Die
Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat unlängst ein
Positionspapier "Menschenrechte Intersexueller
gewährleisten" veröffentlicht, das leider das eigentliche Problem
der Verletzung des Grund- und Menschenrechts auf körperlichen
Unversehrtheit einmal mehr aussen vor lässt.
Auch konkret lassen die Bundes-Grünen genitalverstümmelte Zwitter
weiterhin im Regen stehen:
Statt wie von der Zwitterbewegung seit 14 Jahren gefordert
endlich einmal konkrete Vorstösse gegen die SeriengenitalabscheiderInnen
in deutschen Spitälen zu unternehmen, starten die Grünen lieber die x-te
chancenlose Initiative zu einer Änderung des Personenstandsrechts – bekanntlich
eine Hauptforderung von Transsexuellen/Transgendern, und
NICHT von Zwittern – während die SerientäterInnen
weiterhin ungehindert im Akkord wehrlose Zwitterkinder verstümmeln ...
Schlimmer noch, das Positionspapier macht sprachlich und in der
Sache wiederholt gemeinsame Sache mit den TäterInnen (mehr zum
Positionspapier siehe unten "Kommentar").
Gleichzeitig lädt heute die Landesarbeitsgruppe QueerGrün Berlin unter dem Titel:
"Kontrollierte Körper und beschädigte Psychen: Menschenrechtsverletzungen
der Medizin an Intersexuellen und Trans*" wieder
einmal zu einem "Fachgespräch" (die entsprechende Ankündigung ist zu
unterst vollständig dokumentiert).
Leider scheint dabei auch QueerGrün
nicht zum ersten Mal primär die Problematik und Sichtweise der
Transsexuellen im Blickfeld zu haben. Zumindest die Ankündigung zielt ebenfalls
in leider altbekannter Weise am eigentlichen Problem der Zwitter vorbei:
Die massivsten
Grund- und Menschenrechtsverletzungen an den "Intersexuellen"
werden (im Gegensatz zur den Forderungen der Tanssexuellen/Transgender) laut
Ankündigung leider, leider wieder mal von vornherein
bagatellisiert – und nach bekanntem Muster
instrumentalisiert zu Gunsten einer erhöhten Sichtbarmachung
der in Wahrheit auf einer anderen Ebene gelagerten Grundrechtsverletzungen von
Transsexuellen:
Dies beginnt schon im Titel, wo die massiven körperlichen Schäden durch die
heute noch möglichst flächendeckend durchgeführten
Genitalverstümmelungen an wehrlosen Zwitterkindern
verniedlicht werden, indem deren Körper nach dem Verständnis von
QueerGrün Berlin nicht etwa "beschädigt" werden, sondern lediglich
"kontrolliert" (im Gegensatz zur Psyche/Identität, dem Hauptthema der
Transsexuellen).
Dieselbe Tendenz setzt sich in der Ankündigung dann auch im Kleingedrucken
konsequent fort: Statt Klartext zu reden über Genitalverstümmelungen,
Zwangskastrationen, genitale Zwangsoperationen oder nur schon von kosmetischen
Genitaloperationen an Zwitterkindern, ist in Bezug auf die Zwitter lediglich
die Rede von "sogenannte „geschlechtsangleichende Operationen“ [...], um
dem Kind ein „eindeutig“ männliches oder weibliches Geschlecht
zuzuweisen". Dies ist TäterInnensprache! Zwangsoperierte
Zwitter wehren sich seit Jahrzehnten gegen diesen sprachliche Verschleierung
und Beschönigung!
Doch es kommt noch übler: Bei den "Trans*-Menschen" ist nebst der
von diesen bevorzugten Sprachregelung, nämlich "„geschlechtsangleichende“
Maßnahmen" dann demgegenüber zusätzlich noch explizit die Rede von
"Zwangskastration"! Dies ist nicht nur eine Verdrehung der Tatsachen,
sondern eine schamlose Vereinnahmung und Verniedlichung der
medizynischen Verbrechen an Zwittern!
Denn es verdeckt den realen Unterschied zwischen
Zwangskastrationen, wie sie einerseits wehrlosen Zwittern gewaltsam
oder mit Lügen von einer angeblich direkt
lebensbedrohenden "generellen Krebsgefahr" aufgezwungen werden, ohne dass
diese eine Möglichkeit hätten, sich dagegen zu wehren oder abzulehnen, und
andrerseits dem Kastrationszwang, wie ihm Transsexuelle/Transgender
mit eindeutigen körperlichen Geschlechtsmerkmalen ausgesetzt sind, die eine
Änderung des Personenstandseintrags wollen, ohne dass sie deshalb gewaltsam
oder durch hinterlistische Täuschung gezwungen würden. Diese Verdrehung
entspricht sinngemäss etwa einer Gleichsetzung/"Verwechslung" von Nötigung
("Geld oder Leben!") mit Mord aus dem Hinterhalt.
In dieselbe Kerbe haut auch das von QueerGrün als Ankündigung verwendete
Piktogramm:

Hier ist klar ein erwachsener Mensch abgebildet, es steht also wiederum für
Transsexuelle oder Transgender – Zwitter, die in der Regel
nach wie vor als Kleinkinder vor dem 2. Lebensjar von den Medizynern
verstümmelt werden, bleiben einmal mehr aussen vor.
Wörter, Symbole und Zeichen schaffen Tatsachen, wer sie unsachgemäss
benutzt oder gar mutwillig für eigene Zwecke verdreht, macht sich zur
MittäterIn!
