Saturday, August 15 2009

Schweiz: Terre des Femmes, Amnesty und Grüne gegen Zwangsoperationen an Zwittern

>>> Nachträge 1-3

Kann ein Zwitter Sünde sein?In der Schweiz lief im Frühjahr 2009 die Vernehmlassung (-> 05.404) zur parlamentarischen Initiative "Verbot von sexuellen Verstümmelungen". Inzwischen sind die Stellungnahmen der angefragten Organisationen zum Teil öffentlich.

Soweit uns bekannt, kritiserten Terre des Femmes (TdF) und Amnesty Schweiz dabei, dass der vorliegende Gesetzesvorschlag Genitalverstümmelungen an Zwittern einmal mehr ignoriert. Nachtrag 1: Ebenso die Grünen Schweiz.

Dies kommt einer kleinen Revolution gleich und weckt Hoffnungen für die Zukunft – nämlich, dass diese und weitere Organisationen und Parteien die Ächtung der Menschenrechtsverletzungen an Zwittern irgendwann nicht nur in Einzelstatements kritisieren, sondern eine offizielle Position dazu erarbeiten werden. Material dazu gibt's ja zur Genüge ...

Während der Passus bei Terre des Femmes rundum gelungen ist und auch die Grünen klar für Selbstbestimmung argumentieren, hat's Amnesty zunächst einmal mehr nicht kapiert und verwechselt "Intersexualität" nach bekanntem LGBT-Muster mit "sexueller Identität". Schade!

Dass Terre des Femmes Schweiz sich so klar und eindeutig gegen "Zwangsoperationen von zwischengeschlechtlich Betroffenen ausspricht", kann aus Sicht der Zwitterbewegung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden: Entstand doch vor 13 Jahren die erste deutschsprachige Zwitter-Menschenrechtsgruppe, nämlich die "Arbeitsgruppe gegen Gewalt in der Pädiatrie und Gynäkologie (AGGP)", nicht zuletzt deshalb als eigenständige Organisation, weil die Betreffenden bei Terre des Femmes Deutschland mit ihrem Anliegen schmählich abblitzten. Im Februar 1998 schrieb der AGGPG-Mitbegründer Michel Reiter in einer Publikation über die Gemeinsamkeiten und Differenzen von IGM und FGM:

Terre des Femmes entzieht sich seit März 1996 einer Stellungnahme, intern wurde argumentiert, Betroffene hätten keine Kompetenz. Amnesty International, Sektion Deutschland, meinte im Oktober 1996, die AGGPG solle die Geschehnisse hinsichtlich einer Beurteilung als Folter stärker differenzieren und wünschte uns „alles Gute und viel Kraft auf einem äußerst schwierigen Weg“. Diese Reaktionen, sofern überhaupt Antworten erfolgen, wiederholen sich stereotyp.

Umso erfreulicher, dass Terre des Femmes Schweiz nunmehr so deutliche und treffende Worte findet. Dafür an alle Beteiligten ein herzliches Danke!

Nachfolgend der vollständige Abschnitt der Terre des Femmes-Stellungnahme zu "Intersexualität": >>> Ganze TdF-Stellungnahme (PDF)

Intersexualität

TERRE DES FEMMES Schweiz bedauert es, dass im Zusammenhang mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf die Chance verpasst wurde, Zwangsoperationen von zwischengeschlechtlich Betroffenen (in der Regel Kinder) mit in das Verbot der sexuellen Verstümmelungen mit einzubeziehen. TERRE DES FEMMES Schweiz fordert, dass geschlechtsangleichende Operationen allein mit dem Einverständnis der betroffenen zwischengeschlechtlichen Personen durchgeführt werden dürfen. Der intersexuellen Person steht es ebenfalls zu, gänzlich auf geschlechtsanpassende Operationen verzichten zu können. Vom Verbot ausgenommen sind nur Operationen, wenn das Leben einer betroffenen Person bedroht ist. In diesem Fall sind die Operationen auf den Bereich der medizinischen Indikation beschränkt und nur mit dem Einverständnis der Eltern erlaubt.

Verschiedene Ländersektionen von Amnesty International werden schon seit Jahren von Zwitterorganisationen um Unterstützung angegangen – auch von Zwischengeschlecht.org. Leider hat Amnesty International auch 2009 immer noch keine offizielle Position betreffend genitale Zwangsoperationen an Zwittern.

Umso grösser die Freude, dass sich Amnesty Schweiz in der Vernehmlassung zur Genitalverstümmelung für die Ächtung der genitalen Zwangsoperationen an Zwittern ausspricht. Dafür auch an Amnesty ein herzliches Danke!

Umso grösser dann leider beim genaueren Durchlesen die Enttäuschung, dass Amnesty Schweiz offensichtlich noch nicht einmal gemerkt hat, worum es bei den genitalen Zwangsoperationen geht: Nämlich um massive Verletzungen elementarer Grundrechte, namentlich des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und des Selbstbestimmungsrechts über den eigenen Körper (und NICHT um "Verletzungen der sexuellen Identität" oder andere LGBT- oder Genderthemen). Ist es wirklich so schwer?

Die Amnesty-Stellungnahme liegt nur auf französisch vor und ist auf dem Netz noch nirgends veröffentlicht. Nachfolgend eine Übersetzung des Abschnitts, worin es um "Intersexualität" geht:

Schliesslich möchte Amnesty International die Gelegenheit wahrnehmen, um dem Bedauern darüber Ausdruck zu verleihen, dass im Zusammenhang mit dem behandelten Thema dasjenige der Genitalverstümmelungen an Intersexuellen (besser bekannt als Hermaphroditen) nicht angesprochen wurde. Es ist jedoch nicht zu leugnen, dass die quasi systematisch und überwiegend an kleinen Kindern praktizierten chirurgischen Eingriffe – meistens durch Entfernung der äusseren männlichen Geschlechtsorgane – Verletzungen der sexuellen Identität dieser Menschen und somit eine klare Menschenrechtsverletzung darstellen. Amnesty International hätte somit gewünscht, dass dieser Tatbestand im Rahmen dieser Anpassung unserer Rechtsordnung ebenfalls behandelt worden wäre.

Nachtrag 2009: Auf Anfrage zeigten sich die verantwortlichen ExponentInnen des LGBT-Flügels von Amnesty Schweiz / "queeramnesty" leider absolut uneinsichtig: Die undankbaren Zwitter sollen gefälligst ruhig sein und sich demütig hinten anstellen, das "dritte Geschlecht" sei sowieso schon für Transgender reserviert, für Zwitter käme allenfalls ein eventuelles "viertes Geschlecht" in Frage ... Nachtrag 2010: Inzwischen hat ein Umdenken stattgefunden und Amnesty Schweiz hat an der Generalversammlung 2010 eine hervorragende Motion überwiesen, um Amnesty International endlich zu einer offiziellen Position zu bewegen betreffend der Menschenrechtsverletzungen an Zwittern. Dafür allen Beteiligten ein herzliches Danke!

Nachtrag 2: Auch die Grünen Schweiz setzten sich in ihrer >>> Vernehmlassungsantwort (PDF) in einem eigenen Abschnitt ebenfalls konkret ein für den Schutz von Zwitterkindern vor uneingewilligten "hormonellen und /oder chirurgischen Eingriffen" und für ihr Recht auf Selbstbestimmung:

Intersexualität
Unseres Erachtens muss in einem Gesetz zu sexuellen Verstümmelungen auch das Thema Intersexualität geregelt werden. Von Intersexualität betroffene Kinder und Jugendliche müssen geschützt werden vor hormonellen und /oder chirurgischen Eingriffen, die lediglich dem Zweck dienen, einem eindeutigem Geschlecht zugeordnet werden zu können. Sie sollen das Recht erhalten, bei Volljährigkeit selbst zu entscheiden, welchem Geschlecht (wenn überhaupt) sie angehören und gegebenenfalls eine geschlechtsangleichende Operation, welche die Funktionsfähigkeit der Genitalien bewahrt, vornehmen zu dürfen, wie dies heute bei transsexuellen Menschen möglich ist. 

Damit sind die Grünen die allererste erste CH-Partei, die sich konkret politisch für Zwitter stark macht! Auch hier allen Beteiligten ein herzliches Danke! Erwachsene Zwitter, die eine Änderung des Geschlechtseintrags und/oder Operationen wollen, rechtlich mit Transsexuellen gleichzustellen, wäre allerdings beim gegenwärtigen Stand der Dinge (Zwang für Transsexuelle, sich selber als geistesgestört einzuordnen, Bedingung Entfernung innerer Geschlechtsorgane für Personenstandswechsel) allerdings definitiv nicht wünschenswert! Solange dieses rechtliche Problem andauert, muss vielmehr eine Möglichkeit entsprechend § 47 Personenstandsgesetz in Deutschland angestrebt werden. Dies zusätzlich auch, weil Zwitter in der Öffentlichkeit (und in der Politik) eh schon oft genug mit Transsexuellen "verwechselt" werden.

Nachtrag 3: >>> Bericht über die Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens (PDF) der Rechtskommission des Nationalrates mit einer Zusammenfassung aller Stellungnahmen. Der Abschnitt zu den Stellungnahmen betreffend Zwitter lautet (S. 17):

Es sei zu bedauern, dass die Frage der sexuellen Verstümmelung bei zwischengeschlechtlichen Personen in diesem Zusammenhang nicht angegangen worden sei (Grüne; Amnesty International, TDF).

Siehe auch:
- Artikel auf humanrights.ch u.a zur Terre des Femmes-Stellungnahme [Nachtrag 29. 8.09: Inzwischen wurde die Stellungnahme von Amnesty ergänzt – leider völlig unkritisch und ohne den vereinnahmenden Fehlgriff zu thematisieren.] 
- "Genitalverstümmelung ein afrikanisches Problem?" 
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (Lightfoot-Klein: "Der Beschneidungsskandal")
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit) 
- Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert
- Amnesty International zum x-ten Mal zur Unterstützung aufgefordert
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ... 
- Internationaler Tag gegen Mädchenbeschneidung (aber die Zwitter operiert nur ruhig weiter, sind ja keine Frauen, äh, Menschen ...)
- Bundesärztekammer gegen genitale "Zwangsoperationen" – natürlich nur bei "Mädchen und Frauen" ...  
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung 
- Zwitter und Patriarchat aus feministischer Perspektive  

Friday, August 14 2009

«Ich dachte, ich bin das einzige Monster der Welt» – news.de 12.8.09

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Gelungener Artikel über Elisabeth "Ich bin keine Frau, ich bin ein Hermaphrodit" Müller von Isabelle Wiedemeier mit einem Foto von Katrin Ann Kunze, das zuerst auf diesem Blog erschien.

Zwitter Eli redet erneut Klartext – über Lügen, genitale Zwangsoperationen, Zwangshormonbehandlungen, gewissenlose Medizyner und Politiker! Danke!

Thursday, August 13 2009

CSD Konstanz & Kreuzlingen fordert Selbstbestimmung für Zwitter

Gratuliere, es ist sein Zwitter!

Nach dem sensationellen Wahlprüfstein >>> "Menschenrechtsverletzungen an Intersexuellen bekämpfen!" und einer ebenfalls einstimmig angenommenen Resolution des Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) legte der internationale Christopher Street Day 2009 Konstanz & Kreuzlingen nach ...

