Sunday, October 25 2009

Daniela "Nella" Truffer & Karin Plattner @ Radio 24 News, heute 25.10.09 22h + Mo 26.10.09 06h/07h/08h

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Daniela "Nella" Truffer von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org und Karin Plattner von der Schweizerischen Elternselbsthilfe reden im Radio 24 News Bulletin Klartext, zusammen mit der Kantonsrätin Barbara Bussmann (SP, Volketswil), Erstunterzeichnerin des historischen ersten politischen Vorstosses in der Schweiz zu Gunsten von "Menschenrechte auch für Zwitter", den sie am Montag zusammen mit weiteren ParlamentarierInnen von SP und Grüne einreichen wird (mehr dazu in Kürze).

Aufdatierte Wiederholungen morgen in den Newsbulletins von 6-8h.

>>> Das Ganze kann via radio24.ch jeweils auch online live angehört sowie kurz danach auch heruntergeladen werden.

Saturday, October 24 2009

Hamburg: Bürgerschaft will Zwitter stärken – Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken ausgeklammert

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Nachtrag 2011: Ausser Vereinnahmung letztlich nichts gewesen – die einzigen konkreten politischen Folgen dieses Antrages blieben 2 (erfolglose) Vereinnahmungsvorstösse von Linke und SPD zur – Überraschung! – Lockerung/Änderung des Personenstandsgesetzes. Die auch in Hamburg weiter andauernden täglichen kosmetischen Genitaloperationen in den Kinderkliniken blieben nicht nur im Antrag ausgeblendet: Es gibt in Hamburg bis heute keinen einzigen konkreten politischen Vorstoss zu ihrer Beendigung ... 

Nach den historischen kleinen und grossen Anfragen und der ebenfalls historischen Anhörung vor dem Gesundheits-Ausschuss der Bürgerschaft unternimmt die Hamburgische Bürgerschaft als erstes Parlament in Deutschland erste konkrete politische Schritte: Mit Datum vom 16.7.09 wurde eine von Mitgliedern der Parteien GAL, CDU, SPD und Die Linke unterzeichneter Antrag eingereicht mit dem Titel "Intersexualität – Gesellschaftliches Bewusstsein schaffen sowie Betroffene und deren Familien stärken" (>>> Drucksache 19/4095, PDF).

In der Bürgerschaftssitzung ebenfalls vom 16.7.09 wurde dieser Antrag laut >>> offiziellem Kurzprotokoll (-> TOP 32) einstimmig angenommen!

Dadurch wird der Hamburger Senat verpflichtet, sich einzusetzen:

  • für psychologischen Beistand für Betroffene und Eltern
  • für eine Gesetzesänderung, dass Zwitter-Krankenakten neu erst nach 75 Jahren legal vernichtet werden dürfen
  • für eine bundesweite Beratungsstelle für Zwitter und Eltern unter Einbezug der Betroffenen
  • für eine Überprüfung und evtl. Änderung der PStG-Praxis der Standesämter betreffend Termindruck bei Geschlechtseintrag
  • für Aufnahme des Themas "Intersexualität" in die Lehrpläne der Hamburger Schulen und Lehranstalten sowie speziell in der Fortbildung von Hebammen und Medizinern
  • die Bürgerschaft über seine Bemühungen auf dem Laufenden zu halten

Kommentar:

Wieder ein historischer Vorstoss aus Hamburg, von dem sich alle übrigen Bundesländer und auch der Bundestag ruhig mal eine dicke Scheibe abschneiden könnten! Erst recht, da der Antrag mehrfach wichtige Zwitterforderungen konkret aufgreift (psychologische Unterstützung, Massnahmen gegen Unterschlagung von Krankenakten, Beratung unter Einbezug der Betroffenenselbsthilfe). Umso erfreulicher, dass der Antrag von der Bürgerschaft einstimmig angenommen wurde!

Weniger erfreulich ist hingegen schon mal, dass der Antrag sozusagen hinter geschlossenen Türen und unter ferner liefen lanciert und bisher weder von der Bürgerschaft noch von anderen involvierten Kreisen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde. Entschiedenes Eintreten aller Beteiligten für die Rechte von Zwittern sähe anders aus ...

Der Antrag fordert im Titel "Gesellschaftliches Bewusstsein schaffen" und merkt zu Beginn der Einleitung selber an, bekanntlich bestehe ein entscheidender Teil der Problematik darin, dass die blosse Existenz sowie die Leiden der Zwitter "[b]reiten Teilen der Bevölkerung [...] kaum bekannt [sind]". Leisetreterei und verschwiegenes Rumdrucksen wird hier allerdings kaum Abhilfe schaffen.

Das gravierendste Problem des Antrags ist, was NICHT drinsteht:

a) konkrete Anstrengungen zur Beendigung der genitalen Zwangsoperationen an Zwittern und

b) das Recht auf Peer Support rsp. Zugang zu Selbsthilfegruppen für alle Eltern wie Zwitter von Anfang an (nach wie vor unterschlagen Medizyner die Existenz und das Angebot der meisten Selbsthilfegruppen systematisch).

Kaum zufällig steht a) an erster Stelle auf den Forderungslisten aller Zwitter-Lobbyorganisationen und auch b) gehört zu den zentralen Forderungen.

Fairerweise muss zwar angemerkt werden, dass der Antrag Peer Support immerhin indirekt erwähnt und fördern will ("das Wissen der Betroffenen einbezieh[hen]"). Sowie weiter, dass realpolitische Veränderungen (oder – wie im vorliegenden Fall – nur schon Vorstufen dazu) zu Gunsten unterschlagenener Minderheiten sich leider generell im Nanomillimeterbereich abspielen.

Ohne vernehmbaren Auftritt auch auf dem politischen Parkett und erst recht ohne konkrete Massnahmen zu Beendigung der menschenrechtswidrigen und illegalen Zwangsoperationen landen weiterhin Zehntausende von wehrlosen Zwitterkindern auf den OP-Tischen – allein in Deutschland jeden Tag eines ...

Siehe auch:
- Genitalverstümmelung: Vereinnahmer helfen Berliner Senat beim Vertuschen (16/14436)
- Bremen: VereinnahmerInnen helfen Gesundheitsminister beim Leugnen
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit) 
- Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert   
- Rechtsanwalt Oliver Tolmein: "Deutschland gerügt: Menschenrechte von Zwittern nicht geschützt"
- Rechtsprofessorin Konstanze Plett: “Intersexualität aus rechtlicher Perspektive” (PDF)

Da der Antrag aktuell auf der Bürgerschaftspage nicht verfügbar ist (das PDF scheint irgendwie defekt zu sein), dokumentieren wir den Wortlaut nachfolgend:

Continue reading...

Friday, October 23 2009

Dokfilm mit Daniela "Nella" Truffer @ TSR1, Do 29.10.09 20:05h

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Bei der Aktion am Inselspital am 16.8.09 war eine Aufnahmeequipe des Fernsehens der französischsprachigen Schweiz vor Ort und interviewte mehrere Protagonist_innen für die Dok-Sendung "Temps Présent" sowie zusätzlich weitere Bretroffene, Angehörige und "ExpertInnen". Mit dabei ist Daniela "Nella" Truffer von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org.

Nächsten Donnerstag nach Acht ist die Erstausstrahlung des Beitrags «Entre deux sexes». >>> Ankündigung

Wiederholungen auf TSR2: Fr 30.10. 01:45h
Mo 2.11. 10:10h und 14:15

Ab 30.10. auch online! Wir sind gespannt!

