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Thursday 27 October 2011

"Stellungnahme zu Intersexualität": Deutscher Ethikrat diskutierte mit Bundestagsabgeordneten

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Laut einer heutigen >>> Pressemitteilung des Deutschen Ethikrates diskutierte eine Abordnung des Ethikrates passenderweise am 8. Intersex Awareness Day mit Mitgliedern des Bundestags u.a. über die nunmehr auf Anfang 2012 angekündigte Ethikrat-Stellungnahme zu "Intersexualität".

Diese befasst sich laut Pressemitteilung "mit Fragen der Legitimität medizinischer Eingriffe, der gesundheitlichen Fehlversorgung, des Personenstandsrechts und der Möglichkeit eines finanziellen Ausgleichs für widerfahrenes Leid"!

Hört, hört! Nach der "ersten Einschätzung" des Ethikrates vom Juni dieses Jahres ein weiteres positives Zeichen – mögen die grossen Hoffnungen vieler Betroffener in den Ethikrat nicht enttäuscht werden!

Weniger zuversichtlich stimmen dagegen der aktuelle Wissensstand und die Prioritäten der Bundestagsabgeordneten laut Pressemitteilung:

In der folgenden Diskussionsrunde interessierten sich die Parlamentarier insbesondere für die Einbeziehung der Eltern von Betroffenen in den Dialogprozess, den Gleichbehandlungsgrundsatz und das Diskriminierungsverbot sowie die Frage, inwieweit sich die Empfehlungen des Ethikrates auch auf den Bereich des Sports erstreckten.

Wetten – würden nur schon ein paar dieser Parlamentarier mal an den eigenen Lustorganen etwas genitalverstümmelt, hätten sie ziemlich schnell ziemlich andere Perspektiven?!

Bis dahin gilt wohl unverändert: "Aufklären, aufklären, aufklären!"  

"Das x-te Geschlecht" - Jungle World, 27.10.11

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Zufällig ein Tag nach dem 8. Intersex Awareness Day erschienener, mitunter wohl eher >>> unfreiwillig erhellender Artikel von Ulrike Klöppel (u.a. TGNB/TrIQ/IVIM – diese Mitgliedschaften werden allerdings in der Jungle World nirgends offengelegt).

Schon der (in der Regel allerdings von der Redaktion bestimmte) Titel setzt den Trend: Während aufrechte Zwitter sich seit langem selbstbewusst als "Das dritte Geschlecht" bezeichnen (vgl. z.B. der von Nella verfasste Kasten oben rechts auf diesem Blog) und dieses aktiv für sich einfordern, reicht's in der Jungle World grad mal noch zum x-beliebigen "x-te[n] Geschlecht" (in der Praxis hörte ich schon, wie dies Zwittern von "LGBT-Experten" dann folgendermassen ausgedeutscht wurde: für sie reiche es eh frühestens zum 4. Geschlecht, das 3. sein nämlich schon fest für Transgender reserviert).

Der Frage, wessen Anliegen der Artikel letztlich transportiert, klärt der (in der Regel ebenfalls von der Redaktion bestimmte) Untertitel: Lautet dieser vorne im Inhaltsverzeichnis noch vollmundig "Zur Debatte um Intersexualität", mutiert der Untertitel im Artikel selbst enthüllenderweise zu: "Ist die Geschlechtsregistrierung überholt?". Zwitter als Mittel zum Zweck für Transgender-Anliegen – soweit so bekannt.

"Schätzungsweise 10.000" "Intersexuelle" lebten in Deutschland, beginnt dann der eigentliche Artikel von Ulrike Klöppel – dass Medizyner dagegen 10 mal mehr Kinder als verstümmelungswürdig betrachten (und "behandeln"!) bleibt dabei schlicht unerwähnt.

Weiter unten heisst es, wiederum ohne Quellenangabe: "Inzwischen raten allerdings auch Fachleute bei Operationen zur Zurückhaltung." Aktuelle ASMW-Verstümmler-Leitlinien konstatieren demgegenüber unverändert: "In der Regel wird die Operation in Deutschland im ersten Lebensjahr durchgeführt."

Immerhin wird noch Daniela "Nella" Truffer (bezeichnenderweise ausdrücklich als Nicht-Deutsche eingeführt) aus ihrem Ethikrat-Statement kurz zitiert zu Klagen Überlebender über die "verheerenden Folgen dieser Praktiken", und Lucie Veith (Intersexuelle Menschen e.V.) darf auf im lesensweren Anhang des CAT-Schattenberichts aufgeführte, aktuelle Beispiele von medizinisch nicht notwendigen, "irreversible[n] kosmetische[n] Genitaloperationen und Hodenentfernungen an Kleinkindern" hinweisen.

Der Rest (und "zufälligerweise" grösste Teil) des Artikels dreht sich dann wenig überraschend praktisch ausschliesslich um Personenstandsfragen bzw. um die obligate (Trans-)Gender-Forderung nach Abschaffung des Personenstandseintrags, die Ins A. Kromminga (IVIM-OII Germany/TrIQ) abschliessend als optimales Mittel zur Verhinderung von Verstümmelungen anpreist: "Damit würde der medizinischen Begründung ›geschlechtsanpassender‹ Eingriffe die Basis entzogen."

Dass demgegenüber die meisten kosmetischen Genitalverstümmelungen ohne solche "›Geschlechtsanpassungs‹-Gründe" vorgenommen werden, verschweigt der Artikel ebenso wie den Umstand, dass dieses angeblich optimale Mittel, sofern es tatsächlich die behauptete Wirkung zeitigte, wohl definitiv das langsamste wäre – während gleichzeitig JEDEN TAG weitere Kinder verstümmelt werden.

Aber wen von den persönlich nicht von Genital- und Lustorganverstümmelung nicht Betroffenen in diesem Artikel oder bei Jungle World scheint sowas überhaupt zu interessieren?

Ganz im Gegensatz zu Personenstandsabschaffungs-, (Geschlechts-)Identitäts-, (Hetero-)Normativitäts-, (Trans-)Gender- und sonstigen Bauchnabeldebatten offensichtlich ... 

Wednesday 26 October 2011

"Widersprüchliches um Magnus Hirschfeld"

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Auf die >>> Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 17.10.11 über Magnus Hirschfelds Wirkung bezüglich heutige Genitalverstümmelungen an Zwittern ging über den Sündikat-Verteiler am 20.10.11 eine >>> Replik von Ulrike Klöppel [TGNB/TrIQ/IVIM] und Rainer Herrn [Magnus Hirschfeld Gesellschaft]. Darin wurden uns mehrfach Aussagen unterschoben, die in der Pressemitteilung gar nicht standen. Gleichzeitig wurden die darin konkret angesprochenen Kritikpunkte ausgeblendet wurden und Magnus Hirschfeld stattdessen einmal mehr pauschal zum Zwitter-Wohltäter hochstilisiert. Am 22.10.11 ging die >>> Rückantwort von Zwischengeschlecht.org dazu wiederum über den Sündikat-Verteiler.

Vielleicht kommt es ja irgandwann doch mal noch zu einer sachbezogenen Diskussion über die Folgen von Hirschfelds Werk und Vermächtnis für heutige genitalverstümmelte Zwitter?

(Bild: Dr. Magnus Hirschfeld entsorgt ein amputiertes Zwitter-Lustorgan.  – Standbild aus Rosa von Praunheims Hirschfeld-Filmbiographie "Der Einstein des Sex".)

8. Intersex Awareness Day 2011: 15 Jahre gewaltfreier Widerstand gegen Zwitter-Genitalverstümmelungen – Proteste in Berlin 10.-13.11.

>>> Intersex Awareness Day 2009      >>> "Jedes Verbrechen hinterläßt Spuren"

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktionen gegen "ISHID 2011" Live Genitalverstümmler, London 17.-19.09.2011   >>> Video

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Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 26. Oktober 2011:

Ein denkwürdiges Jubiläum: Heute ist es auf den Tag 15 Jahre her, seit Überlebende von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken zum ersten Mal wagten, ihre Peiniger durch gewaltfreie Aktionen öffentlichkeitswirksam mit dem angerichteten Leid zu konfrontieren.

Geändert hat sich seither leider herzlich wenig: Auch heute noch wird in Deutschland jeden Tag mindestens ein wehrloses Kind in einer Kinderklinik ohne medizinische Notwendigkeit irreversibel genitalverstümmelt – allein in Berlin jedes Jahr Dutzende, während der Senat bis auf den heutigen Tag jegliche Kenntnis davon öffentlich leugnet.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird am Do 10.11. im Haus der Demokratie und Menschenrechte über diese andauernden Menschenrechtsverletzungen informieren – und drei Tage lang vor der Charité gegen die uneinsichtigen Verstümmler und ihre Helfershelfer protestieren.

           INHALT
             1.  Chicago, 26.10.1996:
                  "Zwitter mit Rückgrat nehmen Pädo-Verstümmler ins Visier"
             2.  Berlin, 27.10.2011:
                  Deutscher Ethikrat diskutiert Stellungnahme zu "Intersexualität"
             3.  Genf, 4. + 8.11.2011:
                  UN-Komitee gegen Folter über "Gonadektomie (Kastration)"
                  und "feminisierende Operationen" in Kinderkliniken
             4.  Berlin, 10.-13.11.2011:
                  Aktionen gegen Genitalabschneidertreffen in der Charité

 

Chicago, 26.10.1996:
"Zwitter mit Rückgrat nehmen Pädo-Verstümmler ins Visier"

Als Reaktion auf die eiserne Gesprächsverweigerung der US-Genitalabschneider-Standesorganisation "American Academy of Pediatrics" gegenüber der 1993 gegründeten Intersex Society of North America (ISNA) begannen Überlebende nach anderen Wegen zu suchen. Am Pädiater-Jahrestreffen am 26. Oktober 1996 in Chicago protestierten "Hermaphrodites with Attitude" vor den Eingängen gegen die uneinsichtigen Verstümmler, angekündigt durch eine Pressemitteilung mit dem Titel "Hermaphrodites target kiddie docs" die erste Zwitter-Demo, gefolgt von zahllosen weiteren Protesten bis heute.

Seit 2004 erinnert der 26. Oktober als "Intersex Awareness Day" an den Beginn des politischen Widerstandes gegen die Genitalverstümmelungen in unseren Kinderklinken.
 

Berlin, 27.10.2011:
Deutscher Ethikrat diskutiert Stellungnahme zu "Intersexualität"

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Als 7. Tagungsordnungspunkt steht ein Tag nach dem 8. Intersex Awareness Day beim Deutschen Ethikrat an seiner morgigen Plenarsitzung "Diskussion der Stellungnahme zum Thema 'Intersexualität'" auf der Traktandenliste. Nach Rügen der UNO verfasst der Ethikrat dieses Jahr im Auftrag der Bundesregierung eine mittlerweile auf 2012 angekündigte Stellungnahme.

In einer ersten Einschätzung vom 15. Juni hatte der Deutsche Ethikrat festgehalten: "Ein zentraler Punkt ist das Recht der Betroffenen auf körperliche Unversehrtheit. [...] Hier findet das Elternrecht seine Grenzen und auch dies spricht dafür, mit solchen Eingriffen so lange wie möglich zu warten, damit die betroffenen Intersexuellen selbst entscheiden können."

Überlebende setzen seit langem große Hoffnung in den Deutschen Ethikrat, das Unrecht der täglichen Verstümmelungen endlich ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
 

Genf, 4. + 8.11.2011:
UN-Komitee gegen Folter tagt über "Gonadektomie (Kastration)"
und "feminisierende Operationen" in Kinderkliniken

Ab nächster Woche tagt in Genf das Committee against Torture und untersucht die 47. Session die Einhaltung des UN-Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (CAT). Am 4. November von 10-12 Uhr sowie am 8. November ab 15 Uhr steht Deutschland auf der Tagesordnung. Intersexuelle Menschen e.V. hat erneut einen Schattenbericht eingereicht mit Aufsehen erregenden Fallberichten. Namentlich werden der Reihe nach "Kastration" und "Hormonersatztherapie" sowie "feminisierende Operationen" in deutschen Kinderkliniken als Schutzpflichtverletzungen eingeklagt.

Die immer häufiger vorgenommenen "vermännlichenden Operationen" (z.B. "Hypospadiekorrekur") bleiben im Schattenbericht leider außen vor – obwohl Überlebende diese seit langem öffentlich als medizinisch nicht notwendige Genitalverstümmelungen mit verheerenden Folgen und endlosen "Nachkorrekturen" anklagen.

Tiger Howard Devore, der sich 1984 in Baltimore als erster Überlebender überhaupt öffentlich äußerte, berichtet von 16 "Korrekturen" als 40-Jähriger, davon 10 allein in den ersten ebenso vielen Lebensjahren, und fordert:

"Wenn sie mich doch nur im Sitzen hätten pinkeln lassen, dann hätten weder ich noch meine Familie all das ertragen müssen – die Kosten, die Schmerzen, die wiederholten Operationen, die Medikamente, die immer wiederkehrenden Transplantatabstoßungen und die Fisteln aus denen der Urin floss. Ich hätte gut damit leben können, aus dem Schaft meines Penis zu pinkeln, statt aus der Spitze, aber dafür nicht in der Empfindsamkeit beeinträchtigt zu sein."