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Wednesday, August 12 2009

Zwitterprozess: 100'000 Euro plus Zinsen Entschädigung für genitale Zwangsoperation

3. Zwitter-Demo vor dem Landgericht Köln, 20.5.09

Christiane siegt zum 3. Mal in Folge gegen ihren ehemaligen Zwangsoperateur! Wie schon am Montag angekündigt, fällte das LG Köln heute sein Urteil über die Höhe des Schmerzensgeldes. Und folgte dabei vollumfänglich dem Antrag von Christiane Völling und ihrem Anwalt Georg Groth! (Az: 25 O 179/07) (Nachtrag: Schlussurteil LG zur Entschädigungshöhe)

Obwohl in der Sache schon nach dem OLG-Entscheid vor einem Jahr keine Chance mehr besteht, wird der Zwangsoperateur, der "partout nicht zahlen" will, höchstwahrscheinlich auch gegen dieses Urteil erneut Berufung einlegen – wohl nicht zuletzt aufgrund des Drucks seiner versammelten MedizynerkollegInnen, die an einem abgeschlossenen Verfahren aus nahe liegenden Gründen absolut kein Interesse haben.

Auch hofft der erneut verurteilte Chirurg womöglich, dem Opfer seines Zwangseingriffs würde ob der nun schon 2 Jahre dauernden Prozessiererei gelegentlich der Schnauf ausgehen. Christiane zu diesem Versuch einer Zermürbungstaktik: "Da ist er an die Falsche geraten!"

Wenigstens kommt der Zwangsoperateur diesmal nicht mehr so billig davon wie bisher: Um weiter prozessieren zu können, muss er dem Gericht ab sofort erstmal den gesamten Streitwert hinterlegen.

Wir gratulieren Christiane zu diesem erneut grossartigen Sieg! Ein weiterer Meilenstein im Kampf gegen Zwangsoperationen und für Selbstbestimmung für alle zwischengeschlechtlichen Menschen!

Nachfolgend ein erster Überblick über das ansehnliche Medienecho, aktuell werden es immer noch stündlich mehr Meldungen! (Google listet aktuell für das Stichwort "Zwitterprozess" 62'600 Einträge!)

Auch inhaltlich sieht es nicht schlecht aus – trotz nach wie vor eingestreuten einzelnen Peinlichkeiten, die unterstreichen, dass in Sachen "Menschenrechte auch für Zwitter!" noch einiges an Aufklärungsarbeit geleistet werden muss.

Immerhin ist (fast) überall durch, dass es sich um eine "intersexuelle Patientin" handelt, die "als Zwitter geboren" und durch einen Eingriff "ohne vorherige Aufklärung" "in ihrem Selbstbestimmungsrecht verletzt" wurde, und dass "das Aufsehen erregende Verfahren [...] bundesweit als Präzedenzfall und Musterprozess bewertet wird".

- Frankfurter Rundschau
- WDR 2
- Oberösterreichische Nachrichten
- Express
- Die Zeit
- Die Presse
- Badisches Tagblatt

Christianes Prozess auf diesem Blog:
- Christiane Völlings Geschichte
- 1. Pressemitteilung
- Demoaufruf 1. Prozesstag
- Bericht 1. Prozesstag
- Pressespiegel 1. Prozesstag
- Warum Christiane Völling zur Transsexuellen gemacht werden soll
- Wegen Zwitterprozess: Druck auf Ärzte wächst
- Bericht und Pressespiegel 2. Prozesstag
- Christiane: Der Kampf geht weiter
- Bericht provisorischer Entscheid OLG
- Bericht definitiver Entscheid OLG
- Pressespiegel definitiver Sieg vor OLG
- Zwitterprozess: Verurteilter Chirurg will nicht zahlen!  
- Merkel & Co: Einladung zum Zwitterprozess!
- Zwitterprozess: Verurteilter Chirurg als Gutachter für Behandlungsfehler   
- "Schmerzensgeld-Prozess" - Sat1 NRW 19.5.09
- 3. Prozesstag 20.5.09: "Netzwerk DSD" fällt Chirurgen in den Rücken
> Pressemeldungen zum "Zwitterprozess"
> Internationale Artikelübersicht auf OII

Monday, August 10 2009

Schmerzensgeld im „Zwitterprozess“ - dpa-Meldung 10.8.09

Christiane im LG Köln, 20.5.09. Rechts ihr Anwalt Georg Groth. (Bild: Melanie Jilg)

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Heute erschien eine >>> gelungene dpa-Vorausmeldung zum kommenden Urteil betreffend der Höhe von Christiane Völlings Schmerzensgeld mit dem vollständigen Titel: "Urteil erwartet: Schmerzengeld im 'Zwitterprozess'" (siehe u.a. auch Ruhr NachrichtenMünstersche Zeitung usw.). Die Meldung spricht im ersten Abschnitt von der "intersexuelle[n] Klägerin", erwähnt korrekt das vorherige "Grundsatzurteil" des Landgerichts gegen Christianes Zwangsoperateur "vom Februar 2008 wegen seines 'rechtswidrigen Eingriffs'" sowie das Oberlandesgerichtsurteil vom September 2008, "der Chirurg habe die Klägerin mit der OP 'schuldhaft in ihrer Gesundheit und ihrem Selbstbestimmungsrecht verletzt'". Und weiter:

Christiane V. fühlt sich als Frau, war aber mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen als Zwitter geboren und als Junge „Thomas“ großgezogen worden. [...] Der Anwalt der Klägerin, Georg Groth, zeigte sich am Montag optimistisch. Er sehe gute Chancen für seine Mandantin, ihre Forderung durchzusetzen sagte er der dpa. Möglich sei auch eine lebenslange Schmerzensgeld-Rente. Das von Christiane V. angestrengte Verfahren war als Präzedenzfall und Musterprozess bewertet worden.

Laut dpa wurde das Urteil heute gefällt – in der Verhandlung hatte es aber seinerzeit geheissen, dies werde erst am kommenden Mittwoch, den 12. August 2009, der Fall sein. Fortsetzung folgt ...

(Gefunden via Intersex-Feed)

Christianes Prozess auf diesem Blog:
- Christiane Völlings Geschichte
- 1. Pressemitteilung
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- Bericht 1. Prozesstag
- Pressespiegel 1. Prozesstag
- Warum Christiane Völling zur Transsexuellen gemacht werden soll
- Wegen Zwitterprozess: Druck auf Ärzte wächst
- Bericht und Pressespiegel 2. Prozesstag
- Christiane: Der Kampf geht weiter
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- Merkel & Co: Einladung zum Zwitterprozess!
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Sunday, August 9 2009

Heinz-Jürgen Voß in "Liminalis" 3 (2009) – Zwitter-Vereinnahmung wie gehabt ...

Nachtrag 2012/2013: Heinz-Jürgen Voß (Blog) ist einer der leider raren Geschlechterforscher, bei dem die inhaltliche Kritik an der vereinnahmenden Ausblendung der Menschenrechtsverletzungen an Zwittern offensichtlich nicht nur zum einen Ohr rein und zum andern flugs wieder raus ging, sondern der die Argumente und Quellen auch zur Kenntnis nahm, und der seither immer mal wieder beweist, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat und die Anliegen der Überlebenden von kosmetischen Genitaloperationen ernst nimmt. Dafür im Namen dieses Blogs ein ganz herzliches Danke!
>>>
Heinz-Jürgen Voß: "Intersexualität - Intersex. Eine Intervention" (2012)
>>>
Heinz-Jürgen Voß: "Intersex: aktuelle Debatten und Entwicklungen in der BRD" (2013)

Solidarität mit Zwittern statt VereinnahmungDie vom Transgender Netzwerk Berlin (TGNB) herausgegebene Onlinezeitschrift "Liminalis" profiliert sich einmal mehr als Hauspostille der Zwitter-VereinnahmerInnen.

Unter dem Titel "Intersexuellenbewegung und zweigeschlechtliche Norm – Zwischen Emanzipation und Restauration. Eine kritisch-biologische Intervention." >>> PDF weiss "Dipl.-Biologin" Heinz-Jürgen Voß einmal mehr am besten, was für die dummen Zwitter wirklich gut ist: Nämlich nicht etwa die raschestmögliche Beendigung der genitalen Zwangsoperationen und die Durchsetzung von "Menschenrechte auch für Zwitter!" im Allgemeinen sowie der Grundrechte auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit im Besonderen, die für privilegierte Nicht-Zwitter wie Heinz-Jürgen Voß selbstverständlich und deshalb nicht weiter der Rede wert sind. Nein, was die ach so rückständigen Zwitter laut dem von Voß und TGNB immer wieder gepredigten Transgender-Vereinnahmungs-Einmaleins zu ihrer "Emanzipation" wirklich brauchen, ist, sich dankbar vor deren Geschlechtsabschaffungskarren spannen zu lassen!

Dass Heinz-Jürgen Voß dazu munter Tatsachen verdreht und seine zentrale These von der restaurativ-biologistischen "Intersex"-Bewegung nicht einmal belegen kann, stört offensichtlich weder ihn noch den "wissenschaftliche[n] Beirat des Transgender Netzwerk Berlin TGNB" als Herausgeber von "Liminalis", im Gegenteil: Hauptsache, die undankbare Zwitterbewegung, die lautstark und öffentlichkeitswirksam auf Menschenrechte pocht und sich gegen Vereinnahmung wehrt, wird mal wieder so richtig diskreditiert.

Zu diesem Zweck war sich "Dipl.-Biologin" Heinz-Jürgen Voß bekanntlich schon andernorts nicht zu schade, im Gefolge von Judith Butler und Friedemann Pfäfflin (sowie ebenfalls unter Verdrehung elementarster Fakten und Jahreszahlen) zu versuchen, John Money zu rehabilitieren und im Gegenzug den Selbstmord von David Reimer Moneys Kritikern Milton Diamond und John Colapinto in die Schuhe zu schieben.

Auf der selben Schiene fährt auch der vorliegende "Liminalis"-Artikel: Die John Money kritisierenden Zwitter werden verunglimpft und – dies die zentrale These – zusammen mit Milton Diamond als Vertreter_innen eines strikt zweigeschlechtlichen Biologismus dargestellt:

In der aktuellen gesellschaftlichen Debatte werden auch Argumente aus der Biologie herangezogen, um sich gegen diese Behandlungspraxis auszusprechen. So wird darauf verwiesen, dass sich eines – von nur zwei – Geschlechtern bereits in der Embryonalentwicklung oder sehr früh nach der Geburt auspräge. Chromosomen und Hormone sollen das Geschlecht – dichotom – bestimmen. Es wird angeführt, dass vor dem Hintergrund bereits so früh vorhandener eindeutiger „weiblicher“ oder „männlicher“ Geschlechtlichkeit geschlechtszuweisende operative und hormonelle medizinische Maßnahmen (oftmals) nicht möglich seien. Diese Argumentation wird auch von manchen Menschen verwendet, die sich in der Intersexuellenbewegung engagieren. 1

Bezeichnenderweise vermag Voss in der anschliessenden, längeren Fussnote 1 diese zentrale These jedoch nirgends konkret zu belegen – Belegstellen liefert er einzig für "die entgegengesetzte Position" "in der Intersexuellenbewegung". Der einzige "Beweis" für einen "biologistischen Trend [...] in der Intersexbewegung" ist ein Ausschnitt aus einem privaten Mail von Michel Reiter, der erneut lediglich die Behauptung aufstellt, ohne konkrete Belege zu liefern (und dabei peinlicherweise noch selbst fortlaufend Menschen nach ihrem "Chromosomensatz" klassifiziert: "Leute mit XY" und "Individuen mit einem Chromosomensatz XX").