Thursday, October 22 2009

Koalitionsverhandlungen: LSVD fordert erneut "Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit auch für Intersexuelle"

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Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!

Bereits am 5. Oktober präsentierte der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) einen >>> Formulierungsvorschlag für die Koalitionsvereinbarung, worin Zwitter in einem 3. Abschnitt "Menschenrechte von sexuellen Minderheiten" (von insgesamt 4) einmal mehr nicht bloss "mitgemeint", sondern substanziell vertreten sind mit der konkreten Forderung:

Menschen, die mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren werden, sollen rechtlichen Schutz vor Zwangsbehandlungen erhalten, das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit muss auch für intersexuelle Menschen gelten.

Obwohl wir Zwitter eigentlich nicht als eine "sexuelle Minderheit" verstehen, sagen wir allen Beteiligten Danke!

An obiger Formulierung könnten sich noch manche Interessenverbände ein Beispiel nehmen, die Zwitter öfters lauthals "mitmeinen", letztlich aber bloss ihre eigenen Anliegen pushen ...

Tuesday, October 20 2009

Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert

>>> 1. Zwitter Demo Landgericht Köln 12.12.2007

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Genitale Zwangsoperationen an Zwittern / Zwischengeschlechtlichen / Hermaphroditen / "Intersexuellen" sind eine andauernde, massive Menschenrechtsverletzung. Kosmetische Genitaloperationen sind medizinisch nicht notwendig und verletzen die höchstpersönlichen Rechte der Kinder, Eltern dürften deshalb legal nicht einwilligen.

Schon allein aufgrund des explizit in der Bundesverfassung festgehaltenen Menschenrechts auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung dürften sie eigentlich gar nie stattfinden. Auch nach medizinethischen Grundsätzen und Richtlinien sind sie klar unzulässig. Jahrzehnte lange Klagen der Opfer werden durch namhafte Studien bekräftigt. 2009 kritisierte erstmals der UN-Ausschuss CEDAW die Zwangsoperationen.

Trotzdem operieren die Zwangsoperateure auch in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich unkontrolliert weiter. Den Eltern und den Zwittern wird weiterhin die volle Wahrheit vorenthalten, die meisten Zwitter kommen nach wie vor im Säuglingsalter unters Messer.

Allein in Deutschland wird JEDEN TAG ein Kind genital zwangsoperiert, in der Schweiz und in Österreich etwa JEDE WOCHE EINES. Während Genitalverstümmelungen in Afrika verurteilt und juristisch bekämpft werden, sind Genitalverstümmelungen an Zwittern vor der eigenen Haustüre nach wie vor kein Thema.

Was es endlich braucht, sind gesetzgeberische Massnahmen, um die Grundrechte der Zwitter künftig endlich praktisch und umfassend durchzusetzen – ohne dass zuerst noch zahllose weitere Betroffene mehr einen Leidensweg durchlaufen müssen wie schon Hunderttausende vor ihnen!

Zwischengeschlecht.org fordert:

  1. Gesetzliche Massnahmen zur sofortigen Beendigung aller Zwangseingriffe an Zwittern, Aufhebung/Verlängerung der Verjährungsfristen und Bestrafung aller TäterInnen!

  2. Zwangsbehandelte Zwitter sind unverzüglich und umfassend zu entschädigen!

  3. Rechtliche Anerkennung der Zwitter inkl. optionalem 3. Geschlechtseintrag für Zwitter!

  4. Intersexualität als nicht-pathologische biologische Besonderheit muss auf allen Ebenen in allen biologischen und sozialen Fächern unverzüglich in den Lehrplan aufgenommen werden!

  5. Umgehende Schaffung verbindlicher "Standards of care", inkl. psychologischer Beratung und Peer Support, unter Einbezug der betroffenen Menschen und ihrer Organisationen!

Siehe auch:
26.10.09: Intersex Awareness Day - Historischer politischer Vorstoss in Zürich
- Zwangsoperation tangiert "höchstpersönliche Rechte" – Eltern dürften nicht zustimmen
- Zwangsoperationen verfassungswidrig (Art. 10.2: Recht auf körperliche Unversehrtheit) 
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg 
- Kinderspital Zürich: Genitale Zwangsoperationen angeblich nur "ganz selten" 
- Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Kindern 
- Inselspital Bern: Angeblich "keine Zwangsoperationen" 
- Daniela Truffer & Karin Plattner @ TalkTäglich Di 20.10.09 18:30h 
- Daniela Truffer & Karin Plattner @ Radio 24 News, 25.10.09 22h + Mo 26.10.09 06h/07h/08h 
- Aktion & Offener Brief Kinderspital Zürich 6.7.08
- Aktion & Offener Brief Inselspital Bern 16.8.09 
- Milton Diamond fordert gesetzliches Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern
- Zwitter-Demos vor der UNO 26.1.09 
- Genf: UNO mahnt Bundesregierung
- CEDAW: Schriftliche Empfehlungen an die Bundesregierung
- Schweiz: Terre des Femmes und Amnesty gegen Zwangsoperationen an Zwittern 
- Amnesty Schweiz: Historischer Entscheid für "Menschenrechte auch für Zwitter!" 
- Amnesty Deutschland: Ebenfalls historischer Entscheid für "Menschenrechte auch für Zwitter!"

Monday, October 19 2009

Daniela "Nella" Truffer & Karin Plattner @ TalkTäglich Di 20.10.09 18:30h

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Menschenrechte auch für Zwitter!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Nachtrag: >>> Sendung als Online-Video!

Morgen Dienstag werden Daniela "Nella" Truffer von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org und Karin Plattner von der Schweizerischen Elternselbsthilfe zu Gast sein in der halbstündigen Talksendung von TeleZüri und über ihre Erfahrungen und den Kampf der Zwitter um ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung berichten.

Die Sendung wird im regulären Programm anschliessend jede Stunde wiederholt und ab Mittwochabend auch im Internet anzuschauen sein. >>> Ankündigung auf telezueri.ch

PS: Nicht vergessen, heute ab 22:45 ein Bericht mit A*** auf WDR in Sport Inside >>> mehr  

Saturday, October 17 2009

Bundestag / CEDAW: "Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe" will nix kapiert haben ...

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!... und Intersexuelle Menschen e.V. guckt zu und schweigt.

An der mündlichen Verhandlung der 43. Session des UN-Komitees CEDAW am 2. Februar 2009 in Genf war auch eine hochrangige Delegation des "Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages" anwesend. Im Anschluss an die Session stellte sich die Delegierte Christel Riemann-Hanewinckel vor, (inzwischen ehemaliges) Mitglied des Bundestages (SPD) und Mitglied des Menschenrechtsrates der UN, überreichte ihre Visitenkarte und stellte ein Gespräch mit einzelnen Vertreter_innen der NGOs in Aussicht. 

Dieses von Intersexuelle Menschen e.V. wie üblich als 'streng geheim' klassifizierte Gespräch fand am 25.3.09 in Berlin hinter verschlossenen Türen statt. Als Vertreterin des Vereins war ein Mitglied des jetzigen Vorstandes vertreten. Laut einem "vertraulichen" Bericht ("kein Wort in Blogs oder Foren!") der Vertreterin wurde dort einmal mehr das Blaue vom Himmel herunter versprochen und vollmundig mehrere Folgetreffen und -Aktionen angekündigt, "alles vor der Wahl", u.a.:

  • ein "informelles Gespräch" auf Ministerebene
  • "eine interdisziplinäre Veranstaltung [...] in Berlin organisieren und um den Handlungsbedarf zu manifestieren und in die Fachgesellschaften und gesellschaftlichen und  politischen Kreise zu implementieren" [womit NICHT das peinliche "Fachgespräch" der Grünen vom 27.5.09 angesprochen war]
  • "einen Antrag einbringen, um eine Expertenanhörung im Bundestagsausschuss noch vor der Wahl durch zu setzen. Die Aussichten seien nicht so schlecht, da das Follow up ja auf der Tagesordnung steht."
  • "Ich habe die Frage in den Raum geworfen, wie man schnellstmöglich die „Op-Messer“ zum ruhen bringt. Die Frage wird diskutiert werden …"

Und der Rest war Schweigen – abgesehen von einem am 29.9.09 auf der Bundestagshomepage veröffentlichten, >>> offiziellen Bericht (PDF) des "Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe" u.a. über dieses streng "vertrauliche" Gespräch. Ein Bericht, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt, wie ernst es der Ausschuss mit den Anliegen der Zwitter wirklich meint – nämlich offensichtlich gar nicht.

Nachfolgend sämtliche Ausschnitte, in denen "Intersexuelle" erwähnt (oder besser gesagt "mitgemeint") waren:

C. Details aus den Gesprächen

[...]

5. Treffen von Abg. Riemann-Hanewinckel mit der CEDAW-Delegation

[...] Erstmalig waren intersexuelle Menschen/XY-Frauen/transsexuelle Menschen mit einem Bericht über die erlebten Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen vertreten. [...]

- Die Zusammenarbeit der Bundesregierung mit den NGOs wurde als mangelhaft eingestuft. Es gab keinen Austausch bzw. keine Beratung. Der Ausschuss misst den Alternativberichten eine hohe Bedeutung zu. Vor allem der Bericht der Transsexuellen/XY-Frauen beschäftigte den Ausschuss. Er stellte fest, dass ihnen die vollen Menschenrechte gewährleistet werden müssen, vor allem das Recht auf eine umfängliche Information und Beratung im Blick auf operative Eingriffe im Kindesalter.

D. Empfehlungen

[...]

CEDAW

[...]

- Information und Gespräche mit intersexuellen / transsexuellen / XY-Frauen und Menschen

>>> http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse/a17/reisen/Genf_2009.pdf 

Kommentar:

Aufs Neue zeigt sich, worauf sich die Wirkung der von Intersexuelle Menschen e.V. nach wie vor favorisierten 'Geheimdiplomatie durch den Dienstboteneingang' beschränkt: Delegierte des Vereins lassen sich zu superwichtigen VIP-Sitzungen einladen, werden dort mit leeren Versprechungen eingeseift, einmal mehr nach den Regeln der Kunst über den Tisch gezogen – und das wars dann. Niemand wird je für die gebrochenen Versprechen zur Rechenschaft gezogen oder nur schon dafür kritisiert, geschweige denn öffentlich, ja nicht einmal die Vereinsmitglieder über die unsäglichen Vorfälle überhaupt informiert. Kein Wunder, ziehen Medizyner und Politiker mit den Zwittern diese beliebte Nummer gern immer mal wieder durch ... Nun wird die Bundesregierung dann im vom CEDAW-Ausschuss schriftlich geforderten Zwischenbericht scheinbar zu Recht behaupten, die Gespräche mit den Zwitter-NGOs hätten ja stattgefunden, und ihre Hände weiterhin in Unschuld waschen – unterstützt durch die Schweigegebote von Intersexuelle Menschen e.V.

Entlarvend zudem, dass der "Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Bundestages" angeblich noch nicht einmal bemerkt haben will, dass "Intersexuelle" und Transsexuelle nicht ganz dasselbe sind und im Übrigen je einen verschiedenen Schattenbericht eingereicht hatten. Ebenfalls entlarvend, dass der Ausschuss im Zusammenhang mit den Zwangsoperationen an Zwittern (gegen die sich der CEDAW-Ausschuss zumindest mündlich immerhin explizit aussprach) lediglich anmerkt, dass bei "Transsexuellen/XY-Frauen [...] vor allem das Recht auf eine umfängliche Information und Beratung im Blick auf operative Eingriffe im Kindesalter [gewährleistet sein muss]",  womit das eigentliche Problem der grundsätzlich menschenrechtswidrigen kosmetischen Zwangsoperationen an nicht-einwilligungsfähigen Zwitter-Kleinkindern einmal mehr aussen vor bleibt.

Die Medizyner freut's ...

Nella & Seelenlos

Siehe auch:
- Schattenbericht: Bundesregierung leugnet Menschenrechtsverletzungen an Zwittern 
- Genf: UNO mahnt Bundesregierung
- CEDAW: Schriftliche Empfehlungen an die Bundesregierung
- CEDAW im Bundestag: Nach bekanntem Muster
- Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht   
- Wie das "Netzwerk DSD" die "Lübecker Studie" frisiert
- Ersatzhormone für Zwangskastrierte auf Kasse! "Netzwerk DSD" zum Handeln aufgefordert
- Mein Rücktritt als 1. Vorsitzende von Intersexuelle Menschen e.V.
- Fachgespräch der Grünen, Berlin Mi 27.5.09 14-18h  
-
"Netzwerk DSD": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure    

Friday, October 16 2009

A*** @ Sport Inside, WDR, Mo 19.10. 22:45h

Kann ein Zwitter Sünde sein?Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter! 

In der Sendung "Sport Inside" vom nächsten Montag wird unter dem Titel "Das dritte Geschlecht" der "Fall" Caster Semenya behandelt. Im Beitrag mit dabei: [Name auf Wunsch entfernt, ohne Anerkennung eines Rechtsanspruchs]! Wir sind gespannt ...

>>> neue Vorschau mit Autorenportraits  

>>> erste Vorschau auf wdr.de  [offline]

Tuesday, October 13 2009

Zwischengeschlecht.org Klebis

Zum Selbermachen, zu Hause oder im Kopierladen. Format A4, schneiden durch die kleinen hellblauen Punkte an den Aussenecken des Klebers in der Mitte.

>>> Download Vorlage (PDF, 300 kb)

Sunday, October 11 2009

Daniela "Nella" Truffer @ Tagesschau TSR 11.10.09

Menschenrechte auch für Zwitter!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

In der heutigen 19:30h Ausgabe der Tagesschau des Fersehens für die französischsprachige Schweiz kam ein gut 3-minütiger Beitrag über Daniela "Nella" Truffer von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org, quasi als Vorankündigung für den kommenden Dokfilm mit Material von der Demo vor dem Inselspital. Der Tagesschau-Beitrag ist nun >>> hier online.


"Le droit de choisir – Das Recht zu wählen"

Monday, October 5 2009

"Weder Mann noch Frau" - Mona Lisa, ZDF 4.10.09

Gratuliere, es ist sein Zwitter!Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Der Beitrag von gestern ist mittlerweile sowohl >>> als Wortprotokoll wie auch als Video online. Im Vorfeld hatten sowohl die Sendungsmacherin Britta Julia Dombrowe wie auch Christiane befürchtet, durch die starken Kürzungen von Seiten der Mona Lisa-Redaktion würde der Beitrag wohl nicht mehr optimal werden. Unserer Einschätzung nach ist der Beitrag aber trotzdem insgesamt gelungen. Christiane, die Eltern von Inge und auch Hertha Richter-Appelt bringen Klartext. Dafür allen Beteiligten, auch der Sendungsmacherin Britta Julia Dombrowe, ein herzliches Dankeschön!

Das einzig Störende am Beitrag war der "obligate" unhinterfragte Verweis auf den "Geschlechtseintrag" als angebliche Ursache der Zwangsoperationen. Wie schon x-fach belegt, nicht zuletzt durch das Beispiel der unoperierten Inge im Beitrag, ist das nichts als eine faule Ausrede der Zwangsoperateure. Wie weitere Beispiele belegen, sind Personenstandsämter in der Regel kooperativ, wenn ihnen mitgeteilt wird, dass ein Geschlechtseintrag innert der eigentlich vorgegebenen Frist nicht möglich sei, weil das Geschlecht des Neugeborenen noch nicht klar sei. Der Hamburger Senat vertritt gar die Rechtsauffassung, für Zwitter sei ein Eintrag "Nicht bekannt" auch heute schon ohne weiteres möglich.

Aber trotz all dieser längst bekannten Tatsachen bleibt das Gerangel um den "Geschlechtseintrag" nach wie vor das Steckenpferd diverser Gruppen, die dessen ersatzlose Streichung im Personenstandsgesetz aus eigenem Interesse immer wieder gern thematisieren und dazu regelmässig die Zwitter vor ihren Karren spannen wollen, allzuoft ohne sich um deren spezifische Probleme je wirklich zu kümmern ... (Aktuelles Negativbeispiel für einen solchen vereinnahmenden Vorstoss ist z.B. ein Antrag der Hamburger Die Linke (die es allerdings schon besser machte) – dass es auch anders bzw. ohne Vereinnahmung geht, zeigt als Positivbeispeiel ein aktueller PStG-Antrag der Hamburger SPD.)

Ebenfalls mehr als unseriös auf der ZDF-Homepage, dass unter "Selbsthilfegruppen, Vereine und Initiativen" an erster Stelle (ausgerechnet!) das unrühmliche "Netzwerk DSD" verlinkt wurde.

Nachtrag: Der erwähnte PStG-Antrag von Die Linke, Drucks. 19/3694 wurde laut Protokoll der Bürgerschaft vom 3.9.09 (--> TOP 84) zurückgezogen und kam gar nicht zur Abstimmung.

Der SPD-Antrag Drucks. 19/4012 wurde laut Protokoll am 16.9.09 (--> TOP 27) abgelehnt mit Stimmen von GAL, CDU und Die Linke gegen SPD.

Friday, October 2 2009

Klaus Wowereit und Ole von Beust: Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"

Unter dem Motto "Homo-Schutz ins Grundgesetz" (taz 30.9.09) fordern Berlin, Hamburg und Bremen in einer Standesinitiative, neu auch "sexuelle Identität" ("in der Rechtssprache" laut Wikipedia gleichbedeutend mit "sexuelle Orientierung") ins Grundgesetz Art. 3.3 aufzunehmen. Der LSVD fordert dies schon länger, begrüsst die Initiative und erhofft sich laut taz davon bessere gerichtliche Durchsetzbarkeit der Rechte von Lebenspartnerschaften. Pünktlich zu den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und FDP lanciert, rechnen die Beteiligten mit guten Aussichten. Als Aushängeschild in der taz dienen die schwulen Vorzeigebürgermeister Klaus Wowereit (SPD, Berlin) und Ole von Beust (CDU, Hamburg - das Bild zum taz-Artikel zeigt die Regenbogenfahne am Rathaus).

So weit, so positiv.

Und dann kommts (in der üblichen, gottgegebenen Reihenfolge): Laut Wowereit "soll [die Initiative] nicht nur Lesben und Sch[w]ule, sondern auch 'Bisexuelle, Transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen' schützen".

Na, das wird all die Tausenden Zwitter aber freuen, die in Berlin in der Charité genitalen Zwangsoperationen, Zwangskastrationen, Zwangshormontherapien und sonstigen menschenrechtswidrigen, nicht-eingewilligten Eingriffen unterworfen wurden und immer noch werden.

Und das alles quasi unter der Schutzherrschaft des selbsternannten "Intersexuellen-Schützers" Wowereit, der sich allerdings meines Wissens nach noch nie in irgend einer Form dafür eingesetzt hätte, dass in seinem Zuständigkeitsbereich auch nur ein Zwitter weniger verstümmelt worden wäre – in ganz Deutschland JEDEN TAG MINDESTENS EIN ZWITTERKIND!

Zwar bemüht sich die Berliner Senatsverwaltung scheinbar um die "Intersexuellen", aber wo's bei den "runden Tischen" ausnahmsweise mal um "Intersexualität" geht, haben letztlich Transgender das Sagen bzw. sind die Medizyner in der Überzahl.

Konkret gegen die Menschenrechtsverletzungen an Zwittern wird in Berlin auch unter Klaus Wowereit lieber nichts unternommen: Weder die heutige, menschenunwürdige Praxis der Charité noch die lange Geschichte ihrer Beteiligung an den systematischen Menschrechtsverbrechen gegen Zwitter wurden je kritisch hinterfragt – weder von der Regierung noch vom Parlament.

Auch in Hamburg werden u.a. in UKE und AKK nach wie vor laufend unschuldige Zwitter genitalverstümmelt. Auch in Ole von Beusts Amtszeit. Früheren Geschädigten verweigert der Senat jegliche Aussicht auf Hilfe und Rehabilitierung.

Zwar gab es in Hamburg im 2008 und 2009 historische parlamentarische Vorstösse und Anhörungen. Kritische Fragen nach aktueller Praxis und Geschichte am UKE werden aber vom Senat abgeblockt. Der fürs UKE unmittelbar zuständige Senator Dietrich Wersich, ein ehemaliger Mediziner und Chirurg, ist ein CDU-Parteikollege Ole von Beusts.

Auch Ole von Beust hat meines Wissens nach noch nie einen einziges Wort verloren, geschweige denn einen einzigen Finger dafür krummgemacht, dass künftig am UKE auch nur ein einziger Zwitter weniger zwangsoperiert würde.

Meine 2 Cent: Wetten, würde statt den Zwittern für einmal all diesen scheinheiligen "Zwitter-Wohltätern" selber mal ungefragt etwas an den Geschlechtsteilen herumgeschnibbelt, würden sie womöglich ziemlich schnell ziemlich andere Weisen anstimmen ...

>>> Intersex-Genitalverstümmelungen in der Berliner Charité
>>> Berliner Senat leugnet Intersex-Genitalverstümmelungen in der Charité
  
>>> Zitty 14/2013: Heute noch Intersex-Genitalverstümmelungen in der "Charité"  
>>> Hamburg - Ort von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken 

>>> Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und Eingriffe  

Thursday, October 1 2009

Zwitter @ ML Mona Lisa, ZDF 4.10.09, 18h

Menschenrechte auch für Zwitter!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Beitrag u.a. über Christiane Völling. Die Vorschau auf der ML-Homepage liest sich wie folgt:

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Zwitter solidarisieren sich mit Caster Semenya (V)

Kann ein Zwitter Sünde sein?Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Die unsägliche Behandlung von Caster Semenya durch die Sportfunktionäre und in den Medien bewegt Zwitter weltweit, weil das Caster Semenya angetane Unrecht sie schmerzlich an ihr eigenes Schicksal erinnert.

Wie >>> Nella im Tages-Anzeiger vom 16.9.09 äusserten sich viele Zwischengeschlechtliche öffentlich in den Medien dazu, drückten ihr Mitgefühl aus, wünschen Caster Semenya Kraft und zeigten ihre Solidarität. 

Meine 2 Cent: Im Gegensatz zu anderen Gruppen, die das "Geschlechtstest-Opfer" Caster Semenya oft kurzerhand für eigene Anliegen vereinnahmten, waren viele Zwitter diesbezüglich deutlich zurückhaltender, ebenso betreffend Caster Semenyas angebliches Zwitterdasein, und übten im Gegenteil oft ausdrücklich Kritik an den entwürdigenden Unterstellungen, Spekulationen und Ferndiagnosen.

Doch keine Regel ohne Ausnahmen. Und wie's jeweils so läuft, hatten die einen oder anderen etwa eigene Buchveröffentlichungen o.ä., für welche sie bei Gelegenheit auch noch grad die Werbetrommel rührten, oder sie äussern sich (wovon auch dieser Blog nicht ausgenommen werden kann) als Vertreter_innen von Interessengruppen, die (auch) eigene Anliegen transportieren. Auch Zwitter sind nur Menschen ...

Englischsprachige Statements
von solidarischen Zwischengeschlechtlichen:

Santhi Soundarajan (India):
Time, 1.9.09
BBC, 11.9.09
CNN, 14.9.09
Zeenews, 16.9.09
AP, 19.9.09 

Sally Gross, ISSA (South Africa):
http://www.timeslive.co.za/thetimes/article34245.ece
http://www.witness.co.za/index.php?showcontent&global[_id]=27334
http://www.intersexinitiative.org/media/castersemenya.html

Julius Kaggwa, SIPD (Uganda):
http://sipd.webs.com/newsarticles.htm (-> Semenya's Case ...)

Sarah Graham (UK):
http://www.independent.co.uk/life-style/health-and-families/features/sarah-graham-my-intersex-experience-1791132.html
http://www.mirror.co.uk/life-style/real-life/2009/09/14/i-feel-for-caster-semenya-i-am-a-woman-with-male-chromosomes-115875-21671255/

Daniela "Nella" Truffer, Zwischengeschlecht.org (Switzerland):
http://www.indymedia.org/pt/2009/09/929344.shtml

Phoebe Hart and Tony Briffa, AISSG AU (Australia):
http://www.abc.net.au/news/stories/2009/09/15/2686195.htm

Gina Wilson, OII AU (Australia):
http://oiiaustralia.com/oped-ms-semenya-knew/

Caitlin Petrakis Childs (USA):
http://www.thenewblackmagazine.com/view.aspx?index=2119

Luminis (USA):
http://intersexroadshow.blogspot.com/2009/08/caster-semenya-intersex-perspective.html

Hida Viloria (USA):
http://www.cnn.com/2009/HEALTH/09/18/hida.viloria.intersex.athlete/

Eden Atwood, AISSG Indiana (USA):
http://www.missoulian.com/news/opinion/columnists/article_88a87460-a45c-11de-9a31-001cc4c002e0.html

Thea Hillman (USA):
http://www.aolhealth.com/condition-center/womens-sexual-health/intersex-caster-semenya-thea-hilman

Nicky Phillips, AISSG Can (Canada)
http://www.vancouversun.com/health/Breaking+down+myth+sexes/2011849/story.html

 

Siehe auch:
- Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan!   
- Diskriminierung von Zwittern im Sport: Der "Fall" Caster Semenya (I) 
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (II): "The Guardian" und "Freitag.de" propagieren Genitalverstümmelungen
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (III): 4 Artikel von solidarischen Nicht-Zwittern
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt" - Tages-Anzeiger, 16.9.09 (IV) 
- IAAF offeriert Caster Semenya "Gratis Genitaloperation" (VI) 
- Caster Semenya verklagt IAAF auf 120 Mio Dollar und ASA auf 18 Mio Dollar? (VII) 
- Sarah Gronert
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit 
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09    

>>> Report on Discrimination of Hermaphrodites in Sports
>>>
Open Letter to IOC Chief Jacques Rogge demanding Justice for Santhi and Caster

Saturday, September 26 2009

Göttingen / Lübeck: Direktor Rolf-Hermann Ringert und Oberarzt Dominique Finas propagieren genitale Zwangsoperationen an Zwittern

In einem Artikel >>> "Geschlechtsangleichende Operationen: Mädchen oder Junge, das ist hier die Frage" von Katharina Peter vom 12.8.09 auf news.de dürfen zwei der üblichen Zwangsoperateure einmal mehr unkommentiert ihre üblichen Medizynerlügen und -Ausreden verbreiten:

Prof. Dr. Rolf-Hermann Ringert, Direktor der Abteilung Urologie im Zentrum Chirurgie der Universitätsklinik Göttingen

"Bis in die 1980er" seien Zwitter "oft zum Mädchen umoperiert worden", "[o]ft mit tragischen psychischen Folgen. [...] «Heute ist man da sehr viel zurückhaltender geworden», sagt Professor Rolf-Hermann Ringert, Direktor der Abteilung Urologie an der Universitätsklinik Göttingen. [...] Liegen nur kleine äußerliche Fehlbildungen vor, die genetische Geschlechtsidentität ist aber eindeutig durch einen Bluttest ermittelt und andere Defekte sind ausgeschlossen, lassen sich diese oft durch kleine operative Eingriffe beheben. Aber auch eine einfache Hormontherapie kann eine Lösung sein. So könne etwa aus einem kleinen Penisansatz bei einem Mädchen, deren Geschlechtsorgane sonst voll ausgebildet sind, eine voll funktionsfähige Klitoris geformt werden, so Ringert. [...] "

"Besonders risikoreich seien die Eingriffe nicht, sagt Rolf-Hermann Ringert. Das größte Problem [...] sei die Frage der Fruchtbarkeit und in selteneren Fällen auch die Fähigkeit, penetrativen Geschlechtsverkehr zu haben. [...] «Auch dann sind noch operative Eingriffe möglich, die von der Geschlechtsumwandlung von Transsexuellen abgeleitet werden», sagt Ringert."

PD Dr. Dominique Finas, Operativer Oberarzt und Leiter der Abteilung Urogynäkologie der Universitätsklinik Lübeck

"Solche Operationen sollten möglichst zwischen dem 14. und 18. Lebensmonat erfolgen, rät Finas. Grund dafür ist nicht nur, dass in diesem Alter der Heilungsprozess günstiger als während der Pubertät oder im Erwachsenenalter verläuft. Auch stelle dieses Zeitfenster psychologisch einen besonders günstigen Moment dar, damit Kinder die Eingriffe verkraften. [...]

"Doch wann der Eingriff erfolgt – ob nun im Kleinkindalter auf Wunsch der Eltern oder in der Pubertät nach Entscheidung der Betroffenen selbst – hänge ganz stark von Gesprächen mit den Eltern ab. «Das mag dem Kind gegenüber unfair sein», räumt Finas ein, «aber es geht auch um die Akzeptanz innerhalb der Familie.» [...]

Unter den Betroffenen hat sich seit kurzem ein neues Bewusstsein entwickelt, hat Finas beobachtet. «Es gibt im Internet inzwischen sehr selbstbewusst auftretende Selbsthilfegruppen», sagt er. Aber auch diese haben natürlich keine Pauschalantwort darauf, ob, wie und vor allem wann ihre geschlechtliche Besonderheit angegangen werden sollte. «Es gibt viele, die ihren Eltern durchaus dankbar sind, dass sie sich für eine frühe Operation entschieden haben», so Finas. Das gebe ihnen zumindest eine klare Linie.[...]"

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!Meine 2 Cent:

Menschlich, ethisch und moralisch Gestörte prahlen öffentlich mit ihren menschenverachtenden medizinischen Verbrechen ...

Der Artikel beginnt mit einer Lüge (seit den "1980ern" habe sich die medizinische Zwangsoperations-Praxis grundlegend geändert) und schliesst mit einer Lüge ("Selbsthilfegruppen" hätten "keine Antwort darauf, ob, wie und vor allem wann" die Menschenrechtsverletzungen zu beenden seien). Dazwischen die weiteren üblichen Phrasen über "genetische Geschlechtsidentität", "vorerst äußerlich nicht sichtbare Defekte" usw. 

Meiner Rechtsauffassung nach ein klarer Fall für den Staatsanwalt. Wer wehrlose kleine Zwitterkinder ohne informierte Zustimmung zwangsbehandelt und zu entsprechenden genitalen Zwangsoperationen, Zwangshormontherapien usw. gar noch öffentlich aufruft, gehört gerichtlich bestraft!

Zwangsoperateure wir kriegen euch!

Siehe auch:
- Universitätsklinikum Heidelberg: Genitale Zwangsoperationen im Angebot 
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Deutsche Urologen fordern genitale Zwangsoperationen an Säuglingen! 
- "Krebsgefahr!" - Teamwork zwischen Endokrinologen und Chirurgen im Kinderspital Zürich 
- Genitale Zwangsoperationen im Inselspital Bern 
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded 

Tuesday, September 22 2009

Elisabeth Müller @ NDR3 Mi 23.9.09 18:45h

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

In der Sendung DAS! (18.45 bis 19.30) kommt ein 3.5 minütiger Beitrag mit Elisabeth "Kann ein Zwitter Sünde sein?" Müller zum Thema – na, was wohl?
Sind schon mal gespannt ...

Bild: Eli an der 1. Zwitter-Demo vom 12.12.07 vor dem Landgericht Köln zu Christianes 1. Prozesstag.
Foto: Katrin Ann Kunze

"Von Ärzten behandelt wie der letzte Dreck" – Besprechung von Nella:

"Elisabeth Müller hat etwas gegen die Anrede Frau. Doch ein Mann ist sie auch nicht. (...) Elisabeth Müller spricht von sich lieber als Hermaphrodit."

Ganz am Schluss der Sendung kam endlich - last but not least at all - Elisabeth Müller, die einmal mehr in gewohnter Manier als Hermaphrodit Müller Klartext redete:

Über Medizyner: "Ich habe mit Sechzehn erfahren, dass ich intersexuell bin. Ich hatte sicherlich damals die Angst, dass mich andere als Monster sehen. Und ich denke mal, ich hatte diese Angst, weil ich wurde von Ärzten so behandelt, wie, man muss sagen wie der letzte Dreck."

Über "das Monster aus Demütigung, Diskriminierung und Verstümmelung" (NDR), das sie nach Jahre langem Kampf besiegte: "Es gab eine Zeit, da konnte ich Zwitter nicht aussprechen, aber Monster konnte ich eher aussprechen als Zwitter. Und das ist natürlich fürchterlich, wenn man sowas sagen muss. Aber es ist auch sehr schön, wenn man irgendwann das so locker sagen kann und weiss: dieser Albtraum ist vorbei."

Über den Weg zu sich selbst: "Musik war für mich sogar im wahrsten Sinne des Wortes notwendig, um Not abzuwenden. Ich denke, ich wäre wesentlich, auch seelisch wesentlich weniger gut drauf, wenn ich meine Musik nicht hätte. Und der Gesang hat dann noch zusätzlich diese besondere Komponente der Körperlichkeit hinzugebracht, was mich damals (...) gezwungen hat, mich mit meinem Körper auseinanderzusetzen und den Körper, den ich habe, so anzunehmen, wie er ist."

Auch der Kommentar des NDR nahm kein Blatt vor den Mund:

Über die auch heute noch gängige menschenverachtende Praxis der Zwangsoperationen und ihre Folgen: "Das Neugeborene hatte beide Geschlechtsmerkmale. Nach einer Woche wurde ein Geschlecht festgelegt, wie etwa bei 100'000 anderen Menschen in Deutschland. Als Elisabeth Müller 24 war, haben Ärzte die Hoden entfernt. Die Folgen: Osteoporose, Gewichtszunahme, Blutarmut und Depressionen."

Über selbstbestimmte Schadensbegrenzung: "Seitdem Elisabeth Müller Testosteron nimmt, sind die gesundheitlichen Beschwerden zurück gegangen."

Über die Wirkung von Selbsthilfegruppen: "Zusammen mit den XY-Frauen, einer Selbsthilfegruppe, kämpft sie dafür, dass Hermaphroditen so bleiben dürfen, wie sie auf die Welt kamen."

Am Schluss der Sendung fragte der Moderator den Studiogast sinnigerweise, was es denn nach dem Söhnchen werden solle. Der Studiogast: "Ein Mädchen."

Wir hingegen fragen einmal mehr:

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Siehe auch:
- Zwitter Elisabeth Müller im MDR Fr 18.1.08 + Podcast
- Interview mit Zwitter Elisabeth Müller - advaitaJournal 14 
- «Ich dachte, ich bin das einzige Monster der Welt» – news.de 12.8.09 
- "Ich wurde belogen und verstümmelt" - Hamburger Abendblatt 23.7.09  
- "Weder Mann noch Frau! Leben als Zwitter" - Stern TV 14.10.08
- Zwitter @ Kulturzeit, Mi 25.6.08 19:20h 3Sat
- Zwischengeschlechtliche ehrten Milton Diamond - 30.1.08 

Monday, September 21 2009

Zwitter @ forum.piratenpartei.de

Menschenrechte auch für Zwitter!

Die Zwitter Medien Offensive™ in den Wahlkampf tragen!

>>> http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?t=10741

--> 4 von 5 Bundestagsparteien fordern Selbstbestimmung für Zwitter!

Friday, September 18 2009

"Intersexualität: Das verwaltete Geschlecht" - Berner Zeitung, 17.8.09

"Wurde am Inselspital zum Mädchen gemacht: Daniela Truffer, 44, protestierten gestern vor dem Insel-Eingang gegen Zwangsoperationen." (Bild: Nadia Schweizer / Berner Zeitung)

Die Zwitter Medien Offensive™ ging weiter!

Den ganzseitigen Artikel in der BZ von Andrea Sommer anlässlich der Aktion am Inselspital Bern schätzen mehrere Beteiligte als den insgesamt gelungensten ein. Nachdem wir bereits das Aufsehen erregende Interview mit Chtistine Aebi, Chefärztin der Kinderklinik in Biel unter dem Titel «Betroffene sollen wählen» dokumentierten, folgen nun die übrigen Texte.

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Thursday, September 17 2009

Daniela "Nella" Truffer: "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt" - Tages-Anzeiger, 16.9.09

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Als Sprecher_in der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wurde Daniela "Nella" Truffer vom Tages-Anzeiger angefragt, einen Meinungsartikel zum "Fall" Caster Semenya zu schreiben, was wir gerne taten. In der Ausgabe vom 16.7.09 wurde er nun auf S. 9 gedruckt unter dem Titel "Zum Medienspektakel über das richtige Geschlecht der Leichtathletik-Olympiasiegerin [richtig: Weltmeisterin – die Olympiade in Berlin war 1936] aus Südafrika: Caster Semenya wird als Zwitter verheizt":

Menschenrechte auch für Zwitter!"Es ist ein Zwitter", titelte jüngst >>> eine Gratiszeitung. "Mannsweib" war als erstes Wort des Vorpanns fett hervorgehoben, von "im Körper verborgene Hoden" war in der dazugehörigen Bildlegende zu lesen, und der eigentliche Artikel begann mit dem Satz: "Da hilft auch keine Schminke mehr." Ich stand inmitten der vorbei eilenden Menschen, erschüttert über soviel Häme und Ignoranz.

So wird man beurteilt, verlacht und gedemütigt, wenn man ein Zwitter ist. Oder – wie im Fall von Caster Semenya – für einen gehalten wird. Weltweit wird sie durch den Dreck gezogen, ihr Leben, ihre Karriere mutwillig zerstört.

Ihr Verbrechen: Sie wurde Weltmeisterin im 800-Meter-Lauf (wohlbemerkt 2,17 Sekunden langsamer als der aktuelle Frauen-Weltrekord). Sie sieht nicht wie eine "normale" Frau aus. Und ist – vielleicht – ein Zwitter.

Ich bin, was Semenya sein soll

Früher wurden Menschen unschuldig an den Pranger gestellt und verhöhnt, gar öffentlich hingerichtet. Heute wird Caster Semenya global in den Medien als Zwitter verheizt. Seit Wochen werden ihr täglich virtuell die Hosen runter gelassen, wird auf allen Kanälen hemmungslos über intimste Details ihres Körpers abschätzig spekuliert. Eine Gratisfreakshow, bei der alle mit dem Finger zeigen und mitgrölen können. Dass das Sensationsobjekt schwarz ist und aus Südafrika kommt – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Caster Semenyas Würde zählt bei alledem nichts. Arztgeheimnis, Grund- und Persönlichkeitsrechte dürfen straflos missachtet werden im Namen von Sport, Nation und Umsatzsteigerung.

Ich bin, was Caster Semenya unterstellt wird: Ein Zwitter mit "falschem Chromsomensatz” und "im Körper verborgenen Hoden" (wenn auch keine gute Läuferin). Wie Caster Semenya wurde ich belogen und betrogen und es wurde über mich verfügt. In der fortschrittlichen Schweiz wurde ich dazu noch als Kleinkind ungefragt kastriert und zum Mädchen umoperiert. Von just dieselben Medizinern, die aktuell in den Medien als Experten auftreten und ihre menschenrechtswidrigen Methoden unhinterfragt propagieren dürfen.

Kommt dazu, dass die Berichte einmal mehr vor Inkompetenz nur so strotzen. Beispielsweise führt weder ein XY-Kariotyp automatisch zum Ausschluss, noch bedeutet ein erhöhter Testosteronspiegel per se einen Vorteil – bei "im Körper verborgenen Hoden" kann der Körper Testosteron meist gar nicht erkennen.

"Gott hat mich gemacht, wie ich bin", lautete Caster Semenyas Kommentar zu den Vorwürfen. "Ich akzeptiere mich, wie ich bin." Damit erweist sie sich als fortschrittlicher und ethisch gebildeter als alle Medien und Ärzte zusammen.

Wen wundert’s, dass sie zu ihrem nächsten Rennen bereits nicht mehr antreten wird? Ich wünsche ihr von ganzem Herzen, dass sie diese noch nie dagewesene Niedertracht irgendwie heil überstehen und – wie schon die als Zwitter geborene Tennisspielerin Sarah Gronert – ihre Karriere allen Anfeindungen zum Trotz dereinst erfolgreich weiterführen wird. Und hoffe, dass alle Medienschaffenden, Sportverbände und Politiker endlich ihre Hausaufgaben erledigen und künftig ihrer Verantwortung besser gerecht werden.

Siehe auch:
- Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan!   
- Sarah Gronert
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit 
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport: Der "Fall" Caster Semenya (I) 
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (II):
   "The Guardian" und "Freitag.de" propagieren Genitalverstümmelungen
- Der "Fall" Caster Semenya und die Medien (III): 4 Artikel von solidarischen Nicht-Zwittern
- Zwitter solidarisieren sich mit Caster Semenya (V)
- IAAF offeriert Caster Semenya "Gratis Genitaloperation" (VI) 
- Caster Semenya verklagt IAAF auf 120 Mio Dollar und ASA auf 18 Mio Dollar? (VII) 
- Caster Semenya wieder für Frauenwettkämpfe zugelassen? (VIII)
- Südafrikanisches Olympiakomitee: Absolutes Startverbot für Caster Semenya! (IX) 
- Caster Semenyas Anwälte gegen SASOC: "Sie wurde nicht disqualifiziert"! (X) 
- "Caster Semenya: Was macht eine Frau zur Frau?" - evangelisch.de, 4.2.10 
- "Geschlechtstests im Sport: Wer legt eigentlich fest, was als normal gilt?" - FAZ, 15.2.10
- Caster Semenya kündet offiziell Rückkehr an – IAAF verlangt Denkpause bis August (XI) 
- Caster Semenya: Anwälte stellen Ultimatum bis Montag und bereiten Klage vor (XII) 
- Caster Semenya verzichtet vorläufig auf Klage (XIII)
- Caster Semenya "unterzieht sich seit Januar medizinischer Behandlung" (XIV) 
- Caster Semenya "in Hormon-Behandlung" - IAAF-Entscheid bis Ende Juni? (XV)
- Sportprofessor: Athletikverbänden geht es ums Image, nicht um Fairness;
   Caster Semenyas Rechte werden unter den Teppich gekehrt (XVI)
- IAAF plant neues Geschlechter-Regelwerk auf 2011 – wegen Caster Semenya (XVII) 
- Caster Semenya: Startfreigabe angekündigt – dann Pressekonferenz abgesagt (XVIII)
- Heute 17:30 @ dradio: "Der Kampf um das Geschlecht" 
- Caster Semenya: IAAF-Entscheid erneut vertagt? (XIX) 
- UPDATE: Caster Semenya hat Starterlaubnis!!! (XX) 
- Caster Semenya will Schadenersatz von Sportverbänden (XXI)
- Vor heutigem Start von Caster Semenya: Britische Läuferinnen solidarisieren sich (XXII)
- Wegen Caster Semenya: IOC plant neue "Intersex-Regeln", Konferenz im Oktober (XXIII)
- Caster Semenya in Berlin – IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen (XXIV)
- "Wie Intersexuelle im Sport diskriminiert werden" - CeiberWeiber, Zeit, FAZ u.a.m. (XXV)
- Caster Semenya: Entschädigung von IAAF - IOC: Santhi Soundarajan kämpft weiter (XXVI)
- Caster Semenya siegte - IOC/IAAF/FIFA: Mauschelnhinter verschlossenen Türen (XXVII)
- Caster Semenya: Sieg über 800m, IOC berät Richtlinien (XXVIII)
- Caster Semenya ist Südafrikameisterin; neue IOC-Richtlinien (XXIX)
- Leichtathletik WM 2011: Caster Semenya erreicht Final (XXX)
- Alle Posts über Caster Semenya

