Sunday, October 9 2011

"Genitalverstümmelung auch in Deutschland!" - rdl 6.10.11

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Menschenrechte auch für Zwitter!Seelenlos und Nella am Flugblätterverteilen, "1st ESFFU-EFGURS", Tübingen 6.10.11

"Wer denkt, Genitalverstümmelungen finden nur im Ausland, bei Immigranten oder einfach NICHT-Deutschen statt irrt. Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt. So auch heute (Donnerstag, 6. Oktober 2011) in Tübingen. Im Tübinger Universitätsklinikum (UKT) findet zum 5. mal ein Kongress für kosmetische Genitaloperationen an wehrlosen Kleinkindern statt. Als besondere Attraktion mit Live-Operation am betäubten Kind."

>>> Online nachzuhören: Yours truly a.k.a. Markus Bauer anlässlich der Demo in Tübingen für Zwischengeschlecht.org am Telefon mit Konrad von Radio Dreyeckland "zu den Folgen der Genitalverstümmelungen an unmündigen Kindern".

>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
>>> "Live Genitalverstümmelungen" - Zwitter attackieren Kinderchirurgen, 6.10.11

Saturday, October 8 2011

Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: "Immer noch wird so früh wie möglich operiert" - Ernst Bilke

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Ernst Bilke: „Immer noch wird so früh wie möglich operiert. Eltern können mit Uneindeutigkeit nicht leben, also wird gehandelt. Später operieren wäre oft möglich, es wäre auch möglich, die Entwicklung des Kindes abzuwarten. Doch die plastischen Chirurgen genießen ihr Experimentierfeld und sind stolz auf ihre Resultate. Die Argumente älterer Intersexueller werden ignoriert. Die Arbeit der Selbsthilfegruppen sei angeblich nicht hilfreich, weil sie die Eltern verunsichern. ‘Bedauerliche Einzelfälle leidvoller Erfahrung’, sagte man mir, ‘dürfen nicht dazu führen, eine optimale Behandlung zu verhindern und das Vertrauen der Eltern in die Ärzteschaft zu erschüttern.’“

Der Baden-Württemberger Ernst Bilke weiss, wovon er spricht als Betroffener von endlosen „maskulinisierenden Korrekturoperationen“ wegen „Hypospadie“, die erst aufhörten, als er alt genug war, sich weiteren „Nachbesserungen“ erfolgreich zu verweigern – zum Bedauern seines Arztes, der „das Ergebnis gerne vervollkommnet“ hätte.

>>> Ernst Bilke: "Die Wut ist gut versteckt" - Biographie mit "Hypospadie"
>>> Hypospadie: "Kindheit voller Schmerz, Operationen und Isolation" (Tiger Devore)

>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> IMeV-Schattenbericht CAT 2011: Häufigste Genitalverstümmelungen ausgeblendet 

Thursday, October 6 2011

"Live Genitalverstümmelungen" - Zwitter attackieren Kinderchirurgen, Tübingen 6.10.11

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>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
>>> Protest gegen Live Genitalverstümmelungen in Tübingen, Do 6.10.11
>>>
Live-Genitalverstümmelungen in Tübingen 2005-2011  

Menschenrechte auch für Zwitter!

[...] Die spektakuläre Inszenierung menschenrechtswidriger und unethischer "Live Genitalverstümmelungen" ist in Tübingen leider traurige Tradition: Nach vier "Symposien für Rekonstruktive Urologie" ist das 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting bereits der fünfte zweijährliche Anlass, an dem Tübinger Chirurgen, verstärkt durch auswärtige Kollegen, als besonderen "Höhepunkt" solche "Direktübertragungen von Live-Operationen mit 'perioperativer' Diskussion einzelner Behandlungsschritte" (Ankündigung II. Symposium, 2005) zelebrieren.

Tübinger Institutionen waren und sind leider sowohl an den vier vergangenen wie auch am diesjährigen Anlass maßgeblich mitbeteiligt.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org ist zutiefst bestürzt und bedauert sehr, dass die Eberhard Karls Universität Tübingen und das Universitätsklinikum Tübingen (UKT) zu solch fragwürdigen "Höhepunkten" Hand bieten, offenbar ohne Rücksicht auf das dadurch verursachte lebenslange Leid der wehrlosen Opfer. [...]

Ethische und menschenrechtliche Aspekte stehen in Tübingen bisher jedoch nicht zur Debatte – weder bei den Genitalverstümmlern selbst, noch bei den sie unterstützenden Institutionen.

Auch das renommierte "Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)" der Eberhard Karls Universität Tübingen will in all den Jahren offenbar nichts von diesen skandalösen "Live Operationen" bemerkt haben. [...]  >>> ganzer Text + Offener Brief 

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter   

Wednesday, October 5 2011

Deutschland: Hunde besser vor Verstümmelung und Kastration geschützt als Kinder

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Seit 15 Jahren klagen zwangsoperierte Zwitter in Deutschland und weniger lang auch in Österreich und in der Schweiz die Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken öffentlich an und fordern die Medizyner zum Aufhören und die Politik zum Handeln auf – bisher vergeblich:

  • Die Bundesregierung gab wiederholt zu Protokoll, von unzufriedenen Zwangsoperierten nichts zu wissen (Drucks. 14/5627), und sah keinen Handlungsbedarf (--> Drucks. 16/13269). 
  • Die Hamburgische Bürgerschaft befasste sich zwar 2009 mit den Verstümmelungen, klammerte dann aber in den konkreten Vorstössen zum Thema stillschweigend ausgerechnet die GenitalOPs jedesmal aus.
  • Der Berliner Senat durfte im Sommer 2010 widerspruchslos verkünden, angeblich "keine Erkenntnisse über konkrete Fälle mit derartigen Eingriffen oder Therapien" zu haben (--> Drucks. 16 / 14436)
  • Der Bremer Gesundheitsminister durfte in Februar 2011 ebenfalls tatsachenwidrig und unwidersprochen behaupten, "Intersexuelle" würden angeblich seit 10 Jahren nicht mehr verstümmelt.

Aktuell sind in Deutschland Haustiere deutlich besser geschützt als Kinder: Während z.B. Hunde ohne medizinische Notwendigkeit weder kupiert noch kastriert werden dürfen, wird in den Kinderkliniken ungehindert weiter kosmetisch verstümmelt und kastriert.

(In der Schweiz und in Österreich ist das Kupieren von Haustieren ohne medizinische Notwendigkeit übrigens ebenfalls verboten, in der Schweiz gilt dies auch für die Einfuhr bereits kupierter Tiere. Kastration von Hunden ist in der Schweiz hingegen legal und für die Tierärzte lukrativ, siehe: "Dreimal nicht pariert, schon wird er kastriert.")

Laut neuesten BMBF-Studien sind in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ab 3 Jahren unverändert 90% aller bedrohten Kinder durchschnittlich mehrfach "kosmetisch genitaloperiert". 

Ähnlich wie bei Betroffenen von sexualisierter Gewalt ("Kindesmissbrauch") ist der Rechtsweg für Überlebende von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken ein Alptraum und eine Farce. Da die Verstümmelungen in der Regel vor dem 2. Lebensjahr erfolgen, haben Überlebende in der Regel keine Chance, vor Ablauf der Verjährung zu klagen. Die meisten leiden ein Leben lang an durch die Verstümmelungen und das Verheimlichen der "Behandlungen" versursachten, schweren Traumatisierungen.

JEDEN TAG wird allein in Deutschland in einer Kinderklinik ein wehrloses Kleinkind genital "kupiert" und/oder kastriert – wie lange noch???  

Genitalabschneiderin Susanne Krege: «Als ich näher kam, las ich dann auf den Transparenten: "Weg mit verstümmelnden Operateuren!" Da merkte ich natürlich, dass das gegen meinen Vortrag gerichtet war ...» ("DGU 2011", Hamburg 15.9.)

