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Die Mediziner

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Sunday 22 August 2010

Kosmetische Genitaloperationen im Kinderspital Luzern

Menschenrechte auch für Zwitter!

Was 99% der Zwitter erlebt haben, ist verwandt mit sexuellem Missbrauch, ist verwandt mit Folter, ist verwandt mit Mädchchenbeschneidungen in Afrika, ist verwandt mit den medizinischen Experimenten, wie sie im 2. Weltkrieg in KZ‘s durchgeführt wurden

Wie in Basel, Bern, Lausanne, Genf, St. Gallen und Zürich werden die Zwangsbehandlungen an Kindern mit "uneindeutigen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen auch im Kinderspital Luzern experimentell durchgeführt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ohne Qualitätssicherung und ohne jegliches Monitoring. Offiziell wird nicht einmal bekannt gegeben, wie viele und welche Eingriffe wo stattfinden.

Offensichtlich sind es in auch Luzern nicht wenige. PD Dr. med. Marcus-G. Schwöbel, Chefarzt der Kinderchirurgie im Kantonsspital Luzern, nannte vor 2 1/2 Jahren die Zahl von "rund 50 geschlechtszuweisenden Behandlungen", an denen er bisher "beteiligt" gewesen sei. (Tages-Anzeiger 05.02.2008)

Eltern von Kindern, die an einem intersexuellen Genitale leiden, stehen vor einem Dilemma. Sie fragen sich, ob ihr Kind nun ein Bub oder ein Mädchen ist, und wollen ihrem Kind die Möglichkeit geben, eine bestimmte Richtung zu leben. Die Idee unserer Chirurgie ist, dass wir versuchen, dem Kind die äusseren Formen zu geben, die seiner Geschlechtsidentität am besten entsprechen. (Schweizer Familie 24.02.2005)

In der Regel [sind die Kinder bei diesen Eingriffen] etwa zwei Jahre alt. Bis Mitte der Neunzigerjahre war es üblich, noch früher zu operieren, da man Fälle von Intersexualität als Notfälle betrachtete. (Schweizer Familie 24.02.2005)

Kurz, für Dr. Schwöbel sind kosmetische Genitaloperationen an Kindern mit 'uneindeutigen' Genitalien schlicht "der in Anführungszeichen normale Weg". (Rundschau 19.12.2007)

Weil die Gesellschaft so gebaut ist und weil jetzt aus der Evolution raus auch schon bei Wenigzellern ganz klar eine Geschlechtsbestimmung vorhanden ist. Bei Würmern, bei Fliegen, bei Mücken haben sie auch schon ganz klar Männchen und Weibchen und sie haben die sexuelle Fortpflanzung [...]. (Rundschau 19.12.2007)

Das sind Menschen, die mit zwei Möglichkeiten auf die Welt kommen. Und man entscheidet sich dann für die Möglichkeit, von der wir meinen, dass sie für den Menschen am Adäquatesten ist. (Rundschau 19.12.2007)

Die betroffenen Menschen selbst haben bei dieser "grossen Entscheidung" (Rundschau 19.12.2007) im Kinderspital Luzern allerdings bisher kein Mitbestimmungsrecht ...

Zwar deutete Dr. Schwöbel 2008 an, aufgrund juristischen Drucks allenfalls eine Änderung dieser menschenrechtswidrigen Praxis in Betracht zu ziehen:

Sollte der Chirurg in Köln für den Eingriff, den er vor 30 Jahren durchführte, verurteilt werden, oder setzt sich die Auffassung von Rechtsprofessorin Büchler durch, müsste die Indikation zu geschlechtsanpassenden Eingriffen neu überdacht werden. (Tages-Anzeiger 05.02.2008)

Der angesprochene Kölner Chirurg wurde inzwischen letztinstanzlich verurteilt.

Trotzdem blieb die Praxis im Kinderspital Luzern bisher unverändert, sind kosmetische Genitaloperationen an Kindern etwa bei "Störungen der Genitalentwicklung und der Geschlechtsdifferenzierung" oder "Hypospadie" nach wie vor im Angebot ...

>>> Offener Brief an das Kinderspital Luzern, 22.8.2010
>>>
"Demonstration vor dem Luzerner Kantonsspital" - zisch.ch, 22.8.10 

Siehe auch:
- Schweiz: Terre des Femmes und Amnesty International gegen Zwangsoperationen
- "Der Beschneidungsskandal": Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung
- Beschneidungsexpertin: Zwangsoperationen an Zwittern = Genitalverstümmelung Typ IV
- Amnesty: Zwangsoperationen "fundamentaler Verstoß" gegen körperliche Unversehrtheit
- Terre des Femmes: Genitalverstümmelungen an Zwittern gleich schädlich wie weibliche Genitalverstümmelung
- Genitale Zwangsoperationen im Inselspital Bern
- Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Zwittern
- USA: Seriengenitalverstümmler Prof. Dr. Dix Phillip Poppas von Ethikerinnen geoutet
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen

Friday 20 August 2010

Caster Semenya startet am Sonntag in Berlin – IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen (XXIV)

Protest vor dem IOC Hauptsitz in Lausanne, 19.11.09 (Bild: Ärger)

IOC IAAF: Intersex - Guilty by SuspicionMit als Zwitter verdächtigten Athletinnen machen die internationalen Sportverbände kurzen Prozess: "Intersexuelle", "Hermaphroditen" (und alle, die das Internationale Olympische Komitee IOC, der Weltathletikverband IAAF und ihre Teilverbände dafür halten) werden genötigt, stillschweigend ihren Rücktritt zu geben.

Wer sich diesen intransparenten und willkürlichen "Fall-zu-Fall"-Entscheiden nicht widerspruchslos fügt, wird durch gezielte "Indiskretionen" den Medien zum Frass vorgeworfen und ohne ordentliches Verfahren von weiteren Starts ausgeschlossen.

Der südafrikanische Sportprofessor Timothy Noakes im Mai dieses Jahres:

"Insgesamt 8 intersexuelle Frauen wurden bisher von Wettkämpfen ausgeschlossen – soviel ich weiss mit der Warnung, dass sie öffentlich blossgestellt würden, sollten sie es wagen, einen Wirbel daraus zu machen."

Die Medizinethikerin Claudia Wiesemann (Göttingen) im Anschluss an die WM 2009:

"Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) streut Gerüchte, die Siegerin des 800-m-Laufs der Frauen, Caster Semenya, bei der Leichtathletik-WM in Berlin "sei vielleicht gar keine Frau", sie "sei vielleicht ein Mann". Damit ruiniert der Verband leichtfertig ein Sportlerleben. [...] Die IAAF müsste solche jungen Menschen eigentlich vor den Folgen einer weltweiten Stigmatisierung schützen."
 

Diskriminierung von Zwittern im Sport

Wie die Minderheit der publik gewordenen Fälle "verdächtigter" Athletinnen zeigt, treiben IOC und IAAF ihr unfaires und entwürdigendes Spiel seit Jahrzehnten:

  • María José Martínez-Patiño: 1985 zu Unrecht ausgeschlossen und alle Medaillen aberkannt, erst nach langjährigem Gerichtsverfahren rehabilitiert – zu spät für eine weitere Sportkarriere.
     
  • Santhi Soundarajan: 2006 nach in einem intransparenten Verfahren ausgeschlossen und Medaillen aberkannt, bis heute unrehabilitiert – die indischen Sportverbände liessen sie schmählich im Stich, das IOC drückt sich bis heute vor jeglicher Verantwortung.
     
  • Sarah Gronert: Die aufstrebende Tennisspielerin wurde von anderen Spielerinnen gemobbt, bis sie 2008 ihre Karriere vorübergehend unterbrach – ohne dass die Verbände sie aktiv gegen diese Diskriminierung geschützt hätten.
     
  • Caster Semenya: Hätte sich nicht der südafrikanische Sportverband und die Südafrikanische Regierung entschlossen hinter sie gestellt, und wäre sie nicht umgehend von einem internationalen Anwaltsteam umsonst unterstützt worden, hätte sie fraglos mehr als "nur" ihre Würde und ein Jahr ihres Lebens verloren.


Im Westen werden die meisten Zwitter schon als Kinder chirurgisch verstümmelt

Es ist kein Zufall, dass vor allem Athletinnen aus der "3. Welt" den Sportverbänden ins Visier geraten: In der "westlichen Welt" werden Zwitter (und was die Ärzte dafür halten) in der Regel als Kleinkinder durch kometische Genitaloperationen zu "richtigen" Mädchen und Jungen "gemacht" – was die Betroffenen seit bald zwei Jahrzehnten öffentlich als "Genitalverstümmelung" anklagen.

Die Parallelen der chirurgischen Genitalverstümmelungen an Zwittern in westlichen Kinderkliniken zur weiblichen Genitalverstümmelung in Afrika werden seit Jahren auch von internationalen Menschenrechtsorganisationen, Frauenorganisationen, JuristInnen und wissenschaftlichen ExpertInnen unterstrichen.

Laut den BMBF-finanzierten Hamburger und Lübecker Evaluationsstudien von 2007 und 2008 sind im deutschsprachigen Raum über 90% (!) aller jugendlichen und erwachsenen Zwitter genital zwangsoperiert, fast die Hälfte davon (!) gar mehrfach (PDF -> S. 3 "Beschreibung des Samples").

Es ist aktuell das erklärte Ziel der Sportverbände, als Zwitter verdächtigten Athletinnen, die das Glück hatten, unverstümmelt aufzuwachsen, solche menschenrechtswidigen Operationen nachträglich aufzuzwingen, sofern sie nicht ausgeschlossen werden wollen.

IOC und IAAF: Immer noch nichts gelernt

Bis heute hat der Weltathletikverband IAAF auch im "Fall" von Caster Semenya nichts unternommen, das durch seine "Indiskretionen" ausgelöste menschliche Leid zu sühnen. Hartnäckig halten sich vom IAAF unbestrittene Gerüchte, Caster Semenya habe ihre Wiederzulassung mit einer hormonellen Zwangs"therapie" erkaufen müssen. Und das IOC stellt sich weiterhin gegen Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan.

Zwar wollen IOC und IAAF beide ihre Regeln für die Teilnahme von intersexuellen (und als solchen verdächtigten) Athletinnen auf 2011 neu überarbeiten.

Statt die Zwitter und Ihre Organisationen dabei angemessen miteinzubeziehen, verweigern IOC und IAAF bis heute jeglichen Dialog

Statt sich jedoch künftig um mehr Fairness und Transparenz zu bemühen, setzen IOC und IAAF auf Drohungen und medizinisch nicht notwendige Zwangseingriffe.

Ein Zitat von IOC-Chefmedizyner Arne Ljungqvist vom Januar 2010 nach einem von IOC, IAAF und FIFA gesponsorten Mediziner-Symposium spricht diesbezüglich Bände:

Unter den zentralen Schlussfolgerungen befindet sich ein Vorschlag, Gesundheitszentren einzurichten, worin Experten Atheletinnen mit "Störungen der Geschlechtsentwicklung" diagnostizieren und behandeln würden. In den meisten Fällen, sagte Ljungqvist, würden diese Behandlung benötigen wie Operationen und Hormontherapie.

Noch deutlicher wurde die IOC-Expertin Maria I. New (gegen die inzwischen Untersuchungen der US-Arzneimittelbehörde FDA und der US-Überwachungsstelle für medizinische Humanexperimente OHRP laufen):

"Diejenigen, welche in die Behandlung einwilligen, werden eine Starterlaubnis erhalten. Diejenigen, die eine Behandlung auf einer Fall-zu-Fall-Basis verweigern, werden keine Starterlaubnis erhalten."

So assoziieren sich die internationalen Sportverbände IOC, IAAF und FIFA ausgerechnet mit ZwangsbehandlerInnen, die seit Jahr und Tag international in der Kritik stehen wegen menschenrechtswidrigen GenitalOPs und illegitimer Humanforschung unter Umgehung von gesetzlich geforderten, unabhängigen Ethikkomitees.

22.8.2010: Protest gegen Genitalverstümmelungen

Wenn Caster Semenya am kommenden Sonntag, den 22.8.10 am 69. Internationalen Stadionfest ISTAF im Berliner Olympiastadion ihr erst 3. Rennen läuft seit ihrem Weltmeisterschaftssieg ebendort 2009 und dem nachliessenden, 11-monatigen und unwürdigen IAAF-"Geschlechterverfahren", ist ihr die weltweite Solidarität von Zwittern und ihren Organisationen gewiss.

In der Schweiz wird die Menschenrechtsorganisation Zwischengeschlecht.org gleichentags zum 3. Mal einen friedlichen Protest vor einer Genitalverstümmler-Kinderklinik durchführen.
 

>>> Zwitter im Sport: IOC und IAAF leugnen Verantwortung
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya 
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Saturday 31 July 2010

John Money & Co. - Der Mythos vom Einzeltäter

John Money als Sündenbock heutiger SeriengenitalverstümmlerInnen

Zur Untermauerung ihrer >>> Medizyner-Märchenpropaganda, in heutigen Kinderkliniken seien chirurgische Genitalverstümmelungen längst passé, bemühen heutige ZwangsoperateurInnen & Konsorten regelmässig den Namen eines 2006 verstorbenen Vorzeige-Sündenbockes.

Im >>> "Infobrief 02/10" (PDF --> S. 7) des Deutschen Ethikrates liest sich das dann beispielsweise so:

Kritisch betrachtete Richter-Appelt die früheren Behandlungsmaßstäbe, die besonders durch den amerikanischen Psychologen John Money in den 1950er-Jahren geprägt worden waren. Money hatte die These vertreten, dass [...] man intersexuellen Kindern [...] mit einer operativen Angleichung der Genitalien [...] ein eindeutiges Geschlecht klar zuweisen könne.
Ethikrat "Infobrief 02/10" (PDF --> S. 7)

Keine Frage, John Money (1921-2006) war ein unbarmherziger, gewissenlos agierender Serientäter, der mit seinen unmenschlichen "Zwillingsexperimenten" grosses Leid über zahllose Menschen brachte und seine pseudowissenschaftliche Theorie zur Rechtfertigung der systematischen Genitalverstümmelungen von Kleinkindern mit "uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen" bis zu seinem Tode ungebrochen weltweit propagierte.

Seit langen Jahren fordern zwangsoperierte Zwitter öffentlich die kritische Aufarbeitung von John Moneys medizinischen Verbrechen. Wenn die heutigen Täterinnen mittlerweile öfter John Moneys Namen nennen, ist ihr Anliegen allerdings ein anderes: Die MedizynerInnen benutzen den Verstorbenen vielmehr als Vorzeige-Sündenbock und Bauernopfer, um die durch vermehrte Medienberichte über überlebende Zwangsoperierte geweckte, kritische öffentliche Aufmerksamkeit abzulenken und zu binden – und gleichzeitig den Deckel auf dem eigentlichen Problem der auch in Deutschland fortdauernden, systematischen Genitalverstümmelungen an Kleinkindern zu halten. 

Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken
- eine Genealogie der TäterInnen

Auch Im Ethikrat Infobrief 02/10 (PDF --> S. 7) wurde der Verbrecher John Money von der "Netzwerk Intersexualität/DSD"-"Expertin" Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt konsequent als überholter Einzeltäter dargestellt.

Tasache ist jedoch, dass die in westlichen Kinderkliniken nach wie vor gängige Praxis der chirurgischen Genitalverstümmelungen ihre Wurzeln in mehreren medizynischen Disziplinen hat und weder mit John Money begann, noch mit ihm endete:

Sinti- und Roma-Zwillinge
als Versuchskaninchen in Auschwitz.

Sogar John Money's berüchtigtstes "Zwillingsexperiment" wurde von Josef Mengele (1911-1979) vorweggenommen, der in Auschwitz bereits damit experimentierte, bei Zwillingen das "Geschlecht" chirurgisch zu "ändern" (vgl. Edwin Black: War against the Weak, S. 358, 494).

Zur Serienreife gebracht waren entsprechende chirurgische Techniken aber schon in den 1920er und 1930er-Jahren durch den "Vater der Urologie" Hugh Hampton Young (1875-1945) von der Johns Hopkins University in Baltimore (USA), wo nach dem 2. Weltkrieg dann u.a. Lawson Wilkins (siehe unten) und Money "wirkten" (und wo nochmals später wohl nicht ganz zufällig Judith Butler ihre erste Professur erhielt). Hugh Hampton Young wiederum hatte zuvor mit ziemlicher Sicherheit die chirurgischen "Geschlechtsumwandlungsexperimente" im Umfeld von Magnus Hirschfeld (1868-1935) genauer verfolgt und zitierte diesen in seinem 1937 publizierten "Standardwerk", das von seinen Nachfolgern an der "Johns Hopkins University School of Medicine" bis 1971 in überarbeiteter Form neu aufgelegt wurde, inkl. Hirschfeld-Verweis (vgl. Hugh Hampton Young: "Genital Abnormalities, Hermaphrodites & Related Veneral Diseases", S. 19f., 1937; Howard W. Jones / William Wallace Scott: Hermaphroditism, Genital Abnormalies and Related Endocrine Disorders. Second Edition, S. 7, 1971).

Der historische Ursprung westlicher serienmässiger Genitalverstümmelungs"experimente" dürfte jedoch in der Gynäkologie liegen. In den 1840ern führte James Marion Sims (1813-1883), der "Vater der Gynäkologie", zahllose "chirurgischen Experimente" an schwarzen Sklavinnen durch, ohne Betäubung, oft mit tödlichem Ausgang, bis zu 30 "Experimenten" an derselben Person. Im 19. Jahrhundert wurden in Europa und Nordamerika uneingewilligte chirurgische Klitorisamputationen ("Klitoridektomie") und weitere chirurgische Beschneidungen an Frauen vielfach propagiert und durchgeführt als "Heilmittel" gegen "Masturbation", "Lesbianismus", "Hysterie" und "Manien", u.a. in den 1860ern vom englischen Gynäkologen Isaac Baker Brown (1811–1873) (Marion Hulverscheidt: Weibliche Genitalverstümmelung, 2002) und in den 1890ern vom amerikanischen Gynäkologen A. J. Bloch aus New Orleans (John Duffy: Clitoridectomy). In Deutschland wurde die chirurgische Klitorisamputation bei "jugendlichen weiblichen Individuen" von der Medizynerin Maria Pütz noch 1923 in einer Dissertation offensiv propagiert.