>>> Report on Discrimination of Hermaphrodites in Sports
>>>
Open Letter to IOC Chief Jacques Rogge demanding Justice for Santhi and Caster

Tuesday, September 15 2009

"Geschlecht: Zwangsoperiert" - megafon 335, September 2009

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Aktion & Offener Brief Inselspital Bern 16.8.2009 (Bild: Ärger)

Artikel von Nella & Seelenlos (Megafon 335, S. 7-9)

Geschlecht: Zwangsoperiert

Meine Jugendzeit verbrachte ich zum größten Teil in verschiedenen Krankenhäusern, wo man mich nach und nach kastrierte und mich zur Frau umarbeitete. Über 15 Operationen musste ich über mich ergehen lassen. Hatte zum Teil furchtbare Schmerzen. [...] Und die ganzen Hormonzugaben (Östrogene), die ich bekommen habe.
Karim "Dusty" Merah

Für die meisten Menschen ist es selbstverständlich, mit unversehrten Genitalien aufzuwachsen. Genitalverstümmelungen gelten als barbarisch und finden höchstens in so genannt rückständigen, weit entfernten Ländern statt. Die wenigsten wissen, dass auch in der Schweiz regelmässig wehrlosen Kindern an ihren gesunden Genitalien herumgeschnitten wird – etwa jedem 2000. Kind, unter den Augen der Behörden, mit dem Segen unserer so genannt aufgeklärten Gesellschaft, in praktisch jedem Kinderspital.

Dabei wird in Kauf genommen, dass ihr sexuelles Empfinden vermindert oder gänzlich zerstört wird. Zudem werden sie systematisch kastriert. Der ursprüngliche Zustand ihres Körpers wird ihnen verheimlicht, über die Eingriffe werden sie systematisch belogen. Die meisten Opfer dieser Praxis tragen massive psychische und physische Schäden davon, unter denen sie ein Leben lang leiden. Medizinische Studien belegen dies.

Das Vergehen dieser Kinder: Sie kamen mit "uneindeutigen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt – so genannte Zwitter, Hermaphroditen, Zwischengeschlechtliche oder Intersexuelle.

Gender vs. "Menschenrechte auch für Zwitter!"

Es geht nicht um die Frage, ob ich mich in der Rolle als Frau wohl fühle. Ich habe nicht das Bedürfnis, mich nachträglich in Richtung Mann operieren zu lassen. Ich fühle mich schlicht und einfach nicht wohl in der Rolle des angelogenen, verarschten, erniedrigten, gegen seinen Willen kastrierten und genitaloperierten Menschen, der Hormone fressen muss und zwischen den Beinen nicht nur gute Gefühle hat.
Daniela "Nella" Truffer

Vermehrt Beachtung finden Zwitter vor allem bei Gruppierungen, die das Zweigeschlechtersystem in Frage stellen. Diese richten ihren Blick jedoch in der Regel nicht auf die realen, zwangsoperierten Zwitterkörper, sondern auf ein fiktives Ideal, das ihre eigenen Wunschvorstellungen verkörpert. Dabei setzen sie unhinterfragt voraus, dass alle Zwitter auf Grund ihrer quasi körpergewordenen Aufhebung des Zweigeschlechtersystems ihre Ziele teilen würden, oder adoptieren sie gleich ungefragt als eine Unterabteilung ihrer eigenen Gruppe. Wo sie die Leiden der Zwitter überhaupt behandeln, propagieren sie als Heilmittel wiederum einzig ihr eigenes Anliegen, nämlich die Abschaffung der Geschlechter.

Mit fatalen Folgen: In der öffentlichen Wahrnehmung sind Zwitter, sofern sie nicht von vornherein mit Transsexuellen verwechselt werden, längst im (Trans-)Genderdiskurs untergegangen.

Die meisten Zwitter jedoch verorten sich selbst, ihre Körper, ihr Schicksal, ihr Leiden und ihren Kampf in radikal anderen Diskursen. Sie erleben und verstehen sich als Opfer medizinischer Gewalt, die sie als Folter erfahren.

Was die in den letzten zwei Jahren neu erstarkte Zwitterbewegung für sich fordert, ist schlicht "Menschenrechte auch für Zwitter!" Den Zwangsoperierten geht es nicht um Gender-Theorien, ihnen geht es um elementarste, ihnen immer noch vorenthaltene Grundrechte, namentlich das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung.

Medizin als Folter

Ich habe mein ganzes Leben dran zu kauen, was ich bin oder was ich war. Ich leide unter schweren physischen Störungen und spiele immer wieder mit dem Gedanken, meinen "verfluchten" Leben ein Ende zu bereiten. Hätte ich nicht im Intersexuellen-Forum Menschen gefunden, die so sind wie ich und auch ein schweres Schicksal hinter sich haben, hätte ich das alles gar nicht mehr geschafft.
Karim "Dusty" Merah

Zwitter sind nicht per se krank oder behandlungsbedürftig. Trotzdem werden zwischengeschlechtlich geborene Kinder bis heute in der Regel vor dem 2. Lebensjahr ohne ihre Einwilligung an ihren "uneindeutigen" Genitalien zwangsoperiert, zwangskastriert und Zwangshormontherapien unterzogen.
Nach dem Motto "It‘s easier to make a hole than to build a pole" (es ist einfacher, ein Loch zu graben, als einen Mast zu bauen) werden die meisten 'zu Mädchen gemacht'. Dabei wird eine zu grosse Klitoris resp. ein zu kleiner Penis operativ verkleinert oder gar amputiert. Viele Zwangsoperierte beklagen, dass dadurch das sexuelle Empfinden vermindert oder gänzlich zerstört wird, sowie über schmerzende Narben.

Viele werden zudem wegen eines angeblich pauschalen "Krebsrisikos von 30%" flächendeckend "prophylaktisch" kastriert, d.h. es werden ihnen die gesunden, Hormone produzierenden inneren Geschlechtsorgane entfernt, was eine lebenslange Substitution mit körperfremden Hormonen zur Folge hat – sowie zum Teil gravierende gesundheitliche Probleme, unter anderem Depressionen, Adipositas, Stoffwechsel- und Kreislaufstörungen, Osteoporose, Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten und Libidoverlust. Bis heute werden zwangskastrierte Zwitter regelmässig gezwungen, adäquate Ersatzhormone aus der eigenen Tasche zu bezahlen.

Was 99% der Zwitter erlebt haben, ist verwandt mit sexuellem Missbrauch, ist verwandt mit Folter, ist verwandt mit Mächchenbeschneidungen in Afrika, ist verwandt mit den medizinischen Experimenten, die im 2. Weltkrieg in KZ‘s durchgeführt wurden.

Genitale Zwangsoperationen am Inselspital

Wie in Basel, Lausanne, Luzern, Genf, St. Gallen und Zürich werden die Zwangsbehandlungen auch im Inselspital experimentell durchgeführt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ohne Qualitätssicherung und ohne jegliches Monitoring. Offiziell wird nicht einmal bekannt gegeben, wie viele und welche Eingriffe wo stattfinden.

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