Monday, April 4 2011

"Kampf gegen Genitalverstümmelung - öhm, Geschlechtszwang" - Zentralschweiz am Sonntag, 3.4.11

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

«Kampf gegen Genitalverstümmelung, öhm, Geschlechterzwang» - Zentralschweiz am Sonntag, 3.4.11Gelungener Artikel von Eva Novak in der überregionalen innerschweizer Sonntagszeitung, der knapp aber umfassend über die von Zwischengeschlecht.org initiierten Vorstösse im Nationalrat berichtet, und worin Daniela "Nella" Truffer Klartext redet auch über die reichlich unschönen Misstöne dabei.
Dafür der Autorin ein herzliches Danke! 

Schade nur, dass die Überschrift dann die im Artikel geschilderte Vereinnahmung gleich noch einmal wiederholt ...

>>> Zum Lesen hier oder ins Bild klicken! (Plus darauf ggf. nochmals reinklicken, um den Scan auf 100% Grösse auszuklappen.)

>>> Schweiz: Invalidenversicherung (IV) bezahlt Genitalverstümmelungen
>>> 2x Zwitter-Vorstoss im Nationalrat: Von knapp vorbei bis voll daneben

Sunday, April 3 2011

Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Chirurgische Arbeitsgemeinschaft geht auf Distanz (will sich aber nicht distanzieren)

1. Mahnwache vor der "DGE 2011" mit Offenen Briefen, Hamburg 1.4.11

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>>> Infoseite zu den Protesten   >>> Bericht 1. Aktion 30.3.   >>> Bericht 2. Aktion 1.4.

Die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) zeigt sich besogt darüber, als Mitorganisatorin bei der "DGE 2011" in der Öffentlichkeit mit der Praxis der Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken in Verbindung gebracht zu werden.

Auf den >>> Offenen Brief der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org vom 1.4.11 an die Mitgliederversammlung der DGE, welcher der zeitgleich tagenden CAEK ebenfalls zugestellt wurde, kam von letzterer als Antwort sogleich eine Beschwerde. Darin monierte der CAEK-Vorsitzende (der seinen Namen in dieser Angelegenheit im Internet nicht genannt haben will) "bei allem Verständnis für Ihr Anliegen", durch den Offenen Brief werde eine "Beziehung" hergestellt, "welche nicht existiert" und daher "für den Leser irreführend" sei. Sowie u.a. mit der "dringenden" Bitte an Zwischengeschlecht.org, "die von Ihnen erhobenen Vorwürfe gegenüber der CAEK zurückzunehmen bzw. gegenüber den Lesern des offenen Briefes richtig zu stellen".

In diesem Sinne dokumentiert dieser Blog nachfolgend die Antwort an den ungenannt sein wollenden Vorsitzenden, die auszugsweise auch in der Pressemitteilung vom 2.4.11 wiedergegeben war:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. [...]

Vielen Dank für Ihre Stellungnahme und für Ihr Verständnis für unser Anliegen.

Unsere Menschenrechtsgruppe ist sich bewusst, dass die Schwerpunkte der CAEK bei medizinisch indizierten Eingriffen an Erwachsenen liegen, hauptsächlich der Schilddrüsen, [...] der Bauchspeicheldrüse und der Nebennierenrinden, und somit NICHT medizinisch nicht notwendige, kosmetische Genitaloperationen an Kindern betreffen. Wie Sie unserem Offenen Brief wie auch unseren Pressemitteilungen, Flugblättern usw. entnehmen können, behaupten wir auch nirgends, die CAEK sei an Leitlinien beteiligt, die solche menschenrechtswidrigen Eingriffe propagieren, sondern sehen die Verantwortung dafür im Zusammenhang mit der DGE 2011 klar bei der DGE.

Da Ihre Vereinigung jedoch als Mitorganisatorin der DGE 2011 auftritt und ihre Mitgliederversammlung zeitgleich mit der DGE abhielt, erlaubten wir uns, Ihnen unseren Offenen Brief ebenfalls zukommen zu lassen, um Sie über unsere Bedenken und Anliegen zu informieren.

Auch sind wir der Ansicht, dass bei gravierenden medizinethischen Fragen wie im Falle der systematischen kosmetischen Genitaloperationen an wehrlosen Kindern die gesamte medizinische Gemeinschaft gefordert ist, und nicht nur die unmittelbar betroffenen Teildisziplinen, und dies umso mehr, je enger andere Disziplinen mit den direkt verantwortlichen Kontakt pflegen und zusammenarbeiten.

Es war jedoch nicht unsere Absicht, eine direkte Beziehung der CAEK zu den von uns kritisierten Praktiken herstellen zu wollen, und wir werden dies auch nochmals explizit öffentlich bekräftigen.

Jedoch würden wir es begrüssen, wenn die CAEK zu den von uns angesprochenen Problemen prinzipiell Stellung beziehen würde, da wir uns erhoffen, dies könnte zur Beschleunigung der Beendigung der kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen entscheidend beitragen. Auch könnte dies gleichzeitig potentielle Missverständnisse betreffend der Beziehungen der CAEK zu fragwürdigen Praktiken, wie sie offensichtlich im Rahmen der DGE 2011 auch am heutigen Tage nach wie vor propagiert werden, von vornherein ausschließen.

Freundliche Grüsse

Daniela Truffer / Zwischengeschlecht.org

Soweit wollte der ungenannt bleiben wollende Vorsitzende aber nicht gehen. Sondern schrieb im Gegenteil mit Datum vom 2.4. zurück, die Arbeitsgemeinschaft habe "zu diesem Thema" noch nie Stellung bezogen und werde es auch künftig nicht tun, "da ihr in dieser Hinsicht jegliche Fachkompetenz fehlt".

Offenbar fachkompetent genug fühlte sich der ungenannt bleiben wollende Vorsitzende demgegenüber für folgende Formulierung: "Die von Ihnen erhobenen Vorwürfe in dem offenen Brief sind schwerwiegend und rufschädigend. [...] Die hierdurch bedingten Auswirkungen im Zeitalter der umfassenden Google-Suche sind immens."

Von der "Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)", an welche die im Offenen Brief stehenden "Vorwürfe" bekanntlich gerichtet sind, kam bisher übrigens keine Rückmeldung.

Meine 2 Cent: Etwas Nachhilfe in Grundprinzipien der (Medizin-)Ethik könnte wohl beiderseits nicht schaden ...

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

>>> Infoseite zu den Protesten zur "DGE 2011" 
>>> Download Flugblatt (PDF, 168KB)
>>> Bericht 1. Aktion 30.3.   >>> Bericht 2. Aktion 1.4.

Siehe auch:
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGKJ-DGKCH 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief APE-AGPD 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief 11th EMBL/EMBO 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief, IOC 2009

Saturday, April 2 2011

Hamburg 30.3.-2.4. - Friedliche Proteste + Infoveranstaltung gegen GenitalverstümmlerInnen-Kongress "DGE 2011"

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FRIEDLICHER PROTEST: Mi 30.3. 10:30-16:00 h    + Infoveranstaltung: Mi 30.3. 20 h @ SternChance   + 1. FRIEDLICHE MAHNWACHE: Fr 1.4. 07:30-10:00 h    + 2. FRIEDLICHE MAHNWACHE: Sa 2.4. 09:30-13:30 h   ... Wir sehn uns, wo die Action ist!Proteste + Infoveranstaltung zum
54. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
"DGE 2011"
, dem Jahrestreffen der GenitalverstümmlerInnen in Weiss diese Woche in Hamburg.

Wir sehn uns, wo die Action ist!

>>> Mehr Infos hier!   

Genitalverstümmler-Kongress "DGE 2011": Bilder der 1. Mahnwache

1. Mahnwache vor der "DGE 2011", Hamburg 1.4.11

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>>> Infoseite zu den Protesten   >>> Demo-Flugblatt (PDF)   >>> Bericht 1. Aktion 30.3.

Als gestern morgen früh die Mitglieder des Genitalabschneider-Standesorganisation "Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)" zu ihrer Jahresversammlung 2011 ins Congress Centrum Hamburg CCH eilten, empfing sie das unvermeidliche Empfangskomitee mit Flugblättern (>>> Download PDF, 168KB), Schildern und Transparenten – sowie verstärkt um eine lokale Soli-Delegation. Fettes Dankeschön an alle, die kamen!

Und von den "DGE 2011"-TeilnehmerInnen offensichtlich mittlerweile nicht mehr ganz unerwartet: "Ah, die Demo!", begrüsste uns lautstark schon der erste Pulk, sobald er vom Bahnhof her um die Ecke bog. Auffallend viele Male hörten wir diesmal auch beim Flugblattverteilen erfreuliche Aussagen wie: "Ich bin auf eurer Seite!" – obwohl nach wie vor die Mehrzahl der KongressteilnehmerInnen Gesichter schnitt, als hätten sie in etwas besonders Saures gebissen ...

Und während dann die DGE-GenitalabschneiderInnen drinnen tagten, überbrachte die unermüdliche Zwitter-Flugblattbrigade am "DGE 2011"-Empfang den obligaten >>> Offenen Brief der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org.