Aus diesen Gründen, und weil Vereinnahmung und Instrumentalisierung von
Zwittern durch LGBT inkl. "Trans*-Menschen" leider eine
Jahrzehnte alte, unwürdige Tradition hat, die bisher von beiden Seiten noch
nicht wirklich aufgearbeitet wurde, sollten die massiven
Menschenrechtsverletzungen an Zwittern besser nicht im selben Atemzug bzw. an
derselben Veranstaltung mit Transgender/Transsexuellen behandelt werden. Wer
dies trotzdem tut, sollte sich der Gefahr bewusst sein und entsprechende
Vorsicht an den Tag legen – ausser, die Betreffenden nehmen die Fortsetzung der
Zwittervereinnahmung entweder mutwillig in Kauf, oder haben es gar von
vornherein darauf abgesehen.
Kommentar:
An und für sich ist es ja prinzipiell positiv, dass QueerGrün wie auch die
Mutterpartei sich gegen Menschenrechtsverletzungen an Zwittern positionieren
wollen.
Die vorliegende Veranstaltungsankündigung lässt jedoch leider nicht zum
ersten Mal betreffend der oben angesprochenen Kritikpunkte jegliche notwendige
Sensibilität vermissen, und auch die geladenen Expert_innen haben sich leider
diesbezüglich zumindest bisher nicht gerade durch analytische Trennschärfe
hervorgetan (geschweige denn durch realpolitisch durchsetzbare, klare
Positionen und Forderungen, etwa indem sie sich aktiv für ein Verbot
der Genitalverstümmelungen an Zwitterkindern einsetzen würden).
Bezeichnenderweise kommt das von allen Zwitterorganisationen in ihren
Forderungslisten nicht zufällig an erster Stelle angeführte, zentrale
Recht auf körperliche Unversehrtheit und
Selbstbestimmung im ganzen QueerGrün-Ankündigungstext
nicht ein einziges Mal vor!
Obwohl u.a.
Amnesty Schweiz und
Amnesty Deutschland, aber auch
Terre des Femmes Schweiz erst gerade bewiesen, dass es auch anders
geht – nämlich mit Klartext, auf den Punkt gebracht und erst noch ohne
Vereinnahmung! Ebenso die
schweizer Grünen.
Nur die deutschen Grünen haben bisher trotz
bald Jahrzehnte langem Gerede noch nichts konkretes zur
Durchsetzung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter auf die
Reihe gekriegt – sondern zumindest bisher stattdessen stets
bloss Vereinnahmung pur! (eins
/
zwei /
drei /
vier /
fünf /
sechs)
Auch das
4-seitige Positionspapier der Bundes-Grünen
"Jenseits des Geschlechts: Menschenrechte Intersexueller
gewährleisten" mit Datum vom 6. Mai 2010 zielt einmal mehr am
eigentlichen Problem vorbei und hofiert letztlich gar zum Teil einmal mehr die
Zwangsoperateure (etwa, in dem es auf S. 2 unbesehen und unhinterfragt deren je
nach Bedarf
beschönigte Zahlen und Statistiken übernimmt). Auf S. 3 wird gar
unterstellt, zwangsoperierte Zwitterkinder (in der Regel unter 2-jährig!) wären
zumindest "bedingt einwilligungsfähig". Weiter ist die Rede von
"sexuelle Funktionsfähigkeit", ohne dass eben der deren
Infragestellung durch Verminderung/Verlust des sexuellen Empfindens durch die
Verstümmelungen je angesprochen wird (viele Zwangsoperierte spüren nichts mehr
oder nur noch Schmerzen). Das ist einmal mehr unhinterfagt übernommene
TäterInnensprache der SerienverstümmlerInnen vom
"Netzwerk DSD/Intersexualität" / "EuroDSD"!
Das den Zwittern nach wie vor vorenthaltene, zentrale Grund- und
Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit kommt im ganzen
Positionspapier immer noch kein einziges Mal vor!
Statt endlich entschlossen gegen die
Medizyner-Verbrecher vorzugehen und ihnen endlich, endlich
das Verstümmeln wehrloser Kinder
gesetzlich zu verbieten (z.B. entsprechend dem aktuellen Gesetzesentwurf
gegen weibliche Genitalverstümmelung), geht es den Grünen auf S. 4 in ihrer
konkreten politischen Arbeit aktuell dann folgerichtig einmal mehr
lediglich um das Lieblingskind der Transsexuellen und Transgender, nämlich
ausschliesslich
um das Personenstandsgesetz. Während gleichzeitig wherlose Zwitterkinder
genitalverstümmelt und kastriert werden – allein in deutschen Spitälern etwa
JEDEN TAG EINES!!!
Fazit: Es wäre ja wirklich sehr schön und eine
Riesenfreude, falls sich das alles anlässlich dieses x-ten "Fachgesprächs" der
Grünen endlich ändern würde – aber ehrlich gesagt halt ich bis dahin die Luft
nicht an ...
Siehe auch:
-
Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung
-
Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter
verstümmelt nur ruhig weiter ...
-
Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2
(Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
-
Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert
-
Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht
unnütz gebrauchen!"
-
"Netzwerk DSD/Intersexualität" / "Euro-DSD": Lübecker Zwitterstudie
frisiert
Nachfolgend dokumentieren wir die oben kritisierte
Veranstaltungseinladung: