reihen sich beide ein in die "Alte Garde der unverbesserlich zwangsoperationsgeilen Medizyner" ...

Weniger als 4 Monate nach der Veröffentlichung der "Hamburger Studie", die einmal mehr nachwies, dass die Behandlungsunzufriedenheit zwangsoperierter Zwitter "eklatant hoch" ist (Zitat Fachzeitschrift Gynäkologische Endokrinologie -- zwei Drittel aller befragten Zwangsbehandelten sind "z.T. unzufrieden" bis "sehr unzufrieden"!!!), behaupten die ehrenwerten Zwangsoperateure in einem Artikel Chirurgische Strategien bei Störungen [sic!] der Geschlechtsentwicklung vom 1. März in der Monatsschrift Kinderheilkunde einfach frech das Gegenteil:

"[G]eschlechtsangleichende Genitalkorrektur[en]"
, nicht nur von Wessel und Wünsch mit Vorliebe "im ersten Lebensjahr" ohne Einwilligung der Patient_innen durchgeführt, seien nämlich "[t]rotz vieler ungelöster Probleme [...] überwiegend hilfreich"! Fragt sich bloss, für wen ...

Schlimmer noch, blindlings und stur beharren sie darauf, diese medizinisch unnötigen genitalen Zwangsoperationen weiterhin an wehrlosen Säuglingen durchzuführen, obwohl sie indirekt selber zugeben, dass die "Langzeitergebnisse" für die Patient_innen bisher alles andere als optimal sind:

Verbesserte Technik und Durchführung im ersten Lebensjahr lassen bessere Langzeitergebnisse erwarten, auch wenn entsprechende Studienergebnisse noch konsolidiert werden müssen.

Offensichtlich betrachten Wessel, Wünsch und Konsorten Zwitter als 'Menschenmaterial', mit dem sie nach eigenem Gutdünken experimentieren dürfen ... Hauptsache, sie können auch künftig nach Lust und Laune an wehrlosen Säuglingen ungestraft weiter zwangsoperieren ...   :-(  :-(  :-(

Noch der einzige Lichtblick des Artikels, dass nämlich laut Wessel und Wünsch "Indikation und Zeitpunkt" der prophylaktischen Zwangskastrationen (wegen angeblicher Krebsgefahr) neuerdings "dem individuellen Tumorrisiko angepasst werden" müssten, hinterlässt einen ziemlich bitteren Nachgeschmack, wenn mensch bedenkt, wie dieses "individuelle Tumorrisiko" in (nicht nur) deutschen Kastrationskliniken in der Regel bestimmt wird: noch im Jahre 2008 falls überhaupt, dann anhand von seit Jahrzehnten veralteten, pauschalen "Erkenntnissen" und "Risikozahlen" ...   :-(  :-(  :-(

Nicht gesundheitsrelevante Zwangsbehandlungen (wozu kosmetische genitale Zwangsoperationen und auch prophylaktische Zwangskastrationen fraglos zählen) sowie Aufrufe dazu verstossen gegen die Menschenwürde und gehören straf- und zivilrechtlich geahndet!

Friday, May 30 2008

Nach Kritik auf diesem Blog: Urologen erklären Zwangs-Leitlinien für veraltet!

Auf diesem Blog und auf dem IS-Menschen-Forum wurden die menschenverachtenden "Leitlinien" der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) "Störungen der sexuellen Differenzierung", die genitale Zwangs-OPs und Zwangskastrationen für Zwitter vorschreiben, vor gut einer Woche scharf kritisiert -- mit ungeahnten Folgen:

Mittlerweile wurden diese beschämenden "Leitlinien" rückwirkend auf Februar 2008 ausser Kraft gesetzt!

Wer sie unter dem ursprünglichen Link anklicken will, erhält lediglich noch eine 404-Fehlermeldung "Nicht gefunden". Stattdessen wurden sie am 26.5. klammheimlich in die Liste der "nicht aktualisierte[n] Leitlinie[n]" verbannt mit dem rückwirkenden Hinweis "gültig bis: 01/2008". (Nachtrag 17.3.09: Mittlerweile heisst's auch dort nur noch "404 not found". >>> online hier im Archiv Auf der AWMF-Leitlinienpage heisst es dazu: "Nicht aktualisierte Leitlinien werden von der AWMF nicht mehr publiziert. Falls Sie ältere Leitlinien suchen, fragen Sie bitte die herausgebende(n) Fachgesellschaft(en)." )

Da sag ich zur Abwechslung mal: "Danke, Danke, Danke!" (Und geh schon mal was entkorken ...)

Bleibt zu hoffen, dass dieses für-veraltet-erklären nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, sondern auch konkrete Auswirkungen auf die tägliche Urologen-OP-Praxis haben wird!

Und dass die "Leitlinien" gelegentlich kompetent überarbeitet (z.b. anhand der Überlegungen der Arbeitsgruppe Ethik im Netzwerk Intersexualität „Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung“) und dann wieder online gestellt werden!

Holzauge bleib wachsam ...

Siehe auch:
- "Netzwerk DSD": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure
- "Netzwerk DSD"-Chef Olaf Hiort: "keine Qualitätskontrolle" bei Zwangsoperationen an Zwittern
- Erste Antwort auf die neuen kleinen Anfragen – Bundesregierung deckt ZwangsOPs wie üblich ...
Wie das "Netzwerk DSD" die "Lübecker Studie" frisiert

Wednesday, May 28 2008

Intersex: Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter ...

Vortrag von Daniela Truffer am Intersex-Fachtag Hannover --> Folie 26 (PDF)

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Kann ein Zwitter Sünde sein?... nämlich im Mutterleib! Nolderot auf dem IS-Menschen-Forum:

In medizinischen Lehrbüchern ebenso wie in Aufklärungsbüchern findet man heute oft noch die falsche Darstellung, dass der Mensch bis zur 7. Schwangerschaftswoche vom Erscheinungsbild weiblich sei. Tatsächlich liegen aber bei allen Menschen bis zur 7. Woche die undifferenzierten Vorstufen der inneren Geschlechtsorgane beider Geschlechter (u. a. Wolffsche Gänge und Müllersche Gänge) vor. Auch die äußeren Geschlechtsorgane bedürfen bis zur Geburt noch einer hochkomplexen Differenzierung in die männliche oder weibliche Richtung. Bis zur siebten Schwangerschaftswoche sind alle Menschen intersexuell. Erst ab der 12. Schwangerschaftswoche entwickelt sich der Mensch in den männlich oder weiblich definierten Bereich, wobei intersexuelle Menschen einen mehr oder minder undifferenzierten Status beibehalten. Die Information über die Beschaffenheit des Menschen bis zur 7. Schwangerschaftswoche ist von erheblicher Bedeutung zur Beendigung aller geschlechtlich begründeten Diskriminierungen, nicht nur gegenüber „intersexuellen“ Menschen.

Eine gelungene Visualisierung des Zwitter-Seins im Mutterleib und wie die Differenzierung der äusseren Genitalien vor sich geht gibt's gab's mal in der "Planetopia"-Sendung zu Christianes 1. Prozesstag:

Nachtrag 1: Leider ist das Planetopia-Video inzwischen nicht mehr online (ebenso das IS-Menschen-Forum). Deshalb nachfolgend zur Verdeutlichung eine Illustration
(>>> grössere Version) aus dem ISNA-Handbuch für Eltern (>>> PDF 5.5 MB via dsdguidelines.org).

Die Bildbeschreibungen in grösserer Schrift lauten übersetzt von oben nach unten:

Alle Feten beginnen zu Beginn der Schwangerschaft gleich ...
... und die typisch männliche [links] bzw. weibliche [rechts] Entwicklung geht dann so weiter
Bei der Geburt sehen die meisten Jungen [links] bzw. Mädchen [rechts] so aus.

