










[ D o k u m e n t a t i o n v o
n http://home.t-online.de/home/aggpg/affront.htm ]
Affronting Reason (Beleidigende Vernunft)

von Cheryl Chase
unautorisierte Übersetzung [Fn 1]
prepared for publication in Third Wave Now, ed Rebecca Walker. Anchor/Doubleday
1995
Copyright: Cheryl Chase
“Es scheint so, als wären sich ihre Eltern eine ganze Weile nicht sicher
gewesen, ob Sie ein Mädchen oder ein Junge gewesen sind”, erklärte Dr.
Christen, als sie mir drei unscharf kopierte Seiten übergab. Ich war 21 Jahre
alt und hatte sie gefragt, ob sie mir helfen würde, die Aufzeichnungen von
meinem Krankenhausaufenthalt zu bekommen. Damals war ich eineinhalb Jahre alt,
zu jung, um mich noch daran zu erinnern. Ich wollte verzweifelt die
vollständigen Krankenhausakten bekommen, um zu erfahren, wer meine Klitoris
operativ entfernt hatte, und warum. Ich wollte wissen, gegen wen sich meine
mörderische Wut richten sollte. “Diagnose: echter Hermaphrodit; Operation:
Klitorektomie”. Die Krankenakte zeigte Charlie, Alter 18 Monate. Sein getippter
Name war grob durchgestrichen und Cheryl darüber gekritzelt worden.
Obwohl ich mich klar an die Szene erinnern kann, als Dr. Christen mir
die Akten aushändigte und mich aus dem Büro entließ, kann ich mich überhaupt
nicht mehr an meine emotionale Reaktion erinnern. Wie ist es möglich, daß ich
ein Hermaphrodit sein könnte? Ein Hermaphrodit ist ein mythologisches
Wesen. Ich bin eine Frau, eine lesbische Frau, auch wenn mir Klitoris und
innere Schamlippen fehlen. Wie haben meine Genitalien vor diesem operativen
Eingriff ausgesehen? Bin ich mit einem Penis geboren worden?
Fünfzehn Jahre emotionaler Benommenheit vergingen, bevor ich in der
Lage, war die Antworten auf diese und viele andere Fragen herauszufinden. Dann,
vor zwei Jahren, überkam mich plötzlich ein extremes emotionales Durcheinander,
und selbstzerstörerische Verzweiflung und beides drohte mich zu vernichten.
“Das ist nicht möglich”, dachte ich, “dies` kann nicht die Geschichte von
jemandem sein und ganz bestimmt nicht meine, ich will sie nicht.”
Dennoch ist sie meine. Diese Zeit sehe ich als den Anfang meines
Coming out als ein/e politische/r Intersexe; „eines/r bekennenden Intersexe/n“,
wenn ich mir den Beinamen leihen darf, der in der letzten Zeit an
Homosexuellen, die sich weigern unsichtbar zu bleiben, haftet.
Die Geschichte meiner Kindheit ist eine Lüge. Ich weiß jetzt, daß
meine Eltern nach der Klitorektomie dem ärztlichen Ratschlag gefolgt sind,
indem sie jeden noch so kleinen Beweis, daß Charlie jemals existierte,
vernichteten. Sie haben alle blaue Babykleidung durch rosa ersetzt,
vernichteten Fotos und Geburtstagskarten. Wenn ich mir meine Großeltern, Tanten
und Onkel ansehe, dann ist mir bewußt, daß sie wissen müssen, daß Charlie eines
Tages in meiner Familie aufgehört hat zu existieren, und Cheryl seinen Platz
einnahm.
Der Film “Blade Runner” schildert eine futuristische Welt, in der
Androiden beinahe nicht von Menschen unterschieden werden können. Harrison
Ford, als Protagonist, ist ein Cop, dessen Aufgabe es ist, die Androiden, die
sich als Menschen tarnen, zu töten. Im Verlauf seines Auftrages trifft und
verliebt er sich in die wunderschöne Tochter des reichen Gründers einer der
Androidenproduktionsfirmen. Als sich ihre Beziehung entwickelt, wird es
allmählich beiden klar, daß sie ein Android ist. Alle ihre Erinnerungen an eine
glückliche Kindheit mit ihrer Familie sind in Wirklichkeit künstlich- in ihr
Hirn programmiert worden als sie produziert wurde. Genau wie in meinem Fall hat
sie den Boden unter den Füßen und jeden Sinn für die eigene Identität verloren.
Sie wird gezwungen, mit einer stigmatisierten Identität zurechtzukommen. Sie
ist völlig isoliert von den Anderen, die so sind wie sie, von jedem, der ihre
Erfahrungen teilt oder auch nur verstehen kann, daß solche Erfahrungen
überhaupt möglich sind.
