Friday, October 8 2010

"Tabu Intersexualität" - dpa, 8.10.10

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Geschlecht: Zwangsoperiert>>> Zwiespältige Meldung der Deutschen Depeschen Agentur zum Dokfilm u.a. über Christiane Völling heute auf Arte um 22:45h.

Nach bekanntem "Gender"-ABC geht's um "Geburtsurkunde" statt um medizynische Verbrechen, um "richtige Geschlechtsbestimmung" statt um Recht auf körperliche Unversehrtheit. John Money wird einmal mehr zum alleinigen Sündenbock gestempelt.

Das einzige, was an den täglichen Verstümmelungen in den Kinderkliniken als problematisch dargestellt wird, ist, dass sie vielleicht etwas zu früh gemacht würden, nämlich "solange noch Unklarheit über das Geschlecht besteht", weshalb "oftmals [...] beim Versuch der Bestimmung die Zeichen nicht richtig [...] erkannt" würden.

Doch die Rettung naht: "in den vergangenen Jahren hat die Wissenschaft mit Hochdruck begonnen, die Ursachen und Auswirkungen von Intersexualität zu erforschen". Und die neuen, gender-optimierten Verstümmelungsmethoden werden's dann schon richten: 

«Man muss warten, bis das Gehirn anfängt, in einer geschlechtlich differenzierten Weise zu arbeiten», sagt der Hirnforscher Dirk Swaab. «Nur vom Verhalten eines Menschen können wir ableiten, ob er ein männliches oder weibliches Gehirn hat.»

Liebe Leute von der dpa: Es gibt keine "richtigen" Zwangsoperationen! Verstümmelungen a.k.a kosmetische GenitalOPs an wehrlosen Kindern sind IMMER falsch und ein Verbrechen. Wenn die Kinder später einmal entscheidungsfähig sind, können sie selbst am besten sagen, ob sie überhaupt Eingriffe wollen, und falls ja, welche. Vorher ist JEDER nicht gesundheitsnotwendige Eingriff einfach nur daneben und die TäterInnen gehören allesamt bestraft. Was ihr bestimmt schnell einsehen würdet, wenn's um Eure eigenen Genitalien ginge, wetten?!

Ausserdem, der "Hirnforscher" heisst Dick Swaab und NICHT Dirk.

Fazit: Ungenügend, setzen. Das nächste Mal besser, bitte. Genderbrille zwischendurch absetzen könnte helfen.

>>> "Tabu Intersexualität" - ARTE 8.10.10 + online auf arte.tv

Siehe auch:
- Christiane Völlings Geschichte in ihren eigenen Worten
- "Die Bielefelderin Britta Dombrowe über ihren Arte-Film zur Intersexualität" - Neue Westfälische, 2.10.10
- Buch von Christiane Völling: "Mein Leben als Intersexuelle"
- "Tabu Intersexualität" - Dokfilm u.a. über Christiane, Arte 8.10.10
- Alle Posts zu Christiane Völling auf Zwischengeschlecht.info
- Genitalverstümmelung & Gendertheorie: Hirschfeld-Money-Butler
- John Money & Co. - Der Mythos vom Einzeltäter

Sunday, October 3 2010

"Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist. Wir nehmen es dankbar an und lieben es. Es ist gesund und fröhlich und entwickelt sich prächtig." - Sonntag + Leben & Glauben, Nr. 36/2010

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Sonntag + Leben & Glauben 36/2010

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!   

>>> Gelungener Artikel (PDF 456 KB) über 3 Seiten mit dem Titel "Weder Mann noch Frau – und doch beides" von Renata Egli-Gerber plus ebensolches Editorial von Andreas Nentwich, beide gleichzeitig erschienen im katholischen Wochenmaganzin "Sonntag" sowie im evangelischen Pendant "Leben & Glauben". Dafür ein herzliches Danke!

Nella bringt im Hauptteil wie gewohnt Klartext. Weiter enthalten ist in einem Kasten der erschütternde Bericht einer Mutter, woraus auch das berührende Zitat im Titel dieses Blogposts stammt. Sie erzählt über ihre Erfahrungen im Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen:

Wir Eltern wurden dann von den Ärzten massiv unter Druck gesetzt, das Kind geschlechtsbestimmend operieren zu lassen, obwohl es vollkommen gesund war und keine Beschwerden hatte. Nicht zu operieren wäre für das Kind ein gesellschaftliches Desaster, lautete die Begründung. Die Rede war zuerst von einem Mädchen. «Aber wir machen auch einen Bub, wenn sie lieber wollen», bot uns die Ärztin an.

Der Mut, die Kraft und die Liebe dieser Eltern zu ihrem heute 2-jährigen Kind, das sie nicht zuletzt aus Glaubensgründen nicht verstümmeln liessen, obwohl die Medizyner sie wiederholt dazu drängten, verdient unsere Hochachtung und ein ganz, ganz herzliches Dankeschön!!!

Das titelgebende Zitat dieser Mutter wird ebenfalls prominent aufgegriffen im feinfühligen Editorial von Andreas Nentwich, das u.a. von einer Jugendbegegnung des Autors erzählt mit einem Menschen, hinter dessen Rücken getuschelt wurde, er sei ein "Zwitter", und das schliesst mit den Worten:

Noch immer werden hierzulande Kinder ungefragt mit massiven operativen Eingriffen in die Geschlechtseindeutigkeit gezwungen, wobei die lebenslangen leiblichen und seelischen Folgen stets die verheerendsten sind. Das sollten wir, die wir uns mit Recht über Vaginalbeschneidungen in Stammeskulturen entrüsten, nicht hinnehmen, als Christen nicht und nicht als aufgeklärte Europäer.

Alle Texte sind ein überzeugendes Plädoyer für Akzeptanz und praktische und Eltern- und Nächstenliebe. Umso mehr freuen wir uns für alle künftigen Kinder, dass sie hier auf so grosse Resonanz stiessen – immerhin erreichen die beiden Zeitschriften zusammen laut aktuellen Erhebungen über 150'000 Leserinnen und Leser!

>>> Artikel und Editorial (PDF 456 KB)

>>> Überparteilicher Vorstoss gegen Genitalverstümmelung in Kinderkliniken

Saturday, October 2 2010

Wie die Zwitterorganisationen Christiane Völlings Zwangsoperateur Prof. Dr. L. 150'000 Euro schenkten

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Christiane Völling: »Ich war Mann und Frau. Mein Leben als Intersexuelle.« Fackelträger Verlag, erscheint 25.08.2010Bemerkenswertes "Detail" zu Christiane Völlings Prozess:

Wenn die einen und die anderen der hier (-->) erwähnten Gruppen und Organisationen die Wichtigkeit der Unterstützung konkreter juristischer Kämpfe bewusst wäre, und hätten diese Organisationen gar von ihren jährlichen Beiträgen und Subventionen jeweils etwas dafür zur Seite gelegt oder wären zumindest bereit, nötigenfalls rasch aktiv Spenden sammeln, hätte Christianes Zwangsoperateur 250'000 Euro Schadenersatz hinblättern müssen statt "nur" 100'000.–.