Nachtrag 2: Eine gelungene interaktive Animation mittlerweile leider nur noch auf Englisch gibt's hier – braucht Flash-Player oder Emulator
(>>> ins Bild unten klicken, danach unten links  >>> STARTEN, dann unten rechts >>> VOR; danach kann mit den Schiebereglern die Entwicklung von der 7. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt "abgespielt" werden):

Eine weitere gelungene Animation zur Penisentwicklung findet übrigens sich unter dem Menuepunkt >>> "Hypospadie", dann unten links >>> STARTEN, danach kann wiederum mit dem Schieberegler die Entwicklung "abgespielt" werden:

Plus noch eine weitere Animation zu den berühmt-berüchtigten "Praderstufen" (so benannt nach dem CH-Pädo-Endokrinologen Andrea von Prader) unter >>> "Adrenogenitales Syndrom (AGS)", danach unten links >>> STARTEN, worauf mit dem Schieberegler von "typisch [weiblich]" bis "Prader 5 [äusserlich männlich]" vor- und rückwärts "durchgespielt" werden kann:

Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM)
in Baden-Württemberg 2014
 

• häufigste IGM-Formen  • NS-Verbrechen an Zwittern
• 60 Jahre systematische OPs an Kleinkindern
• Nachweis von IGM-Kliniken in BW
• Analyse "Aktionsplan Akzeptanz & gleiche Rechte"

>>> Dokumentation (PDF, 4.9 MB)

Intersex Genital Mutilations
Human Rights Violations Of Children With Variations Of Sex Anatomy

2014 NGO Report an das UN-Kinderrechtekomitee (CRC) (englisch)
Belegt 17 gebräuchliche IGM-Formen und NS-Verbrechen in CH, D, A
>>> Download PDF (3.65 MB)     >>>
Table of Contents

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM): Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> IGM – eine Genealogie der TäterInnen 
>>> UN-Auschuss gegen Folter fordert Entschädigung für IGMs
>>> UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale Zwangsoperationen" 

>>> Europarat verurteilt Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM)
 
>>> WHO, UNICEF, etc. fordern Wiedergutmachung für Intersex-Verstümmelungen
>>> GMFK 2014: 24. Gleichstellungsministerkonferenz fordert IGM-Verbot!

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Warum Nicht-Biozwitter allesamt privilegiert sind  
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Friday, May 23 2008

Zwangsoperationen an Zwittern: Wer nicht hören will ...

seit jahren und jahrzehnten protestieren betroffene zwischengeschlechtliche bei den medizynern direkt, in parlamenten und in der öffentlichkeit gegen diese umenschliche medizyner-praxis der uneingewilligten genitalen zwangoperationen, zwangskastrationen, zwangshormontherapien und weiteren menschenrechtswidrigen zwangsbehandlungen.

dutzend-, hundert-, und tausendfach ist ihnen gesagt worden, was die betroffenen wollen. es gibt seit jahrzehnten genug medizyner-studien, die ihnen das obendrein nochmals und nochmals erneut belegen: dass nämlich die grosse mehrzahl der zwitter selber entscheiden will, ob, wann und wie sie operiert werden wollen!!!

das problem ist nicht, dass medizyner und politiker es nicht wissen.

das problem ist, dass sie nicht hören wollen.


dies ist dutzend- und hundert- und tausendfach belegt, nicht zuletzt durch die menschenverachtenden äusserungen der medizyner selbst ...

einige weitere müsterchen typischer reaktionen von medizynern und politikern auf die anliegen der zwitter:

blanker hohn:

die bundesregierung:
Der Bundesregierung ist nicht bekannt, dass eine Vielzahl von Intersexuellen im Erwachsenenalter die an ihnen vorgenommenen Eingriffe kritisiert.

Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Mehrzahl der betroffenen Menschen, bei denen in der Kindheit eine operative "Vereindeutigung ihres Genitalbefundes" stattgefunden hätte, dies für richtig befunden hätte.

billige lippenbekenntisse:

dr. sinnecker:
Dr. Gernot Sinnecker betonte beispielsweise die Selbstbestimmung Zwischengeschlechtlicher, machte diese jedoch letztendlich von der Akzeptanz der Eltern abhängig. Die Tatsache, dass er bei seinen Ausführungen bevorzugterweise "sollte" statt "muss" verwendete, hinterliess einen - altbekannten - zwiespältigen Eindruck.

demonstrativ den saal verlassen:

beispiel 2007:
Nach zwei sehr interessanten Fachvorträgen zur Klinischen Auswirkung und molekularen Grundlagenforschung und den Problemen bei der Beurteilung übernahm Frances Kreuzer den Part im Zeitfenster für die Selbsthilfegruppen. Herbei wurden lediglich Auszüge aus einem neuen Buch eines Patientenanwaltes zitiert. Eine ruhige, nicht anklagende Präsentation bundesrepublikanischen Rechtes. Dieser Vortrag führte zu tumultähnlichen Szenen des sowieso halbleeren Saals. Ein bekannter Mediziner und ordentliches Mitglied des Vereins, der nach eigenem Bekunden mehr als 25 Jahre intergeschlechtliche Genitale operiert hat, geriet außer Fassung und verließ pöbelnder weise mit Gefolge den Saal, ein sonst ruhiger Psychologe und ordentliches Mitglied des Netzwerk-IS, der für Projekte des Netzwerk-IS arbeitet fährt mit Getöse Betroffenen ins Wort und will ihnen das Wort abschneiden. Es kommt zu Wortgefechten, die nicht unterbunden werden. So der Kommentar: Ob den Betroffenen nicht klar ist, dass solche Vorträge diejenigen, die helfen wollen, demotivieren.

beispiel 2000:
Der folgende, redaktionell gekürzte Vortrag wurde am 30.6.2000 auf dem Kongreß der european federation of sexology (efs) in Berlin gehalten – als zweiter Teil eines Kolloquiums zum Thema "Intersexualität", der vom ersten Teil durch eine Pause abgetrennt wurde. In dieser Pause entfernten sich die maßgeblichen Experten aus dem Bereich der Sexualmedizin. Denn es äußerte sich jemand, der von ihrer ärztlichen Praxis einmal "betroffen" war.

undsoweiterundsofort.

die heutige immer noch gültige, menschenverachtende haltung der zwangsoperateure und ihrer verbände, die sich auch in der hier kritisierten "leitlinie" spiegelt:

PD Dr. Susanne Krege:
In diesem Zusammenhang wird auch der richtige Zeitpunkt für die operativen Korrekturen diskutiert. Während für die Klitorisreduktion von Seiten der Mediziner weit gehend Einigkeit besteht, diese innerhalb des ersten Lebensjahres durchzuführen, gehen bei der Vaginalplastik die Meinungen auseinander.

lasst euch durch krege & co's pseudokritische randbemerkungen nicht täuschen! dass krege z.t. auf zuwarten mit ops plädiert, ist z.b. ev. nicht ganz uneigennützig: so kommen die zu operierenden zwitter zu ihr auf den urologen-op-tisch, statt zu den kinderchirurgen.

dass zwitter allesamt zumindest kastriert werden MÜSSEN, auch wenn sie das selber nicht wollen, ist auch kreges credo zu 100%!!! (getreu auch der von ihr mitverfassten "leitlinien" ...)

ein credo, dass sie auch in ihrer eigenen chirurgischen praxis eisern befolgt: wer als erwachsener zwitter sich bei krege z.b. das zwittrige genital verkleinern lassen will (aber NICHT zusätzliche kastriert werden will), ist wohlberaten, ihr das zusätzlich durch einen "profi" des vereins oder durch einen anwalt am besten schriftlich zukommen zu lassen. und ebenso zusammen mit einem "profi" das kleingedruckte in der patientenerklärung genau durchzugehen. ansonsten ist's mehr als nur wahrscheinlich, dass du aus der narkose aufwachst und merkst, dass sie dich entgegen deiner mündlichen absichtserklärung "gemäss leitlinien" gleich "total" operierte ...

mehr noch: dass freundlich mit den medizynern reden allein zu nix führt bzw. dass sämtliche in den letzten 15 jahren erreichten kleinen veränderungen der menschenverachtenden medizyner-zwangsoperations-praxis einzig und allein durch entschlossenes, lautstarkes auftreten erreicht worden sind -- daraus machen auch die medizyner selbst keinen hehl:

Prof. M. Westenfelder:
Zur veränderten Einstellung beigetragen haben in den letzten 10 Jahren die z.T. sehr militanten Aktivitäten amerikanischer Selbsthilfegruppen und profilsüchtige Psychologen. Aufgrund anekdotischer Fälle von schlecht (traumatisch und verstümmelnd) behandelter Patienten wurden die Forderungen aufgestellt, die frühe Geschlechtszuweisung und die Frühoperationen zu unterlassen und auf einen Zeitpunkt zu verschieben, zu dem die Betroffenen selbst entscheiden können, ob und in welche Richtung sie korrigiert werden wollen. Das Verbot sollte mit einem Moratorium abgesichert und mit dem US-Bundesgesetz über das Verbot von verstümmelnden Operationen des weiblichen Genitale gekoppelt werden.

Diese Aktivitäten trugen erheblich zur Verunsicherung der beteiligten Ärzte bei, die immer häufiger die Behandlung dieser Kinder ablehnten. Auch wurde Australien zum ersten Land, welches offiziell die Möglichkeit eines dritten Geschlechtes schuf.

Prof. Dr. Michael Sohn:
In den USA bildeten sich aktive und zum Teil aggressive Selbsthilfegruppen, die mithilfe der Medien und spezialisierten Anwälten eine enorme Mobilisierung der Öffentlichkeit bewirkten (Intersex Society of North America: ISNA) . Die Forderungen gipfelten in der rechtlichen Anerkennung eines dritten, vierten oder gar fünften Geschlechts neben der hergebrachten Einteilung in männliches und weibliches Geschlecht. Teilweise wurden diese Forderungen schon umgesetzt, so erlauben australische Passformulare die Eintragung eines dritten Geschlechts oder die Angabe, "indeterminate".

Diese Forderungen führten zu einer Neuentwicklung von Leitlinien zum Umgang mit intersexuellen Patienten, die 1997 von Diamond erstmals publiziert wurden. Die Leitlinien beinhalteten den Verzicht auf genital korrigierende Operationen und Hormonmedikationen in der Kindheit, außer bei vitaler Indikation. Definitive Maßnahmen sollten erst dann durchgeführt werden, wenn das Kind ein Alter erreicht hat, in dem es bewusst die verschiedenen Optionen abwägen und mitentscheiden kann. Es wurde ein Operationsmoratorium gefordert, das bisher jedoch nicht umgesetzt werden konnte.

ich denke, wenn "wir" wirklich etwas erreichen wollen, kommen "wir" zwitter und sympathisanten nicht darum herum, die lehren aus der jüngeren vergangenheit zu ziehen.

meine 2 cent: als am erfolgversprechendsten erscheint mir die methode "guter polizist/böser polizist" ...


--> siehe auch Forums-Thread

Sunday, May 18 2008

"Die Ärzte haben entschieden, dass ich ein Mädchen sein soll"

Bild: Michele Limina / Le Matin Dimanche

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Anlässlich der Debatte über 'Intersexualität' vom 8. Mai 2008 am Zentrum für Gender Studies an der Universität Lausanne wurde ich von Geneviève Comby von der Zeitung "Le Matin Dimanche" interviewt. Der meiner Ansicht nach sehr gelungene Artikel redet Klartext über die an uns Zwittern begangenen Menschenrechtsverletzungen.

>>> Artikel von "Le Matin Dimanche" (französisch)

Friday, May 16 2008

"À qui appartiennent nos corps?" - Vereinnahmung auf Französisch

Am 8. Mai 2008 fand am Zentrum für Gender Studies an der Universität Lausanne ein thematischer Abend zu Intersexualität statt, zu dem ich freundlicherweise eingeladen wurde. Die bedeutende, 1981 unter anderem von Simone de Beauvoir gegründete Zeitschrift "Nouvelles Questions Féministes" lud anlässlich ihrer neuesten Ausgabe mit dem Titel "À qui appartiennent nos corps? Féminisme et luttes intersexes" (Wem gehören unsere Körper? Feminismus und Intersexbewegung) zu einem Podiumsgespräch ein.

Neben mir waren zwei Zwischengeschlechtliche aus Frankreich anwesend. Wir sassen zu dritt vor einer interessierten StudentInnenschar und erzählten aus unserem Leben und unserer Arbeit als 'intersexuelle' Aktivisten. Zu gegebenem Anlass thematisierte ich wieder einmal die leidige Vereinnahmung von 'Intersexuellen' durch Transgender, Transsexuelle und LGTB und schlug betreffend der offenbar angenommenen Übereinstimmungen zwischen Feminismus und Intersexbewegung kritische Töne an, sah als "convergence" in erster Linie John Moneys Gendertheorie, die für Frauen die Befreiung bedeutete, auf deren Grundlage jedoch Zwitter bis heute zwangsoperiert werden. Wider Erwarten stiess ich auf wenig Einwände, im Gegenteil. Was mich hoffen liess, dass die Instrumentalisierung von Zwischengeschlechtlichen in Frankreich und der französischen Schweiz offenbar weniger gravierend ist. Leider hatte ich erst nach der Veranstaltung die Gelegenheit, die 168 Seiten umfassende Zeitschrift durchzublättern, sonst hätte ich nämlich feststellen können, dass auch bei den Frankophonen die Vereinnahmung von Zwittern an der Tagesordnung ist.

Im Editorial (pdf-Download) zur Zeitschrift wird von einem "gemeinsamen Kampf von Feministinnen, Trans' und Intersexuellen" gegen "les inégalités, les discriminations, les violences et les normes hétérocentristes du système de genre" (die Ungleichheiten, die Diskriminierungen, die Gewalt und die heterozentristischen Normen des Geschlechtersystems) ausgegangen, der nicht nur auf den gemeinsamen Feind zurück zu führen sei, sondern auch darauf, dass die "Übereinstimmung unserer Kämpfe" eine "Geschichte" habe. Und diese "geteilte Geschichte" wird zum Beispiel in der "medizinischen Betreuung" und der "Verschränkung der Pathologien" gesehen: der weibliche Körper sei seit der Antike bis zur heutigen modernen Sexualbiologie ein kranker Körper und "sein unvollendetes Geschlecht der Grund allen Übels und seiner natürliche Minderwertigkeit". Medizinisch gesehen werde auch der intersexuelle Körper als geschlechtlich unvollendet definiert. Und die Tendenz der Mediziner, den Zwitterkörper meistens zum Frauenkörper zu vollenden, offenbare auf "doppelte Weise" den "Androzentrismus". Das böse Patriarchat. Ein Schelm, der da noch von kleinlichen Menschenrechtsverletzungen reden will ...

Und wo Feministinnen an zwangsoperierte zwischengeschlechtliche Körper gelehnt ihre eigene Identität reflektieren, sind leider auch Transgender und Transsexuelle nicht weit, wie auch diese Publikation zeigt. Wenig tröstlich ist da der Umstand, dass es sich gemäss den verantwortlichen Genderfrauen bei vorliegender Zeitschrift um die erste wissenschaftliche Publikation in französischer Sprache handle, deren Autoren mehrheitlich 'intersexuell' seien. Denn einmal mehr werden Zwischengeschlechtliche von Gruppierungen vereinnahmt, die die Auflösung von Geschlechtergrenzen befürworten.

Exemplarisch lässt sich dies an einem längeren Artikel einer FTM-Transsexuellen zeigen (wo 'intersex' drauf steht, ist bei näherem Hinsehen oft eben doch wieder 'trans' drin). Unter dem Titel "Die Neuerfindung der Sexualität bei den Intersexuellen" geht es wie üblich natürlich nicht um die Anliegen von 'Intersexuellen' (Zwangsoperationen und Menschenrechtsverletzungen sind einmal mehr kein Thema), sondern um die sexuelle Identität einer transsexuellen Person, die ihren Körper freiwillig mittels Testosteroneinnahme verändert hat und detailliert darüber berichtet, wie sich die Form und Grösse ihrer Klitoris veränderte, erektions- und sogar penetrationsfähig wurde, wie sich die Lust veränderte und wuchs, wie sie ihre Masturbationstechniken dem wachsenden Lustorgan anpassen musste, und so weiter und so fort. Und - wer hätte das gedacht: Die Quintessenz des Artikels ist natürlich die Frage, welchen Stellenwert die männliche Penetration in unserer Gesellschaft hat und ob eine Penetration auch mit einem Mikropenis – quatsch: einer Klitoris möglich ist, die unter Einfluss von Testosteron erheblich gewachsen ist. Auflösung von Geschlechtergrenzen eben.

Und es bleibt wieder einmal nichts mehr hinzu zu fügen, wenn in einer feministischen Publikation über Intersexualität allen Ernstes (in der üblichen Reihenfolge) von den Verstümmelungen und der Pathologisierung "der Transsexuellen und der Intersexuellen" gesprochen wird, und davon, dass sich diese "in der Gewalt und Stigmatisierung gegenüber Schwulen, Lesben oder Bisexuellen, aber auch in der Gewalt von Frauen sich selber gegenüber (Enthaarung, plastische Chirurgie und so weiter) widerspiegelt". Und danach wird gerne auch über den angeblich gemeinsamen Wunsch theoretisiert, "le sexe ou les identités de genre" (Geschlecht oder Geschlechtsidentitäten) zu "denaturalisieren".

Zu dieser unreflektierten Sicht durch die eigene Brille passt auch das letzte Kapitel von "À qui appartiennent nos corps? Féminisme et luttes intersexes", in dem die Ausgangsfrage der Zeitschrift beantwortet wird, jedoch nicht von denen, um die es in dieser Publikation vordergründig geht und die vor allem am meisten Grund hätten, diese Frage zu stellen. Nein, der Abschluss bildet bezeichnenderweise ein "Manifeste Trans': Notre corps nous appartient", das mit den Worten beginnt: "In Frankreich fangen jedes Jahr Hunderte von Trans'-Menschen eine Hormontherapie an und/oder erleiden einen chirurgischen Eingriff." Und bezeichnenderweise steht jetzt 'Körper' im Singular, und von 'Intersexuellen' ist gar nicht mehr erst die Rede ...