Auch im weiteren Verlauf seines Artikels behauptet Heinz-Jürgen Voß erneut:

Bedeutenden Anteil an einer solchen Argumentation biologisch begründeter dichotomer Geschlechtlichkeit haben die Arbeiten von M. Diamond (Diamond 1997; Diamond 2000; Diamond 2006; vgl. u.a. auch: Meyer-Bahlburg 1999; Meyer-Bahlburg 2002; vgl. kritisch: Butler 2002 [2001], 674f.), auf die im Rahmen der Zurückweisung geschlechtszuweisender Operationen im Kindesalter oftmals Bezug genommen wird.10

Voß' "Beweis" für den "oft[maligen] Bezug" auf diese angebliche "Argumentation biologisch begründeter dichotomer Geschlechtlichkeit" in der Fussnote 10 lautet dann – Überraschung! – schlicht: "Vgl. Fussnote 1". Sprich, erneut vermag Heinz-Jürgen Voß seine zentrale These nicht zu belegen.

Was auch nicht weiter überraschend ist: Tatsächlich predigt weder Milton Diamond eine biologisch begründete dichotome Geschlechtlichkeit, noch bezieht sich die Zwitterbewegung primär auf die biologischen Aspekte von Milton Diamonds Werk, geschweige denn auf die von Heinz-Jürgen Voß in der Bibliographie angeführten Publikationen – dort fehlen "zufälligerweise" die 2 Arbeiten Diamonds, auf die sich Zwitter immer wieder beziehen, nämlich >>> Diamond/Kipnis (1998) (englisch) und >>> Diamond/Glenn-Beh (2000) (>>> englisches Original). Beide Arbeiten sind Heinz-Jürgen Voß sehr wohl bekannt, führt er doch selber im vorliegenden "Liminalis"-Artikel den CEDAW-Schattenbericht an, der die zweite Arbeit enthält, sowie das Buch "Intersex in the Age of Ethics", worin der erste abgedruckt ist.

(Welche Gruppierung in Wahrheit laufend biologistisch argumentiert und ausschliesslich auf die biologischen Aspekte von Diamond voll abfährt, offenbart eine Google-Suche etwa nach den Stichwörtern Milton+Diamond+Gehirngeschlecht – was auch Heinz-Jürgen Voß und dem "wissenschaftliche[n]  Beirat des Transgender Netzwerk Berlin TGNB" wohl ebenfalls nur zu bewusst ist ... Bezeichnenderweise üben sie dort aber keine Kritik. Ein Beitrag, der sich auch kritisch mit der entsprechenden Gruppierung auseinandersetzte, wurde von "Liminalis" im Gegenteil für die vorliegende Ausgabe prompt abgelehnt ...)

Dass Heinz-Jürgen Voß sich nicht mal zu blöde ist, ausgerechnet der Zwitterbewegung, die klar ein drittes Geschlecht für sich selbst beansprucht, biologistische Dichotomie vorzuwerfen, sagt wohl eh alles.

Dass er dasselbe auch Milton Diamond in die Schuhe schiebt, geschieht ebenfalls wider besseren Wissens:

Alles Dinge, die Voß, TGNB, "Liminalis" & Co. mutwillig ausklammern, weil sie nicht dem Schwarz/Weiss ihrer Partikularinteressen entsprechen – im Gegensatz zu verlogenem Zwitterbashing und konstanten Versuchen, John Moneys Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verharmlosen und ihn selbst zu rehabilitieren.

Wofür Zwitter Milton Diamond verehren und wofür sie ihn auch auszeichneten, ist "seine von Menschlichkeit und Respekt geprägte Arbeit": "Wir Zwischengeschlechtlichen können ihm in die Augen sehen und wissen, dass er uns wohlgesonnen ist. Bei Milton Diamond braucht sich kein Hermaphrodit unwürdig zu fühlen." Lauter Eigenschaften, die klar weder auf "Dipl.-Biologin" Heinz-Jürgen Voß noch auf das Transgender Netzwerk Berlin (TGNB) zutreffen!

Nachtrag 2012/2013: Heinz-Jürgen Voß (Blog) ist einer der leider raren Geschlechterforscher, bei dem die inhaltliche Kritik an der vereinnahmenden Ausblendung der Menschenrechtsverletzungen an Zwittern offensichtlich nicht nur zum einen Ohr rein und zum andern flugs wieder raus ging, sondern der die Argumente und Quellen auch zur Kenntnis nahm, und der seither immer mal wieder beweist, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat und die Anliegen der Überlebenden von kosmetischen Genitaloperationen ernst nimmt. Dafür im Namen dieses Blogs ein ganz herzliches Danke!
>>>
Heinz-Jürgen Voß: "Intersexualität - Intersex. Eine Intervention" (2012)
>>>
Heinz-Jürgen Voß: "Intersex: aktuelle Debatten und Entwicklungen in der BRD" (2013)

Siehe auch:
- Liminalis: Aus Transschändrien nix neues
- "Who killed David Reimer?" 
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ... 
- Zwitter als Kanonenfutter für die Transgenderagenda
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung 
- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität" 

Thursday, August 6 2009

Lady Gagas "kleiner Penis"

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Gelungene Medienschau auf Bildblog.de

>>> Diskussion auf dem Hermaphroditforum

Bundestagswahl 2009: 4 von 5 Bundestagsparteien fordern Selbstbestimmungsrecht für Zwitter!

Menschenrechte auch für Zwitter!
INHALT
1. Hintergrund
2. Überblick Theorie und Praxis aller Fraktionen
3. Die einzelnen Statements im Wortlaut
4. Statement LSVD


1. Hintergrund

In einem erstmaligen Wahlprüfstein Nr. 9 "Menschenrechtsverletzungen an Intersexuellen bekämpfen!" für die kommende Bundestagswahl 2009 monierte der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) den "erheblichen Verstoß gegen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und Würde" der Zwitter durch die heute noch gängigen genitalen Zwangsoperationen, Zwangskastrationen und Zwangshormontherapien. Und fragte alle Bundestagsparteien, ob und wie sie bereit seien, "sich dafür einzusetzen", diese "Zwangsbehandlungen" zu stoppen, damit "in Zukunft chirurgische und/oder medikamentöse bzw. hormonelle Eingriffe nur mit der informierten Einwilligung der betroffenen Menschen erfolgen dürfen"

13 Jahre nach Gründung der "Arbeitsgruppe gegen Gewalt in der Pädiatrie und Gynäkologie (AGGP)" (inkl. ebensolanger Kritik an LGBT-Vereinnahmung und "Kolonialisierungskaskaden") waren damit zentrale Forderungen der Zwitterbewegung bei den organisierten Schwulen und Lesben wirklich angekommen! Der Wahlprüfstein griff nicht zuletzt zurück auf Grundsatztexte von Zwischengeschlecht.org und Intersexuelle Menschen e.V., aus Pressemitteilungen, der Forderungsliste und dem CEDAW-Schattenbericht.


2. Überblick Theorie und Praxis der einzelnen Fraktionen

Mittlerweile liegen nun die Antworten der Bundestagsparteien vor. Und siehe da:

Mit Ausnahme der CDU/CSU geloben im Wahljahr 2009 alle Fraktionen mehr oder minder deutlich, das Selbstbestimmungsrecht der Zwitter hochzuhalten und die Zwitterbewegung in ihrem jahrzehntelangen Kampf um ihre Menschenrechte zu unterstützen!

Die konkrete Bilanz ihrer Taten im Bundestag während der letzten vier Wahlperioden ist in krassem Gegensatz dazu bisher gleich Null – mit einer einzigen Ausnahme ...

Nachfolgend ein Überblick zu Theorie und Praxis der einzelnen Fraktionen, gefolgt von sämtlichen Statements im Wortlaut sowie einem Statement dazu des LSVD:

Rang 1: Am explizitesten lehnt DIE LINKE "frühkindliche Eingriffe ab" und fordert, "dass es erst zu medizinischen Eingriffen für geschlechtsangleichende Maßnahmen kommen darf, wenn die Menschen einwilligungsfähig sind". Und kann als einzige Fraktion darauf verweisen, dass auch in ihrem offiziellen Wahlkampfprogramm die konkrete Forderung steht: "fremdbestimmte operative Eingriffe bei Intersexuellen unterbinden". Einziger Wermutstropfen: Die Forderung eines zusätzlichen, eigenen Geschlechtseintrags für Transgender mit Zwitterforderungen im selben Topf ist für Zwitter klar kontraproduktiv. DIE LINKE ist bisher die einzige Fraktion, die im Bundestag in den letzten 13 Jahren immer wieder konkrete Vorstösse unternommen hat zu Gunsten der Urforderung dieses Blogs "Menschenrechte auch für Zwitter!", siehe z.B. hier, hier und hier. >>> PDF-Download

Rang 2: Die FDP hat ihre Hausaugaben auf dem Papier umfassend und gut gemacht, "begrüßt, dass die Situation von intersexuellen Menschen in den vergangenen Jahren zunehmend Gegenstand öffentlicher Diskussionen geworden ist", fordert Selbstbestimmung für Intersexuelle und "schließt [...] Zwangsbehandlungen aus". Im Bundestag hat die FDP zu Gunsten der Zwitter bisher konkret nix unternommen. >>> PDF-Download

Rang 3: Die SPD findet wiederholt alles "äußerst schwierig", führt "konkurrierend[e] Rechtsgüter" ins Feld und kann sich zum Schluss grad noch knapp dazu durchringen, das "Selbstbestimmungsrecht des Kindes" sei "eines der herausragenden Menschenrechte". Im Bundestag hat die SPD zu Gunsten der Zwitter bisher konkret nix unternommen. >>> PDF-Download

Rang 4: Die Grünen haben das kürzeste Statement – und lassen doch kein Fettnäpfchen aus. Im ersten Satz fordern sie immerhin vollmundig: "Die Menschenrechte intersexueller Menschen müssen in vollem Umfang gewährleistet werden." Die weiteren 2 Sätze sind dann das übliche Transgender-Vereinnahmungs-Einmaleins: Zuerst mit dem Schrecken der genitalen Zwangsoperationen winken, bzw. wie die Grünen es nennen, "medizinisch unnötigen Operationen zur Geschlechtsanpassung unterworfen werden", um anschliessend – schwupps! – auf die eigenen Anliegen umzuschwenken, in diesem Falle ein drittes Geschlecht nicht etwa für Zwitter, sondern für alle, "die nicht als weiblich oder männlich leben wollen", sprich für alle Transgender! Zudem wollen die Grünen rein gar nix begriffen haben: Die Wendung "medizinisch unnötige Operationen zur Geschlechtsanpassung" suggeriert, es gäbe auch medizinisch notwendige – gibt es aber NICHT – OPs "zur Geschlechtsanpassung" an Zwitterkindern sind definitionsgemäss IMMER rein kosmetisch und medizinisch NIE indiziert! Im Bundestag haben die Grünen zu Gunsten der Zwitter bisher konkret nix unternommen – ausser Blablabla, Vereinnahmung, mehr Vereinnahmung, noch mehr Vereinnahmung und Schützenhilfe für unverbesserliche Zwangsoperateure. >>> PDF-Download

Rang 5: Die CDU/CSU ist die einzige Fraktion, die ihre Hausaufgaben nach wie vor nicht einmal ansatzweise gemacht hat. Unbeirrt propagiert sie weiterhin genitale Zwangsoperationen an Zwittern. Bezeichnenderweise sind Zwitter für CDU/CSU ein "Gender-Thema": es geht AUSSCHLIESSLICH um "das Merkmal 'sexuelle Identität'" und NIE um Selbstbestimmung oder körperliche Unversehrtheit. Im Bundestag hat die CDU/CSU zu Gunsten der Zwitter bisher konkret nix unternommen – ausser "Intersexualität" mit "sexueller Orientierung" zu verwechseln (und befindet sich damit in bester Gesellschaft mit vereinnahmenden LGBTs und Transgendern). >>> PDF-Download


3. Die einzelnen Statements im Wortlaut

Statement DIE LINKE: >>> PDF-Download

Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, dass in Zukunft chirurgische und/oder medikamentöse bzw. hormonelle Eingriffe nur mit der informierten Einwilligung der betroffenen Menschen erfolgen dürfen? 
Was werden Sie dafür tun, um Sorge zu tragen, dass Menschen mit einer Besonderheit der geschlechtlichen Entwicklung ein Recht auf freie Entfaltung und Selbstbestimmung gewährleistet wird?