Auch PassantInnen wurden erneut zahlreich über die Genitalverstümmelungen vor ihrer Haustüre informiert. Wie schon gestern überwiegend mit positiven Reaktionen: "Warum warten die nicht einfach zu?", sprach etwa ein junger Mann ein grosses Wort gelassen aus.

Ja, warum eigentlich nicht?

Und damit bis zur heutigen 2. Mahnwache, Samstag 09:30-13:30 Uhr am selben Ort ...

>>> Infoseite zu den Protesten zur "DGE 2011" 
>>> Download Flugblatt (PDF, 168KB)

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>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGKJ-DGKCH 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief APE-AGPD 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief 11th EMBL/EMBO 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief, IOC 2009

Friday, April 1 2011

Caster Semenya: Sieg über 800m, Zweite über 400m - IOC will ab Di "Richtlinien für Störungen der Sexualentwicklung" beraten (XXVIII)

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IOC IAAF: Stop Intersex Discrimination!Mokgadi Caster Semenya scheint ihre Rückenverletzung zumindest soweit überwunden zu haben, dass sie wieder regelmässig an Wettkämpfen teilnehmen kann – zur Vorbereitung auf die kommenden südafrikanischen Meisterschaften nächste Woche in Durban, wie sie vorletzten Samstag nach ihrem Sieg über 800m im südafrikanischen Germiston verriet. Semenya erreichte dabei eine Saisonbestzeit von 2:01,77. (>>> sapa-Agenturmeldung, englisch).

Ebenfalls in Germiston bestritt Semenya ein weiteres 400m-Rennen, musste dabei aber mit dem 2. Platz vorlieb nehmen. Auf dem Siegerpodest stand diesmal die namibische Läuferin Tjipekapora Herunga mit einer persönlichen Bestzeit von 52,32; in der letzten Begegnung war sie nach Semenya Zweite geworden. (>>> namibian.com.na, englisch)

Die Agentur >>> Reuters (englisch) vermeldete derweil, der Vorstand des Internationalen Olympia Komitees IOC wolle an einem Treffen von nächstem Dienstag bis Mittwoch, 5.-6. April in London über "Richtlinien für Störungen der Sexualentwicklung [sic!]" für die Olympischen Spiele 2012 ebendort beraten ("guidelines for disorders of sexual development").

Wie ein ungenannt bleibender IOC-Funktionär bekanntgab, sei es "noch unklar, ob die Richtlinien während des Treffens bekannt gegeben würden oder erst später".

Fortsetzung folgt ...

>>> IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> Zwitter im Sport: IOC, IAAF und FIFA leugnen Verantwortung
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Thursday, March 31 2011

1. Protest gegen GenitalverstümmlerInnenkongress "DGE 2011"

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«STOP Genitalverstümmelung im Kinderspital! Menschenrechte auch für Zwitter!» vor dem Congess Centrum Hamburg CCHAn ihnen kam keineR unbehelligt vorbei: Zwitter-Flugblattbrigade vor dem CCH, 30.4.11

>>> Infoseite zu den Protesten  

Pünktlich und unübersehbar startete gestern vor dem "Congress Centrum Hamburg (CCH)" die 1. von insgesamt 3 friedlichen Protestaktionen zum Genitalabschneider-Jahrestreffen "DGE 2011" der "Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)" und der "Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK)".

Bewaffnet mit unwiderstehlichem Charme, angriffigen Flugblättern (>>> Download PDF, 168KB) und unerschöpflichem Durchhaltevermögen machten die Zwitter-Menschenrechtskämpfer_innen mit dieser mittlerweile 5. entsprechenden Aktion von Zwischengeschlecht.org in Folge den anreisenden MedizynerInnen freundlich, aber bestimmt klar, dass die Zeiten, als sie sich unbehelligt und unwidersprochen zum gemütlichen Fachsimpeln über "neue Verbesserungen" ihrer menschenrechtswidrigen Verstümmelungspraktiken versammeln konnten, endgültig der Vergangenheit angehören.

Gleichzeitig wurden zahllose PassantInnen über die täglichen chirurgischen Genitalverstümmelungen vor ihrer Haustüre informiert, ebenso über die KomplizInnenschaft ihrer gewählten PolitikerInnen bei diesen medizinischen Verbrechen. Viele reagierten überrascht bis betroffen, da sie bisher noch nichts davon vernommen hatten, einige meinten ungläubig: "Ich dachte, sowas wär verboten?" Einige waren jedoch bereits auf dem Laufenden, bekundeten gar von sich aus, dagegen müsse endlich international auf Menschenrechtsebene vorgegangen werden.

Die konfrontierten EndokrinologInnen wiederum teilten sich in die bereits von anderen Kongressen her bekannten Lager:

Auf der einen Seite die Mehrzahl der letztlich wohl unverbesserlichen VerstümmlerInnen sowie quasi berufsmässigen IgnorantInnen, die ihr schlechtes Gewissen mit bösen Blicken, gehässigen Bemerkungen und "gutgemeinten Ratschlägen" zu kaschieren versuchten. Die wohl mit Abstand verbreitetste Taktik dieser Gruppe war, das Unrecht zwar nicht prinzipiell zu leugnen, jedoch – entgegen der auch auf dem Flugblatt angeführten bekannten Federführung der EndokrinologInnen bei den Zwangsbehandlungen – jegliche Beteiligung an den menschenverachtenden Verstümmelungen rundherum abzustreiten nach dem aus zahllosen Krimiserien bekannten Muster: "Ich hab nix getan! Ich war's nicht! Ich bin unschuldig! Geht gescheiter zu den KinderchirurgInnen!" Die unbedarfteste Vertreterin dieser Art: "Damit macht ihr euch bei den Endokrinologen keine Freunde" – und vor lauter Verärgerung über die ach so unbotmässigen Überlebenden dürfen die Entrüstete und ihre sauberen KollegInnen dann quasi gerechtfertigterweise umso mehr wehrlose Kinder verstümmeln, alles klar ...

Auf der anderen Seite dagegen eine Minderheit, unsere Anwesenheit unser Anliegen der schnellstmöglichen Beendigung der menschenverachtenden Verstümmelungspraktik ausdrücklich guthiessen: "Wird Zeit, dass da endlich die Moderne Einzug hält."

Nach vielen meist erfreulich verlaufenen Diskussionen und mehr als 200 verteilte Flugblätter später wurde die Kundgebung schliesslich um 4 Uhr nachmittags ordnungsgemäss beendet – fürs erste.

Wir sehn uns wieder zur 1. Friedlichen Mahnwache während der Mitgliederversammlungen von DGE und CAEK, morgen Freitag ab 07:30 bis 10:00 Uhr – sowie erneut am Samstag ab 09:30, jeweils am bekannten Ort ...

>>> Infoseite zu den Protesten zur "DGE 2011" 
>>> Download Flugblatt (PDF, 168KB)

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>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGKJ-DGKCH 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief APE-AGPD 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief 11th EMBL/EMBO 2010
- Aktion & Offener Brief Ostschweizer Kinderspital St. Gallen 2011
- Aktion & Offener Brief Kinderspital Luzern 2010
- Aktion & Offener Brief Inselspital Bern 2009
- Aktion & Offener Brief Kinderspital Zürich 2008
- Friedlicher Protest & Offener Brief, IOC 2009
- 2. Mahnwache vor der UNO in Genf, 26.01.09
- 1. Mahnwache vor der UNO in Genf, 02.02.09
- 3. Zwitterdemo vor dem Landgericht Köln, 20.05.09
- 2. Zwitterdemo vor dem Landgericht Köln, 06.02.08
- 1. Zwitterdemo vor dem Landgericht Köln, 12.12.07

Monday, March 28 2011

«Hermaphrodite - Phoebes intersexuelles Abenteuer» - HEUTE 28.3.11 22:50h SF1 (Wiederholung: 4.4.11, 11:10h SF1)

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Zufällig entdeckt: Heute abend läuft auf SF1 die deutsche Fassung der australischen Filmbiographie von Phoebe Hart (Originaltitel: "Orchids - My Intersex Adventure").

Die Hinweise auf den Film in den Medien sind eher durchzogen:

Auf der >>> Ankündigung auf SF.tv wird etwa unhinterfragt und undifferenziert einmal mehr die Medizyner-Krebslüge kolportiert: "Ihre Hoden wurden später entfernt, da ein erhöhtes Krebsrisiko bestand." Dazu das übliche unzutreffende, aber Hauptsache Gender-fixierte Gefasel à la "Sie hat eine Veranlagung namens Androgenresistenz, ist also halb Mann, halb Frau".