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Bild: Das nachfolgend im "DGU 2011"-Vortrag angesprochene "persönliche Erlebnis":
UK Aachen, 30.05.2011 - Christiane Völling protestiert gegen "Ethik"-Vortrag
von Genitalabschneiderin Susanne Krege
(im Bild ganz rechts)

Am 14.-17. September fand in Hamburg der "63. Jahrekongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie" a.k.a. "DGU 2011" statt. Zwischengeschlecht.org war nicht vor Ort, da wir schon in London gegen die "ISHID"-Live-Genitalverstümmelungen protestierten. Inzwischen sind jedoch die "DGU 2011"-Vorträge in vorbildlicher Weise audiovisuell online dokumentiert – und siehe da:

Author: Susanne Krege (Alexianer Krankenhaus Maria-Hilf, Krefeld)
Session: Fo 7 - Adoleszentenurologie - die Langzeitergebnisse der Kinderurologie
Title: Störungen der sexuellen Differenzierung (Disorders of sexual differentiation – DSD)
Event: DGU Hamburg 2011
Date: September 15, 2011 15:36
Room: Saal 8
Excerpt: 00:00:00—00:00:56

Prof. Dr. Susanne Krege: "Meine sehr verehrten Damen und Herren, mein Thema [...] sind die Störungen der sexuellen Entwicklung oder auch Disorders of sexual differentiation genannt, kurz DSD. Um Ihnen klarzumachen, worum es geht, möchte ich mit einem kleinen persönlichen Erlebnis anfangen, das ich Anfang des Jahres hatte. Ich war von Aachener Studenten eingeladen, im Rahmen einer [Ethik-]Ringvorlesung zu diesem Thema einen Vortrag zu halten. Ich freute mich sehr über diese Einladung, weil ich in Aachen studiert habe, und kam dann am späten Nachmittag in Aachen an, ein reges Treiben auf dem Klinikvorplatz, und ich sah einige Transparente aufgestellt und dachte, na ja, die Studenten haben wieder irgend ein Anliegen. Als ich näher kam, las ich dann auf den Transparenten "Schluss mit Operationen beim unmündigen Kind!" und "Weg mit verstümmelnden Operateuren!". Da merkte ich natürlich, dass das gegen meinen Vortrag gerichtet war ..."

Obacht, nach der 53. Sekunde wird der Vortrag dann in Powerpoint-Folien-Bild und Wort schnell mal ziemlich igittigitt (obwohl ich selber bisher nicht dazukam, ihn mir in seiner Gänze anzutun). In Aachen hatte Frau Krege übrigens noch frech behauptet, erwachsene Betroffene würden ihre Verstümmelungen an wehrlosen Kindern befürworten, und führte dazu einmal mehr die Selbsthilfegruppe "XY-Frauen" als angebliches Beispiel an ...
>>> Ganzer AV-Podcast - TRIGGERWARNUNG!
>>> Nur Audio (mp3)

Übrigens stellt Chef-Pädoverstümmlerin Krege in Hamburg an der "DGU 2011" bereits in der 2. Folie wiederum unmissverständlich klar, dass für ihre Zunft kosmetische "Hypospadiekorrekturen" klar in die Rubrik "intersexuelles Genitale" gehören:

>>> Offener Brief zu Kreges "Ethik"-Vortrag, UK Aachen 30.5.11 

>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch

 

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 

 

Tuesday, October 4 2011

Hypospadie: "Meine Kindheit war angefüllt mit Schmerz, Operationen, Hauttransplantationen und Isolation" (Tiger Howard Devore)

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Dr. Tiger Howard Devore ist aktiv in der US-Selbsthilfegruppe "Hypospadias & Epispadias Association (HEA)", die sich für das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen stark macht, und spricht sich seit Jahren immer wieder öffentlich gegen kosmetische Genitaloperationen an Kindern aus.

Laut John Money war Tiger Devore 1984 der erste Intersexuelle, der sich öffentlich im Fernsehen in einer Sendung mit Oprah Winfrey äusserte. Auf seiner Homepage stellt Dr. Tiger diesen und eine Vielzahl weiterer Clips zur Verfügung. Besonders eindrücklich sind seine kürzlichen Auftritte in "Intersexions" (2011) und "Genital Mutilation: America's Double Standard" (2011).

Tiger Devores autobiografischer Text >>> "Aufwachsen im chirurgischen Mahlstrom" ist eines der eindrücklichsten Zeugnisse über den Unsinn der kosmetischen "Hypospadie-KorrekturOPs" an Kindern und das dadurch verursachte, erhebliche und lebenslange Leid. Nachfolgend einige Auszüge:

Ich verbrachte viele Jahre mit chirurgischen Operationen, deren einziger Sinn darin bestand, aus meiner Penisspitze pinkel zu können ["Hypospadiekorrektur"]. Ich bin insgesamt sechzehn mal an meinen Genitalien operiert worden. Bis zum Alter von zehn Jahren schon zehn mal, ziemlich genau einmal pro Jahr. Wenn sie meine Harnröhrenöffnung da gelassen hätten wo sie war: am Penisschaft nahe der Hoden, hätten mir mindestens zwölf Operationen erspart bleiben können.

Meine Kindheit war angefüllt mit Schmerz, Operationen, Hauttransplantationen und Isolation. Ich weiß noch, wie das war, wenn die Schulferien begannen, und die anderen Kinder irgendwo hinfuhren, um Spaß zu haben. Ich musste in den Ferien ins Krankenhaus, damit ich nicht zu viel vom Unterricht versäumte. Wenn die Ferien vorüber waren, kehrte ich in die Schule zurück, oft waren die letzten Operationsnarben noch nicht einmal verheilt. Manchmal hingen mir zu Schulbeginn noch die Schläuche aus dem Körper, man sah die Nähte und Narben, und ich konnte kaum laufen.

Jedes Jahr operierten sie mich, und ich konnte zusehen und fühlen, wie die plastische Chirurgie jedes Mal wieder in sich zusammenfiel. Das hätte auch ihnen auffallen müssen – außer Arroganz und Inkompetenz gab es für viele der Eingriffe, die sie an mir ausführten, keinen Grund.

Die Harnröhre, durch die die meisten Männer pinkeln, ist nicht aus normaler Haut, sondern aus speziellem Endothel, das den Kontakt mit Urin aushält und auch wenn es immer feucht und warm ist, nicht in sich zusammenfällt oder sich ständig entzündet. Die Röhre, die sie mir aus Haut von anderen Körperteilen schufen, löste sich ständig auf und ich bekomme regelmäßig Blasenentzündungen. Und ich muss mich immer noch hinsetzen beim Pinkeln. Ich war niemals ohne Fisteln, diesen Löchern in meinem Penis, wo die Methode versagt hatte. Die gesamte Harnröhre musste zweimal komplett erneuert werden, mit unfangreichen Hauttransplantaten. Wenn sie mich doch nur im Sitzen hätten pinkeln lassen, dann hätten weder ich noch meine Familie all das ertragen müssen – die Kosten, die Schmerzen, die wiederholten Operationen, die Medikamente, die immer wiederkehrenden Transplantatabstoßungen und die Fisteln aus denen der Urin floss. Ich hätte gut damit leben können, aus dem Schaft meines Penis zu pinkeln, statt aus der Spitze, aber dafür nicht in der Empfindsamkeit beeinträchtigt zu sein.

>>> Tiger Howard Devore: "Aufwachsen im chirurgischen Mahlstrom" (1997)

>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> IMeV-Schattenbericht CAT 2011: Häufigste Genitalverstümmelungen ausgeblendet

 

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 

 

IGM 1: Warum eine Diskussion um die Beendigung kosmetischer Genitaloperationen an Intersex-Kindern unter Ausklammerung von "Hypospadiekorrekturen" unethisch ist

sss

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[ "Hypospadie" = wenn der Harnröhrenausgang nicht an der Penisspitze liegt, sondern etwas bis deutlich weiter unten ]

"Hypospadie" ist die wohl häufigste Diagnose für kosmetische Genitaloperationen an Kindern mit "atypischen Genitalien". Das aktuelle Medizynerhandbuch "Kinderchirurgie. Basiswissen und Praxis" (2008), Hrsg. v. Martina Heinrich und Kathrin Schäfer, nennt für das Vorkommen von "Hypospadie" für Medizyner lukrative Zahlen von "zwischen 4,7 und 8 auf 1000 männliche Lebendgeburten" (S. 192) – d.h. ein Verhältnis von 1:212 bis 1:125.

Kosmetische "Hypospadiekorrekturen" (PDF, S. 2) [WARNUNG!!!] und andere kosmetische sog. "vermännlichende genitale Korrekturoperationen" sind somit mittlerweile klar häufiger als kosmetische "FeminierungsOPs" und Kastrationen zusammen. Zum Vergleich, der aktuell an der Berliner Charité wütende, berüchtigte Seriengenitalverstümmler Prof. Dr. Martin Westenfelder brüstete sich 2010 öffentlich mit folgender Statistik:

“Prof. Martin Westenfelder gehört zu den Genitalchirurgen mit der größten Erfahrung weltweit: knapp 4.000 Hypospadien, über 140 Epispadien und 160 Feminisierungsoperationen bei intersexuellen Differenzierungsstörungen.”

Laut praktisch allen bekanntgewordenen Studien sind die Komplikationsraten bei "Hypospadiekorrekturen" sehr, sehr hoch (vgl. Zahlen von "EuroDSD"-Verstümmler Pierre Mouriquand von typischerweise 42%-57%).