DIE LINKE setzt sich für die Rechte von Intersexuellen Menschen ein. Wir fordern, dass es erst zu medizinischen Eingriffen für geschlechtsangleichende Maßnahmen kommen darf, wenn die Menschen einwilligungsfähig sind. Deshalb lehnen wir frühkindliche Eingriffe ab, da sie zu schweren physischen und psychischen Folgen führen können.
Im Bundestagswahlkampfprogramm heißt es hierzu:
„Die LINKE fordert: Selbstbestimmungsrecht von inter‐ und transsexuellen Menschen ohne Einschränkung sichern: Personenstandsgesetz und das Vornamensrecht in diesem Sinne ändern; fremdbestimmte operative Eingriffe bei Intersexuellen unterbinden“.
DIE LINKE im Bundestag hat der Bundesregierung in der laufenden Legislaturperiode hierzu vier Anfragen zum Intersexualität gestellt. (DS 4322, 4786, 13269, 13270)
Im Antrag (DS 16/12893, s.o.) fordern wir, dass  beim Personenstandsrechtlichen Geschlechtseintrag neben den Eintragungen „weiblich“ und „männlich“ auch der Eintrag „inter sexuell“ oder „transgender“ möglich sein soll und der Eintrag „intersexuell“ und „transgender“ auf Antrag vom Eintrag im Reisepass abweichen kann.

Statement FDP: >>> PDF-Download

Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, dass in Zukunft chirurgische und/oder medikamentöse bzw. hormonelle Eingriffe nur mit der informierten Einwilligung der betroffenen Menschen erfolgen dürfen? 
Was werden Sie dafür tun, um Sorge zu tragen, dass Menschen mit einer Besonderheit der geschlechtlichen Entwicklung ein Recht auf freie Entfaltung und Selbstbestimmung gewährleistet wird?

Die FDP begrüßt, dass die Situation von intersexuellen Menschen in den vergangenen Jahren zunehmend Gegenstand öffentlicher Diskussionen geworden ist. Damit wird ein Bewusstsein geschaffen für die spezifischen Probleme und Lebenssituationen der Betroffenen. Für intersexuelle Menschen muss sichergestellt werden, dass sie ihr Leben frei und selbstbestimmt leben können. Folgerichtig schließt dies die Vornahme von Zwangsbehandlungen aus. menschen, bei denen im Kindesalter ein operativer Eingriff zur eindeutigen Zuordnung des Geschlechts vorgenommen wurde und die diese Zuordnung später ablehnen, bedürfen der Unterstützung. Die FDP begrüßt daher die ehrenamtliche Arbeit von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen zur Unterstützung und Begleitung von intersexuellen Menschen. Notwendig sind wissenschaftliche Untersuchungen über die Situation von Intersexuellen, um auf einer gesicherten Datengrundlage mögliche gesetzliche oder administrative Maßnahmen zu prüfen. Eine grundlegende Evaluation der sozialen und rechtlichen Situation intersexueller Menschen in Deutschland wäre darüber hinaus wünschenwert.

Statement SPD: >>> PDF-Download

Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, dass in Zukunft chirurgische und/oder medikamentöse bzw. hormonelle Eingriffe nur mit der informierten Einwilligung der betroffenen Menschen erfolgen dürfen? 
Was werden Sie dafür tun, um Sorge zu tragen, dass Menschen mit einer Besonderheit der geschlechtlichen Entwicklung ein Recht auf freie Entfaltung und Selbstbestimmung gewährleistet wird?

Die Frage ist äußerst schwierig, da hier verschiedene Rechtsgüter - das Sorgerecht der Eltern über ihre zum Zeitpunkt des Eingriffs oft nicht rechtsfähigen Kinder, das Selbstbestimmungsrecht des Kindes etc - miteinander konkurrieren können. Auch die Lebenssituation von intersexuellen Kindern kann äußerst schwierig sein, da die Umwelt eben in der Regel erwartet, kein Geschlecht eindeutig zuordnen zu können. Mangelndes Wissen auf Seiten der Ärzte kann ein Übriges tun. Selbst die Sprache kann hier eine Barriere bilden. Für die betroffenen Kinder ist ihre Intersexualität wohl leider in jedem Fall nicht problemlos. Grundsätzlich ist die SPD aber dazu bereit, sich für eine adäquate Lösung zu engagieren. Das Selbstbestimmungsrecht ist eines der herausragenden Menschenrechte.

Statement Bündnis 90 / die Grünen: >>> PDF-Download

Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, dass in Zukunft chirurgische und/oder medikamentöse bzw. hormonelle Eingriffe nur mit der informierten Einwilligung der betroffenen Menschen erfolgen dürfen? 
Was werden Sie dafür tun, um Sorge zu tragen, dass Menschen mit einer Besonderheit der geschlechtlichen Entwicklung ein Recht auf freie Entfaltung und Selbstbestimmung gewährleistet wird?

Die Menschenrechte intersexueller Menschen müssen in vollem Umfang gewährleistet werden. Intersexuelle Menschen, die mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren werden, dürfen keinen medizinisch unnötigen Operationen zur Geschlechtsanpassung unterworfen werden. Deshalb setzen wir uns dafür ein, geschlechtliche Uneindeutigkeit zuzulassen, und fordern für Menschen, die nicht als weiblich oder männlich leben wollen, die Möglichkeit, sich unter einem dritten Geschlecht eintragen zu lassen. 

Statement CDU/CSU: >>> PDF-Download

Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, dass in Zukunft chirurgische und/oder medikamentöse bzw. hormonelle Eingriffe nur mit der informierten Einwilligung der betroffenen Menschen erfolgen dürfen? 
Was werden Sie dafür tun, um Sorge zu tragen, dass Menschen mit einer Besonderheit der geschlechtlichen Entwicklung ein Recht auf freie Entfaltung und Selbstbestimmung gewährleistet wird?

Durch eine geschlechtsspezifische Zuordnung bei intersexuellen Säuglingen und Kleinkindern wird aus sexualmedizinischer wie psychiatrischer Sicht eine ungestörte psychische Identitätsentwicklung gefördert. Die Behandlung von Intersexuellen muss denselben Voraussetzungen wie alle therapeutischen Maßnahmen unterliegen. So muss die medizinische Notwendigkeit ebenso vorliegen wie die rechtlich wirksame Einwilligung der Betroffenen bzw. ihrer rechtlichen Vertreter nach einer umfassenden Aufklärung. Die Diagnose, Behandlung und Rehabilitation muss nach den Regeln der ärztlichen Kunst erfolgen. Therapeutische Maßnahmen müssen sich immer am Einzelfall orientieren. 
Der Schutz intersexueller Menschen vor Diskriminierung  wird durch die Rechtsordnung gewährleistet. Intersexualität ist vom Schutzbereich des Merkmals „sexuelle Identität“ mit umfasst, wie in der Begründung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ausdrücklich festgestellt ist.


4. Statement LSVD >>> PDF-Download

9. Menschenrechtsverletzungen an Intersexuellen bekämpfen!

Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, dass in Zukunft chirurgische und/oder medikamentöse bzw. hormonelle Eingriffe nur mit der informierten Einwilligung der betroffenen Menschen erfolgen dürfen? 
Was werden Sie dafür tun, um Sorge zu tragen, dass Menschen mit einer Besonderheit der geschlechtlichen Entwicklung ein Recht auf freie Entfaltung und Selbstbestimmung gewährleistet wird?

CDU/CSU halten eine geschlechtsspezifische Zuordnung bei intersexuellen Säuglingen und Kleinkindern im Hinblick auf „eine ungestörte psychische Identitätsentwicklung“ für richtig, Voraussetzungen „für die Behandlung von Intersexuellen“ seien „die medizinische Notwendigkeit“ und „die rechtlich wirksame Einwilligung der Betroffenen bzw. ihrer rechtlichen Vertreter“. Diskriminierungsschutz werde durch das AGG abgedeckt. 
Die SPD ist grundsätzlich bereit, sich für eine adäquate Lösung im Sinne des Selbstbestimmungsrechts zu engagieren, auch wenn das Sorgerecht der Eltern mit dem Selbstbestimmungsrecht der Kinder konkurrieren kann. 
Für die FDP schließt das Selbstbestimmungsrecht die Vornahme von Zwangsbehandlungen aus. Sie fordert wissenschaftliche Untersuchungen über die Situation von Intersexuellen, um auf gesicherter Datenbasis gesetzliche oder administrative Maßnahmen zu prüfen. 
Die Linke fordert, dass es „erst zu medizinischen Eingriffen für geschlechtsangleichende Maßnahmen kommen darf, wenn die Menschen einwilligungsfähig sind.“ Sie lehnt frühkindliche Eingriffe ab, „da sie zu schweren physischen und psychischen Folgen führen können“ und setzt sich für die Möglichkeit des personenstandsrechtlichen Eintrags „intersexuell“ ein. 
Bündnis 90/Die Grünen fordern, dass intersexuelle Menschen, die mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren werden, keinen medizinisch unnötigen Operationen zur Geschlechtsanpassung unterworfen werden. Geschlechtliche Uneindeutigkeit solle zugelassen und die Möglichkeit, sich unter einem dritten Geschlecht eintragen zu lassen, geschaffen werden.

Bundestags-Suchmaschine zu "Intersexualität":
http://suche.bundestag.de/searchAction.do?queryAll=&queryOne=intersexuell+intersexuelle+intersex

Siehe auch:
- CEDAW im Bundestag: Nach bekanntem Muster
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen!  
- Lesben- und Schwulenverband Deutschland fordert Menschenrechte für Zwitter! 
- LSVD: Menschenrechte für Zwitter als Wahlprüfstein! 
- Bundestagswahl 2009: 4 von 5 Bundestagsparteien fordern Selbstbestimmungsrecht für Zwitter! 
- CSD Konstanz & Kreuzlingen fordert Selbstbestimmung für Zwitter  

Sunday, August 2 2009

Wie das Kaninchen vor der Schlange - Zwangsoperierte und (ehemalige) TäterInnen

Ausgeliefert!Wenn ich als Kind zum Arzt musste, wurde mir schon Stunden vorher übel, ich hatte kalte Hände, mein Körper versteifte sich. Dort angekommen war ich ganz starr vor Unbehagen und Angst, mein Herz klopfte laut, ich konnte nicht mehr denken und mich nicht mehr bewegen. Ich habe mich tot gestellt. Was für ein vernünftiges und folgsames Kind, dachten die wohl.