Wie Christiane nämlich in ihrem gelungenen Buch auf S. 163f. beschreibt, hatte ihr Anwalt Georg Groth ihr ursprünglich geraten, Prof. Dr. L. auf 250'000.– zu verklagen, was sie schlussendlich vom Landgericht wohl auch bekommen hätte.

Leider konnte sie aber Prof. Dr. L. nicht auf 250'000.– verklagen, da es ihr nirgends möglich war, das für die höhere Streitsumme zusätzlich notwendige Geld zu leihen zwecks Hinterlegung beim Gericht als Voraussetzung für die Klageeinreichung.

Aus diesem Grund verklagte sie Prof. Dr. L. schliesslich nur auf 100'000.–.

Die dazu notwendige (niedrigere) Kaution schoss ihr Anwalt Groth aus eigener Tasche vor.

Andernfalls wäre auch Christianes Zwangsoperateur gratis und ungeschoren davongekommen – wegen Verjährung.

Wie bisher alle anderen Genitalverstümmler vor und nach ihm ...

Siehe auch:
- Buch von Christiane Völling: "Mein Leben als Intersexuelle"
- "Tabu Intersexualität" - Dokfilm u.a. über Christiane, Arte 8.10.10
- Alle Posts zu Christiane Völling auf Zwischengeschlecht.info
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken 
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen? 

"Die Bielefelderin Britta Dombrowe über ihren Arte-Film zur Intersexualität" - Neue Westfälische, 2.10.10

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Christiane Völling nach ihrem 1. Sieg vor dem Landgericht Köln, 6.2.08

>>> Gelungenes Interview mit der Regisseurin Britta Julia Dombrowe (und Co-Autorin von Christiane Völlings Biographie) über ihren kommenden Dokfilm zum Thema (Arte 8.10.10). Britta Dombrowe redet wiederholt Klartext. Danke!

Zwei Beispiele:

2007 arbeitete ich an einem Film über afrikanische Frauenbeschneidung. Ich sprach mit einer Medizinhistorikerin, die sagte: ,Wir regen uns darüber auf, wie andere Länder die Genitalien manipulieren. Dabei passiert es mit intersexuellen Menschen in europäischen Krankenhäusern sehr häufig, dass Genitalien angeglichen werden.’ Das hat mich schockiert. So bin ich drangeblieben. Ich konnte die Diskrepanz nicht vertragen, dass wir uns einerseits darüber aufregen, was anderswo passiert – gleichzeitig wird es bei uns hinter verschlossenen OP-Türen ganz ähnlich gemacht.

Viele Menschen sind so nachhaltig traumatisiert, dass sie Probleme mit Sexualität und Partnerschaft haben. Auch die Organe, die man ihnen anoperiert hat, werden oft nicht als lustspendende Organe empfunden. Die meisten sagen: Ich wäre am liebsten so geblieben, wie ich war.

Siehe auch:
- Christiane Völlings Geschichte in ihren eigenen Worten
- Buch von Christiane Völling: "Mein Leben als Intersexuelle"
- "Tabu Intersexualität" - Dokfilm u.a. über Christiane, Arte 8.10.10
- Alle Posts zu Christiane Völling auf Zwischengeschlecht.info

Wednesday, September 29 2010

Genitalverstümmelung: "Unrecht der Medizinversuche anerkennen" (Oliver Tolmein 2009)

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Menschenrechte auch für Zwitter!

Während der öffentlichen Anhörung "Politischer Handlungsbedarf bei der Regelung für ärztliche Behandlungen von Hermaphroditen" der Hamburgischen Bürgerschaft vom 29. April 2009 brachte es der Hamburger Rechtsanwalt und Journalist Oliver Tolmein auf den Punkt (>>> PDF-Wortprotokoll -> S. 11):

Herr Dr. Tolmein:

Und ich glaube, dass wichtig ist als Grundlage für eine weitere Beschäftigung mit diesem Thema, [...] dass das als Unrecht und auch als medizinisches Unrecht zur Kenntnis genommen wird und akzeptiert und anerkannt wird.

Frau Veith hat das sehr deutlich gesagt [...], ich bin Überlebender eines Medizinversuches, und ich denke, [...] das muss man auch einfach mal so anerkennen.

Interessant ist, dass zu uns in die Kanzlei beispielsweise sehr viele Menschen kommen, die Schadensersatzprozesse führen möchten gegen ihre Ärztinnen und Ärzte, die behandelnden, und zwar nicht in erster Linie, um reich und glücklich zu werden, sondern damit anerkannt wird, dass das, was damals an ihnen praktiziert worden ist, was sie durchlitten und durchlebt haben, dass das eben keine Standardbehandlung, keine medizinischen Heileingriffe waren, sondern dass das eben genau das war: Medizinversuche [...].

Und ich denke, dieses Experimentelle, dieses Versuchsmäßige, dass dazu geführt hat, dass Menschen hier schwer leiden müssen und mussten, das muss in irgendeiner Art und Weise reflektiert [werden] und dann auch zu irgendwelchen Konsequenzen führen.

Bekanntlich stahlen sich in der Folge betreffend "politischem Handlungsbedarf bei der Regelung für ärztliche Zwangsbehandlungen an Hermaphroditen" sowohl der Hamburger Senat wie auch die Bürgerschaft einmal mehr letztlich tatenlos aus jeder Verantwortung – während auch in Hamburg die experimentellen Verstümmelungen unvermindert weitergehen.

O-Ton Prof. Dr. Olaf Hiort, Chef von "Netzwerk DSD/Intersexualität" und "EuroDSD" an derselben Anhörung (>>> PDF-Wortprotokoll -> S. 40):

Es gibt keine Qualitätskontrolle, und alleine in Hamburg würde ich drei oder vier Krankenhäuser benennen können, die solche Operationen durchführen oder durchgeführt haben.

Auch die von RA Tolmein ewähnten "sehr vielen" Überlebenden, die ihre VerstümmlerInnen verklagen wollten, wurden inzwischen allesamt im Regen stehen gelassen – da die Medizyner ihre Experimente mit Vorliebe an Kleinkindern durchführen, waren ihre medizinischen Verbrechen einmal mehr allesamt längst verjährt ...

Allein in Deutschen Kinderkliniken wird JEDEN TAG mindestestens 1 wehrloses Kind experimentell genitalverstümmelt, sowie in Österreich und in der Schweiz JEDE WOCHE nochmals JE 1 weiteres.

Wie lange noch?!