Ernst Bilke, seit 2003 sich öffentlich äußernder Überlebender von endlosen, medizinisch nicht notwendigen, "Hypospadiekorrekturen" aus Baden-Württemberg, war seinerzeit zunächst beinah "zum Mädchen korrigiert" worden – "weil es billiger sei". Auch er wäre lieber unversehrt geblieben und klagt an:

"Immer noch wird so früh wie möglich operiert. Die plastischen Chirurgen genießen ihr Experimentierfeld und sind stolz auf ihre Resultate. Die Argumente älterer Intersexueller werden ignoriert."
   

Berlin, 10.-13.11.2011:
Aktionen gegen Genitalabschneidertreffen in der Charité

Kann ein Zwitter Sünde sein? In Berlin versammeln sich in 2 Wochen vom 11.-13. November zur diesjährigen "6. gemeinsamen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)" a.k.a. "JA-PED 2011" eine der drei hauptsächlich verantwortlichen Genitalabschneider-Standesorganisationen in der berüchtigten Serienverstümmlerklinik "Charité".

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird am 10. November um 19 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte öffentlich informieren.

Und während der "6. JA-PED 2011" vor dem Campus Virchow-Klinikum der Charité gewaltfrei protestieren – gegen die GenitalabschneiderInnen sowie gegen die Untätigkeit von Politik und Justiz bei diesem fortdauernden Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.

Freundliche Grüße

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

http://zwischengeschlecht.org
Regelmässige Updates: http://zwischengeschlecht.info 

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter   

Friday 21 October 2011

"6. JA-PED 2011" @ Charité, 11.-13.11.: Ethische Perspektive auf kosmetische Genitaloperationen an Kindern? Wir doch nicht!

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

In 3 Wochen treffen sich die "Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Endokrinologie (APE)" inkl. ihre für diverse Verstümmler-Leitlinien mitzeichende "Arbeitsgruppe DSD" sowie die "Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD)" im Campus Virchow-Klinikum der Charité zum 6. gemeinsamen Jahrestreffen – auch dieses Jahr wieder flankiert von friedlichen Protesten.

Traditionell werden im Vorfeld der Veranstaltung die Abstracts der dort gehaltenen Vorträge in der "Monatschrift Kinderheilkunde" publiziert, dieses Jahr eingeführt durch ein Grusswort (>>> Scan als JPG, 69 KB) der Organisatoren Dr. Dirk Schnabel und PD Dr. Klemens Raile vom "Otto-Heubner-Centrum für Kinder- und Jugendmedizin" der Charité.

Diesem Grusswort ist zu entnehmen, dass diesmal am Jahrestreffen tatsächlich auch "ethische Perspektiven" erörtert werden sollen, jedoch – Überraschung! – ausdrücklich nicht in Bezug auf die Genitalverstümmelungen in hiesigen Kinderkliniken unter reger Beteiligung der APE, sondern ausschliesslich in Bezug auf "die neuen, genomweiten Sequenziertechniken".

Bei oberflächlichem Studium des Grussworts könnte Mensch gar zum Schluss kommen, Genitalverstümmelungen stünden beim 6. Jahrestreffen gar nicht auf der Traktandenliste. Tatsächlich sind sie jedoch einfach gut versteckt in der Rubrik "Entwicklungsbiologie endokriner Organe". Mehr zu entsprechenden Veranstaltungen an der diesjährigen JA-PED folgt ...

Thursday 20 October 2011

Heidi Walcutt - Zwitter, die kein Blatt vor den Mund nehmen 1

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Heidi Walcutt in 'Hermaphrodites speak!'"Ich möchte einfach ein stumpfes, rostiges Messer nehmen und anfangen Ärzten die Genitalien abzuhacken und sagen: 'Da, du Hurensohn! Was denkst du, wie es sich anfühlt!!'"
- Heidi Walcutt (20.10.1961–10.11.2010)

Das übersetzte Zitat stammt aus dem Video "Hermaphrodites speak!", aufgenommen am 1. internationalen "ISNA Retreat" vor 15 Jahren im Herbst 1996; just dieser Ausschnitt war auch zu sehen im diesjährigen Film "Intersexions"

Von Heidi Walcutt ist zudem ein berührendes Gedicht "Ode to a Life" bekannt sowie die autobiografischen Texte "Time for a Change" und "Physically Screwed by Cultural Myth: The Story of a Buffalo Children’s Hospital Survivor" (in: "Hermaphrodites with Attitude" Fall/Winter 1995-96, PDF --> S. 10) und ein Leser_innenbrief ebendort --> S. 12.

Heidi Walcutts obiges unverblümtes Zitat (das wohl so oder in ähnlicher Form auch anderen Zwangsoperierten schon durch den Kopf ging) und der ungeschminkte Ausdruck ihrer Wut auf ihre Peiniger und deren KollegInnen erregte damals schon Aufsehen und schockierte viele, so dass ihre Aussage auch in der ISNA-Broschüre "Teaching Intersex Issues" (PDF 1.29MB --> S. 7) aufgegriffen wurde: "Warum ist diese Wut schockierend, wenn man bedenkt, was ihr und anderen angetan wurde? Was sagt diese Wut aus über die bisherigen Intersex-Behandlungen?"

Vielleicht liesse sich da noch hinzufügen: "Und was über die politisch Verantwortlichen, die prinzipiell "auf die andere Seite schauen", die "Behandlungen" öffentlich verleugnen und ungehindert weiterlaufen lassen?"

>>> Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben  

(Um Missverständnissen vorzubeugen: Dieser Blog befürwortet Redefreiheit, Offenheit, Transparenz und gewaltfreien Widerstand. – Maulkörbe, Denkverbote, Geheimnistuerei sowie Gewalt als Mittel zum Erreichen unserer politischen Ziele befürwortet er NICHT.)

"Protest gegen Genitalverstümmelungen vor Kupferbau am 06.10." - tueinfo.org, 11.10.11

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Cooler Artikel auf dem Infoportal Tübingen / Reutlingen über die Demo aus Anlass des "1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting" inkl. "Live Operationen".

Fettes Dankeschön an alle, die kamen! 

>>> Live-Genitalverstümmelungen Tübingen 2005-11  

Tuesday 18 October 2011

Magnus Hirschfeld - bestbezahlter Genitalverstümmler seiner Zeit

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Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 17.10.2011:

Filmbild: Hirschfeld operiert mit Blut im GesichtMagnus Hirschfeld, Zwitter-Genitalverstümmler für viel Geld
Darstellung nach Rosa von Praunheim: "Der Einstein des Sex"  >>> Quelle

Magnus Hirschfeld, als Lichtgestalt und Befreier von Schwulen, Lesben, Transsexuellen und Transgendern bejubelt und geehrt im ganzen Land ... Im Ganzen Land? Nein!

Für als Kleinkinder systematisch genitalverstümmelte Zwitter ist und bleibt Hirschfelds Einfluss und Vermächtnis ein mit großem Leid verbundenes, dunkles und bisher weitgehend verdrängtes Kapitel Deutscher Schwulen-, Medizin- und Wissenschaftsgeschichte.

                  INHALT
                  1.  1918: Zwitter-Verstümmelung als Grundstock für Hirschfelds
                       "Institut für Sexualwissenschaft"
                  2.  Hirschfeld als Rechtfertigung für heutige Zwitter-Genitalverstümmler
                  3.  Hirschfelds Beitrag zur Unsichtbarmachung der Zwitter
                  4.  Wie lange noch?!

1.  1918: Zwitter-Genitalverstümmelung als Grundstock für Hirschfelds "Institut für Sexualwissenschaft"

Ein Schlaglicht auf das historisch belastete Verhältnis zwischen Zwittern, Hermaphroditen oder "Intersexuellen" einerseits und andrerseits Schwulenbefreiungsbewegungen und Sexualwissenschaft wirft Rosa von Praunheims Hirschfeld-Film-Biografie "Der Einstein des Sex":

1918: Hirschfeld hat kein Geld mehr und wird zusammengeschlagen, die Gründung des "Instituts für Sexualwissenschaft" ist akut gefährdet. Hirschfeld bleibt keine Wahl: Mit Hilfe seiner transvestitischen Assistentin Dorchen muss er eine drastische Genitalverstümmelung an einem wehrlosen "Hermaphroditen" durchführen. Als Lohn erhält der blutverschmierte Hirschfeld eine Schatztruhe voller Geschmeide – der dringend benötigte Grundstock für das in der nächsten Szene eröffnete "Institut für Sexualwissenschaft".

Auch wenn diese Episode des Films historisch nicht belegt ist, bleibt die Verstümmelungs-Szene ein treffendes Gleichnis für real existierendes mangelndes Bewusstsein und unaufgearbeitete (eigene) Geschichte.

Umso mehr, als dieses filmische Schlaglicht bisher von schwulen und sonstigen unverstümmelten Betrachter_innen schlicht unbeachtet blieb. Während dieselbe Szene bei verstümmelten Zwittern regelmäßig heftige und schmerzliche Reaktionen auslöst.

2.  Hirschfelds Vermächtnis als Rechtfertigung für heutige Zwitter-Genitalverstümmler

Hirschfelds Werk gilt heute als historischer Ausgangspunkt der Sexologie wie auch der Gender Studies, die Hirschfeld beide viel verdanken und sich zum Teil heute noch auf ihn beziehen.

Gleichzeitig war und ist Hirschfelds Vermächtnis untrennbar verbunden mit der andauernden Geschichte der menschenverachtenden medizinischen und sexologischen Experimente hauptsächlich an wehrlosen kleinen Zwitterkindern. Der medizinische Begriff "Intersex" als Synonym für systematisches Verstümmeln im Kleinkindalter geht letztlich zurück auf Hirschfelds Zwischengeschlechts-Theorie. Noch 2002 wurde John Money in Berlin von der DGSS passend die "Magnus Hirschfeld Medaille" verliehen.

Auch sich selbst die Hände nicht direkt blutig machende Disziplinen in Geschlechterforschung und Gender Studies stellen regelmäßig auf "Erkenntnisse" und Berichte menschenrechtswidriger medizinischer Humanexperimente an Zwittern ab, ohne sich über die Konsequenzen Rechenschaft abzulegen.

3.  Hirschfelds "Theorie der sexuellen Zwischenstufen" als Beitrag zur gesellschaftlichen Unsichtbarmachung der Zwitter

Zwitter fälschlicherweise als Untergruppe der eigenen Gruppe zu definieren, z.B.  unter "Transgender", oder "intersexuell" ungefragt als Schlusslicht bei schwul-lesbisch-bisexuell-transsexuellen Anliegen "anzuhängen" ("LGBTI")  – Hirschfeld hatte praktisch alle Tricks heutiger politischer Vereinnahmung schon vor über 100 Jahren vorgemacht.

Mit fatalen Folgen: In der öffentlichen Wahrnehmung sind die verstümmelten Zwitter, sofern sie nicht von vornherein mit Transsexuellen verwechselt werden, längst im (Trans-)Genderdiskurs untergegangen. Obwohl die Vereinnahmungen sachlich nicht zutreffen und genitalverstümmelte Zwitter sich seit längerem gegen solche politischen Vereinnahmungen wehren.

Aktuell leugnet der "genderpolitisch fortschrittliche" Berliner Senat öffentlich und kategorisch die Existenz der täglichen Verstümmelungen in den Kinderkliniken. Ebenso der Bremer Gesundheitsminister. Die Hamburgische Bürgerschaft beschloss zuvor, gegen die Verstümmelungen konkret nichts zu unternehmen. Gleichzeitig spielt sich der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit öffentlich als Zwitterbeschützer auf und werden "Intersexuelle" im Bundestag für schwulenpolitische Anliegen dauerverheizt.

4.  Wie lange noch?!

Zu Hirschfelds Zeiten wurden Zwitter nur selten Opfer von uneingewilligten Genitalamputationen. Heute werden Zwitter zu 90% Opfer medizinisch nicht notwendiger "Genitalkorrekturen" im Kindesalter.

Die täglichen Genitalverstümmelungen vor unserer Haustüre müssen endlich gestoppt werden! Diesbezügliche dunkle Kapitel müssen umfassend und vorbehaltlos aufgearbeitet werden. Die Vereinnahmungen von Zwittern durch Schwule und Transgender müssen aufhören.

Wir rufen alle dazu auf, sich konkret für die schnellstmögliche Beendigung der Verstümmelungen einzusetzen!

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".

Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.
 

n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org

Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info

http://zwischengeschlecht.org
Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info

Nachtrag: Am 20.9. ging über den Sündikat-Verteiler eine Replik auf unsere Pressemitteilung von Ulrike Klöppel [TGNB/TrIQ/IVIM] und Rainer Herrn [Magnus Hirschfeld Gesellschaft] mit Vorwürfen an unsere Adresse. Darin wurden uns Aussagen unterschoben, die wir weder in der Pressemitteilung oder sonst je geäussert hatten, während gleichzeitig die in der Pressemitteilung konkret angesprochenen Kritikpunkte ausgeblendet wurden und Magnus Hirschfeld stattdessen pauschal zum Zwitter-Wohltäter hochstilisiert wurde. Am 22.10.11 ging dann die Rückantwort von Zwischengeschlecht.org dazu wiederum über den Sündikat-Verteiler. Vielleicht kommt es ja doch mal noch zu einer sachbezogenen Diskussion über die Folgen von Hirschfelds Werk und Vermächtnis für heutige genitalverstümmelte Zwitter?