Heute, Jahrzehnte später, trete ich an die Öffentlichkeit, benenne das Unbenannte, setze mich für die Menschenrechte von Zwittern ein. Dabei komme ich immer wieder in Kontakt mit Medizinern und anderen, die von Berufswegen über Kinderschicksale entscheiden, sei es an Tagungen, in Gesprächen, Verhandlungen, Mails oder Telefonaten, überall dort, wo ich mich als (ehemaliges) Opfer 'zeige' und (ehemalige wie auch unverbesserliche) Täter mich 'anschauen'.

Dabei werde ich auch heute von den Gefühlen überwältigt, die ich als Kind hatte: Scham, Ekel, unterdrückte Wut, mein Körper reagiert ohne mein Zutun. Wenn ein Mediziner nur schon vor mir steht und mit mir redet, fühle ich mich körperlich in die Enge getrieben. Das zentrale Gefühl ist traurigerweise Selbstekel, als hätte ich das alles selber zu verschulden, was mir angetan wurde. Dieses verinnerlichte Gefühl, keine Grenzen zu haben, alle können mit mir machen, was sie wollen. Scham, Ekel, unterdrückte Wut.

Sogar bei einem ehemaligen Mediziner, der sich seiner Schuld bewusst ist und mich im Kampf gegen Zwangsoperationen unterstützen will, komme ich in diesen Zustand. In meinem Kopf laufen Bilder ab, die ich nur mit Mühe abschütteln kann. Ich bin zwar kein hilfloses Kind mehr, kann mich wehren, und dieser Mensch will mir nichts Böses, er bereut sogar und will helfen. Trotzdem möchte ich weglaufen, vor diesen Gefühlen, die wie ein Gift in meinem Magen rumoren, möchte aufhören mit all diesen Kontakten und mich dorthin verkriechen, wo es keine Blicke gibt. Aber dort wird sich nie etwas ändern, weder für mich noch für andere.

Es ist nicht einfach, von der eigenen Vergangenheit, dem eigenen Leiden zu abstrahieren. Wir müssen mit diesem Spannungsfeld leben, wenn wir uns mit Medizinern gemeinsam an einen Tisch setzen, um diese menschenunwürdige Situation zu verändern, sei es, um in Verhandlungen mit uneinsichtigen Medizinern Druck aufzubauen, um sie von Zwangsoperationen künftig möglichst abzuhalten, sei es, um mit den wenigen einsichtigen Medizinern zusammen zu arbeiten, die uns in unserem Kampf unterstützen wollen.

Weder wir noch diejenigen, bisher allzu seltenen, Mediziner, die uns unterstützen wollen, dürfen dabei ausser Acht lassen, dass die Vergangenheit ihren Schatten auf diesen Tisch wirft: das ehemalige Opfer wird sein Leben lang darunter leiden, was ihm angetan wurde. Die Jahrzehnte, in denen der ehemalige Täter dazu beitrug, diese Opfer zu schaffen, kann man nicht ungeschehen machen.

Ein Folteropfer wird ein Leben zusammenzucken, wenn es eine Uniform sieht. Ein Leben lang. So geht es auch Zwittern, die in diese gnadenlose Maschinerie geraten sind, wenn sie denen begegnen, die diese Maschinerie am Laufen halten oder einst hielten.

Trotzdem: Ohne die Auseinandersetzung mit (einsichtigen wie uneinsichtigen) Medizinern werden wir die Zwangsoperationen nicht abschaffen können.

Siehe auch:
- Rede 5. Treffen Netzwerk Intersexualität Kiel 6.9.2008 
- Alle Posts unter "Trauma, Opferrolle, Befreiung"

Thursday, July 30 2009

"Intersexualität: Betroffene extrem belastet" - Hamburger Abendblatt 30.7.09

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Weiterer gelungener Artikel im Hamburger Abendblatt über Elisabeth "Hermaphrodit Müller, bitte, ich bin keine Fau!" von Angela Grosse mit dem vollständigen Titel "Intersexualität: Betroffene extrem belastet - Ein Leben zwischen den Geschlechtern". Einziges Manko: Einmal mehr wird von den Zwangsoperationen quasi nur in der Vergangenheit gesprochen, als wären sie heute scheints nicht mehr üblich – schön wär's!

Eine Woche nach "Ich wurde belogen und verstümmelt" redet Zwitter Eli im Abendblatt erneut Klartext. Auch Hertha Richter-Appelt steuert klare Statements bei über die "Hamburger Studie". Danke!

Monday, July 27 2009

Teilrezension zu "Bodies in Doubt" von Elizabeth Reis

>>>   hier --> Nachtrag

Thursday, July 23 2009

"Ich wurde belogen und verstümmelt" - Hamburger Abendblatt 23.7.09

Gratuliere, es ist sein Zwitter!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Gelungenes Portrait von Hermaphrodit Elisabeth Müller plus >>> Infokasten aus der Feder von Rainer Burmeister mit dem vollständigen Titel: "Kirchenmusikerin wurde als Zwitter geboren: 'Ich wurde belogen und verstümmelt'". Zwitter Eli redet einmal mehr Klartext.

Aus der Sicht dieses Blogs weiter positiv zu vermerken, dass die von der Zwitter Medien Offensive seit Beginn geforderte Tendenz nach "eindeutigen" und "griffigen" Titeln, die von Anfang an unmissverständlich auf die menschenrechtswidrige Unterdrückung und Schädigung der Zwitter hinweisen, einmal mehr markant fortgeführt wird.

Einziger Wermutstropfen: Es fehlt noch der kleinste Hinweis, dass die meisten Zwitter schon als Kleinkinder auch an ihren Genitalien zwangsoperiert bzw. verstümmelt werden, mit allen bekannten Folgen, und nicht erst nach der Pubertät "nur" zwangskastriert wie u.a. Elisabeth Müller. Doch ansonsten Gratulation und Danke an Eli wie auch an den Autor!

>>> http://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article1107250/Ich-wurde-belogen-und-verstuemmelt.html

>>> http://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article1107251/Zwangsoperationen-verletzen-die-Menschenrechte.html

Sunday, July 19 2009

"Ethische Grundsätze und Empfehlungen bei DSD": Zwangsoperationen klar unzulässig - Dr. med. Jörg Woweries

Wie an anderer Stelle kritisiert, missbraucht die aktuelle AWMF-Leitlinie "Störungen der Geschlechtsentwicklung" die "Ethische[n] Grundsätze und Empfehlungen" der "Arbeitsgruppe Ethik" des "Netzwerk DSD" als Feigenblatt für Zwangsoperateure, bzw. als "Beleg" für die Behauptung, dass von Genitalverstümmelung bedrohte Zwitterkinder angeblich KEINE Rechte an ihrem eigenen Körper hätten – im Gegenteil stehe "rechtlich [...] letztlich den Eltern" die alleinige "Entscheidung zu".

Dies ist nicht nur juristischer Unsinn bzw. sträfliche Missachtung sämtlicher (übergeordneter) Grund- und Menschenrechte: Würden die Zwangsoperateure die "Ethische[n] Grundsätze und Empfehlungen" tatsächlich ernst nehmen und beachten, würden sie problemlos erkennen, dass kosmetische Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen im Gegenteil nicht nur aus ethischer Sicht klar unzulässig sind, sondern darüber hinaus juristisch strafbare Körperverletzungen darstellen (sowie Verstösse gegen das Grund- und Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit).

Zu diesem Schluss kommt nach umfassender Würdigung der "Ethische[n] Grundsätze und Empfehlungen" im folgenden Gastbeitrag Dr. med. Jörg Woweries, ein erfahrener Kinderarzt – einer der Wenigen und Seltenen, der nicht nur erstens ein Gewissen sein eigen nennt, sondern zweitens auch lernte, auf es zu hören.

Dafür im Namen dieses Blogs ein herzliches Danke!!! 

Dr. med. Jörg Woweries:

"Weder Evidenz noch medizinische Indikation"

Vor kurzem wurden Ethische Grundsätze und Empfehlungen einer Expertengruppe veröffentlicht, und zwar von der Arbeitsgruppe Ethik im Netzwerk Intersexualität  zum Thema "Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung“, publiziert in der Monatsschrift für Kinderheilkunde 2008 (156: 241-245) [>>> PDF-Download] .  

●  Darin  heißt es z.B.:

„Maßnahmen, für die keine zufrieden stellende wissenschaftliche Evidenz vorliegt, sind besonders begründungs- und rechtfertigungspflichtig und bedürfen einer zwingenden medizinischen Indikation.“ (Hervorhebung d. Verf.)

Zu fragen ist 1.

--> Kann die Notwendigkeit für geschlechtsangleichende Operationen mit zufrieden stellender Evidenz belegt werden?

Antwort:    

- Es liegen keine Studien mit zufrieden stellender Evidenz vor.
(Die unterste Klasse, Evidenzklasse 5, also „Expertenmeinungen ohne explizite Bewertung der Evidenz“, will man doch wohl nicht gelten lassen?)

- Sogar in der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF-Leitlinien der Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin von 2007 wird zugegeben,

dass kontrollierte Studien zu genitalen Korrekturoperationen nicht vorliegen und Untersuchungen zum Outcome unbefriedigend sind“. (Hervorhebung d. Verf.)

Zu fragen ist 2.

--> Liegt bei den zur Diskussion stehenden Eingriffen eine medizinische Indikation vor?   

Wenn man Verschlüsse oder Behinderungen im harnableitenden System sowie das Salzverlustsyndrom ausnimmt,

lautet die Antwort:   

- Es liegt weder eine vitale, noch eine medizinische Indikation vor.

Genau genommen sind es kosmetische Operationen oder Operationen aus soziokultureller Indikation;

- Sogar die AWMF-Leitlinien sagen:

„Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung sind nicht per se aus rein kosmetischen Gründen korrekturbedürftig und stellen bei einem Neugeborenen keinen chirurgischen Notfall dar, jedoch in der Regel einen psychosozialen Notfall.“

●  Ethische Grundsätze: 

„Maßnahmen, die irreversible Folgen für die Geschlechtsidentität oder negative Auswirkungen auf Sexualität oder Fortpflanzungsfähigkeit haben können, sind besonders begründungs- und rechtfertigungspflichtig und bedürfen einer zwingenden medizinischen Indikation
(Hervorhebung d. Verf.)

--> Genaue Angaben dazu, d.h. eine große Zahl von Beschwerden über die  Folgen, sind in den Ergebnissen des Netzwerkes Intersexualität zu finden.

Auch im neuesten Lehrbuch zur Intersexualität von Finke und Höhne von 2008 ["Intersexualität bei Kindern", Uni-Med Verlag Bremen]

schreibt H. F. L. Meyer-Bahlburg, der sich grundsätzlich für geschlechtsangleichende Operationen ausspricht:

„Gegen solche Operationen spricht, dass sie die Beeinträchtigung der erotischen Sensivität und der Orgasmusfähigkeit und damit der sexuellen Zufriedenheit und Lebensqualität riskieren.“ (Hervorhebung d. Verf.).