Auch die >>> Vorschau auf 20min.ch dreht sich identitätsfixiert um "Die Reise zum eigenen Ich" (so der Titel). Immerhin wird aber auch ein Bezug zur Schweiz gemacht – und es werden zwischendurch auch kritische Töne angeschlagen:

Noch bis in die 80er-Jahre war es Intersexuellen – wie sie heute heissen – meistens nicht möglich, ihr Geschlecht selbst zu wählen. Oft hatten sich die Eltern bereits früh dafür entschieden, ob das Kind ein Bub oder ein Mädchen sein soll. Wie «drs2.ch» berichtete, operierten Ärzte die Kinder sogar ohne die Zustimmung der Eltern. Die aufgezwungene Geschlechterzuweisung, die später unter Umständen von einer Hormonbehandlung begleitet wird, bleibt für viele Betroffene nicht folgenlos: Sie geraten in eine Identitätskrise, fühlen sich weiblich, werden aber in die männliche Rolle gedrängt oder umgekehrt. Hinzu kommt, dass es durch die operative «Korrektur» zu einer Minderung des sexuellen Empfindens kommen kann, wie es auf «intersex.ch» heisst.

Zwar handelt es sich mit der Behauptung, "seit den 80-er Jahren" würden hierzulande Zwitter nicht mehr genitalverstümmelt, bekanntlich bloss um das unkritische Nachplappern eines altbekannten Medizynermärchens, das durch stete und unhinterfragte Wiederholung auch nicht wahrer wird: Tatsächlich werden (wohlbemerkt laut Erhebungen der VerstümmlerInnen selber!) heute noch 90% aller Kinder mit "auffälligen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen mindestens einmal ohne medizinischen Grund in Kinderspitälern genitalverstümmelt, auch in der Schweiz.

Auch wäre die neuere >>> DRS2-"Kontext"-Sendung (davon insbesondere der 2. Teil) ein wertvollerer Hinweis gewesen als die bei 20min.ch verlinkte, ältere "Wissen aktuell"-Kurzsendung.

Immerhin wird aber explizit auf die "Minderung des sexuellen Empfindens" durch die kosmetischen Genitaloperationen hingewiesen, und in diesem Zusammenhang auf die CH-Selbsthilfegruppe verlinkt. Dafür ein herzliches Danke! 

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> "STOP Genitalverstümmelung als 'Rohmaterial' für die Geschlechterforschung!"

Sunday, March 27 2011

Schweiz: Invalidenversicherung (IV) bezahlt Genitalverstümmelungen - 2x Zwitter-Vorstoss im Nationalrat: Von knapp vorbei bis voll daneben

>>> Nachträge 30.3.11 / 4.4.11 / 26.4.11

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktion vor dem Ostschweizer Kinderspital, St. Gallen 6.2.2011 (Bild: NZZ Format)

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>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Stellungnahme zur überparteilichen Interpellation 11.3286
>>> Stellungnahme zur Zweit-Interpellation 11.3265

STOP Genitalverstümmelung im Kinderspital!Schweiz: Invalidenversicherung (IV) bezahlt Genitalverstümmelungen

In schweizer Kinderkliniken werden Genitalverstümmelungen nicht über die Krankenkassen abgerechnet, sondern über die Invalidenversicherung (IV), die bis zum vollendeten 20. Lebensjahr für die ganze Bandbreite medizinisch nicht notwendiger, kosmetischer Genitaloperationen aufkommt.

Was von der IV letztlich alles übernommen wird, regelt im Detail eine gut 200 Diagnosegruppen umfassende "Liste der Geburtsgebrechen". Erstellt von der ethisch herausgeforderten CH-VerstümmlerInnenlobby "Schweizerische Akademie der Medizynischen Wissenschaften (SAMW)", dokumentiert diese Liste unter mindestens 12 Ziffern sowohl das weitläufige Tätigkeitsgebiet der lokalen GenitalabschneiderInnenzunft wie auch deren Verbundenheit mit medizynischer Nomenklatur aus der Zeit noch vor dem 2. Weltkrieg ("Pseudohermaphroditismus").

Datenspur der Zwangsoperateure

Da die Invalidenversicherung (IV) dem Bund untersteht, ist es theoretisch möglich, via eine Anfrage im Nationalrat Daten der über die IV abgerechneten menschenrechtswidrigen Genitaloperationen zu erhalten.

Nach 4 überparteilichen Anfragen auf Kantonsebene in den letzten 18 Monaten zu ebensovielen deutschschweizer Genitalabschneiderkliniken (deren Antworten bisher wenig überraschend in erster Linie ihre Unwilligkeit zur Offenlegung konkreter Fallzahlen und Statistiken demonstrierten, jedoch deshalb als Vergleichszahlen noch wichtig sein werden), sah die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org die Zeit gekommen und nahm mit PolitikerInnen Kontakt auf zwecks Einreichung einer überparteilichen Interpellation im Nationalrat.

>>> Übersicht relevante Ziffern in der "Liste der Geburtsgebrechen"
>>> Entwurf für Interpellation 

Nationalrat: 2x Zwitter-Vorstoss – von knapp vorbei bis voll daneben

Am letzten Freitag, den 18. März war es dann schliesslich so weit: Als Krönung monatelanger harter Arbeit sollte im Nationalrat eine überparteiliche Interpellation den Bundesrat zur Herausgabe der Fallzahlen aller relevanten IV-Ziffern auffordern sowie zu einer erstmaligen Stellungnahme zu den kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen.

Nun ja, öhm, ausser, dass an diesem letzten Sitzungstag der Frühjahrssession im Wahljahr 2011 dann plötzlich gleich 2 Anfragen eingereicht wurden.

Von denen letztlich leider weder die eine noch die andere wirklich hielt, was ihre Urheberinnen uns zuvor zugesichert hatten ...

1) Überparteiliche Interpellation "Kosmetische Genitaloperationen bei Kindern mit „uneindeutigen“ körperlichen Geschlechtsmerkmalen"
11.3286
Eingereicht von Ida Glanzmann-Hunkeler (CVP)
Mitunterzeichnet von Maria Roth Bernasconi (SP), Alice Glauser (SVP), Corina Eichenberger (FDP), Yvonne Gilli (Grüne), Elisabeth Schneider Schneiter (CVP)

>>> Stellungnahme Zwischengeschlecht.org vom 20.3.11 
>>> Text der Überparteilichen Interpellation 11.3286 vom 18.3.11
>>> Stellungnahme Zwischengeschlecht.org an die Mitunterzeichnerinnen vom 20.3.11

Meine 2 Cent: Leider knapp vorbei ...

Ein überparteilicher Vorstoss gegen uneingewilligte kosmetische Genitaloperationen in einem Nationalparlament, unterzeichnet von Parlamentarierinnen aus allen 5 "grossen" Parteien – sowas gab es bisher auf der ganzen Welt noch nie!

Umso schmerzhafter, dass im letztlich eingereichten Vorstoss in der 1. Frage – ausgerechnet! – die matchentscheidenden konkreten Ziffern aus der "Liste der Geburtsgebrechen" kurzerhand gestrichen wurden – noch dazu ohne vorherige Rücksprache und entgegen der Zusicherung der Erstunterzeichnenden ...

Nachfolgend die ungekürzte 1. Frage (mit ausgelassenem Text kursiv):

1. Wie viele Behandlungen wurden von der IV übernommen seit Inkrafttreten der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV), aufgeschlüsselt nach Jahr, Kanton, Alter der Behandelten, den jeweils konkret vorgenommenen Eingriffen (einschliesslich ob Ersteingriffe oder Nachbesserungseingriffe in Folge von Komplikationen) sowie bei Ziffern mit mehreren Diagnosen die genaue Diagnose, von folgenden Ziffern der Liste der Geburtsgebrechen: 113, 350, 352, 355, 357, 358, 359, 453, 462, 465, 466, 486, 488?

Wenig tröstlich weiter, dass die Erstunterzeichnerin auf Anfrage als Begründung für die Kürzung angab, diese hätte aus Platzgründen leider sein müssen – obwohl der Interpellationstext laut automatischer Zeichenzählung auf dem Einreichungsformular auch mit vollständiger Frage 1. inkl. aller Ziffern mit 2349 Zeichen nach wie vor klar unter dem erlaubten Maximum von 2400 Zeichen lag (vgl. Statement).

In der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org haben viele Menschen, Zwitter wie solidarische Nicht-Zwitter, unzählige Stunden, Tage, Wochen oder gar Monate harter Arbeit investiert, um im Nationalrat einen möglichst wirksamen Vorstoss zu ermöglichen.

Was uns allen mit Abstand am meisten wirklich wehtut, ist die Tatsache, dass es durch die Auslassung der Ziffern und der Frage nach den genauen Diagnosen nun den verantwortlichen PolitikerInnen und MedizynerInnen unnötig leicht gemacht wird, schon wieder bloss die üblichen Täter-Beschönigungen aufzutischen, statt endlich einmal relevante konkrete Zahlen herausrücken zu müssen.

Dadurch wird die Beendigung der Genitalverstümmelungen in schweizer Kinderspitälern ganz konkret mindestens um Monate zurückgeworfen.

Die GenitalabschneiderInnen danken ...

Aktueller Stand 26.3.11: Auf die Bitte um eine Erklärung erhielt Zwischengeschlecht.org von der Erstunterzeichnenden bisher keine Antwort.

