Zwischengeschlecht.info

To content | To menu | To search

Tuesday 21 June 2011

Frauenfussball WM 2011: FIFA diskriminiert als Zwitter Verdächtigte - Äquatorialguineanerinnen Salimata und Biliguisa Simpore willkürlich gesperrt, in Deutschland unter Vertrag stehende Genoveva Anonma darf spielen

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

>>> Ergänzungen 1 + 2

IOC IAAF: Intersex - Guilty by Suspicion

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Weltathletikverband (IAAF) nahmen ihre Hausaufgaben offenbar ernst und setzen sich ein für eine neue Regelung, die trotz noch bestehender Fragezeichen klar einen beachtlichen Schritt nach vorn bedeutet, indem sie nicht mehr Geschlechtergedöhns ins Zentrum stellt, sondern sich stattdessen am effektiv verwertbaren Testosteronspiegel orientieren soll (dieser Blog berichtete).

Der Weltfussballverband FIFA hat dagegen offensichtlich noch nichts dazu gelernt, geschweige denn den Sprung ins neue Jahrtausend geschafft. Dieser Schluss drängt sich auf nicht nur angesichts aktueller FIFA-Verlautbarungen zur Sache, sondern erst recht bei näherer Betrachtung der Winkelsprünge inkl. letztlich willkürlicher Disqualifizierungen von als Zwittern verdächtigten Fussballerinnen im unmittelbaren Vorfeld der WM 2011, wobei die "Verdächtigen" wie 2009 Mokgadi Caster Semenya einmal mehr weltweit den Medien zum Frass vorgeworfen werden.

Ergänzung 1: Wie die FIFA am 8. Juni (zufällig am gleichen Tag wie die "Intersex"-Anhörung des Deutschen Ethikrates) in einer >>> Pressemitteilung bekanntgab, habe das Exekutivkomitee der FIFA auf "Vorschlag der Medizinischen Kommission [...] bei seiner Sitzung vom 30. Mai 2011 Vorschriften zu Geschlechtstests verabschiedet". Diese Vorschriften, eine 68-seitige Broschüre, bleiben geheim und sind öffentlich nicht zugänglich. Jedoch besteht die FIFA laut Pressemitteilung darin weiterhin darauf, mittels nicht näher umschriebener "Geschlechtstests" nicht nur zu bestimmen, ob eine Spielerin teilnehmen darf oder nicht, sondern obendrein gleichzeitig, ob sie nun eine "echte Frau" sei oder nicht ("das Geschlecht [...] sicherzustellen"), indem jeder Mitgliedverband verpflichtet wird

vor der Nominierung seiner Auswahl das Geschlecht seiner Spieler durch eine aktive Untersuchung möglicher Abweichungen bei sekundären Geschlechtsmerkmalen zu überprüfen und die jeweiligen Befunde vollständig zu dokumentieren.

In einer ersten Phase würden durch den "zuständige[n] Mannschaftsarzt [...] Krankengeschichte, Geschlechtshormonspiegel, Diagnose, Behandlung [!!!] und aktuelle Befunde" erhoben. Die weitere "Behandlung" geschieht dann durch einen ebenfalls geheim bleibenden "unabhängigen Gutachter", falls auch dieser zu keinem "eindeutigen" Befund kommt, wird ein ebenfalls geheimer "Gutachterausschuss eine umfassende Untersuchung vornehmen", worauf die "FIFA-Disziplinarkommission" ebenfalls in Geheimjustiz "Sanktionen" berät.

Es ist zu befürchten, dass durch solches intransparentes Vorgehen die Menschenrechte der betroffenen "Verdächtigen" willkürlich verletzt werden, sowie dass die FIFA als "GeheimexpertInnen" wie gehabt notorische Zwitter-GenitalverstümmlerInnen & Co. heranziehen wird, deren "Behandlungen" dann auch entsprechend menschenrechtswidrig und menschenverachtend ausfallen werden. 

Schlimmer noch, Anlass zu den entwürdigenden und verletzenden "Geschlechtstests" bleiben weiterhin Denunziationen u.a. durch gegenerische Teams (statt dass wie bei IOC und IAAF vorgesehen obligatorische Tests in die Dopingkontrollen integriert werden) - damit sind zusätzlich die altbekannten medialen und sonstigen Hetzjagden vorprogrammiert. 

Dass die FIFA gleichzeitig behauptet, "oberstes Ziel sei in jedem Fall, die Privatsphäre und Würde der betroffenen Sportler zu schützen", bleibt so durchsichtige Schutzbehauptung und Heuchelei.

Zu Recht attestierte eine >>> dpa-Meldung der FIFA "alte Denkmuster", und der Bonner Jurist Henning Wegmann kritisierte darin weiter:

«[...] Aber die FIFA hängt da wohl noch ein bisschen hinterher. [...] Die FIFA scheint tatsächlich davon auszugehen, dass man das Geschlecht bestimmen kann. Dabei ist das aus wissenschaftlicher Sicht nicht in allen Fällen möglich. [...] Es hat den Eindruck, dass die FIFA vor Turnierbeginn noch etwas erlassen wollte.»

Und die >>> Handelszeitung titelte folgerichtig: "Fifa-Regulierung versagt bei Intersexualität". Und fuhr im Einleitungsabschnitt fort: "Eine passende Antwort hat die Fifa darauf nicht parat. Stattdessen setzt sie auf ein veraltetes Konzept um der Intersexualität im Fußball zu begegnen." 

Ein weiterer Kritikpunkt: Die "Geschlechtstests" bleiben Sache der Lokalverbände, statt z.B. an der WM Pflicht der Gastgeber.

Eine konkrete Probe aufs Exempel aus Anlass der nächsten Sonntag in Deutschland beginnenden Frauen WM unterstreicht prompt die Inkompetenz, Willkür und Heuchelei der FIFA-Verantwortlichen:

Seit Jahren schwelt in Afrika ein Konflikt um drei Spielerinnen der Mannschaft von Äquatorialguinea, die Stürmerin Genoveva Anonma und die Schwestern Salimata und Biliguisa Simpore, denen von Gegenerinnen und in den Medien öffentlich vorgeworfen wird, in Wahrheit "Männer" oder "intersexuell" zu sein, was im Hinblick auf die WM wenig überraschend verschärft wieder aufgewärmt wurde, wie >>> ballesterer fm berichtete:

Kaum hatte sich der Kleinstaat im Herzen Zentralafrikas für die WM 2011 qualifiziert, machte der Kontinentalverband CAF in Zürich die Mitteilung, dass Nigeria mit schweren Vorwürfen vorstellig geworden sei. "Es spielen", so die knappe Anklage, "mindestens zwei Männer im Team von Äquatorialguinea. Die Verantwortlichen müssen sofort handeln!" Den Kickerinnen der "Nzalang Nacional", die 2008 den Afrika-Cup gewinnen konnten, sollte fortan keine ruhige Minute mehr beschieden sein.

Anfang März hiess es dann plötzlich laut >>> Bild:

Die Fifa hat jetzt entschieden: Diese Frauen sind keine Männer!  Jürg Nepfer, Leiter des Fifa-Schulungsprogramms, sagte bei seinem Besuch im Land des WM-Neulings: „Es gibt keine Männer in der Frauen-Mannschaft Äquatorial-Guineas. Es gibt keinen Beweis. Mehr gibt es nicht zu sagen.“  Wie die Fifa allerdings zu dieser Erkenntnis gekommen ist (zum Beispiel durch einen Geschlechtstest), das ließ der Schweizer offen.

Gefolgt von einer ebenso willkürlichen Kehrtwende, als vorgestern der FIFA-Lokalverantwortliche Bonifacio Manga Obiang (Präsident des Fussballverbandes von Äquatorialguinea) laut >>> Bild noch ungereimtererweise plötzlich bekanntgab:

"Die Schwestern Salimata und Biliguisa können aus verschiedenen Gründen nicht an der WM teilnehmen. Der Hauptgrund ist der Geschlechts-Test. Solange dieser Test nicht stattgefunden hat, können sie an der WM nicht teilnehmen, hat uns die Fifa informiert. Sie hätten aber sowieso nicht teilnehmen können, weil Biliguisa verletzt ist und ihre Schwester wegen ihrer Undiszipliniertheiten nicht nominiert wurde."

Ergänzung 2: Seither machen verletzende Medienmeldungen über die Schwestern erneut weltweit die Runde, eine aktuelle google-Nachrichtensuche nach "simpore" listet 92 Einträge für die letzten 30 Tage, 99% der Meldungen kolportieren genüsslich den Vorwurf, sie seien in Wahrheit "Männer", die meisten verweisen weiter darauf, dass sie aufgrund des FIFA-"Geschlechtstestsverfahrens" für die Frauen WM 2011 nicht zugelassen sind.

Dies alles erinnert frappant an das Versagen der IAAF betreffend Mokgadi Caster Semenya. Ebenso der verdächtig kolonialistisch-rassistisch anmutende Umstand, dass die beiden in Äquatorialguinea lebenden Schwestern auf Druck der doppelzüngigen FIFA vom Lokalverband in vorauseilendem Gehorsam gleich doppelt gesperrt wurden, während die mittlerweile in Deutschland seit 2009 beim USV Jena und ab Juli 2011 bei Turbine Potsdam unter Vertrag stehende Genoveva Anonma zur WM antreten darf – wenn auch unter entwürdigenden Bedingungen, wie sie Anfang Woche laut >>> Bild bekanntgab:

"Schon 2006 und 2008 kamen diese Vorwürfe. Da habe ich Tests gemacht, obwohl ich sie verletzend finde. Es gibt diese Vorwürfe, weil ich eben so schnell und stark bin. Aber ich weiß, dass ich auch als Frau so sein kann!"

Meine 2 Cent:

Hoffentlich wird die rückständige und selbstherrliche FIFA bald einmal mit Hilfe eines bissigen internationalen Anwaltsteams verklagt  – wie seinerzeit die IAAF von Caster Semenya – und hoffentlich muss die FIFA darauf noch grössere Genugtuungen bezahlen. Und wird auch sonst wegen ihres hochgradig unfairen, willkürlichen und stark diskriminierenden Verhaltens gegenüber "verdächtigen" Spielerinnen massiv öffentlich unter Druck gesetzt und empfindlich abgestraft.

Damit den verantwortlichen FunktionärInnen so endlich unmissverständlich klar gemacht wird, dass solch vorgestriges und schlicht menschenrechtswidriges Verhalten längst untragbar ist und Konsequenzen nach sich zieht!

Fortsetzung folgt ...

>>> Wegen Caster Semenya: IOC plant neue "Intersex-Regeln" 
>>> IOC / IAAF: Neue "Hyperandrogenismus"-Geschlechterregeln 2011
>>> Zwitter im Sport: IOC, IAAF und FIFA leugnen Verantwortung
>>>
IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Saturday 11 June 2011

Ethikrat-Anhörung: Radio Vatikan macht Stimmung gegen Zwitter - logische Folge der dauernden politischen Vereinnahmung durch die Grünen, die Linke, LSVD, ILGA, TGNB, TrIQ usw. - vielen Dank auch!

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

„Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist. Wir nehmen es dankbar an und lieben es. Es ist gesund und fröhlich und entwickelt sich prächtig.“  Eine Mutter

Wenn die tägliche Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken und die übrigen medizinischen Verbrechen an Zwitterkindern endlich aufhören sollen, braucht es dafür dringend eine politische Mehrheit. Das aktuelle Verfahren des Ethikrates wäre eine gute Möglichkeit, die grossen Parteien und insbesondere konservative und christliche PolitikerInnen vom dringenden Handlungsbedarf gegen die massiven Menschenrechtsverletzungen zu überzeugen - zumindest in der Theorie.