Siehe auch:
- Zwitter: "Akzeptieren statt zwangsoperieren" – Oliver Tolmein (2002)
- Leugnen, wegschauen, schweigen – Hamburger Senat reiht sich ein unter die MittäterInnen
- Hamburg: Bürgerschaft will Zwitter stärken – Zwangsoperationen ausgeklammert
- Schweiz: Patientenschützerin Margrit Kessler fordert Reglementierung experimenteller "Heilversuche"
- "Heimliche Versuche am Menschen" - Beobachter 7/2010 
- Verfassungsartikel Forschung am Menschen – Chance im Kampf gegen genitale Zwangsoperationen und sonstige experimentelle Zwangsbehandlungen an Zwittern
- Prof. Dr. Ricardo González (Kispi Zürich): "Noch etwas weiter experimentieren, vielleicht künftig bessere Resultate"
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 23.6.10
- Amnesty: Zwangsoperationen "fundamentaler Verstoß" gegen körperliche Unversehrtheit
- Terre des Femmes: Genitalverstümmelungen an Zwittern gleich schädlich wie weibliche Genitalverstümmelung
- Schweiz: Bundesrat will weibliche Genitalverstümmelung verbieten – aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ... 

Tuesday, September 28 2010

"Was ist es denn geworden?" - taz, 28.9.10

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>>> Nachträge 10.10.10 + 1.12.10 + 3.4.11

>>> Interessanter Artikel über einen Vorstoss der Grünen in Bremen im Anschluss an eine Diskussionsveranstaltung im letzten April (dieser Blog berichtete: eins / zwei).

Dass die Bremer Grünen überhaupt etwas für Zwitter tun wollen (obwohl es sich bei dieser "benachteiligten Minderheit", wie im Artikel gleich zwei mal betont wird, nur um eine "relativ kleine Gruppe" handle), und dass die Bremer Grünen dabei immerhin schon zur Kenntnis genommen haben, dass die Probleme der Zwitter nicht via das Transsexuellengesetz gelöst werden können, ist ein Fortschritt und Grund zur Freude.

Dass die Bremer Grünen dabei die "Genitaloperationen" immerhin wenigsten einmal beim Namen nennen, ist ebenfalls sehr positiv zu werten.

Danke!

Dass auch die Bremer Grünen es letztlich aber einmal mehr geradezu krampfhaft vermeiden, das zentrale Problem der Genitalverstümmelungen direkt anzugehen, sondern stattdessen politisch über die "obligate" Personenstandsgesetz-Diskussion nicht herauskommen (wollen), und sich letztlich darauf beschränken, zum x-ten Mal "vom Senat" abgeklärt haben zu wollen, "ob eine verbindliche Frist besteht, innerhalb derer auf dem Standesamt das Geschlecht des Neugeborenen definiert wird", um "den betroffenen Eltern erstmal Zeit zu geben, sich von Fachleuten beraten zu lassen", während Peer Support (Kontakt zu Selbsthilfegruppen und Zwitterorganisiationen) einmal mehr aussen vor bleibt – wen wundert's?!

Da es sich beim standesamtlichen Gechlechtseintrag für manche offensichtlich um ein liebgewonnenes, immer wieder faszinierendes, scheinbar unergründliches Geheimnis handelt, sei es hiermit kurz und schmerzlos gelüftet: Nein, liebe Grüne, eine solche Frist gibt es nicht (mehr).

(1) Fehlen Angaben oder Nachweise für die Beurkundung eines Personenstandsfalls, kann das Standesamt die Beurkundung zurückstellen. Die Beurkundung des Personenstandsfalls ist in diesem Fall in angemessener Frist nachzuholen.

(2) Dem Anzeigenden ist auf Antrag eine Bescheinigung darüber auszustellen, dass der Personenstandsfall angezeigt wurde, aber noch nicht beurkundet werden konnte.

Ebenfalls symptomatisch, wie sich die Bremer Grünen nach eigenem Bekunden (ausgerechnet!) den letztjährigen Vorstoss ihrer Hamburger KollegInnen zum Vorbild nehmen – seinerseits das Musterbeispiel dafür, wie PolitikerInnen sich schnell mal zu den KomplizInnen der GenitalverstümmlerInnen machen, indem sie, sobald es dann um konkrete Taten geht, das eigentlich Hauptproblem der täglichen Genitaverstümmelungen vor der eigenen Haustüre schnell elegant ausblenden und verleugnen. Und so dazu beitragen, dass in deutschen Kinderkliniken weiterhin JEDEN TAG MINDESTENS 1 WEHRLOSES KIND IRREVERSIBEL GENITALVERSTÜMMELT WIRD. Wie lange noch?!

Meine 2 Cent: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! Es ist offensichtlich noch ein weiter Weg, und allzuviel traue ich den Bremer Grünen beim aktuellen Stand nicht zu. Gerne liesse ich mich eines Besseren belehren ... Wie wär's zum Beispiel, wenn die Grünen einmal auf Zahlen bestehen würden, wieviele Kinder in ihrem Zuständiglkeitsbereich schon verstümmelt wurden und immer noch werden, und anschliessend konkrete Schritte dagegen unternähmen? Na?

Nachtrag 10.10.10.:  Am 1.10. schrieb Zwischengeschlecht.org den im taz-Artikel erwähnten Abgeordneten Björn Fecker an, bedankte sich für das Engagement der Bremer Grünen, übermittelte die oben genannnten Fakten zum Personenstandsgesetz und wies darauf hin, dass dringend auch das zentrale Problem der andauernden Genitalverstümmelungen angegangen werden muss. Am 27.10. stellte Björn Fecker, inzwischen aus den Herbstferien zurück, eine baldige Antwort in Aussicht.

Nachtrag 1.12.10: Eine baldige Antwort, die allerdings auch gut einen Monat später nach wie vor aussteht ...

Nachtrag 3.4.11: ... dito auch 4 Monate später.

Dafür reichte lancierte Björn Fecker zwischenzeitlich im Februar 2011 einen der üblichen Grün-SPD-Vereinnahmungsvorstösse, in denen es stets nur um das eine geht, nämlich um Aufweichungen des Personenstandsgesetzes, während die Genitalverstümmelungen bequemerweise aussen vorgelassen werden.

Schlimmer noch, im vorliegenden Fall darf dann der Bremer Gesundheitsminister (von allen inkl. dem sauberen Björn Fecker) unwidersprochen behaupten, in Bremen würde seit 10 Jahren nicht mehr verstümmelt - was bekanntlich gelogen ist, dass sich die Balken biegen, aber den privilegierten Schända-VereinnahmerInnen wohl noch so recht – zumindest solange es nicht ihre eigenen Genitalien sind, die da serienmässig verstümmelt werden, wetten?!