Vorläufiges Fazit: Es gibt Dinge, die sind so unglaublich, dass sie nur real sein können ...

2) Zweit-Interpellation "Umgang mit Varianten der Geschlechtsentwicklung (DSD/Intersexualität) in der Schweiz"
11.3265
Eingereicht von Margret Kiener Nellen (SP)
Mitunterzeichnet von Eichenberger-Walther Corina (FDP), Gilli Yvonne (Grüne), Glanzmann-Hunkeler Ida (CVP), Glauser-Zufferey Alice (SVP), Streiff-Feller Marianne (CVP), Weber-Gobet Marie-Thérèse (CSP)

>>> Stellungnahme Zwischengeschlecht.org vom 20.3.11
>>>
Text der Zweit-Interpellation 11.3265 vom 18.3.11
>>> Stellungnahme Zwischengeschlecht.org vom 16.3.11

Meine 2 Cent: Wortbrüchig, eigennützig ...

Am 26.2.11 hatte die spätere Zweit-Interpellantin auf Nellas Anfrage hin in einem ersten Telefongespräch zugesagt, bei einem überparteilichen Vorstoss mitzumachen. Anschliessend war sie weder per Mail noch telefonisch mehr erreichbar, obwohl sie nach späterem eigenen Bekunden unsere Nachricht sehr wohl ausgerichtet bekommen hatte.

Um dann knapp eine Woche nach Ausstrahlung der NZZ Format Doku am 16.3.11 unverhofft zu verkünden, sie gedenke nunmehr statt wie vereinbart bei einer sachbezogenen überparteilichen Interpellation mitzumachen, lieber eine Eigen-Interpellation einzureichen, in der einmal mehr Anliegen dritter Interessensgruppen mit hereingenommen werden.

... vereinnahmend, bevormundend ...

Als Nella die wortbrüchige Parlamentarierin darauf hinwies, dass dies nicht in Sinne von Zwischengeschlecht.org sei, sondern im Gegenteil für die schnellstmögliche Beendigung der Verstümmelungen politisch massiv schädlich, beschied ihr die Eigen-Interpellantin wiederholt ungerührt, Nella als Betroffene solle "das doch nicht so eng sehen" (!!!), sondern gescheiter dankbar sein, wenn ihr schon mal jemand helfen wolle.

Überhaupt habe sie als Nationalrätin zweifellos mehr Ahnung, was für zwangsoperierte Zwitter politisch "am Besten" sei – und noch weitere "gutgemeinte", verletzende, entmündigende, entwürdigende und (re-)traumatisierende Ekelkotzsprüche mehr – Sprüche, wie sie Zwangsoperierte von Kind an von gewissenlosen GenitalabschneiderInnen und anderen "wohlmeindenden" Besserwisser-"ExpertInnen" am laufenden Band zu hören bekommen – und von Nationalrats-PolitikerInnen in Wahljahren offenbar nicht minder ...

... politisch herausgefordert und voll daneben!

Nachträglich per Mail dann noch das Sahnehäubchen: "Aus menschen- und  grundrechtlicher Sicht muss ich jedoch meinem Gewissen folgend diese Fragen so eingeben."

Tatsache bleibt: In den letzten beiden Jahrzehnten sind leider allgegenwärtige politische Vereinnahmungen der Hauptgrund, weshalb die Verstümmelungen nach wie vor politisch unangefochten weitergeführt werden können!

Denn wie leider auch die vorliegende Interpellation zeigt, kaum kommt (zum allerersten Mal überhaupt!) in einem nationalen Parlament etwas in Bewegung, das überparteilich und ganz konkret auf die Gentalverstümmelungen in den Kinderkliniken rsp. auf ihre Beendigung abzielt, folgt prompt auf dem Fuss der nächste Versuch, in die Diskussion – bevor sie überhaupt in die Gänge kommt! – gleich wieder sachfremde und obendrein politisch chancenlose Themen und Anliegen dritter Interessensgruppen hineinzunehmen, im vorliegenden Fall z.B.  "Geschlechtszugehörigkeit", "(Inter-)Sexualität" und "Lockerung des Geschlechtseintrags" – die GenitalabschneiderInnen danken!

Aktueller Stand 30.3.11: Auf unsere Stellungnahme vom 20.3. erhielt Zwischengeschlecht.org von der Zweit-Interpellantin bisher keine Antwort, dito nach einer nochmaligen Erinnerung sowie Bitte um eine Aussprache vom 28.3.11.

Vorläufiges Fazit: Nun ja, mag vielleicht tatsächlich so sein, dass die betreffende Nationalrätin anscheinend Politik auf Kosten wehrloser genitalverstümmelter Kinder zu betreiben vermag, ohne dabei Gewissensbisse zu empfinden, ja, dass sie sich vielleicht gar gewohnt ist, sowas noch als "Menschenrechtsengagement" auszugeben, und womöglich obendrein noch davon ausgeht, damit unbemerkt durchzukommen. Dieser Blog meint dazu:

Fortsetzung folgt ... 

Nachtrag 4.4.11: "Kampf gegen Genitalverstümmelung - öhm, Geschlechtszwang" - Zentralschweiz am Sonntag, 3.4.11


Nachtrag 26.4.11: Inzwischen kam es am 14.4.11 zu einer positiv verlaufenen Aussprache mit SP-VertreterInnen. >>> Mehr dazu hier.

Zwischengeschlecht.org ist sehr erfreut und erleichtert, dass eine konstruktive Lösung gefunden werden konnte.

Dieser Blog nimmt zudem den pauschalen Vorwurf der Vereinnahmung per sofort zurück, der obige Blogpost und die Titel der dazugehörigen Pages wurden entsprechend überarbeitet, zusätzlich wurden polemische Formulierungen versachlicht.

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Kosmetische Genitaloperationen auf der "Liste der Geburtsgebrechen"  

>>> Das Problem der Instrumentalisierung durch LGBTQ
>>> Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung
>>> Genitalverstümmelungen: "Nebenwiderspruch" des Zweigeschlechtersystems?
>>> "STOP Genitalverstümmelung als 'Rohmaterial' für die Geschlechterforschung!"

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Kindern 
- Genitalverstümmelungen im Inselspital Bern 
- Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" (Prof. Dr. Christian Kind)
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Genitalverstümmelung im Kinderspital Luzern
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller Verstümmelungen
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Genitalverstümmler in Frankreich: Claire Nihoul-Fékété & Stephen Lortat-Jacob
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- Schweiz: Bundesrat will weibliche Genitalverstümmelung verbieten – aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Friday, March 18 2011

Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter ... REVISITED

Kann ein Zwitter Sünde sein?Vor bald 3 Jahren erklärte dieser Blog, warum Zwitter die Regel sind und nicht die Ausnahme – zumindest bis zur 7. Schwangerschaftwoche. Und verwies als Anschauungsmaterial auf einen Film, der inzwischen leider vom Web getilgt wurde. Als Ersatz gibt's an derselben Stelle nun gleich mehrere Animationen, an denen das Werden von Frauen, Männern und eben Zwittern interaktiv "durchgespielt" werden kann >>> und zwar hier! 

Thursday, March 17 2011

Caster Semenya: Siege über 400 und 800m - IOC/IAAF/FIFA: Mauscheln & schieben hinter verschlossenen Türen (XXVII)

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INHALT:
1. Caster Semenya: Siege über 400 und 800 Meter
2. Genetiker: Revision der Geschlechtstest überfällig
3. IOC/IAAF/FIFA: Gebrochene Versprechen und Geheimkonferenzen
4. FIFA: "neue Regel «Störungen der sexuellen Entwicklung»" bis zur WM?
5. Wikileaks-Diplomatenkabel über Caster Semenya

IOC IAAF: Stop Intersex Discrimination!1. Caster Semenya: Siege über 400 und 800 Meter

Nachdem Mokgadi Caster Semenya im alten Jahr wegen einer Rückenverletzungen alle Wettkämpfe hatte absagen müssen, meldete sie sich letzten Monat erfolgreich zurück und siegte am 19. Februar 2011 im südafrikanischen Potchefstroom über 800m
(>>> focus.de).

Letzte Woche doppelte Caster Semenya nach und gewann am 10.3. im Belleville Stadion in Kapstadt ihr allererstes Rennen über 400m, das sie eigentlich "nur zu Trainingszwecken" absolviert habe (>>> zeit.de, Allgmeine Zeitung Namibia, englische Berichte auf sowetanlive.co.za, iol.co.za und supersport).

Ursprünglich hatte ihr Trainer Michael "Sponge" Seme verlauten lassen, Semenya würde über 3000m antreten (>>> Sowetan). Doch nachdem diese Distanz schliesslich gar nicht auf dem Programm stand (sondern stattdessen ein Rennen über 5000m), wurde kurzfristig bekannt, Caster würde nun über 400m laufen (>>> sport24.co.za), was sie mit 54:03 gewann.