Nella

Thursday, May 15 2008

"Wem gehört das Zwittersymbol?" - Statement und Flyer zur Filmvorführung am 4.5.2008

Wem gehört das Zwittersymbol?>>> Wem gehört das Zwittersymbol? (Pressemitteilung 4.5.08)

>>> Flugblatt inkl. Statement (PDF)

Folgendes Statement wollte ich am letzten Sonntag an der Filmvorführung von "Die Katze wäre eher ein Vogel" am Schwullesbischen Filmfestival "Pink Apple" abgeben - was aber kategorisch abgelehnt wurde:

Ich freue mich darüber, dass Pink Apple Filmen über Intersexualität eine Plattform bietet. Dafür sind wir Betroffenen sehr dankbar.

Leider werden wir Intersexuellen aber immer wieder von Gruppierungen, die eine Auflösung der Geschlechtergrenzen befürworten, vereinnahmt.

Diese Vereinnahmung drückt sich auch darin aus, dass Pink Apple in seinem Filmprogramm das Zwittersymbol als Zeichen für „Transgender“ verwendet. Ich freue mich in diesem Zusammenhang darüber, dass Pink Apple sich nun bereit erklärt hat, die seit 2004 geübte Praxis zu hinterfragen und nach einer besseren Lösung zu suchen

Die Auseinandersetzung mit dem Zwittersymbol und dessen Verwendung mag vielleicht auf den ersten Blick übertrieben scheinen. Für uns Betroffene ist sie jedoch wichtig.

Die öffentliche Wahrnehmung unserer Belange ist dürftig. Vermischungen von Trans- und Zwischengeschlechtlichkeit, die uns Intersexuellen nicht gerecht werden, sind an der Tagesordnung. Für uns Betroffene ist es sehr wichtig, dass dies sich bessert. Denn Sprache, auch Zeichensprache, schafft Fakten. Dies gilt insbesondere für den Bedeutungsgehalt von Symbolen.

Unser Dasein wird regelmässig auf die Genderfrage reduziert, massive Menschenrechtsverletzungen, operative und hormonelle Zwangseingriffe werden dabei ausgeblendet. Oder höchstens dazu benutzt, um die Aufmerksamkeit auf die spezifischen Anliegen von Transgender, Queer und LGBT zu lenken, obwohl die eigentliche Problematik aus Sicht der Betroffenen in erster Linie in den menschenrechtswidrigen genitalen Zwangsoperationen liegt.

Was 99% der Zwitter erlebt haben, ist verwandt mit sexuellem Missbrauch, ist verwandt mit Folter, ist verwandt mit den medizinischen Experimenten, die im 2. Weltkrieg in KZ‘s durchgeführt wurden.

Wenn ihr unser Dasein und unser Symbol auf eine Gender-/Identitäsproblematik reduziert und für eure eigenen Anliegen instrumentalisiert, dann trägt ihr dazu bei, dass wir und unsere berechtigten Anliegen in dieser Gesellschaft weiterhin unsichtbar bleiben und die menschenrechtswidrige Praxis der Zwangsoperationen an Zwittern weiterhin andauern.

Um dies zu ändern bitten wir um eure Mithilfe. Danke!

Daniela Truffer (Gründungsmitglied Schweizerische Selbsthilfegruppe Zwischengeschlecht.org, Mitglied XY-Frauen, 1. Vorsitzende Intersexuelle Menschen e.V.)

Na ja, ich habe den Bogen wohl überspannt. Als Zwitter sollte ich doch froh sein, dass überhaupt Filme über 'Intersexualität' gezeigt werden, und nicht so ein "Theater" wegen dem Kontext machen ...

Nella

Hier der an der Filmvorführung verteilte Flyer als pdf (in Bild klicken):


Image


Mehr Info:

>> Schwullesbisches Filmfestival "Pink Apple" missbraucht Zwittersymbol
>> 2. Offener Brief an "Pink Apple"
>> Zwittersymbol-Klau: "Pink Apple" verweigert Dialog und lädt Betroffene von "Diskussion" aus ...  
>> "Pink Apple" - unser Statement und Flyer zur Filmvorführung am 4.5.2008 
>> Zwittersymbol: Pink Apple lenkt ein

Friday, May 9 2008

Kurze Geschichte der Zwittervereinnahmung: Ulrichs - Krafft-Ebing - Hirschfeld - Money - Butler - "hirnorganische Intersexualität"

ulrichs mag lange tot sein (wie hirschfeld und money inzwischen ja auch), aber seine ideen (& strategien) leben munter weiter -- im guten wie im schlechten:

karl heinrich ulrichs (1825-1895), "Vorkämpfer der Homosexuellen-Bewegung", hatte das undankbare schicksal, in einer zeit zu leben, als homosexualität (noch) strafbar war. er verlor seine stelle als gerichtsassessor und kriegte als anwalt generelles berufsverbot. zu ulrichs lebzeiten hatten zwitter dank preussischen landrecht (noch) das privileg, mit 18 (als einzige menschen) selbst entscheiden zu können, welches geschlecht sie wählen wollen, und damit einhergehend, ob sie sich straffrei lieber mit männlein oder mit weiblein ins bett legten -- was ulrichs als jurist zweifellos bewusst war. logisch fühlte sich ulrichs bald einmal als "psychischer hermaphrodit" und predigte diese idee für den rest seines lebens. logisch war dabei der wunsch der vater des gedankens.

der psychiater richard von krafft-ebing (1840-1902) suchte kontakt zu ulrichs und erforschte dessen konzepte, indem er ulrichs vorspiegelte, er würde dessen bestrebungen unterstützen. krafft-ebing befasste sich in seinem standardwerk "psychopathia sexualis" (1886) ausführlich mit der "psychischen hermaphrodisie", und teilte darin ulrichs standpunkt von der angeborenheit der homosexualität, erklärte sie jedoch zugleich zu einer vererbten geisteskrankheit und legte damit den grundstein zur pathologisierung von homosexualität usw. inkl. den heute noch gängigen "umpolungstherapien". (eugen steinach, mit dem hirschfeld in dieser beziehung zusammenarbeitete, versuchte dies schon in den 1920ern auf hormonellem wege durch einpflanzung von 'hetero-hoden'.)

magnus hirschfeld (1868-1935) griff einerseits wieder direkt auf ulrichs zurück (dessen schriften er gekürzt neu herausgab) und entwickelte daraus (und seiner behauptung, schwule seien "das dritte geschlecht") sowie unter bezug auf krafft-ebing die "lehre von den sexuellen zwischenstufen", in der er zwitter, schwule, transsexuelle, und den halben "psychopathia sexualis"-katalog von krafft-ebing munter in einem grossen topf durcheinanderrührte, und begründete damit die "church of sexology" überhaupt inkl. "gendertheorie" -- letztlich ebenfalls als mittel zum zweck, um mit der gleichen argumentation wie ulrichs, aber unter dem deckmantel der "wissenschaft" gegen die kriminalisierung der homosexualität zu kämpfen. zugleich begründete er die heute noch verbreitete anschauung des konglomerats von lgbt-usw., in denen zwitter meist lediglich als "mitgemeintes" anhängsel vorkommen. auch der  medizinische begriff "intersexualität", unter welchem ab 1950 die sytamatische verstümmelung von kleinkindern durchgesetzt wurde, geht indirekt auf hirschfeld zurück.

der sexologe john money (1921-2006), der begründer des begriffs "gender" in seiner heutigen bedeuting, hat nach dem krieg das meiste von hirschfeld ohne quellenangabe abgeschrieben, genau gleich wie nochmals eine generation später die gender-theoretikerin judith butler (*1956) von john money. john money institutionalisierte die systematischen genitalverstümmelungen an zwittern mittels gefälschter studienergebnisse und ist somit direkt mitverantwortlich für die wohl schwerwiegensten medizynischen verbrechen seit dem 2. weltkrieg. butler erhielt ihre erste professur folgerichtig an der johns hopkins universität, wo bereits john moey wirkte, und propagiert weiter lautstark money's kernthese "gender trumps sex", versucht john money's verbrechen zu relativieren, und taucht bei zwitter-vereinnahmenden transgendern prompt jedesmal in der literaturliste auf ...

transsexuelle leiden heute daran, "im falschen Körper geboren" zu sein und müssen, um die ersehnte op auf krankenkasse zu bekommen, ein jahrelanges behördliches und gutachterliches spiessrutenlaufen absolvieren. neidvoll schauen sie auf die zwitter (bzw. ihre idealvorstellung davon), die ops stattdessen "nachgeworfen" bekommen. logisch enden sie bei einem konzept wie z.b. "hirnorganische bzw. neuro-anatomische intersexualität" -- schliesslich hatte derselbe trick mit dem "psychischen hermaphroditismus" ja schon mal bestens geklappt. einmal mehr ist der wunsch der vater des gedankens -- auch auf medizynerseite, würde eine offizielle anerkennung dieser theorie doch bestimmt das geschäft ankurbeln. nur die psychologen & der amtsschimmel hätten keinen spass, haben jedoch in sachen transsexualität nach wie vor die definitionsmacht. deshalb wird das transsexuellengesetz bis auf den heutigen stets nur kosmetisch "reformiert". trotzdem sehen mittlerweile offenbar sogar die psychiater das ende nahen – und haben bei in der neusten version ihrer diagnosebibel ("dsm-v") prophylaktisch schon mal die zwitter als "neue patientengruppe" integriert – die vereinnahmungskaskade (georg klauda) wird so oder so weiterlaufen ... (vgl. auch die aussage von vincent guillot hier, wonach die die psychiater, als sie die schwulen endlich entlassen mussten, sich umgehend mit den transsexuellen eine neue geldquelle erschlossen, sowie die prphezeihung, dass die zwitter die nächsten in dieser kaskade sein werden.)

die frage, ob z.b. bei der "hirnorganischen intersexualität" die experten der "church of sexology" den trans-aktivisten folgen oder umgekehrt, gleicht für mich der frage nach dem huhn oder dem ei -- oder auch der nach "nature" (d.h. gene) oder "nurture" (d.h. erziehung). und zu letzterer gefällt mir immer noch milton diamonds lösung am besten: "nature + nurture = interaction". obwohl diamond aktuell leider auch immer wieder und immer mehr unreflektiert "hirnorgansische sexualität" progagiert.