Praktisch war allerdings Anhörung des Deutschen Ethikrates vom letzten Mittwoch noch nicht mal zur Hälfte durch, geschweige denn die Pressemitteilung des Ethikrates dazu nur schon geschrieben, als Radio Vatikan unter dem Titel >>> "D: Männlich? Weiblich? Anders?" bereits eine Meldung zur Anhörung publizierte, bei der sich jeder selber ausrechnen kann, dass insbesondere christliche PolitikerInnen nach ihrer Lektüre das Thema wohl eher von vornherein abhaken und sich schlimmstenfalls vehement gegen nur schon weitere Diskussionen stellen werden.

Wenig überraschend wird nämlich "Intersexualität" in der Meldung mit Titel und Bild irrtümlicherweise als Teil der Schwulenbewegung verortet und im Text irrtümlicherweise mit Transgender gleichgesetzt ("Von Intersexualität wird nach allgemeinem Verständnis gesprochen, wenn ein Mensch - meist aufgrund angeborener körperlicher Anomalien - sich nicht eindeutig zu einem der beiden gängigen Geschlechter zuordnen lässt oder dies nicht will."). Als einzige mögliche "konkrete gesetzgeberische Handlungsempfehlungen an die Politik" infolge der Anhörung wird fälschlicherweise (ausgerechnet!) "die Änderung des Personenstandsrechts" angedroht.

Für das unkritische Nachbeten dieser hartnäckigen Desinformationen zum Thema ausschliesslich Radio Vatikan verantwortlich zu machen, wäre allerdings fehl am Platz. Letztlich schuld sind vielmehr die Schwulen-, Lesben-, Trans- und Queer-PolitikerInnen und -LobbyistInnen, welche diese vereinnahmenden Lügen seit Jahr und Tag bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus Eigeninteresse öffentlich feilbieten – obwohl die überwiegende Mehrzahl der Betroffenen diese schädlichen politischen Vereinnahmungen schon lange und deutlich kritisiert.

Die VereinnahmerInnen kümmert dies bekanntlich herzlich wenig, auch dieser erneute politische Schaden wird sie leider schwerlich zum Umdenken bewegen. Stattdessen werden sie wie gewohnt im Gegenteil umso lauter ihr Propagandalied anstimmen von wegen "Letztlich sind wir alle Opfer von Homophobie, deshalb kämpft gefälligst alle mit uns gegen die Zwangsheteronormativität."

Wieviele weitere unschuldige Kinder wegen ihrer Vereinnahmung täglich weiter genitalverstümmelt werden, war den fiesen politischen VereinnahmerInnen bisher stets egal, und auch hier ist leider kaum Besserung zu erwarten, vgl. dazu auch folgende 3 aktuelle Beipiele:

  • Im April 2011 startete die Bundestagsfraktion der Grünen einen weiteren kontraproduktiven Antrag (17/5528) zu "Intersexualität", in dem es einmal mehr um Personenstand geht und nochmals um Personenstand, die eigentliche Problematik der Genitalverstümmelungen wird als solche einmal mehr nicht angesprochen, sondern lediglich an zweitletzter Stelle einmal verschämt unter dem irreführenden Täter-Begriff "prophylaktische[s] Entfernen und Verändern von Genitalorganen".
  • Gleich ganz beim Personenstand bewenden liess es im Februar 2011 ein Antrag der Bremer Grünen. Diese waren sich obendrein nicht zu schade, gleichzeitig im Parlament noch mit den Genitalverstümmlern gemeinsame Sache zu machen, in dem sie deren Behauptung unterstützten, angeblich würde in Bremen schon seit 10 Jahren nicht mehr verstümmelt (eine dreiste Lüge).
  • Ein weiterer Antrag im Mai 2011 auf Bundesebene von die Linke (17/5916) missbraucht einmal mehr "Intersexuelle" als Mittel zum Zweck der Abschaffung des Transexuellengesetzes – ganz wörtlich auch im Redebeitrag von Barbara Höll in der 114. Plenarsitzung vom 9.6.11, vgl. Protokoll (PDF) S. 13201 (B) = S. 259 innerhalb PDF –, und "verkauft" die Zwitter zu deren politischem Schaden einmal mehr unter "Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle".
    Zum Glück wies wenigstens Helmut Brand (CDU/CSU) auf die Unsinnigkeit dieser von den Betroffenen nicht gewollten Vermischung hin, sowie auf die Anhörung des Ethikrates, vgl. Protokoll (PDF) S. 13198 (C) = S. 256 innerhalb PDF. Danke!

Diese schädlichen und vereinnahmenden politischen Äusserungen werden zudem von Schwulen-, Lesben-, Trans- und Queer-Lobbygruppen seit Jahr und Tag in die Welt gesetzt, vgl. z.B. zahllose vereinnahmende Statements und Mitteilungen beispielsweise der so genannten/vorgeblichen "International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA)", des "Lesben und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)", des "Transgender Netzwerk Berlin (TGNB)", von "TransInterQueer (TrIQ)" und weiteren mehr – die alle geflissentlich missachten, dass Zwitter sich seit langem gegen die unzutreffenden und schädlichen Vereinnahmungen wehren.

Bleibt zu hoffen, dass es möglichst bald allen Widrigkeiten zum Trotz gelingen wird, die grossen Parteien und insbesondere alle Christen und Christinnen von der Falschheit der Behauptungen der Vereinnahmer zu überzeugen und die täglichen Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken endlich zu stoppen!

Die versammelten Zwitter-VereinnahmerInnen im Bundestag und andernorts aber machen sich selbst zu MittäterInnen und sollten auch als solche behandelt werden.

Wären schon ein paar wenige von ihnen zur Abwechslung mal an den eigenen Geschlechtsteilen etwas genitalverstümmelt worden, hätten sie bestimmt ziemlich schnell andere Parolen – wetten?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen

>>> Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011

>>> Aufforderung um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Dezember 2008
>>> Erneute Anfrage um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Mai 2009 
>>> Forum Bioethik des Deutschen Ethikrates zu "Intersexualität" 23.6.2010  
>>> Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 

Siehe auch:
- Historischer überparteilicher Vorstoss gegen Genitalverstümmelung in Kinderkliniken
- "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!" - Zwittervereinnahmung im Bundestag (I)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Klaus Wowereit und Ole von Beust: Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- Heute im Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" 
- Zwitter als Kanonenfutter für die Transgenderagenda
- QueerGrün missbrauchen Zwittersymbol für TSG-Kampagne
- "Intersexualität" = "sexuelle Identität und Lebensweise"??! – Grüne VereinnahmerInnen immer noch nichts gelernt 
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung 
- Du sollst nicht die Leiden der Zwitter als Aufhänger und 'Material' für deine eigenen Forderungen und Kämpfe benutzen!
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ... 
- LSVD und Zwittervereinnahmung: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück? 
- Angela Kolbe in "Liminalis": Aus Transschändrien nix neues
- "Who killed David Reimer?" - Wie Judith Butler und Friedemann Pfäfflin die medizinischen Verbrechen des John Money beschönigen und Moneys Schuld anderen in die Schuhe schieben wollen
- "Intersexualität" = sexuelle Orientierung?!
- Heinz-Jürgen Voß in "Liminalis" 3 (2009) – Zwitter-Vereinnahmung wie gehabt ... 
- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002 (Georg Klauda)
- Das Problem der Instrumentalisierung durch LGBTQ  
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität" 
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung  

Friday 10 June 2011

"Bund lehnt Operationsverbot ab" - Neue Luzerner Zeitung 9.6.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

STOP Genitalverstümmelung im Kinderspital!

Am selben Tag, an dem in der Schweiz der Ständerat ein Gesetz gegen die weibliche Genitalverstümmelung guthiess und in Berlin die Anhörung des Ethikrates stattfand, wurden in Bern auch die Antworten auf die beiden parlamentarischen Anfragen im Nationalrat zu kosmetischen Genitaloperationen in CH-Kinderspitäteln bekannt, die in gewohnter Manier irgendwie kein Fettnäpfchen auslassen – aber immerhin ebenfalls eine Untersuchung durch die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin in Aussicht stellen:

>>> Antwort 1      >>> Antwort 2     (Mehr dazu in Kürze ...)

In den innerschweizer Zeitungen erschien dazu folgende Meldung der Bundeshauskorrespondentin Eva Novak, Danke! (Zum Vergrössern ins Bild klicken.)


>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 

Monday 6 June 2011

"Intersexualität. Weder Mann noch Frau" @ ZDFkultur HEUTE 6.6. 21:35

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Die Ethikrat Anhörung vom nächsten Mittwoch wirft einen medialen Schatten voraus: Auf ZDFkultur läuft heute kurzfristig angekündigt dieser Film, höchstwahrscheinlich eine Wiederholung des Mona Lisa Beitrags vom 4.10.09 von Britta Julia Dombrowe u.a mit Christiane Völling und den Eltern von Inge.

Sunday 5 June 2011

"Verheerende Eingriffe an intersexuellen Menschen" - Soziale Medizin 2.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

>>> Gelungener Artikel von Aylin Canbek (PDF, 66 KB), Vorstandsmitglied der schweizerischen "Vereinigung unabhängiger Ärztinnen und Ärzte (VUA¨)". Am 2. März dieses Jahres waren Nella und ich von der VUA¨ zu einem Infoabend eingeladen. Der Artikel bringt in konzentrierter Form Klartext über die "Zwitterbehandlungen", dafür ein herzliches Danke! 

Einige Highlights:

Diese Eingriffe sind nicht lebenserhaltender, sondern kosmetischer und normativer Natur und erfordern meist mehrere Folgeoperationen.

Bei einem Grossteil der Betroffenen richten sie immense persistierende und irreversible Schäden an, so z.B. somatische Schäden wie Verwachsungen, Fisteln, Phantomschmerzen oder Sensibilitätsstörungen.

Verheerend sind auch die psychischen Auswirkungen: viele Betroffene fühlen sich verstümmelt, misshandelt und fremdbestimmt.

Auch aus ethischer Sicht stellen sich grundlegende Probleme: durch die Operationen im frühen Kindesalter wird die Autonomie des Individuums missachtet und ein gravierender Eingriff in dessen körperliche Unversehrtheit vorgenommen; der hippokratische Grundsatz „primum non nocere“  ist nicht gewährleistet.

Es ist daher dringend wichtig, dass wir uns als ÄrztInnen und MedizinstudentInnen positionieren, innerhalb unserer Berufsgruppe informieren und Angehörigen von intersexuellen Kindern alternative Umgangsmöglichkeiten aufzeigen.

>>> Der ganze Artikel (PDF, 66 KB)

>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- SAMW-Ethikchef Prof. Christian Kind: "Genitalverstümmelungen ethisch unbedenklich"
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Kindern 
- Genitalverstümmelungen im Inselspital Bern 
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" (Prof. Dr. Christian Kind)
- Genitalverstümmelung im Kinderspital Luzern
- Schweiz: Bundesrat will weibliche Genitalverstümmelung verbieten – aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Wednesday 1 June 2011

"Weiterhin Genitalverstümmelungen in Deutschland" - radio dreyeckland, 26.5.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Interview mit Nella zum runterladen und online nachhören über die Proteste gegen das "3rd EuroDSD Symposium". Danke!

Nella bringt für gut 8 1/2 Minuten einmal mehr Klartext über die menschenrechtswidrigen Praktiken in "unseren" Kinderkliniken und am "EuroDSD-Kongress" in Lübeck und erzählt von den Aktionen.

Saturday 28 May 2011

"Intersexuelles Kind soll operiert werden?" - myhandicap.ch 24.5.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Dieser >>> brandaktuelle und hochinteressante Thread um die Geburt eines "intersexuellen" Kindes sei allen Leser_innen dieses Blogs ans Herz gelegt. M.E. unterstreicht er gleich 2 wichtige Dinge auf einmal, eines positiv und eines negativ:

1. :-( Auch im Jahre 2011 drängen gewissenlose Genitalabschneider & Co. Eltern unverändert zu medizinisch nicht notwendigen, verstümmelnden Zwangsoperationen an ihren wehrlosen Kinden, allen gegenteiligen Lippenbekenntnissen zum Trotz.