Nach ihrem 400m-Sieg gewährte Caster Semenya laut Sowetan ein rares Kurzinterview. Dabei gab sie sich zuversichtlich, bei der Südafrikanischen Meisterschaft wieder über 800m zu laufen und im August in Südkorea ihren Weltmeistertitel zu verteidigen, obwohl ihre Rückenverletzung aktuell immer noch nicht volltändig ausgeheilt sei.

2. Genetiker: Revision der Geschlechtstest überfällig

Am Vortag des Rennens hatte der südafrikanische Genetiker Ambroise Wonkam von der University of Capetown an einer Konferenz der Afrikanischen Gesellschaften für Humangenetik das unfaire Vorgehen des Athletikweltverbandes IAAF gegenüber Caster Semenya gerügt (>>> timeslive.co.za / AFP-Agenturmeldung): "Es war von Anfang an alles falsch gelaufen." Eine seriöse Überarbeitung der Geschlechtstests sei überfällig, wenn nicht gar ihre Abschaffung: 

"Es ist nicht nur ein medizinisches oder wissenschaftliches Problem", sagte Wonkam. "Es auch ein rechtliches, ein soziales und ein funktionelles Problem, das in einigen Fällen nicht vollständig gelöst ist. Es git so viele Variablen, und wir wissen nicht wirklich, wie wir sie interpretieren sollen."

3. IOC/IAAF/FIFA: Gebrochene Versprechen und Geheimkonferenzen

Damit legte Wonkam den Finger auf einen Wunden Punkt: Seit Herbst 2009 kündigte das Internationale Olympiakommittee (IOC), der Weltathletikverband IAAF und der Weltfussballverband FIFA vollmundig die Neuausarbeitung gemeinsamer Richtlinien zur Geschlechterüberprüfung "in strittigen Fällen" an. Im Januar 2010 organisierten die 3 Organsiationen dazu in Miami ein Symposium – ausgerechnet hauptsächlich mit MedizynerInnen, die international seit längerem in der Kritik stehen wegen ihrer menschenrechtswidrigen Zwangsbehandlungsmethoden an Zwitterkindern (z.B. Maria I. New). Auch IOC-Chefmedizyner Arne Ljungqvist liess danach öffentlich verbreiten, Zwitter würden nach dem Willen seiner Organsiation "[i]n den meisten Fällen [...] [Zwangs-]Behandlung benötigen wie Operationen und Hormontherapie."

Im Sommer 2010 hiess es dann von den Sportverbänden, im Oktober fänden im IOC-Hauptsitz in Lausanne weitere Verhandlungen statt hinter verschlossenen Türen, worauf auf Januar 2011 neue Geschlechterrichtlinien verabschiedet würden.

Mittlerweile ist das 1. Quartal 2011 bald zu Ende, und weder wurde irgendetwas zu den geplanten neuen Richtlinien öffentlich bekannt, oder nur schon betreffend der Zusammensetzung und der Resultate der Geheimkonferenz vom Oktober. Angesichts der bisherigen langen Liste menschenrechtswirdiger Aktionen durch die Sportverbände nicht nur in den Fällen von Caster Semenya und Santhi Soundarajan wohl alles andere als ein gutes Zeichen ...

4. FIFA: "neue Regel «Störungen der sexuellen Entwicklung»" bis zur WM?

Diese Woche äusserte sich nun die FIFA-Frauenfussball-Chefin Tatjana Haenni öffentlich zum Thema (>>> Artikel auf südduetsche.de, ganzes dpa-Interview). Auch deren inkompetente und ausweichende Aussagen lassen wenig gutes vermuten. Einige Auszüge:

«Es ist natürlich für unsere medizinische und juristische Abteilung ein Thema. Die Spezialisten dort arbeiten an einem Verfahren, intern wird das sehr intensiv diskutiert. Es werden mit der IAAF und dem IOC zusammen Guidelines für ein allgemeingültiges Prozedere erstellt», erklärte Haenni. «Die Regeln müssen erstellt werden und zwar für alle Verbände, nicht nur für die FIFA. Wir hoffen alle, dass wir bis zur WM eine Lösung haben.»

Die Schwierigkeit sei, dass auch die FIFA noch nichts juristisch und medizinisch Handfestes habe, wo man sagen könne: Dies sei der Weg, wie man damit umgehen kann und soll. «Ich bin keine Ärztin, aber so wie man es mir erklärt hat, ist es extrem schwierig. Und ganz, ganz heikel», so die 44-jährige Funktionärin.

5. Wikileaks-Diplomatenkabel über Caster Semenya

Wie ein >>> Wikileaks-Kabel aus der US-Botschaft in Pretoria vom 5.11.2009 belegt, hat nicht nur FIFA-Funktionärin Tatjana Haenni etwas ihre Probleme mit der genauen Unterscheidung etwa von körperlichem Gechlecht, "Gender" und "Sexuellem", sondern auch die US-Botschaft in Südafrika.

Die Depesche dreht sich zwar hauptsächlich um die Aktivitäten von Julius Malema, Chef der ANC-Jugendliga, der sich u.a zusammen mit Winnie Mandela wohl nicht primär uneigennützig mehrmals öffentlich für Caster Semenya stark machte, und dessen Vorstösse auch in anderen Belangen detailliert aufgelistet werden. Laut der Depesche sei Malema einer von Semenyas "stärksten Unterstützern", es werden einige diebezügliche Verlautbarungen Malemas zitiert sowie der Umstand, dass er Semenya bei ihrer Rückkehr aus Berlin am Flughafen persönlich begrüsste sowie dass sich die ANC-Jugendliga dafür einsetzen wolle, dass Semenya "künftig als Frau starten darf".

Offensichtlich hatten die Botschaftsangehörigen ihre Zweifel, dass ihre DienstherrInnen in Washington über den Fall Caster Semenya auf dem Laufenden sein würden, und fügten hinter der ersten Erwähnung ihres Namens in Klammern an:

Zu ihrer Information: Caster Semenyas Geschlechtzugehörigkeitsempfinden ("gender") ist eine medizinische Frage, die zur Zeit von der IAAF untersucht wird

Fazit: Schända gut, alles gut – aber keine Bange, die GenitalabschneiderInnen werden's schon richten. Es ist noch ein weiter Weg ...

>>> IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> Zwitter im Sport: IOC, IAAF und FIFA leugnen Verantwortung
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Sunday, March 13 2011

Zwielichtige Kinderchirurgen: "Ärzte bremsen «Tatort» aus" - SonntagsZeitung, 13.3.11

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>>> Nachtrag 21.4.11

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!

Arme CH-Medizyner: Noch bevor die vorläufig letzte Wiederholung der NZZ Format-Doku heute um 17:05 h über den Bildschirm geht, droht den KinderchirurgInnen bereits neues mediales Ungemach.

Wie die >>> Sonntagszeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, brachte eine kommende Folge von "Tatort" mit dem Titel "Skalpell" um "zwielichtige Kinderchirurgen" die pädo-chirurgische Abteilung des Kinderspitals Luzern in hellen Aufruhr: Nachdem es von Seiten des Kinderspitals zunächst "positive Signale" zum Dreh der Krimifolge im Kinderspital gab (das im "Tatort" "Pilatusspital" heissen sollte), wurde nun nicht nur die Zusage kurz vor Drehbeginn am nächsten Mittwoch kurzerhand rückgängig gemacht, sondern obendrein handfeste Druckversuche gerichtlicher Art unternommen: "Der Anwalt eines Spitzenmediziners hatte juristische Schritte gegen den Dreh von Regisseur Tobias Ineichen eingeleitet." 

Ob dem "Spitzenmediziner" damit Erfolg beschieden sein wird, wird sich weisen. Laut SonntagsZeitung sollen die Dreharbeiten jedoch wie geplant beginnen, neu aber "an einem geheim gehaltenen Ort".

Obendrein steht die Anzeige des anonymen "Spitzenmediziners"  wegen "mögliche[n] Datenschutz- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen" in peinlichem Gegensatz zum offiziellen Medizyner-Dementi: Ausserdem betont Mediensprecherin Jeannette Nagy: «Die Krimifolge steht in keinem Zusammenhang mit dem Luzerner Kantonsspital.»  

Nachtrag: Inzwischen berichtete auch die >>> Neue Luzerner Zeitung Online:

"Die Ärzte im Luzerner Kinderspital machen gegen den «Tatort» mobil [...] Zum Streit war es gekommen, weil die Folge «Skalpell» von zwielichtigen Kinderchirurgen handelt und die Ärzteschaft im Kinderspital um ihren guten Ruf fürchtete."

Worum es in der geplanten "Tatort"-Folge um "zwielichtige Kinderchirurgen" genau geht, bzw. worüber sich die luzerner Pädo-Medizyner konkret derart aufregen, wurde bisher nicht bekannt. Dieser Blog könnte sich allerdings die eine oder andere "einschlägige Behandlung" vorstellen ...