Siehe auch:
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung 
- Dr. Magnus Hirschfeld führt Genitalverstümmelung an Zwitter durch
- Ulrichs-Krafft-Ebing-Hirschfeld-Money-Butler-"hirnorganische Intersexualität" 

- Die Rede von der "psychischen Intersexualität"

Saturday 15 October 2011

Live-Genitalverstümmelungen in Tübingen 2005-2011: Von "einzeitigen Hypospadiekorrekturen" und "Harnröhrenverlegungen" über "Wiederholungsprozeduren", "RettungsOPs" und "gescheiterte Hypospadie" zum "Hypospadiekrüppel"

ddd

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Am Protest gegen das "1st ESFFU-EFGURS Joint Meeting" letzte Woche in Tübingen (siehe Bild) sprachen wir mit einer Journalistin des "Schwäbischen Tagblattes", die sagte, ein ungenannt bleibender verantwortlicher Tübinger Medizyner hätte ihr gesagt, hier würden gar keine Kinder operiert.

Dies, obwohl in Tübingen nachweislich wiederholt wehrlose Kinder an Kongressen "live" verstümmelt wurden (und auch sonst regelmässig im "Universitästsklinikum Tübingen UKT" verstümmelt werden), und die für die bisherigen Live-Verstümmelungs-Kongresse verantwortlichen Tübinger Operateure Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, Prof. Dr. med. Karl-Dietrich Sievert, Dr. med. Jörg Seibold, Dr. med. Udo Nagele und Dr. med. Saladin Helmut Alloussi regelmässig über kosmetische Genitaloperationen an Kindern publizieren beispielsweise im Alter "von 1.4 bis 14 Jahren (Durchschnitt: 3.8 Jahre)" (vgl. Seibold, Stemzl, Sievert et. al. BJU Int 100, 2007, PDF; Seibold, Alloussi, Sievert, Stenzl et. al. CEJUrol 63, 2010, PDF).

Obendrein schwärmen die Verstümmler gern in bekannt überheblicher und menschenverachtender Weise von – Überraschung! – chirurgischen "Herausforderungen"  inkl. verbesserten "Nachbesserungsmöglichkeiten" mit "Transplantaten", vgl. etwa die im Offenen Brief erwähnte Publikation von Seibold, Nagele, Sievert und Stenzl in Der Urologe 44 mit dem bezeichnenden Eröffnungssatz im Abstract: "Harnröhrenrekonstruktionen stellen bei Erwachsenen, jedoch bei Kindern und Jugendlichen umso mehr, eine Herausforderung an den Operateur dar."  (Auf langjährige Follow-Ups verzichtet auch diese Publikation aus naheliegenden Gründen.)

Da das "Schwäbische Tagblatt" m.W.n. nichts über die Tagung veröffentlichte, jedoch anzunehmen ist, dass die betreffenden MedizynerInnen solche Aussagen auch sonst herumreichen, nachfolgend einige Quellen zum Thema "Traditionelles 2-jährliches Herbst-Live-Genitalverstümmeln in Tübingen":

Vor dem diesjährigen "1st ESFFU-ESGURS" fanden in Tübingen bereits 4 sog. "Symposien Rekonstruktive Urologie" statt, ebenfalls jeweils in den ungeraden Jahren im Herbst und ausgerichtet von denselben lokalen Veranstaltern aus der "Klinik für Urologie" des "Universitätsklinikum Tübingen (UKT)", jedesmal als besonderen "Höhepunkt" inkl. "Live Operationen" a.k.a. "Direktübertragungen von Live-Operationen mit 'perioperativer' Diskussion einzelner Behandlungsschritte" (Ankündigung II. Symposium, 2005).

Von diesen "Symposien Rekonstruktive Urologie" sind die Programme der jeweils im "Universitätsklinikum Tübingen (UKT)" abgehaltenen Symposien II-IV noch online einsehbar. In allen firmierten berüchtigte spezialisierte pädiatrische "Live-Operateure" sowie weitere "Experten", die sich explizit mit kosmetischen "Korrekturen" an Kindern befassen, darunter:

2005: "II. Symposien Rekonstruktive Urologie: Harnröhrenrekonstruktion bei Erwachsenen und Kindern"
(>>> Programm als PDF)
(Organisation & Leitung: Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, OA Dr. med. Jörg Seibold)

Margit Fisch, Hamburg (Altonaer Kinderkrankenhaus AKK):
Referat: "Hypospadie: Management von Komplikationen"
"Live-Operationen mit Direktübertragung in den Hörsaal: Endoskopische Strikturbehandlung, Strikturinzision mit End-zu-End Anastomose, MAGPI, gestielter Vorhautlappen (Onlay), bulbäre Harnröhrenrekonstruktion mit Wangenschleimhaut, etc. Operateure: Margit Fisch, Udo Nagele, Marcus Riccabona, Dorothea Rohrmann, Wolfgang Rösch, Jörg Seibold, Arnulf Stenzl, Ulrich Drews"

Marcus Riccabona, Linz (Kinderurologie Barmherzige Schwestern):
Referat: "Hypospadie: Zeitpunkt und Korrekturmöglichkeiten der kongenitalen Harnröhrenmissbildungen"
"Live-Operationen mit Direktübertragung in den Hörsaal: Endoskopische Strikturbehandlung, Strikturinzision mit End-zu-End Anastomose, MAGPI, gestielter Vorhautlappen (Onlay), bulbäre Harnröhrenrekonstruktion mit Wangenschleimhaut, etc. Operateure: Margit Fisch, Udo Nagele, Marcus Riccabona, Dorothea Rohrmann, Wolfgang Rösch, Jörg Seibold, Arnulf Stenzl, Ulrich Drews"

2007: "III. Symposium Rekonstruktive Urologie: Urethra-, Hypospadiekorrektur, rekonstruktive Laparoskopie"
(>>> Programm als PDF)
(Organisation & Leitung: Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, Dr. med. Jörg Seibold, Dr. med. Udo Nagele, Dr. med. David Schilling, Markus Renninger)

Laurence Baskin, San Francisco (Kinderurologie Universitätsklinik SF):
Vortrag: "Hypospadie"
"Live-Operationen: Onlay"
(vgl. auch Laurence Baskins Lügen über Anzahl kosmetische OPs an Minderjährigen vor der San Francisco Human Rights Commission, 2005. Baskin gab dort an, in seiner Klinik würde 1 kometische Genitaloperation pro Jahr durchgeführt; eine Anfrage der SFHRC bei der betreffenden Klinik ergab dann allerding im Zeitraum 2000-2003 insgesamt 311 kosmetische Genitaloperationen an Minderjährige, d.h. knapp 78 pro Jahr, vgl. Report als PDF S. 52-53. Als Reaktion darauf unterstellt Baskin der Kommission darauf öffentlich gewalttätige Absichten: "Ich dachte, sie würden mich erschiessen!", vgl. Stanford Medicine Spring 2011 PDF, S. 26. Laurence Baskin war u.a. auch Referent am "3rd EuroDSD Symposium 2011" in Lübeck.)

Christian Radmayr, Innsbruck (Kinderurologie Medizinische Universität):
Vortrag: "VUR-Endoskopische Refluxkorrektur vs. HL-Neuimplantation"
"Live-Operationen: Hypospadie"

2009: "IV. Symposium Rekonstruktive Urologie: Geschlechtsangleichende Operation, Rekonstruktion äußeres Genitale, VUR-Korrektur" (>>> Programm als PDF)
(Organisation & Leitung: Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, Prof. Dr. med. Karl-Dietrich Sievert, Dr. med. Jörg Seibold, Dr. med. Saladin Helmut Alloussi)

Marcus Riccabona, Linz (Kinderurologie Barmherzige Schwestern):
"Live Operationen: Hypospadie"

Karl-Dietrich Sievert, Tübingen (Urologische Klinik, Universitätsklinikum):
Vortrag: "Harnröhrenchirurgie: Unterschiede bei Kindern und Erwachsenen"

Guy Bogaert, Leuven Belgien (Kinderurologie, Universitätskrankenhaus):
Vortrag: "Kinderurologie in Europa: Leitlinien"

Vom Symposium 2009 ist uns weiterhin der Bericht einer Teilnehmerin bekannt, wonach Kinder operiert wurden, die der Operateur zumindest zum Teil das erste Mal sah, als sie bereits narkotisiert auf dem Tisch lagen, in einem Fall habe de Operateur gar angemerkt, der Befund sei anders, als er ihn sich aufgrund der Akten vorgestellt habe, aber er operiere jetzt trotzdem. Zudem mindestens eine OP ("Korrektur schwere Hypospadie") ohne genaue (Intersex-)Diagnostik erfolgt, obwohl zumindest schwere Hypospadien unter Medizinern offiziell als "DSD" gelten, vgl. z.B. Vortrag Susanne Krege DGU 2011.

2011: "1st ESFFU-EFGURS Joint Meeting" (>>> Programm als PDF)
(Organisation & Leitung: Prof. Dr. med. Karl-Dietrich Sievert, Dr. med. John Heesakkers, Prof. Dr. med. Serdar Deger)

Über die auch heuer wieder vertretenen Tübinger "Live-Operateure" Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, Prof. Dr. med. Karl-Dietrich Sievert und Dr. med. Jörg Seibold und ihre Verbindungen zu Genitalverstümmelungen an Kindern vgl. die oben im 2. und 3. Abschnitt dieses Posts verlinkten Quellen.

Vom diesjährigen "1st ESFFU-ESGURS" liegen uns keine konkreten Angaben über das Alter der kosmetisch "Live-Operierten" vor. Teilnehmer, mit denen wir Kontakt hatten, erwähnten "Live-OPs" an Erwachsenen, wollten uns aber nicht bestätigen, dass ausschliesslich Erwachsene und keine Minderjährigen operiert würden.

Uns ist bekannt, dass die in unserem Offenen Brief (nebst Seibold, Sievert und Stenzl) namentlich erwähnten diesjährigen "Live-OperateurInnen" Daniela Andrich (London), Anthony Mundy (London) und Enzo Palminteri (Arezzo) über "Redo-Surgeries" ("Wiederholungsoperationen") bei Erwachsenen mit "Failed Hypospadias" ("gescheiterte Hypospadie") bzw. "Hypospadias Cripple" (Hypospadie Krüppel") publizieren (siehe unten), Erwachsene, bei denen aufgrund der vorherigen "gescheiterten" OPs im Kindesalter oft tatsächliche, z.T. massive medizinische Indikationen für OPs bestehen (z.B. bei Harnröhrenverengungen).

Doch sogar wenn dieses Jahr in Tübingen zur Abwechslung ausschliesslich medizinisch notwendige "Redo-OPs" an Erwachsenen vorgenommen wurden, ist dies für unsere Menschenrechtsgruppe zwar nicht dasselbe wie kosmetische Eingriffe an Unmündigen, doch bleibt die Thematisierung und Durchführung solcher Eingriffe an einem Kongress trotzdem unhaltbar, solange nicht gleichzeitig auch ihre Verursachung durch kosmetische Eingriffe in der Regel an Kindern adäquat angesprochen werden, sondern womöglich im Gegenteil durch Glorifizierung von "Salvage Surgeries" ("Rettungsoperationen") vom eigentlichen Problem abgelenkt wird. (Wie dies leider oft geschieht, vgl. etwa die Publikation der in Tübingen 2005 als Live-Verstümmlerin aufgetretenen, berüchtigten Hamburger Chirurgin Prof. Dr. Margit Fisch: "Salvagestrategien nach Komplikationen der Hypospadiechirurgie" in Der Urologe 46, 2007).

Ebenso, wenn nicht zumindest adäquat thematisiert wird, dass das Versprechen der (Kinder-)ChirurgInnen, "unauffällige Penisse" zu produzieren, klar nicht den Tatsachen entspricht, vgl. z.B.:

Anthony Mundy / Daniela Andrich: "Hypospadias–Historical Aspects", Folie 12: "Post Operative - General" (>>> PDF S. 12 - WARNUNG!!!)

Enzo Palminteri et.al.: European Urology 49 (2006), vgl. speziell S. 892 "(B) Excellent appearance of the buccal mucosa graft 6 mo after the transplant" (>>> PDF S. 892 - WARNUNG!!!)

>>> Tübingen: "Live Verstümmelungen" - Zwitter attackieren Kinderchirurgen
>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter  

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Thursday 13 October 2011

"Three Vigils" - Video von den Protesten gegen "ISHID 2011"- GenitalabschneiderInnen, London 17.-19. September

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Claudia im Gespräch mit einem 'ISHID'-Kongressteilnehmer vor dem UCH Education Centre

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Daniela "Nella" Truffer und Claudia reden Klartext über ihnen als Kinder angetane kosmetische Genitaloperationen und die Folgen dieser schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen für ihr Leben.

>>> Berührender englischsprachiger Online-Clip aus Anlass der infamen "Live Genitalverstümmelungen" am letzten Tag des "IV. ISHID Weltkongress" vom 17.-19. September 2011 in London, aufgenommen von Richard von MenDoComplain. Fettes Dankeschön!

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter  

Sunday 9 October 2011

Genitalverstümmelungen in Berliner Kinderkliniken: Senat hat angeblich "keine Erkenntnisse" - TGNB/TrIQ/IVIM lassen sich seit Jahr und Tag unwidersprochen als Feigenblatt vorschieben

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Kann ein Zwitter Sünde sein?2010 befasste sich der Berliner Senat zum ersten Mal mit Fragen zu Umfang und (menschen-)rechtlicher Beurteilung von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken in seinem Zuständigkeitsbereich.