GenitalabschneiderInnen und HelfershelferInnen, wir kriegen euch!
ZwangsoperateureInnen und KomplizInnen, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Bremen: Verstümmelungen im "Zentrum für Kinderheilkunde"
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen

Siehe auch:
- Genitalverstümmelungen an Zwittern als sind KEIN "Nebenwiderspruch des Zweigeschlechtersystems"! (Von der Frauenbewegung lernen 2)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung

Monday, September 27 2010

DGKJ/DGKCH: Erste Antwort auf Offenen Brief

"DGKJ 2010": 1. Demo Potsdam-Babelsberg, 16.9.10

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>>> Offener Brief an die "DGKJ 2010" 18.09.2010
>>> "DGKJ 2010": Infoseite zu den Protesten

Am letzten Freitag erreichte uns vorab per Email eine >>> erste Antwort (PDF 572 KB) der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH). Der grösste Teil des Schreibens sind Zitate aus den "Ethischen Grundsätzen und Empfehlungen", deren mangelnde Einhaltung sowohl in den aktuellen AWMF-Leitlinien wie auch in der täglichen Praxis der Offene Brief feststellte. Ohne weiter auf diese Feststellungen einzugehen, führt das Antwortschreiben dazu aus:

Die DGKJ und die DGKCH sehen diese Empfehlungen als Grundlage ärztlichen Handelns im Zusammenhang mit dem Umgang mit Besonderheiten der Sexualentwicklung an und gehen davon aus, dass die AWMF-Leitlinien zu Störungen der Geschlechtsentwicklung nicht im Widerspruch zu diesen Empfehlungen stehen. Um Missverständnisse auszuräumen und Formulierungen möglicherweise noch weiter zu präzisieren, werden wir Ihren Offenen Brief an die zuständige Leitlinienkommission weiterleiten mit der Bitte, Ihre Anmerkungen bei der nächsten Überarbeitung der Leitlinien zu berücksichtigen. 

Aus Nellas Antwort dazu von gestern Sonntag im Namen von Zwischengeschlecht.org:

Vielen Dank für Ihre umgehende Antwort! Gerne erwarten wir die Rückmeldung Ihrer Leitlinienkommission.

Die von Ihnen aufgeführten "Ethischen Grundsätze und Empfehlungen" sind  uns bestens bekannt; nicht umsonst behandelten wir sie auch ausführlich im Offenen Brief. Darin führen wir auch aus, weshalb nicht nur wir in Sorge darüber sind, dass die "Grundsätze und Empfehlungen" einerseits in den aktuellen Leitlinien, andererseits aber auch in der generellen medizinischen Praxis zur Zeit noch nicht umfassend beherzigt werden. Zumindest letzterer Aspekt wäre unseres Erachtens nach auch für die DGKJ und die DGKCH als solche von allgemeinem Interesse.

Fortsetzung folgt ...

>>> Offener Brief an die "DGKJ 2010" 18.09.2010
>>> "DGKJ 2010": Infoseite zu den Protesten

Siehe auch:
- "Ethische Grundsätze und Empfehlungen bei DSD": Zwangsoperationen klar unzulässig (Dr.med. Jörg Woweries)
- Das Medizynermärchen von den "früheren Behandlungsmaßstäben"
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken 
- Amnesty Deutschland: "fundamentaler Verstoß gegen die Menschenrechte"
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- Genitale Verstümmelung & Folgeschäden - AGGPG 1998
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern
- Göttingen / Lübeck: Direktor Rolf-Hermann Ringert und Oberarzt Dominique Finas propagieren genitale Zwangsoperationen an Zwittern
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 2010 
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2
- Chirurgische Genitalverstümmelungen: UNO mahnt Bundesregierung
- Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert
- Schweiz: Terre des Femmes und Amnesty gegen Zwangsoperationen an Zwittern
- "Die Macht der Tabus" - Konstanze Plett über Genitalverstümmelung, amnesty journal 03/08
- "Netzwerk DSD/Intersexualität": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure
- Die grosse "Intersex"-Statistik-Lüge
- Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen? 

Saturday, September 25 2010

Christiane Völling: "Wie beginnt man den Rest seines Lebens?" Die Biografie einer Überlebenden

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter! 

Am Dienstag kam das Paket mit Christianes Biografie bei mir an - ich bin gleich nach Hause und habe das Buch in einem Zug gelesen!

Es ist der erschütternde Bericht eines zwischengeschlechtlichen Menschen, der in den gnadenlosen Mühlen einer unvorstellbar menschenverachtenden Medizin (beinahe) um sein Leben kam. Der Bericht einer Überlebenden und Kämpfenden. Christiane berichtet schonungslos ehrlich über ihr Leid, ihre Schmerzen, ihre Angst, ihre Verzweiflung, ihre Einsamkeit. Eine Biografie, die unter die Haut geht und einen bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Und darüber hinaus.

Ich habe warme Tränen der Trauer geweint über dieses erlittene Unrecht, vor Wut die Faust geballt und mit den Zähnen geknirscht: Wie können Menschen nur so menschenverachtend und grausam sein? Ich habe wohl auch um mich selber und um all die anderen geweint, die da waren und die da sind und noch kommen werden.

Aber auch aus Freude und Rührung kamen mir die Tränen, als ich mich selbst durch Christianes Augen vor dem Landgericht Köln stehen sah, war doch Christianes mutiges Hinstehen für uns der Auslöser für das, was wir in den letzten Jahren gemacht haben. Ich erinnerte mich an das Bangen und Hoffen mit Christiane, an all die Stunden harter Arbeit gegen diese Ungerechtigkeit, an die Freude über Christianes Sieg.

Und ich habe auch Tränen gelacht, wenn auch nur mit einem Auge, wenn Christianes einmaliger trockener Humor durch die Zeilen schien: einfach umwerfend!

Liebe Christiane, ich möchte dir wieder einmal zu deinem Mut gratulieren: zu deinem Prozess, zu deiner Biografie und dass du weitergemacht hast, obwohl es so schlimm war! Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute für den Rest deines Lebens!!

Ein Buch für alle, die sich der Menschlichkeit verschrieben haben: als Anreiz dazu, dranzubleiben und sich vermehrt für die Menschenrechte von Zwittern einzusetzen!

Und ein Buch für die Unmenschlichen: Pflichtlektüre für Genitalverstümmler und solche, die es werden wollen!

Nella

Siehe auch:
- "Tabu Intersexualität" - Dokfilm u.a. über Christiane, Arte 8.10.10
- Buch von Christiane Völling: "Mein Leben als Intersexuelle"
- Alle Posts zu Christiane Völling auf Zwischengeschlecht.info

Zuletzt möchte ich Christiane selber sprechen lassen in einer der ergreifendsten Passagen aus ihrem Buch:

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Friday, September 24 2010

Caster Semenya erhielt Entschädigung von IAAF - IOC: Santhi Soundarajan kämpft weiter um Gerechtigkeit

IOC IAAF: Stop Intersex Discrimination!Die indische 800-Meter-Läuferin Santhi Soundarajan, deren Menschen- und Persönlichkeitsrechte vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dessen Unterorganisation Olympic Council of Asia (OCA) seit Jahr und Tag mit Füssen getreten werden, gibt nicht auf und verschärft ihren Kampf um Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Dazu suchte sie Unterstützung bei einer indischen Politikerin und an einer JuristInnentagung in der Türkei.