In den letzten Jahren begannen eine Zahl von GelehrtInnen in so
unterschiedlichen Gebieten wie z.B. der Philosophie, Geschichte, Psychologie
und Ethnographie zu untersuchen, inwieweit Sex und Gender sozial konstruiert
sind (Butler 1990; Foucault1980b; Kessler and McKenna 1978; Laqueur 1990; Vance
1991) Diese und ähnliche Arbeiten sind Ausdruck der Erkenntnis, daß früheren
ForscherInnen durch die Wahl ihrer Paradigmen, Informationen über sexuelle(s)
Verhalten, Praktiken und Kategorien übersehen haben, die nichts mit
Fortpflanzung zu tun haben. Daten, welche von ihrem kulturell bestimmten
heterosexuellen, zweigeschlechlichen Standpunkt abwichen, konnten nicht erklärt
werden.
Für die meisten Menschen ist es selbstverständlich, sie setzen es
sogar als “wissenschaftliche Tatsache” voraus, daß es zwei, und nur zwei
Geschlechter gibt. Aber in Wirklichkeit wird eins von mehreren tausend Babys
mit einer Anatomie geboren, die sich weigert unserer vorgefaßten Meinung von
“männlich” und “weiblich” zu entsprechen. Nur wenige, die nicht im
medizinischen Bereich arbeiten, sind sich unserer Existenz bewußt.
Die Medizin benutzt die Begriffe “Hermaphrodit” und “intersexuell”, um
uns zu beschreiben. Das Wort Hermaphrodit ist mir mythologisch zu vorbelastet
Außerdem rechtfertigt die Bezeichnug der Klitoris als Penis, indirekt die
Klitorektomie, deshalb bevorzuge ich den Ausdruck intersexuell. Kira Triea,
eine Intersexe, die jetzt als Frau lebt und offen über ihre Intersexualität
spricht, liegt dieses Thema auch sehr am Herzen: „Es ärgert mich so, wenn ich
jemandem versuche zu erklären wer ich bin und welche Erfahrungen ich gemacht
habe und sie anfangen, Ovid zu zitieren.“ (Triea 1994) Für Triea, die als Junge
aufgezogen wurde und in ihrer Pubertät plötzlich durch die Harnröhre anfing zu
menstruieren, hat Ovid keine Bedeutung.
Am Anfang meines Coming out Prozesses, habe ich mich entschieden, die
medizinischen Akten, die ich seit fünfzehn Jahren zur Seite gelegt hatte, noch
einmal zu untersuchen. Das Wort „Hermaphrodit“ war fürchterlich verletzend und
brachte mich an den Rand des Selbstmordes. Meine Versuche, eine positive
Akzeptanz von mir wieder herzustellen, scheiterten; ich konnte es nicht. Ich
weiß, daß ich durch die Klitorektomie fürchterlich verstümmelt und
ausgeschlossen worden bin von den sexuellen Erfahrungen, welche die meisten
Menschen, männlich oder weiblich, als selbstverständlich betrachten. Hätte ich
die Möglichkeit haben sollen, daß meine Genitalien intakt blieben? “Nein”,
dachte ich “ich will keinen Penis zwischen meinen Beinen haben, keinen Körper,
der aussieht wie der eines Mannes”.
“Macht nichts, denk’ einfach nicht daran”, das war der Ratschlag von
den wenigen Leuten, mit denen ich darüber gesprochen habe, zwei von ihnen waren
Therapeutinnen. “Du siehst aus wie eine Frau”. Es gibt einen starken
Widerstand, über Intersexualität nachzudenken. Weil sie mich ansehen und in mir
weibliche Attribute erkennen, finden es die meisten Menschen unmöglich, sich
vorzustellen, daß meine Erfahrungen und meine Geschichte nicht weiblich sind.
Der Widerstand, darüber nachzudenken, was meine sexuellen Erfahrungen sind, ist
um so stärker. Die meisten Menschen, eingeschlossen die beiden Therapeutinnen,
die ich schon erwähnte, sind gelähmt durch ein generelles Verbot, explizit über
Sex zu reden. Aber politisch engagierte und Aktive im Bereich der Sexualität
sind nur wenig besser. Sie gehen davon aus, ich hätte “vaginale Orgasmen” oder
sogar “Ganzkörper-Orgasmen”. Wenn ich meine sexuelle Disfunktion immer wieder
betone, behandeln mich viele herablassend. ”Ich bin mir vollkommen sicher, daß
Du lernen wirst, wie man einen Orgasmus bekommt”, sagte mir ein Mann. Weiter
erklärte er mir, daß, aller meiner Erfahrung zum Trotz, die männliche
Beschneidung gleich zerstörend wie die Klitorektomie wäre.
Ich brauchte Monate, um den Rest meiner medizinischen Unterlagen zu
bekommen. Ich erfuhr, daß ich nicht mit einem Penis, sondern mit intersexuellen
Genitalien geboren wurde: einer typischer Vagina und äußeren Schamlippen, einer
weiblichen Harnröhre und einer sehr großen Klitoris. Zu bedenken ist dabei, daß
die Ausdrücke “groß” und “klein”, wenn sie intersexuellen Genitalien
zugeschrieben werden, Urteile sind, die nur im Kopf des Betrachters sind. Von
meiner Geburt bis zur Operation, als ich Charlie war, befanden meine Eltern und
die ÄrztInnen meinen Penis als furchtbar klein, genauso wie ihm die Harnröhre
fehle. Meine Eltern waren so beschämt und traumatisiert durch das Aussehen
meiner Genitalien, daß sie niemandem erlaubten, sie zu sehen: keine Babysitter,
keine Möglichkeit für die müden Eltern, durch eine hilfreiche Großmutter oder
Tante vom Wickeln abgelöst zu werden. In dem Moment als,
Intersexen-Spezialisten eröffneten, daß mein “wahres Geschlecht“ weiblich sei,
war meine Klitoris plötzlich fürchterlich groß. Das geschah ohne jegliche
Änderung in der objektiven Erscheinung oder Größe meines Phalloklit.
Wenn in unserer Kultur ein Kind geboren wird, bestimmen die anwesenden
Experten, entweder ÄrztInnen oder Hebammen, ein Geschlecht, basierend auf dem
Aussehen der kindlichen Genitalien. Im Falle einer intersexuellen Geburt wird
das Kind entweder dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zugeordnet,
auch wenn meist Spezialisten konsultiert werden, und die Geschlechertzuweisung
vielleicht nur für ein paar Tage gemacht wird. Intersexualität ist ein
menschenmögliches, aber sozial undenkbares Phänomen. Die Geschlechtszuweisung
wird manchmal geändert, wie es bei mir getan wurde. Tatsächlich gibt es
dokumentierte Fälle, in denen die Geschlechtszuschreibung, manchmal sogar drei
mal [Fn 2], geändert wurde, ohne die Meinung des Kindes einzuholen oder es
überhaupt darüber zu informieren.
In vielen anderen Kulturen aber ist das Phänomen der Intersexualität
wohl bekannt und ein intersexuelles Kind wird als solches anerkannt. Leider ist
der Blick der Ethnographen durch den absoluten Begriff der
Zweigeschlechtlichkeit geprägt, die die westliche Kultur seit Darwin
beherrscht. In letzter Zeit haben Etnographen Beispiele über Kulturen
geliefert, in denen eine Zuweisung als intersexuell einen hohen aber auch einen
niedrigen Status verleiht oder sogar intersexuelle Neugeborene bei Entblößung,
als ein schlechtes Omen, zu Tode verurteilt.(Edgerton 1964; Furth 1993; Herdt
1994; Nanda 1994; Roscoe 1991) Auch der Talmud hat z.B. einige Regularien, die
nur auf Intersexuelle bezogen sind.(Berlin and Zevin 1974)
Die heutigen Nordamerikaner zeigen Gefühle des Horrors und des Ekels,
wenn sie mit Fällen von Intersexualität konfrontiert werden. Die moderne
westliche Kultur ist die erste, die sich auf die Technologie verläßt, um die
Geschlechterdichotomie zu erzwingen, indem sie chirurgische und hormonelle
Mittel nutzt, um den Beweis von dem Körper eines intersexuellen Neugeborenen zu
entfernen. Die medizinische Literatur ist sich einig über die Notwendigkeit der
Praxis, selbst wenn sie zugeben muß, daß chirurgische Eingriffe die sexuellen
Funktionen schädigen können. (Conte and Grumbach 1989; Emans and Goldstein
1990; Hendricks 1993)“Die einzige Indikation für diesen chirurgischen Eingriff,
ist die Verbesserung des Körperbildes dieser Kinder, so daß sie sich ‘normaler
fühlen’”.(Edgerton 1993, Fn 3)
Wofür sind Genitalien? Meiner Auffassung nach sind meine Genitalien für mein
Vergnügen. In einer sexuell repressiven Kultur mit starken Eingriffen in die
Funktion der Geschlechterdichotomie, sind die Genitalien von Neugeborenen dazu
da, männliche von weiblichen Neugeborenen zu unterscheiden. Es ist schon
schwer, Eltern oder auch ÄrztInnen dazu zubringen, in Erwägung zu ziehen, daß
Neugeborene zukünftige Erwachsene sind, sexuelle Wesen. Jedoch sind
medizinische Intersexen-Spezialisten stolz auf sich selbst, daß sie in der Lage
sind, das zu tun.