Anlass dazu war eine kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus Berlin >>> Drucks. 16/144436 (PDF, 38 KB), deren Text wörtlich aus früheren von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org initiierten parlamentarischen Anfragen übernommen worden war (mit Ausnahme der Auslassung der Teilfragen betreffend Peer Support für direkt Bedrohte oder bereits Betroffen gemachte, sowie der nicht minder fragwürdigen Sexualisierung des Titels).

In seiner Antwort stellte sich der Berliner Senat schamlos und tatsachenwidrig gleich selber einen Persilschein aus, indem er die Durchführung von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern a.k.a. Genitalverstümmelungen in diversen Berliner Kinderkliniken pauschal rundheraus abstritt:

„Dem Senat liegen keine Erkenntnisse über konkrete Fälle mit derartigen Eingriffen oder Therapien vor. Eine rechtliche Beurteilung ist somit nicht möglich.“ (Drucks. 16 / 14436, S. 2). 

„Auch gibt es keine Erkenntnisse darüber, ob und welche Krankenhäuser in Berlin solche Behandlungen an Kindern vorgenommen haben.“
(Drucks. 16 / 14436, S. 1).
 

• Tatsache bleibt, dass „solche Behandlungen an Kindern“ in Berlin sowohl in der Charité wie auch in verschiedenen Privatkliniken seit Jahr und Tag systematisch „vorgenommen“ werden, obwohl es sich dabei klar um schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen handelt, namentlich gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung. 

• Tatsache bleibt, dass der Senat, der diese Verstümmelungen duldet und durch Wegschauen und Leugnen unterstützt, in der Antwort zu seiner Weisswaschung abschließend als Feigenblatt auf ein von ihm publiziertes "Fachgespräch" mit den üblichen "(Trans-)Gender-ExpertInnen" verweist (Drucks. 16 / 14436, S. 2). In diesem Doku 22 "Zur Trans- und Intergeschlechtlichkeit" werden Betroffene von Genitalverstümmelungen in Kinderklinken eimal mehr durch VertreterInnen dritter Interessengruppen vereinnahmt, darunter Es/Thoralf Mosel und weitere Funktionäre u.a. von "Transgender Netzwerk Berlin (TGNB)" und "TransInterQueer (TrIQ)"

• Tatsache bleibt, dass auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sich schon öffentlich als Zwitterbeschützer aufspielte, während er in Tat und Wahrheit die Leiden der Betroffene von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken ebenfalls bloss als Mittel zum Zweck für Schwulen-, Lesben- und Trans-Anliegen instrumentalisiert ("Sexuelle Identität ins Grundgesetz").

Fazit: Heute noch schauen der Berliner Senat, der Regierende Bürgermeister und ihre sich offensichtlich willig als Feigenblätter vorschieben lassenden "(Trans-)Gender-ExpertInnen" krampfhaft in die andere Richtung, während gleichzeitig in Berliner Kliniken weiterhin jährlich Dutzende wehrloser Kleinkinder irreversibel genitalverstümmelt werden – wie lange noch?! 

(Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gibt unbestrittenermassen ne ganze Menge LGBTQs, die mit Zwittern solidarisch sind ohne sie zu vereinnahmen  – wir treffen welche an jedem Protest und sind froh darum. — Auch von den Vereinnahmer_innen haben bestimmt viele "nur die besten Absichten" – aber um die Verstümmelungen endlich zu stoppen, ist gut gemeint nunmal definitiv nicht gut genug.)

>>> "Inter*Tagung"/IVIM/TrIQ drücken sich vor inhaltlicher Diskussion 

>>> Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter   

"Genitalverstümmelung auch in Deutschland!" - rdl 6.10.11

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Menschenrechte auch für Zwitter!Seelenlos und Nella am Flugblätterverteilen, "1st ESFFU-EFGURS", Tübingen 6.10.11

"Wer denkt, Genitalverstümmelungen finden nur im Ausland, bei Immigranten oder einfach NICHT-Deutschen statt irrt. Jeden Tag wird in Deutschland in einer Kinderklinik mindestens ein wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt. So auch heute (Donnerstag, 6. Oktober 2011) in Tübingen. Im Tübinger Universitätsklinikum (UKT) findet zum 5. mal ein Kongress für kosmetische Genitaloperationen an wehrlosen Kleinkindern statt. Als besondere Attraktion mit Live-Operation am betäubten Kind."

>>> Online nachzuhören: Yours truly a.k.a. Markus Bauer anlässlich der Demo in Tübingen für Zwischengeschlecht.org am Telefon mit Konrad von Radio Dreyeckland "zu den Folgen der Genitalverstümmelungen an unmündigen Kindern".

>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
>>>
"Live Genitalverstümmelungen" - Zwitter attackieren Kinderchirurgen, 6.10.11

Saturday 8 October 2011

Zwitter-Genitalverstümmelungen: "1. Berliner Inter*Tagung", Es / Thoralf Mosel, IVIM und TrIQ drücken sich vor inhaltlicher Diskussion

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Bis vor kurzem war auf der Homepage der "1. Berliner Inter*Tagung" zu lesen, Zwischengeschlecht.org sei zusammen mit Intersexuelle Menschen e.V. und IVIM von der "Inter*Tagung" "angefragt" worden für eine "Diskussion: Menschenrechtsverletzungen an Inters* stoppen!".

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, es waren Nella und yours truly gewesen, die im Namen der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org eine solche Diskussion bezüglich der täglichen Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken der "Inter*Tagung" überhaupt vorgeschlagen hatten. Worauf die "1. Berliner Inter*Tagung" diesen Vorschlag dann in verwässerter Form und als "Eigenleistung" getarnt ins Programm hob mit den erwähnten Zusätzen, u.a. auch Zwischengeschlecht.org wäre dazu "angefragt" worden.

Gleichzeitig wurde unsere Delegation in Tat und Wahrheit von der "1. Berliner Inter*Tagung" auf Betreiben von Es/Thoralf Mosel, seines Zeichens u.a. "Ansprechpartner von IVIM", "Mitglied von TransInterGenderSex", "hauptamtlicher Projektleiter von TransInterQueer (TrIQ)" und "hauptverantwortlicher Organisator der jährlichen Berliner Trans*-äh-Inter*Tagungen", zunächst wochenlang hingehalten (eins/zwei) und letztlich explizit aufgrund einer inhaltlichen Vereinnahmungs-Kritik auf diesem Blog "in Rücksprache mit IVIM und dem TrIQ-Vorstand" von der ganzen Tagung ausgeschlossen. Einzig Nella als "Privatzwitter" sollte noch an der "Inter*Tagung" teilnehmen dürfen.

Mittlerweile wurden im Tagungs-Programm usw. die Namen aller "angefragten" Organisationen stillschweigend entfernt; stehen gelassen wurde dafür die Behauptung, die Diskussion bezwecke angeblich "Vertreter_innen unterschiedlicher Inter*Gruppen im deutschsprachigen Raum die Möglichkeit bieten, sich konstruktiv über ihre verschiedenen und gemeinsamen Ziele bezüglich der Menschenrechtsverletzungen an Inters* auszutauschen und diese auf respektvolle Weise zur Diskussion zu stellen".

Fakt bleibt, dies ist das 3. Mal, dass IVIM/TrIQ & Co. sich vor einer inhaltlichen Diskussion drücken und/oder Nella oder Seelenlos von einer Veranstaltung "ausladen".

Meine 2 Cent:

Offensichtlich fehlt es den Vereinnahmer_innen Thoralf Mosel sowie IVIM/TrIQ/TGNB & Co. etwas an inhaltlichen Argumenten ...

Und bekanntlich nicht zuletzt an einer konkreten eigenen Praxis im Kampf gegen die Genitalverstümmler.

Dazu passt auch, wie Es/Thoralf Mosel, IVIM, TransInterQueer (TrIQ), TransInterGenderSex, 1-0-1 intersex, Transgender Netzwerk Berlin (TGNB) etc. sich stattdessen seit über einem Jahr widerspruchslos vom Berliner Senat (--> Drucks. 16/14436) für die Leugnung und dadurch Perpetuierung der täglichen Zwitter-Verstümmelungen vor ihrer Haustüre vor den Karren spannen lassen ...

>>> Beendigung der Genitalverstümmelungen - Vorschlag für Diskussion Inter*Tagung

>>> Genitalverstümmelungen: TrIQ & Co. seit Jahr und Tag als Feigenblatt 

>>> Vereinnahmung: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ...
>>>
Zwitter-Vereinnahmung: "TrIQ", Thoralf & "taz" können es einfach nicht lassen ... 
>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Diskriminierung oder Verbrechen? (II)  

>>> Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung  

Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: "Immer noch wird so früh wie möglich operiert" - Ernst Bilke

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Ernst Bilke: „Immer noch wird so früh wie möglich operiert. Eltern können mit Uneindeutigkeit nicht leben, also wird gehandelt. Später operieren wäre oft möglich, es wäre auch möglich, die Entwicklung des Kindes abzuwarten. Doch die plastischen Chirurgen genießen ihr Experimentierfeld und sind stolz auf ihre Resultate. Die Argumente älterer Intersexueller werden ignoriert. Die Arbeit der Selbsthilfegruppen sei angeblich nicht hilfreich, weil sie die Eltern verunsichern. ‘Bedauerliche Einzelfälle leidvoller Erfahrung’, sagte man mir, ‘dürfen nicht dazu führen, eine optimale Behandlung zu verhindern und das Vertrauen der Eltern in die Ärzteschaft zu erschüttern.’“

Der Baden-Württemberger Ernst Bilke weiss, wovon er spricht als Betroffener von endlosen „maskulinisierenden Korrekturoperationen“ wegen „Hypospadie“, die erst aufhörten, als er alt genug war, sich weiteren „Nachbesserungen“ erfolgreich zu verweigern – zum Bedauern seines Arztes, der „das Ergebnis gerne vervollkommnet“ hätte.

>>> Ernst Bilke: "Die Wut ist gut versteckt" - Biographie mit "Hypospadie"
>>> Hypospadie: "Kindheit voller Schmerz, Operationen und Isolation" (Tiger Devore)

>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> IMeV-Schattenbericht CAT 2011: Häufigste Genitalverstümmelungen ausgeblendet 

Thursday 6 October 2011

"Live Genitalverstümmelungen" - Zwitter attackieren Kinderchirurgen, Tübingen 6.10.11

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>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
>>> Protest gegen Live Genitalverstümmelungen in Tübingen, Do 6.10.11
>>>
Live-Genitalverstümmelungen in Tübingen 2005-2011  

Menschenrechte auch für Zwitter!

[...] Die spektakuläre Inszenierung menschenrechtswidriger und unethischer "Live Genitalverstümmelungen" ist in Tübingen leider traurige Tradition: Nach vier "Symposien für Rekonstruktive Urologie" ist das 1st ESFFU-ESGURS Joint Meeting bereits der fünfte zweijährliche Anlass, an dem Tübinger Chirurgen, verstärkt durch auswärtige Kollegen, als besonderen "Höhepunkt" solche "Direktübertragungen von Live-Operationen mit 'perioperativer' Diskussion einzelner Behandlungsschritte" (Ankündigung II. Symposium, 2005) zelebrieren.

Tübinger Institutionen waren und sind leider sowohl an den vier vergangenen wie auch am diesjährigen Anlass maßgeblich mitbeteiligt.

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org ist zutiefst bestürzt und bedauert sehr, dass die Eberhard Karls Universität Tübingen und das Universitätsklinikum Tübingen (UKT) zu solch fragwürdigen "Höhepunkten" Hand bieten, offenbar ohne Rücksicht auf das dadurch verursachte lebenslange Leid der wehrlosen Opfer. [...]

Ethische und menschenrechtliche Aspekte stehen in Tübingen bisher jedoch nicht zur Debatte – weder bei den Genitalverstümmlern selbst, noch bei den sie unterstützenden Institutionen.

Auch das renommierte "Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)" der Eberhard Karls Universität Tübingen will in all den Jahren offenbar nichts von diesen skandalösen "Live Operationen" bemerkt haben. [...]  >>> ganzer Text + Offener Brief 

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter   

Wednesday 5 October 2011

Deutschland: Hunde besser vor Verstümmelung und Kastration geschützt als Kinder

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Seit 15 Jahren klagen zwangsoperierte Zwitter in Deutschland und weniger lang auch in Österreich und in der Schweiz die Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken öffentlich an und fordern die Medizyner zum Aufhören und die Politik zum Handeln auf – bisher vergeblich:

  • Die Bundesregierung gab wiederholt zu Protokoll, von unzufriedenen Zwangsoperierten nichts zu wissen (Drucks. 14/5627), und sah keinen Handlungsbedarf (--> Drucks. 16/13269). 
  • Die Hamburgische Bürgerschaft befasste sich zwar 2009 mit den Verstümmelungen, klammerte dann aber in den konkreten Vorstössen zum Thema stillschweigend ausgerechnet die GenitalOPs jedesmal aus.
  • Der Berliner Senat durfte im Sommer 2010 widerspruchslos verkünden, angeblich "keine Erkenntnisse über konkrete Fälle mit derartigen Eingriffen oder Therapien" zu haben (--> Drucks. 16 / 14436)
  • Der Bremer Gesundheitsminister durfte in Februar 2011 ebenfalls tatsachenwidrig und unwidersprochen behaupten, "Intersexuelle" würden angeblich seit 10 Jahren nicht mehr verstümmelt.

Aktuell sind in Deutschland Haustiere deutlich besser geschützt als Kinder: Während z.B. Hunde ohne medizinische Notwendigkeit weder kupiert noch kastriert werden dürfen, wird in den Kinderkliniken ungehindert weiter kosmetisch verstümmelt und kastriert.