[ursprünglich publiziert im zerschossenen ime.v.-forum, 3. erweiterte fassung frühjahr 2011]

Siehe auch:
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung 
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität"
- Wie Dr. Magnus Hirschfeld einen Zwitter zwangsoperiert, um mit dem Erlös das "Institut für Sexualwissenschaft" zu finanzieren
- "Who killed David Reimer?"  - Wie Judith Butler, Friedemann Pfäfflin und Heinz-Jürgen Voss die medizinischen Verbrechen des John Money beschönigen und Moneys Schuld stattdessen Milton Diamond und John Colapinto in die Schuhe schieben wollen   

Wednesday, May 7 2008

Zwitter = Transgender ??!

Ein weiteres typisches Beispiel für die Vereinnahmung / Unsichtbarmachung von Zwischengeschlechtlichen durch LGBTs aus dem "Glossar über Begriffe und Bezeichnungen für Schwule und der ganzen LGBT-Gemeinschaft" auf network.ch, der Homepage des "Network für schwule Führungskräfte":

Zwitter = Zweigeschlechtliche Wesen. Wurde früher fälschlicherweise für Transgender gebraucht. Heute nur noch in der Botanik und Zoologie gebräuchlich.

Hermaphrodit = Sohn des Hermes und der Aphrodite. Zwitter, Mensch mit Brüsten und Glied (kleiner Penis oder übergrosser Kitzler), heute nennt man diese Menschen Transgender. Für die alten Griechen ein Zeichen der Göttlichkeit

Transgender = Menschen mit missgebildeten, zeugungsunfähigen Geschlechtsteilen, die nicht eindeutig männlich oder weiblich aussehen. Wird heute meist zugunsten einer männlichen oder weiblichen Identiät [sic!] im Jugendalter operiert. Wird dies unterlassen, kann sich ein Hermaprodit bilden.

Tja, öhm, da gackert der Zwitter ... Oder so ähnlich. Sprich nämlich eben nicht. Hualp!

Liebe schwule Führungskräfte: Offensichtlich habt ihr euch weder über Zwitter noch über Transgender je seriös informiert. Bitte holt dies bei Gelegenheit nach. Bis dahin streicht bitte fürs erste diese drei unsinnigen und für Zwischengeschlechtliche schädlichen "Definitionen" in eurem Glossar ersatzlos ... alles andere wär glaub zu gombliziert ... (Später dann ev. eine korrekte Definition von Transgender wieder hinzufügen, die Zwitter NICHT diskriminiert oder vereinnahmt  ...) Danke!

Siehe auch:
- Australien erwägt 3. Geschlecht "Intersex" - für Transsexuelle und Transgender, nicht für Zwitter 
- "Intersexualität" = sexuelle Orientierung?! 
- "Intersexualität" = sexuelle Identität??!
- "Intersexualität" = "sexuelle Identität und Lebensweise"??! – Grüne VereinnahmerInnen immer noch nichts gelernt 

Sunday, May 4 2008

Krebslüge & Zwangskastrationen an Zwittern

"Auch im 21. Jahrhunder geistert die Medizyner-Mär von einem pauschalen "Krebsrisiko von über 30%" für die inneren Geschlechtsorgane von Zwittern (d.h. Hoden, Eierstöcke, Gonaden, teils auch Mischgewebe) durch Kinderkliniken und Operationssäle. Mit dieser "Begründung" werden alle erkannten Zwitter möglichst früh nach der Geburt zwangskastriert -- mit verheerenden Folgen für die Opfer dieser unmenschlichen Praxis. Auch bei Fällen, wo die Zwittrigkeit erst beim Eintritt in die Pubertät oder noch später erkannt wird, werden die Betroffenen regelmässig mit der tatsachenwidrigen Behauptung des angeblichen "Krebsrisikos von über 30%" genötigt, in die Kastration einzuwilligen -- was die meisten Betroffenen später bitter bereuen, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen körperlichen und seelischen Folgeschäden."

>>> ganzer Text umgezogen nach: Kastrationsspital.ch


Saturday, May 3 2008

Zwittersymbol-Klau: "Pink Apple" verweigert Dialog und lädt Betroffene von "Diskussion" aus ...


Und das zwei Tage vor der Veranstaltung. Weiterer Kommentar überflüssig ...


Betreff:
Re: 2. Offener Brief an "Pink Apple"
Von: [...] programmation_at_pinkapple.ch

Datum: 2.5.2008 9:19 Uhr
An: presse_at_zwischengeschlecht.info

liebe daniela
auf unsere erste anfrage anfang februar bzgl. deiner teilnahme an einer diskussion haben wir leider über wochen keine antwort erhalten und auf ein weiteres mail auch bis mitte märz keine definitive zusage deinerseits bekommen. infolgedessen sahen wir uns gezwungen, umzudisponieren und haben die geplante diskussion auf ein filmgespräch mit den mitwirkenden von "die katze wäre lieber..." beschränkt. wie das in unserem programm auch so aufgeführt wird.
selbstverständlich kannst du als kinobesucherin am gespräch zwischen publikum und unseren gästen teilnehmen.
mit bestem gruss
[...]


Am 1. Mai 2008 um 21:50 schrieb presse_a_zwischengeschlecht.info:

Liebe [...]
Liebe Pink Apples

Vielen Dank für Deine Antwort. Es freut mich sehr, dass Ihr nunmehr meine Argumente für eine nächste Festivalsausgabe in Betracht ziehen wollt. Ich hoffe nach wie vor, es wird sich bis dann eine transparente, konstruktive Lösung finden, die den berechtigten Anliegen aller Gruppen Rechnung trägt.

Dass das Zwittersymbol nicht der alleinige Gegenstand der Diskussion vom kommenden Sonntag sein soll, und dass ich dort auch nicht der einzige Gast bin, ist mir sehr wohl bewusst.

Herzliche Grüsse

Daniela


[...] schrieb:

Liebe Daniela
die Diskussion im Anschluss an den Film ist der Problematik der Intersexualität in unserer Gesellschaft gewidmet. Dass es dabei nicht in erster Linie um Symbole und Zeichen gehen kann, versteht sich von selbst. Das Publikum soll Gelegenheit haben mit unseren Gästen zu diskutieren – ihnen gehört diese Plattform.
Für alles weitere haben wir Deine Argumente zur Kenntnis genommen und werden sie für eine nächste Festivalausgabe in Betracht ziehen.
mit bestem Gruss
Doris


Am 27. Apr 2008 um 22:54 schrieb presse_at_zwischengeschlecht.info:
---> 2. Offener Brief an "Pink Apple"


Fortsetzung:

>> Schwullesbisches Filmfestival "Pink Apple" missbraucht Zwittersymbol
>> 2. Offener Brief an "Pink Apple"
>> Zwittersymbol-Klau: "Pink Apple" verweigert Dialog und lädt Betroffene von "Diskussion" aus ...  
>> "Pink Apple" - unser Statement und Flyer zur Filmvorführung am 4.5.2008 
>> Zwittersymbol: Pink Apple lenkt ein

Wednesday, April 30 2008

Christiane Völling ist nicht mehr Thomas!!

Nun ist es also endlich offiziell: "Der Amtsrichter - der 4.! - hatte endlich ein Einsehen!! Es geschehen noch Zeichen und Wunder!!" So schrieb Christiane Völling vor wenigen Wochen überglücklich an die Selbsthilfegruppe der XY-Frauen.