Die ebenfalls weltweit als Zwitter verdächtigte südafrikanische Läuferin Mokgadi Caster Semenya erhielt inzwischen vom Weltathletikverband IAAF eine "Entschädigung in nicht genannter Höhe", wie Greg Nott, der Hauptverantwortliche ihres Anwaltsteams, in einem von der Weltöffentlichkeit kaum beachteten Interview bekanntgab.

Wie die >>> Times of India (englisch) berichtete, traf sich Santhi Soundarajan Ende August mit der Parlamentarierin Rajya Sabha MP M K Kanimozhi, die Santhi zu einem Treffen mit dem Chief Minister einlud, um eine mögliche weitere Anstellung von Santhi zu diskutieren (Santhi hatte jüngst ihre Stellung als Trainerin armer junger AthletInnen in Tamil Nadu aufgeben müssen). Weiter lud Kanimozhi Santhi ein, am Chennai Marathon den Startschuss zu geben und auch zu laufen. Dabei rief Kanimozhi die indische Regierung dazu auf, dem Beispiel des Teilstaats Tamil Nadu zu folgen und Santhi sowhl praktisch wie auch in ihrem Kampf um Rehabilitierung zu unterstützen, getreu dem Beispiel, wie sich die südafrikanische Regierung für Caster Semenya eingesetzt habe.

Laut einem >>> weiteren Bericht (englisch) präsentierte Santhi Soundarajan ihren Fall anfang September an der International Sport Law & Business Conference (ISLBC 2010) in Istambul. Dort habe Payoshni Mitra, eine wissenschaftliche Beraterin der UK's Women's Sports and Fitness Foundation, die auch einen Dokfilm über Santhi dreht, ihr ihre Unterstützung zugesichert.

Laut dem Bericht liegt die Hauptstossrichtung allerdings auf dem Umgang des IOC mit "Gender Variance" und nicht auf den Menschenrechtsverletzungen durch willkürliche Zulassungsbeschränkungen und intransparente Ausschlüsse, was befürchten lässt, dass Santhi's Schicksal womöglich eher dazu verbraten wird, zu versuchen, die Zulassungsbedingungen als solche zu ändern (Abschaffung der Geschlechtertrennung im Sport), statt ihr (und anderen als Zwitter verdächtigten Athletinnen) endlich grundsätzlich zu gerechten Startbedingungen zu verhelfen unter den jeweils gegebenen Regeln. In diese Richtung deutet auch, dass der Artikel gleichzeitig Bezug nimmt auf Berichte über die transsexuelle kanadische Radlerin Kristen Worley, die genau dieses Ziel verfolgt (und neuerdings für sich in Anspruch nimmt, quasi im Alleingang die Rehabilitierung von Caster Semenya durchgesetzt zu haben, während sie gleichzeitig Spekulationen feilbietet, Caster sei mit AGS diagnostiziert).

Dabei illustrierte gerade Casters Rehabilitierung, dass es dazu in erster Linie ein knallhartes, 'pro bono' arbeitendes Anwaltsteam braucht sowie politischen Druck und Unterstützung durch die Regierung, statt Gender-Gesumse bzw. die Degradierung der Menschenrechtsverletzungen von als Zwitter verdächtigten SportlerInnen zum Nebenwiderspruch der Geschlechtertrennung im Sport.

In einem wenig beachteten >>> Interview auf allAfrica.com (englisch) mit dem südafrikanischen Anwalt Greg Nott, dem Hauptverantwortlichen von Caster Semenyas internationalem Anwaltsteam, gibt dieser faszinierende Einblicke, wie es zur kostenlosen Unterstützung von Caster kam durch Notts Arbeitsgeber Dewey & LeBoeuf mit Hauptsitz in New York. Laut Nott war es sein Sohn, der ihn zuerst darauf ansprach, er müsse etwas gegen das Caster angetane Unrecht unternehmen.

Greg Nott nahm daraufhin Kontakt auf mit dem südafrikanischen Sportminister Makhenkesi Stofile und überzeugte seine Firma, Casters Kampf gegen den Athletikweltverband kostenlos aufzunehmen:

"In diesem Fall hatte ich das tiefliegende Gefühl, es handle sich um ein junges Mächen, das, offen gesagt, ungerechterweise ausgeschlossen und verfemt wurde – und noch dazu sehr öffentlich. Aus welchem Grund auch immer, es berührte mich tief und ich dachte, stellen wir der geballten Macht des Sportverbandes etwas entsprechendes gegenüber, und ich beschloss unsere Dienste ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen, da wir eine grosse und mächtige Firma sind."

Bis es dazu kam, waren allerding zunächst einige interne Hürden zu überwinden, ebenso wie später bei der Durchsetzung von Caster Semenyas Rechten bei Verhandlungen mit der IAAF in Paris, Istambul und Monaco noch viele externe mehr. Wohl verdientermassen wurde Greg Nott für seine Leistungen von der Londoner Fachzeitschrift "Legal Business" zum "Anwalt des Jahres 2010" gekürt.

So nebenbei lässt Greg Nott in dem Artikel noch eine eigentliche Bombe platzen, indem er erstmals öffentlich enthüllt, dass Caster Semenya von der IAAF für das ihr angetane Unrecht eine "Entschädigung in ungenannt bleibender Höhe" kassierte. Dass dieses nicht ganz unwesentliche Faktum in der Weltmedien, die sonst den "Fall Semenya" jeweils gerne und genüsslich bis ins letzte Detail auszuschlachten pflegen, bisher gänzlich ignoriert wurde, spricht wohl für sich selbst.

Bleibt zu hoffen, dass es eine auch für den Weltathletikverband empfindlich hohe Summe war, die künftig allen internationalen Sportverbänden eine Lehre sein wird ...

>>> IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> Zwitter im Sport: IOC und IAAF leugnen Verantwortung
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09 

Wednesday, September 22 2010

Serienverstümmler Prof. Dr. Ricardo González (Kispi Zürich / Charité Berlin / Uniklinik Hannover): "Noch etwas weiter experimentieren, vielleicht künftig bessere Resultate"

Allen schönen offiziellen Dementis von Spitälern, Standesorganisationen usw. zum Trotz (Bsp. eins / zwei / drei):
Es wird munter weiterverstümmelt in den Kinderkliniken.

Womit die VerstümmlerInnen selbst "unter sich" und in ihren peer-reviewed (= von ihren StandesgenossInnen geprüften) "Fachzeitschriften" nach wie vor und stets aufs Neue unverhohlen rumprahlen.

Und dabei bisweilen kaum damit zurückhalten können, wie offensichtlich unverbesserlich "experimentierfreudig" sie sind ...