Die Grundlagenarbeit zur "kontrollierten" Herbeiführung der Pubertät durch künstliche "Geschlechtshormone" bei kastrierten Zwittern hatte in den 1930ern in Nazideutschland Adolf Butenandt (1903-1995) geleistet, der spätere Präsident der Max Planck Gesellschaft, dessen Sohn Otfried Butenandt eine medizynische Karriere einschlug und noch in den späten 1990er Jahren in München Zwitter zwangsbehandelte (darunter auch Michel Reiter). 

Der nach dem 2. Weltkrieg im Johns Hopkins Spital als Leiter der Endokrinologie tätige Lawson Wilkins (1894-1963), der "Vater der pädiatrischen Endokrinologie", darf als eigentlicher "Erfinder" der serienmässigen Genitalverstümmelungen an Kleinkindern angesprochen werden, die er dort zu Beginn der 1950er einführte (vgl. Alison Redick: American History XY, S. 238) – nicht zuletzt, weil erwachsene Zwitter (worüber schon Hugh H. Young klagte) sich regelmässig gegen die "Behandlungen" sträubten (vgl. Elizabeth Reis: Bodies in Doubt, S. 113). Der schweizer Endokrinologe Andrea Prader (1919-2001), Erfinder der "Prader-Skala" und späterer Direktor des Kinderspitals Zürich, hospitierte 1950 bei Wilkins und trug wesentlich bei zur Etablierung der systematischen frühkindlichen Verstümmelungen in Europa (vgl. Ulrike Klöppel: XX0XY ungelöst, S. 348).

Experimentelle Vorarbeit für Butenandt, Wilkins und Prader hatte in den 1920ern der Österreicher Eugen Steinach (1861-1944) geleistet durch chirurgische Tier- und Menschenexperimente mit Hoden- und Eierstocktransplantationen, u.a. auch zwecks "Heilung" von Homosexualität. Steinach wurde dabei praktisch und publizistisch unterstützt von Magnus Hirschfeld (1868-1935), seinerseits Anhänger der Eugenik sowie Mitglied in der "Gesellschaft für Rassenhygiene".

In Amerika hatte der Gefängnischirurg Leo Stanley (1886-1976) von 1913-1951 im Gefängnis San Quentin zahllose ähnliche Menschenexperimente an Insassen praktiziert, ebenso "eugenische Experimente" und Zwangssterilisationen.

1944 experimentierte der dänische SS-Medizyner Carl Værnet (1893-1965) im KZ Buchenwald mit einer chirurgisch-mechanischen Depotabgabe von Testosteron, quasi die experimentelle Synthese der Forschungen von Steinach und Butenandt (Davidsen-Nielsen/Høiby/Danielsen/Rubin: Carl Værnet, S. 183f.).

"Zwillingsexperimente" à la John Money waren seit dem 19. Jahrhundert das Steckenpferd organisierter EugenikerInnen nicht nur in der deutschen "Gesellschaft für Rassenhygiene", sondern in der gesamten "westlichen Zivilisation". "Eugenische Forschungen" zwecks besserer Erkennung sowie anschliessender Vernichtung von Zwittern, bei schon Geborenen durch hormonelle und chirurgische Verstümmelungen sowie in Deutschland ab 1972 auch pränatal durch Abtreibungsindikationen (vgl. Ulrike Klöppel: XX0XY ungelöst, S. 470), wurden von (NS-)Medizynern auch nach dem 2. Weltkrieg ungebrochen weitergeführt.

Oft mit Hilfe altbewährter NS-Seilschaften: Hormonforscher Adolf Butenandt war nach 1945 beispielsweise auch treibende Kraft hinter der Rehabilitation seines verehrten Kollegen, Nazi-Eugenikers und Mengele-Doktorvaters Otmar Freiherr von Verschuer (1896-1969), der (wie auch seine Kollegen in Amerika) sein Fach nach 1945 einfach flugs von "Eugenik" zu "Genetik" umbenannte und unbeirrbar und ungehindert weiter"forschte", u.a. über "Pseudohermaphroditismus als eigenständige pathologische Erbanlage" bzw. "Genetische Grundlagen der Sexualkonstitution" (1956).

Sowohl in Amerika (u.a. beim CIA) wie auch in Deutschlands Medizynerkaste nach 1945 konnten bekanntlich praktisch alle einschlägigen Nazi-Medizyner ihre nur kurz unterbrochene Karriere mehr oder weniger nahtlos weiterführen. Nicht einmal Josef Mengele (1911-1979) wurde nach dem Krieg je zur Rechenschaft gezogen.

John Money: Der Mythos vom Einzeltäter

Die Rolle all dieser honorigen (Nazi-)Medizyner bei der Etablierung der systematischen menschenrechtswidrigen Zwangsbehandlungen an Zwittern wird auch heute noch sowohl auf Wikipedia wie auch in offiziellen Biographien regelmässig ausgeklammert – sogar dort, wo sie (wie z.B. bei Hugh Hampton Young, Lawson Wilkins und Andrea Prader) wohldokumentierter und zentraler Bestandteil ihrer akademischen Karriere sind.

Nach bekanntem Muster werden stattdessen die von den Medizyner-LeugnerInnen heute noch täglich an Zwittern begangenen Verbrechen – sofern sie in der öffentlichen Diskussion überhaupt behandelt werden–, bequemerweise stets zeitlich und personell streng beschränkt auf das Wirken John Moneys.

Während im gleichzeitig John Moneys alter und neuer "Gender"-Fanclub (inkl. Judith Butler) mehr und mehr öffentlich verkündet, Moneys Name sei zu Unrecht zum Synonym seiner medizynischen Verbrechen an Zwittern geworden, eigentlich habe Money nämlich recht gehabt und sei so schlimm eigentlich gar nicht gewesen.

Die SeriengenitalverstümmlerInnen dankenund operieren unkontrolliert weiter ...

Siehe auch:
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in Deutschen Kinderkliniken
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Krebslüge und Zwangskastrationen an Zwittern
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- "Who killed David Reimer?"
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- Amnesty: Zwangsoperationen "fundamentaler Verstoß" gegen körperliche Unversehrtheit
- Genitalverstümmelungen an Zwittern gleich schädlich wie weibliche Genitalverstümmelung - Terre des Femmes, 2004
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (Hanny Lightfoot-Klein: "Der Beschneidungsskandal", 2003)
- "Ethik als Feigenblatt?" - Zwischengeschlecht.org zum "Forum Bioethik" 23.6.10
- Intersexuelle enttäuscht vom Ethikrat – "kein Handlungsbedarf" bei Genitalverstümmelung?!

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Wednesday 28 July 2010

DSM-V: "massiver Beitrag zur Entpathologisierung von Intersexuellen"?

>>> Nachträge 1-2

Dies behauptet zumindest ein interessanter >>> Blogpost auf BadHairDays.

Auf dem Hermaphroditforum sehen die meisten Zwitter das mit der >>> "DSM-V-Anleitung"*) allerdings etwas anders.

Ebenso dieser Blog (--> Kommentare).

*) DSM-V: Aktuell läuft eine Revision des "DSM-Diagnosemanuals", herausgegeben von der US-Psychiatrie-Standesorganisation "American Psychiatric Association APA". (Salopp gesagt: DSM ist quasi die ICD der PsychiaterInnen.)

Strategische Vorgabe: Der vorgesehene Sprung von aktuell: Version DSM-"römisch 4" (IV), zu neu: Version DSM-"römisch 5" (V), soll der Zunft neue Pfründe bescheren.

Geplantes Vorgehen: Die bisher psychiatrisch noch kaum gemolkenen "Patientenstämme" der Zwitter anzapfen. Weltweit versuchen zur Zeit Psychiatrie-Standesorganisationen den Fuss in die "Behandlung" zu kriegen und werben aktiv dafür.

Missionsziel: Ab 2013 sollen mit DSM-V künftig möglichst viele überlebende Zwitter zusätzlich zu den chirurgischen Verstümmelungen neu auch noch zwangspsychiatrisch "behandelt" werden.

>>> Meine 2 Cent (in 2 Teilen) + Nachtrag 1

Nachtrag 2: Auch aus anderen Bereichen wird befürchtet, DSM-V diene in erster Line der Profitmaximierung von Psychiatrie und Pharma, vgl. diese englische Zusammenstellung der amerikanischen "Alliance for Human Research Protection AHRP".

Siehe auch:
- Das "Schwule Ehepaar aus Malawi": Beispiel für Vereinnahmungskaskaden?
- Amnesty: Zwangsoperationen "fundamentaler Verstoß" gegen körperliche Unversehrtheit
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- "Intersexuelle enttäuscht vom Ethikrat – 'kein Handlungsbedarf' bei Genitalverstümmelungen?!" - 15.7.10
- Schon wieder: "Stern" verbreitet Medizyner-Märchen (Teil 2)
- Heute im Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" (Prof. Dr. Susanne Baer, Prof. Dr. Nina Dethloff)
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung

Sunday 25 July 2010

Das Medizynermärchen von den "früheren Behandlungsmaßstäben"

Es ist die zur Zeit wohl erfolgreichste Propaganda-Lüge der SeriengenitalverstümmlerInnen: "Ja, früher mag es vielleicht schlimm gewesen sein – aber heute ist längst alles gaaanz anders."

Seit Jahr und Tag verkünden Zwangsoperateure und Konsorten dieses Märchen einstimmig stets aufs neue – und die Medien und PolitikerInnen usw. (auch so genannt "kritische") plappern es bis heute jedes Mal unhinterfragt bis sichtlich erleichtert nach, siehe aktuell z.B. >>> Ethikrat Infobrief 02/10 (PDF --> S. 7).

Fazit: Und wenn sie nicht gestorben sind, so operieren / vertuschen sie noch heute ...

Tatsache ist jedoch: Es gibt keinerlei Beweise, welche diese Lieblingsthese der in die öffentliche Kritik geratenen ZwangsoperateurInnen von der "heute ganz anderen Behandlung" belegen.

Im Gegenteil, noch die (frisierten) eigenen Studien der GenitalabschneiderInnen & Co. bestätigen selbst, dass HEUTE NOCH mehr als die Hälfte aller "Intersexuellen" Kinder bis 3 Jahre genitalverstümmelt sind, jedes 5. Kleinkind gar mehrfach; von den über 4-jährigen Zwittern sind durchgehend midestens 87% verstümmelt; über ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen sind mehrfach verstümmelt, bei den Erwachsenen gar fast die Hälfte  (PDF 2.3 Mb -> S. 3 "Beschreibung des Samples").

Nach wie vor wird allein in Deutschlands Kinderkliniken JEDEN TAG mindestens 1 wehrloses Kind irreversibel chirurgisch genitalverstümmelt.

Sowie in Österreich und in der Schweiz JEDE WOCHE zusätzlich JE 1 weiteres.

Trotzdem behaupten die VerstümmlerInnen & Co. nicht nur vom "Netzwerk Intersexualität/DSD" bzw. "EuroDSD" öffentlich seit Jahren frech, heute würden sie schon lange "keine Zwangsoperationen mehr" durchführen, das "alte Behandlungsparadigma nach John Money" wäre längst Vergangenheit, und sie würden auch "keine Zwangskastrationen mehr" praktizieren.

Gleichzeitig lehnen dieselben MedizynerInnen unverfroren nur schon ein Moratorium für kosmetische Genitaloperationen nach wie vor kategorisch ab, ebenso jegliches Monitoring. Ja, laut den SeriengenitalverstümmlerInnen sollen angeblich noch nicht einmal Zahlen darüber existieren, wie oft solche GenitalOPs in den Kinderkliniken stattfinden.

Beides aus ziemlich durchsichtigen Gründen.

Und in der Gewissheit, dass sie als TäterInnen kaum je für ihre Jahrzehnte andauernden medizynischen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.

Weil von den verantwortlichen PolitikerInnen, EthikerInnen usw. nach wie vor offiziell niemand etwas gemerkt haben will.

Wie lange noch?!

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Die grosse "Intersex"-Statistik-Lüge
- Krebslüge und Zwangskastrationen an Zwittern
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit) 
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken
- Veranstaltung des Ethikrates in Berlin 23.6.10
- "Ethik als Feigenblatt?" - Zwischengeschlecht.org zum "Forum Bioethik" 23.6.10
- Anliegen an den Deutschen Ethikrat 23.6.10

Sunday 18 July 2010

Wegen Caster Semenya: IOC plant neue "Intersex-Regeln", Konferenz im Oktober (XXIII)

Nachtrag: Caster gewann auch das heutige 2. Rennen mit 2:02,41!

IOC IAAF: Intersex - Guilty by SuspicionNun ist es offiziell: Laut einem in Südafrika publizierten Bericht der >>> London Times (englisch) mit dem sinngemässen Titel "IOC will weitere Intersex Dramen abwenden" arbeitet das Internationale Olympische Komitee (IOC) nach Aussagen von IOC-Chefmedizyner Arne Ljungqvist derzeit an neuen Richtlinien und will dazu im Oktober eine (weitere) Konferenz abhalten. Gleichzeitig rief er Grossbritannien dazu auf, ein "Global Intersex Centre" aufzubauen. 

Weitere Angaben über die neuen Richtlinien oder über die geplanten "Globalen Intersex Zentren" machte Ljungqvist keine; stattdessen "fachsimpelte" er noch etwas über "hohe Testosteronwerte" (eine der öffentlich kolportierten "Indiskretionen" betreffend Caster Semenya):

"Es kommt darauf an, ob Rezeptoren vorhanden sind, die auf das Testosteron ansprechen. Eine der häufigsten Intersex-Störungen ist das Androgen Insensitivitäts Syndrom. Diese Frauen haben keine Rezeptoren. Das heisst, sie könnten sich nicht einmal mit Testosteron dopen, so dass man ironischerweise sagen könnte, sie seien die weiblichsten Geschöpfe, die man überhaupt treffen kann."

Die Aussagen Arne Ljungqvists betreffend neuen Richtlinien und "Globales Intersex Zentrum" sind wohl einerseits im Zusammenhang mit früheren Aussagen von Sebastian Coe zu würdigen, IAAF Vize-Präsident und Vorsitzender des Organisationskomitees der Olympischen Spiele in London 2012. Lord Coe hatte schon letzten Herbst öffentlich neue Befugnisse für die Sportverbände gefordert (englisch), damit sie künftig "verdächtige" Athletinnen aufgrund "vorläufiger Ergebnisse" präventiv ausschliessen können (Zwischengeschlecht.org berichtete).

Andrerseits wurden "Globale Intersex Zentren" als solche bereits im Anschluss an ein von IOC, IAAF und FIFA gemeinsam organisiertes Medizynersymposium in Miami im Januar 2010 angekündigt. Seinerzeit hatte Arne Ljungqvist dazu ausgeführt:

Unter den zentralen Schlussfolgerungen befindet sich ein Vorschlag, Gesundheitszentren einzurichten, worin Experten Atheletinnen mit "Störungen der Geschlechtsentwicklung" diagnostizieren und behandeln würden. In den meisten Fällen, sagte Ljungqvist, würden diese Behandlung benötigen wie Operationen und Hormontherapie.

Die mittlerweile wegen unkontrollierten pränatalen Dexamethason-Zwangsbehandlungen ins Kreuzfeuer geratene Medizynerin Maria I. New hatte dazu weiter präzisiert:

Sportverbände würden Fotografien von Athletinnen zu Experinnen wie sie selbst übermitteln. Wenn der Experte denke, die Athletin hätte möglicherweise eine Störung der sexuellen Entwicklung, würde der Experte weitere Tests anordnen und eine Behandlung vorschlagen.

"Diejenigen, welche in die Behandlung einwilligen, werden eine Starterlaubnis erhalten", sagte Dr. Maria New, eine Panelteilnehmerin. "Diejenigen, die eine Behandlung auf einer Fall-zu-Fall-Basis verweigern, werden keine Starterlaubnis erhalten."

Auch der Weltathletikverband IAAF plant bekanntlich neue "Geschlechterregeln", ein erster Entwurf wird an der IAAF-Vorstandssitzung vom 7.-8. August in Kiew debattiert, im November soll dann die endgültige Fassung abgesegnet werden und die neuen Regeln auf 2011 in Kraft treten (dieser Blog berichtete).

>>> Zwitter im Sport: IOC und IAAF leugnen Verantwortung
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya 
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Thursday 15 July 2010

"Intersexuelle enttäuscht vom Ethikrat – 'kein Handlungsbedarf' bei Genitalverstümmelungen?!" - Pressemitteilung 15.7.10

Seit 14 Jahren gibt es als Reaktion auf die öffentlichen Klagen überlebender Erwachsener alle Jahre wieder ExpertInnenrunden, Anhörungen, Foren, Publikationen, Absichtserklärungen, Versprechungen, Vertröstungen – während die Täter unbehelligt weiterverstümmeln.

>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org vom 15.7.10

Monday 12 July 2010

"EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!Wie oft chirurgische Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken durchgeführt werden, gehört zu den bestgehütetsten Medizynergeheimnissen.

Organisationen überlebender Zwitter rechnen mit kosmetischen Genitaloperationen in Kinderspitälern an etwa jedem 2000. Kind bzw. mit gegen 50'000 Opfern von meist mehrfachen, medizinisch nicht notwendigen, nicht-eingewilligten GenitalOPs in der Bundesrepublik.

Da – wie die Medizyner selber zugeben (PDF 2.3 Mb -> S. 3 "Beschreibung des Samples") – die meisten Kinder mehrfach zwangsoperiert werden "müssen", plus "Nachbesserungen", reden Zwitterorganisationen von fünf chirurgischen Genitalverstümmelungen JEDEN TAG in den USA, einer Verstümmelung JEDEN TAG in Deutschland und JE einer Verstümmelung JEDE WOCHE in Österreich und in der Schweiz.

Die Zwangsoperateure nennen ihrerseits je nach Bedarf sehr verschiedene Zahlen:

Wo die Medizyner für kosmetische GenitalOPs neue "PatientInnen" suchen, trifft's laut Lehrbuch jedes 1000. Neugeborene.

Bei kritischen Fragen zu den Folgen der Genitaloperationen sind's andrerseits plötzlich nur noch 1:5000–1:10'000 "schwere Fälle" bzw. "8.000 bis 10.000 Intersexuelle" in Deutschland; diese Zahlen gab auch die Bundesregierung zu Protokoll, unter Berufung auf die Zwangsoperateure & Co. des bundesfinanzierten "Netzwerk Intersexualität/DSD" (heute "EuroDSD").

Auch in einem ZDF-Interview vom 4.11.09 bei "Abenteuer Forschung" sagte >>> "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort:

[...] Leichtere Fehlbildungen des Genitale sind relativ häufig, da mit dem Überleben des Menschen vereinbar. Hierzu gehört zum Beispiel die Hypospadie, eine Fehlöffnung der Harnröhre beim Jungen. Eine schwerwiegendere Abweichung der Geschlechtsentwicklung ist seltener und kommt wahrscheinlich auf etwa 1:5000 bis 1:10.000 Geburten vor. [...]"