Für Intersexen-Spezialisten sind männliche Genitalien zur aktiven
Penetration und zum Vergnügen, während weibliche Genitalien zur passiven
Penetration und Reproduktion sind. Auf die Frage, warum die Standart-Praxis 90%
der intersexuellen Säuglinge als weiblich bestimmt (und chirurgisch die
Zuweisung erzwingen, indem die Klitoris entfernt wird), antwortet ein
prominenter Chirurg: “you can make a hole,but you can’t build a pole”
(Hendricks 1993) Schauen wir uns mal an wie John Gearhart, ein bekannter
Spezialist in der Genitalchirurgie für intersexuelle Kinder, der Befragung über
orgasmische Funktionen, in der folgenden veröffentlichten Diskussion über
zusätzliche Chirurgien für das Ausbessern von Vaginen, die chirurgisch bei
intersexuellen als weiblich bestimmten Neugeborenen, konstruiert wurden,
ausweicht. (Bailez et al. 1992)
Dr. Frank: Wie definieren sie einen erfolgreichen
Geschlechtsverkehr? Wieviele der Mädchen haben zum Beispiel tatsächlich einen
Orgasmus? Wieviele von diesen hatten eine Klitorektomie, wieviele eine
Klitorisplastik und macht es irgendeinen Unterschied für den Orgasmus?
Dr. Gearhart: Die Interviews mit den Familien wurden von
einer weiblichen Kinderchirurgin durchgeführt, die sehr freundlich und
mitfühlend ist. Ich denke sie hat ein Maximum an Informationen von diesen
Patienten. Adäquater Geschlechtsverkehr wurde als erfolgreiche vaginale
Penetration definiert...
Intersexen-Spezialisten betonen oft die Wichtigkeit eines heterosexuellen
Resultates für die intersexuellen Kinder, die sie behandeln. Slijper et al. z.
B. erklärt, “Eltern werden beruhigt sein, wenn sie wissen, daß ihre Tochter
Heterosexualität genauso wie andere Kinder entwickeln kann.” (Slijper et al.
1994) (p.15). Dr. Y., ein prominenter Chirurg auf dem Gebiet der
Intersexualität, hat einem Interview mit Ellen Lee nur unter der Bedingung der
Anonymität zugestimmt. Er behauptet, daß das höchste Maß an Erfolg für die
Geschlechtszuweisung von intersexuellen Kindern die “Effektivität des
Geschlechtsverkehrs” ist, welche sie als Erwachsene erlangen werden. (Lee 1994)
(p.60) Intersexuelle, die als weiblich bestimmt wurden und Frauen als
Sexualpartnerinnen wählen, und solche, die als männlich bestimmt wurden und
Männer als Sexualpartner wählen, symbolisieren das Scheitern der Behandlung in
den Augen der Eltern und Spezialisten. Die Reaktion meiner Mutter, als sie
erfuhr das ich mit Frauen sexuellen Kontakt hatte, war ja, daß sie ihre
Entscheidung bereute, dem ärztlichen Ratschlag gefolgt zu sein und mich als
weiblich, anstelle von männlich, zu bestimmen.
Meine Mutter und mein Vater nahmen mich eines Tages mit in ihr Zimmer, um
ein Geheimnis mit mir zu teilen. Ich war zehn Jahre alt, immer noch völlig
unwissend betreffend sexueller Dinge. „Als Baby warst du krank”, erklärten sie.
„Deine Klitoris war zu groß, sie war vergrößert.“ Die Art, in der sie
vergrößert sagten, machte mir klar, daß es eine spezielle, nicht
normale Bedeutung hatte. „Du mußtest ins Krankenhaus, und sie wurde entfernt.“
„Was ist eine ‘Klitoris’?“, fragte ich. „Eine Klitoris ist ein Teil eines
Mädchens, der ein Penis sein würde, wenn das Mädchen ein Junge wäre. Deine war
vergrößert, deshalb mußte sie entfernt werden. Jetzt ist alles in
Ordnung. Aber erzähle das Niemand.“
Wer bin ich? Ich sehe mir meinen Körper an. Er sieht weiblich
aus. Bisher hatte ich immer einen geheimen Zweifel gehegt. Ich erinnere mich an
mich als einen zurückgezogenen, depressiven Jugendlichen, immer versuchend
einen Blick auf weibliche Genitalien werfen zu können. Sehen sie so aus wie
meine? Ich hatte niemals eine nackte Frau aus der Nähe gesehen. Ich hatte keine
Ahnung davon, daß an meinen Genitalien Teile fehlten. Eigentlich kann man die
Unterschiede zwischen meinen Genitalien und denen von irgendeiner anderen Frau,
ohne die äußeren Schamlippen zu öffnen, nicht erkennen. Ich erinnere mich, wie
ich in einem Buch das Phänomen der Masturbation entdeckte. Ich konnte jedoch
den Mittelpunkt der lustbringenden Empfindungen in meinen Genitalien nicht
lokalisieren, konnte den Trick nicht zustande bringen, über den ich gelesen
hatte. Ich war nicht in der Lage, dieses Versagen mit dem Geheimnis über die
vergrößerte Klitoris, die entfernt wurde, in Verbindung zu bringen. Ich konnte
mir einfach nicht vorstellen, daß mir jemand eine solche unwiderrufliche Sache
angetan hatte, besonders nicht Erwachsene, die für mein Wohl verantwortlich
sind. Oft weckten mich Alpträume, in denen mein Leben in Gefahr, mein
Geschlecht fraglich und meine Genitalien deformiert waren und aus mir so wie
Organe heraus schwappten. Als junge Erwachsene, gelang es mir, eine Verbindung
zwischen der Entfernung meiner Klitoris und meiner schwachen sexuellen
Reaktion, der Unfähigkeit einen Orgasmus zu erleben, zu erkennen.