So zum Beispiel Prof. Dr. Ricardo González, Leitender Arzt Urologie in der Chirurgischen Klinik des Kinderspitals Zürich, Verstümmler in der Berliner Charité sowie im Universitätsklinikum Hannover, in einer Publikation zusammen mit Dr. Lisandro Piaggio, einem vorherigen Untergebenen González' am A.I. DuPont Hospital / Thomas Jefferson University in Wilmington (USA):

Deutsche Übersetzung:
Zusammenfassung: Obwohl die Resultate für chirurgische Eingriffe bei CAH [= u.a. "Klitorisverkürzung"] weniger als zufriedenstellend sind, wenn Erwachsene evaluiert werden, die als Kinder operiert wurden, beinhalten alle vorliegenden Berichte Patienten, die vor vielen Jahren mit einer Vielzahl von Techniken operiert worden waren. Statt die Anstrengungen aufzugeben, diese Fehlbildung frühzeitig zu reparieren, bevorzugen wir die weitere Entwicklung verfeinerter chirurgischer Techniken, die in der Zukunft bessere Resultate ergeben mögen.

Original:
Summary: Although results for surgery for congenital adrenal hyperplasia have been less than satisfactory when adults who had surgery in childhood are evaluated, all present reports include patients operated on using a variety of techniques many years ago. Rather than abandoning the efforts to repair this malformation early, we favor the continued development of more refined surgical techniques that may yield better results in the future.

Quelle:
González, Ricardo; Piaggio, Lisandro A: "Ambiguous genitalia"
In: Current Opinion in Urology, July 2006 - Volume 16 - Issue 4 - p 273-276, doi: 10.1097/01.mou.0000232049.89589.30
http://journals.lww.com/co-urology/Abstract/2006/07000/Ambiguous_genitalia.14.aspx 

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
- Das Medizynermärchen von den "früheren Behandlungsmaßstäben"
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in Deutschen Kinderkliniken
- Zitty 14/2013: Heute noch Intersex-Genitalverstümmelungen in der "Charité"  
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Kinderspital Zürich propagiert Zwangskastrationen an Zwittern
- Rita Gobet, Kinderspital Zürich: Genitale Zwangsoperationen nur "ganz selten"
- "Neuere Operationstechniken beeinträchtigten die Orgasmus-Fähigkeit stärker als ältere"
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- John Money & Co. - Der Mythos vom Einzeltäter
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- Amnesty: Zwangsoperationen "fundamentaler Verstoß" gegen körperliche Unversehrtheit
- Genitalverstümmelungen an Zwittern gleich schädlich wie weibliche Genitalverstümmelung - Terre des Femmes, 2004
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (Hanny Lightfoot-Klein: "Der Beschneidungsskandal", 2003)
- "Ethik als Feigenblatt?" - Zwischengeschlecht.org zum "Forum Bioethik" 23.6.10
- Intersexuelle enttäuscht vom Ethikrat – "kein Handlungsbedarf" bei Genitalverstümmelung?!

Tuesday, September 21 2010

Schweiz: Patientenschützerin Margrit Kessler fordert Reglementierung experimenteller "Heilversuche"

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Wie dieser Blog berichtete (eins / zwei), sind in der Schweiz aktuell Bestrebungen zur gesetzlichen Reglementierung von medizinischen Humanversuchen im Gange. Wobei allerdings (ausgerechnet!) sogenannte experimentelle "Heilversuche" ausgeklammert bleiben sollen – worunter auch die Zwangsbehandlungen von Zwittern fallen, die bekanntlich nie durch klinische Versuche in ihrer "Wirksamkeit" bewiesenen wurden (noch die aktuelle AWMF-Leitlinie befindet sich auf der niedrigsten Evidenzstufe 1), und zwar sowohl die Genitalverstümmelungen wie auch diverse Hormon-Zwangs"therapien", die praktisch alle "off label" erfolgen. (Zwischengeschlecht.org hatte diese Auslassung seinerzeit in einer Pressemitteilung bemängelt.)

In einer gestrigen Titelgeschichte im "Tages-Anzeiger" mit der Überschrift >>> "Wenn Ärzte an ihren Patienten experimentieren" (sowie mit einem zusätzlichen redaktionellen Kommentar) wird nun diese Kritik von anderer Seite und in anderem Zusammenhang erneuert und der politische Druck auf die mit der Gesetzesausarbeitung betraute nationalrätliche Kommission erhöht:

Die SPO will nun die Ärzte per Gesetz verpflichten lassen, Patienten bei nicht standardisierten Therapien schriftlich über die Risiken zu informieren und von ihnen eine schriftliche Einwilligung einzuholen. Einen entsprechenden Antrag hat die Stiftung Patientenschutz bei der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) deponiert. Diese berät zurzeit das Humanforschungsgesetz, in dem Kessler die Informationspflicht verankern will.

Wenig überraschend versucht sich die Kommission bisher vor allem in Ausweichmanövern und auch die CH-Medizynerstandesorganisation FMH ist aus naheliegenden Gründen wenig begeistert (schliesslich wollen sie gerne nach Lust und Laune weiterexperimentieren).

Es ist noch ein weiter Weg ...

Leider ist in Deutschland zu diesem Thema m.W.n. bisher ja noch gar nichts gelaufen. Dabei ist es wichtig, den Druck auf nach Belieben herumexperimentierende Medizyner an allen Fronten zu verstärken. Gute Beispiele dazu wären u.a. die neulichen US-Kampagnen gegen den Seriengenitalverstümmler Prof. Dr. Dix Poppas und die Hormon-Zwangsbehandlerin Prof. Dr. Maria I. New. Denn wie die LeserInnenkommentare auch in diesem Fall immer wieder zeigen, geniessen zwangsbehandelnde Medizyner in der Öffentlichkeit wenig bis gar keine Sympathien ...

>>> Stiftung SPO Patientenschutz: Lücken beim Humanforschungsgesetz schliessen

Siehe auch:
- "Heimliche Versuche am Menschen" - Beobachter 7/2010 
- Verfassungsartikel Forschung am Menschen – Chance im Kampf gegen genitale Zwangsoperationen und sonstige experimentelle Zwangsbehandlungen an Zwittern 

>>> Überparteilicher Vorstoss gegen Genitalverstümmelung in Kinderkliniken

Saturday, September 18 2010

Potsdam 16.+18.9.2010: Proteste gegen GenitalverstümmlerInnen

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Proteste gegen Genitalabschneider-Jahrestreffen DGKJ 2010, Potsdam 16.+18.9.

>>> Hintergrundartikel auf Indymedia

Proteste und Infoveranstaltungen zur
"DGKJ 2010", dem Jahrestreffen der GenitalverstümmlerInnen in Weiss diese Woche ab Mi in Potsdam und Berlin.

>>> Mehr Infos hier!  

>>> Flyer & Plakate Download 

"Die Unsicherheit der Ärzte" - Potsdamer Neueste Nachrichten, 18.9.10

(Foto: A. Klaer © Potsdamer Neueste Nachrichten)

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>>> "DGKJ 2010": Infoseite zu den Protesten

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Weiterer interessanter Artikel von Kay Grimm über die "DGKJ 2010"-Proteste mit dem Lead:

Beim Kindermedizinerkongress protestieren Zwitter gegen Behandlungs- und Operationsmethoden  (18.09.10)

Danke!