• Ethische Grundsätze: 

„Die Erziehung in einem sozialen Geschlecht ohne entsprechende operative ästhetische Korrekturen erhält dem Kind zudem
die Option auf einen evtl. notwendigen späteren Wechsel der Geschlechtsidentität“ (Hervorhebung d. Verf.)

--> "Auch aus der Literatur ist bekannt, dass sich ein überdurchschnittlich hoher Prozentsatz von Menschen mit DSD im Lauf der Pubertät oder im Erwachsenenalter entschließt, das ihnen zugewiesene soziale Geschlecht zu wechseln."
(M. Jürgensen; O. Hiort; U. Thyen: "Kinder und Jugendliche mit Störungen der Geschlechtsentwicklung: Psychosexuelle und -soziale Entwicklung und Herausforderungen bei der Versorgung". Monatsschrift Kinderheilkunde, Volume 156, Number 3, March 2008, S. 226-233).

--> Auch dazu schreibt H. F. L. Meyer-Bahlburg, der sich – wie gesagt – grundsätzlich für geschlechtsangleichende Operationen ausspricht:

Unglücklicherweise ist jedoch ein späterer Geschlechtswechsel, der ja bei Intersexuellen gehäuft vorkommt, erschwert, wenn die ursprüngliche Geschlechtszuweisung mit einer geschlechtsbestätigenden Operation verbunden war.“ (Hervorhebung d. Verf.)

Die Häufigkeit eines späteren Wechsels in ein andres als das ursprünglich zugewiesene Geschlecht ist keine seltene Ausnahme, sie beträgt mit größerer Variation - je nach Sorgfalt der ersten Geschlechtszuweisung - bis zu 24% der von Preves untersuchten Fälle  (Sharon. E. Preves), in den „Netzwerken Intersex“ waren es 9-12%.

In der Studie von Sharon E. Preves, in der 37 intersexuelle Menschen im Erwachsenenalter in den USA befragt wurden, fühlten sich fast alle Interviewten erniedrigt durch die vielen Untersuchungen und Zwangsbehandlungen, denen sie sich unterziehen mussten, sie kamen sich vor wie Monster oder Freaks.

●  Trägt die Chirurgie zur Vereindeutigung des Genitale zum Wohl des Kindes bei? Handelt es  sich um einen Heileingriff? Dies betrifft §1627 BGB.

--> Es handelt sich nicht um einen Heileingriff. Eine chirurgische Heilbehandlung ist in keinem Fall erforderlich - abgesehen von den genannten Ausnahmen.

• Ethische Grundsätze:

„Die Verfügung über Organe oder Strukturen, die für die körperliche Integrität oder Geschlechtsidentität wichtig sind (z.B. Keimdrüsen), sollte in der Regel dem Betroffenen selbst überlassen bleiben“. (Hervorhebung d. Verf.)

--> Die Entfernung der Keimdrüsen wurde bislang zugelassen, wenn eine strenge medizinische Indikation behauptet und im Zusammenhang mit einer erforderlichen Heilbehandlung erfolgte. - §1631BGB -. Betroffene beklagen, dass in vielen Fällen dagegen verstoßen wurde.

Da es sich bei der Vereindeutigung des Genitale nicht um eine Heilbehandlung handelt, ist eine Entfernung der Keimdrüsen ohne Zustimmung der Betroffenen selbst nicht zulässig.

Die Entfernung der Keimdrüsen wurde bislang häufig schon im Kindesalter aus präventiven Gründen, also  wegen einer eventuell möglichen (!) späteren Entartung vorgenommen. Oft ohne genaue Kalkulation eines Entartungsrisikos, d.h. des Zeitraumes in dem sich ein Tumor ausbildet.

In den AWMF-Leitlinien zu DSD heißt es:

„Die Literaturangaben zum definitiven Risiko einer Entwicklung gonadaler Tumore sind dürftig.“

Das Risiko einer Entartung soll nicht geleugnet werden, aber hier muss grundlegend neu nachgedacht werden. Wichtig sind regelmäßige präventive Untersuchungen.

●  Ethische Grundsätze: 

„Generell muss den Eltern der Aufschub von prognostisch unsicheren Maßnahmen bis zur Entscheidungsreife des Kindes als erste Präferenz dargestellt werden.“

„ Die Verfügung über Organe und Strukturen, die für die körperliche Integrität oder Geschlechtsidentität wichtig sind (z. B. Keimdrüsen), sollten in der Regel – wenn keine gewichtigen, das Kindeswohl betreffenden Gründe entgegenstehen – dem Betroffenen selbst überlassen bleiben.“

Zusammengefasst lässt sich sagen:

Jede dieser Operationen ist eine ganz eindeutige Körperverletzung nach §223 oder §224 StGB.

Die hohe Zahl von Beschwerden über die meist mehrfachen Operationen, die oft erst im adulten Alter ganz bewusst werden, lassen es nicht zu, dass Eltern für ihre Kinder die Einwilligung geben.

Auch die Ethischen Grundsätze und Empfehlungen sind eindeutig:

Die Operationseinwilligung darf nur vom Betroffenen selbst gegeben werden, nicht stellvertretend von den Eltern. 

Bisher ist es zwar üblich ist, dass die Eltern  die Einwilligung erteilen. Sie sind auf Grund der von den Operateuren vorgebrachten „Informationen“ selbst Opfer.

Es muss aber bestritten und in Zukunft verhindert werden, dass bei kosmetischen Operationen, die zudem irreversibel sind, die Operationseinwilligung von den Eltern stellvertretend für das Kind vorgenommen werden darf. 

Sehr viele Intersexuelle sprechen dann, wenn sie erwachsen sind, von Zwangsoperationen.

Viele Betroffene fragen: wodurch unterscheiden sich die geschlechtsangleichenden Operationen von „Genitalverstümmelungen“ afrikanischer Ethnien, die wir zu Recht verurteilen? Es ist die gleiche fixe Idee, es „richtig“ zu machen. Es ist dort eine Jahrhunderte  alte Tradition, hier ein Jahrzehnte alter medizinischer Brauch, der erst seit wenigen Jahren hinterfragt wird, aber noch nicht geändert ist. Die Tabuisierung durch die medizinischen Praktiken hat noch nicht die Öffentlichkeit so erreicht, dass den geschlechtsangleichenden Operationen ein gleiches Verbot entgegengesetzt wird.

--> Die Gesellschaft des Kindes „darf erst recht nicht zum alleinigen Maßstab gemacht werden, wenn es um die Abwehr von Gefahren für das Kind geht, denn sonst hinge es von den Einstellungen und Präferenzen der Gemeinschaft ab, ob minderjährigen Mitgliedern Körperschäden zugefügt werden dürfen“. (Stehr, M., Putzke, H., Dietz, H-G. ["Zirkumzision bei nicht einwilligungsfähigen Jungen: Strafrechtliche Konsequenzen auch bei religiöser Begründung"] – 2008).

Werden diese Empfehlungen verbindlich beachtet werden? Sind sie einklagbar, ohne dass Kinder gegen ihre Eltern klagen müssen? Wird sich ein Staatanwalt der Sache annehmen? Skepsis ist angebracht.

K[onstanze] Plett ["Intersexualität aus rechtlicher Perspektive"] weist darauf hin, dass das Recht, wie wir es in allen Staaten vorfinden, die auf der westeuropäischen Tradition beruhen, so sehr auf exklusiver Zweigeschlechtlichkeit basiert, dass diese Struktur bislang schwer aufzubrechen ist.

Hier muss grundlegend – gesetzgeberisch – nachgedacht werden, da nicht nur die Ethische[n] Grundsätze und Empfehlungen einer Expertengruppe von der Arbeitsgruppe Ethik im Netzwerk Intersexualität zum Thema „Besonderheiten der Geschlechtsentwicklung“ eindeutig gegen die zur Zeit praktizierten Vorgehensweise gerichtet sind. Auch die [UN-]Übereinkünfte über die Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau [CEDAW] und der Kinder [UN-Kinderrechtskonvention CESCR] stehen dem entgegen.

Nachtrag:
Dieser Aufsatz erschien 2010 in der Zeitschrift "frühe Kindheit" in einer erweiterten Fassung, d.h. vermischt mit zusätzlichem Gender- und Personenstandskram, der leider vom Kernproblem bloss ablenkt:
Jörg Woweries: "Intersexualität: Eine kinderrechtliche Perspektive"

In: "frühe Kindheit" 03/10, S. 18-22    >>> PDF-Download (174 kb)

Siehe auch:

- Amnesty: Zwangsoperationen "fundamentaler Verstoß" gegen körperliche Unversehrtheit 
- "Netzwerk DSD": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure 
- "Ethik als Feigenblatt?" - Zwischengeschlecht.org am "Forum Bioethik" des Deutschen Ethikrates zu "Intersexualität", 23.6.10
- "Ethik als Freifahrtschein für operieren auf Teufel komm raus" (Claudia Wiesemann)
- Susanne Ude-Koeller, Claudia Wiesemann: "Ethik und Informed Consent. Empfehlungen für die Behandlung intersexueller Kinder und Jugendlicher" - Kinderärztliche Praxis, 2005 
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen? 

Thursday, July 16 2009

"Wie Zwitter um Anerkennung kämpfen" @ Stern-TV 15.7.09 22:15

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Leider erst allzu spät machten die Protagonist_innen auf diese Sendung aufmerksam mit dem vollständigen Titel: "Weder Mann noch Frau: Wie Zwitter um Anerkennung kämpfen".

Laut dem >>> Eintrag zur Sendung auf der Stern-TV Homepage (>>> alte Version) inkl. einem Glossar ist die Sendung gelungen – abgesehen von kleinen Schnitzern, z.B. "Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 120 Zwitterkinder zur Welt" (noch Netzwerk-Chef Olaf Hiort geht laut der Hamburger Anhörung von mindestens 160 aus, vgl. Protokoll S. 18 – s. a. Die grosse "Intersex"-Statistiklüge). Auch diese Sendung bedeutet einmal mehr klar schlechte Nachrichten für alle Zwangsoperateure und wird weitere Menschen auf die Menschenrechtsverletzungen durch die genitalen Zwangsoperationen aufmerksam machen! Hipp, Hipp!! 

Wednesday, July 15 2009

Intersexuelle Menschen e.V. distanziert sich stillschweigend vom "Netzwerk DSD"

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!Seit längerer Zeit steht der Verein "Intersexuelle Menschen e.V." von verschiedenen Seiten in der Kritik für sein unkritisches Verhältnis gegenüber dem "Netzwerk DSD/Intersexualität". Dies umso mehr, als durch das "Netzwerks DSD" zigfach Versprechen gebrochen und zentrale Anliegen der Zwitter demonstrativ nicht zur Kenntnis genommen wurden. Nun stoppte der Verein seine öffentliche Unterstützung des Netzwerkes – allerding ohne dies publik zu machen oder sonst irgend eine öffentliche Kritik zu formulieren.

Das "Netzwerk Intersexualität" (wie das heutige "Netzwerk DSD" ursprünglich hiess) existierte von 2003-2008. Es war ausschliesslich bundesfinanziert durch das BMBF und entstand nicht zuletzt auf Grund eines Antrags 14/6259 der Bundestagsfraktion DIE LINKE vom 12.06.2001 (>>> mehr).