Wer bin ich? Ich betone meine Weiblichkeit und meine intersexuelle
Identität, die Tatsache, daß ich nicht weiblich bin. Das ist kein Paradoxon;
die Tatsache, daß mein Geschlecht (Gender) problematisiert wurde ist der
Ursprung meiner intersexuellen Identität. Die meisten Menschen, die nie an
ihrem Geschlecht gezweifelt haben, sind unfähig, auf die Frage: “woher wissen
sie, daß sie eine Frau (ein Mann) sind,” zu antworten.
Ich konnte mich nicht als total weiblich erleben. Auch wenn mein
Körper als weiblich durchgeht, passen mir Frauenkleider nicht. Die Schultern
sind zu eng, die Ärmel zu kurz. In die meisten Frauenhandschuhe passen meine
Hände nicht, genauso wenig wie meine Füße in Frauenschuhe. Für die meisten
Frauen wäre das nichts weiter als eine Unannehmlichkeit. Aber wenn die Kleidung
nicht paßt, erinnert mich das an meine Geschichte. Selbstverständlich paßt auch
die Männerkleidung nicht. Die geraden Linien lassen keinen Platz für meine
großen Brüste und breiten Hüften. Dennoch erlebe ich etwas in der Art, in der
ich arbeite und mich in der Welt bewege als relativ männlich. Und wenn ein Mann
sexuelles Interesse an mir zeigt, habe ich oft den Verdacht, daß er vielleicht
mit einer unterdrückten homosexuellen Neigung kämpft.
Als Frau bin ich weniger als vollständig- ich habe eine geheime
Vergangenheit, mir fehlen wichtige Teile meiner Genitalien und sexuellen
Reaktionen. Wenn eine Geliebte mit ihrer Hand das erste Mal meine Genitalien
berührt, wird der Mangel sofort offensichtlich für sie. Schließlich fühle ich
mich einfach nicht wie eine Frau (und noch weniger als ein Mann). Aber die
Identität als Hermaphrodit war mir zu ungeheuerlich fremd , zu abnorm als daß
ich das Leicht hätte annehmen können. Eine medizinische Anomalie, so
zusammengeflickt wie es der Chirurg am besten bewältigen konnte. Ich hatte
einen Artikel aus einer medizinischen Zeitschrift, in der angegeben wurde, daß
nur zwölf “echte Hermaphroditen” (die Formulierung, die in meinen medizinischen
Akten benutzt wurde) jemals registriert worden sind.
Zu wessen Gunsten wirkt sich dieser Mechanismus der medizinischen
Entfernung und dem gesellschaftlichen Totschweigen aus. Gewiß nicht zu Gunsten
der intersexuellen Kinder. Ich wurde brutal verstümmelt, zurückgelassen voller
Fragen, und auf der Suche nach der Wahrheit befand ich mich in völliger Stille
und Isolation. Als ich, mit 36 Jahren, schließlich meine Mutter zur Rede
stellte, fragte ich sie, wie sie überhaupt ihr Schweigen die ganzen Jahre
wahren konnte, und es mir überlassen hat meine Geschichte als Charlie, das
Etikett „Hermaphroditismus“ aus medizinischen Akten zu erfahren. Ihre Antwort?
„ Nun ja, du hättest mich fragen können.“ (Ich frage mich, welche
anderen Fragen ich noch fragen sollte solange sie lebt.)
Das Thema meiner Identität brachte mich vor zwei Jahren furchtbar auf.
Meine früheren Erfahrungen mit meinem Coming out als Lesbe, halfen mir eine
Entschlüsslung meiner Zwangslage zu erkennen. Die Ausdrücke homosexuell und
lesbisch, so wie der Ausdruck intersexuell, waren Erfindungen eines
medizinischen Diskurses, benutzt, um nicht gebilligte Sexualitäten zu
pathologisieren. Ich muß meine Identität selbstbewußt geltend machen, darauf
bestehen, daß die medizinische Konstruktion, von Intersexualität als Krankheit,
Unterdrückung ist und nicht Wissenschaft. Ich muß Andere finden, die meine
Erfahrungen teilen, Andere, die mit mir an die Öffentlichkeit gehen. Eine
Gemeinschaft kann den Mitgliedern emotionale und logistische Stütze sein und
läßt einen viel mächtigeren Widerstand entstehen, als Individuen die alleine
agieren.