Einige Anmerkungen:

• Dass nun auch Prof. Dr. Gernot Sinnecker ("Netzwerk Intersexualität/DSD" / "EuroDSD") öffentlich behauptet, in deutschen Kinderkliniken würde nicht mehr verstümmelt, ist gut zu wissen. Schade nur, dass ihn Studien seiner eigenen Vereinigung Lügen strafen. Bezeichnend auch, dass die von Sinnecker hochgehaltenen "Ethik-Papier" u.a. von DGKJ, DGE und APE in Tat und Wahrheit als Ausrede zum angeblich straffreien Verstümmeln missbraucht wird – was inzwischen auch die korresponierende Autorin Claudia Wiesemann mit deutlichen Worten kritisiert.
Fazit: So entpuppen sich die schönen Dementis und Versprechungen als typische Medizyner-Reaktion auf öffentliche Kritik an den Verstümmelungen leider einmal mehr als blosse Schutzbehauptungen. (Würde tatsächlich NICHT mehr verstümmelt, hätten die GenitalabschneiderInnen und ihre Organisationen wohl auch keine Probleme, a) einem Moratorium zuzustimmen für kosmetische Genitaloperationen an Kindern zumindest solange, bis endlich kontrollierte Studien zur angeblichen Wirksamkeit der Verstümmelungen vorliegen, sowie b) endlich Statistiken über Kinder mit "auffälligen" körperlichen Geschlechtmerkmalen transparent zu erfassen und auch zu veröffentlichen. Was sie ja bekanntlich beides seit Jahrzehnten unverändert vehement ablehnen - warum wohl nur ...?)

• Nella hat NICHT behauptet, "drei Prozent aller Kinder seien intersexuell". Solche Zahlen kommen aus ziemlich anderen Ecken (denen es nicht um die Beendigung der Verstümmelungen geht, sondern um ihre Eigeninteressen). Wie der Artikel richtig vermerkt, schätzen wir, dass jedes 2000. Kind Opfer von chirurgischen Verstümmelungen wird. So nebenbei können auch die Medizyner ihre bekanntlich je nach Bedarf ziemlich variierenden Zahlen nicht belegen. Zwischengeschlecht.org fordert schon lange, dass die GenitalabschneiderInnen die Statistiken ihrer Opfer endlich transparent erfassen und offenlegen müssen.

• unser Protest kam NICHT "Zeitgleich" mit dem Gedenken der "DGKJ 2010" an die "jungen Opfer während des Nationalsozialismus", sondern vielmehr und ausdrücklich zeitgleich mit den Jahresversammlungen der KinderchirurgInnen (DGKCH) und der DGKJ. Wir begrüssen und anerkennen ausdrücklich die Vorreiterrolle der DGKJ unter den Standesorgansiationen zur kritischen Aufarbeitung der medizynischen Verbrechen während der NS-Zeit. Jedoch finden wir es schade, dass dieses kritische Interesse anscheinend schlagartig aufhört, sobald es um fortdauernde medizynische Verbrechen in der Gegenwart geht ...

• an den Aktionen waren sowohl Zwitter wie auch solidarische Nichtzwitter beteiligt, wie auch bei Zwischengeschlecht.org selbst.

>>> Offener Brief an die "DGKJ 2010" 18.09.2010 

>>> "DGKJ 2010": Infoseite zu den Protesten

Siehe auch:
- Prof. Primus Mullis: Angeblich "keine Zwangsoperationen" mehr 
- Das Medizynermärchen von den "früheren Behandlungsmaßstäben"
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- DGKJ/APE/DGE/AWMF: Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Genitalverstümmler
- "Ethik als Freifahrtschein für operieren auf Teufel komm raus" - Claudia Wiesemann
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Göttingen / Lübeck: Direktor und Oberarzt propagieren genitale Zwangsoperationen
Bremen: Genitalverstümmelungen im "Zentrum für Kinderheilkunde"
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken 
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen

Fotos vom 1. Protest in Potsdam, 16.9.10

>>> "DGKJ 2010": Infoseite zu den Protesten

Das Wetter war gut, die Stimmung auch ... Bis heute nachmittag an der Mahnwache!

>>> Offener Brief an die "DGKJ 2010" 18.09.2010 

Friday, September 17 2010

"Protest gegen ­Verstümmelung"- junge Welt, 17.09.10

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter! 

>>> Und noch ein cooler Artikel in der überregionalen Tageszeitung auf S. 15 in der Rubrik "Feminismus", inkl. Ankündigung der Mahnwache von morgen. Danke!

>>> "DGKJ 2010": Infoseite zu den Protesten

>>> Hintergrundartikel auf Indymedia

"Genitalverstümmelung in Deutschland" - blu.fm, 16.09.10

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Menschenrechte auch für Zwitter!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter! 

>>> Cooler Artikel über die "DGKJ 2010"-Proteste auf der Homepage des schwul-lesbischen Radiosenders und Kioskmagazins. Danke!

>>> Infoseite zu den Protesten

>>> Hintergrundartikel auf Indymedia

Thursday, September 16 2010

"Über 3000 Kinderärzte tagen in Potsdam" - Potsdamer Neueste Nachrichten, 14.09.10

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter! 

>>> Interessanter Artikel von Kay Grimmer über die "DGKJ 2010" – inkl. eines Abschnitts über die Aktionen ab heute ... Danke!

>>> Infoseite zu den Protesten

>>> Hintergrundartikel auf Indymedia

16.09.10 - Buchpremiere mit Christiane Völling

Gleichentags wie der erste Protest in Potsdam ist angekündigt:

Christiane Völling: »Ich war Mann und Frau. Mein Leben als Intersexuelle.« Fackelträger Verlag, erscheint 25.08.2010[Düsseldorf]: Buchpremiere mit Christiane Völling

Christiane Völling, die als erster (und immer noch einziger) Zwitter ihren ehemaligen Chirurgen vor Gericht brachte und auch noch gegen ihn gewann, liest in Köln aus ihrem Buch „Ich war Mann und Frau. Mein Leben als Intersexuelle“, mit anschliessendem Gespräch und Diskussion. Ebenfalls anwesend: Buch-Co-Autorin Britta Dombrowe, die soeben einem Dok-Film zum Thema fertigstellte (Erstausstrahlung: ARTE 08.10.2010, 20:40 Uhr).
--> Frauenbuchladen „Buch am Dreieck“, 19:30 Uhr.