(In der Schweiz und in Österreich ist das Kupieren von Haustieren ohne medizinische Notwendigkeit übrigens ebenfalls verboten, in der Schweiz gilt dies auch für die Einfuhr bereits kupierter Tiere. Kastration von Hunden ist in der Schweiz hingegen legal und für die Tierärzte lukrativ, siehe: "Dreimal nicht pariert, schon wird er kastriert.")

Laut neuesten BMBF-Studien sind in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ab 3 Jahren unverändert 90% aller bedrohten Kinder durchschnittlich mehrfach "kosmetisch genitaloperiert". 

Ähnlich wie bei Betroffenen von sexualisierter Gewalt ("Kindesmissbrauch") ist der Rechtsweg für Überlebende von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken ein Alptraum und eine Farce. Da die Verstümmelungen in der Regel vor dem 2. Lebensjahr erfolgen, haben Überlebende in der Regel keine Chance, vor Ablauf der Verjährung zu klagen. Die meisten leiden ein Leben lang an durch die Verstümmelungen und das Verheimlichen der "Behandlungen" versursachten, schweren Traumatisierungen.

JEDEN TAG wird allein in Deutschland in einer Kinderklinik ein wehrloses Kleinkind genital "kupiert" und/oder kastriert – wie lange noch???  

Genitalabschneiderin Susanne Krege: «Als ich näher kam, las ich dann auf den Transparenten: "Weg mit verstümmelnden Operateuren!" Da merkte ich natürlich, dass das gegen meinen Vortrag gerichtet war ...» ("DGU 2011", Hamburg 15.9.)

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Bild: Das nachfolgend im "DGU 2011"-Vortrag angesprochene "persönliche Erlebnis":
UK Aachen, 30.05.2011 - Christiane Völling protestiert gegen "Ethik"-Vortrag
von Genitalabschneiderin Susanne Krege
(im Bild ganz rechts)

Am 14.-17. September fand in Hamburg der "63. Jahrekongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie" a.k.a. "DGU 2011" statt. Zwischengeschlecht.org war nicht vor Ort, da wir schon in London gegen die "ISHID"-Live-Genitalverstümmelungen protestierten. Inzwischen sind jedoch die "DGU 2011"-Vorträge in vorbildlicher Weise audiovisuell online dokumentiert – und siehe da:

Author: Susanne Krege (Alexianer Krankenhaus Maria-Hilf, Krefeld)
Session: Fo 7 - Adoleszentenurologie - die Langzeitergebnisse der Kinderurologie
Title: Störungen der sexuellen Differenzierung (Disorders of sexual differentiation – DSD)
Event: DGU Hamburg 2011
Date: September 15, 2011 15:36
Room: Saal 8
Excerpt: 00:00:00—00:00:56

Prof. Dr. Susanne Krege: "Meine sehr verehrten Damen und Herren, mein Thema [...] sind die Störungen der sexuellen Entwicklung oder auch Disorders of sexual differentiation genannt, kurz DSD. Um Ihnen klarzumachen, worum es geht, möchte ich mit einem kleinen persönlichen Erlebnis anfangen, das ich Anfang des Jahres hatte. Ich war von Aachener Studenten eingeladen, im Rahmen einer [Ethik-]Ringvorlesung zu diesem Thema einen Vortrag zu halten. Ich freute mich sehr über diese Einladung, weil ich in Aachen studiert habe, und kam dann am späten Nachmittag in Aachen an, ein reges Treiben auf dem Klinikvorplatz, und ich sah einige Transparente aufgestellt und dachte, na ja, die Studenten haben wieder irgend ein Anliegen. Als ich näher kam, las ich dann auf den Transparenten "Schluss mit Operationen beim unmündigen Kind!" und "Weg mit verstümmelnden Operateuren!". Da merkte ich natürlich, dass das gegen meinen Vortrag gerichtet war ..."

Obacht, nach der 53. Sekunde wird der Vortrag dann in Powerpoint-Folien-Bild und Wort schnell mal ziemlich igittigitt (obwohl ich selber bisher nicht dazukam, ihn mir in seiner Gänze anzutun). In Aachen hatte Frau Krege übrigens noch frech behauptet, erwachsene Betroffene würden ihre Verstümmelungen an wehrlosen Kindern befürworten, und führte dazu einmal mehr die Selbsthilfegruppe "XY-Frauen" als angebliches Beispiel an ...
>>> Ganzer AV-Podcast - TRIGGERWARNUNG!
>>> Nur Audio (mp3)

Übrigens stellt Chef-Pädoverstümmlerin Krege in Hamburg an der "DGU 2011" bereits in der 2. Folie wiederum unmissverständlich klar, dass für ihre Zunft kosmetische "Hypospadiekorrekturen" klar in die Rubrik "intersexuelles Genitale" gehören:

>>> Offener Brief zu Kreges "Ethik"-Vortrag, UK Aachen 30.5.11 

>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch

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Tuesday 4 October 2011

Hypospadie: "Meine Kindheit war angefüllt mit Schmerz, Operationen, Hauttransplantationen und Isolation" (Tiger Howard Devore)

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Dr. Tiger Howard Devore ist aktiv in der US-Selbsthilfegruppe "Hypospadias & Epispadias Association (HEA)", die sich für das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen stark macht, und spricht sich seit Jahren immer wieder öffentlich gegen kosmetische Genitaloperationen an Kindern aus.

Laut John Money war Tiger Devore 1984 der erste Intersexuelle, der sich öffentlich im Fernsehen in einer Sendung mit Oprah Winfrey äusserte. Auf seiner Homepage stellt Dr. Tiger diesen und eine Vielzahl weiterer Clips zur Verfügung. Besonders eindrücklich sind seine kürzlichen Auftritte in "Intersexions" (2011) und "Genital Mutilation: America's Double Standard" (2011).

Tiger Devores autobiografischer Text >>> "Aufwachsen im chirurgischen Mahlstrom" ist eines der eindrücklichsten Zeugnisse über den Unsinn der kosmetischen "Hypospadie-KorrekturOPs" an Kindern und das dadurch verursachte, erhebliche und lebenslange Leid. Nachfolgend einige Auszüge:

Ich verbrachte viele Jahre mit chirurgischen Operationen, deren einziger Sinn darin bestand, aus meiner Penisspitze pinkel zu können ["Hypospadiekorrektur"]. Ich bin insgesamt sechzehn mal an meinen Genitalien operiert worden. Bis zum Alter von zehn Jahren schon zehn mal, ziemlich genau einmal pro Jahr. Wenn sie meine Harnröhrenöffnung da gelassen hätten wo sie war: am Penisschaft nahe der Hoden, hätten mir mindestens zwölf Operationen erspart bleiben können.

Meine Kindheit war angefüllt mit Schmerz, Operationen, Hauttransplantationen und Isolation. Ich weiß noch, wie das war, wenn die Schulferien begannen, und die anderen Kinder irgendwo hinfuhren, um Spaß zu haben. Ich musste in den Ferien ins Krankenhaus, damit ich nicht zu viel vom Unterricht versäumte. Wenn die Ferien vorüber waren, kehrte ich in die Schule zurück, oft waren die letzten Operationsnarben noch nicht einmal verheilt. Manchmal hingen mir zu Schulbeginn noch die Schläuche aus dem Körper, man sah die Nähte und Narben, und ich konnte kaum laufen.

Jedes Jahr operierten sie mich, und ich konnte zusehen und fühlen, wie die plastische Chirurgie jedes Mal wieder in sich zusammenfiel. Das hätte auch ihnen auffallen müssen – außer Arroganz und Inkompetenz gab es für viele der Eingriffe, die sie an mir ausführten, keinen Grund.

Die Harnröhre, durch die die meisten Männer pinkeln, ist nicht aus normaler Haut, sondern aus speziellem Endothel, das den Kontakt mit Urin aushält und auch wenn es immer feucht und warm ist, nicht in sich zusammenfällt oder sich ständig entzündet. Die Röhre, die sie mir aus Haut von anderen Körperteilen schufen, löste sich ständig auf und ich bekomme regelmäßig Blasenentzündungen. Und ich muss mich immer noch hinsetzen beim Pinkeln. Ich war niemals ohne Fisteln, diesen Löchern in meinem Penis, wo die Methode versagt hatte. Die gesamte Harnröhre musste zweimal komplett erneuert werden, mit unfangreichen Hauttransplantaten. Wenn sie mich doch nur im Sitzen hätten pinkeln lassen, dann hätten weder ich noch meine Familie all das ertragen müssen – die Kosten, die Schmerzen, die wiederholten Operationen, die Medikamente, die immer wiederkehrenden Transplantatabstoßungen und die Fisteln aus denen der Urin floss. Ich hätte gut damit leben können, aus dem Schaft meines Penis zu pinkeln, statt aus der Spitze, aber dafür nicht in der Empfindsamkeit beeinträchtigt zu sein.

>>> Tiger Howard Devore: "Aufwachsen im chirurgischen Mahlstrom" (1997)

>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> IMeV-Schattenbericht CAT 2011: Häufigste Genitalverstümmelungen ausgeblendet

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 

Warum eine Diskussion um die Beendigung kosmetischer Genitaloperationen an Kindern unter Ausklammerung von "Hypospadiekorrekuren" unethisch ist

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"Hypospadie" ist die wohl häufigste Diagnose für kosmetische Genitaloperationen an Kindern. Das aktuelle Medizynerhandbuch "Kinderchirurgie. Basiswissen und Praxis" (2008), Hrsg. v. Martina Heinrich und Kathrin Schäfer, nennt für das Vorkommen von "Hypospadie" für Medizyner lukrative Zahlen von "zwischen 4,7 und 8 auf 1000 männliche Lebendgeburten" (S. 192) – d.h. ein Verhältnis von 1:212 bis 1:125.

Kosmetische "Hypospadiekorrekturen" und andere kosmetische sog. "vermännlichende genitale Korrekturoperationen" sind somit klar häufiger als kosmetische "FeminierungsOPs" sowie Kastrationen. Zum Vergleich, der aktuell an der Berliner Charité wütende, berüchtigte Seriengenitalverstümmler Prof. Dr. Martin Westenfelder brüstete sich 2010 öffentlich mit folgender Statistik:

“Prof. Martin Westenfelder gehört zu den Genitalchirurgen mit der größten Erfahrung weltweit: knapp 4.000 Hypospadien, über 140 Epispadien und 160 Feminisierungsoperationen bei intersexuellen Differenzierungsstörungen.”

Laut praktisch allen bekanntgewordenen Studien sind die Komplikationsraten bei "Hypospadiekorrekturen" sehr, sehr hoch (vgl. Zahlen von "EuroDSD"-Verstümmler Pierre Mouriquand von typischerweise 42%-57%).

Viele, wenn nicht die meisten Patienten haben nach der "Behandlung" zum Teil massive Probleme, die klar erst durch die "Korrekturversuche" verursacht wurden.

Sogar die Medizyner selber räumen dies indirekt ein durch die offizielle Diagnose "Hypospadias Cripple" für "hoffnungslose Fälle" (dt. "Hypospadie Krüppel" = von Medizynern zum "Krüppel" operiert!!!).

Ein aktuelles Ethikpapier (Karkazis/Tamar-Mattis/Kron, 2010 --> S. 14) verdeutlicht zudem in einer Checkliste im Anhang, wie die "Hypospadie"-ZwangsbehandlerInnen die Eltern nach den genau gleichen Mustern anlügen und über den Tisch ziehen wie bei "Feminisierungen" und Kastrationen.

Trotz aller katastrophalen Resultate wird "Hypospadie" immer häufiger diagnostiziert und "behandelt"; eine mögliche Zunahme des Auftretens wird mit Umweltgiften in Zusammenhang gebracht (Phtalate, Bisphenol A und andere Plastik-Weichmacher und sog. endokrine Disruptoren).

"Hypospadiekorrekturen" führen zu einer Verminderung der sexuellen Empfindungsfähigkeit und sind meist medizinisch nicht notwendig.

Ob "Hypospadie" nach medizinischer Definition unter die  Diagnose "Intersex/DSD" fällt oder nicht, wird von den TäterInnen aktuell je nach Ausgangslage unterschiedlich beantwortet:

• Historisch wurden "Harnröhrenverlegungen" seit jeher ebenso wie "Klitorisamputationen" abgehandelt unter "Genitale Abnormalitäten, Hermaphroditismus und verwandte adrenale Krankheiten" (Hugh Hampton Young, 1937). Auch John Moneys weit verbreitetes "Standardwerk" "Körperlich sexuelle Fehlentwicklungen" (Amerikanisches Original 1968, auf Deutsch 1969) listet "4. Hypospadie" im Kapitel "Fehlentwicklungen der äußeren Sexualorgane".

• Als Reaktionen auf öffentliche Kritik an Genitalverstümmlungen beginnen viele TäterInnen seit 1993 gegen aussen vermehrt zu argumentieren, "Hypospadie" habe mit "Intersex"/DSD" definitionsgemäss nichts, aber auch gar nichts zu tun.

• Umgekehrt wird an internen Fachvorträgen "Hypospadie" nach wie vor entweder prinzipiell der "DSD Chirurgie" zugerechnet (Pièrre Mouriquand, 2009 --> Folie 184), oder zumindest die "schweren Formen" werden weiterhin fraglos unter "DSD mit intersexuellem Genitale" eingeordnet werden (Susanne Krege, 2011).