2. :-) Eltern wie auch interessierte Öffentlichkeit wagen es zunehmend, sich diesen menschenrechtswidrigen Medizynermachenschaften entgegenzustellen, u.a. aufgrund der stets weiter um sich greifenden öffentlichen Debatte zum Thema, wohl nicht zuletzt Dank der Zwitter Medien Offensive.

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Friday 27 May 2011

"Die schwere Entscheidung - als was soll ein Zwitter leben?" - Hamburger Abendblatt 21.5.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Im Gegensatz zu den dpa-Meldungen (eins|zwei) deutlich
>>>
weniger gelungener Artikel zu den "3rd EuroDSD"-Protesten in Lübeck – nicht mal die Worte "Genitalverstümmelung", "körperliche Unversehrtheit" oder "massive Menschenrechtsverletzungen" kommen vor, dafür aber diverse Ungenauigkeiten.
Zum Schluss darf sich gar noch "EuroDSD"-Chef-Zwangsbehandler Olaf Hiort unwidersprochen als Bewahrer der "Integrität [!!!] des Kindes in der Familie" aufspielen.

Fazit: Und wenn sie noch nicht gestorben sind, so verstümmeln sie noch heute ...

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Infoseite zu den Protesten gegen die "3rd EuroDSD"

Friday 20 May 2011

"Intersexualität: Sind Genitaloperationen Verstümmelung?" - dpa, 20.5.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Interessante Nachfolgemeldung zum heutigen 1. Protest gegen die "3rd EuroDSD":

Intersexualität: Sind Genitaloperationen Verstümmelung? - Junge oder Mädchen? Nicht bei jedem Baby lässt sich diese Frage so einfach beantworten. Soll man diese Laune der Natur operativ korrigieren oder gibt es ein 'drittes Geschlecht'? Intersexualität heißt dieses Phänomen, also

"Wir nehmen die Proteste sehr ernst", sagte der Leiter der Tagung, Olaf Hiort von der Klinik für Kinder-und Jugendmedizin am UKSH. "Doch in den letzten 15 Jahren haben sich die Behandlungsmethoden dieser Störungen und auch der Zugang dazu grundlegend geändert. Es gibt schonendere Operationsmethoden, verfeinerte Hormontherapien und vor allem werden die Familien von Anfang an bei der Überlegung mit einbezogen, welche Behandlungsmethoden infrage kommen." [...]

Durch OP Normalität ermöglichen

"Nicht in allen Fällen muss sofort operiert werden. Aber früher oder später stehen Eltern doch vor der schwierigen Entscheidung, in welchem Geschlecht das Kind aufwachsen soll", sagte Hiort. "Im gewissen Sinne sind es tatsächlich kosmetische Operationen", räumt Hiort ein. "Aber es geht ja auch darum, Kindern und Jugendlichen ein Aufwachsen möglichst nah an der Normalität zu ermöglichen", sagte er.

Bitte beachten: Die Formulierung "Beschneidung von Mädchen in islamisch geprägten afrikanischen Ländern" stammt von der dpa und NICHT von Zwischengeschlecht.org. In unserer 1. Pressemitteilung, auf die sich diese Passage bezieht, stand "Genitalverstümmelungen an Mädchen und Frauen" bzw. "Mädchenbeschneidungen in Afrika".

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Infoseite zu den Protesten gegen die "3rd EuroDSD" 

"Lübeck: Zwitter protestieren gegen Tagung über Intersexualität" - dpa, 20.5.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Lübeck: Zwitter protestieren gegen Tagung über Intersexualität. (Bild: Zwitter Christiane V. protestiert 2007 gegen ihre 'geschlechtszuweisende Behandlung'. Ihr wurden Uterus und die Eierstoecke entfernt. Foto: ddp) Eine Fachtagung zum Thema Intersexualität in Lübeck steht in der Kritik der Betroffenen. Sie werfen Medizinern 'menschenrechtswidrige Genitalverstümmelung' vor. (dpa)

dpa-Meldung über die Proteste gegen das "3rd EuroDSD Symposium in Lübeck ab heute bis und mit Sonntag. Z.B. im >>> Schenefelder Tageblatt zusätzlich mit einem Bild von Christiane Völling von der 1. Zwitterdemo in Köln 2007. Wir sehn uns, wo die Action ist ...

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Genitalverstümmelungen der übliche Weg" 

Sunday 15 May 2011

USA: Ethikpapier mit bahnbrechender Checkliste - Ansätze zu echten "multidisziplinären Teams" in Stanford und San Francisco

STOP Genitalverstümmelung im Kinderspital!Im Journal of Pediatric Endocrinology & Metabolism, 23, S. 789-806 (2010) erschien ein empfehlenswerter Aufsatz >>> "Genital Surgery for Disorders of Sex Development: Implementing a Shared Decision-Making Approach" (PDF, 289 KB), verfasst von der Bioethikerin Katrina Karkazis ("Fixing Sex", Accord Alliance), der Juristin Anne Tamar-Mattis (Advocates for Informed Choice AIC) und dem Bioethiker Alexander A. Kron ("The Role of Empirical Research in Bioethics").

Das Paper bringt wertvolle Einblicke für die Anforderungen und den Ablauf der Arbeit von echten "Multidisziplinären Teams" in Kinderkliniken (wovon wir nicht nur im deutschsprachigen Europa allen Medizyner-Lippenbekenntbnissen zum Trotz bekanntlich noch weit entfernt sind, sind doch hier bisher ausnahmslos alle "neuen Multidisziplinären Teams" letztlich nach wie vor das alte "interdisziplinäre Team (Pädiatr. Endokrinologe + Operateur)", sowie – wenns hoch kommt – allenfalls ergänzt durch eine Alibi-Teilzeit-PsychologIn und/oder -SozialpädagogIn).

Ab S. 11 als Anhang weiter enthalten: Eine bahnbrechende, ausführliche und belegte Checkliste (6 Seiten plus 1 Seite Fussnoten), die Punkt für Punkt durchgeht, worüber Eltern unbedingt informiert werden müssten, um (theoretisch) überhaupt eine echte informierte Zustimmung geben zu können.

Offensichtlich aus der Praxis entstanden, liest sich diese Liste gleichzeitig als (soweit mir bekannt) bisher kompletteste Aufstellung gängiger Medizyner-Lügen, -Ausreden, -Auslassungen und -Verdrehungen, wie sie auch deutschsprachige Eltern und Überlebende aus eigener Erfahrung nur zu gut kennen.

Prädikat: unbedingt lesen!!! Und den AutorInnen dafür ein herzliches Danke! 

Weiter erschienen diesen Frühling im >>> Stanford Medicine Magazine (Spring 2011) sowie im >>> San Francisco Chronicle v. 7.5.11 interessante (wenn auch z.T. auf Kosten von Menschenrechtsfragen unnötig Gender-fixierte) englischsprachige Artikel über Ansätze zu echten "Multidisziplinären Teams" in den dortigen Kliniken, unter Mitwirkung u.a. von bei ISNA Beteiligten Menschenrechtskämpfer_innen.

Trotzdem können diese positiven Tendenzen letztlich leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in Stanford und San Francisco menschenrechtswidrige kosmetische Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen a.k.a. Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken trotzdem weiterhin an der Tagesordnung stehen und auch sonst (nicht nur) in Amerika gewissenlose Genitalabschneider nach wie vor mit den üblichen faulen Ausreden Eltern und "Patient_innen" konstant belügen und nicht oder nur sehr selektiv aufklären.

Zu diesem Schluss kommt auch die Ethikerin Alice Dreger in ihrem lesenswerten aktuellen Aufsatz >>> "What's Changed in the Care of Children with Atypical Sex?"

Offensichtlich bleiben die MedizynerInnen nach wie vor uneinsichtig noch gegenüber elementarsten ethischen und menschenrechtlichen Anforderungen, sobald diese aus ihrer Sicht künftiges ungebremstes Weiterverstümmeln nur schon in Frage stellen könnten (wie z.B. auch die ReferentInnenliste des kommenden "3rd Symposium on Disorders of Sex Development" in der "EuroDSD-Zentrale des Bösen" zu Lübeck ebenfalls unterstreicht).

Deshalb werden die täglichen Genitalverstümmelungen auch in den hiesigen Kinderkliniken wohl erst dann aufhören, wenn sie (wie auch die weibliche Genitalverstümmelung) endlich gesetzlich verboten werden!

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- "Unrecht der Medizinversuche anerkennen" (Oliver Tolmein 2009)
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Göttingen / Lübeck: Direktor und Oberarzt propagieren genitale Zwangsoperationen
- Bremen: Genitalverstümmelungen im "Zentrum für Kinderheilkunde"
- Universitätsklinikum Heidelberg: Genitale Zwangsoperationen im Angebot 
- Deutsche Urologen fordern genitale Zwangsoperationen an Säuglingen! 
- Genitalverstümmler Mouriquand: "keine Garantie für sexuelle Empfindsamkeit"
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" (Prof. Dr. Christian Kind)
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen? 

Sunday 1 May 2011

Video vom friedlichen Protest vor dem Ostschweizer Kinderspital SG

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter! 

>>> Infoseite zum Protest   >>> Pressemitteilung 2.2.11    >>> Der Offene Brief

Witziger Clip von M. Biolley von der >>> Demo vor dem Kispi St. Gallen. Danke! 
Zum abspielen hier oder ins Bild klicken.

Für alle des Schwyzerdütschen nicht Mächtigen untenstehend ein germanisiertes Transkript der Statements von Daniela "Nella" Truffer und yours truly, sowie der Beschwerde von OKS-Oberärztin Dr. Marx-Berger.

Continue reading...

Monday 25 April 2011

Tatort über intersexuelle Tennisspielerin in Produktion

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Laut einem >>> Artikel in der Esslinger Zeitung dreht sich eine aktuell in Produktion befindliche Münsteraner Tatort-Folge um die "junge[...] Profi-Tennisspielerin Nadine, deren Eltern erpresst werden, weil ihre Tochter intersexuell sein soll" – offensichtlich in Anlehnung an die reale Geschichte der zwischengeschlechtlich geborenen Tennisspielerin Sarah Gronert, die verschiedentlich durch "menschenrechtsverletzende Gerüchte" (so der Westfälische Tennisverband im Juli 2008) öffentlich diffamiert wurde.

Wir sind gespannt ...

Aktuell befindet sich zudem in der Schweiz mit "Skalpell" wie berichtet eine weitere Tatort-Folge um "zwielichtige Kinderchirurgen" im Dreh, die für Leser_innen dieses Blogs möglicherweise interessant werden könnte ...

>>> Diskrimierung von Zwittern im Sport weltweit
>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Zwielichtige Kinderchirurgen: "Ärzte bremsen «Tatort» aus" - SonntagsZeitung, 13.3.11
- Niedrig und Kuhnt "Nicht Fisch, nicht Fleisch" (11.12.09) vs. Law & Order: New York "Identität" (2005)

Friday 22 April 2011

"Geschlecht: uneindeutig!" - radio dreyeckland 21.4.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Gelungenes Interview von Konrad mit Daniela "Nella" Truffer von Zwischengeschlecht.org. Herzliches Dankeschön! Nella bringt wie gewohnt souverän Klartext über Genitalverstümmelungen und weitere massive Menschenrechtsverletzungen an wehrlosen Zwitterkindern in "unseren" Kinderkliniken und berichtet vom Kampf der internationalen Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org gegen diese menschenverachtenden Praktiken.

Das Interview kann jetzt auch >>> online nachgehört oder >>> mit Rechtsklick heruntergeladen werden.

Monday 18 April 2011

"Gestatten, Elisabeth Müller, Hermaphrodit" - Schenefelder Tageblatt, 18.4.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Gelungenes >>> Interview mit Elisabeth Müller + >>> redaktioneller Kommentar von Katy Krause in einer Hamburger Lokalzeitung.

Eli bringt einmal mehr Klartext:

[...] Äußerlich eine Frau, verbargen sich in der Leistengegend allerdings bei ihrer Geburt kaum sichtbare Hoden. Die wurden ihr im Alter von 24 Jahren auf Anraten eines Arztes entfernt.