Ausgeliefert!

Wie eine aktuelle Recherche in Baden-Württemberg einmal mehr bestätigt, werden noch 2010 auch bei den so genannten "Leichtere[n] Fehlbildungen" systematisch kosmetische GenitalOPs verordnet – an Kleinkindern, ohne medizinische Notwendigkeit, genau gleich wie bei den so genannten "schwerwiegendere[n] Abweichungen".

Bei den von den untersuchten Kinderkliniken öffentlich angepriesenen kosmetischen Genitaloperationen fand sich u.a. genau die von Olaf Hiort als stellvertretendes Beispiel erwähnte Diagnose "Hypospadie".

Dass "EuroDSD"-Chef Hiort selbst öffentlich zu Protokoll gibt, dass diese "leichteren" Verstümmelungen "relativ häufig" vorkommen, und die "schweren Fälle" dann noch dazu zu addieren sind, bestätigt einmal mehr:

Die von von Zwitterorganisationen angenommene Zahl von 1:2000 Opfern von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern ist eher noch tief gegriffen.

Ebenso die Raten von 1 Verstümmelung JEDEN TAG in Deutschland, plus JE 1 Verstümmelung JEDE WOCHE in Österreich und in der Schweiz.

Und Kinderverstümmler-Chef Olaf Hiort fühlt sich sicher genug, das verklausuliert einmal mehr öffentlich herauszuposaunen.

Will's offiziell ja nach wie vor niemand gemerkt haben.

Wie lange noch?!

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- alle Posts zu Olaf Hiort
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- USA: Seriengenitalverstümmler Prof. Dr. Dix Phillip Poppas von Ethikerinnen geoutet
- "Verunsicherung und Ängste": Kommentare zur Kritik am "Netzwerk Intersexualität" / "Euro-DSD"
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wie können die Täter gestoppt werden? 
- Anliegen an den Deutschen Ethikrat 23.6.10 
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit) 
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert

Wednesday 30 June 2010

Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)

Bald seit Jahrzehnten beschweren sich zwangsoperierte Zwitter darüber, dass sie in der Öffentlichkeit und insbesondere in der Politik von anderen Interessegruppen für deren eigene Anliegen als Mittel zum Zweck missbraucht und instrumentalisiert werden. Seit mehr als 13 Jahren kritisieren auch solidarische Nicht-Zwitter diese Vereinnahmungen u.a. als "Kolonialisierungskaskaden".

Diese Vereinnahmungen tragen dazu bei, dass die Hauptforderung der Zwitterbewegung, nämlich die schnellstmögliche Beendigung der chirurgischen Genitalverstümmelungen an Zwitterkindern und sonstigen medizinisch nicht notwendigen Eingriffe ohne die Informierte Zustimmung der Betroffenen, in der öffentlichen Wahrnehmung ausgeblendet und unsichtbar gemacht werden, ebenso wie überhaupt die Existenz und die Leiden der Zwangsoperierten selbst – während gleichzeitig dauernd über Zwitter geredet wird und in der Öffentlichkeit das Gefühl vorherrscht, es "werde ja etwas getan".

Das einzige, was aber real "getan wird", ist, dass die Beendigung der Genitalverstümmelungen unnötig hinausgezögert wird.

Die VereinnahmerInnen selbst kümmert das alles offensichtlich herzlich wenig. Unverfroren behaupten sie die ganze Zeit noch, SIE würden ja etwas für das Wohlergehen der leidenden Zwitter tun! (Vgl. z.B. die aktuelle CSD-Pressemitteilung.)

So auch die altbekannten Figuren im Bundestag. Im Zeitraum vom 26.11.09-3.2.10 hatten sie dafür gesorgt, dass in 12 offiziellen Bundestagsdokumenten der Begriff "intersexuell" für die Anliegen anderer Interessengruppen missbraucht wurde (meist die der VereinnahmerInnen selber).

Und immer noch vereinnahmen sie offensichtlich unbeirrbar weiter: Seit dem 4.2.10 bis heute 30.6.10 wurden Zwitter bereits in weiteren 17 offiziellen Bundestagsdokumenten missbraucht, wie eine Bundestags-Onlinesuche belegt

Sprich, in den letzten 7 Monaten wurden "Intersexuelle" in total 29 Bundestagsdokumenten für politische Forderungen Dritter verheizt.

Der politische Schaden, der damit angerichet wird, ist immens.

Konkret sorgten die VereinnahmerInnen in den letzten 7 Monaten dafür, dass im Durchschnitt  JEDE WOCHE ein neues Bundestagsdokument publiziert wurde, in dem Zwitter zwar erwähnt werden und politische Forderungen im Namen der Zwitter aufgestellt werden – KEIN EINZIGES MAL ging es dabei konkret um die Beendigung der Genitalverstümmelungen – sondern im Gegenteil wurden Zwitter dabei JEDESMAL für Anliegen anderer vereinnahmt und missbraucht! 

Im selben Zeitraum wurden in Deutschland über 200 Zwitterkinder irreparabel genitalverstümmelt!!

Und JEDEN TAG wird ein weiteres Kind genital zwangsoperiert!!!

Und die ganze Zeit lenken die VereinnahmerInnen die öffentliche Wahrnehmung und den politischen Diskurs – weg vom Kampf der Zwitter gegen die Genitalverstümmelungen, und hin auf ihr eigennütziges politisches Süppchen ...

Und tragen so aktiv dazu bei, dass die Genitalverstümmelungen an wehrlosen Zwitterkindern unnötig andauern. Die Zwangsoperateure und ihre Helfershelfer und Zulieferer freut's.

Die versammelten Zwitter-VereinnahmerInnen im Bundestag usw. machen sich so zu MittäterInnen und sollten auch als solche behandelt werden.

Würden schon ein paar wenige von ihnen zur Abwechslung mal an den eigenen Geschlechtsteilen etwas genital zwangsoperiert, hätten sie bestimmt ziemlich schnell andere Parolen – wetten?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!" (I)
- Warum Zwitterforderungen, worin zu oberst nicht die schnellstmögliche Beendigung der Zwangsoperationen steht, keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung
- Warum Zwitterforderungen, worin es um "sexuelle Identität" geht statt um "Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung", keine Zwitterforderungen sind, sondern Vereinnahmung 
- Du sollst nicht die Leiden der Zwitter als Aufhänger und 'Material' für deine eigenen Forderungen und Kämpfe benutzen! 
- "Intersexualität" = "sexuelle Identität und Lebensweise"??! – Grüne VereinnahmerInnen immer noch nichts gelernt 
- Klaus Wowereit und Ole von Beust: Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- LSVD und Zwittervereinnahmung: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück? 
- Heute im Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" 
- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002
- Geschlecht: Zwangsoperiert 
- Liminalis: Aus Transschändrien nix neues
- "Who killed David Reimer?"
- "Intersexualität" = sexuelle Orientierung?!
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ... 
- Zwitter als Kanonenfutter für die Transgenderagenda?
- Heinz-Jürgen Voß in "Liminalis" 3 (2009) – Zwitter-Vereinnahmung wie gehabt ... 
- QueerGrün missbrauchen Zwittersymbol für TSG-Kampagne
- Das Problem der Instrumentalisierung durch LGBTQ  
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität" 
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung
- Mit der Hoffnung im Herzen 

Monday 21 June 2010

Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg

>>> Nachtrag: Kommentar von Nella im Hermaphroditforum

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!kwhal hat in einem >>> Thread im Hermaphroditforum allein in Baden-Württemberg mindestens 9 Kliniken recherchiert, in denen ethisch, moralisch und menschlich gestörte Medizyner serienmässig wehrlose Kinder genital verstümmeln und mit ihren massiven Menschenrechtsverletzungen noch öffentlich prahlen.

Die meisten vermarkten aggressiv eine Vielzahl von medizinisch nicht notwendigen, irreversiblen Zwangseingriffen an Kleinkindern unter Dutzenden von verschiedenen "Diagnosen" wie etwa "Hypospadie", "Epispadie", "AGS/CAH", "AIS", "Pseudohermaphroditismus", "Intersexualität", "Disorders of Sex Development (DSD)", "Swyer", "Turner", etc.

Unter den angebotenen kosmetischen Verstümmelungspraktiken: "Klitorisverkleinerungen", "Peniskorrekturen", "Anlegen von Neovaginas", Kastrationen, Gebärmutterentfernungen, usw. usf.

Und das alles wie gesagt an wehrlosen Kleinkindern!

Nachfolgend eine kommentierte (Teil-)Zusammenfassung, ergänzt um einige (z.T. altbekannte) Namen der verantwortlichen TäterInnen. Der Hauptlink verweist jeweils auf die entsprechende Einzelrecherche inkl. weiterführenden Quellenlinks und zusätzlichen Zitaten:

>>> Universitätsklinikum Heidelberg: Möglicherweise der grösste lokale Anbieter von genitalen Zwangsoperationen, brüstet sich mit breit gefächertem Angebot (dieser Blog berichtete). Propagiert offensiv medizinisch nicht notwendige Eingriffe inkl. Zwangskastrationen: "Die Operation ist in den allermeisten Fällen des Intersex notwendig. (...) Bei Jungen mit einer Gebärmutter wird diese üblicherweise entfernt. Eine Vagina kann, wenn sie allzu groß ist, in der gleichen Sitzung ebenfalls entfernt werden. Obwohl andere gonadale rudimentäre Strukturen meistens keine Probleme verursachen, werden diese ebenfalls mit entfernt, da sie keine spezifischen Funktionen haben." Chefarzt: PD Dr. Stefan Holland-Cunz (weitere). Partner des Genitalverstümmler-Dachverbands "Netzwerk DSD/Intersexualität".

Nachtrag: Aus einem ansonsten eher durchmischt geschriebenen Artikel in der Südeutschen Zeitung vom 22.11.09: "Als die Eltern ihr Kind in die Uniklinik Heidelberg bringen, rückt der Professor gleich mit einer ganzen Schar von Assistenzärzten und Studenten an. In dem kleinen Untersuchungsraum drängen sich 15 Menschen in weißen Kitteln um das nackte, heulende Kind. [...] Die Ärzte raten den Eltern, dass sie dringend etwas unternehmen müssen. Als Lena 15 Monate alt ist, lassen sie die Klitoris verkürzen. Doch trotz Ballettunterricht, rosa Kleidchen und Barbiepuppen wird Lena kein normales Mädchen."

>>> Universitätsmedizin Mannheim: Ableger des Universitätsklinikums Heidelberg, ebenfalls mit breitem Spektrum. Führt kosmetische Genitaloperationen am liebsten an Kindern "um das erste Lebensjahr herum" durch. Chefarzt: Prof. Dr. Lucas Wessel (früher Lübeck, langjähriger Propagandist von Genitalverstümmelungen, dieser Blog berichteteweitere). Partner des Genitalverstümmler-Dachverbands "Netzwerk DSD/Intersexualität".

>>> Universitätsklinik Tübingen: Wiederum breites Spektrum, wohl die ambitionierteste Verstümmler- und Kastrationsklinik. "Die Kinderurologie stellt in der Abteilung Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Tübingen einen der zentralen Schwerpunkte dar. [...] Die meisten Kinder, die wir in unseren kinderurologischen Sprechstunden betreuen, sind Klein- und Schulkinder."  Chefarzt: PD Dr. Philipp Szavay. Die Universitätsklinik Tübingen organsiert zudem alle 2 Jahre ein >>> "Symposium Rekonstruktive Urologie"  (PDF) mit "Live-Operationen" durch ranghohe Tübinger Medizyner und weitere Serienverstümmler aus dem nahen In- und Ausland. Live-Operateure: Prof. Dr. K.-D. Sievert (Stv. Direktor Urologie), Dr. J. Seibold (Oberarzt Urologie), Prof. Dr. Christian Radmayr (Innsbruck) (weitere, PDF).

>>> Universitätsfrauenklinik Tübingen: Operieren zwar laut Eigenwerbung bevorzugt erst ab 16 Jahren, Spezialität Neovaginas, sind aber offensichtlich unverbesserliche ZwangskastratorInnen und PropagandistInnen der "Krebslüge": "Der Leistenhoden wird in vielen Fällen entfernt, das er ein 30%iges malignes Entartungsrisiko besitzt, d.h. in 30% der Fälle zu einem Tumor entartet. [...] Wenn ein Karyotyp mit einem Y-Chromosom bekannt ist, ist in jedem Fall die prophylaktische Entfernung der Gonaden vorzunehmen."  Oberärztin: Dr. Sarah Bruckner.

Weitere Kliniken in B-W mit Genitalverstümmelungen im Angebot befinden sich in:

>>> Stuttgart, Karlsruhe, Pforzheim           >>> Freiburg, Ulm 

Kommentar:

Ich darf gar nicht daran denken, wieviele wehrlose Kinder diesen üblen Serienverstümmlern schon zum Opfer fielen – und weiterhin fallen, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr ...

Fettes Dankeschön an kwahl für diese kundige Recherche, die bestimmt nicht immer leicht fiel! Es braucht Nerven, sich mit der Präsenz und dem "Wirken" dieser Medizyner auseinanderzusetzen, die sich aufführen, als hätten sie weder ein Gewissen, noch je etwas von Ethik oder Menschenrechten gehört. Trotzdem bzw. gerade deshalb wären vertiefende Nachforschungen sowie lokale Recherchen auch in anderen Regionen wichtig und sehr zu begrüssen, die Machenschaften der Verstümmler gehören an die Öffentlichkeit!

Die Zeit wird kommen, wo diese Serienverstümmler dorthin "befördert" werden, wo sie hingehören, nämlich hinter Schloss und Riegel.

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Nachtrag: Kommentar von Nella im Hermaphroditforum

Siehe auch:
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken 
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
- Universitätsklinikum Heidelberg: Genitale Zwangsoperationen im Angebot 
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Göttingen / Lübeck: Direktor Rolf-Hermann Ringert und Oberarzt Dominique Finas propagieren genitale Zwangsoperationen an Zwittern
- Deutsche Urologen fordern genitale Zwangsoperationen an Säuglingen! 
- "Krebsgefahr!" - Teamwork zwischen Endokrinologen und Chirurgen im Kinderspital Zürich 
- Kinderspital Zürich: Genitale Zwangsoperationen angeblich nur "ganz selten" 
- Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Kindern 
- Inselspital Bern: Angeblich "keine Zwangsoperationen"
- Genitale Zwangsoperationen im Inselspital Bern 
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht
- "Netzwerk DSD"/"Euro DSD": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure 
- "Ethische Grundsätze und Empfehlungen bei DSD": Zwangsoperationen klar unzulässig (Dr.med. Jörg Woweries)
- Wie das "Netzwerk DSD" die "Lübecker Studie" frisiert
- USA: Seriengenitalverstümmler Prof. Dr. Dix Phillip Poppas von Ethikerinnen öffentlich geoutet
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert 

Saturday 19 June 2010

USA: Seriengenitalverstümmler Prof. Dr. Dix Phillip Poppas von Ethikerinnen öffentlich geoutet

>>> Nachtrag: Facebook-Gruppe "End Female Genital Mutilation at Cornell University"

Realexistierender Genitalabschneider beim Anblick eines potentiellen Opfers ...

Dr. Dix P. Poppas vom Weill Cornell Universitätsspital in New York City ist einer der profiliertesten Seriengenitalverstümmler der USA. Die der deutschen "AGS Eltern- und Patienteninitiative e.V." vergleichbare, berüchtigte "CARES-Foundation", bei der er zusätzlich im Verwaltungsrat sitzt, ehrte ihn am 28.3.2009 offiziell "für seine Beiträge und seinen Einsatz für CARES und die CAH-Community".

Prof. Poppas' Spezialität: Die chirurgische "Klitorisreduktion" nach dem Motto "Was zu gross ist, bestimme ich!" als umfassendes, wenn auch unbeaufsichtigtes Humanexperiment.

Dr. Poppas schnippelt nicht nur zurecht, sondern "testet" seine angeblich besonders "nervenschonende" Verstümmelungsmethode anschliessend an seinen Patient_innen im Kleinkindesalter, indem er ihnen nach der "Operation" ab dem Alter von 5 Jahren 1x jährlich u.a. mittels Fingernägeln, Wattestäbchen und Vibratoren die Durchblutung und die Empfindlichkeit der "wiederhergestellten Klitoris" "prüft", worüber er seit Jahren belastendes Material publiziert (PDF) – und niemand von seinen sauberen MedizynerkollegInnen weltweit will irgendetwas bemerkt haben!

Kosmetische Genitaloperationen ausser Kontrolle

Den Eltern der verstümmelten Pastient_innen verkauft Prof. Dr. Dix P. Poppas seine menschenrechtswidrigen chirurgischen Menschenexperimente als erprobte Behandlung (wie deutsche, schweizer und österreichische Genitalabschneider auch). Für seine Publikationen hat der saubere Genitalverstümmelungsforscher Dr. Poppas zwar eine Bewilligung des Institutional Review Board (IRB) der US-amerikanischen Bewilligungsstelle für Humanexperimende, dem Office for Human Research Protections (OHRP) – jedoch nur als "retrospektive Aktenstudie". Die diese "Behandlungsakten" erst produzierenden, eigenen Menschenversuche meldete er jedoch wohlweislich nicht. Auch dies wollte kein einziger Medizynerkollege weltweit gemerkt haben, geschweige den das OHRP, oder ein Ethikkomitee.

Fazit: Business as usual – wie auch in zahllosen europäischen Kliniken, wo das Grund- und Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung von Zwitterkindern TÄGLICH von gewissenlosen Medizynern buchstäblich beschnitten, zerfetzt und anschliessend die Überreste in den Müll getreten werden. Das heisst, zumindest bis letzten Mittwoch, den 16.6.2010.

BioethikerInnen proben den Aufstand

An diesem Tag publizierten nämlich die Ethikerinnen Alice Dreger und Ellen K. Feder (beide auch aktiv in der wegweisenden Kampagne gegen pränatale Dexamethason-Zwangstherapien) im >>> Bioethics Forum (englisch) des Hastings Center einige kritische Fragen und Kommentare zum unbehelligten "Wirken" des offensichtlich ethisch, moralisch und menschlich schwer gestörten Seriengenitalverstümmlers, gefolgt von einem Follow-Up-Post Dregers auf >>> Psychology Today.