Es war nicht leicht die intensiven Schamgefühle zu überwinden. Ich
erinnere mich noch, wie ich verstohlen den Drucker, Kopierer und das Fax im
Büro benutzte, und ich mit Herzklopfen vor Angst, daß jemand die Dokumente, mit
denen ich arbeitete sehen könnte. Medizinische Akten, Artikel aus medizinischen
Zeitschriften, und ein Bericht über meinen emotionalen Fortschritt. Ich glaubte
immer noch das Intersexualität so selten war, daß ich vielleicht niemals Andere
mit ähnlichen Erfahrungen finden könnte. So habe ich statt dessen nach
Transexuellen gesucht und mit ihnen gesprochen. Alice Walker hatte gerade ihren
Roman „Possessing the Secret of Joy“ herausgebracht, der die Aufmerksamkeit der
westlichen Öffentlichkeit auf einen afrikanischen, kulturellen Ritus lenkte,
der beschönigend als weibliche Beschneidung bezeichnet wird. Ich war aufgeregt
von der älteren Hebamme zu lesen, die ihr ganzes Leben lang
Klitorisentfernungen durchgeführt hat, und ihr früheres Opfer beschimpfe in dem
sie Hermaphroditismus als abnormal bezeichnete, „It’s all normal, as far as
that goes, says M’lissa. You didn’t make it, so who are you to judge?“ (Walker
1992) Ich fand und sprach mit den auf diese Weise verstümmelten afrikanischen
Frauen, die sich in den USA organisiert haben, um gegen diesen Brauch in ihrer
Heimat zu kämpfen. Das für mich beispielhafte Verhalten all dieser tapferen
Menschen half mir mit meiner Scham umzugehen.
Ich fing an wahllos mit Freunden und Bekannten, darüber zu reden was
mir angetan wurde. Innerhalb eines Jahres habe ich ungefähr ein halbes Dutzend
anderer Intersexen gefunden, die meisten von ihnen waren auch
genitalverstümmelt, zwei von ihnen lebten mit ihren intakten atypischen
Genitalien. Einer Frau wurde die Klitoris operativ entfernt als sie Teenagerin
war, obwohl sie durch Masturbation wußte, daß ihre Klitoris der Mittelpunkt von
sexueller Lust war, konnte sie dieses weder mitteilen noch anders dem Druck von
Eltern und ÄrztInnen widerstehen; ein Kind, dem erst vor zwei Jahren die
Klitoris operativ entfernt wurde; eine Frau die ihrer Mutter dankbar war, weil
diese dem jahrelangen Druck der MedizinerInnen widerstand und sich weigerte,
die große Klitoris ihrer Tochter entfernen zu lassen; ein Mann, der als Mädchen
großgezogen wurde, der sich entschied als Mann (mit intakten intersexuellen
Genitalien) zu leben, nachdem er in der Pubertät einen männlichen Körper
entwickelte; ein Mann dessen Penis schwer geschädigt wurde, durch wiederholte
Operationen die, die Position der äußeren Mündung seiner Harnröhre [Fn 4]
‘korrigieren’ sollten; ein Mann der herausgefunden hatte, daß bei der Operation
in seiner Kindheit, die ihm niemand erklären wollte, sein Uterus und ein
Eierstock entfernt wurde. Keiner von diesen Menschen hat jemals mit einer
Intersexe gesprochen.
ChirurgInnen von Intersexen behaupten, daß eine psychologische
Beratung deshalb nicht angeboten wird, weil sie keine qualifizierten
PsychologInnen oder PsychiaterInnen ausfindig machen können, welche die
Intersexen oder ihre Familien beraten könnten (Lee1994). Doch die ChirurgInnen
erhalten diese Situation in dem sie ihre intersexuellen PatientInnen
verstümmeln, traumatisieren und stigmatisieren. Diese Kinder wachsen mit soviel
Scham auf, daß sie als Erwachsene nicht in der Lage sind ihre Erfahrungen offen
zu diskutieren, so daß das Phänomen der Intersexualität unsichtbar
bleibt.
Was sehe ich, wenn ich in den Spiegel schaue? Einen weiblichen Körper, der
vernarbt ist und dem einige der wichtigen Teile der Genitalien fehlen. Im
alltäglichen Umgang mit anderen Menschen, erfahre ich eine merkwürdige Art von
körperlicher Auflösung- ich nehme mein Selbst als entkörperlichtes Wesen war,
ohne Sex oder Gender. Ich betrachte die Heilung dieser Spaltung als ein
wichtiges Element von persönlichem Wachstum, das mir erlauben wird, meine
Sexualität zurückzugewinnen und wirkungsvoll für intersexuelle Belange
einzutreten. Mein Körper ist nicht weiblich, er ist intersexuell. Operationen
können Intersexualität nicht auslöschen und ganze Männer oder Frauen schaffen:
was sie schaffen sind emotional mißbrauchte, und sexuell disfunktionale
Intersexen. Wenn ich meine postoperative Anatomie mit dem Etikett weiblich
versehe, dann schreibe ich den Chirurgen die Macht zu, eine Frau zu
kreieren, in dem sie Körperteile beseitigen; Ich stimme ihrem
Programm: „Frau als Mangel“ zu. Ich kollaboriere mit dem Verbot meiner
intersexuellen Identität. Kessler zitiert einen Endokrinologen, der sich auf
die Behandlung von intersexuellen Kindern spezialisiert hat: „In the absence of
maleness, you have femaleness... It´s really the basic design.“
(Kessler1990)
Cliffard Geertz (Geertz 1984) stellt die Behandlung von Intersexen bei
den Navajos und den Pokot in Kenia („ein Produkt; wenn auch ein etwas
ungewöhnliches Produkt des normalen Laufs der Dinge“) der Amerikanischen
Haltung gegenüber. “Amerikaner betrachten die Weiblichkeit und Männlichkeit als
die Erschöpfung der natürlichen Kategorien, in welche Personen überhaupt fallen
können: was dazwischen fällt, ist Dunkelheit, eine Beleidigung der Vernunft.“
Die Zeit für die Intersexuellen ist gekommen, unsere Behandlung als Mißbrauch
anzuprangern, und offen auf das Recht zu bestehen, unsere Identität als
Intersexen anzunehmen und absichtlich diese Art von Vernunft zu beleidigen, die
verlangt, daß wir verstümmelt und zum Schweigen gebracht werden.