Nachdem das Amtsgerichts Kleve mit Schreiben vom 4. März 2008 Christiane mitgeteilt hatte, dass ihre Gerichtsakte im Universitätsklinikum Essen "verloren gegangen" und trotz "intensiver Suche (...) nicht mehr auffindbar" sei, und sich eine erneute Verzögerung abzuzeichnen schien, hat das Amtsgericht Kleve am 28. März 2008 nun endlich durch den Richter Laux beschlossen:

Die Eintragung Nr. (...) im Geburtenbuch des Standesamtes (...) ist gem. § 47 Abs. 1 Personenstandsgesetz durch Beischreibung der folgenden Vermerke zu berechtigen:
1. Das Geschlecht des Kindes ist weiblich.
2. Das Kind führt nicht den Vornamen Thomas. Der Vorname des Kindes lautet richtig: Christiane.

Die Hinhaltetaktik, mit der das Amtsgericht Kleve in Kooperation mit dem MDK-Gutachter in Köln, Dr. med. Hans-Günter Pichlo, versuchte, Christiane Völling zu einer Personenstandsänderung nach dem Transsexuellengesetz zu drängen, schien nun - nach bald zwei Jahren! - endlich ein Ende gefunden zu haben. "Dieses Urteil, bzw. diese Urkunde ist meine Existenzgrundlage, die Basis für mein neues Leben!!!! Ich spüre die innere Befreiung!" schrieb Christiane voller Zuversicht.

Christiane wollte aber aufgrund ihrer Erfahrungen mit der "Verzögerungstaktik" von Krankenkasse und Amtsgericht vor der Veröffentlichung dieser frohen Botschaft das Ende der Beschwerdefrist gegen den Beschluss abwarten - wie sich heraustellen sollte, aus guten Gründen:

Als Christiane auch nach Ablauf der Beschwerdefrist am 7. April 2008 sowie auf ihre zwei diesbezüglichen schriftlichen Anfragen vom Amtsgericht Kleve weder eine Auskunft noch den rechtskräftigen Beschluss erhielt, rief ich im Namen des Vereins Intersexuelle Menschen e.V. beim Amtsgericht Kleve an.

Den Herrn Laux konnte ich leider nicht erreichen, auch nicht über die direkte Nummer. Am Nachmittag versuchte ich es dann anderweitig. Nach dem x-ten Verbundenwerden (da sind Sie bei mir aber falsch und so weiter) und tüdelidü Saxophonmusik landete ich schliesslich bei der zuständigen "Justizbeschäftigten" Frau Pestka.

Frau Pestka erklärte, dass die Beschwerdefrist neu erst am 15.4. abgelaufen sei, und nicht am 7.4. wie ursprünglich vorgesehen, denn:

Der Beschluss, den das Amtsgericht Kleve an den Kreis gesandt hat, ist wohl nicht angekommen (nicht schon wieder) und deshalb musste der Beschluss dem Kreis nochmals zugestellt werden: der Kreis hat den Beschluss also verspätet erhalten und deshalb wurde die Beschwerdefrist klammheimlich bis 15.4. verlängert.

Frau Pestka bestätigte den Eingang von Christianes zwei Schreiben, aber auf meine Bemerkung, dass Christiane darauf keine Antwort erhalten habe, ging sie nicht weiter ein ausser irgendwie von wegen dass es keinen Sinn gemacht hätte, weil sie ja auch warten mussten, blabla ...

Sie sagte dann, dass die Post an Christiane raus ist und ich wollte wissen, an welchem Tag genau, weshalb Frau Pestka nachschauen ging (obwohl die Akte, wie sie sagte, jetzt geschlossen ist).

Am 25.4. sei der Beschluss samt Stempel an Christiane versandt worden. Sie sollte ihn also noch diese Woche erhalten ... wenn er denn nicht verloren gegangen ist ... aber dann gäbe es richtig Stunk!

"Wir sind froh, dass das endlich abgeschlossen ist", meinte Frau Pestka.

"DA SIND SIE NICHT DIE EINZIGEN!!", erwiderte ich.

Fazit: Akte geschlossen, Beschluss mit Stempel unterwegs zu Christiane ... Der Sekt ist kalt gestellt, noch warten wir aber gespannt auf Christianes Anruf und fragen uns zwischendurch, wie lange ein Brief von Kleve nach Düsseldorf hat ...

Nachtrag: Heute, 2.5., rief mich Christiane an und teilte mir mit, dass der rechtskräftige Beschluss nun endlich angekommen sei! Zwar wurde er nicht, wie behauptet, am 25.4. versandt, sondern erst am 30.4. und das beigelegte Schreiben war auf den 28.4. datiert ...

Wird Zeit, dass der MDK-Gutachter und Transsexuellen-Experte Dr. med. Hans-Günter Pichlo mit der Kostengutsprache für die "Reorrektur-OP" nun auch endlich mal vorwärts macht.

Tuesday, April 29 2008

DSDoofbegriff

dsd tut weh.  der begriff ist nunmal wirklich doof, ne "störung" schreit bekanntlich laut nach "behebung", sprich es ist sonnenklar warum die medizyner den begriff gut finden und die zwangsoperierten örm, glaub eher nicht. irgendwo hatt ich aber auch mal mitbekommen, bei der lancierung des doofbegriffs "störungen der geschlechtsentwicklung" fernab öffentlicher debatte & hinter geschlossenen türen sei es auch darum gegangen, damit den medizynern wie in einem trojanischen pferd zugleich neue behandlungsvorschriften http://www.dsdguidelines.org (publiziert von isna) unterzujubeln. wie war das wirklich? was steht in den richtlinien drin? wo liegen die gemeinsamkeiten und unterschiede z.b. zu theorie und praxis des netzwerks? --> mehr im forum

Monday, April 28 2008

zwitter-tabu und medizyner-macht

zwitter und ihr schicksal sind in unserer gesellschaft derart 'unsichtbar' und mit einem traumatisierungs-bann belegt, dass in der öffentlichen wahrnehmung an ihrer stelle eine art vakuum entstand, das z.b. von trans*bewegungen aufgefüllt wird. wodurch zwitter einmal mehr noch 'unsichtbarer' (gemacht) werden. was der medizyner-zunft wiederum zu noch mehr macht über ihre angeblich "gestörten" körper verhilft. usf.

ich bin davon überzeugt, so lange zwitter im öffentlichen bewusstsein bzw. in den medien weiterhin entweder gar nicht oder bloss als "irgendwie transsexuelle" vorkommen, werden sie keine grundlegende verbesserung ihrer situation erfahren .

im gegenteil: erst wenn die breite öffentlichkeit endlich aufgeklärt wird bzw. von den genitalen zwangsoperation und all den anderen den menschenrechtwidrigen, nicht eingewilligten medizinischen zwangseingriffen erfährt, wird sich wirklich etwas zum besseren ändern -- denn noch ist folter an wehrlosen kleinkindern in der hiesigen wahlberechtigten bevölkerung nicht mehrheitsfähig (zum glück!). sprich sobald es gelingt, das gesellschaftliche tabu über zwitter und wie die medizyn sie "behandelt" wirkungsvoll zu durchbrechen, wächst der druck auf politiker und medizyner derart, dass die interessen der zwangsoperierten und zukünftigen zwitter eine realistische chance haben gegen die handfesten und erprobten interessen der ihre pfründe verteidigenden medizyner-zunft.

und ja, auf einen groben klotz gehört m.e. ein grober keil, sprich wie claudia sagt, mit satire allein kommt man gegen das realexistierende zwitter-tabu und die medizyner-zunft leider (!) allzuoft nur unzureichend an.  --> mehr

Sunday, April 27 2008

2. Offener Brief an "Pink Apple"

>>> Was bisher geschah ...

2 .  O F F E N E R   B R I E F

der schweizerischen Selbsthilfegruppe
zwischengeschlecht.org

an das

Schwullesbische Filmfestival PINK APPLE


Liebe [...]
Liebe Pink Apples

Nochmals danke für eure Antwort vom 18.4. Wie ich euch schon am 22.4. schrieb, komme ich gerne an die Diskussion am 4.5., und es tut mir leid, wenn ich euch mit meinem offenen Brief vor den Kopf gestossen habe. Mein Ziel ist es wie gesagt, für die angesprochene Problematik mit euch zusammen eine transparente, konstruktive Lösung zu finden, die den berechtigten Anliegen aller Gruppen Rechnung trägt und nicht in der Öffentlichkeit ein falsches Bild erzeugt, das uns Zwitter einmal mehr ausblendet und unsichtbar macht.

Gerne möchte ich im Folgenden inhaltlich auf eure Mail vom 18.4. eingehen:

Entgegen eurer Darstellung habt ihr nicht seit dem 3.3. nichts mehr von mir gehört, sondern am 11.3. hatte ich euch nochmals per Mail auf die Widersprüche in euren Aussagen aufmerksam gemacht. Leider habe ich darauf von euch nichts mehr vernommen, weshalb ich in der Folge am 16.4. den offenen Brief schrieb.