Viele, wenn nicht die meisten Patienten haben nach der "Behandlung" zum Teil massive Probleme, die klar erst durch die "Korrekturversuche" verursacht wurden. 

Sogar die Medizyner selber räumen dies indirekt ein durch die offizielle Diagnose "Hypospadias Cripple" [WARNUNG!!!] für "hoffnungslose Fälle" (dt. "Hypospadie Krüppel" = von Medizynern zum "Krüppel" operiert!!!).

Mir ist ein Fall bekannt, bei dem ein Betroffener Jahre nach einer "erfolgreichen Hypospadiekorrektur" durch eine Stenose (Harnröhrenverengung) derart schwere Niedenschäden erlitt, dass er Dialyse-abhängig wurde!

Ein aktuelles Ethikpapier (Karkazis/Tamar-Mattis/Kron, 2010 --> S. 14) verdeutlicht zudem in einer Checkliste im Anhang, wie die "Hypospadie"-ZwangsbehandlerInnen die Eltern nach den genau gleichen Mustern anlügen und über den Tisch ziehen wie bei "Feminisierungen" und Kastrationen.

Trotz aller katastrophalen Resultate wird "Hypospadie" immer häufiger diagnostiziert und "behandelt"; eine mögliche Zunahme des Auftretens wird mit Umweltgiften in Zusammenhang gebracht (Phtalate, Bisphenol A und andere Plastik-Weichmacher und sog. endokrine Disruptoren).

"Hypospadiekorrekturen" führen zu einer Verminderung der sexuellen Empfindungsfähigkeit und sind meist medizinisch nicht notwendig.

Wie die BehandlerInnen oft genug selbst eingestehen, werden "Hypospadiekorrekturen" vielmehr aus "psychosozialen" Gründen wehrlosen Kindern aufgezwungen:

Sogar die letzte AWMF-Leitlinie 006/026 "Hypospadie" (PDF) (Evidenzstufe 1 = niedrigste) spricht ausdrücklich von Indikationen "auch aus ästhetisch-psychologischen Gründen".

Auch in den Kinderkliniken UKE und AKK der Universität Hamburg wird kein Hehl daraus gemacht, dass frühe "Hypospadie-Korrekturen" NICHT aus medizinische Gründen gemacht werden, sondern aus "psychologischen":

"Die Operation sollte zwischen dem 9. und 15. Lebensmonat oder zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr durchgeführt werden („Psychologisches Fenster“)." (Prof. Dr. med. Margit Fisch und Dr. med. Silke Riechardt)

Ebenso z.B. das Universitätsklinikum Jena und die Asklepios-Kinderklinik St. Augustin unisono:

"Beschwerden liegen [im "unkorrigierten" Zustand] fast nie vor, auch die Harnentleerung bereitet nur in Ausnahmefällen Probleme" - Nichtsdestotrotz empfohlene "Therapie": "Korrektur zwischen dem 12. und 24. Lebensmonat." - "Begründung": "Bei späteren Eingriffen kann bereits das Selbstwertgefühl der Männer leiden." (Homepages der Klinken)

Trotzdem wollen die TäterInnen "Hypospadiekorrekturen" aus der ethischen Diskussion ausklammern.

Ob "Hypospadie" nach medizinischer Definition unter die  Diagnose "Intersex/DSD" fällt oder nicht, wird von ihnen aktuell je nach Ausgangslage unterschiedlich beantwortet:

Klassische "vermännlichende Genitalkorrektur": Historisch wurden "Harnröhrenverlegungen" seit jeher ebenso wie "Klitorisamputationen" in praktisch allen einschägigen Veröffentlichungen abgehandelt unter "Genitale Abnormalitäten, Hermaphroditismus und verwandte adrenale Krankheiten" (Hugh Hampton Young 1937, vgl. auch Carlos Lagos García 1935, Louis Ombrédanne 1939, Max Grob 1957, Claus Overzier Hrsg. 1961). Lawson Wilkins, der 1950 in Baltimore die systematischen "Genitalkorrekturen" an betroffenen Kleinkindern begann, listete "Hypospadiekorrekturen" als Äquivalent zu Klitorisamputationen – je nachdem, ob ein Kind als "männlich" oder "weiblich" eingestuft wurde. Auch John Moneys weit verbreitetes "Standardwerk" "Körperlich sexuelle Fehlentwicklungen" (Amerikanisches Original 1968, auf Deutsch 1969) listet "4. Hypospadie" im Kapitel "Fehlentwicklungen der äußeren Sexualorgane". Dito das NS-"Rassenhygiene"-Standardwerk Baur-Fischer-Lenz 4. Aufl. 1936.

• Als Reaktionen auf öffentliche Kritik an Genitalverstümmlungen beginnen viele TäterInnen seit 1993 gegen aussen vermehrt zu argumentieren, "Hypospadie" sei "etwas gaanz anderes" und habe mit "Intersex"/DSD" definitionsgemäss nichts, aber auch gar nichts zu tun.

• Umgekehrt werden an internen Fachvorträgen "Hypospadiekorrekturen" nach wie vor entweder prinzipiell der "DSD Chirurgie" zugerechnet (Pièrre Mouriquand, 2009 --> Folie 184), oder zumindest die "schweren Formen" werden weiterhin fraglos unter "DSD mit intersexuellem Genitale" eingeordnet (Susanne Krege, 2011).

US-Zwitterorganisationen (vgl. Liste bei ISNA) und Betroffene von kosmetischen Genitaloperationen (vgl. Caitlin Petrakis Childs: "What is Intersex?") kämpfen seit mindestens 1996 für die Beendigung kosmetische Genitaloperationen auch an Kindern mit "Hypospadie" – und wehren sich explizit gegen die Versuche der TäterInnen, "Hypospadiekorrekturen" durch Definitionstricks von der öffentlichen Diskussion von vornherein ausschliessen zu wollen (vgl. Katrina Karkazis: "Fixing Sex", 2008, S. 143f.).

Deutschsprachige Betroffene und Zwitterorganisationen wie z.B. die AGGPG setzten sich seit mindestens 1998 selbstverständlich auch für die Beendigung kosmetischer "Harnröhrenverlegungen" und "Hypospadiekorrekturen" sowie anderer "vermännlichender" kosmetischer Genitaloperationen an Kindern ein – und kritisieren ebenso medizinische Definitionstricksereien (vgl. Claudia Lang: "Intersexualität. Menschen zwischen den Geschlechter", 2006, S. 95-97, 221).

Wie nachfolgende Illustration belegt, werden "Prader-Stadien" ("zu grosse Klitoris") und "Hypospadie-Grade" heute noch als komplementäre Diagnose-Instrumente für "DSD" nebeneinandergestellt (Quelle: UKGM Gießen, 2012 / Formular PDF):

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Stimmen Betroffener:

Der meines Wissens nach bekannteste deutschsprachige Betroffene von kosmetischen "Hypospadiekorrekturen", der sich zu diesem Thema sehr eindrücklich öffentlich äusserte, ist >>> Ernst Bilke.

Die AGGPG-Mitbegründerin --> Heike Bödeker-Spreitzer machte als Betroffene "vermännlichender Zurichtung" auch sonst keine Unterschiede zwischen "Klitoris- rsp. Penisplastiken".

Die UK-Aktivistin --> Sophia Siedlberg (OII) bezeichnet ebenfalls "die ihr aufgezwungenen „Maskulinisierungs“OPs als Genitalverstümmelungen und kämpft dezidiert gegen JEGLICHE Genitalverstümmelungen an Kindern. Insbesondere wehrt sie sich gegen Bagatellisierungen der maskulinisierenden Genitalverstümmelungen im Vergleich zu den feminisierenden, die sie beide als Menschenrechtsverletzungen denunziert".

Dr. Tiger Howard Devore ist aktiv in der US-Selbsthilfegruppe "Hypospadias & Epispadias Association (HEA)", die sich für das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen stark macht, und spricht sich seit Jahren immer wieder öffentlich gegen kosmetische Genitaloperationen an Kindern aus inkl. "Hypospadiekorrekturen".

Tiger Devores autobiografischer Text >>> "Aufwachsen im chirurgischen Mahlstrom" ist eines der eindrücklichsten Zeugnisse über den Unsinn kosmetischer "Hypospadie-KorrekturOPs" an Kindern und das dadurch verursachte, erhebliche und lebenslange Leid, und dank Aufnahme in den Klassiker "Der Beschneidungsskandal" der FGM-Expertin Hanni Lightfoot-Klein (2003, S. 55-58. Englische Neuausgabe 2007 unter dem Titel "Children's Genitals Under the Knife", S 172-175) das wohl bekannteste Dokument, warum medizinisch nicht unmittelbar notwendige "Hypospadiekorrekturen" an Kindern ebenso als westliche Genitalverstümmelungen anzusprechen sind wie sog. "Klitoriskorrekturen".