Körperliches Martyrium

"Ein widerliches Pack", sagt Müller. Sie hasst Mediziner. Nachdem die funktionierenden Hoden wegen angeblich drohender Krebsgefahr entfernt wurden, begann für die Schenefelderin ein körperliches Martyrium. Die Operation und die anschließende Behandlung mit körperfremden weiblichen Hormonen machten sie krank. "Ich litt unter schweren Depressionen, Stoffwechselproblemen. Ich bekam Östrogene, das führt zu Osteoporose. Ich war chronisch krank." Nach der Kastration fällt sie in ein Loch. Aus ihrem Tief befreit sie sich selbst. Nach sieben Jahren setzt sie die Östrogene einfach ab und nimmt männliche Hormone. Körperlich geht es ihr besser. Seelisch nicht.

An Selbstmord denkt sie aber nie - anders als viele ihrer Leidensgenoss Innen. Warum? Das weiß sie nicht so genau. "Vielleicht, weil ich es durch mein eindeutiges Äußeres leichter hatte als andere Zwitter." Vielleicht, weil sie auch seit 16 Jahren einen Partner an ihrer Seite hat, der sie unterstützt. [...]

"Gott erschuf den Mann, die Frau und mich, und er hat mich so für gut befunden."

Zwar werden in Artikel und Kommentar auch Konsequenzen von öffentlichem Einstehen für "Menschenrechte auch für Zwitter" angesprochen – hier wohl aber nicht mit ganzem Klartext ...

Siehe auch:
- Interview mit Zwitter Elisabeth Müller - advaitaJournal 14
- "Ich wurde belogen und verstümmelt" - Hamburger Abendblatt 23.7.09 
- «Ich dachte, ich bin das einzige Monster der Welt» – news.de 12.8.09
- Zwischengeschlechtliche ehrten Milton Diamond - 30.1.08
- Alle Posts über Elisabeth Müller

Friday 15 April 2011

Caster Semenya ist Südafrikameisterin über 800 und 1500 Meter; IAAF: neue "Hyperandrogenismus"-Geschlechterregeln auf Mai; Claudia Wiesemann: "Sportverbände sind naiv"; Hida Viloria (OII) über die IOC-Geheimkonferenz (XXIX)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

IOC IAAF: Stop Intersex Discrimination!Mokgadi Caster Semenya ist doppelte Südafrikameisterin: Letzten Sonntag errang sie in Durban zunächst in brütender Mittagshitze den Titel über 800m mit 2:2.10, und siegte wenige Stunden später auch über 1500m (4:12.93), vgl. englische Berichte u.a. auf Sowetan und SA-Times.

Wie Semenya Reportern erzählte, war sie mit ihrer 800m-Zeit nicht ganz zufrieden (vor dem Rennen hatten sie und ihr Trainer Michael "Sponge" Seme verlauten lassen, sie strebe eine Zeit unter 2 Minuten an, was sie knapp verfehlte), jedoch erfreut über das Resultat über 1500m. Letzteres Rennen habe sie ursprünglich lediglichzur Unterstützung ihrer Teamkollegin Violet Raseboya mitgemacht, die dann mit einer persönlichen Bestzeit von 4:16,12 Dritte wurde, vgl. witness.co.za.

Gegenüber der Agentur Reuters gab Caster Semenya weiter bekannt, sie wolle sowohl in den kommenden Weltmeisterschaften Ende August in Daegu, Südkorea Korea wie auch an den Olympischen Spielen 2012 ebenfalls über beide Distanzen antreten.

Semenyas Manager Jukka Harkonen kündigte an, Caster werde u.a. am 28. Mai zur IAAF World Challenge in Dakar, Senegal antreten, sowie am 4. Juni am Prefontaine Classic Diamond League Meeting in Eugene, Oregon (USA). Ein weiterer Start 5 Tage später in Oslo an den Bislett Games sei noch in Verhandlung.

Zu einer unschönen Szene sei es zudem am Rande von Casters 1500m-Sieg gekommen, als die zweitplatzierte Lebogang Phalula (4:13.89) eine Tirade gegen die Siegerin vom Stapel liess, wobei sie versucht habe, diese über das Ansagemikrophon zu verbreiten, was nur durch Beistehende habe verhindert werden können. Auf Anraten ihres Anwaltes hält sich Lebogang Phalula mittlerweile öffentlich über den Vorfall bedeckt, was aber offenbar nicht verhinderte, dass nun der Südafrikanischen Athletikverband ASA deswegen ein Disziplinatverfahren gegen sie einleitete (vgl. Sowetan, Witness und Legalbrief).

IAAF: neue "Hyperandrogenismus"-Geschlechterregeln auf 1. Mai

Wie der Weltathletikverband IAAF in einer >>> Pressmitteilung (englisch) vom 12. April bekannt gab, will er als erster Weltverband die bereits vom Internationalen Olympischen Komitee IOC angekündigten, neuen "Geschlechtertests für Athletinnen mit Hyperandrogenismus" implementieren. Wie schon das IOC liess sich auch die IAAF über die Details nicht öffentlich aus. Laut einem >>> Zeit-Artikel soll die IAAF einen Grenzwert von "zehn Nanomol Testosteron pro Liter Blut anpeil[en]".

Wie in einem >>> Kommentar auf diesem Blog vermerkt, sind damit prinzipiell Athletinnen mit CAH/AGS schlechter gestellt, nach den bisherigen IAAF-Regeln (Stockholm Consensus) waren diese bisher unbeschränkt zugelassen. Wie auch bei den IOC-Ankündigungen besteht auch bei der IAAF weiterhin das Problem mangelnder Transparenz wegen undurchsichtigen Entscheiden hinter verschlossenen Türen und weiterhin fehlenden offiziellen Rekursmöglichkeiten.

Auch der IAAF nicht angesprochen wurden weiter bekannte Probleme im Zusammenhang mit Athletinnen mit Androgenresistenz, da "Wissenschaft und Medizin" dabei nach wie vor in 50% aller Fälle keine exakte Diagnose stellen können, es aber anzunehmen ist, dass IOC und IAAF eine ebensolche exakte Diagnose als Startbedingung voraussetzen werden.

Ebenso unangesprochen ist nach wie vor die ethisch, menschenrechtlich und juristisch höchst problematische, unreflektierte Zusammenarbeit der Sportverbände mit bekannten GenitalverstümmlerInnen und weiteren medizynischen VerbrecherInnen. Bezeichnenderweise kommt im Zeit-Artikel als lokaler "Experte" dann ausgerechnet der Leiter der Endokrinologie an der Berliner Charité zu Wort – eine altbekannte und ebenso notorische Genitalabschneiderklinik (nur der politisch verantwortliche Berliner Senat will wenig überraschend angeblich "keine Erkenntnisse über konkrete Fälle" haben, vgl. 16/14436).

Dass die von IOC undf IAAF angekündigte Regeln alles andere als klar sind (wie z.B. eine >>> dpa-Meldung in der Ärztezeitung behauptet), zeigt sich u.a. auch darin, dass der >>> englische Sportkolumnist John Goodbody meint, die neuen Regeln würden bedeuten, dass Caster Semenxa sich nun von neuem testen lassen müsse, um künftig zu Wettkämpfen zugelassen zu werden, was nach den neuen Reglen nicht mehr garantiert sei. 

Medizinethikerin Claudia Wiesemann: "Sportverbände sind naiv"

Nicht zu unrecht wurden die internationalen Sportverbände dann auch von der Göttinger Medizinethikerin Claudia Wiesemann in in der >>> Süddeutschen Zeitung als "noch sehr naiv" kritisiert: "Das IOC missachtet den Schutz der Sportlerinnen."

Leider argumentiert Claudia Wiesemann im Interview – wie schon in ihrer aktuellen Publikation "Is there a right not to know one’s sex? The ethics of ‘gender verification’ in women’s sports competition" (Journal of Medical Ethics, März 2011) – hauptsächlich in Bezug auf das Recht der Athletinnen auf Nichtwissen um eine mögliche biologische Zwischengeschlechtlichkeit, während gleichzeitig verstümmelnde medizynische Eingriffe und undurchsichtige Ausschlussverfahren kaum angesprochen werden.

Zwar mag das das "Recht auf Nichtwissen" ein tatsächliches und interessantes ethisches Problem darstellen. Angesichts der massiven Verletzungen des Rechts auf körperliche Unversehrtheit durch die Sportverbände und ihre Genitalabschneider-"ExpertInnen" mutet die Gewichtung bei Wiesemann zumindest streckenweise aber doch eher akademisch an. Schlimmer noch, im Journal of Medical Ethics zitiert sie Resultate der Hamburger Studie zur bekanntlich hohen Selbstmordgefährdung mehrheitlich genital zwangsoperierter Zwischengeschlechtlicher – lässt aber die Tatsache der Traumatisierung durch die Verstümmelungen kurzerhand aus und behauptet gar, das Trauma rühre einzig (!) von der "Verunsicherung [...] mit DSD diagnostiziert zu werden". Dies ist nicht nur grobfahrlässig und kompletter Unsinn, sondern arbeitet dazu noch direkt den VerstümmlerInnen in die Hände ...

Immerhin spricht Wiesemann aber im Interview die massiven Verletzungen der Persönlichkeitsrechte durch die Sportverbände konkret an.

Hida Viloria (OII) über die IOC-Geheimkonferenz

In einem >>> englischen Online-Artikel äusserte sich Hida Viloria (Organisation Intersex International OII), die vom IOC als "Vertreterin der Intersex-Community" zu einer von Geheimnistuerei umgebenen Konferenz um die neuen Regeln eingeladen worden war (dieser Blog berichtete), zum ersten Mal öffentlich über diese Verhandlungen.

Als medizynische Zwangsauflagen der Sportverbände sprach Hida Viloria im Artikel überraschenderweise ausschliesslich medikamentöse Eingriffe an und keine Operationen (wie z.B. Kastration/Gonadektomie etwa bei Sportlerinnen mit partieller Androgenresistenz), wobei nicht klar wird, ob letztere mittlerweile etwa von den Sportverbänden fallen gelassen wurde (was eine bemerkenswerte Neuigkeit wäre), oder ob diese Auslassung möglicherweise dem Blickwinkel von Hida Vilorias persönlichen Biographie geschuldet war.

Vergleichsweise grossen Platz nahmen dagegen Überlegungen ein über soziale Wahrnehmung von Geschlechtsunterschieden, "Beweise über die grosse Vielfalt von Männern und Frauen", "Akzeptanz" von Menschen "ausserhalb der Norm", usw. Sich selbst deklarierte Viloria im vorliegenden Artikel übrigens als "Intersex Frau": "Ich fühlte mich immer als Mädchen und passte auch ins entsprechende Bild, war sogar Cheerleaderin an der High School".

Hida Vilorias am IOC-Meeting vertretene Position [1] war laut dem Bericht die seinerzeit u.a. auch von Alice Dreger [2] und jüngst von Claudia Wiesemann [3] vertretene, nämlich: juristisch und sozial als Frauen lebende Athletinnen sollten alle ohne Auflagen teilnehmen können.

(Betreffend damit verbundenen Befürchtungen hiess es in ähnlichem Zusammenhang im Hermaphroditforum kürzlich trocken: "Die Gefahr, dass gewissenlose Eltern Kinder zu Rekordathleten heranzüchten wollen könnten, sehe ich auch.")