Leider vermisse ich auch in eurer jetzigen Antwort nach wie vor eine inhaltliche, konkrete Stellungnahme zu meinem Anliegen: Weder habt ihr dazu Stellung genommen, ob das Zwittersymbol eurer Meinung nach auch für Transgender gilt, noch habt ihr Bereitschaft signalisiert, grundlegend darüber nachzudenken, ob eure Verwendung des Zwittersymbols überhaupt korrekt ist, und eine eventuell irrtümliche Verwendung zu korrigieren. Ich bitte euch deshalb erneut inständig, dies so rasch wie möglich nachzuholen.

Dies umso mehr, da eure undifferenzierte Verwendung des Zwittersymbols für "Transgender" aus unserer Sicht höchst problematisch ist und dazu geeignet, uns "Inters**uellen" erheblichen Schaden und Leid zuzufügen, indem unter Ausblendung der für die Betroffenen erstrangigen Problematik der klar menschenrechtswidrigen Zwangsoperationen unser Zwitterdasein kurzerhand auf die "(Trans-)Genderfrage" reduziert wird.

So sehr wir euch wie erwähnt dankbar sind, dass ihr Filmen wie "Die Katze wäre eher ein Vogel" und "XXY"   eine Plattform bietet: Durch die erwähnte, undifferenzierte Vermischung von Begriffen und Symbolen tragt ihr letztlich bei zur Tabuisierung und Unsichtbarmachung von "Inters**uellen" in der öffentlichen Wahrnehmung, die wiederum massgeblich dazu beiträgt, dass diese menschenrechtswidrigen "Behandlungen" weiterhin andauern.

Dies ist ein grundsätzliches Problem, dem man mit einer halbstündigen Diskussion zum Film vom nächsten Sonntag meines Erachtens nicht wirklich gerecht werden kann. Ich möchte euch deshalb erneut inständig bitten, es so rasch als möglich grundsätzlich inhaltlich anzugehen. Damit künftig alle Betroffenen mit ungetrübter Freude bei Pink Apple mit dabei sein können.

Herzlichen Dank!


Nella



Fortsetzung:

>> Schwullesbisches Filmfestival "Pink Apple" missbraucht Zwittersymbol
>> 2. Offener Brief an "Pink Apple"
>> Zwittersymbol-Klau: "Pink Apple" verweigert Dialog und lädt Betroffene von "Diskussion" aus ...  
>> "Pink Apple" - unser Statement und Flyer zur Filmvorführung am 4.5.2008 
>> Zwittersymbol: Pink Apple lenkt ein

Wednesday, April 23 2008

"Wechselbad der Gefühle und Geschlechter"

Kann ein Zwitter Sünde sein?--> coole besprechung von "xxy" auf movieman.de

plus ein beispiel, wie sich der film auch nicht-vereinnahmend & und nicht-irreführend festivalkonform ankündigen lässt im programm des 17. "verzaubert" queer filmfestivals (obwohl auch darin die klassisch-betriebsblinde reduktion des filmthemas auf "das komplexe Genderthema" letztlich einmal mehr zu konstatieren ist. aua! bitte nicht mehr ... )

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Sunday, April 20 2008

Einmal mehr: Kölner Frauenfilmfestival setzt "intersexuell" = transsexuell

Jedes Mal, wenn Zwischengeschlechtliche sich "outen", sei es in der Öffentlichkeit oder im Freundeskreis, ernten sie "geistreiche Reaktionen" à la "Hat das etwas mit Transsexualität zu tun?" (Nella auf diesem Blog) oder "Ja, man hört und liest viel über Transsexuelle......." (Beispiel im nichtöffentlichen Bereich des IS-Menschen Forums).

Zusätzlich werden Zwischengeschlechtliche von Ärzten, Krankenkassengutachtern und Richtern regelmässig gedrängt, ihnen zustehende Behandlungen doch lieber über die "Trans*schiene" zu beantragen -- ansonsten sie mit z.T. Jahre langen Schikanen zu rechnen haben (Beispiel Christiane / nichtöffentliche Forumsbeispiele).

Kurz, die "bewährte" Desinformationstaktik etwa von Helma Katrin Alter oder Laura Armani (Nachtrag: und ihrer Souffleure von der "Church of Sexology", mehr dazu z.B. hier und hier) trägt weiterhin Früchte -- auf Kosten der Zwischengeschlechtlichen wie gehabt.

Nach dem schwullesbischen Fimfestival "Pink Apple" in Zürich trat nun auch das Frauenfilmfestival Dortmund / Köln ins selbe Fettnäpfchen -- und einmal mehr werden die für Zwischengeschlechtliche so fatalen "Verwechslungen" von der Presse unkommentiert weiterverbreitet -- ausgerechnet in der Stadt, in der Christiane Völling vor kurzem einen historischen Sieg für alle Zwischengeschlechtlichen errang ...

Aus einem Interview über "intersexuelle Themen" im Programm mit Festival-"Chefin" Silke J. Räbiger von Thomas Linden von der "Kölnischen Rundschau":

Eine Tradition aus Feminale-Zeiten hat die Sektion Quer-Blick. Wird sie zum Anziehungspunkt für die Subkultur?

Das wird sich zeigen. Intersexuelle Themen kommen in vielen Filmen vor, das haben wir beim Sichten festgestellt. Zum Beispiel in unserem argentinischen Eröffnungsfilm „XXY“ [Siehe Berichterstattung auf diesem Blog eins / zwei / drei] oder „She's a Boy I know“ [ein Film über eine Transsexuelle, der mit "Intersexualität" nichts zu tun hat] einer kanadisch-chinesischen Koproduktion. Eine erfreuliche Entwicklung, weil man nun nicht mehr so tun kann, als ob es sich hier um Sonderfälle des Lebens handelte. Die Zeit ist reif, dass intersexuelle Themen nicht mehr in dunkle Ecken abgeschoben werden. Es ist schon eine gute Mischung, die sich in unserem Programm gefunden hat.

Mag sein, dass diese "Mischung" für Festivalchefin Silke Räbiger oder für nach bekanntem Muster "Intersexuelle" vereinnahmende Transsexuelle eine "gute" ist. Für Zwischengeschlechtliche und ihre berechtigten Interessen ist sie hingegen schlecht und ein Teil des Problems, nicht der Lösung ...

(Hat tip an den Genderfreeblog, via dessen IS-Ticker ich auf das zitierte Interview stiess.)

Nachtrag: Pressemitteilung des Vereins vom 23.04.08

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!



XXY auf zwischengeschlecht.info:      

XXY - Ein menschlicher Film über Zwitter

XXY - der Film: Schweizer Verleiher nimmt Problematik ernst

XXY - argentinischer Spielfilm über jungen zwischengeschlechtlichen Menschen

Tuesday, April 15 2008

Schiebung! Wie die dgti den "Intersex"-Eintrag auf Wikipedia manipuliert & verfälscht

Vor nur einem Vierteljahr noch Unvorstellbar -- heute Wirklichkeit: Dieser Blog setzte im vorhergehenden Post Links auf die Wikipedia-Einträge "Intersexualität" und "Transgender", um auf die real existierenden Unterschiede zwischen diesen beiden Begriffen/Bewegungen hinzuweisen. Nach unserer hartnäckigen (und, ähm, kein Blatt vor den Mund nehmenden) Kritik an fragwürdigen Vermischungen der beiden Begriffe auf Wikipedia (um nicht zu sagen Annektierung von "Intersexualität" durch "Transgender") hat sich inzwischen auf Wiki für Zwischengeschlechtliche tatsächlich Wesentliches zum Besseren geändert. Dafür auch hier allen Beteiligten Danke!!!

In einem öffentlichen Thread auf dem IS-Menschen Forum wurde darauf der "Intersex"-Eintrag von Mitglieder_innen nochmals durchleuchtet ... (--> Fortsetzung)

Continue reading...

Monday, April 14 2008

Schwullesbisches Filmfestival "Pink Apple" missbraucht Zwittersymbol

Vor zwei Monaten wurde ich von einer der VeranstalterInnen des 11. Schwullesbischen Filmfestivals PINK APPLE in Zürich zu einer Diskussionsrunde zu Melanie Jilgs Film "Die Katze wäre eher ein Vogel" eingeladen (So 04.05. 18:30h Kino Movie). Im Film werden mehrere Zwischengeschlechtliche portraitiert, die ich persönlich kenne, der Film ist seit langem hier in der Blogroll verlinkt.

Neben der Regisseurin und einer Person aus dem Film würde man sich auch über "jemanden aus der Intersexcomunity der Schweiz" freuen, so die VeranstalterInnen. Kontext der Diskussion ("maximal 1/2 Std.") sei das "Thema der Intersexualität und deren Problematik in unserer engen rechtlichen Struktur" ...