>>> "Sehr taube Eichel": Erfahrungsberichte zu "Hypospadiekorrekturen"

>>> Erich Marti: "Operierter Penis extrem berührungsempfindlich, starke Schmerzen"


Unzensierte Version: Draufklicken (PDF, 3.3 MB)
>>> Flugbl. m. Bsp. v. "Hypospadiekorr." + Komplikations-Statistiken (PDF, 2MB)
         WARNUNG: 2. Seite enthält Operationsfotos!

Kosmetische Klitorisamputationen an Kindern im Kispi Zürich und Insel Bern, z.B. Andrea Prader, Max Grob, Marcel Bettex, von Zwischengeschlecht.org

"KOSMETISCHE KLITORISAMPUTATIONEN AN INTERSEX-KINDERN IN ZÜRICH UND BERN"
Dokumentation mit Belegen aus Publikationen aus dem Kispi Zürich und Insel Bern [OHNE OP / Genitalbilder].

 >>> Download Folien (PDF, 700 KB) 

Input von Daniela Truffer zum "Fachtag Intersex"
  • IGM Überlebende – Danielas Geschichte
  • Historischer Überblick:
     "Zwitter gab es schon immer – IGM nicht!"
  • Was ist Intersex?  • Was sind IGM-Praktiken?
  • IGM in Hannover  • Kritik von Betroffenen  • u.a.m.
>>> PDF-Download (5.53 MB)

"Intersex Genital Mutilations: History & Current Practice" >>> PDF (2.4 MB)  [TRIGGERWARNUNG!!!] Englischsprachige Dokumentation über medizinisch nicht notwendige, irreversible kosmetische Genitaloperationen an Kindern mit "atypischen Genitalien", mit zahlreichen konkreten Beispielen (Zitate und Scans) aus namhaften medizinischen Fachpublikationen. Das erste Kapitel dokumentiert in Wort und Bild die 3 häufigsten kosmetischen Genitaloperationen (vgl. oben), das Zweite die historische Entwicklung der Verstümmelungen anhand von ausgewählten internationalen Medizyner-Publikationen (vgl. "Intersex-Genitalverstümmelungen – eine Genealogie der TäterInnen".)

>>> Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter  
>>> "Aufarbeitung tut not!" Klitorisamputationen u.a. "Genitalkorrekturen" an Kindern

Saturday, October 1 2011

Häufigste Intersex-Genitalverstümmelungen ausgeblendet: IMeV-Schattenbericht zur UN-Folterkonvention (CAT 2011)

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Intersexuelle Menschen e.V. (Berichterstatterin: Lucie Veith) hat in Kooperation mit der Humboldt Law Clinic einen weiteren Schattenbericht bei der UNO in Genf eingereicht, diesmal zum "Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (CAT)" (>>> PDF 668 KB). Der Bericht wird anlässlich der 47. CAT Session im November 2011 in Genf behandelt werden.

Leider rückt der Bericht (wie schon der vorherige CESCR-Bericht) einmal mehr schamlos die Partikularinteressen (C)AIS-Betroffener ins Zentrum, sprich Kritik an "Gonadektomie (Kastration)" (S. 17f.) und "Feminisierende Operationen" (S. 18ff.), die als einzige konkret behandelt werden, und zwar unter gleichzeitiger expliziter Ausblendung der wohl häufigsten "Diagnose" für Genitalverstümmelungen in hiesigen Kinderkliniken, nämlich "Hypospadie" und weitere "vermännlichende Korrektureingriffe".

Zwar fordert der Schattenbericht in seinen Empfehlungen vollmundig die "Beendigung jeglicher kosmetischer Operationen an den Genitalien von Kindern" (S. 29), doch das verkommt zur Farce, wenn in der konkreten Kritik zum wiederholten Male ausschliesslich auf die Bedürfnisse und Partikularinteressen einer bestimmten Minderheit eingegangen wird. Zudem steht auch hier diese Forderung wiederum erst an 2. Stelle NACH der Forderung nach Beendigung der Gonadektomien.

Paradoxerweise behandeln die angehängten, hochinteressanten Fallberichte auch das durch "vermännlichende" Verstümmelungen angerichtete Leid, bzw. zumindest derjenige von Christiane Völling (S. 39f.). Das Stichwort "Hypospadie" taucht im Fallbericht Nr. 4 (S. 38) ein einziges Mal im ganzen Bericht auf, der Fallbericht scheint jedoch Zusammenhang mit dem verherigen Schattenbericht die Lesart nahezulegen, wäre das Kind "in Richtung männlich korrigiert" worden (statt wie geschildert "verweiblichend operiert"), wäre ja alles OK.

Weiter wird im Fallbericht Nr. 3 (S. 37f.) eine entgegen dem audrücklichen Willen der Eltern vorgenommene "Peniskorrektur" kritisiert, jedoch gleichzeitig eine "fertilisierende operative Hodenverlagerung" unkommentiert als positiv und erwünscht dargestellt.

Dies alles, obwohl Betroffene solcher Eingriffe auch in Deutschland seit langem sowohl "Hypospadie-" und "Peniskorrekturen" (--> Ernst Bilke) wie auch "fertilisierende operative Hodenverlagerungen" als medizinisch nicht notwendige Eingriffe kritisieren und von dadurch verursachten Traumen und lebenslangen Schmerzen berichten. Zudem wurde bekanntlich die Wirksamkeit der "fertilisierenden operativen Hodenverlagerungen" nie wissenschaftliche belegt.

Erst recht, weil bei Intersexuelle Menschen e.V. nach wie vor (C)AIS-Betroffene klar überproportional an den Schalthebeln sitzen, gilt leider unverändert das schon zum letzten CESCR-Schattenbericht angemerkte Fazit:

Ein Verein, der wie Intersexuelle Menschen e.V. für sich in Anspruch nimmt, alle Zwitter zu repräsentieren, deren elementare Menschenrechte mit Füssen getreten werden, müsste hier DRINGEND von der steten Beschränkung des Blickwinkels auf die eigene, persönliche "Besonderheitsperspektive" wegkommen, hin zu einer angemessenen und realitätsentsprechenden Würdigung ALLER Menschenrechtsverletzungen gegen die körperliche Unversehrtheit an Kindern und Erwachsenen mit "auffälligen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen.

>>> http://intersex.schattenbericht.org 

>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch 
>>> Hypospadie: "Kindheit voller Schmerz, Operationen und Isolation" (Tiger Devore) 
>>> Ernst Bilke: "Die Wut ist gut versteckt" - Biographie mit "Hypospadie"
>>> "Sehr taube Eichel": Erfahrungsberichte zu "Hypospadiekorrekturen"

>>> Warum nicht alle Bio-Zwitter gleich nicht-privilegiert sind   

Wednesday, September 21 2011

Pressespiegel zum Münster-"Intersex"-Tatort

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Im Tatort-Beitrag "Zwischen den Ohren" vom letzten Sonntag spielte das Thema "Intersexualität" eine wichtige Rolle (dieser Blog berichtete), was anschliessend auch in den Medien nicht unbeachtet blieb:

>>> Gelungener Post von Oliver Tolmein auf FAZ.net, der auch kritisch auch auf weniger Gelungenes in der Sendung hinweist, wie z.B. das Ausblenden der nach wie vor täglich praktizierten Genitalverstümmelungen an "intersexuellen" Kindern, sowie auf die Proteste dagegen letztes Wochenende in London anlässlich des Genitalabschneiderkongresses "ISHID 2011".

>>> Artikel auf Bild.de mit Schwerpunkt Androgenresistenz und Interview mit Lucie Veith von Intersexuelle Menschen e.V., der erwähnt der Verein kämpfe "für eine gesetzliche Regelung zur Behandlung", damit künftig "sogenannte „Geschlechtsangleichungen“ nicht ohne die Einwilligung der Betroffenen stattfinden können".

>>> Genderlastiger Beitrag von Katrin Heise auf Deutschlandradio, mit Interview mit Lucie Veith, die Genitalverstümmelungen an "Intersexuellen" gar nicht erst anspricht, aber immerhin ungenügende "Trennschärfe zwischen Transsexualität und Intersexualität" im Tatort moniert. Wenig zutreffend dagegen Lucie Veiths Ausführungen über "Intersexualität" im Spitzensport, haben doch – wie die Beispiele der Tennisspielerin Sarah Gronert (deren Geschichte dem Tatort als Inspiration diente) und der Fussballerin Genoveva Anonma aufzeigen – in Deutschland lebende "intersexuelle" bzw. als solche verdächtigte SportlerInnen krass willkürliche Ausschlüsse eher NICHT zu befürchten – im Gegensatz zu "verdächtigen" Sportlerinnen aus "Drittweltländern". Anders sieht es dagegen mit diskriminierender Berichterstattung in den Medien aus, wozu auch in Deutschland dringend Handlungsbedarf besteht ...