In diesem Antrag wurde bereits festgelegt, dass das Netzwerk nicht selbstherrlich operieren darf, sondern "Interessenvertretungen von Intersexuellen" einbeziehen muss. Namentlich aufgeführt wurde im Antrag die von Michel Reiter mitbegründete "AGGP[G] (Arbeitsgruppe gegen Gewalt in der Pädiatrie und Gynäkologie)". Leider existierte diese bereits nicht mehr, als das "Netzwerk" schliesslich in die Gänge kam, und die zu diesem Zeitpunkt bestehenden Selbsthilfegruppen waren entweder den Medizynern gegenüber allzu unkritisch ("AGS Eltern- und Patienteninitiative") oder der dem "Netzwerk" offensichtlich nicht gewachsen, um wirksam Paroli bieten zu können ("XY-Frauen", "Intersexuelle Menschen e.V.").

Im Gegenteil wurden insbesondere von Mitgliedern des aktuellen Vorstands von "Intersexuelle Menschen e.V." jahrelang jegliche konkreten Bestrebungen abgeklemmt, das "Netzwerk Intersexualität/DSD" endlich in die Pflicht zu nehmen und falls nötig auch öffentlich und politisch unter Druck zu setzen. Dies jeweils nach dem Motto "Wir haben den Fuss in der Türe, wir dürfen jetzt nicht zu laut auftreten, sonst verlieren wir alles" (ohne jeweils kritisch zu überprüfen, woraus dieses "alles" überhaupt bestand). So liessen sich Delegierte des Vereins eins ums andere Mal vom "Netzwerk" zu neuen Aussprachen und "Elefantenrunden" einladen, wo eins ums andere Mal schöne mündliche Versprechungen gemacht wurden, denen allerdings nie Taten folgten (oder nur schon ein versprochenes schriftliches Protokoll mit den Zusagen in schriftlicher Form).

Da das Netzwerk ausschliesslich von öffentlichen Geldern des BMBF finanziert wurde, hätte öffentlicher und politischer Druck durchaus Wirkungen zeigen können. Stattdessen legitimierte der Verein das "Netzwerk" jahrelang öffentlich mit folgender Ankündigung auf seiner Homepage:

Welches sind die Ziele von Intersexuelle Menschen e.V.?

[...] Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Akquisition von Fördergeldern der öffentlichen Hand zur Unterstützung der Arbeit sowohl von Intersexuelle Menschen e.V., als auch der einzelnen Selbsthilfegruppen und deren Mitglieder.
Zudem streben wir eine enge Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Intersexualität an, das im Rahmen des Förderprogramms „Seltene Erkrankungen“ beim Bundesministerium für Bildung und Forschung gegründet wurde und die Forschungsanstrengungen unterschiedlicher Teams von Wissenschaftlern im Bereich der Intersexualität bündelt (www.netzwerk-is.de).

Insbesondere der letzte Satz wurde von verschieden Aktivist_innen seit längerem kritisiert.

2009 ist nun die Netzwerkfinanzierung ausgelaufen und das ehemalige "Netzwerk" damit Geschichte. Anfang Jahr wurde deshalb die Nachfolgeorganisation "Netzwerk DSD" aus der Taufe gehoben, die Gelder fliessen nun vornehmlich aus EU-Kassen via die inzwischen ebenfalls neu gegründete Orgnisation "Euro DSD" (Olaf Hiort, 1. Vorsitzender des "Netzwerk DSD", ist auch bei "EuroDSD" der verantwortliche "Koordinator").

Ironie des Schicksals: Just nun, wo es nix mehr bringt, wurde im letzten Frühjahr schliesslich doch noch zunächst der oben zitierte, kritisierte Satz von der IMeV-Vereinspage entfernt, dito auch von der XY-Frauen-Page. (Mittlerweile wurde auf der Vereinshomepage auch der Rest des Abschnitts gestrichen.)

Dies alles klammheimlich, ohne dass es je öffentlich erklärt oder begründet wurde, geschweige denn, dass das "Netzwerk DSD" jemals öffentlich für seine gebrochenen Versprechen und das Unterlassen jeglicher konkreten Hilfe für geschädigte Zwitter angeprangert oder gar zur Rechenschaft gezogen wurde.

Die Medizyner freut's ...

Siehe auch:
- Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht     
- Netzwerk DSD/Intersexualität und wir Intersexuellen - Mitsprache geht anders
- Ersatzhormone für Zwangskastrierte auf Kasse! "Netzwerk DSD" zum Handeln aufgefordert
- Wie das "Netzwerk DSD" die "Lübecker Studie" frisiert
- Mein Rücktritt als 1. Vorsitzende von Intersexuelle Menschen e.V.
- 5. Treffen Netzwerk Intersexualität Kiel 6.9.2008 
- "Medizinische Intervention als Folter" - Michel Reiter 30.6.2000

Friday, July 10 2009

"Intersexualität" = "sexuelle Identität und Lebensweise"??! – Grüne VereinnahmerInnen immer noch nichts gelernt

Im Bundestag stellen die Grünen einen >>> Antrag "Für einen Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie" (PDF). An und für sich eine gute Sache. Schlichtwegs unerträglich ist jedoch, wie die Grünen dabei einmal mehr die Leiden genital zwangsoperierter Zwitter für LGBT-Partikularinteressen instrumentalisieren.

Auch im fraglichen Antrag sind die Zwitter einmal mehr bloss als obligates Schlusslicht kommentarlos "mitgemeint" und die Grünen behaupten gar erneut, Zwitter seien kein biologisch-körperliches Geschlecht, sondern lediglich eine besondere Form von "sexueller Identität und Lebensweise". Diese unsägliche Vereinnahmung muss endlich aufhören!

Die genitalen Zwangsoperationen und sonstigen nicht-eingewilligten Zwangseingriffe an Zwittern sind die wohl gravierendste Menschenrechtsverletzung in den "westlichen Industrienationen" seit dem 2. Weltkrieg – in Ausmass, Umfang, Schwere und Systematik wirklich nicht zu vergleichen mit den vergleichsweise klar "harmloseren" Diskrimierungen, denen LGBTs ausgesetzt sind.

Nach wie vor wollen die Grünen das um keinen Preis wahrhaben, sondern versuchen stur nach dem Motto "bei LGBT 'mitgemeint'" die Zwangsoperationen usw. unter den Tisch zu wischen und stattdessen sich selbst auf Kosten der zwangsoperierten Zwitterkinder politisch zu profilieren. Nach wie vor ist DIE LINKE die einzige Partei, die bisher zugunsten der Zwitter im Bundestag konkrete Vorstösse startete – immerhin 7 in den letzten 13 Jahren (eins / zwei / drei).

Allen jahrelangen Lippenbekenntnissen und schönen Versprechen zum Trotz haben die Grünen bis heute zur Beendigung der massivsten Menschenrechtsverletzungen an Zwittern auf Bundesebene noch KEINEN EINZIGEN konkreten Schritt unternommen!

Stattdessen missbrauchen die "Gender- und QueerspezialistInnen" der Grünen, allen voran immer wieder Volker Beck und Irmingard Schewe-Gerigk, die Leiden der Zwitter regelmässig dazu, ihre eigenen LGB-Anliegen voranzutreiben, und degradieren die Zwitter dazu in steter Regelmässigkeit als (oft nur "mitgemeintes") Anhängsel ihrer eigenen Partikularinteressen. Falls sie "Intersexuelle" überhaupt erwähnen, dann STETS und IMMER in der anscheinend gottgegebenen Reihenfolge als Schlusslicht.

So auch einmal mehr in einem aktuellen Antrag >>> "Für einen Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie" (PDF).

"Intersexuelle" werden darin 7 mal erwähnt, und zwar – Überraschung! – JEDES MAL und AUSSCHLIESSLICH als kommentarlos mitgemeintes Anhängsel unter "Lesben,  Schwulen,  Bisexuellen und trans-  oder  intersexuellen Menschen"!

Dabei entblöden sich die Grünen weiter, die Zwitter dabei JEDES MAL und AUSSCHLIESSLICH kommentarlos unter "sexuelle[...] Identitäten und Lebensweisen" (S. 2 2x, S. 3 2x) einzubinden.

Während die Grünen in ihrem Antrag für "Schwule, Lesben und Transgender" bzw. für "Lesben, Schwule,  Bisexuelle und Transsexuelle" eine Vielzahl konkreter Anträge stellen, bleiben die Zwitter punkto konkrete Anträge einmal mehr KOMPLETT aussen vor, genitale Zwangoperationen und das dauernd missachtete Recht auf körperliche Unversehrtheit werden KEIN EINZIGES MAL angesprochen.

Dies alles ist umso beschämender, nachdem nun immerhin der LSVD inzwischen mit einem konkreten Wahlprüfstein zugunsten von "Menschenrechte auch für Zwitter!" ein konkretes Beispiel gesetzt hat, wie's auch anders geht. Nur haben die Grünen offensichtlich auch das verpennt ... Stattdessen verbrüdern sie sich noch mit den menschenverachtenden Zwangsoperateuren!

Wetten, dass sich das alles ziemlich schnell ändern würde, wenn von den grünen VereinnahmerInnen mal ein paar am eigenen Leibe genital zwangsoperiert oder nur schon zwangskastriert würden??!!

Gefunden via Bundestags-Suchmaschine zu "Intersexualität":
http://suche.bundestag.de/searchAction.do?queryAll=&queryOne=intersexuell+intersexuelle+intersex

Siehe auch:
-
- "Intersexualität" = sexuelle Orientierung??! 
- Lauter leere Versprechungen: Fachgespräch der Grünen 27.5.09
- Wie das "Netzwerk DSD" die "Lübecker Studie" frisiert – Grüne wollen nix gemerkt haben
- Menschenrechtsverletzungen an Intersexuellen: Yogyakarta untaugliches Instrument
- QueerGrün missbrauchen Zwittersymbol für TSG-Kampagne
- "Genitalverstümmelung ein afrikanisches Problem?"      

Thursday, July 9 2009

Protokoll 2. Ausschusssitzung Hamburg: Laut Senat für Zwitter Geschlechtseintrag "Nicht bekannt" jetzt schon möglich

Das >>> Protokoll zur 2. Sitzung (PDF) des Ausschusses für Gesundheit und Verbraucherschutz zum Thema "Politischer Handlungsbedarf bei der Regelung für ärztliche Behandlungen von Hermaphroditen" vom 2. Juni 2009 ist jetzt erhältlich. Es handelt sich um die Nachfolgesitzung der Anhörung vom 29. April 2009 zum selben Thema. Schwerpunkt waren diesmal Stellungnahmen des Senats zu den Ergebnissen der Anhörung.

Die Bombe war zweifellos, nach Auffassung des Senats sehe

das Personenstandsgesetz in Deutschland [...] aktuell keine Verpflichtung vor, bei der Anmeldung des Kindes nach der Geburt auch das Geschlecht festzulegen. Wenn das Geschlecht zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt sei, könne dies auch so eingetragen werden. Es werde derzeit eine Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Personenstandsgesetz diskutiert, nach der auch der Eintrag beim Standesamt, dass das Geschlecht nicht festgestellt sei, zulässig sei. Es werde danach keine Frist gesetzt, innerhalb der das Geschlecht festgelegt werden müsse. (S. 3)

Sieht fast so aus, als würde der seinerzeitige Prozess von Michel Reiter um Anerkennung eines 3. Geschlechtseintrags "zwittrig" doch noch späte Früchte tragen, obwohl er seinerzeit in 2 Instanzen unterlag ...