[1] Hida Viloria: "Letzten Oktober am IOC-Meeting zum Thema weibliche Athletinnen mit Hyperandrogenismus vertrat ich die Position, diese Frauen sollten teilnehmen dürfen ohne dazu Hormone nehmen zu müssen. Schliesslich waren sie während ihres ganzen Lebens Frauen, und keine Männer, und es stehen nur zwei Geschlechter zur Verfügung um an Wettkämpfen teilzunehmen." [meine Hervorhebungen] >>> englisches Original, 11.4.11
[2] Claudia Wiesemann: "Ich würde dafür plädieren, dass jeder Mensch, der im sozialen Geschlecht Frau aufgewachsen ist und legal als Frau gilt, auch bei Frauen starten darf."  [meine Hervorhebungen] Quelle: Interview Süddeutsche Zeitung, 16.4.11
[3] Alice Dreger: "Einige haben vorgeschlagen – und ich tendiere stark dazu dem zuzustimmen – dass "Geschlechtstests" wirklich nur "Gendertests" sein sollten: Wenn jemand wirklich als Frau aufwuchs, kann sie teilnehmen."
[meine Hervorhebungen] >>> englisches Original: "Sex Typing for Sport", Hastings Center Report March-April 2010 (PDF 187 KB) 

Wie schon Zwischengeschlecht.org (u.a. im Offenen Brief an das IOC) vertrat Viloria laut Artikel an der IOC-Konferenz weiter, wenn schon Geschlechtertests, so müssten alle Frauen denselben Tests unterzogen werden (statt wie bisher bloss "verdächtig Aussehende"/als solche Denunzierte), und weiter müssten entsprechende konkrete Regeln öffentlich bekannt gegeben werden (statt, dass – wie auch unter den "neuen Regeln" – letztlich Medizyner-Geheimkommissionen hinter verschlossenen Türen undurchsichtige "Fall-zu-Fall-Entscheide" nach eigenem Gutdünken treffen).

Sowie den anscheinend letztlich verwirklichten Vorschlag, dass die neuen Geschlechtstests im Rahmen der eh schon stattfindenden Dopingkontrollen durchgeführt werden sollen (wie seit geraumer Zweit bekanntlich auch die offiziell mit den seinerzeitigen obligatorischen Gentests abgeschaffte "Strip Show" vor MedizinerInnen, neu nun einfach während der Urinabgabe während der Dopinhkontrollen).

>>> IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> Zwitter im Sport: IOC, IAAF und FIFA leugnen Verantwortung
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Friday 8 April 2011

"Ehrung von Fritz Rehbein: Berufskrankheit Ehrfurcht" - taz, 7.4.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Gelungener >>> medizinkritischer Aktikel plus ebensolcher
>>>
Kommentar von Benno Schirrmeister in der taz-Nord zum "Fritz-Rehbein-Jubel-Symposium" in Bremen dieses Wochenende, mit Erwähnung der seinerzeitigen Kritik auf diesem Blog an der unreflektierten Verherrlichung des ethisch herausgeforderten Bremer "Pioniers der Kinderchirurgie" (und ebenso an den ihn zelebrierenden GenitalabschneiderInnen aus Nah und Fern).

Weiter kritisiert der Artikel (wenn auch etwas verhalten) die bisher unwidersprochen gebliebene  Lüge des verantwortlichen Bremer Gesundheitsministers Hermann Schulte-Sasse (SPD), in Bremer Kinderkliniken würde angeblich schon seit 10 Jahren nicht mehr verstümmelt – während Bremer Kinderkliniken weiterhin jahrein jahraus Genitalverstümmelungen öffentlich anbieten.

Herausposaunt worden war diese altbekannte TäterInnenlüge in Bremen hochoffiziell und in aller Öffentlichkeit: in der Bremer Bürgerschaft – auch die taz-Nord selbst hatte die dreiste Schutzbehauptung seinerzeit unhinterfragt weiterkolportiert.

Hintergrund der TäterInnenlüge des SPD-Gesundheits-Staatsrats Schulte-Sasse war – Überraschung! – eine der praktisch täglichen politischen Vereinnahmungen von Zwittern, diesmal durch die Bremer Grünen, und wie üblich unter gleichzeitiger Ausklammerung der täglichen Genitalverstümmelungen an wehrlosen Kindern.

(Was dieser Blog seinerzeit bereits im Vorfeld des Bremer-Vereinnahmungsvorstosses konkret und inhaltlich kritisierte, wozu dem verantwortlichen grünen Vereinnahmer Björn Fecker aber bloss Ausreden und Vertröstungen einfielen ...)

Für beide Kritikpunkte an den taz-Autor Benno Schirrmeister ein herzliches Danke! Medizinkritische Solidarität wie vorliegend ist es, was wir brauchen im Kampf gegen die GenitalabschneiderInnen in Bremen und überall – KEINE politischen Vereinnahmungen, die noch den TäterInnen beim Vertuschen behilflich sind (vgl. auch Berliner Senat 16/14436)!

>>> Bremen: Genitalverstümmelungen im "Zentrum für Kinderheilkunde" 
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen 

Siehe auch:
- Genitalverstümmelungen an Zwittern sind KEIN "Nebenwiderspruch des Zweigeschlechtersystems"! (Von der Frauenbewegung lernen 2)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung 
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Göttingen / Lübeck: Direktor und Oberarzt propagieren genitale Zwangsoperationen
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Netzwerk DSD/Intersexualität": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure
- "Ethik als Freifahrtschein für operieren auf Teufel komm raus" - Claudia Wiesemann
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit 
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen 

Thursday 7 April 2011

frauTV: "Intersexualität: er, sie oder wie?" - HEUTE WDR 7.4.11 22h

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Halbstündiger Dokfilm von Julia Dittmann über einen fünfeinhalbjährigen unoperierten Zwitter, mit Wiederholung am Mo 11.4. 11:30 h, sowie demnächst auch online. Wir sind gespannt!

Wenn nach der >>> offiziellen Ankündigung gegangen werden kann, so kommt neben der Mutter des Zwitterkindes weiter Konstanze Plett zu Wort, zwar leider einiges vager als auch schon. Überhaupt werden in der Ankündigung die Verstümmelungen, denen heute noch 87% aller über vierjährigen Zwitterkinder ausgesetzt sind, kein einziges Mal vor. Was doch etwas bedenklich stimmt. Auch wenn es natürlich immer ein Grund zur Freude ist, wenn ein Zwitterkind unversehrt aufwachsen darf. Schaun wer mal ...

Monday 4 April 2011

"Kampf gegen Genitalverstümmelung - öhm, Geschlechtszwang" - Zentralschweiz am Sonntag, 3.4.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

«Kampf gegen Genitalverstümmelung, öhm, Geschlechterzwang» - Zentralschweiz am Sonntag, 3.4.11Gelungener Artikel von Eva Novak in der überregionalen innerschweizer Sonntagszeitung, der knapp aber umfassend über die von Zwischengeschlecht.org initiierten Vorstösse im Nationalrat berichtet, und worin Daniela "Nella" Truffer Klartext redet auch über die reichlich unschönen Misstöne dabei.
Dafür der Autorin ein herzliches Danke! 

Schade nur, dass die Überschrift dann die im Artikel geschilderte Vereinnahmung gleich noch einmal wiederholt ...

>>> Zum Lesen hier oder ins Bild klicken! (Plus darauf ggf. nochmals reinklicken, um den Scan auf 100% Grösse auszuklappen.)

>>> Schweiz: Invalidenversicherung (IV) bezahlt Genitalverstümmelungen
>>> 2x Zwitter-Vorstoss im Nationalrat: Von knapp vorbei bis voll daneben

Friday 1 April 2011

Caster Semenya: Sieg über 800m, Zweite über 400m - IOC will ab Di "Richtlinien für Störungen der Sexualentwicklung" beraten (XXVIII)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

IOC IAAF: Stop Intersex Discrimination!Mokgadi Caster Semenya scheint ihre Rückenverletzung zumindest soweit überwunden zu haben, dass sie wieder regelmässig an Wettkämpfen teilnehmen kann – zur Vorbereitung auf die kommenden südafrikanischen Meisterschaften nächste Woche in Durban, wie sie vorletzten Samstag nach ihrem Sieg über 800m im südafrikanischen Germiston verriet. Semenya erreichte dabei eine Saisonbestzeit von 2:01,77. (>>> sapa-Agenturmeldung, englisch).

Ebenfalls in Germiston bestritt Semenya ein weiteres 400m-Rennen, musste dabei aber mit dem 2. Platz vorlieb nehmen. Auf dem Siegerpodest stand diesmal die namibische Läuferin Tjipekapora Herunga mit einer persönlichen Bestzeit von 52,32; in der letzten Begegnung war sie nach Semenya Zweite geworden. (>>> namibian.com.na, englisch)

Die Agentur >>> Reuters (englisch) vermeldete derweil, der Vorstand des Internationalen Olympia Komitees IOC wolle an einem Treffen von nächstem Dienstag bis Mittwoch, 5.-6. April in London über "Richtlinien für Störungen der Sexualentwicklung [sic!]" für die Olympischen Spiele 2012 ebendort beraten ("guidelines for disorders of sexual development").

Wie ein ungenannt bleibender IOC-Funktionär bekanntgab, sei es "noch unklar, ob die Richtlinien während des Treffens bekannt gegeben würden oder erst später".

Fortsetzung folgt ...

>>> IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> Zwitter im Sport: IOC, IAAF und FIFA leugnen Verantwortung
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Friday 18 March 2011

Alle Menschen waren ursprünglich Zwitter ... REVISITED

Kann ein Zwitter Sünde sein?Vor bald 3 Jahren erklärte dieser Blog, warum Zwitter die Regel sind und nicht die Ausnahme – zumindest bis zur 7. Schwangerschaftwoche. Und verwies als Anschauungsmaterial auf einen Film, der inzwischen leider vom Web getilgt wurde. Als Ersatz gibt's an derselben Stelle nun gleich mehrere Animationen, an denen das Werden von Frauen, Männern und eben Zwittern interaktiv "durchgespielt" werden kann >>> und zwar hier! 

Thursday 17 March 2011

Caster Semenya: Siege über 400 und 800m - IOC/IAAF/FIFA: Mauscheln & schieben hinter verschlossenen Türen (XXVII)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

INHALT:
1. Caster Semenya: Siege über 400 und 800 Meter
2. Genetiker: Revision der Geschlechtstest überfällig
3. IOC/IAAF/FIFA: Gebrochene Versprechen und Geheimkonferenzen
4. FIFA: "neue Regel «Störungen der sexuellen Entwicklung»" bis zur WM?
5. Wikileaks-Diplomatenkabel über Caster Semenya

IOC IAAF: Stop Intersex Discrimination!1. Caster Semenya: Siege über 400 und 800 Meter

Nachdem Mokgadi Caster Semenya im alten Jahr wegen einer Rückenverletzungen alle Wettkämpfe hatte absagen müssen, meldete sie sich letzten Monat erfolgreich zurück und siegte am 19. Februar 2011 im südafrikanischen Potchefstroom über 800m
(>>> focus.de).

Letzte Woche doppelte Caster Semenya nach und gewann am 10.3. im Belleville Stadion in Kapstadt ihr allererstes Rennen über 400m, das sie eigentlich "nur zu Trainingszwecken" absolviert habe (>>> zeit.de, Allgmeine Zeitung Namibia, englische Berichte auf sowetanlive.co.za, iol.co.za und supersport).

Ursprünglich hatte ihr Trainer Michael "Sponge" Seme verlauten lassen, Semenya würde über 3000m antreten (>>> Sowetan). Doch nachdem diese Distanz schliesslich gar nicht auf dem Programm stand (sondern stattdessen ein Rennen über 5000m), wurde kurzfristig bekannt, Caster würde nun über 400m laufen (>>> sport24.co.za), was sie mit 54:03 gewann.

Nach ihrem 400m-Sieg gewährte Caster Semenya laut Sowetan ein rares Kurzinterview. Dabei gab sie sich zuversichtlich, bei der Südafrikanischen Meisterschaft wieder über 800m zu laufen und im August in Südkorea ihren Weltmeistertitel zu verteidigen, obwohl ihre Rückenverletzung aktuell immer noch nicht volltändig ausgeheilt sei.

2. Genetiker: Revision der Geschlechtstest überfällig

Am Vortag des Rennens hatte der südafrikanische Genetiker Ambroise Wonkam von der University of Capetown an einer Konferenz der Afrikanischen Gesellschaften für Humangenetik das unfaire Vorgehen des Athletikweltverbandes IAAF gegenüber Caster Semenya gerügt (>>> timeslive.co.za / AFP-Agenturmeldung): "Es war von Anfang an alles falsch gelaufen." Eine seriöse Überarbeitung der Geschlechtstests sei überfällig, wenn nicht gar ihre Abschaffung: 

"Es ist nicht nur ein medizinisches oder wissenschaftliches Problem", sagte Wonkam. "Es auch ein rechtliches, ein soziales und ein funktionelles Problem, das in einigen Fällen nicht vollständig gelöst ist. Es git so viele Variablen, und wir wissen nicht wirklich, wie wir sie interpretieren sollen."

3. IOC/IAAF/FIFA: Gebrochene Versprechen und Geheimkonferenzen

Damit legte Wonkam den Finger auf einen Wunden Punkt: Seit Herbst 2009 kündigte das Internationale Olympiakommittee (IOC), der Weltathletikverband IAAF und der Weltfussballverband FIFA vollmundig die Neuausarbeitung gemeinsamer Richtlinien zur Geschlechterüberprüfung "in strittigen Fällen" an. Im Januar 2010 organisierten die 3 Organsiationen dazu in Miami ein Symposium – ausgerechnet hauptsächlich mit MedizynerInnen, die international seit längerem in der Kritik stehen wegen ihrer menschenrechtswidrigen Zwangsbehandlungsmethoden an Zwitterkindern (z.B. Maria I. New). Auch IOC-Chefmedizyner Arne Ljungqvist liess danach öffentlich verbreiten, Zwitter würden nach dem Willen seiner Organsiation "[i]n den meisten Fällen [...] [Zwangs-]Behandlung benötigen wie Operationen und Hormontherapie."

Im Sommer 2010 hiess es dann von den Sportverbänden, im Oktober fänden im IOC-Hauptsitz in Lausanne weitere Verhandlungen statt hinter verschlossenen Türen, worauf auf Januar 2011 neue Geschlechterrichtlinien verabschiedet würden.

Mittlerweile ist das 1. Quartal 2011 bald zu Ende, und weder wurde irgendetwas zu den geplanten neuen Richtlinien öffentlich bekannt, oder nur schon betreffend der Zusammensetzung und der Resultate der Geheimkonferenz vom Oktober. Angesichts der bisherigen langen Liste menschenrechtswirdiger Aktionen durch die Sportverbände nicht nur in den Fällen von Caster Semenya und Santhi Soundarajan wohl alles andere als ein gutes Zeichen ...

4. FIFA: "neue Regel «Störungen der sexuellen Entwicklung»" bis zur WM?

Diese Woche äusserte sich nun die FIFA-Frauenfussball-Chefin Tatjana Haenni öffentlich zum Thema (>>> Artikel auf südduetsche.de, ganzes dpa-Interview). Auch deren inkompetente und ausweichende Aussagen lassen wenig gutes vermuten. Einige Auszüge:

«Es ist natürlich für unsere medizinische und juristische Abteilung ein Thema. Die Spezialisten dort arbeiten an einem Verfahren, intern wird das sehr intensiv diskutiert. Es werden mit der IAAF und dem IOC zusammen Guidelines für ein allgemeingültiges Prozedere erstellt», erklärte Haenni. «Die Regeln müssen erstellt werden und zwar für alle Verbände, nicht nur für die FIFA. Wir hoffen alle, dass wir bis zur WM eine Lösung haben.»

Die Schwierigkeit sei, dass auch die FIFA noch nichts juristisch und medizinisch Handfestes habe, wo man sagen könne: Dies sei der Weg, wie man damit umgehen kann und soll. «Ich bin keine Ärztin, aber so wie man es mir erklärt hat, ist es extrem schwierig. Und ganz, ganz heikel», so die 44-jährige Funktionärin.

5. Wikileaks-Diplomatenkabel über Caster Semenya

Wie ein >>> Wikileaks-Kabel aus der US-Botschaft in Pretoria vom 5.11.2009 belegt, hat nicht nur FIFA-Funktionärin Tatjana Haenni etwas ihre Probleme mit der genauen Unterscheidung etwa von körperlichem Gechlecht, "Gender" und "Sexuellem", sondern auch die US-Botschaft in Südafrika.

Die Depesche dreht sich zwar hauptsächlich um die Aktivitäten von Julius Malema, Chef der ANC-Jugendliga, der sich u.a zusammen mit Winnie Mandela wohl nicht primär uneigennützig mehrmals öffentlich für Caster Semenya stark machte, und dessen Vorstösse auch in anderen Belangen detailliert aufgelistet werden. Laut der Depesche sei Malema einer von Semenyas "stärksten Unterstützern", es werden einige diebezügliche Verlautbarungen Malemas zitiert sowie der Umstand, dass er Semenya bei ihrer Rückkehr aus Berlin am Flughafen persönlich begrüsste sowie dass sich die ANC-Jugendliga dafür einsetzen wolle, dass Semenya "künftig als Frau starten darf".

Offensichtlich hatten die Botschaftsangehörigen ihre Zweifel, dass ihre DienstherrInnen in Washington über den Fall Caster Semenya auf dem Laufenden sein würden, und fügten hinter der ersten Erwähnung ihres Namens in Klammern an:

Zu ihrer Information: Caster Semenyas Geschlechtzugehörigkeitsempfinden ("gender") ist eine medizinische Frage, die zur Zeit von der IAAF untersucht wird

Fazit: Schända gut, alles gut – aber keine Bange, die GenitalabschneiderInnen werden's schon richten. Es ist noch ein weiter Weg ...

>>> IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> Zwitter im Sport: IOC, IAAF und FIFA leugnen Verantwortung
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Sunday 13 March 2011

Zwielichtige Kinderchirurgen: "Ärzte bremsen «Tatort» aus" - SonntagsZeitung, 13.3.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

>>> Nachtrag 21.4.11

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!

Arme CH-Medizyner: Noch bevor die vorläufig letzte Wiederholung der NZZ Format-Doku heute um 17:05 h über den Bildschirm geht, droht den KinderchirurgInnen bereits neues mediales Ungemach.

Wie die >>> Sonntagszeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, brachte eine kommende Folge von "Tatort" mit dem Titel "Skalpell" um "zwielichtige Kinderchirurgen" die pädo-chirurgische Abteilung des Kinderspitals Luzern in hellen Aufruhr: Nachdem es von Seiten des Kinderspitals zunächst "positive Signale" zum Dreh der Krimifolge im Kinderspital gab (das im "Tatort" "Pilatusspital" heissen sollte), wurde nun nicht nur die Zusage kurz vor Drehbeginn am nächsten Mittwoch kurzerhand rückgängig gemacht, sondern obendrein handfeste Druckversuche gerichtlicher Art unternommen: "Der Anwalt eines Spitzenmediziners hatte juristische Schritte gegen den Dreh von Regisseur Tobias Ineichen eingeleitet." 

Ob dem "Spitzenmediziner" damit Erfolg beschieden sein wird, wird sich weisen. Laut SonntagsZeitung sollen die Dreharbeiten jedoch wie geplant beginnen, neu aber "an einem geheim gehaltenen Ort".

Obendrein steht die Anzeige des anonymen "Spitzenmediziners"  wegen "mögliche[n] Datenschutz- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen" in peinlichem Gegensatz zum offiziellen Medizyner-Dementi: Ausserdem betont Mediensprecherin Jeannette Nagy: «Die Krimifolge steht in keinem Zusammenhang mit dem Luzerner Kantonsspital.»  

Nachtrag: Inzwischen berichtete auch die >>> Neue Luzerner Zeitung Online:

"Die Ärzte im Luzerner Kinderspital machen gegen den «Tatort» mobil [...] Zum Streit war es gekommen, weil die Folge «Skalpell» von zwielichtigen Kinderchirurgen handelt und die Ärzteschaft im Kinderspital um ihren guten Ruf fürchtete."

Worum es in der geplanten "Tatort"-Folge um "zwielichtige Kinderchirurgen" genau geht, bzw. worüber sich die luzerner Pädo-Medizyner konkret derart aufregen, wurde bisher nicht bekannt. Dieser Blog könnte sich allerdings die eine oder andere "einschlägige Behandlung" vorstellen ...

Nachtrag 21.4.11: Wie die Neue Luzerner Zeitung berichtet, wurden die Spitalszenen mittlerweile im Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) Nottwil abgedreht. Warum und von wem der "zwielichtige Kinderchirurg" zu Beginn des "Tatorts" mit dem titelgebenden Skalpell abgemurkst wird, bleibt zwar weiterhin ein gut gehütetes Produktionsgeheimnis. Es würde sich allerdings nicht um den ersten Fernsehkrimi handeln, in der ein Kinderverstümmler einem Racheakt für seine menschenverachtenden Taten zum Opfer fällt ...

>>> Kosmetische Genitaloperationen im Kinderspital Luzern
>>> Aktion & Offener Brief Kinderspital Luzern 2010
>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Niedrig und Kuhnt "Nicht Fisch, nicht Fleisch" (11.12.09) vs. Law & Order: New York "Identität" (2005) 

Saturday 12 March 2011

TV-Tipp: NZZ Format "Weder Mann noch Frau" - Do 10.3. 23:20 SF1

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Halbstündige Dokumentation von Annette Frei Berthoud, u.a. mit Daniela "Nella" Truffer, Karin Plattner, einem betroffenen Vater – und jede Menge MedizynerInnen ...  Wir sind gespannt!
Wiederholungen: Fr 11.3. 14:05 SF1 | So 13.3. 17:05 SFinfo | + HDsui & 3sat

>>> Ankündigung + Transkript auf nzzformat.ch    >>> Ankündigung auf SF1

>>> Teaser-Trailer auf YouTube

Tuesday 8 March 2011

NZZ Format "Weder Mann noch Frau" - Teaser-Trailer online

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

NZZ Format «Weder Mann noch Frau» am Donnerstag, dem 10.03.2011 um 23.20h auf SF1! Früher nannte man sie Zwitter oder Hermaphroditen: Menschen die mit uneindeutigem Geschlecht zur Welt kamen. Eines von 2000 bis 5000 Kindern ist intersexuell, hat also Merkmale beider Geschlechter. Lange Zeit machte man solche Kinder gleich nach der Geburt zu Mädchen oder Jungen. Sie wurden routinemässig im Kindesalter an den Genitalien operiert. Heute weiss man, dass dies verheerende Folgen haben kann. Betroffene fordern ein Verbot von kosmetischen Geschlechtsoperationen an Kindern, und Ärzte suchen neue Wege in der Therapie. Eine Mutter, ein Vater und eine erwachsene Zwischengeschlechtliche erzählen von persönlichen Erfahrungen.

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen

>>> 20-sekündiger Teaser-Trailer auf YouTube zur kommenden >>> halbstündigen Dok-Sendung ab Do 10.3.11, inkl. einer kurzen Impression vom >>> friedlichen Protest von Zwischengeschlecht.org vor dem Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen am 6.2.11 (siehe Bild).

Nachfolgend das Transkript des Trailers:

Continue reading...

Thursday 3 March 2011

Zwitter @ Nachtcafé mit Diana Hartmann - Heute Fr 4.3.11 22h

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!  

Wiederholung der Sendung vom 21.5.10.

>>> mehr Infos dazu + Online-Video + Teiltranskript hier

Friday 25 February 2011

Video-Tipp: "Das dritte Geschlecht" (2007)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Dieser Blog empfiehlt: Gelungener, ursprünglich englischsprachiger Dokfilm über 3 mutige überlebende Zwitter und ihre ebenso mutigen Angehörigen.

>>> online in 5 Teilen + mehr

>>> Video: "Intersexuellen-Demonstration" 
>>> Überlebende Zwitter in ihren eigenen Worten 

Monday 21 February 2011

Beitrag zu "Intersexualität" in X:enius auf Arte 21.2.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter! 

Auf Arte wurde heute um 8:45 Uhr (mit Wiederholung um 17:35 Uhr) im Wissenschaftsmagazin X:enius eine Sendung zu "Intersexualität" ausgestrahlt, grösstenteils mit Ausschnitten aus der Doksendung "Tabu Intersexualität" auf Arte vom 8.10.2010, jedoch auch mit neuem Filmmaterial, u.a. Interviews mit Anja Kumst von Intersexuelle Menschen e.V. und Dr. med. Jörg Woweries.

Der Beitrag kann eine Woche lang auch nachträglich online geschaut werden:

http://videos.arte.tv/de/videos/x_enius-3713786.html

Kommentar:

leider mal wieder hauptsächlich vereinnahmung pur im namen von "gender", wobei anja kumst respektive intersexuelle menschen e.v. und dr. med. jörg woweries dazu fleissig schützenhilfe leisten (soweit nichts neues).

dazu zwei zum thema unpassend frischfröhliche moderatoren in berlin:

"hallo und herzlich willkommen in der multikultigloballiberalheterohomohiergehtalles-hauptstadt, herzlich willkommen aber auch in einer gesellschaft, die nur zwei geschlechter kennt: mann und frau. es gibt aber auch menschen, die sind weder eindeutig das eine noch das andere, sie haben ein bisschen von beiden: intersexuelle oder auch zwitter genannt."

die gleich eingangs klarstellen, beim thema "intersexualität" gehe es nicht etwa um das recht auf körperliche unversehrtheit und gegen genitalverstümmelung. sondern um den "kampf um die eigene identität" und "abschaffung des geschlechtseintrags", wobei als optischer hintergrund einmal mehr die üblichen antiken marmorplastiken zum einsatz kommen:

moderator: "einige französische ärzte sagen, eine lösung wäre, auf der geburtsurkunde nicht mehr männlich und weiblich zu schreiben. was denken sie da?"

woweries: "das ist absolut richtig. (...) man sollte den geschlechtseintrag weglassen. (...)"

so wird dann die ganze sendung hindurch fleissig über den "geschlechtseintrag" und "faktoren der geschlechtsidentität" schwadroniert. die eigentlich zentralen begriffe "menschenrechte", "körperliche unversehrtheit" oder "menschenrechtsverletzung" kommen dagegen während der ganzen sendung kein einziges mal zur sprache. stattdessen geht es stets nur um das "eine":

anja kumst: ich bin "weder mann noch frau - gefühlt."

moderator: "sie kämpfen mit ihrem verein, dass intersexualität endlich akzeptiert wird. was sollen wir in der gesellschaft ändern, ihrer meinung nach?"

kumst: "wir sollten vielleicht den geschlechtseintrag in der geburtsurkunde oder im familienbuch weglassen oder einen intersexuellen eintrag ermöglichen, damit diese kinder auch so erfasst werden können, dass man sie nicht hinoperieren wird zum mädchen oder zum jungen, je nachdem wie sie dann eingetragen werden, dass vielleicht die eltern nicht diese zwänge haben: ich muss jetzt mein kind einordnen, sondern dass sie ihr kind auch einmal kennenlernen dürfen."

glauben anja kumst respektive intersexuelle menschen e.v. und dr. med. jörg woweries allen ernstes, dass kosmetische genitaloperationen an kindern und jugendlichen aufhören werden, wenn der geschlechtseintrag abgeschafft oder zwangsweise ein dritter geschlechtseintrag für zwitter geschaffen würde? dass eltern, denen der äussere schein einer "normalen familie" offensichtlich näher steht als das recht ihrer kinder auf unversehrte genitalien und auf sexuelle empfindsamkeit, dass solche eltern dann plötzlich nicht mehr auf die medizyner hereinfallen würden, die ihnen "unauffällige kinder" versprechen? dass diese eltern dann nicht im gegenteil ihre kinder erst recht operieren lassen werden, um vor allem sich selbst die "schande" eines "dritten eintrages" zu ersparen?

jörg woweries beschreibt immerhin eindrücklich und drastisch die menschenrechtswidrigen kosmetischen genitaloperationen (die moderatoren schauen dabei unterdrückt entgeistert und irritiert):

moderatorin: sie gehören ja heute zu den wenigen ärzten, die nicht mehr sofort eine geschlechtszuweisende operation verordnen würden. wie kam es denn zu dieser wandlung?

woweries: ich habe immer gefragt: was wird aus diesen menschen, die frühzeitig operiert worden sind? und habe praktisch keine ergebnisse lesen können. und erst in den letzten jahren kamen zwei grosse studien raus, die mir gezeigt haben, dass die intersexuellen körperlich und psychisch sehr schwer leiden, dass 48% der patienten an suizid gedacht haben und 62% hatten schwere psychische probleme. und sie haben einen gewaltigen hass auf die ärzte, die das angerichtet haben.

moderator: wie muss man sich diese geschlechtskorrigierende operation an säuglingen überhaupt vorstellen?

woweries: ganz primitiv gesagt: abschneiden kann man immer. und wenn sie sich das ergebnis ankucken, sind 90% aller intersexuellen mit einem weiblichen konstruierten genitale versehen. es gibt eine gruppe, die haben eine klitoris, die ist penisgross und haben keine ausgeprägte scheide. die werden im alter von drei, vier monaten oder als kleinkinder im alter von ein bis zwei jahren operiert. die klitoris kann man abschneiden. man riskiert natürlich, dass sehr viel sensibilität weggenommen wird. die scheide kann man rekonstruieren. aber wie sieht es anschliessend aus? jedes loch, wenn sie zum beispiel ein loch ins ohr stechen, wächst es wieder zu. man muss also diese scheide offenhalten. ich benutze den ausdruck hier sehr ungerne, aber die scheide muss benutzt werden, schon bei kleinkindern. man führt dann stahlstifte in steigender grösse ein, in mehrwöchigen abständen werden die stahlstifte eigentlich eingeführt, damit es nicht wieder zuwächst.

die zwischengeschlechtliche/betroffene anja kumst erwähnt dagegen genitaloperationen und deren folgen gar nicht erst konkret, geschweige denn die selbst erlittenen.

schon fast tröstlich: die medizyner pierre mouriquand und olaf hiort ("eurodsd") brillieren wiederholt mit ihren selbstgerechten und menschenverachtenden aussagen. ist doch schön, wenn sie vor laufender kamera einmal mehr zugeben, dass sie die erhaltung der sexuellen empfindsamkeit nach einer genitaloperation nicht garantieren können.

bleibt zu hoffen, dass solche aussagen wenigstens diejenigen eltern, die wirklich das beste für ihr kind wollen, womöglich davon abhalten werden, ihr kind genitalverstümmeln zu lassen.

nella

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002 (Georg Klauda)
- "Tabu Intersexualität", Arte 8.10.10
- Genitaloperationen: "Freifahrtschein, an die Eltern eine ohnehin schon feststehende Entscheidung abzudelegieren" - Claudia Wiesemann, Forum Bioethik 23.6.10

Sunday 13 February 2011

Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" - Prof. Dr. Christian Kind, Chefarzt Ostschweizer Kinderspital, Präsident Zentrale Ethikkommission SAMW, Präsident Swiss Pediatrics, etc.

>>> Infoseite zum Protest   >>> Der Offene Brief   >>> Pressemitteilung 2.2.11

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

STOP Genitalverstümmelung im Kinderspital!

[...] Chefarzt Christian Kind gehen die Forderungen von «Zwischengeschlecht.org» zu weit. [...] «Wenn die Eltern ein intersexuelles Kind nicht annehmen können, dann kann es für das Wohl des Kindes besser sein, zu operieren.»

«Lieber hier als im Osten»

[...] Christian Kind sieht das pragmatisch: «Es ist mir lieber, wir behandeln die Kinder hier, als dass die Eltern in den Osten fahren und die Operation dort vornehmen lassen.» [...]  

>>> "Zwist um Zwitter-Operationen" - St. Galler Tagblatt + Regionalausgaben, 11.2.11
>>> Scan ganzer Artikel   >>> Online-Teaser mit Foto (10.2.11)
Nachtrag: >>> Ganzer Artikel jetzt auf Thurgauer Zeitung Online

>>> Ganzer Artikel: ins Bild klicken
(Plus ggf. anschliessend nochmals reinklicken zum vergrössern auf 100%)

Letzten Freitag, 11. Februar 2011 erschien dieser gelungene, kontradiktorische Hintergrundartikel von Jeanette Herzog auf der Frontseite des "Ostschweiz"-Bundes (S. 27) von St. Galler Tagblatt, Appenzeller Zeitung, Thurgauer Zeitung, Toggenburger Tagblatt, Wiler Zeitung und Der Rheintaler.

Daniela "Nella" Truffer, Gründungsmitglied der Schweizerischen Betroffenenselbsthilfe "intersex.ch" und der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org, nimmt darin kein Blatt vor den Mund – sondern schlägt mutig eine Bresche für die von Verstümmelung bedrohten Kinder:

[...] «Wir kämpfen für die Menschenrechte der Zwitter. Jedes Kind soll unversehrt aufwachsen und später selber entscheiden, ob es operiert werden möchte.» [...]

Genitaloperationen und die nachfolgenden Behandlungen ermöglichten kein unbeschwertes Kindsein. «Ich kenne keinen operierten Zwitter, der glücklich ist. Wir sind alle psychisch und physisch versehrt.» [...]

«Die Unversehrtheit des Kindes muss oberste Priorität haben. Schreit ein Kind für den Geschmack der Eltern zu laut, entfernt man auch nicht seine Stimmbänder.» [...]

In der Ecke der GenitalabschneiderInnen verbreitet Prof. Dr. med. Christian Kind – seines Zeichens Chefarzt Pädiatrie im Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen, Präsident "Zentrale Ethikkommission (ZEK)" der "Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW)", Präsident "Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie (SGP)" / "Swiss Pediatrics (SSP)", usw. – die altbekannten Medizynermärchen:

  • es würde inwischen nur noch "in seltenen Einzelfällen [...] nicht notwendige geschlechtsangleichende Operationen [vorgenommen]"
  • «Unser Interesse zu operieren, ist nicht gross. Wir drängen niemanden zu einem Eingriff.»
  • "In der Vergangenheit habe es bestimmt traumatisierende Eingriffe gegeben. Heute gehe man aber viel sensibler mit dem Thema um [...]."

Leider straft der umtriebige Chefarzt seine Lippenbekenntnisse anschliessend gleich selbst Lügen und demaskiert sich vollends mit seinen fragwürdigen Aussagen von wegen «Lieber hier als im Osten» (siehe oben).

Einige andere typische Genitalverstümmler-Ausreden von Prof. Dr. med. Christian Kind benötigen zwar zu ihrer Richtigstellung die Kenntnis zusätzlicher Fakten, die im vorliegenden Artikel leider fehlen.

So lobt etwa Chefarzt Christian Kind das "multiprofessionelle Betreuungteam" inkl. "Psychologen" über den grünen Klee. Der Bericht einer Mutter über das Ostschweizer Kinderspital stellt hierzu einiges klar:

Wir Eltern wurden dann von den Ärzten massiv unter Druck gesetzt, das Kind geschlechtsbestimmend operieren zu lassen, obwohl es vollkommen gesund war und keine Beschwerden hatte. Nicht zu operieren wäre für das Kind ein gesellschaftliches Desaster, lautete die Begründung. Die Rede war zuerst von einem Mädchen. «Aber wir machen auch einen Bub, wenn sie lieber wollen», bot uns die Ärztin an.

Ebenso der Offene Brief:

[...] die versprochenen Hinweise auf Selbsthilfegruppen entsprechen [...] offensichtlich nicht immer der tatsächlichen Praxis. Weiter fällt auf, dass die konkret angebotene sozialpädagogische Unterstützung [...] primär auf medizinische Behandlungen ausgerichtet ist [...] [d.h. auf] Unterstützung bei der Durchsetzung von Forderungen bei Krankenkassen und Invalidenversicherung [letztere in der Schweiz auf Bundesebene zuständig für die Abrechnung der allermeisten Verstümmelungs-Eingriffe].