US-Zwitterorganisationen (vgl. Auflistung bei ISNA) und Betroffene von kosmetischen Genitaloperationen (vgl. Caitlin Petrakis Childs: "What is Intersex?") kämpfen seit mindestens 15 Jahren für die Beendigung kosmetische Genitaloperationen auch an Kindern mit "Hypospadie". Ebenso wehren sie sich seit langem explizit gegen die Versuche der Täter, "Hypospadiekorrekturen" durch Definitionstricks von der öffentlichen Diskussion von vornherein ausschliessen zu wollen (vgl. Katrina Karkazis: "Fixing Sex", 2008, S. 143f.).

Auch  deutschsprachige Zwitterorganisationen wie z.B. die AGGPG setzten sich selbstverständlich auch für die Beendigung kosmetischer "Harnröhrenverlegungen" und "Hypospadiekorrekturen" sowie anderer "vermännlichender" kosmetischer Genitaloperationen an Kindern ein.

Der meines Wissens nach bekannteste deutschsprachige Betroffene, der sich zu diesem Thema sehr eindrücklich öffentlich äusserte, ist Ernst Bilke.

Die AGGPG-Mitbegründerin --> Heike Bödeker-Spreitzer machte als Betroffene "vermännlichender" Zurichtung auch sonst keine Unterschiede zwischen "Klitoris- rsp. Penisplastiken".

Die UK-Aktivistin --> Sophia Siedlberg (OII) bezeichnet ebenfalls "die ihr aufgezwungenen „Maskulinisierungs“OPs als Genitalverstümmelungen und kämpft dezidiert gegen JEGLICHE Genitalverstümmelungen an Kindern. Insbesondere wehrt sie sich gegen Bagatellisierungen der maskulinisierenden Genitalverstümmelungen im Vergleich zu den feminisierenden, die sie beide als Menschenrechtsverletzungen denunziert".

Dr. Tiger Howard Devore ist aktiv in der US-Selbsthilfegruppe "Hypospadias & Epispadias Association (HEA)", die sich für das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen stark macht, und spricht sich seit Jahren immer wieder öffentlich gegen kosmetische Genitaloperationen an Kindern aus inkl. "Hypospadiekorrekturen".

Tiger Devores autobiografischer Text "Aufwachsen im chirurgischen Mahlstrom" ist eines der eindrücklichsten Zeugnisse über den Unsinn kosmetischer "Hypospadie-KorrekturOPs" an Kindern und das dadurch verursachte, erhebliche und lebenslange Leid, und dank Aufnahme in den Klassiker "Der Beschneidungsskandal" der FGM-Expertin Hanni Lightfoot-Klein (2003, S. 55-58. Englische Neuausgabe 2007 unter dem Titel "Children's Genitals Under the Knife", S 172-175) das wohl bekannteste Dokument, warum medizinisch nicht unmittelbar notwendige "Hypospadiekorrekturen" an Kindern ebenso als westliche Genitalverstümmelungen anzusprechen sind wie sog. "Klitoriskorrekturen".

>>> IMeV-Schattenbericht CAT 2011: Häufigste Genitalverstümmelungen ausgeblendet


Unzensierte Version: Draufklicken (PDF, 3.3 MB)
>>> Flugblatt mit Beispielen von "Hypospadiekorrekturen" (PDF, 2MB)
         WARNUNG: 2. Seite enthält Operationsfotos!

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter  

Saturday 1 October 2011

Häufigste Intersex-Genitalverstümmelungen ausgeblendet: IMeV-Schattenbericht zur UN-Folterkonvention (CAT 2011)

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Intersexuelle Menschen e.V. (Berichterstatterin: Lucie Veith) hat in Kooperation mit der Humboldt Law Clinic einen weiteren Schattenbericht bei der UNO in Genf eingereicht, diesmal zum "Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (CAT)" (>>> PDF 668 KB). Der Bericht wird anlässlich der 47. CAT Session im November 2011 in Genf behandelt werden.

Leider rückt der Bericht (wie schon der vorherige CESCR-Bericht) einmal mehr schamlos die Partikularinteressen (C)AIS-Betroffener ins Zentrum, sprich Kritik an "Gonadektomie (Kastration)" (S. 17f.) und "Feminisierende Operationen" (S. 18ff.), die als einzige konkret behandelt werden, und zwar unter gleichzeitiger expliziter Ausblendung der wohl häufigsten "Diagnose" für Genitalverstümmelungen in hiesigen Kinderkliniken, nämlich "Hypospadie" und weitere "vermännlichende Korrektureingriffe".

Zwar fordert der Schattenbericht in seinen Empfehlungen vollmundig die "Beendigung jeglicher kosmetischer Operationen an den Genitalien von Kindern" (S. 29), doch das verkommt zur Farce, wenn in der konkreten Kritik zum wiederholten Male ausschliesslich auf die Bedürfnisse und Partikularinteressen einer bestimmten Minderheit eingegangen wird. Zudem steht auch hier diese Forderung wiederum erst an 2. Stelle NACH der Forderung nach Beendigung der Gonadektomien.

Paradoxerweise behandeln die angehängten, hochinteressanten Fallberichte auch das durch "vermännlichende" Verstümmelungen angerichtete Leid, bzw. zumindest derjenige von Christiane Völling (S. 39f.). Das Stichwort "Hypospadie" taucht im Fallbericht Nr. 4 (S. 38) ein einziges Mal im ganzen Bericht auf, der Fallbericht scheint jedoch Zusammenhang mit dem verherigen Schattenbericht die Lesart nahezulegen, wäre das Kind "in Richtung männlich korrigiert" worden (statt wie geschildert "verweiblichend operiert"), wäre ja alles OK.

Weiter wird im Fallbericht Nr. 3 (S. 37f.) eine entgegen dem audrücklichen Willen der Eltern vorgenommene "Peniskorrektur" kritisiert, jedoch gleichzeitig eine "fertilisierende operative Hodenverlagerung" unkommentiert als positiv und erwünscht dargestellt.

Dies alles, obwohl Betroffene solcher Eingriffe auch in Deutschland seit langem sowohl "Hypospadie-" und "Peniskorrekturen" (--> Ernst Bilke) wie auch "fertilisierende operative Hodenverlagerungen" als medizinisch nicht notwendige Eingriffe kritisieren und von dadurch verursachten Traumen und lebenslangen Schmerzen berichten. Zudem wurde bekanntlich die Wirksamkeit der "fertilisierenden operativen Hodenverlagerungen" nie wissenschaftliche belegt.

Erst recht, weil bei Intersexuelle Menschen e.V. nach wie vor (C)AIS-Betroffene klar überproportional an den Schalthebeln sitzen, gilt leider unverändert das schon zum letzten CESCR-Schattenbericht angemerkte Fazit:

Ein Verein, der wie Intersexuelle Menschen e.V. für sich in Anspruch nimmt, alle Zwitter zu repräsentieren, deren elementare Menschenrechte mit Füssen getreten werden, müsste hier DRINGEND von der steten Beschränkung des Blickwinkels auf die eigene, persönliche "Besonderheitsperspektive" wegkommen, hin zu einer angemessenen und realitätsentsprechenden Würdigung ALLER Menschenrechtsverletzungen gegen die körperliche Unversehrtheit an Kindern und Erwachsenen mit "auffälligen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen.

>>> http://intersex.schattenbericht.org 

>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch 
>>>
Ernst Bilke: "Die Wut ist gut versteckt" - Biographie mit "Hypospadie"
>>> Hypospadie: "Kindheit voller Schmerz, Operationen und Isolation" (Tiger Devore) 

>>> Warum nicht alle Bio-Zwitter gleich nicht-privilegiert sind   

Thursday 29 September 2011

Zwitterkinder als Opfer weiblicher Genitalverstümmelung - "ISHID"/"EuroDSD"-Medizyner über FGM: "Studien zu Outcomes nötig"

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>>> Nachtrag: Der Humangenetiker Prof. Dr. Martin Zenker zum Thema

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!Ein am "I. ISHID World Congress 2005" in Istambul vorgestellter Fallbericht (>>> Abstract 18, PDF) von Mona Ellaithi (Sudan/Lübeck) und Therese Nilsson (Schweden) et. al. dokumentiert, was in der Diskussion um "traditionelle weibliche Genitalverstümmelung" oft (teils mutwillig) ausgeblendet wird: Wo "traditionelle FGM" praktiziert wird, fallen dieser nicht nur die allermeisten "richtigen Mädchen" zum Opfer, sondern im selben Masse auch sozial weiblich zugewiesene Zwitterkinder.

Wenig überraschend dann auch das Fazit der MedizynerInnen über "traditionelle" FGM als unliebsame Konkurrenz zu ihren eigenen "medizynischen" Verstümmelungspraktiken:

"FGM kann nicht nur körperliche und psychische Schäden an Frauen verursachen, sondern sie kann auch eine Bedrohung darstellen für die Diagnostik und Behandlung von Kindern mit abnormaler Genitalentwicklung im Sudan und ähnlichen Gesellschaften."

Sowie das übliche Lamento a.k.a. "indirektes Betteln" um mehr Forschungsgelder für Medizyner-Studien (wie es die MedizynerInnen auch in Bezug auf ihre eigenen täglichen Verstümmelungen in den Kinderkliniken stets gebetsmühlenartig vortragen), statt endlich angemessenen Einsatz und angemessene Mittel zur konkreten Beendigung menschenrechtswidriger Verstümmelungspraktiken:

"Wenige Studien wurden angemessen darauf angelegt, die gesundheitlichen Auswirkungen von FGM zu messen und nur einige wenige waren bisher darauf angelegt, die psychischen Auswirkungen festzustellen."

Und wenn sie mit dem Forschen noch nicht fertig sind, so verstümmeln sie noch heute ...

Zum Beispiel in Lübeck in der "EuroDSD"-Zentrale des Bösen in der dortigen "Klinik für Kinder- und Jugendmedizin", wo die korrespondierende "ISHID"-Autorin M.Sc. Mona Ellaithi mittlerweile als "wissenschaftlicher Mitarbeiter" zu – na, was wohl? – "Disorders of Sexual Development (DSDs)" forscht.

2006 wurde die ganze Fallstudie von Ellaithi et. al. in "BioMed Central Women's Health" publiziert und ist online frei zugänglich [WARNUNG] >>> html  >>> PDF 

Pikante Details am Rande:

- Während das "ISHID"-Abstract die Verstümmelungen im Titel noch als "lebenslanges Verbrechen" klassifiziert (lediglich die "traditionelle" FGM wohlbemerkt, nicht aber die "medizynischen" Verstümmelungen in den Kinderkliniken), fehlt diese Anmerkung in der BMC-Publikation.

- Weiter wird im Fallbericht an der "traditionellen" FGM kritisiert, dass bei "Zwittermädchen" ev. sich in den Schamlippen sich befindliche Gonaden ebenfalls kurzerhand amputiert würden (wie wohlbemerkt bei der "medizynischen" Verstümmelungsvariante auch, was der Fallbericht allerdings nicht erwähnt).

Zum Thema "fehlende" Studien zu den Auswirkungen von "traditioneller" FGM noch der Hinweis auf eine soeben erschienene "Pionierleistung", die – wer hätte sowas gedacht?! – zu folgenden Schlüssen kommt:

Die Mädchen, durchschnittlich etwa 12 Jahre alt und ca. fünf Jahre zuvor beschnitten, erinnern sich an den Tag des Eingriffs als "extrem beängstigend und traumatisierend. Über 78 Prozent der Mädchen beschreiben Gefühle intensiver Angst, Hilflosigkeit, von Grauen und starken Schmerzen; und über 74 Prozent leiden nach wie vor daran, dass eindringliche Erinnerungen immer wieder präsent werden. 68 Prozent der Befragten wurden vorher nicht aufgeklärt; die Beschneidung kam für sie überraschend." (Quelle)

Ergebnisse: Die beschnittenen Mädchen litten signifikant höher an einer PTSD (44,3 Prozent), Depressionen (39,2 Prozent), Angststörungen (45,6 Prozent) und somatischen Störungen (36,7 Prozent) als Mädchen, die nicht beschnitten waren.
Schlussfolgerung: In der Gruppe der beschnittenen Mädchen lässt sich eine deutliche mentale Gesundheitsstörung diagnostizieren, das einen ersten Nachweis für schwerwiegende psychische Folgen der Genitalverstümmelung bei jugendlichen Mädchen liefert. (Quelle)

Entsprechende "Evaluationsstudien" zu "medizynischen" Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken gibt's ja ebenfalls seit längerem, und auch diese kommen – wer hätte das gedacht?! – zu ähnlichen Ergebnissen (vgl. zum Beispiel diese hier auf Deutsch und diese auf Englisch).

Jedoch werden sowohl die "traditionellen" wie auch die "medizynischen" GenitalverstümmlerInnen sich auch durch eine Million weiterer ähnlicher Studien nicht freiwillig vom täglichen weiterverstümmeln abhalten lassen, ebenso wenig wie VerfasserInnen solcher Studien vom "wertfreien weiterforschen" ... wie lange noch?!