Nachtrag 21.4.11: Wie die Neue Luzerner Zeitung berichtet, wurden die Spitalszenen mittlerweile im Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) Nottwil abgedreht. Warum und von wem der "zwielichtige Kinderchirurg" zu Beginn des "Tatorts" mit dem titelgebenden Skalpell abgemurkst wird, bleibt zwar weiterhin ein gut gehütetes Produktionsgeheimnis. Es würde sich allerdings nicht um den ersten Fernsehkrimi handeln, in der ein Kinderverstümmler einem Racheakt für seine menschenverachtenden Taten zum Opfer fällt ...

>>> "Club"-Diskussion 22.5.12    >>> Tatort ARD (20-06h)    >>> Tatort SF (20-06h)
>>>
Vorabberichte + Rezis zum Tatort "Skalpell"

>>> Kosmetische Genitaloperationen im Kinderspital Luzern
>>> Aktion & Offener Brief Kinderspital Luzern 2010
>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen Siehe auch:

- Niedrig und Kuhnt "Nicht Fisch, nicht Fleisch" (11.12.09) vs. Law & Order: New York "Identität" (2005) 

Saturday, March 12 2011

TV-Tipp: NZZ Format "Weder Mann noch Frau" - Do 10.3. 23:20 SF1

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>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Halbstündige Dokumentation von Annette Frei Berthoud, mit bewegenden Beiträgen u.a. von Daniela "Nella" Truffer, Karin Plattner von der CH-Elternselbsthilfe, dem Vater eines unversehrten Kindes – und jede Menge MedizynerInnen, welche gegen erstere anzukommen sichtlich Mühe haben. Danke!

Wiederholungen: Fr 11.3. 14:05 SF1 | So 13.3. 17:05 SFinfo | + HDsui & 3sat
Wiederholungen 2012: - Samstag, 3. März, 18:30, 3Sat - Donnerstag, 19. April, 23:25, SF1 

>>> Ankündigung & Trailer + Transkript auf nzzformat.ch    >>> Ankündigung auf SF1 
 
Kommentar zur Sendung:

Eine der ersten, wenn nicht die 1. kommerzielle TV-Doku überhaupt, in der die Forderungen nach körperlicher Unversehrtheit und nach einem Verbot der Genitalverstümmelungen unmissverständlich dagestellt und ausgesprochen wurden, und die auch sonst zeigt, was in Sachen Pressearbeit möglich ist – nicht umsonst wurde die Doku von Betroffenen und solidarischen Nicht-Zwittern in Kommentaren auf diesem Blog und im Hermaphroditforum gelobt als eine der Besten bisher überhaupt!

Und das alles wohlbemerkt trotz des "üblichen" Titels ("Zwischen Mann und Frau") und obwohl Nellas unverblümte Aussage über ihre Genitalverstümmelung ("das bedeutet, dass mein Penis auseinandergesäbelt wurde, der Rest wurde in mich hineingestopft und dann wurde alles vernäht"), die im Transkript noch vollständig zu finden ist, in der Sendung selbst auf krude Art, öhm, herausgeschnitten wurde, und auch Nellas Aussagen über die Folgen der Verstümmelungen bei ihr und anderen nur abgeschwächt Eingang fanden. 

Zum ersten (und bis auf weiteres wohl auch einzigen) Mal werden übrigens in der 3Sat-Ausstrahlung die Dialekt-Passagen von Karin Plattner hochdeutsch untertitelt sein (alle anderen Interviews sind hochdeutsch). Aufnehmen & angucken!

Wiederholungen 2012: Sa 03.03. 18:30, 3Sat | Donnerstag, 19. April, 23:25, SF1 

>>> Ankündigung + Transkript auf nzzformat.ch    >>> Teaser-Trailer auf YouTube

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen 

Lesung mit Christiane Völling, Kulturbunker Köln Mi 16.3. 20h

Christiane Völling: »Ich war Mann und Frau. Mein Leben als Intersexuelle.« Fackelträger Verlag, erscheint 25.08.2010Veranstaltungshinweis:

Wer & Was? Christiane Völling liest aus ihrer lesenswerten Biographie, mit anschliessender Diskussion.

Wann? Nächsten Mittwoch 16.3.11 20h

Wo? Kulturbunker Köln-Mülheim, Berliner Str. 20, 51063 Köln

Wieviel? Eintritt: 6,50 € / 5,- € (erm.) 

Kommentar zum Ankündigungstext: Der ist ja wieder mal ziemlich typisch, besch...euert und durch-die-Schända-Brille-mit-Tunnelblick-auf-den-eigenen-Bauchnabel-fixiert ...

Einen Schlusssatz wie folgenden kann z.B. wohl nur ein selbsteingenommener und privilegierter Mensch schreiben, der selber noch der nie um die Unversehrtheit seiner eigenen Genitalien fürchten musste (oder sich nur schon wenigstens mal paar Gedanken dazu machte):

Eine überfällige Kritik an einer Gesellschaft, die die Existenz einer großen Gruppe von Menschen verleugnet, und ein starkes Plädoyer an alle Betroffenen und deren Angehörige, das Dazwischenleben anzunehmen und sich dafür einzusetzen.

Nun ja, wer weiss – vielleicht kapieren's dann ja nach der Lesung wenigstens ein paar Menschen mehr:

• Solange für Zwitter das Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht endlich ebenso selbstverständlich wird wie z.B. für privilegierte "Geschlechter-Spielen"-Schända-EnthusiastInnen ...

• solange Zwitterkinder weiterhin tagtäglich in Kinderkliniken verstümmelt werden, auch in Köln und Umgebung ...

... solange sollten privilegierte Nicht-Verstümmelte, die mit dem Leid verstümmelter Zwitter Politik treiben und "die Gesellschaft kritisieren" wollen, zuerst gefälligst mal konkret was dafür tun, dass die täglichen Verstümmelungen vor der eigenen Haustüre endlich aufhören und das Recht auf körperliche Unversehrtheit endlich auch für Zwitter gilt!

(Statt weiterhin wie gehabt beim täglichen Verstümmeln tatenlos zuzusehn und gleichzeitig die verstümmelten Zwitter als Mittel zum eigenen Zweck zu benutzen, z.B. für eine "das Dazwischenleben annehmen"-(Trans-)Schända-Agenda.)

Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken sind KEIN "Nebenwiderspruch des Zweigeschlechtersystems"!

Danke.

Siehe auch:
- Christiane Völlings Geschichte in ihren eigenen Worten
- Buch von Christiane Völling: "Mein Leben als Intersexuelle"
- Sieg für Christiane Völling!!!
- Zwitterprozess: 100'000 Euro Schmerzensgeld für Zwangskastration!
- Wie die Zwitterorganisationen Christiane Völlings Zwangsoperateur Prof. Dr. L. 150'000 Euro schenkten 
- "Tabu Intersexualität" - Dok. u.a. mit Christiane Völling
- Die Bielefelderin Britta Dombrowe über "Tabu Intersexualität"
- Alle Posts zu Christiane Völling auf Zwischengeschlecht.info 

Wednesday, March 9 2011

Antwort des Ostschweizer Kinderspitals auf den Offenen Brief von Zwischengeschlecht.org vom 6.2.11

Friedlicher Protest vor dem Ostschweizer Kinderspital, St. Gallen 6.2.2011 (Bild: Seelenlos)

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>>> Infoseite zum Protest   >>> Der Offene Brief   >>> Pressemitteilung 2.2.11
>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen

Menschenrechte auch für Zwitter!

Es geschehen noch Zeichen und Wunder?!

Mit Datum vom 10. und Poststempel vom 15. Februar erhielt die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org auf unseren traditionellen Offenen Brief anlässlich des friedlichen Protests vom 6.2. eine >>> ausführliche 2-seitige Antwort des Ostschweizer Kinderspitals (PDF, 333 KB) inkl. einem Angebot zu einem "direkten Gespräch".

Zum Vergleich: Auf die vorgängigen 3 Offenen Briefe an CH-Kinderkliniken blieben das Inselspital Bern und das Kinderspital Luzern bis heute jegliche Antwort schuldig – einzig mit Verantwortlichen des Kispi Zürich kam es im Anschluss zu Gesprächen und schliesslich am 26.3.10 zu einer Fokusgruppe, die aktuell in die lesenswerten Psychologie-Bachelorarbeit von Yvonne Cavicchia-Balmer "Information, Aufklärung und Entscheidungsfindung von Eltern bei der Geburt eines Kindes mit uneindeutigem Geschlecht" (November 2010) und in die kommenden Ethik-Doktorarbeit von Jürg Streuli Eingang fand. In Deutschland erhielten wir auf unsere Offenen Briefe bis heute von APE-AGPD ebenfalls nicht die geringste Antwort bzw. von EMBL/EMBO einzig verbale Beschimpfungen, allein von DGKJ/DGKCH gab's immerhin eine höfliche erste Antwort von ebenfalls 2 Seiten, die jedoch u.a. hauptsächlich aus kopierten und eingefügten Auszügen der "Ethischen Grundsätze und Empfehlungen" bestand, deren Nichteinhaltung der Offene Brief gerade kritisierte.