Seit da ist die Katze aus dem Sack, und täglich erscheinen weitere Artikel in verschiedensten englischsprachigen Onlinemedien. Eines ist allen gemeinsam: Sie verzichten (im Gegensatz zum Beispiel des Deutschen Ethikrates oder QueerGrün Berlin) auf jegliche TäterInnensprache, sondern nennen den Tatbestand beim Namen: Genitalverstümmelung! Einige empfehlenswerte Beispiele (mehr):

"Wie gross darf eine Klitoris sein?" (ScienceBlogs.com)
"Weibliche Genitalverstümmelung an der Cornell University" (theStranger.com)
"Doktor verstümmelt kleinen Mädchen die Genitalien: Grosse Zeitschrift veröffentlicht es als Forschung!" (gaia-health.com)
"Cornell Univerity genehmigt Genitalverstümmelung von Kindern" (feministing.com)
"Vor allem schade nicht" (thefword.org.uk)
"Cornell Chirurg benutzt Vibrator um 6-Jährige zu stimulieren" (jezebel.com)
"Genitaverstümmelung am Cornell Medical Center" (carnivaloftherandom.tumblr.com)

Kommentar:

Wir sagen hipp, hipp und allen Beteiligten von ganzem Herzen Danke!

Der 16.6.2010 wird in die Geschichte eingehen als grosser Tag im mittlerweile 17 Jahre dauernden Kampf verstümmelter Zwitter gegen kosmetische Genitaloperationen an Kindern und sonstige, medizinisch nicht notwendige, menschenrechtswidrige Humanexperimente an Zwittern.

Bleibt zu hoffen, dass der saubere Dr. Poppas gelegentlich dort landet, wo er und seinesgleichen korrekterweise hingehören, nämlich hinter Schloss und Riegel.

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Nachtrag: Facebook-Gruppe "End Female Genital Mutilation at Cornell University"

Siehe auch:
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller chirurgischen Genitalverstümmelungen in deutschen Kinderkliniken
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
- Zwangskastrationen an "Intersexuellen": "Keine Mutanten züchten"
- Genitalverstümmelungen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- Deutscher Ethikrat: Kein Handlungsbedarf bei Genitalverstümmelungen an "Intersexuellen" 
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- USA: Weg weisende Kampagne gegen pränatale Dexamethason-Zwangsbehandlungen

Thursday 17 June 2010

"Intersex-Operationen" im Universitätsspital Assiut, Mittelägypten

To End Forced Genital Surgeries Now!Regelmässig werden in Afrika und Asien Berichte publiziert, in denen Medizyner absolut unreflektiert uneingewilligte Genitaloperationen an wehrlosen Zwitterkindern abfeiern, wie es sich "westliche" Medizyner selten mehr getrauen, wohl weil es (noch) kaum öffentlichen Widerspruch von den Opfern ihrer "medizynischen Heldentaten" gibt.

Auf der Homepage der ägyptischen Tageszeitung Al-Masry Al-Youm ist ein >>> aktueller Bericht (englisch) online mit anzüglichem Titel (etwa: "Unter dem Rock: Intersex-Operationen in Assiut").

Darin prahlen drei Zwangsoperateure stolz mit ihren medizynischen Verbrechen; allein seit 2000 hätten sie "über 25 lokale Intersex-Operationen durchgeführt" (vorher wurden die Kinder jeweils nach Kairo zur Verstümmelung überwiesen).

Die drei interviewten Medizyner, Dr. Mustafa el-Sonbaty (Bild), Chef für kosmetische Chirurgie am Assiut Universitätsspital mit "15-jähriger Erfahrung" im Kinderverstümmeln und "15 Intersex-Operationen" auf den Kerbholz allein seit 2000, Dr. Abdel Moneim el-Haggagy, Urologe und "Pionier von Intersex-Operationen" ebendort, und Dr. Tarek el-Gammal, "Chef rekonstruktive Mikrochirurgie" gleichenorts, stellen sich zudem noch als besonders "fortschrittlich" dar. Ihre Aussagen im Artikel wimmeln von herablassenden Bemerkungen über die "extrem konservative Landbevölkerung", die wegen "Unwissenheit" und "Inzucht" eine "überproportional hohe Rate von Intersex-Kindern" aufweise. Ebenfalls zur Rate beitragende Allgemeinpraktiker und Apotheker, die ihre Patientinnen ungenügend aufklären bzw. Schwangeren unbesehen röntgen oder "potentiell schädliche Medikamente"  wie "gewisse Antibiotika" verordnen, werden hingegen nicht weiter wertend dargestellt.

Das Steckenpferd der "fortschrittlichen" Medizyner sind offensichtlich "komplexe, 12 Stunden dauernde" vermännlichende Genital-Ops, wobei "Gewebe vom Arm" verwendet werde, um den "fehlenden Teil des männlichen Glieds wiederherzustellen und mit den Nerven zu verbinden. Nach der OP bleiben sie vier bis fünf Tage auf der Intensivstation, während dieser Zeit durchläuft der Patient einen 'Maskulinisierungsprozess', der einen Haarschnitt sowie einen Kleiderwechsel beinhaltet."

Laut Dr. Tarek el-Gammal (Bild) sind sie "überglücklich nach der Operation. Sie sind erleichtert, dass ihre Probleme vorbei sind."

Auch die Familien seien jeweils "durchaus zufrieden, dass ihre 'Tochter' über Nacht in einen Sohn umgewandelt wurde". Dr. Mustafa el-Sonbaty: "Ich hatte einen Vater, der war so glücklich, dass er mir die Wangen küsste, bis sie beinah abfielen."

Problematischer für die "fortschrittlicheren" Medizyner ist die Kooperation mit Familien von "weiblichen Pseudohermaphroditen", geschweige denn mit diesen selber: Wegen "Scham" und "sozialem Stigma" würden nur wenige bei ihnen vorstellig, und alle Betroffenen, mit denen es Dr. Abdel Moneim el-Haggay bisher zu tun hatte, hätten Operationen durchwegs abgelehnt, obwohl es sich dabei "nur um einen simplen chirurgischen Eingriff gehandelt hätte, um die Klitoris auf eine normale Grösse zu reduzieren".

Vielfach würden Zwitter auch von den Familien als Frauen deklariert und der rituellen Genitalverstümmelung unterzogen, bevor die Medizyner sie zu Gesicht bekämen, wobei ihnen "der entstellte Penis kurzerhand abgeschnitten wird". Dass auch sie wehrlose Kinder ungefagt verstümmeln, fällt den sauberen Medizynern nicht auf.

Während die Medizyner bei Zwitterkindern uneingewilligte Genitaloperationen für unabdingbar halten, weigern sie sich, in Ägypten an sich legale OPs bei Transsexuellen durchzuführen, die solche wünschen.

Dr. Mustafa el-Sonbaty: "Wie könnte ich bei einem solchen sündhaften Verbrechen mitschuldig machen? Den Körper eines Mannes zu verändern, um ihn seinem psychologischen Problem anzupassen ist eine Sünde, da wir verändern würden, was Gott geschaffen hat."

Dass auch Zwitter so auf die Welt kommen, wie Gott sie geschaffen hat, und dass er bei seinen "rein medizinischen Eingriffen" an wehrlosen Zwitterkindern erst noch das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen sträflich mit Füssen tritt, ist für den "fortschrittlichen" Medizyner kein Thema – wie bei seinen "westlichen" VerstümmlerkollegInnen bekanntlich auch ...

Es ist noch ein weiter Weg ...

Nachtrag: Hintergründe dazu, wie Dr. el-Sonbatys zu seiner letzten Aussage kommt, findet sich in diesem Kommentar von Anne. Danke!

Siehe auch:
- Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen? 

Tuesday 15 June 2010

Veranstaltung des Ethikrates in Berlin, Mi 23.6.10 18h: "Intersexualität - Leben zwischen den Geschlechtern"

>>> Nachtrag: Diskussion auf dem Hermaphroditforum
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org vom 22.6.10
>>> Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 23.6.10
>>>
Audioprotokolle --> zu unterst     >>> Beitrag von Konstanze Plett (mp3, 19,3MB)
>>>
Pressemitteilung des Deutschen Ethikrates vom 25.6.10
--> Bayerischer Rundfunk   --> Tagesspiegel   --> Deutschlandradio   --> e-politik  

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!Am 23.6.10 organisiert der Deutsche Ethikrat ein "Forum Bioethik" unter dem Titel "Intersexualität - Leben zwischen den Geschlechtern".

Seit 14 Jahren kämpfen deutschsprachige organiserte Zwitter gegen kosmetische Genitaloperationen an Zwitterkindern und für die Durchsetzung des Menschenrechts auf körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter. Diese Forderungen stehen nicht zufällig an der Spitze aller Forderungslisten (nicht nur) deutschsprachiger Zwitterorganisationen.

Seit bald 2 Jahren wird der Ethikrat u.a. von Daniela Truffer von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org kontinuierlich über die massiven Menschenrechtsverletzungen an Zwittern informiert und zum Handeln aufgefordert (Beispiel 1 / Beispiel 2 / Beispiel 3) – bisher erfolglos. 

Deshalb ist die Tatsache, dass der Ethikrat nun zumindest eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zum Thema ankündigt, erst einmal positiv zu bewerten und schürt neue Hoffnungen. Hat es der Ethikrat nun endlich begriffen und will auch entsprechend handeln?

Leider lässt die Ankündigung zur Veranstaltung wenig Gutes erwarten:

Statt endlich den 14 Jahre langen Kampf organiserter deutschsprachiger Zwitter gegen die klar unethischen sowie menschenrechtswidrigen Genitalverstümmelungen an wehrlosen Zwitterkindern ins Zentrum zu stellen, hält es der Ethikrat offensichtlich einmal mehr mit den Zwangsoperateuren und VereinnahmerInnen.

Statt endlich energisch die massiven Verstösse gegen das elementare Grund- und Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung durch die genitalen Zwangsoperationen und sonstigen, medizinisch nicht notwendigen Zwangseingriffe unmissverständlich zu benennen und die Forderung nach einem konkreten gesetzlichen Verbot dieser Verstümmelungen zumindest zu erwähnen, geht es dem Ethikrat konkret politisch einmal mehr lediglich um "das Personenstandsrecht, das Namensrecht sowie das Ehe- und Lebenspartnerschaftsrecht", um "sexuelle Identität", "Diskriminierung" und "festgelegte Geschlechtsnormen".

Das eigentliche Hauptthema, nämlich die massiven Verstösse gegen körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung, taucht in der Ankündigung lediglich als Untereventualität in Form einer absurden Frage auf: "Wie verhalten sich korrigierende oder angleichende Eingriffe im Kindesalter mit entsprechenden lebenslangen Folgen für die Betroffenen zum Recht auf physische und psychische Unversehrtheit und Selbstbestimmung?"

Dies ist TäterInnensprache"korrigierende oder angleichende Eingriffe" werden von zwangsoperierten Zwittern seit jeher als genitale Zwangsoperationen, Genitalverstümmelungen, Zwangskastrationen und medizinische Folter beschrieben, und die beschönigende und verharmlosende Medizynerterminologie wird seit langem kritisiert. Eine neutrale, aber trotzdem nicht bescönigende Bezeichnung ist "kosmetische Genitaloperationen an Kindern".

Und wer – wie offensichtlich (nicht nur) der bundesfinanzierte Deutsche Ethikrat – zuerst noch lange diskutieren will, ob die fraglos unethischen, menschenrechtswidrigen, medizinisch nicht notwendigen, nicht-eingewilligten, sogar von den Medizynern selbst als kosmetisch und experimentell deklarierten Genitalverstümmelungen an Zwitterkindern eventuell möglicherweise gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit verstossen oder vielleicht etwa doch nicht, zeigt unmissverständlich, auf welcher Seite er letztlich steht: nämlich NICHT auf der Seite der um ihr Recht kämpfenden zwangsoperierten Zwitter, sondern auf der Seite der Zwangsoperateure und ihrer Helfershelfer. 

Auch die risikoreichen pränatalen Dexamethason-Zwangsbehandlungen auf blossen "Verdacht" hin, deren gravierenden Folgen auch zahllose Nicht-Zwitter-Kinder zum Opfer fallen, sind der Ankündigung des Ethikrates keine Erwähnung wert – obwohl diese von den Medizynern (wie auch die Genitalverstümmelungen und sonstigen Hormonzwangstherapien) seit Jahrzehnten permanent experimentell und ohne jegliche Evidenz durchgeführt werden und deshalb unlängst von namhaften BioethikerInnen unmissverständlich kritisiert wurden (allerdings bisher lediglich in den USA – in Deutschland herrscht hierzu unter BioethikerInnen nach wie vor das Schweigen der MittäterInnen).

Ebenfalls typisch: Auch der aktuelle Gesetzesentwurf gegen weibliche Genitalverstümmelung wird in der Ankündigung des Ethikrates gar nicht erst angesprochen, ebenso wenig wie die Parallelen zwischen weiblicher Genitalverstümmelung und der Genitalverstümmelung an Zwittern, geschweige denn, dass die rassistisch motivierte Unterschlagung der Genitalverstümmelungen an Zwittern kritisiert würde – stattdessen stehen in der Ankündigung die zwittervereinnahmenden Gesetzesanträge zu "Sexuelle Identität" prominent im Zentrum ...

Würden von den ehrenwerten Mitgliedern des Ethikrats mal nur schon ein paar an den eigenen Geschlechtsteilen etwas genital zwangsoperiert, hätten sie bestimmt ziemlich schnell andere Prioritäten – wetten?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Nachtrag: Diskussion auf dem Hermaphroditforum

>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org vom 22.6.2010

>>> Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 23.6.10

>>> Pressemitteilung des Deutschen Ethikrates vom 25.6.10

--> Bayerischer Rundfunk   --> Tagesspiegel   --> Deutschlandradio   --> e-politik 

Siehe auch:
- Aufforderung um Unterstützung an Deutschen Ethikrat
- Deutscher Ethikrat reiht sich ein unter die MittäterInnen 
- Erneute Anfrage um Unterstützung an Deutschen Ethikrat 
- Weitere Aufforderung um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit) 
- Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert
- Milton Diamond fordert gesetzliches Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (Lightfoot-Klein: "Der Beschneidungsskandal")
- "Ethische Grundsätze und Empfehlungen bei DSD": Zwangsoperationen klar unzulässig (Dr.med. Jörg Woweries)
- "Netzwerk DSD": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure 
- Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht - und Intersexuelle Menschen e.V. sich nicht wehrt
-
IMeV: Katzbuckeln gegenüber den Medizynern und den verantwortlichen PolitikerInnen
Bundestag / CEDAW: "Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe" will nix kapiert haben – Intersexuelle Menschen e.V. guckt zu und schweigt
- Intersexuelle Menschen e.V. informiert (nicht)

Wednesday 21 April 2010

Heute im Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität" (Prof. Dr. Susanne Baer, Prof. Dr. Nina Dethloff)

>>> Nachträge 1-9

Solidarität mit Zwittern statt VereinnahmungHeute 21.4.10 findet um 12h im Bundestag eine >>> öffentliche Anhörung statt zu den erneuten Anträgen um Aufnahme von "sexuelle Identität" ins Grundgesetz. Insgesamt 9 JuristInnen werden dazu Stellungnahmen abgeben. Nachtrag 1: Alle haben inzwischen ihre Position schriftlich auf der Bundestagshomepage zugänglich gemacht.

Ob BefürworterInnen oder GegnerInnen, eines ist (Nachtrag 2: mit einer einzigen Ausnahme) allen gemeinsam:

Alle verwenden sie (u.a. entsprechend den Anträgen) den Begriff "Intersexuell", und alle verwenden sie ihn (wie auch die Anträge) vereinnahmend bzw. missbräuchlich.

Am schlimmsten treiben's dabei 2 "fortschrittliche" Befürworterinnen aus dem "Gender"- bzw. "Familien"-Umfeld:

Prof. Dr. Susanne Baer, LL.M., Direktorin GenderKompetenzZentrum, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt Universität zu Berlin, sowie Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. Nina Dethloff, LL.M., Direktorin Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Familienrecht der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Nachtrag 3: Eine besondere Erwähnung verdient weiter >>> Prof. Dr. Bernd Grzeszick (PDF), LL.M., Direktor Institut für Staatsrecht, Verfassungslehre und Rechtsphilopsphie der Ruprecht-Karls-Univerität Mannheim, der es tatsächlich schafft, unter dem Zwischentitel "b) weitere Formen des Zusammenlebens"  "Intersexuelle" (als obligates Anhängsel von "Transgender") mit Polygamie in Zusammenhang zu bringen, und so deutlich illustriert, welch immensen politischen Schaden die Jahrzente langen LGBT-Vereinnahmungen anrichten.

Ausser Baer und Dethloff beschränken sich die übrigen JuristInnen zumeist darauf, den Begriff "Intersexuell" 1–2x als Zitat aus den vereinnahmenden Antragstexten zu übernehmen (Nachtrag 4 – Ausnahmen: Prof Dr. Winfried Kluth bringts auf 4 obligate Anhängsel unter "Personengruppe der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgenden [sic!], transsexuellen und intersexuellen Menschen", während Prof. Dr. Ute Sacksofsky als einzige ganz ohne "Intersexuelle" auskommt – es ginge also doch!).

Prof. Dr. Susanne Baer und Prof. Dr. Nina Dethloff wollen sich offensichtlich zusätzlich als grossartige Expertinnen profilieren.

Beide beweisen dabei letztlich vor allem eines: Dass sie von der Sache, nämlich von den konkreten und realen Problemen und Leiden der realen Zwitter, nichts kapiert haben (wollen), sondern einzig und allein auf Vereinnahmung aus sind.

Dabei gehen Prof. Dr. Susanne Baer und Prof. Dr. Nina Dethloff beide mit einer Arroganz vor, die schon von weiten zeigt, dass beide sich ihres Privilegs als Nicht-Zwitter auch nicht ansatzweise bewusst sind (bzw. nicht sein wollen) – nämlich, im Gegensatz zu den allermeisten Zwittern, sich in ihrem ganzen Leben noch nie um die Unversehrtheit ihrer Geschlechtsteile gefürchtet haben zu müssen:

Beide klammern sie die eigentliche Problematik der genitalen Zwangsoperationen und sonstigen uneingewilligten, kosmetischen Zwangsbehandlungen letztlich konsequent aus.

Ebenso verschweigen beide Rechtsprofessorinnen die grundlegende juristische Problematik mangelnder rechtlicher Mittel der Zwangsoperierten wegen der aktuell geltenden Verjährungsfristen.