Auch bei anderen CH-Kinderspitälern beklagen Eltern immer wieder, psychosoziale Betreuung gäbe es nur, sofern sie einwilligten, ihr Kind zuerst operieren zu lassen.

(Auch international entpuppt sich das berühmte "interdisziplinäre Team" bekanntlich laut Erhebungen der ZwangsbehandlerInnen selbst zu über 90%  als unveränderte "alte Team", bestehend aus "Pädiatr. Endokrinologe + Operateur"die beiden "klassischen" GenitalabschneiderInnen-Zünfte schlechthin, die seit 60 Jahren im Teamwork überforderten Eltern menschenrechtswidrige kosmetische Genitaloperationen an Kindern aufnötigen.

Weiter hebt Prof. Dr. Christian Kind im vorliegenden "Tagblatt"-Artikel dreist die Menschenexperimente am Kispi St. Gallen hervor: "Das Ostschweizer Kinderspital unterstütze zudem die Forschung über die Behandlung von intersexuellen Kindern und nehme aktiv daran Teil."

Was Chefarzt Christian Kind dabei wohlweislich nicht erwähnte:

Das Ostschweizer Kinderspital fungiert (zusammen mit dem Inselspital Bern) als offizielles "Studienzentrum in der Schweiz" des "Netzwerk Intersexualität" / "EuroDSD" und beteiligte sich u.a. an der "Lübecker Studie".

Diese Studie mit 439 Proband_innen aus D, A und CH kam bekanntlich zum Schluss, es würden nach wie vor 90% (!) aller betroffenen Kinder verstümmelt, und belegt einmal mehr die notorisch "[h]ohe Unzufriedenheit mit der medizinischen Behandlung".

Was leider alles offensichtlich auch im Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen die Pädo-GenitalverstümmlerInnen trotzdem nicht vom Weiterverstümmeln abhält ...

Umso dringender braucht es ein explizites gesetzliches Verbot medizinisch nicht notwendiger, kosmetischer Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen, um diese endlich wirksam vor den uneinsichtigen VerstümmlerInnen zu schützen!

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Infoseite zum Protest   >>> Der Offene Brief   >>> Pressemitteilung 2.2.11
>>> Kispi-Chefarzt Christian Kind: "Genitalverstümmelungen ethisch unbedenklich"
>>> Bericht einer Mutter über das Ostschweizer Kinderspital
>>>
Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist. Wir nehmen es dankbar an und lieben es. Es ist gesund und fröhlich und entwickelt sich prächtig."
- Historischer überparteilicher Vorstoss gegen Genitalverstümmelung in Kinderkliniken
- Schweiz: Amnesty International und Terre des Femmes fordern Strafbarkeit von Genitalverstümmelung auch bei Zwittern
- Stiftung Kinderschutz Schweiz: "nicht notwendige operative Eingriffe dringend vermeiden"
- Kosmetische Genitaloperationen im Kinderspital Luzern
- Genitale Zwangsoperationen im Inselspital Bern
- Kinderspital Zürich propagiert Zwangskastrationen an Zwittern
- Angeblich "keine Zwangsoperationen" gemäss Prof. Primus Mullis (Inselspital Bern)
- Rita Gobet, Kinderspital Zürich: Genitale Zwangsoperationen nur "ganz selten"
- Prof. Dr. Ricardo González (Kispi Zürich): "Noch etwas weiter experimentieren"
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: Genitalverstümmelungen der "normale Weg" 
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung 
- "Neuere Operationstechniken beeinträchtigten die Orgasmus-Fähigkeit stärker als ältere"
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?  

Saturday 12 February 2011

Vereinnahmung von Zwittern: "TransInterQueer (TrIQ)", Thoralf Mosel und "taz" können es einfach nicht lassen ...

>>> Nachtrag: TGNB/TrIQ/IVIM drücken sich vor inhaltlicher Auseinandersetzung 

>>> Nicht mehr ganz taufrisches, aber durchaus typisches Beispiel, wie gewissenlos dritte Interessensgruppen dauernd den Begriff "intersexuell" für sich selbst okkupieren und vereinnahmen, um daraus ihr eigenes politisches Süppchen zu kochen.

Dass auf diese Weise weiterhin tausende wehrloser Zwitterkinder in Kinderkliniken unnötig irreversibel genitalverstümmelt werden, ist den VereinnahmerInnen von "taz", "TransInterQueer (TrIQ)" & Co. dabei offensichtlich egal bzw. sie nehmen dies billigend in Kauf.

Die Vereinnahmung beginnt im vorliegenden "taz"-Artikel aus der Tastatur von Diana Weis schon ganz zu Beginn im Eingangsabschnitt und in Grossbuchstaben:

INTERSEXUELL Für die Abschaffung der Personenstandseintragung "männlich/weiblich" in der Geburtsurkunde plädiert wird auf der Trans*Tagung im Pfefferwerk. Ein Gespräch mit Mitveranstalter Thoralf Mosel

Auch wenn für diese "Verwechslung" im Lead möglicherweise die Redaktion der "tageszeitung (taz)" alleine die Schuld trägt, so ist die Methode altbekannt und weitverbreitet (und auch im Rest des vorliegend Artikels durchgängig angewendet):

Der Begriff "Intersexuell" wird insbesondere von "Lesben, Schwulen, Transsexuellen, Transgendern und Queers (LGBTQ)" seit Jahr und Tag laufend als "Türöffner" in die politische Debatte eingebracht und dabei scheinbar willkürlich planmässig mit allen möglichen "sexuellen Randgruppen" 'verwechselt' und vermischt, um daraus politisches Kapital für die eigenen Anliegen zu schlagen – während gleichzeitig die dringenden Anliegen der "Intersexuellen" nach sofortiger Beendigung der genitalen Zwangsoperationen in den Kinderkliniken konstant unter den Teppich gekehrt werden.

So auch durchgängig im vorliegenden "taz"-Artikel von Diana Weis durch den erwähnten Thoralf Mosel von der Berliner Interessensgruppe "TransInterQueer (TrIQ)", die ihrerseits eng liiert ist mit der bekannten VereinnahmerInnentruppe "Transgender Netzwerk Berlin (TGNB)". (Nachtrag: Mensch beachte zu unterst in der AutorInnenliste u.a. "Mosel, Esther, Dipl. Sozialpäd. (FH), berät und informiert im Sonntags-Club e.V. zum Thema Transgender und zu Fragen zur Geschlechtsidentität"  und weitere Beteiligte, die je nach Bedarf im Namen von TGNB, TrIQ, 1-0-1 intesex, TransInterGenderSex, IVIM usw. firmieren.)

"sowohl inter- als auch transgeschlechtlich"

Thoralf Mosel, der sich im "taz"-Artikel typischerweise als "sowohl inter- als auch transgeschlechtlich"  darstellt, führt im nachfolgenden Interview ausdrücklich im Namen von "TransInterQueer (TrIQ)" und "Trans*Tagung" aus:

["taz":] Der Verein, für den Sie arbeiten, heißt TransInterQueer, kann man diese drei Begriffe voneinander abgrenzen?

[Thoralf Mosel:] Intergeschlechtliche Menschen können bei ihrer Geburt von der Medizin nicht eindeutig als Mädchen oder Junge eingestuft werden. Es gibt aber auch Menschen, die medizinisch zunächst nicht auffallen und die erst später im Leben mit der Thematik umgehen können, müssen oder wollen. Leider gibt es dazu kaum Statistiken, die meistzitierte spricht von 80.000 bis 100.000 intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland. Transgeschlechtlichkeit ist dagegen etwas, das offiziell tragischerweise immer noch als psychische Störung gilt. [...] Queer ist keine dritte Gruppe, sondern steht für den Wunsch, Geschlechtskategorien infrage zu stellen und Strukturen aufzulockern.

Der Rest des Interviews dreht sich dann folgerichtig ausschliesslich um die Forderung von "Trans*Tagung", "TGNB" und "TrIQ" nach Abschaffung der "Personenstandseintragung im Pass und in der Geburtsurkunde":

Wir würden uns wünschen, dass es diese Eintragung gar nicht mehr gibt. Es gibt aus unserer Sicht rechtlich kaum Gründe dafür, festzuhalten, in welche Geschlechterkategorie ein Mensch eingeordnet wird. Diese Eintragung ist eigentlich nur noch deshalb notwendig, weil es den Unterschied zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft gibt und aufgrund der Wehrpflicht.

Die täglichen Genitalverstümmelungen an "Intersexuellen" in den Kinderkliniken werden dagegen im ganzen Artikel nicht ein einziges Mal überhaupt nur erwähnt!

Dies ist umso bezeichnender, als sich das "Transgender Netzwerk Berlin (TGNB)" & Co. andrerseits vom Berliner Senat widerspruchslos als Feigenblatt für tatsachenwidrige Behauptungen einspannen lassen (vgl. Drucks. 16/14436), Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken würden a) in Berlin gar nicht stattfinden und b) der Berliner Senat unternehme ja etwas dagegen, indem er (ausgerechnet!) Vereinnahmer-Organisationen wie z.B. "TGNB" und "TrIQ" öffentliche Plattformen biete.

Der politische Schaden, der dabei angerichtet wird, indem die Problematik der Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken auf diese Weise in der öffentlich-politischen Wahrnehmung ausgeblendet bzw. zu einem "Schwulenanliegen" und "Identitätsproblem" umgebogen wird, ist immens.

Gleichzeitig wird allein in deutschen Kinderkliniken weiterhin JEDEN TAG mindestens ein wehrloses Zwitterkind irreversibel genitalverstümmelt – auch z.B. in der Berliner Charité!

Wären nur schon ein paar wenige von diesen ewigen VereinnahmerInnen, PolitikerInnen und sonstigen (Mit-)TäterInnen zur Abwechslung mal an den eigenen Geschlechtsteilen in einer Kinderklinik etwas genital zwangsoperiert worden, hätten sie bestimmt ziemlich schnell andere Parolen – wetten?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

 
Nachtrag:  2011 organiseren Es/Thoralf Mosel ("IVIM/TrIQ"), zwei weitere IVIM/TrIQ-Doppelmitglieder und >6 weitere TrIQ-Mitglieder zur Abwechslung statt einer weiteren Trans*tagung  – Überraschung! – eine "Inter*tagung". Zwischengeschlecht.org als einzige Lobbygruppe mit einer konkreten Praxis gegen GenitalverstümmlerInnen war dem IVIM/TrIQ-Orga-Team zwar gut genug um unseren Vorschlag einer Podiumsdiskussion zum Thema in verwässerter Form als "Eigenleistung" getarnt ins Programm aufzunehmen. Gleichzeitig wurde die Delegation von Zwischengeschlecht.org – Überraschung! – auf Betreiben von Es/Thoralf Mosel zunächst wochenlang hingehalten und letztlich "in Rücksprache mit IVIM und dem TrIQ-Vorstand" und unter Berufung auf obige 'unbotmässige Kritik' von der Teilnahme an der ganzen Veranstaltung klammheimlich ausgeschlossen.

>>> Genitalverstümmelungen: TrIQ & Co. seit Jahr und Tag als Feigenblatt 

>>> "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!" (I)
>>>
Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
>>>
Vereinnahmung: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ...

Siehe auch:
- Historischer überparteilicher Vorstoss gegen Genitalverstümmelung in Kinderkliniken
- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung 
- Klaus Wowereit und Ole von Beust: Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- LSVD und Zwittervereinnahmung: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück? 
- Heute im Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" 
- "Intersexualität" = "sexuelle Identität und Lebensweise"??! – Grüne VereinnahmerInnen immer noch nichts gelernt 
- Geschlecht: Zwangsoperiert 
- Liminalis: Aus Transschändrien nix neues
- "Who killed David Reimer?"
- "Intersexualität" = sexuelle Orientierung?!
- Heinz-Jürgen Voß in "Liminalis" 3 (2009) – Zwitter-Vereinnahmung wie gehabt ... 
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ... 
- Das Problem der Instrumentalisierung durch LGBTQ  
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung   

- page 2 of 10 -