Kommentar:

Logo bleibt es trotzdem auch in St. Gallen noch ein weiter Weg – wovon nicht zuletzt auch die vorliegende Antwort zeugt, etwa in unverdrossen-fragwürdigen Passagen z.B. von wegen, das Kispi könne sich "nicht nur auf die abstrakte, ethische und juristische Perspektive [...] stützen", wo doch angeblich für das "Wohl des in seiner Familie heranwachsenden Kindes" mitunter uneingewilligte "medizinisch nicht dringend indizierte Operation[en]" (deren angebliche Wirksamkeit wohlbemerkt seit 60 Jahren nie bewiesen wurde) nach wie vor unverfroren als "für uns der bessere Weg" verkauft werden – wird's auch diesmal wohl eh niemand bemerkt haben wollen – wetten?!

Jedoch, auch der längste Weg beginnt mit konkreten ersten Schritten – und wohl nicht zuletzt mit stetig wachsendem öffentlichem und politischem Druck ...

>>> Die Antwort des Ostschweizer Kinderspitals als PDF (333 KB) 

Nachfolgend dokumentieren wir die Rückantwort von Nella im Namen der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org:

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Tuesday, March 8 2011

NZZ Format "Weder Mann noch Frau" - Teaser-Trailer online

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

NZZ Format «Weder Mann noch Frau» am Donnerstag, dem 10.03.2011 um 23.20h auf SF1!   Früher nannte man sie Zwitter oder Hermaphroditen: Menschen die mit uneindeutigem Geschlecht zur Welt kamen. Eines von 2000 bis 5000 Kindern ist intersexuell, hat also Merkmale beider Geschlechter. Lange Zeit machte man solche Kinder gleich nach der Geburt zu Mädchen oder Jungen. Sie wurden routinemässig im Kindesalter an den Genitalien operiert. Heute weiss man, dass dies verheerende Folgen haben kann. Betroffene fordern ein Verbot von kosmetischen Geschlechtsoperationen an Kindern, und Ärzte suchen neue Wege in der Therapie. Eine Mutter, ein Vater und eine erwachsene Zwischengeschlechtliche erzählen von persönlichen Erfahrungen.

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen

>>> 20-sekündiger Teaser-Trailer auf YouTube zur kommenden >>> halbstündigen Dok-Sendung ab Do 10.3.11, inkl. einer kurzen Impression vom >>> friedlichen Protest von Zwischengeschlecht.org vor dem Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen am 6.2.11 (siehe Bild).

Nachfolgend das Transkript des Trailers:

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Friday, March 4 2011

Schattenbericht zum UN-Sozialpakt auf Deutsch (ICESCR 2010)

Human Rights For Hermaphrodites Too!Seit heute ist nun auch die deutsche Fassung inkl. Fallberichte des aktuellen Parallelberichtes von Intersexuelle Menschen e.V. verfügbar. Wie vermerkt wird der Bericht im Mai vom UN-Ausschuss über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (CESCR) in Genf während seiner 46. Session behandelt werden.

>>> Zusammenfassung & Kommentar

>>> Download auf intersex.schattenbericht.org 

Thursday, March 3 2011

Zwitter @ Nachtcafé mit Diana Hartmann - Heute Fr 4.3.11 22h

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!  

Wiederholung der Sendung vom 21.5.10.

>>> mehr Infos dazu + Online-Video + Teiltranskript hier

Saturday, February 26 2011

Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012

Friedlicher Protest zur APE-AGPD 2010, Augsburg 5.11.10

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Auch dieses Jahr planen die MedizynerInnen diverse Städtereisen, Jahresversammlungen und sonstige Sausen, um ungestört neue "Verbesserungen" ihrer menschenrechtswidrigen Verstümmelungen zu propagieren.

Weitere sachdienliche Hinweise jederzeit willkommen!

Wir sehn uns, wo die Action ist!  Mehr dazu laufend ...

>>> DGE 2011   30.3.-2.4. Hamburg
54. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
+ Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) der Deutschen Gesellschaft für die Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV)
www.dge2011.de

3. Dreiländertreffen der Kinderchirurgie   1.-2.4. Basel
www.dreilaendertreff.net

SWDGU 2011   7.-9.4. Tübingen
52. Jahrestagung Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie
www.swdgu.de/2011

"Fritz Rehbein Jubiläum" KBC 2011   8.-9.4. Bremen
Fritz-Rehbein-Symposium zum 100. Geburtstag – Alte und neue Herausforderungen in der Kinderchirurgie – 100 Jahre Kinderchirurgie in Bremen – 60 Jahre Kinderchirurgische Klinik am Standort Mitte
www.conventus.de/kcb2011

22nd ESPU   27.-30.4. Kopenhagen
22nd Congress of the European Society for Paediatric Urology
www.espu2011.org

ECE 2011  30.4.-4.5. Rotterdam
13th European Congress of Endocrinology
www.ece2011.com

3rd EuroDSD Symposium  20.-22.5. Lübeck
3rd Symposium on Disorders of Sex Development – From Gene to Gender
www.eurodsd.eu/en/9384.php

"Ringvorlesung Medizin und Ethik"   Mo 30.5.11 Aachen
Vortrag von Genitalabschneiderin Susanne Krege:
"Intersexualität - Gefangen im falschen Körper"
http://www.ukaachen.de/content/page/5367325

3rd IHW   26.-27.5. Szeged HU
The Third International Hypospadias Workshop
www.srcp.ro/data//Hypospadias%20workshop%20May%202011.pdf

50th ESPE   25.-28.9. Glasgow
50th Annual Meeting European Society for Paediatric Endocrinology
www.espe2011.org

DGU 2011   14.-17.9. Hamburg
63. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie
www.dgu-kongress.de

IV. ISHID   17.-19.9. London
IV. World Congress on Hypospadias and Disorders of Sex Development
www.ishidcongress2011.org

1st Failed Hypospadias   18.9. Arezzo
1st European Conference on Failed Hypospadias Repair

DGKJ 2011   22.-25.9. Bielefeld
107. Jahrestagung Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin
+ 49. Jahrestagung Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)
www.dgkj2011.de

1st ESFFU ESGURS   06.-08.10. Tübingen
1st Joint Meeting of the EAU Section of Female and Functional Urology (ESFFU) and the EAU Section of Genito-Urinary Surgeons (ESGURS)
http://esffu-esgurs.uroweb.org/
[a.k.a. V. Symposium Rekonstruktive Urologie
www.uro-tuebingen.de/termine.html
ww.tuebingen-info.de/tagungen-kongresse/aktuelle-tagungsliste.html ]

SIU 2011   16.-20.10. Berlin
31st Congress of the Société Internationale d'Urologie (mit "Live Operationen" in der Charité am 18.10.)
www.siucongress.org/2011/schedule.asp

5th Masterclass   2.-4.11. London
5th Annual Masterclass of Genito-Urethral Surgery ("live-surgery")
www.instituteofurology.org/edu.php?page=14

KTK 2011   10.11.11 Basel
4th Symposium on Pediatric Endocrinology and Urology, organisiert von der KTK Kindertagesklinik Liestal (kindertagesklinik.ch)
http://www.swiss-pediatricsurgery.org/upload/ktk11.pdf

APE-AGPD 2011   11.-13.11. Berlin
JA-PED – 6. Gemeinsame Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)
www.ja-ped.de

2nd ISPAE 2011   25.-27.11.11 Calicut (India)
2nd Biennial Conference of the Indian Society for Pediatric and Adolescent Endocrinology (ISPAE)
www.ispae.org.in

Kinderchirurgisches Symposium 2011   7.12. Bremen
www.klinikum-bremen-mitte.de/internet/ibf/de/2011/Mitte/A/002--.jsp?siteName=kbm
  

Vorschau 2012 / 2013

27th EAU   24-28.2.2012 Paris

DGE 2012   07.-10.3.2012 Heidelberg/Mannheim

4. Dreiländertreffen der Kinderchirurgie   23.3.2012 Colmar (F)

SGKJ 2012   04.-06.5.2012 München

23rd ESPU 2012   09.-12.5.2012 Zürich

13th EUPSA / 59th BAPS 2012   13.-16.6.2012 Rom

DGKJ 2012   13.-16.9.2012 Hamburg

SGKC 2012   20.9.2012 Luzern

51st ESPE   20.-23.9.2012 Leipzig

2nd Failed Hypospadias   22.9.2012 Arezzo

DGU 2012   26.-29.9.2012 Leipzig

APE-AGPD 2012   08.-11.11.2012 Erlangen

DGGG 2012   9.-12.10.2012 München

SGKC   20.9.2012 Luzern

WOFAPS 2013   13.10.2013 Berlin

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Siehe auch:
- Friedlicher Protest & Offener Brief 3rd EuroDSD Symposium 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief "Ethik"-Vortrag UK Aachen 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGE 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGKJ-DGKCH 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief APE-AGPD 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief 11th EMBL/EMBO 2010
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Friday, February 25 2011

Video-Tipp: "Das dritte Geschlecht" (2007)

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Dieser Blog empfiehlt: Gelungener, ursprünglich englischsprachiger Dokfilm über 3 mutige überlebende Zwitter und ihre ebenso mutigen Angehörigen.