Jetzt schon sind vage Bewegungen im Gange. Suzanne Kessler, deren Arbeit
einflußreich den Diskurs über Gender als eine soziales Konstrukt begründete,
publizierte 1990 einen Artikel, in dem sie die medizinische Behandlung von
intersexuellen Kindern, als von kulturellen Annahmen und nicht von objektiven
Kriterien bestimmt, charakterisiert. (Kessler 1990) Anne Fauston-Sterling, eine
feministische Kritikerin der Biologie veröffentlichte 1993 einen Artikel, in
dem sie nahe legt, daß Operationen den intersexuellen Kindern nicht aufgedrängt
werden sollen. (Fausto-Sterling 1993) Beide Schriftstellerinnen arbeiteten
offensichtlich, ohne mit einem erwachsenen Intersexuellen gesprochen zu haben
und obwohl beide Artikel die Motivation für die operative Veränderung von den
Genitalien der Kinder hinterfragen, benennen sie die Operationen nicht als
Verstümmlungen.
Ein Brief, mit dem ich auf Fausto-Sterlings Artikel (Chase 1993)
antwortete und in dem ich die Formierung der Intersex Society of North America
[Fn 5] bekannt gab, führte zu emotionalen Antworten von acht anderen
Intersexen. Eine, Morgen Holmes, hat kürzlich eine ausführliche Analyse der
Gründe fertiggestellt, weshalb medizinische Technologie benutzt wird, um
Intersexualität im Allgemeinen auszulöschen, und ihre Intersexualität im
Speziellen (Holmes1994). Bis sie mit mir in Kontakt trat, hatte Holmes ihre
Erfahrungen der Intersexualität mit keinem Lebewesen geteilt. Die einzige
intersexuelle Person in ihrem Universum war Herculine Barbin, ein französischer
Hermaphrodit im 19ten Jahrhundert, dessen Tagebücher von Foucault editiert und
publiziert wurden (Foucault1980a). Barbins Leben endete mit Selbstmord.
Auch in Großbritannien haben zwei Intersexuelle die extreme
Heimlichkeit, die Scham und „Abnormität“ die ihren Zustand umgibt, in dem
angesehenen medizinischen Magazin BMJ angeprangert.
Meines war ein dunkles Geheimnis, allen außerhalb der medizinischen Berufe
(meine Familie eingeschlossen) verborgen, aber das ist keine Alternative, denn
es verstärkt sowohl das Gefühl von Abnormität als auch die Isolation.
(Anonymous 1994b)
Nicht daß mein Gynäkologe mir die Wahrheit sagt, macht mich zornig
(ich hatte sowieso medizinische Büchereien besucht, um eine Diagnose zu
bekommen), sondern daß weder mir, noch meinen Eltern psychologische
Unterstützung angeboten wurde, daß wir alleine gelassen wurden mit unseren
verzweifelten Gefühlen von Scham und dem Tabu. (Anonymous 1994a)
Beide AutorInnen haben das Androgenresistenz Syndrom, und sind mit großer
Wahrscheinlichkeit mit typisch weiblich aussehenden Genitalien geboren, aber
einer kurzen Vagina, und ohne Uterus. Erzogen als Mädchen mit Körpern, die sich
in der Pubertät zu erwachsenen weiblichen Körpern entwickelten, werden diese
Frauen oft traumatisiert, wenn sie in medizinischen Akten oder Texten lesen,
daß sie „genetisch männlich“ sind.