Der Ausgang dieses Vereinnahmungs-Wettkampfs:

Mit 11 : 5  gewinnt Prof. Dr. Nina Dethloff gegen Prof. Dr. Susanne Baer nicht nur nach der Anzahl der missbräuchlichen Verwendungen des Begriffs "Intersexuell", sondern auch qualitativ in Sachen mutwilliger Ausblendung, Verdrehung und Vereinnahmung der konkreten Anliegen und Forderungen der Zwitter. Prof. Dr. Susanne Baer gewinnt dafür den Spezialpreis für besonders kreative Beschönigungen von medizynischen Verbrechen.

Die Herz- und Mitleidlosigkeit, mit der beide Professorinnen dabei zur Sache gehen, steht der mancher Zwangsoperateure wohl kaum nach.

Die Verdrehungen der beiden "Wissenschaftlerinnen" im einzelnen, jedoch ohne die Fussnoten (WARNUNG):

>>> Prof. Dr. Susanne Baer (PDF), LL.M., Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin [Direktorin GenderKompetenzZentrum]:

Intersexuelle – kurz gefasst: Menschen, die geschlechtsuneindeutig geboren werden - haben erst vor wenigen Jahren den Mut finden können, ihre Erfahrungen öffentlich zu thematisieren. Sie sind u.a. im Rahmen ihrer medizinischen Versorgung und auch sozial gravierenden Demütigungen, Ausgrenzungen und Benachteiligungen ausgesetzt. Die Möglichkeit, die eigene Identität zu leben und nicht an eine traditionelle Vorstellung von einem Geschlecht angepasst zu werden, besteht bislang nicht.

[...] Das ganz überwiegende Schweigen der Kommentar- und sonstigen Fachliteratur zu diesem Thema und zur Intersexualität trägt zur Benachteiligung der Betroffenen bei: Sie scheuen den Weg zum Gericht, denn die Grundrechte meinen sie bislang ausdrücklich nicht mit. 

[...] [„sexuelle Identität“] benennt nicht nur Hetero-, Homo- und Bisexualität („sexuelle Orientierungen“), sondern auch transgender- und transsexuelle sowie intersexuelle Lebensweisen.

Kommentar: Dass der medizynische Bereich überhaupt irgendwie angesprochen wird, wäre ja prinzipiell schon mal positiv. Die Formulierung "im Rahmen ihrer medizinischen Versorgung [...] gravierenden Demütigungen, Ausgrenzungen und Benachteiligungen ausgesetzt [zu sein]" als anscheinend euphemistische Umschreibung von Genitalverstümmelungen, Kastrationen, Zwangshormon"therapien" usw. erfreut jedoch wohl ausschliesslich Medizynerverbrecher und Konsorten. "[I]ntersexuelle Lebensweisen" ist zudem schon als Begriff einfach nur zum Lachen, vergleichbar etwa mit dem Insiderwitz "Nennen sie mir 3 intersexuelle Sexpraktiken", aber von Prof. Dr. Susanne Baer offensichtlich bitter ernst gemeint (oder etwa auch nur wieder eine euphemistische Umschreibung für "von klein an medizinischer Folter ausgesetzt sein"?). Damit zeigt sich in Verbindung mit dem oben erwähnten Statement von Prof. Dr. Bernd Grzeszick einmal mehr und schon wieder der immense realpolitsche Schaden durch vereinnahmenden Etikettenschwindel a.k.a. "bei LGBT mitgemeint". 

>>>
Prof. Dr. Nina Dethloff (PDF), LL.M ., Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Familienrecht der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Intersexuelle, d.h. Personen, deren Geschlechtsmerkmale weder eindeutig weiblich noch männlich sind, kritisieren vor allem die Möglichkeiten, die für eine Eintragung des Geschlechts in die Geburtsurkunde bestehen13. De lege lata kann als Geschlechtsbezeichnung in die Geburtsurkunde lediglich „männlich“ oder „weiblich“ eingetragen werden14. Dies soll jedenfalls gelten, soweit die Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht möglich ist, d.h. wenn die Geschlechtsorgane nicht gleichwertig männlich und weiblich sind15. Das LG München I hat die Ansicht vertreten, aus den Grundrechten lasse sich kein Anspruch auf Anerkennung eines weiteren Geschlechts neben männlich und weiblich herleiten: In Art. 3 II 1 GG gehe die deutsche Verfassung von einem bipolaren Geschlechtsbegriff aus, der auch dem Diskriminierungsverbot des Art. 3 III 1 GG zugrunde liege16. Die Betroffenen sind hingegen der Auffassung, der für Intersexuelle oder Transgender bestehende Zwang zur Geschlechtszuordnung und –kategorisierung stelle eine Diskriminierung dar und streben einen bei der Geburt provisorischen Geschlechtseintrag17 bzw. die Option, als Geschlecht „Zwitter“ eintragen lassen zu können, an18.

[...] Das Kriterium der „sexuellen Identität“, wie es auch schon im AGG verwendet wird, ist zudem hinreichend weit gefasst, um einen umfassenden Schutz vor Diskriminierungen zu gewährleisten. Es ist dem Kriterium der „sexuellen Orientierung bzw. Ausrichtung“ vorzuziehen, da diese insbesondere Diskriminierungen von Intersexuellen nicht erfassen.

[...] Bestehende Unsicherheiten über die Höhe des verfassungsrechtlichen Schutzniveaus unter Anwendung des allgemeinen Gleichheitssatzes würden beseitigt und die maßgeblich durch die Rechtsprechung des BVerfG bewirkte Verbesserung der Rechtsstellung von Homosexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen ausdrücklich verfassungsrechtlich abgesichert.

Kommentar: Dass hier die Medizyner und ihre Verbrechen an wehrlosen Zwitterkindern von Anfang bis zum Schluss konsequent unter den Tisch fallen, während stattdessen der Nebenschauplatz Geburtsurkunde ausgewalzt wird, kann in diesem Fall nachweislich nicht mehr mit Unwissenheit entschuldigt werden, da sich Prof. Dr. Dethloff explizit auf die Forderungsliste von Intersexuelle Menschen e.V. beruft (Fussnote 17). Dort steht aber unter Punkt 1 unmissverständlich die Beendigung der kosmetischen Zwangsbehandlungen, während der Personenstand erst unter dem 5. und letzten Punkt auftaucht. Dass Prof. Dr. Nina Dethloff stattdessen ausschliesslich darauf herumreitet (und dabei vereinnahmenderweise gleich "Trangsender" noch mit reinverwurstet) und sich auch sonst auf – wie sie selber sagt schon im AGG verbotene – "Diskriminierungen" sowie gar auf rein fiktive "Rechtsprechung des BVerfG" versteigt, verweist deutlich auf die altbekannte Masche der Zwitter-VereinnahmerInnen: Hauptsache bei LGBT "mitgemeint" und dadurch einmal mehr unsichtbar gemacht – während die Zwangsoperateure ungehindert weiterverstümmeln.

Nachtrag 5: Inzwischen liegt auch eine Medienmmitteilung des Bundestags zur Anhörung vor, die in gleich 2-facher Ausfertigung zum (wenig überraschenden) Schluss kommt: >>> Deutscher Bundestag: Skepsis bei Sachverständigen bzw. >>> Deutscher Bundestag: Mehrheit der Experten gegen Grundgesetzänderung zum Schutz der sexuellen Identität. "Intersexuelle" sind darin wie üblich bloss als obligates Anhängsel "mitgemeint". Weiter gibt es eine Medienmitteilung des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD): >>> Gute Argumente für Ergänzug der Verfassung – Gegner wollen weiter diskriminieren. Auch hier sind "Intersexuelle" bloss das "mitgemeinte" obligate Schlusslicht. In einer Medienmitteilung des LSVD im Vorfeld der Anhörung >>> Lesben und Schwule in die Verfassung! ist nur die Rede vom "gleichberechtigten Schutz von Lesben, Schwulen und Transgender", "Intersexuelle" sind nur stillschweigend mitgemeint. In der >>> Pressemitteilung der Grünen sind "Intersexuelle" in einem Zitat von Volker Beck wieder als obligates, kommentarloses Schlusslicht "mitgemeint", einmal mehr geht es ausschliesslich um die "Diskriminierungen", denen sie ausgesetzt seien, kein Wort zu menschenrechtswidrigen Zwangsoperationen usw. Kommentar überflüssig.

Nachtrag 6: Der LSVD hat ebenfalls eine >>> offizielle Stellungnahme zur Anhörung veröffentlicht (PDF ) >>> Anhang 1 (PDF) >>> Anhang 2 (PDF), verfasst von Martin Bruns, Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof a.D. Bezeichnenderweise geht es in der LSVD-Stellungnahme AUSCHLIESSLICH um die Rechte der "Schwulen" (14x), "Homosexuellen" (11x), "Lesben" (11x) sowie "Transgender" (1x); "Intersexuelle" kommen darin gar nicht erst vor. Kommentar überflüssig.

Nachtrag 7: Die bisher einzige Pressemeldung über die Anhörung, worin auch "Intersexuelle" erwähnt sind (als obligates Anhängsel – wie könnte es auch anders sein?), stammt aus "Die Welt" und trägt den verheissungsvollen Titel: >>> "Sexuelle Identität" darf kein Feigenblatt für Pädophile sein. Vielen Dank auch, liebe VereinnahmerInnen.

Nachtrag 8: >>> Interessanter Post zur Anhörung von Oliver Tolmein auf faz.net 

Nachtrag 9: >>> Diskussion zum Post auf dem Hermaphroditforum

Fazit: Und während sie alle so schön reden und reden, nach Kräften vereinnahmen und ihre Sitzungsgelder einstreichen, werden weiterhin TÄGLICH WEHRLOSE ZWITTERKINDER GENITALVERSTÜMMELT.

Wetten – wenn von diesen JuristInnen und den übrigen VereinnahmerInnen und MittäterInnen bei Grüne, SPD, Linke usw. nur schon ein paar selber mal etwas genital zwangsoperiert würden, würden sie ziemlich plötzlich ganz anders argumentieren?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: "Du sollst den Begriff 'intersexuell' nicht unnütz gebrauchen!"
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit) 
- Kosmetische Genitaloperationen an Kindern: Gesetzgeber gefordert 
- Klaus Wowereit und Ole von Beust: Komplizen der Zwangsoperateure inszenieren sich als "Zwitter-Schützer"
- Bundesrat: Kein Schutz "sexueller Identität" im Grundgesetz – VereinnahmerInnen machen unbeirrt weiter wie gehabt 
- SPD: Zwitter vereinnahmender Gesetzesentwurf eingereicht 
- Menschenrechtsverletzungen an Intersexuellen: Yogyakarta untaugliches Instrument
- LSVD und Zwittervereinnahmung: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück? 
- Instrumentalisierung von Zwittern: Kritik aus 2002
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung
- Mit der Hoffnung im Herzen

Tuesday 20 April 2010

Hamburg 21.4.10: Zwitter als Kanonenfutter für die Queer Theory ...

Solidarität mit Zwittern statt Vereinnahmung"Auch wenn [sie] die besten Absichten hegen, untergraben fehlendes Bewusstsein für und die fehlende Beachtung der Realitäten von Intersexuellen die adäquate Darstellung des Themas. Dabei werden unbeabsichtigt die Nicht-Sichtbarkeit und die Objektivierung der Intersexuellen perpetuiert." (Emi Koyama / Lisa Weasel)

An der Universität Hamburg findet am kommenden Mittwoch um 19h mal wieder ein Zwitter vereinnahmender Vortrag statt (zumindest lässt die >>> offizielle Ankündigung deutlich darauf schliessen). Referentin ist Fabienne Imlinger, Promovendin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Beides sind Institutionen, an denen regelmässig wehrlose Zwitterkinder genitalverstümmelt werden.

Meine 2 Cent:

Wer die Leiden der Zwitter aufs Tapet bringt, nur um sie als Kanonenfutter zur "Dekonstruktion von Geschlecht" zu benutzen oder zur Kritik an "hegemonialen Strategien", und nicht gleichzeitig zumindest konkrete und gewichtige Beiträge leistet zum Kampf der Zwangsoperierten um Beendigung der auch vor euren eigenen Haustüren nach wie vor täglich begangenen kosmetischen Genitalverstümmelungen an Zwittern (allein in Deutschland wird JEDEN TAG mindestens ein wehrloses Zwitterkind genital zwangsoperiert – auch am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, auch an der Kinderchirurgischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München!) bzw. nicht konkret seinen Teil dazu beiträgt, die Zwangsoperateure endlich zur Rechenschaft zu ziehen, ist einE HeuchlerIn und macht sich zum/zur MittäterIn.

Zwitter und progressive LGB(T)s kritisieren diese Vereinnahmung schon lange.

Informiert euch und macht es künftig besser!

Siehe auch:
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung

Saturday 17 April 2010

Alice Dreger über pränatale Dexamethason-Zwangsbehandlungen und EthikerInnen als MittäterInnen

Menschenrechte auch für Zwitter!Die Bioethikerin Alice Dreger, zusammen mit Hilde Lindemann und Ellen Feder treibende Kraft hinter der US-Kampagne gegen pränatale Dexamethason-Zwangsbehandlungen, spannt in einem >>> lesenswerten persönlichen Blogpost (englisch) einen weiten Bogen: Ausgehend von den Suffragetten (FrauenrechtlerInnen, die in Amerika und England in einem über 40-jährigen Kampf das Frauenstimmrecht erstritten) über Rosa Parks (eine schwarze Frau, die sich 1955 weigerte, ihren für Weisse reservierten Busplatz freizugeben; das anschliessend gegen sie angestrengte Gerichtverfahren war ein Auslöser der schwarzen Bürgerrechtsbewegung), ihre Vorgängerin Claudette Colvin sowie das sog. Tuskegee Experiment (staatliches uneingewilligtes Menschenexperiment über unbehandelte Syphilis an 399 infizierten armen Schwarzen in Amerika 1932-1972, die auch nach der Entdeckung von Penicillin nicht behandelt, sondern lediglich weiter "studiert" wurden, und dessen öffentliches Bekanntwerden einen Skandal hervorrief, der das Experiment umgehend beendete und den Grundstein bildete zur Etablierung der heutigen US-Bioethik sowie der "US-Überwachungsstelle für medizinische Experimente mit Menschen") bis hin zu den (nicht nur in Amerika immer noch andauernden) experimentellen Dexamethason-Zwangsbehandlungen und den Widerständen gegen die aktuelle Kampagne dazu.

Dabei spart Alice Dreger auch nicht mit kritischen Beobachtungen über ihre eigene Zunft: So berichtet sie über die Schwierigkeiten, die ihr gemacht wurden, als sie zusammen mit Hilde Lindemann und Ellen Feder einen Artikel zum Thema pränatales Dexamethason veröffentlichte im Bioethics Forum (englisch) des angesehenen Hastings Center, einer "unabhängigen" Forschungsstiftung zu bioethischen Fragen – ganz im Gegensatz zu 25 anderen Artikeln, die Alice Dreger dort schon publizierte (allerdings zu theoretischen Fragestellungen ohne direkte konkrete Relevanz). Und wie ihr auch sonst Dritte hauptsächlich raten, doch besser mal ein paar Gänge runterzuschalten, als sie zusammen mit Hilde Lindemann und Ellen Feder eine Nachfolgekampagne gegen bekanntlich (ebenfalls nicht nur in Amerika) nach dem selben Muster unkontrolliert experimentierende Zwangsoperateure erwägt; stattdessen solle sie gescheiter "Konsensgespräche" mit den Zwangsoperateuren suchen.

(Phrasen, wie wir von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org sie ähnlich ebenfalls regelmässig zu hören bekommen, so z.B. von der XY-Elterngruppe anlässlich unserer öffentlichen Kritik einer Tagung von Medizynern des "Netzerk DSD/Intersexualität". Witzig ein Kommentar von Alice Dregers Mann Aron zum Thema "Konsensgespräche" mit Zwangsoperateuren: "Mit Chirurgen reden, die solche Dinge tun, ist wie mit der Taliban reden.")

Treffsicher auch Alice Dregers Bobachtungen zur Betriebsblindheit der BioethikerInnen, und wie sie dadurch schnell mal zu MittäterInnen werden können:

Aber Dex zwang mich, etwas unglaublich unangenehmes zu erkennen, nämlich, dass es bei der Bioethik nicht um soziale Gerechtigkeit geht. Es ist ein einziges, grosses Selbstbeschäftigungsspiel. In Tat und Wahrheit steht die Bioethik der sozialen Gerechtigkeit oft im Weg, indem sie die Öffentlichkeit glauben lässt, jemand würde tatsächlich etwas gegen Ungerechtigkeit in der Medizin tun. Indem sie öffentliche Gelder aufsaugt, die eigentlich dazu verwendet werden könnten, die Medizin sicherer zu machen für Menschen, die beim jetzigen Stand der Dinge durch sie gefährdet sind.

Die Wahrheit ist, die meisten BioethikerInnen wollen einfach durch den Tag kommen und ihre Karriere verfolgen, ohne dabei in irgendwelche realen ethischen Verwicklungen verstrickt zu werden. Sie wollen einfach tun, wofür sie belohnt werden: Publikationen verfassen und Forschungsbeiträge einstreichen um interessante Fragen stellen zu können.

Sie haben grosse Ähnlichkeit mit den Medizinern der Tuskegee Syphilis Studie: fleissig taten sie, wofür sie belohnt werden, und sammelten dabei Forschungsgelder und Publikationen. Die an der Tuskegee Studie beteiligten Mediziner wurden nicht belohnt für gesündere Ergebnisse. Und die BioethikerInnen werden nicht belohnt für ethischere Ergebnisse. Und Menschen sind Säugetiere. Sie tun, wofür sie belohnt werden.

Sie können sich sicherlich nicht vorstellen, sich über etwas aufzuregen, bei dem es nicht um ihre eigenen Identitäten geht.

Danke!

>>> http://www.alicedreger.com/Rosa.html

Siehe auch:
- USA: Weg weisende Kampagne gegen pränatale Dexamethason-Zwangsbehandlungen "auf Verdacht hin"
- Schweiz: Unkontrollierte Humanexperimente sollen weiterhin ungeregelt bleiben 
- "Netzwerk DSD"/"Euro DSD": Ethik-Empfehlungen als Feigenblatt für Zwangsoperateure 
- "Verunsicherung und Ängste": Reaktionen und Kommentare zur Kritik am "Netzwerk Intersexualität" / "Euro-DSD"
- USA: Seriengenitalverstümmler Prof. Dr. Dix Phillip Poppas von Ethikerinnen öffentlich geoutet

Saturday 3 April 2010

Claire Nihoul-Fékété & Stephen Lortat-Jacob: Zwangsoperateure in Frankreich ohne nennenswerten Widerstand

Ausgeliefert!Ostersonntag 4.4.10 19h zeigt das "Les Complices" in Zürich einen Film über "sechs transsexuelle, intersexuelle und genderqueere Menschen in Frankreich" mit anschliessender "Diskussion über inter- und transsexuelle Politiken in Frankreich und der Schweiz" (>>> mehr hier + Nachtrag am Schluss dieses Posts). Zur Einstimmung einige Hintergrundinfos:

Das Aushängeschild der Zwangsoperateure im Ursprungsland der Aufklärung und der modernen Menschenrechte heisst Prof. Claire Nihoul-Fékété, "Chefin pädiatrische viszerale Chirurgie im Necker Spital für kranke Kinder (Paris)".