>>> Artikel von Heinz Krischer in Der Westen, ebenfalls mit Interview mit Lucie Veith, der den Schwepunkt auf die Tabuisierung der Betroffenen a.k.a. das Schweigegebot legt, wobei im redaktionellen Teil erwähnt wird, dass die Operationen immer noch andauern.

>>> Diskrimierung von Zwittern im Sport weltweit
>>> Genitalverstümmelungen im Kinderkliniken: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- "Zwischen den Ohren": Münster-Tatort über intersexuelle Tennissspielerin - TV-Premiere 18.9.11
- Zwielichtige Kinderchirurgen: "Ärzte bremsen «Tatort» aus" - SonntagsZeitung, 13.3.11
- Niedrig und Kuhnt "Nicht Fisch, nicht Fleisch" (11.12.09) vs. Law & Order: New York "Identität" (2005)

Sunday, September 18 2011

Fotos 1. Protest gegen "ISHID 2011"-Genitalverstümmler, London 17.9.

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Gelungener Photoreport von Behzad auf demotix – Danke! 

>>> Proteste "ISHID 2011"       >>> Open Letter       >>> stop.genitalmutilation.org

Sunday, September 4 2011

Englische Online-TV-Filme 2011: "Genital Mutilation: America's Double Standard" (TR), "Intersexions" (TV One), "Me, My Sex and I" (BBC) a.k.a. "The Truth of My Sex" (Oprah)

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STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

3 empfohlene, derzeit online verfügbare TV-Produktionen aus diesem Jahr mit Interviews Überlebender, leider bisher nur auf Englisch.

Mehr Info + Links zum online gucken via unsere neue englischsprachige Kampagnen-Homepage
>>> stop.genitalmutilation.org:

>>> "Genital Mutilation: America's Double Standard" (4 Min.)

>>> "Intersexions; Is She or Isn’t He?" (TV One) (44 Min.)

>>> "Me, My Sex and I" (BBC) a.k.a. "The Truth of My Sex" (Oprah) (50 Min.)

Enjoy!

Friday, September 2 2011

London 15.-19.09.2011: Proteste + Info gegen Genitalabschneiderkongress "ISHID 2011"

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>>> Genital Mutilators Converging in London, Protests   >>> stop.genitalmutilation.org 

STOP Genital Mutilation in Children's Clinics!

Zwischengeschlecht.org on FacebookLondon, September 17-19, 2011:
PROTESTE GEGEN "ISHID"-GENITALVERSTÜMMLER
+ Public Info Meetings September 15-16

Aus Anlass des "IV Weltkongress über Hypospadie und
Störungen der Geschlechtsentwicklung DSD" a.k.a. "ISHID 2011",
inkl. "Live Operationen"

>>> mehr Info, alle Orte & Termine

Thursday, September 1 2011

UPDATE! Leichtathletik WM 2011: Caster Semenya erreicht Final (XXX)

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IOC IAAF: Intersex - Guilty by Suspicion

Am Donnerstag qualifizierte sich Caster Semenya an der WM in Daegu (Südkorea) bei hitzigen 37° über 800 Meter mit 2.01,01 für den morgigen Halbfinal.

Nachtrag: Heute Freitag schaffte Caster Semenya den Einzug in den Final am Sonntag mit der Halbfinal-Bestzeit von 1.58,07. Dieser Blog drückt alle Daumen!

Aus aktuellem Anlass gab es in den Medien im Vorfeld verschiedene Berichte zum Thema.

So zum Beispiel auf >>> DRadio Wissen ein gut 8-minütiger Beitrag "Tests zur Intersexualität" von Stefan Osterhaus zum aktuellen Stand der Anwendung neuen IAAF-Geschlechterregel, in dem verschiedene Experten befragt werden, u.a. der Medizinethiker Jürg Streuli. Zudem kommt die indische Läuferin Santhi Soundarajan mit eingedeutschten Zitaten zu Wort.

Auf >>> 20min.ch findet sich ein Artikel, der ebenfalls Santhi Soundarajan erwähnt, und in einer Diaschau weiter einen Überblick über viele weitere verdächtigte und allzuoft willkürlich disqualifizierte Sportler_innen bringt.

Ansonsten scheint es allerdings in den Medien aktuell mit kritischen Betrachtungen über das Tagesgeschehen hinaus leider nicht allzu gut bestellt.

Wohl sehr zur Freude der Sportverbände (und ihrer MedizynerfreundInnen), die wohl kaum Interesse daran haben, dass in der Öffentlichkeit über ihre gesammelten (und zum grössten Teil bis auf den heutigen Tag ungesühnten!) Schandtaten diskutiert wird ...

>>> Frauenfussball WM 2011: FIFA diskriminiert als Zwitter Verdächtigte (I)

>>> Wegen Caster Semenya: IOC plant neue "Intersex-Regeln" 
>>> IOC / IAAF: Neue "Hyperandrogenismus"-Geschlechterregeln 2011
>>> Zwitter im Sport: IOC, IAAF und FIFA leugnen Verantwortung
>>>
IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Saturday, August 27 2011

"Zwischen den Ohren": Münster-Tatort über intersexuelle Tennissspielerin - TV-Premiere 18.9.11

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Der 20. Münsteraner Tatort liess sich von der Geschichte der zwischengeschlechtlich geborenen Tennisspielerin Sarah Gronert inspirieren, die verschiedentlich durch "menschenrechtsverletzende Gerüchte" (so der Westfälische Tennisverband im Juli 2008) öffentlich diffamiert wurde (>>> dieser Blog berichtete).

Der Titel "Zwischen den Ohren" ist übrigens eine Anspielung auf ein Zitat von Milton Diamond und Hazel Glenn-Beh: "Das wichtigste Geschlechtsorgan befindet sich eher zwischen den Ohren als zwischen den Beinen", das den Schlusssatz ihrer bahnbrechenden Intersex-Ethikstudie aus dem Jahre 2000 bildet (>>> ganzer Aufsatz auf deutsch hier).

Nun steht das Erstausstrahlungsdatum fest und auf dem Netz gibt es bereits auch erste Rezensionen, z.B. auf >>> nachgebloggt.de, moviesection.de oder monstersandcritics.de.

Wir bleiben gespannt ...

Zeitgleich befindet sich in der Schweiz mit "Skalpell" wie berichtet eine weitere Tatort-Folge um "zwielichtige Kinderchirurgen" in (Post-)Produktion, die für Leser_innen dieses Blogs ebenfalls interessant zu werden verspricht ...

>>> Diskrimierung von Zwittern im Sport weltweit
>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Zwielichtige Kinderchirurgen: "Ärzte bremsen «Tatort» aus" - SonntagsZeitung, 13.3.11
- Niedrig und Kuhnt "Nicht Fisch, nicht Fleisch" (11.12.09) vs. Law & Order: New York "Identität" (2005)

Monday, August 22 2011

Aktuelle Termine

Ostschweizer Kinderspital St. Gallen, 6.2.11 (Bild: Seelenlos)

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>>> Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012

 

Die ganze Geschichte des Fortschritts menschlicher Freiheit zeigt, dass alle Zugeständnisse, die ihren hehren Forderungen bisher gemacht wurden, aus dem Kampfe geboren sind ... Ohne Kampf gibt es keinen Fortschritt. Die, welche behaupten, für die Freiheit zu sein, Agitation aber ablehnen, sind [Menschen], die ernten wollen, ohne den Grund umzupflügen. Sie wollen Regen ohne Blitz und Donner. Sie wollen den Ozean ohne das grässliche Tosen seiner Wassermassen. Der Kampf mag ein moralischer sein; oder er mag physisch sein; oder er mag moralisch und physisch sein, aber ein Kampf muss stattfinden. Macht gewährt keine Zugeständnisse ohne Forderungen. Sie hat es nie getan und wird es nie tun ...
Frederick Douglass, ehemaliger Sklave und Abolitionist, 1857
(Zitiert nach: Howard Zinn: "Eine Geschichte des amerikanischen Volkes", S. 180f.)