• IS-FGM, "ISHID"-Abstract (2005): M. Ellaithi, T. Nilsson, D. Gisselsson, A. Elagib, H. Eltigani and I. Fadl-Elmula (Khartoum): "Female genital mutilation of a child with a male chromosome complement: A lifelong felony", "I. ISHID World Congress 2005", Abstract 18  >>> PDF

• IS-FGM, Full Text (2006): M. Ellaithi, T. Nilsson, D. Gisselsson, A. Elagib, H. Eltigani and I. Fadl-Elmula: "Female genital mutilation of a karyotypic male presenting as a female with delayed puberty", BMC Women's Health 2006, 6:6 
[WARNUNG]  >>> html   >>> PDF   

• Aktuelle FGM-"Evaluationsstudie" (2011): Jan Ilhan Kizilhan: "Posttraumatisches Belastungssyndrom nach Genitalverstümmelung bei kurdischen Mädchen im Nordirak", Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation 2011-1 (88)  >>> Vorschau   >>> Abstract

Nachtrag:  Der Humangenetiker Prof. Dr. Martin Zenker (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) zum Thema Zwitter als Opfer "traditioneller" Genitalverstümmelung in einem Interview in der Magdeburger Volksstimme, 30.06.2011, Seite 4 (dokumentiert hier - Danke!): 

"Es gibt unterschiedliche Formen eines nicht eindeutig differenzierten äußerlichen Geschlechts. Dabei kann auch eine penisähnliche Vergrößerung der Klitoris vorliegen bei sonst eher weiblich entwickelten Geschlechtsorganen. Es ist anzunehmen, dass es in weniger entwickelten Regionen wie in Afrika häufiger vorkommt, dass die notwendige frühkindliche Behandlung bei angeborenen Störungen der Geschlechtsdifferenzierung einschließlich operativer Maßnahmen und gegebenenfalls hormoneller Therapie nicht in der angemessenen Weise erfolgt wie in der westlichen Welt."

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Wednesday 21 September 2011

Pressespiegel zum Münster-"Intersex"-Tatort

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Im Tatort-Beitrag "Zwischen den Ohren" vom letzten Sonntag spielte das Thema "Intersexualität" eine wichtige Rolle (dieser Blog berichtete), was anschliessend auch in den Medien nicht unbeachtet blieb:

>>> Gelungener Post von Oliver Tolmein auf FAZ.net, der auch kritisch auch auf weniger Gelungenes in der Sendung hinweist, wie z.B. das Ausblenden der nach wie vor täglich praktizierten Genitalverstümmelungen an "intersexuellen" Kindern, sowie auf die Proteste dagegen letztes Wochenende in London anlässlich des Genitalabschneiderkongresses "ISHID 2011".

>>> Artikel auf Bild.de mit Schwerpunkt Androgenresistenz und Interview mit Lucie Veith von Intersexuelle Menschen e.V., der erwähnt der Verein kämpfe "für eine gesetzliche Regelung zur Behandlung", damit künftig "sogenannte „Geschlechtsangleichungen“ nicht ohne die Einwilligung der Betroffenen stattfinden können".

>>> Genderlastiger Beitrag von Katrin Heise auf Deutschlandradio, mit Interview mit Lucie Veith, die Genitalverstümmelungen an "Intersexuellen" gar nicht erst anspricht, aber immerhin ungenügende "Trennschärfe zwischen Transsexualität und Intersexualität" im Tatort moniert. Wenig zutreffend dagegen Lucie Veiths Ausführungen über "Intersexualität" im Spitzensport, haben doch – wie die Beispiele der Tennisspielerin Sarah Gronert (deren Geschichte dem Tatort als Inspiration diente) und der Fussballerin Genoveva Anonma aufzeigen – in Deutschland lebende "intersexuelle" bzw. als solche verdächtigte SportlerInnen krass willkürliche Ausschlüsse eher NICHT zu befürchten – im Gegensatz zu "verdächtigen" Sportlerinnen aus "Drittweltländern". Anders sieht es dagegen mit diskriminierender Berichterstattung in den Medien aus, wozu auch in Deutschland dringend Handlungsbedarf besteht ...

>>> Artikel von Heinz Krischer in Der Westen, ebenfalls mit Interview mit Lucie Veith, der den Schwepunkt auf die Tabuisierung der Betroffenen a.k.a. das Schweigegebot legt, wobei im redaktionellen Teil erwähnt wird, dass die Operationen immer noch andauern.

>>> Diskrimierung von Zwittern im Sport weltweit
>>> Genitalverstümmelungen im Kinderkliniken: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- "Zwischen den Ohren": Münster-Tatort über intersexuelle Tennissspielerin - TV-Premiere 18.9.11
- Zwielichtige Kinderchirurgen: "Ärzte bremsen «Tatort» aus" - SonntagsZeitung, 13.3.11
- Niedrig und Kuhnt "Nicht Fisch, nicht Fleisch" (11.12.09) vs. Law & Order: New York "Identität" (2005)

Sunday 18 September 2011

Fotos 1. Protest gegen "ISHID 2011"-Genitalverstümmler, London 17.9.

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

>>> Gelungener Photoreport von Behzad auf demotix – Danke! 

>>> Proteste "ISHID 2011"       >>> Open Letter       >>> stop.genitalmutilation.org

Sunday 4 September 2011

Englische Online-TV-Filme 2011: "Genital Mutilation: America's Double Standard" (TR), "Intersexions" (TV One), "Me, My Sex and I" (BBC) a.k.a. "The Truth of My Sex" (Oprah)

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STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

3 empfohlene, derzeit online verfügbare TV-Produktionen aus diesem Jahr mit Interviews Überlebender, leider bisher nur auf Englisch.

Mehr Info + Links zum online gucken via unsere neue englischsprachige Kampagnen-Homepage
>>>
stop.genitalmutilation.org:

>>> "Genital Mutilation: America's Double Standard" (4 Min.)

>>> "Intersexions; Is She or Isn’t He?" (TV One) (44 Min.)

>>> "Me, My Sex and I" (BBC) a.k.a. "The Truth of My Sex" (Oprah) (50 Min.)

Enjoy!

Friday 2 September 2011

London 15.-19.09.2011: Proteste + Info gegen Genitalabschneiderkongress "ISHID 2011"

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>>> Genital Mutilators Converging in London, Protests   >>> stop.genitalmutilation.org 

STOP Genital Mutilation in Children's Clinics!

Zwischengeschlecht.org on FacebookLondon, September 17-19, 2011:
PROTESTE GEGEN "ISHID"-GENITALVERSTÜMMLER
+ Public Info Meetings September 15-16

Aus Anlass des "IV Weltkongress über Hypospadie und
Störungen der Geschlechtsentwicklung DSD" a.k.a. "ISHID 2011",
inkl. "Live Operationen"

>>> mehr Info, alle Orte & Termine

Thursday 1 September 2011

UPDATE! Leichtathletik WM 2011: Caster Semenya erreicht Final (XXX)

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IOC IAAF: Intersex - Guilty by Suspicion

Am Donnerstag qualifizierte sich Caster Semenya an der WM in Daegu (Südkorea) bei hitzigen 37° über 800 Meter mit 2.01,01 für den morgigen Halbfinal.

Nachtrag: Heute Freitag schaffte Caster Semenya den Einzug in den Final am Sonntag mit der Halbfinal-Bestzeit von 1.58,07. Dieser Blog drückt alle Daumen!

Aus aktuellem Anlass gab es in den Medien im Vorfeld verschiedene Berichte zum Thema.

So zum Beispiel auf >>> DRadio Wissen ein gut 8-minütiger Beitrag "Tests zur Intersexualität" von Stefan Osterhaus zum aktuellen Stand der Anwendung neuen IAAF-Geschlechterregel, in dem verschiedene Experten befragt werden, u.a. der Medizinethiker Jürg Streuli. Zudem kommt die indische Läuferin Santhi Soundarajan mit eingedeutschten Zitaten zu Wort.

Auf >>> 20min.ch findet sich ein Artikel, der ebenfalls Santhi Soundarajan erwähnt, und in einer Diaschau weiter einen Überblick über viele weitere verdächtigte und allzuoft willkürlich disqualifizierte Sportler_innen bringt.

Ansonsten scheint es allerdings in den Medien aktuell mit kritischen Betrachtungen über das Tagesgeschehen hinaus leider nicht allzu gut bestellt.

Wohl sehr zur Freude der Sportverbände (und ihrer MedizynerfreundInnen), die wohl kaum Interesse daran haben, dass in der Öffentlichkeit über ihre gesammelten (und zum grössten Teil bis auf den heutigen Tag ungesühnten!) Schandtaten diskutiert wird ...

>>> Frauenfussball WM 2011: FIFA diskriminiert als Zwitter Verdächtigte (I)

>>> Wegen Caster Semenya: IOC plant neue "Intersex-Regeln" 
>>> IOC / IAAF: Neue "Hyperandrogenismus"-Geschlechterregeln 2011
>>> Zwitter im Sport: IOC, IAAF und FIFA leugnen Verantwortung
>>>
IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Saturday 27 August 2011

"Zwischen den Ohren": Münster-Tatort über intersexuelle Tennissspielerin - TV-Premiere 18.9.11

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Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!

Kann ein Zwitter Sünde sein?

Der 20. Münsteraner Tatort liess sich von der Geschichte der zwischengeschlechtlich geborenen Tennisspielerin Sarah Gronert inspirieren, die verschiedentlich durch "menschenrechtsverletzende Gerüchte" (so der Westfälische Tennisverband im Juli 2008) öffentlich diffamiert wurde (>>> dieser Blog berichtete).

Der Titel "Zwischen den Ohren" ist übrigens eine Anspielung auf ein Zitat von Milton Diamond und Hazel Glenn-Beh: "Das wichtigste Geschlechtsorgan befindet sich eher zwischen den Ohren als zwischen den Beinen", das den Schlusssatz ihrer bahnbrechenden Intersex-Ethikstudie aus dem Jahre 2000 bildet (>>> ganzer Aufsatz auf deutsch hier).

Nun steht das Erstausstrahlungsdatum fest und auf dem Netz gibt es bereits auch erste Rezensionen, z.B. auf >>> nachgebloggt.de, moviesection.de oder monstersandcritics.de.

Wir bleiben gespannt ...

Zeitgleich befindet sich in der Schweiz mit "Skalpell" wie berichtet eine weitere Tatort-Folge um "zwielichtige Kinderchirurgen" in (Post-)Produktion, die für Leser_innen dieses Blogs ebenfalls interessant zu werden verspricht ...

>>> Diskrimierung von Zwittern im Sport weltweit
>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Zwielichtige Kinderchirurgen: "Ärzte bremsen «Tatort» aus" - SonntagsZeitung, 13.3.11
- Niedrig und Kuhnt "Nicht Fisch, nicht Fleisch" (11.12.09) vs. Law & Order: New York "Identität" (2005)

Monday 22 August 2011

Aktuelle Termine

Ostschweizer Kinderspital St. Gallen, 6.2.11 (Bild: Seelenlos)

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>>> Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012

Die ganze Geschichte des Fortschritts menschlicher Freiheit zeigt, dass alle Zugeständnisse, die ihren hehren Forderungen bisher gemacht wurden, aus dem Kampfe geboren sind ... Ohne Kampf gibt es keinen Fortschritt. Die, welche behaupten, für die Freiheit zu sein, Agitation aber ablehnen, sind [Menschen], die ernten wollen, ohne den Grund umzupflügen. Sie wollen Regen ohne Blitz und Donner. Sie wollen den Ozean ohne das grässliche Tosen seiner Wassermassen. Der Kampf mag ein moralischer sein; oder er mag physisch sein; oder er mag moralisch und physisch sein, aber ein Kampf muss stattfinden. Macht gewährt keine Zugeständnisse ohne Forderungen. Sie hat es nie getan und wird es nie tun ...
Frederick Douglass, ehemaliger Sklave und Abolitionist, 1857
(Zitiert nach: Howard Zinn: "Eine Geschichte des amerikanischen Volkes", S. 180f.)

Dresden, 10.9.11: Vortrag von Anja Gregor: "Aus der Tabuisierung in die Selbstermächtigung - die Intersex-Bewegung seit den 1990er Jahren", 21h RM 16  >>> mehr

London, 17.-19.9.11:  Friedliche Proteste gegen "IV. World Congress on Hypospadias and Disorders of Sex Development" (inkl. "Live-Operationen")  >>> mehr

Tübingen, 6.-8.10.11: Friedliche Proteste gegen "1st Joint Meeting of the EAU Section of Female and Functional Urology (ESFFU) and the EAU Section of Genito-Urinary Surgeons (ESGURS)" a.k.a. "V. Symposium Rekonstruktive Urologie" (inkl. "Live-Operationen"), mehr dazu in Kürze

Berlin, 7.-9.10.11: 1. Berliner Inter*Tagung  >>> Homepage
Zwischengeschlecht.org hat einen Vorschlag für eine Diskussion über konkrete Schritte zur Beendigung der Verstümmelungen eingereicht.

Berlin 11.-13.11.11: Friedliche Proteste gegen "6. Gemeinsame Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)" in der Genitalverstümmlerklinik Charité, mehr dazu demnächst

Wir sehn uns, wo die Action ist!  Weitere sachdienliche Hinweise jederzeit willkommen!