Die offensichtlich unbeirrbare Serienverstümmlerin wehrloser Zwitterkinder mit Jahrzehnte langer Praxis brüstet sich – nebst in "wissenschaftlichen" Publikationen – in Frankreich auch in Interviews öffentlich ihrer medizynischen Verbrechen mit ungeschminkt menschenverachtender Arroganz, die sich in der Schweiz, aber auch in Deutschland oder Amerika wohl längst kein Medizyner mehr öffentlich zur Schau zu stellen getrauen würde.

Claire Nihoul-Fékété referierte auch schon in Deutschland, z.B. am Kongress der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie DGE vom 7.3.2001 in Magdeburg, wo sie neueste Verstümmelungstechniken präsentierte (siehe unten), was u.a. von Georg Klauda unter dem Untertitel "Ein blutiges Geschäft" unmissverständlich öffentlich kritisiert wurde (ein 2. Kongress am 24.3.2001 an der Charité Berlin konnte wegen einer Demonstration gar nur noch unter Polizeischutz stattfinden – das waren noch Zeiten!).

Wie die Serienverstümmlerin Prof. Annette Grüters-Kieslich, "Leiterin des Instituts für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin von der Charité in Berlin" und Verantwortliche des "Studienzentrum Berlin" im "Netzwerk Intersexualität/DSD" zudem anlässlich des "Fachgesprächs" der Grünen im Bundestag vom 27.5.2009 verriet, lassen sie Claire Nihoul-Fékété zwecks Genitalverstümmelung von "AGS-Mädchen" jeweils nach Berlin an die Charité einfliegen – ein Faktum, das meines Wissens nach sonst in keinen öffentlich zugänglichen Quellen je bekanntgemacht wurde. (Wen wundert's?)

Immerhin öffentlich zugänglich, aber trotzdem nur wenig bekannt ist Claire Nihoul-Fékétés Funktion im Beirat des "Netzwerk Intersexualität/DSD".

Der wohl als Fékétés Nachfolger positionierte Dr. Stephen Lortat-Jacob, Kinderchirurg im selben Kinderverstümmelungsetablissement "Necker Spital für kranke Kinder (Paris)", profiliert sich mit vergleichbar menschenverachtenden Parolen.

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!

Bisher konten diese überdurchschnittlich üblen Seriengenitalabschneider in Frankreich ihr Unwesen offensichtlich praktisch unbehelligt treiben. Zwar gibt es mittlerweile eine gute Handvoll organisierte Zwitter, die z.T laut Eigendarstellung "für die Menschenrechte der Intersexuellen kämpfen".

Bis heute scheint sich dieser "Kampf" aber offenbar darauf zu beschränken, sporadisch ein paar kritische öffentliche Worte zu genitalen Zwangsoperationen im allgemeinen äussern, oder im Extremfall gar einen Leserbrief zu verfassen gegen besonders unverfrorene Diffamierungen von "Madame Fékété". Zu konkreten Kampagnen scheint es jedoch kaum gereicht zu haben, geschweige denn zu politischen und/oder juristischen Vorstössen.

Und ist ausnahmsweise trotzdem mal irgendeine konkrete Aktion verlinkt, so geht es dabei entweder um "Intersexuelle" bloss dem Namen nach, praktisch aber ausschliesslich Anliegen von Transsexuellen/Transgendern und/oder abstrakt gegen das böse "Zweigeschlechtersystem" (so übrigens auch zumindest im Trailer zum Film im "Les Complices") – oder aber es handelt sich (Überraschung!) um eine Demo von Zwischengeschlecht.org, die womöglich kurzerhand annektiert wird.

Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt ...

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Nachfolgend einige aktuelle Kostproben der offensichtlich ethisch, moralisch und menschlich gestörten SeriengenitalverstümmlerInnen Prof. Claire Nihoul-Fékété und Dr. Stephen Lortat-Jacob (WARNUNG!), gefolgt vom einigen Beispielen zum "Kampf um die Menschenrechte der Intersexuellen" in Frankreich:

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Sunday 31 January 2010

"Tag der seltenen Krankheiten"-Symposium 26.2.10 Hannover: Wem der Schuh passt ...

Solidarität mit Zwittern statt Vereinnahmung!

Am 28. Februar ist scheints der offizielle "Rare Disease Day" ("Tag der seltenen Erkrankungen"). Dazu gibt's 2 Tage zuvor am 26.2. in der Medizinischen Hochschule Hannover ein Symposium, veranstaltet von Orphanet Deutschland / Institut für Humangenetik. Der >>> Flyer dazu (PDF) wurde auch von der Selbsthilfegruppe XY-Frauen kommentarlos rundgemailt, wohl wegen folgendem Programmpunkt (in der üblichen, scheinbar gottgegeben Reihenfolge):

16.10 –16.30 Uhr
Transidentität und Intersexualität aus Sicht der Patienten
Andrea T. Ottmer (Dt. Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. [DGTI]) 

Wem der Schuh passt ...

Saturday 30 January 2010

Georg Klauda über Knut Werner-Rosen ("Netzwerk DSD/Intersexualität") und Psychologen als Windfahnen

Menschenrechte auch für Zwitter!

In einem >>> Vortrag vom 5.6.2002 an der Freien Universität Berlin zum Themenabend "Medizin und Verbrechen" im Rahmen der Reihe >>> "Beiträge zur Biotechnologie- und Medizinkritik" kritisierte Georg Klauda explizit den Berliner Psychotherapeuten und heutiges "Netzwerk DSD"-Mitglied Knut Werner-Rosen.

Knut Werner-Rosen fungiert seit längerem als öffentliches Aushängeschild des sog. "Berliner Modells", dass nebst der (offensichtlich nach wie vor als vorrangig betrachteten) endokrinologischen und chirurgischen "Betreuung" von Anfang an auch psychologischen Support für Eltern und zwischengeschlechtliche Kinder vorsieht – prinzipiell erstmal etwas Positives.

Dennoch geriet und gerät Knut Werner-Rosen immer wieder in die (berechtigte) Kritik von Zwittern und solidarischen Nicht-Zwittern, da auch er offensichtlich prinzipell zuerst mal auf seiner eigenen Seite steht und, wo es aus der Perspektive seines Einkommens vorteilhafter erscheint, als Opportunist auch Zwangsoperationen befürwortet und mitträgt und sich so zum Mittäter macht.

Nachfolgend die Werner-Rosen betreffenden Abschnitte aus Georg Klaudas auch sonst lesenswertem Vortrag:

[...] Als repräsentativ [für die Psychiatrisierung der Hermaphroditen] kann dabei auch das Auftreten des Psychotherapeuten Knut Werner-Rosen bei einem Fachgespräch der grünen Bundestagsfraktion zur "Situation intersexueller Menschen" gelten, das am 27. Februar diesen Jahres stattfand. Seit einigen Jahren arbeitet der Seelenklempner Werner-Rosen mit der Serienverstümmlerin Prof. Annette Grütters an der Virchow-Klinik zusammen. Seine Aufgabe besteht darin, den Eltern des verstümmelten Kindes eine Gehirnwäsche zu verpassen: Sie sollen die Behandlung und das neue Geschlecht ihres Kindes unter keinen Umständen in Zweifel ziehen. Trotzdem interessierte sich Werner-Rosen auf dem Fachgespräch nicht im geringsten für die Frage, ob medizinische Eingriffe nun notwendig seien oder nicht. Vielmehr ging es ihm an diesem Tag allein darum, die psychotherapeutische Behandlung künftig regulär bei den Krankenkassen abrechnen zu können, ob mit oder ohne Verstümmelung.

Das Thema seines Vortrags "Kann die Gesellschaft Intersexualität verkraften?" begann er deshalb mit dem ungeheuerlichen Satz, das Verkraften beginne ja schon damit, dass er durch die Teilnahme an diesem Fachgespräch auf 300 Euro Honorar verzichte. Kein Zweifel: So jemand wie Werner-Rosen wird auch nach der Abschaffung der Zwangsverstümmelungen an Hermaphroditen sein Geschäft machen.

Verquere Verbindungen

Werner-Rosen steht dabei in Verbindung zu dem Studiengang Gender Studies an der Humboldt-Universität Berlin, an dessen Praxistag er den Studierenden sein Berufsfeld vorstellte. Unübersehbar gibt es auch sonst eine enge Zusammenarbeit zwischen den hauptamtlichen Gender-DekonstrukteurInnen in der Sexualmedizin und der nicht minder professionalisierten Variante derselben Spezies in den Kulturwissenschaften. Beide Sparten des Betriebs sind nicht nur in einem Studiengang vereinigt, sondern stützen sich auch inhaltlich gleichermaßen auf radikalkonstruktivistische Prämissen, nämlich auf die Behauptung, dass Menschen bei Geburt ein "unbeschriebenes Blatt" seien, denen man nach Belieben und chirurgischer Machbarkeit eine Männer- oder Frauenrolle zuweisen könne. [...]

Weitere von Georg Klauda im vorliegenden Vortrag angeschnittene Themen sind die entwürdigende Praxis der wiederholten medizinischen Zurschaustellung von Zwitterkindern inkl. Genitalaufnahmen; wie mit dem bundesfinanzierten "Netzwerk DSD/Intersexualität" der Bock zum Gärtner gemacht wurde, indem ausgerechnet die Zwangsoperateure & Co. zum Beurteilen (bzw. Vertuschen) der von ihnen angerichteten Schäden hinzugezogen wurden; das Positivbeispiel der geläuterten Medizinerin Prof. Ursula Kuhnle; das Negativbeispiel Heino Meyer-Bahlburg; die u.a. von Prof. Helmuth-Günther Dörr propagierten unethischen pränatalen Dexamethason-Therapien und ihre Nebenwirkungen; und "warum alle zuschauen, während in den Kliniken vergewaltigt, verstümmelt und gefoltert wird", u.a.m.

>>> Ganzer Vortrag    >>> Georg Klauda über Instrumentalisierung 

Monday 25 January 2010

Zwangsoperationen an Zwittern: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Meine 2 Cent:

1) Die Kinderchirurgen führen das Skalpell, sie verursachen die Schäden unmittelbar und persönlich.

Auch wenn sie dies möglicherweise guten Glaubens tun, stehen sie trotzdem in der Verantwortung, erst recht, wenn die Eingriffe seit langem experimentell erfolgen, d.h. ohne dass je klinisch getestet wurde, ob sie für die Operierten überhaupt eine Verbesserung bringen, und wie es mit den Nebenwirkungen ausschaut. Und nochmals erst recht, wenn schon so viele Fälle unzufriedener Erwachsener publik sind, auch in offiziellen Studien.

Da sie zumeist Kleinkinder zwangsoperieren, schützen die Verjährungsfristen die Zwangsoperateure perfiderweise meist vor gerichtlicher Verfolgung. Schon viele betrogenen Eltern und erwachsene geschädigte Zwitter haben versucht, einen Zwangsoperateur vor Gericht zu bringen – erfolglos. Erst 2007 gelang es Christiane Völling als erster – und immer noch einziger! –  praktisch in letzter Minute vor Eintritt  der absoluten Verjährung ihren früheren Chirurgen anzuzeigen und ihn in einem dreijährigen Verfahren über zwei Instanzen erfolgreich auf 100'000.-- Euro Schmerzensgeld zu verklagen. Wäre Christiane wie die meisten Zwitter schon als Kleinkind operiert worden, wäre auch ihr Zwangsoperateur ungestraft davongekommen.

Chirurgen, die jahrzehntelang Zwitter systematisch zwangsoperieren, ohne jegliche Evidenz, auch nach über 50 Jahren noch, ja, ohne sich überhaupt je glaubwürdig um Evidenz zu bemühen, sind offensichtlich gewissenlose Serientäter, sowohl als Individuen wie auch als Kaste, und gehören gerichtlich bestraft, solange sie noch weiter wehrlose Kinder zwangsoperieren statt aktiv zur Wiedergutmachung beizutragen.

2) Die Endokrinologen liefern die Vorgaben für die Zwangsoperateure.

Obwohl sie sich selber die Finger nur mittelbar schmutzig machen, pfeifen auch sie seit über 50 Jahren auf jegliche Evidenz, genau gleich wie die Zwangsoperateure, mit denen sie ebensolange eng zusammenarbeiten. Die Endokrinologen sind deshalb als Individuen wie auch als Kaste genau gleich offensichtlich gewissenlose Serientäter, und gehören genau gleich gerichtlich bestraft, solange sie noch weiter wehrlose Kinder zwangsoperieren lassen statt aktiv zur Wiedergutmachung beizutragen.

Leider konnte bisher noch kein einziger Endokrinologe gerichtlich belangt werden (auch bei Christiane Völlings Prozess konnte wegen Verjährung ausser dem Chirurgen niemand mehr belangt werden).

3) Psychologen und Psychiater sind meist erstmal vergleichsweise nur am Rande an den Zwangsoperationen mitbeteiligt.

In den meisten mir bekannten Fällen ziehe ich einen Psychologen oder Psychiater unbedingt vor, wenn's um die Behandlung von jungen Zwittern und ihren Eltern geht: Ihr Gehalt ist (im Gegensatz zu den Kinderchirurgen und den Endokriniologen) nicht zwingend davon abhängig, ob das Kleine auch möglichst bald zwangsoperiert wird. Wohl kaum zufällig kommen zumindest ansatzweise solidarische Stimmen, sofern es sowas unter praktizierenden Medizinern überhaupt gibt, noch am ehesten aus den Reihen der Psychologen und Psychiater.

Allerdings gilt sinngemäss auch das Umgekehrte, nämlich dass für Psychologen und Psychiater eine Zwangsoperation ebenfalls nicht zwingend finanziell unattraktiv ist. Wohl kaum zufällig wird mehreren seit längerem vorgeworfen, Windfahnen zu sein, und den Psychologen und Psychiatern als Kaste, seit mehr als 50 Jahren je nach politischer Grosswetterlage immer mal wieder den Endokrinologen und Zwangsoperateuren zuzuarbeiten.

(Womöglich ein und dieselben Personen, die vorher noch Verständnis für die Leiden der Zwangsoperierten zeigten, und ev. auch später wieder zeigen wird – und manche Zwitter, die sich hüten würden, auf einen offensichtliche Kollegen der Zwangoperateure und Endokrinologen hereinzufallen, kriechen solchen Windfahnen trotzdem immer wieder auf den Leim).

Von Fall zu Fall müssen Psychiater und Psychologen wo nötig jedesmal zur Rechenschaft gezogen werden – moralisch, öffentlich und wo nötig auch gerichtlich, und als Kaste haben sie ebenfalls einen Teil zur Wiedergutmachung beizutragen.

Bisher wurde leider noch nie ein fehlbarer Psychologe oder Psychiater angeklagt, obwohl es auch unter ihnen offensichtlich gewissenlose Serientäter gibt – vor Gericht gehen sie im Gegenteil noch als "Sachverständige" ein- und aus, wobei sie oft gar Zwangsoperierten zum Schaden noch den Spott nachliefern.

4) Die Politiker hätten in Europa als Verantwortliche für Spitäler usw. erst recht die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die (ansonsten autonome) Ärztezunft sich an übergeordnete Spielregeln hält wie z.B. Verfassung, Menschenrechte, ratifizierte (UN-)Abkommen und -Pakte zum Schutze der Kinder, benachteiligter Geschlechter, usw. Hierbei haben sie seit Jahrzehnten schmählich versagt.

Schlimmer noch, jedesmal wenn die Leiden der Opfer vor ihnen laut wurden, hielten sie zuerst ihre Ohren zu und mehrten anschliessend die Leiden gar noch mit Spott und Medizynersprüchen.

Auch wenn angesichts dessen, womit speziell Politiker sonst noch allem straflos davonkommen, hier wohl am wenigsten Hoffnung auf Erfolg besteht, die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen: auch die Politiker sind sowohl als Individuen wie auch als Kaste gewissenlose Serientäter gehören für ihr alles andere als unerhebliches Verschulden zur Rechenschaft gezogen und bestraft, und der Staat als Brötchengeber der Zwangsoperateure & Co. hat einen angemessenen Teil an Wiedergutmachung zu leisten.

5) Eltern, die ihre Kinder zwangsoperieren lassen, sind in der Regel erst selbst mal Opfer der Zwangsoperateure & Konsorten. Die erst hinterher erfahren, dass sie belogen wurden, oder dass ihnen zumindest nicht die ganze Wahrheit erzählt wurde.

Wohl die meisten Eltern, wenn sie von Anfang an wüssten, was sie ihren Kindern letztlich antun, hätten es nie so weit kommen lassen, und hätten heute ein besseres Verhältnis zu ihren Kindern. So viele Eltern werden sich erst hinterher bewusst, worin genau sie da letztlich "einwilligten", und bereuen es hinterher ehrlich.

Doch es gibt auch Ausnahmen – wie z.B. diejenigen Eltern, die erst vor kurzem ihr erst wenige Monate altes Kind unbedingt kastrieren lassen wollen, obwohl noch nicht mal eine Diagnose feststand, und als das erste Spital sich gar weigerte, suchten sie einfach eines mit weniger Skrupeln und liessen dort ihr Kind kastrieren noch bevor es ein Jahr alt war.

Solchen und anderen verantwortungslosen Eltern gehört eindringlich ins Gewissen geredet (und nicht einfach weggeschaut wie es mitunter in Selbsthilfegruppen geschieht), über die Existenz solcher Fälle muss öffentlich aufgeklärt und unmissverständlich daran Kritik geübt werden. Ansonsten brauchen aber auch diese Eltern erstmal Hilfe. Stellen sie sich aber taub und zwingen trotzdem ihrem Kind unbeirrbar weitere Zwangseingriffe auf, werden auch sie zu Wiederholungstätern.

Zur Rechenschaft gezogen gehören jedoch auch hier zunächst mal all die gewissenlosen Serientäter, die verzweifelten Eltern immer noch als Lösung anbieten, ihr eigenes Kind verstümmeln zu lassen.