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Thursday, February 24 2011

Genitalverstümmler Prof. Dr. Pierre Mouriquand (Lyon, Frankreich): "keine Garantie für sexuelle Empfindsamkeit", 57% Komplikationen, 50% Nachbesserungs-OPs, 10 OPs pro Woche ...

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Ah, ein Zwitter! Da müssen wir gleich ein paar lebenserhaltende Massnahmen... öhm... - ABSCHNEIDEN!!!

Kommenden Mai wird der Serienverstümmler Prof. Dr. Pierre Mouriquand (Université Claude Bernard / Hôpital Femme Mère Enfant, Bron, F) in Lübeck am"3rd Symposium on Disorders of Sex Development: From Gene to Gender" (20.-22.5.11), organisiert von "EuroDSD", einmal mehr ungehemmt und straffrei medizinische Verbrechen an Kindern anpreisen.

Nachfolgend ein Transkript aller Interviewpassagen mit dem Pädo-Urologen Prof. Pierre Mouriquand aus der Arte-Doksendung "Tabu Intersexualität" vom 8.10.10 (wiederverwurstet im Vereinnahmungs-Vehikel "X:enius" vom 21.2.11), gefolgt von einigen weiteren menschenverachtenden "Highlights" von Dr. Mouriquand aus einem Vortrag am "Symposium International de Paris - Surgery of hypospadias in 2006" (hier jedoch ohne OP-Bilder).

Wie Mouriquands u.a. von der Berliner Charité jeweils gern eingeflogene Serienverstümmler-Kollegin Prof. Dr. Claire Nihoul-Fékété ist auch Prof. Dr. Pierre Mouriquand offensichtlich (noch) völlig unbeleckt von jeglicher Kritik an seinem menschenrechtswidrigen Handeln und plauderte gegenüber Arte treuherzig aus dem "Skalpellkästchen" (meine Hervorhebungen):

Prof. Pierre Mouriquand, Chirurg: Ich stelle mir einen Schulhof vor. Jetzt stellen Sie dort ein Kind hinein, das keine Zuordnung Junge oder Mädchen hat. Dieses Kind setzen Sie einer Situation aus, in der es extrem verletzlich ist. Sie wissen, wie grausam Kinder sein können. In den Augen seiner Schulkameraden stellt dieses Kind eine Seltsamkeit dar und das ist meiner Meinung nach eine Situation, die nur sehr schwer zu akzeptieren ist.

Nach streng chirurgischen Gesichtspunkten ist eine Formung der Genitalien in den ersten Lebensmonaten am einfachsten zu machen. Das Gewebe eignet sich einfach besser als zu einem späteren Zeitpunkt.

Das Paradoxe an dieser Situation ist, dass die Person, die das Problem am meisten betrifft, nach der Geburt nicht selbst befragt werden kann. Das kann natürlich extrem schwierige Situationen hervorbringen. Es gibt leider Momente, in denen es keine gute Entscheidung gibt, sondern nur die weniger schlechte.

Wenn Sie in unserer Gesellschaft nur einen Arm haben, dumm sind oder an einem Herzfehler leiden, dann wird die Gesellschaft das akzeptieren. Wenn Sie aber keine klaren Aussagen über Ihr Geschlecht treffen können, dann wird Ihnen die Gesellschaft übel mitspielen. Es ist ein Problem der Wahrnehmung. Ich denke, dass die entscheidende Funktion von Geschlecht auf sozialer Ebene die Wahrnehmung ist. Und ohne die Möglichkeit, eindeutig wahrgenommen zu werden, ist das Leben extrem grausam und meiner Meinung nach auch nicht zu bewältigen.

Prof. Pierre Mouriquand, Chirurg: Die Frage, die Sie stellen, lautet: Kann die Chirurgie garantieren, dass die Empfindsamkeit der Klitoris oder des Penis nicht beeinträchtigt wird? Die Antwort ist sicherlich nein, das kann sie nicht. Wir haben unsere Techniken in den letzten Jahren weiterentwickelt und das lässt uns hoffen, aber es wäre Augenwischerei, den Eltern zu versichern, dass sich bei einer Klitorisreduktion die Empfindsamkeit nicht verändern würde. Das kann keiner. Und um das noch einmal ganz deutlich zu sagen: das sind chirurgische Massnahmen, die grosse Ehrlichkeit und auch Bescheidenheit erfordern, wenn man von den Patienten respektiert werden wird.

(Sprecherstimme:) Ethische Richtlinien zum Umgang mit intersexuellen Patienten wurden erarbeitet, verbindlich sind sie jedoch nicht. Viele Ärzte greifen nicht mehr so schnell zum Skalpell wie noch vor zwanzig Jahren. Aber operiert wird dennoch. (...) Es gibt keine Langzeitstudien über das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der als Kinder operierten. Einer der Hauptkritikpunkte der erwachsenen Betroffenen.

Prof. Pierre Mouriquand, Chirurg: Das [Hypospadie] ist ein häufiges Krankheitsbild. Wir operieren das inzwischen vier bis zehn Mal pro Woche. Das sind mehr als zweihundert Patienten pro Jahr. Das sind viel mehr als früher. Unser Eindruck hier in Frankreich ist, und ich denke das ist in Nordeuropa ähnlich, dass die Häufigkeit sehr sehr stark zugenommen hat. Das hat sich über die letzten zwanzig Jahre verdoppelt, vielleicht sogar verdreifacht. Im Moment hat man Umweltfaktoren dafür in Verdacht. Man nimmt an, dass unsere moderne Gesellschaft die Umwelt mit hormonellen Stoffen verschmutzt, durch Pestizide, Dünger oder bestimmte Gifte, die in Plastikmaterialien enthalten sind. Diese Belastungen können offenbar die Entwicklung des Penis bei kleinen Jungen negativ beeinflussen.

Anlässlich der Tagung "Symposium International de Paris - Surgery of hypospadias in 2006"  hielt Pierre Mouriquand zu dieser Zeit "tätig" in den "Hospices Civils de Lyon") u.a. einen Vortrag zum Thema "Techniques & outcomes", von dem sowohl ein Videomitschnitt wie auch die Präsentatiosfolien vorbildlich online dokumentiert sind. Darin finden sich nebst Fotobeweisen medizinischer Verbrechen an wehrlosen Kindern und Portraits grinsender Verstümmlerkollegen weitere entwaffnend ehrliche Aussagen von Prof. Dr. Mouriquand, zum Beispiel über Komplikationsraten von 42% (Folie 13) bis 57% (Folie 15):

In seinen abschliessenden Bemerkungen (Folie 42) hält Prof. Dr. Pierre Mouriquand weiter fest: "50% aller Hypospadien benötigen Nachbesserungs-Operationen". Und konstatiert (wohl nicht zum ersten Mal): "Langzeituntersuchungen sind schlecht erhältlich" und "Psychologische Konsequenzen sind schlecht erforscht":

Wen wundert's? Wen interessiert's überhaupt? Die GenitalverstümmlerInnen & Co. ("enge Zusammenarbeit mit Endokrinologen ist wichtig") in den Kinderkliniken offensichtlich nicht.

Denn wohl nicht umsonst vermerkt Prof. Dr. Pierre Mouriquand an erster Stelle seines Fazits in typischem Jargon: "Hypospadie-Operationen bleiben eine chirurgische Herausforderung". Und welcher aufrechte Genitalabschneider kann – oder will – da schon widerstehen?

Umso wichtiger, dass Eltern, die sich überlegen, ihr Kind einem solch gewissenlosen Metzger zu überlassen, sich umfassend informieren – z.B. auch anhand von Prof. Mouriquands Vortrag.

Dieser Blog empfielt zu diesem Zweck insbesondere verstärkte Beachtung (Warnung!!!) u.a. der Folien 19 ("Hypospadias Cripple") [= von Medizynern zum "Krüppel" operiert!!!], 26 ("Bad cosmetic result"), 27 ("Fistula"), 30 ("Urethral stenosis"), 34 ("infection"), die geignet sind, abstrakte Begriffe à la "42-57% Komplikationen" durch konkrete Beispiele zu veranschaulichen.

Der vollständige Vortrag "Surgery of Hypospadias – Techniques & outcomes" ist unter folgender URL erhältlich:
https://www.canal-u.tv/chaines/canal-u-medecine/symposium-international-de-paris-surgery-of-hypospadias-in-2006-techniques

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- Genitalverstümmler in Frankreich: Claire Nihoul-Fékété & Stephen Lortat-Jacob
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller Verstümmelungen
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Göttingen / Lübeck: Direktor und Oberarzt propagieren genitale Zwangsoperationen
- Universitätsklinikum Heidelberg: Genitale Zwangsoperationen im Angebot 
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Deutsche Urologen fordern genitale Zwangsoperationen an Säuglingen! 
- Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Kindern 
- Genitalverstümmelungen im Inselspital Bern 
- Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" (Prof. Dr. Christian Kind)
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Genitalverstümmelung im Kinderspital Luzern
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- Schweiz: Bundesrat will weibliche Genitalverstümmelung verbieten – aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

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