Dresden, 10.9.11: Vortrag von Anja Gregor: "Aus der Tabuisierung in die Selbstermächtigung - die Intersex-Bewegung seit den 1990er Jahren", 21h RM 16  >>> mehr

London, 17.-19.9.11:  Friedliche Proteste gegen "IV. World Congress on Hypospadias and Disorders of Sex Development" (inkl. "Live-Operationen")  >>> mehr

Tübingen, 6.-8.10.11: Friedliche Proteste gegen "1st Joint Meeting of the EAU Section of Female and Functional Urology (ESFFU) and the EAU Section of Genito-Urinary Surgeons (ESGURS)" a.k.a. "V. Symposium Rekonstruktive Urologie" (inkl. "Live-Operationen"), mehr dazu in Kürze

Berlin, 7.-9.10.11: 1. Berliner Inter*Tagung  >>> Homepage
Zwischengeschlecht.org hat einen Vorschlag für eine Diskussion über konkrete Schritte zur Beendigung der Verstümmelungen eingereicht.

Berlin 11.-13.11.11: Friedliche Proteste gegen "6. Gemeinsame Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)" in der Genitalverstümmlerklinik Charité, mehr dazu demnächst

Wir sehn uns, wo die Action ist!  Weitere sachdienliche Hinweise jederzeit willkommen!

>>> Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012 

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Beendigung der Genitalverstümmelungen - Vorschlag für Diskussion Inter*Tagung Berlin 7.-9.10.2011

>>> "DGKJ 2010": 1. Demo Potsdam-Babelsberg, 16.9.10
(Foto: A. Klaer © Potsdamer Neueste Nachrichten)

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Subject:       Vorschlag für Workshop
From:       "Daniela Truffer Zwischengeschlecht.org"
Date:       Sun, August 21, 2011 19:28
To:       info_at_intertagung.de
Cc:       info_at_zwischengeschlecht.org

Vorschlag für Workshop Inter*Tagung Berlin 7.-9.10.2011:

Realpolitische Möglichkeiten zur Beendigung der Genitalverstümmelungen
(Podiumsdiskussion mit Vertreter_innen beteiligter Gruppen)


Hintergrund: IMeV, IVIM und Zwischengeschlecht.org haben an erster Stelle ihrer Forderungslisten alle die Beendigung der kosmetischen Genitaloperationen in den Kinderkliniken. Obwohl das Thema dringend ist und täglich weitere wehrlose Kinder verstümmelt werden, gibt es nur wenige Aktivitäten, die konkret auf die schnellstmögliche Beendigung der Verstümmelungen zielen, oder sie zielen zum Teil nur auf einzelne Verstümmelungsformen/"Diagnosen". Andererseits werden einzelne Gruppen und Alliierte immer wieder von Mediziner_innen und Politiker_innen öffentlich als Feigenblatt vorgeschoben zur Weiterführung bzw. Leugnung der Genitalverstümmelungen vor der eigenen Haustüre. Dabei haben, wie neuere Beispiele zeigen, konkrete Forderungen nach Beendigung/Ächtung ALLER kosmetischer Genitaloperationen an Kindern und Minderjährigen durchaus Potenzial, realpolitische Mehrheiten zu gewinnen inkl. christliche und konservative Parteien, sofern sie im Rahmen von Kinderschutz- und Menschenrechts-Anliegen (insbesondere Recht auf körperliche Unversehrtheit) in die politische Diskussion eingebracht werden. Mit der in Kürze zu erwartenden Einführung eines expliziten Verbots der weiblichen Genitalverstümmelung wäre im Anschluss ein guter Zeitpunkt zur Lancierung einer entsprechenden, möglichst breiten (politischen) Offensive.

Form: Um möglichst schnell handlungsfähig zu werden, schlagen wir vor, den Workshop in Form einer Podiumsdikussion mit Vertreter_innen aller angesprochenen Gruppen durchzuführen. Jede Fraktion hätte 5-10 Minuten Zeit, ihre Position und Strategievorschläge zu formulieren, gefolgt von einer Diskussion zunächst der Vertreter_innen untereinander, sowie in einer weiteren Phase auch unter Einbezug des Publikums. Ziel sollte sein, einen gemeinsamen, möglichst konkreten Aktionsplan zu formulieren, oder zumindest konkrete Schritte zur Vorbereitung eines solchen. Als Moderator_in sollte jemand möglichst Unabhängiges gesucht werden, Erfahrungen in Realpolitik von Vorteil.

Termin: Da Zwischengeschlecht.org vom 6.-8.10.2011 in Tübingen gegen das 1st Joint Meeting ESFFU-ESGURS (inkl. "Live-Operationen") protestieren wird, wäre uns eine Teilnahme nur am Sonntag 9.10. möglich.

Liebe Grüsse

Daniela "Nella" Truffer / Markus "Seelenlos" Bauer / Zwischengeschlecht.org

>>> Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012 

>>> Deutscher Ethikrat: Privilegien für Genitalverstümmler, Zensur für Opfer   

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter
 

Nachtrag 2014:  2011 hatte yours truly a.k.a. Markus Bauer an der Inter*tagung schlussendlich Hausverbot – ein Workshop nicht unähnlich obigem Vorschlag fand sich trotzdem im Programm. Inzwischen gab es eine Aussprache über zugrunde liegende Differenzen, und künftige Zusammenarbeit ist angesagt.

>>> Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung

Monday, August 8 2011

"Wie so oft wird um den heissen Brei herumgeredet" - Daniela "Nella" Truffer zum Ethikrat-"Diskurs"

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Nella fletscht die Zähne und sagt den "ExpertInnen" wie's ist –
am Ende des "Diskurses" leider so aktuell wie zu Beginn ...
(zum abspielen reinklicken)

>>> Statement Forum 1: "Medizinische Behandlung – Indikation – Einwilligung"
>>> Statement Forum 2: "Lebensqualität Betroffener und Perspektiven"
>>> Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I) 

Transkript Videobeitrag:

Wie so oft wird um den heissen Brei herumgeredet oder - etwas, was für uns absolut selbstverständlich ist, das niemand das Recht hat, für Menschen mit - also für Zwitter, die so geboren werden, solche Entscheidungen zu treffen. Das wird dann immer mit irgendwelchen Sachen versucht abzuwiegeln, also, zum Beispiel geht es oft dann auch darum, dass die Eltern haben doch auch noch ein Recht, und für das Kindswohl muss man dieses und jenes. Aber im Prinzip der betroffene Mensch steht nie wirklich so im Zentrum.

Seit 1950 [1] propagieren und praktizieren Endokrinologen, Kinderchirurgen und weitere Mediziner kosmetische Genitaloperationen und andere medizinisch nicht notwendige Eingriffe an Kleinkindern mit atypischen Genitalien – weil sie die Erfahrung machten, dass es dann einfacher ist, die Eltern zu beeinflussen [2] und die Kinder sowieso, die können ja gar nicht mitreden. 1955 lieferte dann ein Sexologe, nämlich John Money, nachträglich eine angeblich wissenschaftliche Begründung nach [3]. Die angebliche Wirksamkeit dieser Eingriffe konnte bis heute nie mit zufriedenstellender Evidenz belegt werden. [4]

Seit bald 20 Jahren klagen Überlebende die verheerenden Folgen dieser Praktiken öffentlich an [5], darunter Verlust der sexuellen Empfindungsfähigkeit, schmerzende Narben im Genitalbereich, gesundheitliche Schäden infolge der Kastrationen, Traumatisierung durch aufgezwungene Behandlungen, und fordern ihre Beendigung. Seit 13 Jahren fordern auch kritische Mediziner und EthikerInnen, dass solche Eingriffe nur noch im Rahmen kontrollierter Studien durchgeführt werden sollen, solange weiterhin keine Evidenz über die Wirksamkeit dieser Behandlungen besteht [6]. Die Antwort der verantwortlichen Behandler darauf bis heute: Ablenkungsmanöver, Ausreden, Spott und Hohn [7] – sicher im Wissen, dass sie wegen der Verjährungsfrist juristisch nicht oder kaum je belangt werden können [8].

Wir Betroffene fordern ein gesetzliches Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen und von kosmetischen Hormonbehandlungen an Kindern und Jugendlichen in Verbindung mit einer Aufhebung, Aussetzung oder Verlängerung der Verjährung, wie diese auch bei weiblicher Genitalverstümmelung und sexualisierter Gewalt gefordert wird.

Aus unserer Sicht haben Eltern kein Recht, für ihre Kinder kosmetischen Genitaloperationen und kosmetischen Hormonbehandlungen zuzustimmen. Solche Eingriffe verletzen das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung der Kinder und berühren ihre höchstpersönlichen Rechte.