Nachtrag: >>> Thread dazu im Hermaphroditforum

Nach wie vor zu keinen konkreten Stellungnahmen durchringen kann sich der Senat auch betreffend der von RechtsexpertInnen und EthikerInnen weitgehend unbestrittenen Widerrechtlichkeit der genitalen Zwangsoperationen und Zwangskastrationen an Zwittern (vgl. auch seine wirklich beschämenden Antworten auf die Grossen Anfragen). 

Einmal mehr versteckt er sich hinter den nicht minder beschämenden Ausreden der Bundesregierung und führt weiter insbesondere die auf diesem Blog bereits eingehend kritisierte, nebulöse aktuelle AWMF-Leitline mehrfach ins Feld, die aus durchsichtigen Gründen u.a. behauptet, eine klare Trennung von "kosmetische" vs. medizinisch indizierte Operationen sei angeblich nicht möglich (AWMF-Leitlinie, "Chirurgische Therapie"). Tatsache ist demgegenüber, dass die weitaus häufigsten Eingriffe, die sog. "Klitorisreduktionen" und "Penisaufrichtungen" klar ausschliesslich kosmetisch sind, während lediglich Operationen medizinisch indiziert sind, wenn es z.B. darum geht, einen blockierten Harnabfluss zu ermöglichen, oder bestehende (und nicht medizynerseits eingebildete!) Tumore zu entfernen.

Auf die Stichworte "Menschenrechtsverträge" und "UNO" waschen sich die Delegierten des Senats die Hände wie gehabt in Unschuld rsp. in der altbewährte Zauberformel "sei ihnen nicht bekannt", garniert mit den üblichen schönen Ankündigungen: "Es müsse überprüft werden, ob es Auswirkungen auf deutsche Regelungen gebe." (S. 5)

Empörend auch, wie der Senat ohne Belege behauptet, "Die Einschätzung der Mediziner dazu [= Notwendigkeit medizinischer Eingriffe] habe sich in den letzten Jahren dramatisch verändert." (S. 2) Tatsache ist, noch die frisierte Version der "Lübecker Studie" belegt, dass nach wie vor 87% der Kinder zwischen 4 und 12 Jahren genital zwangsoperiert sind, über ein Viertel davon hat 3 und mehr Zwangsoperationen hinter sich! (Zum Vergleich: Von den heute Erwachsenen sind 90% genital zwangsoperiert, davon ebenfalls über ein Viertel mindestens 3 mal.) (Tabelle "Operationen nach Altersgruppen", S. 4)

Einmal mehr verbreitet der Senat ungehemmt das Medizynermärchen, Zwangskastrationen an Intersexuellen seien gar keine Kastrationen und würden deshalb nicht unter das "Kastrationsgesetz" fallen (S. 6). Tatsache ist, die Medizyner selbst sprechen oft genug von "Castratio", und auch die heute eher favorisierte Umschreibung "Gonadektomie" bedeutet dasselbe.

Auch in Sachen Statistiklüge hält es der Senat strikt mit den Medizynern, indem er ungeniert widersprüchliche Angaben zur Häufigkeit von Zwittern von sich gibt und ansonsten alles lieber weiterhin im Ungewissen belässt rsp. auf die strikt "individuelle Betrachtung des Einzelfalls" beschränkt haben will (S. 2), statt der Sache endlich auf den Grund zu gehen und verlässliche Zahlen zu beschaffen sowohl zum Vorkommen wie auch der "Behandlung" der Zwitter, sowie auch zum Verhältnis kosmetische vs. wirklich medizinisch notwendige Eingriffe.

Bezeichnend auch, wie der Senat pauschal weiter behauptet, "Formalrechtlich könnten Eltern ihre Einwilligung zu Operationen jeder Art geben", sowie, "es gebe nur einen Eingriff, nämlich die Sterilisation, zu dem die Eltern ihre Einwilligung nicht erteilen könnten" (die dann bei den Zwittern laut Senat ja gar keine Sterilisation bzw. Kastration ist, siehe oben). Ähm, schon mal was von übergeordneten Menschenrechten gehört, oder vom Grundgesetz auf körperliche Unversehrtheit?! Für den Senat offensichtlich alles "nicht bekannt[e]" Fremdwörter, bzw. auf Zwitter anscheinend nicht anwendbar.

Fazit: Es ist noch ein weiter Weg für die Urforderung dieses Blogs "Menschenrechte auch für Zwitter!", und ohne massiven zusätzlichen politischen, öffentlichen und juristischen Druck bleibt das wohl schlicht eine Fata Morgana bzw. ein frommer Wunschtraum.

Siehe auch:
- Hamburg: Ausschuss-Protokoll + Nachfolgesitzung 2.6.09 
- "Netzwerk DSD"-Chef Olaf Hiort: "keine Qualitätskontrolle" bei Zwangsoperationen an Zwittern 
- Hamburger Senat reiht sich ein unter die MittäterInnen
- Antwort der Bundesregierung zur 2. Kleinen Anfrage – Leugnen, Wegschauen, Schweigen wie gehabt ...   

Tuesday, July 7 2009

Neuerscheinung: "Between XX and XY: Intersexuality and the Myth of the two Sexes" von Gerald N. Callahan

Englische Sachbücher zum Thema jagen sich aktuell: Weniger als einen Monat nach "Bodies in Doubt" folgt nun eine Veröffentlichung des Immunologen Gerard N. Callahan. Zwar zielt der Titel einmal mehr klar in Richtung "Genderkacke", wonach zwangsoperierte Zwitter regelmässig lediglich zur Dekonstruktion missbraucht werden, und einmal mehr werden auch im Innern die gravierenden Menschenrechtsverletzungen durch die genitalen Zwangsoperatioenen und sonstigen Zwangseingriffe anscheinend nicht als solche konkret angesprochen.

Trotzdem bedeutet auch dieses Buch allem Anschein nach letztlich einmal mehr schlechte Nachrichten für alle Zwangsoperateure.

Laut einer interessanten englischen Rezi samt Interview auf salon.com beginnt das Buch programmatisch und effektvoll mit dem Bericht über einen (statistisch häufigen) Suizid eines belogenen und zwangsoperierten Zwitters. Anlass für Gerald Callahan, sich mit dem Thema zu beschäftigen, war das Zwittertabu rsp. die Feststellung, dass es viel mehr Zwitter gibt, als er jemals gedacht hätte oder auch die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen vermuten liessen, und er sich zu wundern begann, warum er vorher nie davon gehört hatte.

Callahan befragte auch Zwitter für das Buch. In seinem Statement zur "Behandlung" im Interview bleibt zwar Peer Support einmal mehr unerwähnt und es werden einmal mehr "ideale Situationen" beschworen, in denen der betroffene Mensch "direkt an Entscheidungen zu irreversiblen Eingriffen mitbeteiligt wird", statt dass Klartext geredet würde über die systematischen medizinischen Verbrechen an Zwittern. Doch immerhin wird (anders als aktuell z.B. durch das "Netzwerk DSD") das durch Zwangsoperationen verursachte schwere Leid mehrfach konkret benannt.

Auch diese Veröffentlichung wird somit dazu beitragen, das Zwittertabu weiter zu bekämpfen und es den Zwangsoperateuren und ihren Helfershelfern und Brötchengebern erschweren, unerkannt weiter Zwitter zu verstümmeln und zu traumatisieren.

Eine "wissenschaftlichen" Online-Besprechung von New Scientist schafft es trotzdem prompt, das Problem der Zwangsoperationen kurzerhand "auszulassen". Demgegenüber redet eine Online-Besprechung des oben verlinkten Salon-Interviews durch den "Transgender-Redakteur" des Denver Examiner Klartext und beweist, dass auch aus dieser Perspektive locker ohne Vereinahmung berichtet und aufgeklärt werden kann ...

Nachtrag: Besprechung & Interview in der Los Angeles Times vom 21.8.09.

Siehe auch:
- "Unseres Wissens zufolge unternehmen 80% der Intersexen Suizidversuche, hiervon 25% erfolgreich" - AGGPG 1998   

Monday, July 6 2009

Artikel über Lukas vom Transmission-Blog in der FAZ

Nicht-vereinnahmender, gelungener Artikel von Anne-Dore Krohn:

>>> Transsexualität: Eigentlich wie bei jedem guten Paar

Lukas auf seinem Blog zu Intersex (eins / zwei), Christianes Prozesssieg und
Trans* vs. Inter*
.

Wednesday, July 1 2009

Antwort der Bundesregierung zur 2. Kleinen Anfrage – Leugnen, Wegschauen, Schweigen wie gehabt ... (16/13270)

Menschenrechte auch für Zwitter!

Nun liegt auch die Antwort vor zur 2. der beiden aktuellen Kleinen Anfragen der Fraktion DIE LINKE mit dem Schwerpunkt "Medizinische Aspekte und die Förderung Betroffener" (Drucksache 16/13270). Einmal mehr stellt sich die Bundesregierung – Überraschung! – praktisch vorbehaltslos und vollumfänglich hinter die Zwangsoperateure.

Nach wie vor lautet die fast durchgängige Standardlüge, Pardon, -antwort:

Dazu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.

Sogar wo die Bundesregierung nach 13-jährigem kontinuierlichen Nachhaken durch regelmässige kleine Anfragen sowie nach einer ersten Rüge durch den UN-Ausschuss CEDAW gezwungenermassen mikroskopische erste Schritte nach vorn unternimmt, kann sie es nicht lassen, sich gleichzeitig über die Betroffenen und ihre Leiden an den menschenrechtswidrigen Zwangseingriffen lustig zu machen, z.B. in Antwort 9:

Der Bundesregierung ist bekannt, dass von Betroffenen in Einzelfällen auch so genannte „Traumatisierungen“ als Spätfolge berichtet werden. Über deren Umfang liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.

Hier kommt nicht nur zum Schaden der Zwangsoperierten noch der Spott der MittäterInnen dazu, sondern diese Antwort ist auch (einmal mehr) klar gelogen. Wie leider nach wie vor praktisch alle anderen Antworten auch ...

Einmal mehr wird's wohl von den übrigen Bundestagsparteien eh niemand gemerkt haben wollen. Ebenso wie sich mit Ausnahme von DIE LINKE bisher auch jede andere Fraktion stets zu gut war, auf Bundesebene überhaupt irgend einen konkreten Vorstoss zu Gunsten der Zwitter zu unternehmen – obwohl die Menschenrechtsverletzungen an Zwitterkindern (nicht nur in Deutschland) wohl die gravierendsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit dem 2. Weltkrieg darstellen.

Trotz alledem wage ich zu behaupten: Es wir der Tag kommen, an dem nebst den Zwangsoperateuren auch ihre Brötchengeber und KomplizInnen zur Rechenschaft gezogen werden. Ihre Verbrechen sind bekannt und bestens dokumentiert, wie auch die vorliegende Antwort einmal mehr illustriert.

>>> Pressemeldung 1.7.09    >>> Antworten 16/13270 (PDF)

Siehe auch:
- Erste Antwort auf die neuen kleinen Anfragen – Bundesregierung deckt ZwangsOPs wie üblich ... (16/13270)
- DIE LINKE: 2 neue Kleine Anfragen "Zur Situation intersexueller Menschen" im Bundestag! (16/12769 + 16/12769)
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen!
- Faule Eier für "die Bundesregierung"! 

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

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