>>> Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012 

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Beendigung der Genitalverstümmelungen - Vorschlag für Diskussion Inter*Tagung Berlin 7.-9.10.2011

>>> Nachträge 1+2: Inter*tagung/TrIQ/IVIM verweigern inhaltliche Diskussion 

>>> "DGKJ 2010": 1. Demo Potsdam-Babelsberg, 16.9.10
(Foto: A. Klaer © Potsdamer Neueste Nachrichten)

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Subject:       Vorschlag für Workshop
From:       "Daniela Truffer Zwischengeschlecht.org"
Date:       Sun, August 21, 2011 19:28
To:       info_at_intertagung.de
Cc:       info_at_zwischengeschlecht.org

Vorschlag für Workshop Inter*Tagung Berlin 7.-9.10.2011:

Realpolitische Möglichkeiten zur Beendigung der Genitalverstümmelungen
(Podiumsdiskussion mit Vertreter_innen beteiligter Gruppen)


Hintergrund: IMeV, IVIM und Zwischengeschlecht.org haben an erster Stelle ihrer Forderungslisten alle die Beendigung der kosmetischen Genitaloperationen in den Kinderkliniken. Obwohl das Thema dringend ist und täglich weitere wehrlose Kinder verstümmelt werden, gibt es nur wenige Aktivitäten, die konkret auf die schnellstmögliche Beendigung der Verstümmelungen zielen, oder sie zielen zum Teil nur auf einzelne Verstümmelungsformen/"Diagnosen". Andererseits werden einzelne Gruppen und Alliierte immer wieder von Mediziner_innen und Politiker_innen öffentlich als Feigenblatt vorgeschoben zur Weiterführung bzw. Leugnung der Genitalverstümmelungen vor der eigenen Haustüre. Dabei haben, wie neuere Beispiele zeigen, konkrete Forderungen nach Beendigung/Ächtung ALLER kosmetischer Genitaloperationen an Kindern und Minderjährigen durchaus Potenzial, realpolitische Mehrheiten zu gewinnen inkl. christliche und konservative Parteien, sofern sie im Rahmen von Kinderschutz- und Menschenrechts-Anliegen (insbesondere Recht auf körperliche Unversehrtheit) in die politische Diskussion eingebracht werden. Mit der in Kürze zu erwartenden Einführung eines expliziten Verbots der weiblichen Genitalverstümmelung wäre im Anschluss ein guter Zeitpunkt zur Lancierung einer entsprechenden, möglichst breiten (politischen) Offensive.

Form: Um möglichst schnell handlungsfähig zu werden, schlagen wir vor, den Workshop in Form einer Podiumsdikussion mit Vertreter_innen aller angesprochenen Gruppen durchzuführen. Jede Fraktion hätte 5-10 Minuten Zeit, ihre Position und Strategievorschläge zu formulieren, gefolgt von einer Diskussion zunächst der Vertreter_innen untereinander, sowie in einer weiteren Phase auch unter Einbezug des Publikums. Ziel sollte sein, einen gemeinsamen, möglichst konkreten Aktionsplan zu formulieren, oder zumindest konkrete Schritte zur Vorbereitung eines solchen. Als Moderator_in sollte jemand möglichst Unabhängiges gesucht werden, Erfahrungen in Realpolitik von Vorteil.

Termin: Da Zwischengeschlecht.org vom 6.-8.10.2011 in Tübingen gegen das 1st Joint Meeting ESFFU-ESGURS (inkl. "Live-Operationen") protestieren wird, wäre uns eine Teilnahme nur am Sonntag 9.10. möglich.

Liebe Grüsse

Daniela "Nella" Truffer / Markus "Seelenlos" Bauer / Zwischengeschlecht.org

>>> Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012 

>>> Deutscher Ethikrat: Privilegien für Genitalverstümmler, Zensur für Opfer   

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter
 

Nachtrag 1:  Zwischenzeitlich wurde unser obiger Vorschlag in verwässerter Form von der Inter*tagung als "eigene" Idee ins Programm aufgenommen mit der zusätzlichen Anmerkung, Zwischengeschlecht.org sei für die Teilnahme angeblich "angefragt" worden (zusammen mit Intersexuelle Menschen e.V. und IVIM). Tatsächlich wurde unsere Delegation zunächst wochenlang hingehalten (eins/zwei) und letztlich aufgrund von inhaltlicher Vereinnahmungs-Kritik auf diesem Blog "in Rücksprache mit IVIM und dem TrIQ-Vorstand" von der ganzen Tagung ausgeschlossen. Wir dokumentieren dazu nachfolgend als Kommentare den entsprechenden Mailverkehr.

Nachtrag 2:  Mittlerweile wurden die Namen aller "angefragten" Organisationen entfernt; stehen gelassen wurde jedoch die Behauptung, die Diskussion bezwecke angeblich "Vertreter_innen unterschiedlicher Inter*Gruppen im deutschsprachigen Raum die Möglichkeit bieten, sich konstruktiv über ihre verschiedenen und gemeinsamen Ziele bezüglich der Menschenrechtsverletzungen an Inters* auszutauschen und diese auf respektvolle Weise zur Diskussion zu stellen". Fakt bleibt, dies ist mittlerweile das 3. Mal, dass Es / Thoralf Mosel, IVIM/TrIQ/TGNB & Co. sich einer inhaltlichen Diskussion verweigern.

>>> Genitalverstümmelungen: TrIQ & Co. seit Jahr und Tag als Feigenblatt  

>>> Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung

 

Monday 8 August 2011

"Wie so oft wird um den heissen Brei herumgeredet" - Daniela "Nella" Truffer zum Ethikrat-"Diskurs"

UPDATE!  >>> Liste aller Kommentare auf dem Ethikrat-"Diskurs" + Statistik 

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Nella fletscht die Zähne und sagt den "ExpertInnen" wie's ist –
am Ende des "Diskurses" leider so aktuell wie zu Beginn ...
(zum abspielen reinklicken)

>>> Statement Forum 1: "Medizinische Behandlung – Indikation – Einwilligung"
>>>
Statement Forum 2: "Lebensqualität Betroffener und Perspektiven"
>>>
Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I) 

Transkript Videobeitrag:

Wie so oft wird um den heissen Brei herumgeredet oder - etwas, was für uns absolut selbstverständlich ist, das niemand das Recht hat, für Menschen mit - also für Zwitter, die so geboren werden, solche Entscheidungen zu treffen. Das wird dann immer mit irgendwelchen Sachen versucht abzuwiegeln, also, zum Beispiel geht es oft dann auch darum, dass die Eltern haben doch auch noch ein Recht, und für das Kindswohl muss man dieses und jenes. Aber im Prinzip der betroffene Mensch steht nie wirklich so im Zentrum.

Seit 1950 [1] propagieren und praktizieren Endokrinologen, Kinderchirurgen und weitere Mediziner kosmetische Genitaloperationen und andere medizinisch nicht notwendige Eingriffe an Kleinkindern mit atypischen Genitalien – weil sie die Erfahrung machten, dass es dann einfacher ist, die Eltern zu beeinflussen [2] und die Kinder sowieso, die können ja gar nicht mitreden. 1955 lieferte dann ein Sexologe, nämlich John Money, nachträglich eine angeblich wissenschaftliche Begründung nach [3]. Die angebliche Wirksamkeit dieser Eingriffe konnte bis heute nie mit zufriedenstellender Evidenz belegt werden. [4]

Seit bald 20 Jahren klagen Überlebende die verheerenden Folgen dieser Praktiken öffentlich an [5], darunter Verlust der sexuellen Empfindungsfähigkeit, schmerzende Narben im Genitalbereich, gesundheitliche Schäden infolge der Kastrationen, Traumatisierung durch aufgezwungene Behandlungen, und fordern ihre Beendigung. Seit 13 Jahren fordern auch kritische Mediziner und EthikerInnen, dass solche Eingriffe nur noch im Rahmen kontrollierter Studien durchgeführt werden sollen, solange weiterhin keine Evidenz über die Wirksamkeit dieser Behandlungen besteht [6]. Die Antwort der verantwortlichen Behandler darauf bis heute: Ablenkungsmanöver, Ausreden, Spott und Hohn [7] – sicher im Wissen, dass sie wegen der Verjährungsfrist juristisch nicht oder kaum je belangt werden können [8].

Wir Betroffene fordern ein gesetzliches Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen und von kosmetischen Hormonbehandlungen an Kindern und Jugendlichen in Verbindung mit einer Aufhebung, Aussetzung oder Verlängerung der Verjährung, wie diese auch bei weiblicher Genitalverstümmelung und sexualisierter Gewalt gefordert wird.

Aus unserer Sicht haben Eltern kein Recht, für ihre Kinder kosmetischen Genitaloperationen und kosmetischen Hormonbehandlungen zuzustimmen. Solche Eingriffe verletzen das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung der Kinder und berühren ihre höchstpersönlichen Rechte.

Bisher werden Eltern zu 90% [9] ausschließlich von Endokrinologen und Kinderchirurgen betreut in Anführungs- und Schlusszeichen, und das Problem ist, dass zum Beispiel Psychologen und Sonderpädagogen (gemeint: Sozialpädagogen) da nur am Rande vorkommen. Wir fordern, dass stattdessen wie gesagt spezialisierte Psychologen und Spezial- und Sozialpädagogen Ansprech- und Kontaktpersonen für die Eltern sein sollen. Mediziner sollen nur dann auftreten, in Erscheinung treten, wenn es wirklich um medizinisch notwendige Behandlungen geht. Für den berühmten "psychosozialen Notfall" sind nicht die Mediziner zuständig, sondern wie gesagt Psychologen oder Sozialarbeiter.

Seit dem letzten Forum, also seit dem Forum Bioethik zu Intersexualität des Deutschen Ethikrats vom letzten Jahr wurden allein in deutschen Kinderkliniken mindestens oder weit über 300 weitere Kinder genitalverstümmelt. Zahllose Betroffene setzen seit langem große Hoffnung in den Ethikrat. Möge die heutige Anhörung dazu führen, dass endlich entscheidende Schritte unternommen werden für ein Leben in Unversehrtheit und Würde auch für Menschen mit atypischen körperlichen Geschlechtsmerkmalen.

Quellen:

[1] Lawson Wilkins: The Diagnosis and Treatment of Endocrine Disorders in Childhood and Adolescence. Springfield/Illinois, 1950, S. 274.
Zwischengeschlecht.info: "Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie."

[2] Elizabeth Reis: Bodies in Doubt: An American History of Intersex. Baltimore, 2009, S. 113.

[3] Als "Beweis" präsentierte Money ein angeblich gelungenes Zwillingsexperiment, das in Wahrheit aber tragisch endete – ein Umstand, den Money zeitlebens unterschlug. John Colapinto: Der Junge, der als Mädchen aufwuchs. Düsseldorf, 2000.

[4] Heute noch stehen die einschlägigen AWMF-Leitlinien 006/026, 027/047, 027/022, 015/052 auf der niedrigsten Evidenzstufe S1.

[5] Vgl. Cheryl Chase: Letter, Sciences, July/August 1993, S. 3.

[6] Kenneth Kipnis, Milton Diamond: "Pediatric Ethics and the Surgical Assignment of Sex", The Journal of Clinical Ethics, Vol. 9 No. 4, 1998, S. 398-410.

[7] Eine beliebte Ausflucht besteht darin, gebetsmühlenartig das Fehlen von Langzeitstudien zu beklagen und gleichzeitig unkontrolliert weiter zu operieren, vgl. Howard Devore: "Endless Calls for 'More Research' as Harmful Interventions Continue", Hermaphrodites With Attitude, Fall/Winter 1996 [PDF], S. 3. Von Behandlern wird u.a. behauptet, Überlebende wären nur aufgrund von Einbildungen unglücklich (Susanne Krege, Vortrag UK Aachen 30.05.2011), erwachsene Zwangsoperierte hätten kein Recht für heutige Betroffene zu sprechen (Olaf Hiort, taz 06.11.2007), oder kritische Betroffene und Menschenrechtskommissionen werden als potentielle Gewalttäter dargestellt (Laurence Baskin, Referent am diesjährigen "3rd EuroDSD Symposium" in Lübeck, Stanford Medicine, Vol. 28 No. 1, 2011, S. 26 [PDF]).

[8] Christiane Völling, die bisher einzige Betroffene, die überhaupt einen Behandler wenigstens noch zivilrechtlich belangen konnte, wohlbemerkt in letzter Minute, war beim fraglichen Eingriff schon 18 Jahre alt, alle früheren Eingriffe waren auch bei ihr schon verjährt. Alle anderen Versuche von Betroffenen, Behandler juristisch zu belangen, scheiterten bisher stets an der Verjährung, vgl. auch Zwischengeschlecht.info: "Genitalverstümmelung: 'Unrecht der Medizinversuche anerkennen' (Oliver Tolmein 2009)".

[9] Eckhard Korsch: "Überlegungen zur praktischen Umsetzung des DSD-Consensus-Statements" [PDF], Vortrag APE 2006, Folie 16.

>>>
Statement Forum 1: "Medizinische Behandlung – Indikation – Einwilligung"
>>>
Statement Forum 2: "Lebensqualität Betroffener und Perspektiven"
>>>
Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)

>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Fakten und Zahlen

>>> Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011

    
Unzensierte Version: Draufklicken (PDF, 3.3 MB)
>>> Flugblatt zur Anhörung (PDF, 3.3 MB)
         WARNUNG: 2. Seite enthält Operationsfotos!

>>> Aufforderung um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Dezember 2008
>>> Erneute Anfrage um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Mai 2009 
>>> Forum Bioethik des Deutschen Ethikrates zu "Intersexualität" 23.6.2010  
>>> Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Offener Brief an das "3rd EuroDSD Symposium", Lübeck 21.5.2011
- 9. Menschenrechtsbericht: Bundesregierung deckt medizinische Verbrechen 
- Zwitter-Genitalverstümmelungen: Ethikrat gefordert
- "Ethik als Freifahrtschein für operieren auf Teufel komm raus" - Claudia Wiesemann
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag (I)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

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