Lesende: wißt Ihr wie die Zusammensetzung Ihrer „Geschlechts
Chromosomen“ ist? Wenige Leute (die nicht intersexuell oder transsexuell sind)
kennen ihren Karyotyp. Es ist lächerlich, daß das Wissen um die Resultate von
Labortests (bei den Karyotypen nicht sichtbar) Wirkung auf die Wahrnehmung von
Sex oder Gender einer Person haben kann. Die soziale Fiktion des
männlich/weiblichen binären Gegensatzes leitet zu dem generellen Vorurteil, daß
alle Menschen ein chromosomales, gonales, hormonales und anatomisches
Geschlecht (Sex) und eine geschlechtliche, soziale Rolle (Gender) haben, die
übereinstimmen. Die Verletzung dieser Weltsicht, ist der Ursprung für Traumata
bei androgenresistenten Frauen, die entdecken, daß ihr Karyotyp männlich ist
und bei Eltern von intersexuellen Neugeborenen.
Als ich anfing, nach Intersexen zu suchen, erwartete ich, wollte ich
Menschen finden, deren Erfahrungen meinen genau glichen. Was ich fand war sehr
unterschiedlich - die Bandbreite von Persönlichkeiten, politischen Ansichten
und Anatomien in unserer wachsenden intersexuellen Gemeinschaft, ist so weit
wie der Raum zwischen Mann und Frau, den wir besetzen. Einige von uns leben als
Frauen, einige als Männer, einige als offene Intersexen. Viele von uns sind
homosexuell, wenn der Ausdruck als Begriff von den sozialen Geschlechterrollen
(Gender) der PartnerInnen verstanden wird. Manche von uns sind niemals sexuell
aktiv gewesen. Diejenigen von uns, die medizinischen Interventionen ausgesetzt
waren, teilen unsere Erfahrungen von ihnen als Mißbrauch.
Heilung ist ein Prozeß ohne Ende. Das Gefühl äußerster Einsamkeit ist
vielleicht der zerstörerischste Teil dessen, was uns angetan wurde. Meine
Arbeit in der Intersex Society, das Zuhören, Beraten und Vernetzen anderer
Intersexen, war ein wichtiger Teil meiner eigenen Heilung, und half mir nicht
von dem Gefühl des Zorns überwältigt zu werden.
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Anonymous. 1994a. Be open and honest with sufferers. BMJ 308 (16
April): 1041-1042.
Anonymous. 1994b. Once a Dark Secret. BMJ 308 (19 February): 542
Bailez, M.M., John P. Gearhart, Claude Migeon, and John Rock. 1992. Vaginal
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Fussnoten:
Fn 1: Übersetzung: S. Owsinski und E. Meiser.
Da es im Englischen keine geschlechtsspezfischen Berufsbezeichnungen oder
ähnliches gibt, ist die Übersetzung problematisch und immer auch eine
Interpretation. Da wir keine Profis sind, bitten wir dieses und andere
Holperigkeiten in der Übersetzung zu entschuldigen.
Fn 2: Money beschreibt ein Kind, dem bei der Geburt das männliche
Geschlecht zugewiesen wurde, einige Tage später das weibliche, wieder das
männliche im Alter von 3 Wochen und im Alter von 4 ½ erneut das weibliche
Geschlecht. Ihm wurde die Klitoris, in Verbindung mit der endgültigen
Veränderung ihres Geschlechts, operativ entfernt. Die Geschichte der
Geschlechts- wieder- Zuweisung (sex- reassignment) wurde vor dem Kind geheim
gehalten, bei Familiendiskussionen tabuisiert, obwohl sie sich in Träumen
erinnern konnte (Money 1991) (p 239 ff.)
Fn 3: Obwohl diese These im Zusammenhang mit einem Artikel über
„clitoroplasty without loss of sensitivity ” geschrieben wurde, stellen die
Autoren keinerlei Beweise zur Verfügung, daß dieses Standartverfahren, bei
welchem beinahe die gesamte Klitoris entfernt und der Rest verlegt wird,
sexuelle Gefühle unversehrt läßt. In der Tat, Morgan Holmes, als Kind
Versuchsperson, charakterisierte es als „partial clitorectomy ”. Eine andere
Frau, an welcher dieses Verfahren als Erwachsene durchgeführt wurde und die in
der Lage war, ihre sexuelle Erfahrung vor und nach der Operation einander
gegenüberzustellen, benennt es “unwahrscheinlich desensibilisierend”.
Fn 4: Bei ungefähr einer von drei- oder vierhundert Geburten, wird ein
Kind mit einem Zustand geboren, der sich Hypospadie nennt, in welchem der Teil
der Harnröhre der sich im Penis befindet, teilweise oder komplett offen ist.
Dieser Zustand ist selten schädlich, es sieht ungewöhnlich aus, und der Junge
oder der Mann müssen vielleicht in Sitzen urinieren . Nach der „routinierten“
männlichen Beschneidung, sind die Hypospadien „Korrektur“ - Operationen
wahrscheinlich die zweit häufigste Form der kosmetischen Genitaloperationen,
die in den USA durchgeführt werden.
Fn 5: Ich lade intersexuellen LeserInnen und ihre Familien und PartnerInnen
ein, an die Intersex Society of North America, P.O. Box 31791, San Francisco CA
94131, oder email info_at_isna.org. zu schreiben.