NB: Diese Liste ist nicht vollständig ...

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken - eine Genealogie der TäterInnen

Thursday 21 January 2010

IOC-Chefmedizyner Arne Ljungqvist: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"

IOC-Protest, Lausanne, Nov. 19, 2009 (Photo: Ärger)

>>> IOC/IAAF/FIFA: Mandatory Gender Tests, Surgery for Intersexed Athletes

>>> "Hermaphrodites" in sports: IOC and IAAF deny responsibility

>>> Open Letter to IOC      >>> Background Report      >>> Stop Genital Surgery

IOC IAAF: Stop Intersex Discrimination!

Nachtrag: Bitte unterschreibt die Petition an das IOC! 

Mittlerweile sind 2 englische Berichte online über das berüchtigte IOC-Medizyner-Symposium in Miami, bei dem auch der Athletikweltverband IAAF und der Fussballweltverband FIFA teilnahmen:
>>> IOC recommends gender-test centers (AP-Meldung)
>>> IOC Panel Calls for Treatment in Sex Ambiguity Cases (New York Times u.a.m.)

Beide Berichte scheinen Befürchtungen zu bestätigen, dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ginge es vor allem darum, zwischengeschlechtlichen Athletinnen GenitalOPs und Hormonbehandlungen aufzuzwingen, weil sie sonst prinzipiell disqualifiziert würden – egal, ob sie durch ihre Besonderheit gegenüber "normalen" Frauen Wettbewerbsvorteile haben oder nicht.

Ein Zitat von IOC-Chefmedizyner Arne Ljungqvist aus der AP-Meldung spricht diesbezüglich Bände:

Unter den zentralen Schlussfolgerungen befindet sich ein Vorschlag, Gesundheitszentren einzurichten, worin Experten Atheletinnen mit "Störungen der Geschlechtsentwicklung" diagnostizieren und behandeln würden. In den meisten Fällen, sagte Ljungqvist, würden diese Behandlung benötigen wie Operationen und Hormontherapie.

"Wir können nicht erwarten, dass Sportverbände in jedem Land über die dazu nötige Expertise verfügen", sagte Ljungqvist am Telefon. "Dies ist nicht möglich. Deshalb empfehlen wir Zentren an strategischen Orten, wohin Fälle wenn nötig überwiesen werden können. Die Experten müssen dann entscheiden, was mit jedem einzelnen Fall getan werden muss. [...]"

Weiter plant das IOC laut AP offenbar allgemeine "Geschlechtstests" für weibliche Athletinnen quasi durch die Hintertüre wieder einzuführen:

Die Delegierten erwähnten weiter den möglichen Nutzen von "Vor-Teilnahme Gesundheitsuntersuchungen" für aufstrebende Athletinnen. Ljungqvist sagte, einige Länder, darunter Italien, verlangten von Athletinnen, sich medizinischen Checks zu unterziehen, bevor sie zu Wettbewerben zugelassen werden.

"Wir betonten, dass diese Voruntersuchungen ein sehr wichtiges und nützliches Instrument sein könnten, um Athletinnen mit diesen Störungen zu identifizieren", sagte er.

Das IOC wolle sich nun laut AP mit seinen Rechtsanwälten beraten sowie mit der IOC-Athletenkommission, um dann in einem nächsten Schritt verbindliche Richtlinien zu formulieren.

Im NYT-Artikel kommen einige weitere "ExpertInnen" zu Wort. Auch hier ist der Tenor ziemlich niederschmetternd. Bezeichend, dass von den Medizynern scheinheilig betont wird, zwischengeschlechtliche Menschen seien per se behandlungsbedürftig – obwohl dies nur in Ausnahmefällen zutrifft:

Teilnemende des Panels sagten, ihre Sorge betreffe die Verantwortlichkeit der Sportverbände für Athletinnen mit medizinischen Störungen. Die Gesundheit von Athletinnen könne gefährdet sein, wenn ihre Störungen nicht diagnostiziert und behandelt würden, sagten sie.

Am vielsagendsten sind die Zitate von Genetikerin und Pädiaterin Maria I. New von der "Mount Sinai School of Medicine" in New York, Co-Direktorin der "2nd World Conference Hormonal and Genetic Basis of sexual Differentiation Disorders and Hot topics in endocrinology", an welche sich das IOC-Symposium angehängt hatte:

"Diejenigen, welche in die Behandlung einwilligen, werden eine Starterlaubnis erhalten", sagte Dr. Maria New, eine Panelteilnehmerin. "Diejenigen, die eine Behandlung auf einer Fall-zu-Fall-Basis verweigern, werden keine Starterlaubnis erhalten."

Die Medizinerin Maria New wird weiter zitiert, am Symposium seien entgegen der offiziellen Verlautbarung von IOC-Chefmedizyner Ljungqvist bereits konkretere Pläne gewälzt worden:

Sportverbände würden Fotografien von Athletinnen zu Experinnen wie sie selbst übermitteln. Wenn der Experte denke, die Athletin hätte möglicherweise eine Störung der sexuellen Entwicklung, würde der Experte weitere Tests anordnen und eine Behandlung vorschlagen.

"Dies ist eine grundlegende Veränderung im Vergleich zu was wir heute tun", sagte New.

Dass es sich bei diesen "Fotografien" wohl kaum um Portraitaufnahmen und dergleichen handelt, sondern vielmehr vor allem um erniedrigende Genitalaufnahmen, wie sie von Medizynern seit jeher gerne im Überfluss von zwischengeschlechtlichen Menschen hergestellt werden ohne Rücksicht auf ethische oder menschenrechtliche Bedenken, und über welche sich auch Caster Semenya im Anschluss an ihre "Geschlechtstests" bitter beklagte, liegt auf der Hand.

Ebenso, dass die Medizyner wie gehabt vor allem ihr eigenes (finanzielles) Wohlergehen im Auge haben werden, was die "vorgeschlagenen Therapien" betrifft, die von zwischengeschlechtlichen Menschen schon lange als "medizinische Folter" und "Zwangstranssexualisierung" beschrieben werden.

Das Einzige, was diese kommende Katastrophe für zwischengeschlechtliche Athletinnen, die wohlbemerkt gegenüber "normalen" Frauen vielfach keinerlei illegitime Wettbewerbsvorteile haben, noch aufhalten bzw. wieder rückgängig machen könnte, wären wohl einerseits saftige Strafklagen gegen die unmenschlichen Sportverbände, sowie massive öffentliche Entrüstung, wie sie früher schon die allgemein obligatorischen "Geschlechtstests" für weibliche Athletinnen zu Fall brachten. Beide Möglichkeiten scheinen jedoch aktuell leider nicht besonders realistisch ...

Nachtrag: Bitte unterschreibt die Petition an das IOC!

>>> Zwitter im Sport: IOC und IAAF leugnen Verantwortung

>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Wednesday 6 January 2010

Diskriminierung von Zwittern im Sport: IOC streitet Verantwortung ab und schliesst Betroffene aus

>>> Open Letter to IOC      >>> IOC Protest 19.11.09      >>> Background Report

Nachtrag 2: Bitte unterschreibt die Petition an das IOC!

IOC IAAF: Stop Intersex Discrimination!>>> Zwitter im Sport: IOC leugnet Verantwortung

Bei einem Protest vor dem Hauptsitz des Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne forderte die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org am 19. November 2009 in einem Offenen Brief (englisch) die Verantwortlichen dazu auf,

a) sich allgemein für eine faire Behandlung "intersexueller" Sportlerinnen einzusetzen, und speziell für die von der IOC-Partnerorganisation Olympic Council of Asia (OCA) diskriminierte und massiv geschädigte indische Athletin Santhi Soundarajan, sowie

b) am kommenden IOC-Medizyner-Symposium (englisch) zur Neuregelung der Teilnahme "intersexueller" Athletinnen vom 15.-17. Januar 2010 in Miami Beach (Florida) nicht nur Medizyner zu berücksichtigen, sondern in angemessener Weise auch die "Betroffenen" und ihre Organisationen. 

(Am Medizynerkongress "2nd World Conference Hormonal and Genetic Basis of sexual Differentiation Disorders and Hot topics in endocrinology" (PDF) , bei dem das IOC-Symposium sich anhängt, sind nebst diversen Endokrinologen und Pädiatern u.a. vertreten: Heino Meyer-Bahlburg, Ken Zucker, der Kinderchirurg Rinus Wiersma (Durban, Südafrika), sowie aus dem Inselspital Bern die Kinderendokrinologin Christa Flück. Am Symposium ist auch der Athletik-Weltverband IAAF beteiligt.)

Mittlerweile liegt die – ernüchternde – Antwort im Namen des Büros von IOC-Chef Jacques Rogge vor:

Das IOC streitet darin rundwegs jegliche Verantwortung ab, geht auf die Fragen und Anliegen von Zwischengeschlecht.org gar nicht erst ein und erwähnt dafür Punkte, die im Offenen Brief gar nicht vorkamen.

Nach Beteuerungen, dem IOC sei "der Schutz der Privatsphäre von Athletinnen von allergrösster Wichtigkeit" (zur olympischen Praxis vgl. dazu den Fall von Santhi Soundarajan), verweist das IOC auf seine (auch vom Weltathletikverband IAAF benutzten und im Offenen Brief kritisierten) "Richtlinien bei Geschlechtsumwandlung" ("Statement of the Stockholm consensus on sex reassignment in sports" (PDF) / "Explanatory note to the recommendation on sex reassignment and sports" (PDF)). Nur schon der Titel verrät, dass Zwitter dabei offensichtlich nicht konsultiert wurden ...

Weiter streitet das IOC jegliche Verantwortung ab für die "Fälle" von "Caster Semanya" [sic!] und Santhi Soundarajan. (Caster Semenya war im Offenen Brief gar nicht erwähnt, da in diesem Fall tatsächlich der Athletikweltverband IAAF federführend ist, der allerdings ebenfalls das IOC-"Consensus Statement" verwendet. Bezüglich Santhi Soundarajan wurde das IOC im Offenen Brief ausdrücklich lediglich gebeten, bei seiner Unterorganisation Olympic Council of Asia (OCA) ein gutes Wort für die massiv geschädigte Athletin einzulegen.) Auf die Bitte, alle IOC-Teil- und -Unterorganisationen allgemein zu Fairness und Diskretion anzuhalten im Umgang mit zwischengeschlechtlichen (und als solchen verdächtigten) Sportlerinnen – auf diesen Punkt geht das Antwortschreiben des IOC gar nicht erst ein.

Zuletzt verweist das IOC auf das kommende Medizyner-"Symposium nächsten Januar" (siehe oben), dessen "Resultate veröffentlicht werden". – Die im Offenen Brief vorgebrachte Kritik, dass dort einmal mehr lediglich Medizyner konsultiert und die Betroffenen und Ihre Organisationen ausgeschlossen bleiben, ignoriert das Antwortschreiben des IOC ebenso.

"IOC IAAF: Wann werdet ihr es lernen?"

Kommentar: Offensichtlich braucht es erst weitere "Debakel" um als Zwitter verdächtigte, diskriminierte und massiv geschädigte Athletinnen, bevor sowohl IOC wie auch IAAF endlich aufwachen und ihre Verantwortung wahrnehmen – und vor allem braucht es wohl zuerst saftige Klagen sowie öffentlichen und politischen Druck. Bis dahin werden die Verantwortlichen wohl weiter das Gefühl haben, mit Zwittern (und als solche Verdächtigten) könnten sie umspringen, wie es ihnen gerade so passt ...

Nachtrag: Zwitter im Sport: IOC leugnet Verantwortung

Nachtrag 2: Bitte unterschreibt die Petition an das IOC!

Siehe auch:
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Gerechtigkeit für Santhi Soundarajan!  
- Intersex Protest @ IOC 19.11.09 – Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images 
- "Lausanne: Les hermaphrodites suisses s’attaquent au CIO" - 20min.ch 17.11.09

>>> Report on Discrimination of Hermaphrodites in Sports
>>>
Open Letter to IOC Chief Jacques Rogge demanding Justice for Santhi

SPD: Zwitter vereinnahmender Gesetzesentwurf eingereicht

Solidarität mit Zwittern statt Vereinnahmung!Wie in diesem Blog schon am 4.12.09 berichtet, plante die SPD (nach der Niederlage der Standesinitiative für die Aufnahme von "sexuelle Identität" ins Grundgesetz) im Windschatten der Grünen die Einreichung eines Gesetzesentwurfs im Bundestag. Laut einer gestrigen Bundestags-Pressemeldung wurde dieser unter Drucks. 17/254 (PDF) nun eingereicht.

Wie bereits berichtet, sind "Intersexuelle" dabei einmal mehr lediglich "mitgemeint" als obligates Schlusslicht. Sprich, während das Kleingedruckte im Gesetzesentwurf ausschliesslich auf Schwule und Lesben ausgerichtet ist, werden "Intersexuelle" als blosse Worthülse hinter LGBT "angehängt". Das gravierende Menschrechtsproblem der nur die Zwitter betreffenden genitalen Zwangsoperationen (Allein in Deutschland wird JEDEN TAG ein wehrloses kleines Zwitterkind genitalverstümmelt!) bleibt unerwähnt – und wird im Gegenteil noch krass verharmlost durch von den Grünen abgeschriebene Wendungen wie:

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen sind in unserer Gesellschaft auch heute noch Anfeindungen,  gewaltsamen Übergriffen und Benachteiligungen ausgesetzt. [...] Ein Umschlag des gesellschaftlichen Klimas gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, transsexuellen und intersexuellen Menschen ist derzeit zwar nicht zu befürchten.

Die Medizyner freuts ...

Die SPD, die (wie auch die Grünen) bisher NOCH NIE einen konkreten politischen Vorstoss zu Gunsten von Zwittern unternahm, reiht sich damit definitiv ein unter die MittäterInnen.

Würden von den versammelten VereinnahmerInnen in SPD und Grünen nur schon ein paar wenige mal an den eigenen Geschlechtsteilen etwas genital zwangsoperiert, hätten sie bestimmt ziemlich schnell andere Parolen – wetten?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Saturday 2 January 2010

Dr. Magnus Hirschfeld führt genitale Zwangsoperation an Zwitter durch (Rosa von Praunheim: "Der Einstein des Sex")

Lohn für eine Intersex-Genitalverstümmelung – und Grundstock
für Hirschfelds "Institut für Sexualwissenschaft".

In seiner Filmbiographie über den Begründer der Sexologie sowie der modernen Schwulenbewegung unter dem Titel "Der Einstein des Sex. Leben und Werk des Dr. Magnus Hirschfeld" (1999) füllte Rosa von Praunheim Lücken in der Biographie von Magnus Hirschfeld mit fiktiven Passagen auf.

Eine dieser Lücken betrifft die Herkunft der Geldmittel für das von Hirschfeld 1919 begründete "Institut für Sexualwissenschaft". Statt die wohl wahrscheinlichere, allerdings weniger filmogene These von einem anonym bleiben wollenden schwerreichen, aristokratischen Schwulen als Geldgeber zu inszenieren, verfiel Rosa von Praunheim auf einen dramaturgischen Kniff, der ein grelles Schlaglicht wirft auf den allzuoft von krasser Vereinnahmung geprägten Umgang der Schwulenbewegungen mit den Zwittern: In "Der Einstein des Sex" ist der Grundstock für das "Institut für Sexualforschung" eine mit Edelsteinen gefüllte Schatztruhe, die Magnus Hirschfeld von einer orientalischen Familie erhält – als Honorar für eine von Hirschfeld an ihrer "Tochter" durchgeführte genitale Zwangsoperation!

Da Hirschfeld, der "Vater der modernen Schwulenbewegung", und sein "Institut für Sexualwissenschaft" als Fundament der Sexologie wie auch der wissenschaftlichen Gendertheorie angesprochen werden können, hat Filmemacher Rosa von Praunheim (wohl ohne es zu wollen) zugleich ein treffendes Bild geschaffen für die Vereinnahmung der Zwitter durch ebendiese Bewegungen – ihr finanzieller Grundstock ist in Praunheims filmischem Hirschfeld-Denkmal ein blutiges medizinisches Verbrechen an einem wehrlosen Zwitter!

Obwohl "Der Einstein des Sex" mittlerweile 10 Jahre auf dem Buckel hat, wurde dieses ebenso empörende wie vielsagende "Detail" meines Wissens nach ausser auf diesem Blog bisher noch nirgends kritisiert oder nur schon hinterfragt (im Gegensatz etwa zu Hirschfelds – auch im Film unterschlageneneugenischen Verstrickungen und seiner Mitgliedschaft in der "Gesellschaft für Rassenhygiene") und fehlt auch im Wikipedia-Eintrag zum Film.

Was wohl einiges über das Selbstverständnis sowohl der Schwulen- wie auch der Zwitterbewegung aussagt ...

Ebenfalls passend: 2002 verlieh die "Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS)" ihre seit 1990 vergebene "Magnus-Hirschfeld-Medaille" in der "Kategorie Sexualwissenschaft" an – ausgerechnet einem der wohl grössten Medizyner-Verbrecher der Nachkriegszeit, John Money!

Zwischengeschlecht.org fordert alle fortschrittlichen Schwulen, Lesben, FeministInnen, LGBTs und ihre Organisationen und Verbände einmal mehr dazu auf, endlich ihre Geschichte kritisch aufzuarbeiten in Bezug auf Mitbeteiligung an / stillschweigende Duldung von medizynischen Menschenrechtsverbrechen an Zwittern!

Siehe auch:
- Ulrichs-Krafft-Ebing-Hirschfeld-Money-Butler-"hirnorganische Intersexualität" 
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung 
- Die Rede von der "psychischen Intersexualität" 

Nachfolgend ein Überblick zur Darstellung von 'Hirschfelds Sündenfall' in "Der Einstein des Sex. Leben und Werk des Dr. Magnus von Hirschfeld":

Über weite Strecken klagt Magnus Hirschfeld in Rosa von Praunheims Film, dass er Geld brauche für sein geplantes "Institut für Sexualwissenschaft", er habe da auch schon eine Villa am Tiergarten in Aussicht, für die er bereits eine Anzahlung geleistet habe, er müsse aber nun den ganzen Betrag innert 3 Monaten auftreiben können. Nach einem neuen Rückschlag (eine Tante hatte das Erbe von Hirschfelds Onkel, der "die Wissenschaft" fördern wollte, bereits dem Zoo vermacht – "Für die Rhinozerosse!", wie Hirschfeld entgeistert ausruft), wird Hirschfeld bei Laufzeit 1:02:01 überraschend aufgefordert, er soll "sofort ins Hotel Adlon kommen. Es ist ganz dringend!"