Bisher werden Eltern zu 90% [9] ausschließlich von Endokrinologen und Kinderchirurgen betreut in Anführungs- und Schlusszeichen, und das Problem ist, dass zum Beispiel Psychologen und [Sozial]pädagogen da nur am Rande vorkommen. Wir fordern, dass stattdessen wie gesagt spezialisierte Psychologen und Spezial- und Sozialpädagogen Ansprech- und Kontaktpersonen für die Eltern sein sollen. Mediziner sollen nur dann auftreten, in Erscheinung treten, wenn es wirklich um medizinisch notwendige Behandlungen geht. Für den berühmten "psychosozialen Notfall" sind nicht die Mediziner zuständig, sondern wie gesagt Psychologen oder Sozialarbeiter.

Seit dem letzten Forum, also seit dem Forum Bioethik zu Intersexualität des Deutschen Ethikrats vom letzten Jahr wurden allein in deutschen Kinderkliniken mindestens oder weit über 300 weitere Kinder genitalverstümmelt. Zahllose Betroffene setzen seit langem große Hoffnung in den Ethikrat. Möge die heutige Anhörung dazu führen, dass endlich entscheidende Schritte unternommen werden für ein Leben in Unversehrtheit und Würde auch für Menschen mit atypischen körperlichen Geschlechtsmerkmalen.

Quellen:

[1] Lawson Wilkins: The Diagnosis and Treatment of Endocrine Disorders in Childhood and Adolescence. Springfield/Illinois, 1950, S. 274.
Zwischengeschlecht.info: "Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie."

[2] Elizabeth Reis: Bodies in Doubt: An American History of Intersex. Baltimore, 2009, S. 113.

[3] Als "Beweis" präsentierte Money ein angeblich gelungenes Zwillingsexperiment, das in Wahrheit aber tragisch endete – ein Umstand, den Money zeitlebens unterschlug. John Colapinto: Der Junge, der als Mädchen aufwuchs. Düsseldorf, 2000.

[4] Heute noch stehen die einschlägigen AWMF-Leitlinien 006/026, 027/047, 027/022, 015/052 auf der niedrigsten Evidenzstufe S1.

[5] Vgl. Cheryl Chase: Letter, Sciences, July/August 1993, S. 3. ["Unglücklicherweise sind diese Operationen ungeheuer destruktiv für das sexuelle Empfinden und für das Gefühl der körperlichen Unversehrtheit"]

[6] Kenneth Kipnis, Milton Diamond: "Pediatric Ethics and the Surgical Assignment of Sex", The Journal of Clinical Ethics, Vol. 9 No. 4, 1998, S. 398-410.

[7] Eine beliebte Ausflucht besteht darin, gebetsmühlenartig das Fehlen von Langzeitstudien zu beklagen und gleichzeitig unkontrolliert weiter zu operieren, vgl. Howard Devore: "Endless Calls for 'More Research' as Harmful Interventions Continue", Hermaphrodites With Attitude, Fall/Winter 1996 [PDF], S. 3. Von Behandlern wird u.a. behauptet, Überlebende wären nur aufgrund von Einbildungen unglücklich (Susanne Krege, Vortrag UK Aachen 30.05.2011), erwachsene Zwangsoperierte hätten kein Recht für heutige Betroffene zu sprechen (Olaf Hiort, taz 06.11.2007), oder kritische Betroffene und Menschenrechtskommissionen werden als potentielle Gewalttäter dargestellt (Laurence Baskin, Referent am diesjährigen "3rd EuroDSD Symposium" in Lübeck, Stanford Medicine, Vol. 28 No. 1, 2011, S. 26 [PDF]).

[8] Christiane Völling, die bisher einzige Betroffene, die überhaupt einen Behandler wenigstens noch zivilrechtlich belangen konnte, wohlbemerkt in letzter Minute, war beim fraglichen Eingriff schon 18 Jahre alt, alle früheren Eingriffe waren auch bei ihr schon verjährt. Alle anderen Versuche von Betroffenen, Behandler juristisch zu belangen, scheiterten bisher stets an der Verjährung, vgl. auch Zwischengeschlecht.info: "Genitalverstümmelung: 'Unrecht der Medizinversuche anerkennen' (Oliver Tolmein 2009)".

[9] Eckhard Korsch: "Überlegungen zur praktischen Umsetzung des DSD-Consensus-Statements" [PDF], Vortrag APE 2006, Folie 16.
 

>>> Chronologie Deutscher Ethikrat 2008-2013

>>> Statement Forum 1: "Medizinische Behandlung – Indikation – Einwilligung"
>>> Statement Forum 2: "Lebensqualität Betroffener und Perspektiven"
>>> Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen

>>> Übersichtsseite zur Ethikrat-Anhörung 08.06.2011   

Unzensierte Version: Draufklicken (PDF, 3.3 MB)
>>> Flugblatt zur Anhörung (PDF, 3.3 MB)
         WARNUNG: 2. Seite enthält Operationsfotos!

>>> Aufforderung um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Dezember 2008
>>> Erneute Anfrage um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Mai 2009 
>>> Forum Bioethik des Deutschen Ethikrates zu "Intersexualität" 23.6.2010  
>>> Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Offener Brief an das "3rd EuroDSD Symposium", Lübeck 21.5.2011
- 9. Menschenrechtsbericht: Bundesregierung deckt medizinische Verbrechen 
- Zwitter-Genitalverstümmelungen: Ethikrat gefordert
- "Ethik als Freifahrtschein für operieren auf Teufel komm raus" - Claudia Wiesemann
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag (I)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Friday, August 5 2011

"Der medizinische Umgang mit Intersexuellen Kindern: Eine Analogie zum sexuellen Kindesmißbrauch" - Tamara Alexander

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Ausgeliefert! >>> Leider immer noch brandaktueller Text von 1997 mit zahlreichen Belegen über ein Thema, das viele Überlebende von Genitalverstümmelungen im frühen Kindesalter seit langem anklagen, verfasst von der Partnerin des Intersex-Aktivisten Max Beck, die beide u.a. im Dokfilm "Das dritte Geschlecht" auftraten (dieser Blog berichtete). Nachfolgend ein Auszug (hier ohne die Literaturbelege):

[...] Vergleichbar den Opfern kindlichen sexuellen Mißbrauchs werden Kinder mit intersexuellen Merkmalen Opfer wiederholter genitaler Traumata, die sowohl in der Familie wie im kulturellen Umfeld geheimgehalten werden. Die Kinder sind verängstigt, beschämt, fehlinformiert und verletzt. Sie erleben ihre Behandlung als eine Form des sexuellen Mißbrauchs und betrachten ihre Eltern als Personen, von denen sie betrogen wurden und die mit den medizinischen Experten kollaboriert haben. Wie bei sexuellem Mißbrauch umfassen die psychologischen Folgen Depression, Suizidversuche, die Unfähigkeit zu intimen Beziehungen, Störungen des Körperbildes und dissoziative Muster. [...]

Medizinische Photograpien der Genitalien, Untersuchungen an den Genitalien bei verfrühtem Einsetzen der Pubertät und intersexuellen Merkmalen, Kolposkopie [Scheidenspiegelung] und Untersuchungen eines Mädchens, das DES [Diethylstilbestrol] ausgesetzt war, Cystoskopie [Harnröhren- und Blasenspiegelung] und Katheter-Anlagen und Hypospadie-Korrektur führen zu Symptomen, die mit denen des kindlichen sexuellen Mißbrauchs stark korreliert sind: Dissoziation, negatives Körpererleben, und PTSD-Symptomatik. Einer von Moneys Patienten berichtet: „Ich lag da, nur mit einem Tuch über mir, und ungefähr 10 Ärzte kamen herein, und das Tuch kam weg, und sie fühlten hier und da und diskutierten darüber, wieviel Fortschritte ich gemacht hatte. Ich war vor Angst versteinert. Dann kam das Tuch wieder 'drüber und es kamen ein paar andere Ärzte herein und sie taten dasselbe. Das war unheimlich. Ich hatte Angst. Ich hatte Alpträume davon..."

[...] Sowohl Angela Moreno als auch Max Beck berichten über weitreichende Abspaltungsepisoden. Max erinnert sich: „Ich war die meiste Zeit meiner Jugend ein herumlaufender Kopf". Moreno sagt daß sie sich erst „nach Jahren therapeutischer Behandlung endlich in ihrem Körper fühlte, ihre Haut ausfüllte und nicht nur umhertrieb." Diese Aussagen ähneln denen von CSA [Child Sexual Abuse = sexueller Kindesmissbrauch] Opfern, die berichten, daß sie sich emotional von ihren Körpern getrennt haben, um den physischen Angriffen Widerstand entgegensetzen zu können. Eine Frau, die wiederholten Kolposkopien unterworfen wurde, gibt an, daß sie „die vaginalen Untersuchungen nur überlebt hat, indem sie sich vollständig von ihrem unteren Körper abgespalten hat - d.h. daß sie unterhalb ihrer Taille taub war, ohne Empfindung und Gefühl“. [...]