Buchbesprechung von Nella:
Christiane Völling: "Wie beginnt man den Rest seines Lebens?" Die Biografie einer Überlebenden

Siehe auch:
- Christiane Völlings Geschichte in ihren eigenen Worten
- "Die Bielefelderin Britta Dombrowe über ihren Arte-Film zur Intersexualität" - Neue Westfälische, 2.10.10
- Alle Posts zu Christiane Völling auf Zwischengeschlecht.info

16.9.10 - Berlin: Fachgespräch der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)

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Gleichentags wie der erste Protest in Potsdam ist angekündigt:

Ein weiteres der immer wieder beliebten "Fachgespräche", an denen die Genitalverstümmelungen an Zwittern jeweils (auch) irgendwie "(mit)gemeint" sind, diesmal in einem Workshop Nr. 6 „Geschlechtsausdruck, geschlechtliche Identität, Zwei-Geschlechter-Ordnung: Diskriminierung von Trans*, Inter* und schwul-lesbisch-bi lebenden Menschen“.
--> Anmeldung und Programm: http://www.ads-fachtagung.de/

Intersexuelle Menschen e.V. wird dort eine schriftliche Note „Diskriminierungen im Leben von intersexuellen Menschen“ übergeben.

Ob sich daraus eine konkrete Praxis gegen die GenitalabschneiderInnen entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Zumindest bisher dienten solche Veranstaltungen hauptsächlich als Feigenblatt, wenn verantwortliche PolitikerInnen sich später öffentlich herauslügen wollen, eigentlich würden sie im Gegenteil ja etwas für die Menschenrechte der Zwitter tun:

Bezeichnenderweise waren mehrere der am aktuellen „Fachgespräch“ Beteiligten bereits an einer ähnlichen Veranstaltung des Berliner Senats vom November 2004 mit von der Partie – auf welche vom heutigen Berliner Senat nach bewährtem Muster in der u.a. im Flugblatt zu den Protesten und auf Indymedia bereits erwähnten Drucksache 16/14436 vom 17.06.2010 auf S. 2 abschließend „verwiesen wird“ ...

Siehe auch:
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ... 
- Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht - und Intersexuelle Menschen e.V. sich nicht wehrt
- Intersexuelle Menschen e.V.: Katzbuckeln gegenüber den Medizynern und den verantwortlichen PolitikerInnen
- Intersexuelle Menschen e.V. / XY-Frauen Elterngruppe nimmt "EuroDSD"-Zwangsoperateure in Schutz
- Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen? 
- John Money & Co. - Der Mythos vom Einzeltäter
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- Genitalverstümmelung & Gendertheorie: Hirschfeld-Money-Butler
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken
- Hamburg: Bürgerschaft will Zwitter stärken – Zwangsoperationen ausgeklammert
Bundestag / CEDAW: "Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe" will nix kapiert haben – Intersexuelle Menschen e.V. guckt zu und schweigt
- Intersexuelle Menschen e.V. informiert (nicht)
- 1. Vorsitzende von Intersexuelle Menschen e.V. möchte diesem Blog mal wieder das Kommentieren verbieten ... 

"DGKJ 2010": Flugblatt zu den Protesten in Potsdam

>>> PDF-Download (193 KB)

Der Text des Flugblattes (ohne Kasten):

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt.

In Potsdam-Babelsberg versammeln sich aktuell zur „DGKJ 2010“ 2 der 3 hauptsächlich verantwortlichen Genitalabschneider-Standesorganisationen: Die „Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ)“ sowie die „Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)“. Weiter mit im Boot: Der Bundesgesundheitsminister und der brandenburgische Ministerpräsident.

Wir wollen bei diesen täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre nicht mehr länger tatenlos zusehen! Deshalb protestieren wir heute – gegen die GenitalabschneiderInnen und gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

„DGKJ 2010“: Jahrestreffen der GenitalverstümmlerInnen

• Die organisierende „Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ)“ ist auch federführend bei der aktuell geltenden AWMF-Leitlinie 027/022 „Störungen der Geschlechtsentwicklung“. Diese „Verstümmler-Leitlinie“ steht seit längerem in der Kritik, u.a. weil sie Ethik-Empfehlungen missbraucht als Feigenblatt und Rechtfertigung zu menschenverachtenden Zwangseingriffen. Und dadurch Vorschub leistet, dass vielfach „der informed consent aller Wahrscheinlichkeit nach Makulatur ist und letztendlich die Ethik nur noch als Freifahrtschein dazu dient, an die Eltern eine ohnehin feststehende Entscheidung abzudelegieren.“ (Claudia Wiesemann am „Forum Bioethik“ des Deutschen Ethikrates, 23.06.2010)

• Die mitorganisierende „Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)“ führt dabei das Skalpell – sowie in Babelsberg zeitgleich mit der DGKJ ihre Jahrestagung durch (mit Preisverleihung).

(Die 3. Gruppe der medizynischen Hauptverantwortlichen, die EndokrinologInnenverbände APE und DGE, sind in Potsdam zwar auch anwesend, führen ihre Jahresversammlungen aber getrennt durch.)

PolitikerInnen als MittäterInnen

• Eröffnet wird der Genitalverstümmlerkongress in Potsdam hochoffiziell von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) und dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD).

Die Zahl der bekannten MittäterInnen in Bund und Ländern sowie ihrer Lügen ist Legion. Jüngstes Beispiel:

• Der Berliner Senat behauptete betreffend Genitalverstümmelungen vor der eigenen Haustüre noch am 17.06.2010 schamlos:

„Dem Senat liegen keine Erkenntnisse über konkrete Fälle mit derartigen Eingriffen oder Therapien vor. Eine rechtliche Beurteilung ist somit nicht möglich.“ (Drucks. 16 / 14436, S. 2).

„Auch gibt es keine Erkenntnisse darüber, ob und welche Krankenhäuser in Berlin solche Behandlungen an Kindern vorgenommen haben.“ (Drucks. 16 / 14436, S. 1).

Tatsache bleibt, dass „solche Behandlungen an Kindern“ im Zuständigkeitsbereich des Berliner Senats z.B. in der Charité seit Jahr und Tag systematisch „vorgenommen“ werden.

„fundamentaler Verstoß gegen körperliche Unversehrtheit“

• Menschenrechtsorganisationen (u.a. Amnesty Deutschland, Terre des Femmes und das UN-Komitee CEDAW) kritisieren die Duldung der chirurgischen Genitalverstümmelungen u.a. als „schweres Verbrechen“.

Trotzdem werden in Deutschen Kinderkliniken weiterhin täglich wehrlose Kinder irreversibel genitalverstümmelt. Wie lange noch?!

Siehe auch:

- Offener Brief vom 5.11.10 an die Medizynerverbände DGKJ, DGKCH, DGE & APE
- Offener Brief vom 18.9.10 an die Medizynerverbände DGKJ und DGKCH
- Offener Brief vom 6.11.10 an Geschlechterforscher der "11th EMBL/EMBO"
- Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 2010 
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- "Ethik als Freifahrtschein für operieren auf Teufel komm raus" - Claudia Wiesemann
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken 
- Amnesty Deutschland: "fundamentaler Verstoß gegen die Menschenrechte"
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung
- Genitale Verstümmelung & Folgeschäden - AGGPG 1998
- "Netzwerk DSD/Intersexualität": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure
- Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

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