In meiner Antwort-Mail kritisierte ich eine Praxis, die mir schon 2006 unangenehm aufgefallen war, als "Tintenfischalarm" mit Alex Jürgen in Zürich lief: Im Programm werden seit 2004 Filme jeweils mit "Geschlechtssymbolen" markiert. Dabei wird einmal mehr frech unser Zwittersymbol von LGBTs instrumentalisiert, wobei der Missbrauch zahlenmässig jedes Jahr zunimmt. Schaut mensch sich etwas im Programm um, kommt das Zwittersymbol in folgenden Konstellationen vor:
 

'Schwule Zwitterfilme' gay   

Beyond Vanilla gay zeigt und erklärt die harten Seiten der Sexualität. Interviews und handfeste «How-to-do»-Instruktionen führen den Zuschauer in die weite, fantasievolle Welt von Fetisch und S/M.

A Different War (Milhama a'heret) gay Die Rolle von König David wird beim Schultheater mit Noni besetzt – doch dieser würde viel lieber die Prinzessin spielen.

Paper Dolls – Bubot Niyar gay fünf transsexuelle Philippinos, welche in der Betreuung von betagten jüdischen Senioren Einsatz finden.


'Lesbische Zwitterfilme' lesb

Boy I Am lesb Frau-zu-Mann-Umwandlungen erleben in den USA zurzeit einen richtiggehenden Boom.

Working on it lesb ein Film über Geschlecht und Identität [nicht schon wieder ...] queere Strategien im weiten Feld sexueller Politiken

Queer Sisters in the Brotherhood lesb Eine kleine Hommage an die Handwerkerlesben

'Schwullesbische Zwitterfilme' gay lesb       

Gay ... et après? gay lesb Willkommen im Zeitalter der Post-Gay-Bewegung!

Be like others gay lesb Patientinnen und Patienten einer Umwandlungsklinik in Teheran

Out im Kino gay lesb Mit ihrem lesbisch-schwulen Filmlexikon «Out im Kino» haben Manuela Kay und Axel Schock ein für Europa einmaliges Nachschlagewerk geschaffen.


'Zwittrige Zwitterfilme' bzw. 'Nur Zwitterfilme'

Football under Cover Freundschaftsspiel zwischen der iranischen Frauen-Nationalmannschaft und dem Berliner Frauenbezirksteam Al-Dersimspor

F Scott Fitzgerald Slept Here Paul ist ein Transmann, der die Grenzen seines neuen Geschlechts auslotet wie andere den Tacho ihres neuen Autos.

Offerte Speciali Eine transsexuelle Kundin findet im Früchteregal etwas, das ihre kühnsten Vorstellungen übertrifft.
 

Auf meine Kritik an diesem Missbrauch wurde gerade mal mit einem ausweichenden Satz am Schluss der Mail reagiert:

Die Diskussion welche Zeichen welche Gender bezeichnen, wäre ja dann vielleicht eine die an diesem Filmabend geführt werden könnte....

Zugleich wurde versichert:

Dabei ist es uns sehr wohl bewusst dass, Transsexualität und Intersexualität nicht die gleiche Sache ist, wir haben in unserer Programmation auch immer sehr darauf geachtet diese 2 Themen nicht zu vermischen.

Na, klar, keine Vermischung – siehe die Beispiele oben ... – und noch dazu als Vorfilm zu Die Katze wäre eher ein Vogel ein weiterer 'Lesbischer Zwitterfilm' lesb , der einmal mehr mit Zwittern nix zu tun hat? Vielen Dank auch!

Und meine Bitte, "dieses Zeichen in Zukunft nur noch für Filme über Zwitter/Hermaphroditen/'Intersexuelle' zu verwenden", wurde natürlich ignoriert, wie das mittlerweile online gegangene Programm 2008 beweist.


Liebe Leute von Pink Apple!

Ihr habt dieses Jahr am 4. Mai in Zürich mit den Beiträgen

Die Katze wäre eher ein Vogel Vier intersexuelle Menschen erzählen von ihren Erfahrungen.

XXY [Sorry, "Thema Zweigeschlechtlichkeit"??? Und der "befreundete Chirurg" war einfach so "zu Besuch"??? Wart ihr im richtigen Film?]

gleich zwei 'Zwitterfilme' im Programm, die von vielen Zwischengeschlechtlichen geschätzt und begrüsst werden. Dies ist für uns ein Grund zu grosser Freude und dafür möchte ich mich herzlich bei euch bedanken!

Wenig Grund zur Freude ist hingegen die missverständliche Verwendung des Zwittersymbols in euren Programmen als Kennzeichnung für eine  Reihe von weiteren Filmen, die klar keine 'Zwitterfilme' sind (siehe oben).

Möglicherweise liegt dem eine Verwechslung der Begriffe "Intersexualität" und "Transgender" bzw. der dazugehörigen Symbole zu Grunde?
http://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t
http://de.wikipedia.org/wiki/Transgender

Leider stiessen meine bisherigen Hinweise auf diese Problematik per Mail auf wenig Echo. Deshalb möchte ich euch auf diesem Wege freundlich bitten, die Verwendung der "Gendersymbole" in euren Programmen zu überprüfen.

Das Zwittersymbol® (biologisches Symbol für Zwitter) gehört den Zwischengeschlechtlichen / Zwittern / Hermaphroditen / "Intersexuellen"!

Wenn ihr es für "Transgender" annektiert mit der Begründung, "unter diesem Begriff das Thema Gender und Geschlecht in seinen diversen Erscheinungen thematisieren und sehr offen behandeln" zu wollen, reiht ihr euch ein in die lange Tradition der Zwitter-Instrumentalisierung und trägt aktiv zur Unsichtbarmachung von Zwittern bei, die das Leben der Betroffenen nachhaltig negativ beeinflusst.

Zwischengeschlechtlich geborene Menschen müssen sich nicht nur mit der Problematik auseinandersetzen, dass ein Zweigeschlechtssystem ihre geschlechtlich uneindeutigen Körper nicht gelten lässt und mittels Skalpell der Norm anpasst. Sie werden zusätzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass homosexuelle und transsexuelle Bewegungen sowie die feministische Frauenbewegung ihre geschlechtlich uneindeutigen Körper oft als Mittel zum Zweck für eigene Interessen verwenden.

In der öffentlichen Wahrnehmung sind zwischengeschlechtlich geborene Menschen längst im (Trans-)Gender-Diskurs untergegangen. Das Zwittersymbol wird missbraucht, zu einem beliebig anwendbaren Abzeichen degradiert – je nach momentaner Genderattitüde oder Geschlechtslaune. Oder kann mir jemand sagen, was (zwangsoperierte) Zwitter mit Fussball spielenden Frauen oder sehnsüchtig wartenden Männern in "Umwandlungskliniken" gemeinsam haben?

Wir appellieren an eure Solidarität!

Nella


--> Dokumentation meiner Korrespondenz mit "Pink Apple"


Fortsetzung:


>> 2. Offener Brief an "Pink Apple"
>> Zwittersymbol-Klau: "Pink Apple" verweigert Dialog und lädt Betroffene von "Diskussion" aus ...  
>> "Pink Apple" - unser Statement und Flyer zur Filmvorführung am 4.5.2008 
>> Zwittersymbol: Pink Apple lenkt ein


Siehe auch:

- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002 (>> "Kolonialisierungskaskaden") 
- Einmal mehr: Kölner Frauenfilmfestival setzt "intersexuell" = transsexuell
- Helma Katrin Alter – transsexuell oder intersexuell?
- Etwas Solidarität mit Intersexuellen, bitte ...
- Wikipedia vs. Zwitter
- Laura Armani – intersexuell oder transsexuell?
- "Genitalverstümmelung ein afrikanisches Problem?"
- Hurra, es ist da – das neue Transschända
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität"



XXY auf zwischengeschlecht.info:
      

XXY - Ein menschlicher Film über Zwitter

XXY - argentinischer Spielfilm über jungen zwischengeschlechtlichen Menschen

XXY - der Film: Schweizer Verleiher nimmt Problematik ernst

Friday, April 11 2008

"Krebsgefahr!" - Teamwork zwischen Endokrinologen und Chirurgen

So lange es Endokrinologen-Medizyner gibt, die – trotz Studien, die das Gegenteil beweisen (>> "0.9% Krebsrisiko") – öffentlich behaupten, dass Hodenanlagen "in den meisten Fällen" aufgrund eines angeblich "hohen Krebsrisikos" entfernt werden müssen, so lange wird es Chirurgen-Medizyner geben, die sich das nicht zwei Mal sagen lassen, sondern Eltern unter Druck setzen und eifrig Säuglinge zwangskastrieren werden. Denn:

"Man kann hier also keinesfalls von Zwangsoperationen sprechen, denn dieser Eingriff ist lebensnotwendig."

So Prof. Dr. Eugen Schoenle (Bild: Landbote), Professor für pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie am Kinderspital Zürich in "Der Landbote" (pdf-Download) vom 6.2.2008.

"Schönle Ausreden" – und das ausgerechnet am Tag von Christiane Völlings Sieg!

Nella


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