Weitere behandelte Themen: Scham und Verlegenheit, Heimlichkeit und Schweigen, Fehlinformation, Dissoziation und Körperentfremdung, Verratstraumata u.a.m.

>>> Der ganze Text von Tamara Alexander mit zahlreichen Literaturbelegen

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Tuesday, August 2 2011

Liste aller Kommentare auf dem Online-"Diskurs" des Deutschen Ethikrates über "Intersexualität"

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Da auf dem Ethikrat-"Diskurs"-Blog nur jeweils die letzten 5 Kommentare sichtbar sind, ist es fast unmöglich, alle mitzubekommen, geschweige denn auf dem "Diskurs" nachträglich Kommentare einzelner Autor_innen wiederzufinden, denn die Kommentare werden in der "Diskurs"-Suchfunktion nicht berücksichtigt und bei Google nur schleppend erfasst. 

Dieser Blog präsentiert deshalb eine >>> (fast) vollständige Liste aller Kommentare auf dem "Intersex-Diskurs" (inkl. denjenigen, von denen der Deutsche Ethikrat nicht will, dass Sie sie lesen können).

Diese Liste wird bis zum Ende des "Diskurses" kontinuierlich aufdatiert, ebenso die seit Beginn gelistete Auswahl von aus unserer Sicht besonders relevanten oder bemerkenswerten Kommentare, Statements und Meldungen

Nachtrag 8.8.11: Inzwischen sind alle bekannten Kommentare in der Liste verlinkt sowie in der Statistik berücksichtigt 

>>> Chronologie Deutscher Ethikrat 2008-2013

>>> Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)
>>> Deutscher Ethikrat: Privilegien für Genitalverstümmler, Zensur für Opfer   

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Monday, August 1 2011

Christiane Völling: "Zur Frage der Entschädigung"

«Menschenrechte auch für Zwitter!» vor dem UK Aachen 30.5.2011, im Hintergrund: Genitalverstümmlerin Prof. Dr. Med. Susanne KregeUK Aachen, 30.05.2011: Christiane Völling protestiert gegen "Ethik"-Vortrag
von Genitalabschneiderin Susanne Krege
(im Bild rechts hinten)

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Nach wie vor einer der besten Beiträge auf dem Ethikrat-"Diskurs": Christiane spricht Klartext und beruft sich auf die Menschenrechte!

Leider steht sie damit unter allen vom Ethikrat bestellten Autor_innen so ziemlich alleine da, lässt doch der Ethikrat (ausser 2 "Alibi-Quoten-Betroffenen") praktisch ausnahmslos TäterInnen von "Netzwerk Intersexualität/DSD" & Co. sowie MittäterInnen aus der Gender-Ecke zu Wort kommen. Obwohl es genügend ExpertInnen gäbe in Sachen Menschenrechte, Genitalverstümmelung, Traumabewältigung und aus anderen wirklich relevanten Themenbereichen, von denen der Ethikrat aber offensichtlich lieber nichts wissen will.

Deshalb an dieser Stelle nochmals einige der zentralsten Ausschnitte von Christiane Völling, sowie der Hinweis auf den ganzen Text hier.

[...] Alle Menschen sind gleich vor dem Gesetz und für alle Menschen gelten die gleichen Regeln, solange sie sich an die Regeln halten (und die intersexuellen Menschen, die ich kenne, halten sich an diese Regeln). Der Staat wacht über die Einhaltung der Regeln.

Dass diese Regeln des Schutzes gegenüber einer bestimmten Gruppe von Menschen offenbar nicht eingehalten wurden, und das ist das Bemerkenswerte, dass es immerhin mehr als 90 Prozent der Gruppe der “Intersexuellen Menschen“ sind, bei denen die staatliche Kontrolle und die Regeln des Anstandes, der guten Sitte, der Standesrechte, der Schutzpflichten des Staates und des Grundgesetzes Artikel 1 bis 3 keine Anwendung fanden und dies zudem einen Berufszweig schützt, ist Indiz genug, hier von struktureller Fehlleistung und Gewalt zu sprechen. [...]

Die Opfer der Vergangenheit sind für das Leid, die Pein und das genommene Recht zu entschädigen. Entscheidend ist, dass die Schäden irreversibel sind, nicht mehr umkehrbar. Was ist ein Leben wert?

Wie könnte diese Entschädigung aussehen?

Will die Gesellschaft und allen voraus die Bundesrepublik Deutschland den Opfern weiteres Leid durch die Demütigung jahrelanger Prozesse durch die Instanzen zumuten? Die Täter schützen, damit sie weiterhin die Opfer verhöhnen? Akten und Patienteninformationen vorenthalten, bis die Verjährungen greifen? Sollen die Opfer die Risiken und Kosten für jahrelangen Rechtsstreit durch die Instanzen, der zudem das deutsche Gerichtssystem belastet und viel Geld kostet , aufgebürdet werden?

Vielen intersexuellen Menschen ist dies gar nicht möglich, weil die Schäden so schwer sind, dass sie weder aus eigener Kraft noch aus eigenen Finanzmitteln einen solchen Prozess durchstehen könnten. Wer ist in der Lage den Opfern beizustehen? Welchen Gesichtsverlust wird unser Land für Jahre hinnehmen?  Wer wird einem Arzt noch trauen? Wo bleibt die Verantwortung des Staates, dass er diese Menschenversuche bis heute zulässt?

Und noch ein offenes Wort: Wenn ein Opfer, das sich aus der Opferrolle befreit hat, wieder Opfer wird – ist dem alles zuzutrauen. [...]

Eine staatliche große Lösung hätte Vor- und Nachteile, doch die Vorteile überwiegen für alle Seiten. Und die Chancen auf eine baldige Lösung, auf den Sieg der Wahrheit und eines Friedens birgt sie auch [...]:

Der Staat behält seine Glaubwürdigkeit in seiner Eigenschaft als oberste Macht, ordnende Institution in unserem Staatsgefüge. Er schützt alle und sorgt für einen Ausgleich und Gerechtigkeit. Der soziale Frieden wird in einem Teil wieder hergestellt.

Der medizinische Betrieb (Ärzte, Kliniken, Krankenkassen, Standesverbände) könnte sich in einem vorgegebenen Zeitfenster entlasten, indem er einmalig den Kehraus macht, indem er seinerseits seine Akten sichtet und die Akten intersexueller Menschen in ein Archiv gibt, von wo aus die betroffenen Menschen ermittelt und verständigt werden, dass sie dort ihre Patientenakten einfordern können, aber nicht müssen.

Die Wahrheit käme ans Licht, eine Aufarbeitung wäre möglich. Hier wären auch die Haftungsfragen zu klären.

Eine Rehabilitation der Opfer, die gesellschaftliche Integration der Opfer, eine Einmalzahlung und eine Rentenregelung sind eine Minimalforderung.  Die Schaffung einer Stelle, an die sich Opfer wenden können, besetzt mit einem intersexuellen Menschen, gestützt durch die Bundesministerien, ist anzustreben.

Ich bitte auch zu bedenken, dass diese Menschen einen langen Leidensweg gehen, der lebenslange Wirkung hat. Menschliche Solidarität, ein Stück soziale Sicherheit und die Chance des Aufeinanderzugehens steckt in einer solchen großen Lösung.

Übrigens: Eine Entschuldigung des Staates bei den Opfern ist längst überfällig.

>>> Der ganze Text von Christiane Völling

>>> Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)
>>> Deutscher Ethikrat: Privilegien für Genitalverstümmler, Zensur für Opfer   

>>> Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011

    >>> Offener Brief an das "Forum Biomedizin und Ethik" Aachen

>>> Christiane Völling: Die Biographie einer Überlebenden
(Buchbesprechung von Daniela "Nella" Truffer)

Siehe auch:
- Christiane Völlings Geschichte in ihren eigenen Worten
- Buch von Christiane Völling: "Mein Leben als Intersexuelle"
- Sieg für Christiane Völling!!!
- Zwitterprozess: 100'000 Euro Schmerzensgeld für Zwangskastration!
- Wie die Zwitterorganisationen Christiane Völlings Zwangsoperateur Prof. Dr. L. 150'000 Euro schenkten 
- "Tabu Intersexualität" - Dok. u.a. mit Christiane Völling
- Die Bielefelderin Britta Dombrowe über "Tabu Intersexualität"
- Alle Posts zu Christiane Völling auf Zwischengeschlecht.info

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