In der nächsten Szene wird Hirschfeld in ein luxuriöses Hotelzimmer hereingebeten:

Eine ältere Frau, wohl die Mutter des angstvoll daliegenden "Patienten", redet in einer Fremdsprache ununterbrochen auf Hirschfeld ein.

Nebst dem wohlbeleibten Leibwächter sind weiter 2 junge Männer zusätzlich anwesend, einer liefert schliesslich eine 1-Wort-Übersetzung der Erklärungen der Frau: "Hermaphrodit!" Hirschfeld meint darauf, "Hm, interessant", und beginnt sogleich mit einer Untersuchung des "Patienten":

"Tatsächlich, ein Hermaphrodit. Sie hat beide Geschlechter", verkündet Hirschfeld schliesslich. "Was soll ich jetzt tun"?

"Operieren! Operation!", fordert darauf der junge Mann bestimmt. "Sie sind doch der einzige!" 

Der "Patient" liegt dabei die ganze Zeit und bis zum Schluss passiv und mit veränstigtem Blick da.

Während Hirschfeld im Film sonst fürsorglich auf seine PatientInnen eingeht, lässt er hier jegliche Empathie vermissen.

Trotzdem wehrt Hirschfeld das Ansinnen zunächst ab: "Na, das kommt doch überhaupt nicht in ... ein solcher Eingriff ... nein, nein, das kommt nicht in Frage!"

Doch die Frau lässt nicht locker, und als Dr. Hirschfeld schliesslich das juwelengefüllte Schatzkästchen unter der Nase hat (siehe oben), ändert er seine Meinung rasch: "Geben Sie mir eine Woche Bedenkzeit. Ich muss erst zu einer Vortragsreise nach München."

In der nächsten Szene präsentiert Hirschfeld in München seine Theorie der "Sexuellen Zwischenstufen" – ein in etwa mit der heutigen LGBT-etc-Buchstabensuppe deckungsgleicher Oberbegriff, Zwitter sind auch in Hirschfelds Vortrag lediglich "mitgemeint". Vor allem Transgender und BefürworterInnen der Abschaffung des biologischen Geschlechts dürften sich auch sonst mit dieser Darstellung der Hirschfeldschen Thesen spontan identifizieren.

Der Vortrag ist überschattet von antisemitsch-nazistischen Mini-Protesten einzelner Zuhörer. Schlimmer noch, auf dem Weg ins Hotel wird Hirschfeld von 3 Männern überfallen und zusammengeschlagen. Ein junger, glühenden Verehrer vom Vortrag (später Hirschfelds Geliebter) kommt ihm zu Hilfe, wird jedoch ebenfalls malträtiert.

Im Spital meint Hirschfeld darauf: "Ich muss dringendst nach Berlin zurück. Ich habe nämlich einen Operationstermin."

Die nächste Szene (1:07:30) beginnt damit, wie Hirschfeld die "Patientin" mit Äther betäubt:

WARNUNG!!! Die nun folgenden Bilder enthalten teils grafische Szenen einer genitalen Zwangsoperation, ausgeführt von Dr. Magnus Hirschfeld an einem wehrlosen "Hermaphroditen". (Der Film ist von der FSK freigegeben ab 16 Jahren.)

Continue reading...

Monday 28 December 2009

Bundesärztekammer gegen genitale "Zwangsoperationen" – natürlich nur bei "Mädchen und Frauen" ...

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!Laut einer Meldung im >>> Deutschen Ärzteblatt engagiert sich die Bundesärztekammer schon seit 11 Jahren u.a. gegen "Zwangsamputationen, Durchführung von Zwangsoperationen von Mädchen und Frauen (Beschneidung)", lobt "[d]ie Arbeit der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern auf diesem Gebiet" und beschloss überdies, "jährlich mit 10 000 DM die Arbeit des BÄK-Menschenrechts-beauftragten (Dr. Montgomery) [zu] unterstützen".

Pikante Details am Rande: Der "Menschenrechtsbeauftragte der Bundesärztekammer" Frank Ulrich Montgomery (dessen lesenswerte "Position zu Menschenrecht und Medizin" das von der Ärztekammer angesprochene "Zwangsoperationsproblem" allerdings gar nicht erst erwähnt) lebt und arbeitet in Hamburg bzw. im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und ist zugleich "Präsident der Ärztekammer Hamburg" und "Vizepräsident der Bundesärztekammer". Hamburg fiel 2009 ja positiv auf durch zunächst sehr positive Vorstösse aus der Bürgerschaft, die allerdings vom Senat knallhart abgeblockt wurden. Was schliesslich in einem einstimmig angenommenen, allerdings zahnlosen Antrag der Bürgerschaft an den Senat mündete, der ausgerechnet den zentralen Punkt der Zwangsoperationen an Zwittern stillschweigend ausklammerte. Der im Hamburger Senat für die "Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz" verantwortliche Präses, "Senator für Gesundheit und Soziales" Dietrich Wersich, ist übrigens ein ehemaliger Berufskollege Montgomerys ("Ärztliche Tätigkeit in Allgemeinmedizinpraxis und Chirurgiepraxis").

Kommentar: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

Siehe auch:
- Genitale Zwangsoperationen an Zwittern vergleichbar mit weiblicher Genitalverstümmelung (Lightfoot-Klein: "Der Beschneidungsskandal") 
- "Genitalverstümmelung ein afrikanisches Problem?" 
- Internationaler Tag gegen Mädchenbeschneidung (aber die Zwitter operiert nur ruhig weiter, sind ja keine Frauen, äh, Menschen ...)
- Schweiz: Terre des Femmes und Amnesty gegen Zwangsoperationen an Zwittern 
- Zwitter und Patriarchat aus feministischer Perspektive  

Friday 4 December 2009

Bundesrat: Kein Schutz "sexueller Identität" im Grundgesetz – VereinnahmerInnen machen unbeirrt weiter wie gehabt

Wie unlängst auf diesem Blog berichtet, forderten Berlin, Hamburg und Bremen in einer Standesinitiative unter dem Motto "Homo-Schutz ins Grundgesetz" neu auch, "sexuelle Identität" ("in der Rechtssprache" laut Wikipedia gleichbedeutend mit "sexuelle Orientierung") ins Grundgesetz Art. 3.3 aufzunehmen. Dabei wurde in Medienberichten von Seiten der Initianten auch "Intersexuelle" in altbekannter, vereinnahmender Manier als obligates, lediglich "mitgemeintes" Schlusslicht ins Feld geführt.

Am Freitag letzter Woche erteilte nun der Bundesrat (nach der Yogyakarta-Ablehnung im Bundestag nicht besonders überraschend) der Initiative eine Abfuhr.

Kommentar:

Ein schwarzer Tag für die Gleichstellung von LGBT, und nicht nur für den LSVD "enttäuschend".

Trotzdem (theoretisch) auch eine Gelegenheit, die realpolitisch untaugliche (und vereinnahmende) Methode einmal zu überdenken, die auch in Deutschland immer noch täglich begangenen, massiven Menschenrechtsverletzungen gegen Zwitter lediglich auf "Diskriminierungsebene" und "bei LGBT 'mitgemeint'" auf die lange Bank zu schieben und die genitalen Zwangsoperationen an Zwittern auf blosse "Anfeindungen und Benachteiligungen" zu reduzieren, unter denen LGBT nach eigenen Aussagen leiden. Statt die massiven Menschenrechtsverletzungen an Zwittern nach dem Vorbild des LSVD endlich als eigenständigen Punkt auf die politische Agenda zu hieven als das, was sie sind: nämlich krasse Verstösse insbesondere gegen das elementare Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung. Auf diese Weise eingebracht wäre die zentrale Forderung der Zwitterbewegung nach Abschaffung der Zwangsoperationen erst noch realpolitisch innert nützlicher Frist durchsetzbar.

Leider stehen die Zeichen dafür nach wie vor schlecht: Die üblichen VereinnahmerInnen machen wohl unbeirrbar weiter wie gehabt (schliesslich werden ja auch sie persönlich und ihre Klientel nicht genital zwangsoperiert – nach wie vor in Deutschland JEDEN TAG EIN WEHRLOSES ZWITTERKIND, sowie in Österreich und in der Schweiz jede Woche eines). 

So reichten am Tag der Ablehnung im Bundesrat (wohl in Hoffnung auf eine Annahme) die wohl unverbesserlichen VereinnahmerInnen der Grünen um Volker Beck vollmundig einen Gesetzesentwurf (PDF) ein, in dem "Intersexuelle" einmal mehr in der unsäglichen, scheinbar gottgewollten Reihenfolge lediglich "mitgemeint" und ihre Leiden verharmlost werden, ohne dass die nur an Zwittern üblichen, massiven Verstösse insbesondere gegen das Menscherecht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung je adäquat angesprochen werden.

Auch die SPD, die (ebenso wie die Grünen) bisher noch nie auch nur einen einzigen konkreten Vorstoss zu Gunsten von Zwittern unternahm, will nach dem Nein des Bundesrats laut Medienberichten ebenfalls einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in den Bundestag einringen. Dabei werden – Überraschung! – "Intersexuelle" (mit der wörtlich gleichen Formulierung wie bei den Grünen!) als obligates Schlusslich bloss "mitgemeint". Auch von der SPD also lediglich Vereinnahmung pur.

Fazit: "Mitgemeint" ist nicht gut genug – im Gegenteil! Und:

Würden von den versammelten VereinnahmerInnen mal nur schon ein paar an den eigenen Geschlechtsteilen genital zwangsoperiert, hätten sie bestimmt ziemlich schnell andere Parolen – wetten?!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Heute im Bundestag: Zwitter als Kanonenfutter für "sexuelle Identität"

Tuesday 24 November 2009

"Verunsicherung und Ängste": Reaktionen und Kommentare zur Kritik am "Netzwerk Intersexualität" / "Euro-DSD"

5. Treffen "Netzwerk Intersexualität/DSD" in Kiel, 6.9.2008
Nella versucht den Medizinern ins Gewissen zu reden

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!

Mit abschätzigen Terminologien/Diagnosen und erst recht mit dem Skalpell sind Mediziner Zwittern gegenüber regelmässig alles andere als zimperlich. Weitaus empfindlicher reagieren sie, wenn sie deswegen unmissverständlich kritisiert werden – erst Recht, wenn diese Kritik unbequemerweise öffentlich erfolgt. Aktuelles Beispiel:

Unter Mitwirkung zentraler ExponentInnen von "Netzwerk Intersexualität/DSD" und "EuroDSD" wurden am Jahreskongress 2009 der Kinder-EndokrinologInnen in Kiel vom 13.-15.11. am Freitag und am Sonntag an zwei Programmschwerpunkten "DSD/Störungen der Geschlechtsentwicklung" u.a. Zwangsoperationen und sonstige menschenrechtswidrige Praktiken an wehrlosen Zwitterkindern vorgestellt und propagiert – einmal mehr ohne Beteiligung von Betroffenen, obwohl dies eine Bedingung war bei der Vergabe deutscher Bundes-Fördergelder des BMBF.

Für diesen Blog am 13.11. der Anlass zu erneuerter konkreter Kritik am starrsinnigen Beharren von "Netzwerk Intersexualität/DSD" und "Euro-DSD" u.a. auf kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und weiteren menschenrechtswidrigen Zwangsbehandlungen.

Eine Pressemitteilung vom 14.11. der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fasste tags darauf verschiedene Kritikpunkte noch einmal zusammen und bekräftigte sie.

Kritikpunkte, die das "Netzwerk Intersexualität/DSD" resp. "EuroDSD" inzwischen nicht mehr einfach nur überhört haben wollen, sobald sie öffentlich gemacht werden (im Gegensatz etwa zu "internen" Anfragen Betroffener zur Behandlungsverbesserung). So erhielt Zwischengeschlecht.org auf die Pressemitteilung bisher folgende 3 Reaktionen:

  • "Netzwerk Intersexualität/DSD"- und "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort (Lübeck) beschwerte sich am 16.11. in einer kurzen Mail (mit CC an 3 "DSD"-KollegInnen), die Pressemitteilung sei "unsachlich und unrichtig" und warf Zwischengeschlecht.org vor, "die Bevölkerung mit solchen Äußerungen so [zu] verunsichern." >>> mehr
     
  • Paul-Martin Holterhus vom "Netzwerk Intersexualität/DSD"- und "Euro-DSD"-Standort Kiel (wo die kritisierte Jahrestagung stattfand), einer der von Olaf Hiort auf CC gesetzen KollegInnen, zeigte sich gleichentags 16.11. ebenfalls besorgt, die "reißerische Sprache" ohne "wissenschaftliche Grundlage [...] erzeugt in der Tat Verunsicherung und Ängste" (mit CC an 4 "DSD"-KollegInnen sowie an die Elterngruppe von XY-Frauen und XY-Frauen selbst). Immerhin – eine Premiere – argumentierte Paul-Martin Holterhus in einem ausführlicheren PS auch sachlich (wobei er u.a. den Kritikpunkt, Netzwerk und "EuroDSD" würden Betroffene nicht angemessen beteiligen, während Eltern einseitig bevorzugt werden, allerdings gleich selbst noch einmal bestätigte).  >>> mehr

  • Am 17.11. "distanzier[te]" sich darauf einE (von Holterhus auf CC gesetzteR) SprecherIn der XY-Frauen Elterngruppe "von solchen Aktionen" und forderte Zwischengeschlecht.org zum "zurückrudern" auf. 

Aus Nellas Antwort im Namen von Zwischengeschlecht.org an Paul-Martin Holterhus vom 17.11. (mit CC an alle von ihm angeschriebenen):

Ob Sie und Olaf Hiort es glauben oder nicht, auch uns geht es um Fakten: [...]

[T]äglich [erfahren] mehr Menschen von den Zwangsbehandlungen an wehrlosen Kindern vor ihrer Haustüre, sind betroffen, schockiert und empört.

Wie ich sinngemäss schon letztes Jahr in Kiel in meinem Referat sagte: kosmetische Genitaloperationen an Kindern sind in unserer Gesellschaft moralisch und politisch nicht mehrheitsfähig. [...] Beteiligte Mediziner und Institutionen hätten jetzt noch die Gelegenheit, die logischen Konsequenzen zu ziehen. [...]  >>> mehr

Siehe auch:
- PRESSEMITTEILUNG: Euro-DSD: Lübecker Zwitterstudie frisiert
- "Euro-DSD"-Zwangsoperateure: APE/AGPG Jahrestagung 2009 in Kiel
- PRESSEMITTEILUNG: Zwangskastrierte Zwitter müssen Ersatzhormone selber bezahlen
- Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht
- Mein Rücktritt als 1. Vorsitzende von Intersexuelle Menschen e.V.
- Intersexuelle Menschen e.V. distanziert sich stillschweigend vom "Netzwerk DSD" 
- Netzwerk DSD/Intersexualität und wir Intersexuellen - Mitsprache geht anders
- Rede 5. Treffen Netzwerk Intersexualität Kiel 6.9.2008 
- Wie das "Netzwerk DSD" die "Lübecker Studie" frisiert
- Ersatzhormone für Zwangskastrierte auf Kasse! "Netzwerk DSD" zum Handeln aufgefordert
- "Medizinische Intervention als Folter" - Michel Reiter 30.6.2000   

Wednesday 18 November 2009

"Sexuelle Identität", "psychosexuell Entwicklungsgestörte", "Sexualstraftäter" und, äh, "Intersexuelle" - Tagung in Göttingen 20.11.09

Kann ein Zwitter Sünde sein?>>> "Weiblich, männlich, intersexuell?" Pressemeldung zur Veranstaltung
>>> Ankündigung Homepage Zentrum für Medizinrecht
>>> Offizielles Programm (doc)  

Kommentar: Natürlich ist vermehrte (auch wissenschaftliche) Aufarbeitung der aktuellen Rechtssituation zwischengeschlechtlicher Menschen dringend notwendig. Insbesondere, wie Zwittern elementarste Grundrechte nach wie vor vorenthalten werden, wie auch das Strafrecht als Garant ihrer Menschenrechte z.B. auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung bisher stets sträflich versagte, und was dagegen künftig dringend zu tun wäre. Ausserdem beginnt das Thema "Intersexualität und Recht" langsam aber sicher auch eine (meist schockierte und empörte) breitere Öffentlichkeit zu erreichen.

Letzteres hat offensichtlich auch schon die Uni Göttingen bemerkt und deshalb das Stichwort "intersexuell" prominent in den Titel ihrer Medienmitteilung eingebaut. Im Kleingedruckten zum "Workshop" ("Zielgruppe: Journalisten, Wissenschaftler") sieht's dann allerdings weniger erfreulich aus: Unter den im Programm und Ankündigungen versammelten Stichworten (für eine Auswahl vgl. den Titel dieses Posts) wird kaum Relevantes dazu herauskommen.

Zu befürchten ist im Gegenteil eine Veranstaltung nach den Bedürfnissen bzw. zur Rechtfertigung der Täterinnen, sprich Zwangsoperateure plus Zulieferer aus Sexologie, Endokrinolgie und Psychiatrie, sowie nicht zu vergessen die Eugenik-Nachfolgedisziplin Humangenetik, wohl kaum zufällig Co-Veranstalterin dieses Workshops – obwohl einzelne Referentinnen schon positiver auffielen (Konstanze Plett - PDF, Katinka Schweizer).

Dass die TäterInnen allerdings in letzter Zeit spürbar erhöhten Rechfertigungsbedarf haben, ist demgegenüber ja nun wirklich nur positiv zu bewerten ...

Nachfolgend dokumentieren wir Pressemitteilung, Ankündigung und Programm:

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Friday 13 November 2009

"Euro-DSD"-Zwangsoperateure: transsexuell = intersexuell??!

Schluss mit genitalen Zwangsoperationen!

>>> Pressemitteilung 14.11.09     >>> Kommentare zur Kritik

Heute begann in Kiel anlässlich der APE/AGPD-Jahrestagung eine Veranstaltungsreihe unter Mitwirkung der "Arbeitsgruppe DSD/Störungen der Geschlechtsentwicklung" von APE/AGPD und "Euro-DSD" (vormals "Netzwerk Intersexualität/DSD"). Dabei wurden unter anderem die "wichtigsten Publikationen" vorgestellt (wohl nicht zuletzt Eigenwerbung zur frisierten "Lübecker Studie").

Weiter konnten die Zwangsbehandler heute (wie üblich ohne Beteiligung der Betroffenen!) ungestört über "Erstellung bzw. Überarbeitung der Leitlinien DSD und Hypospadie" zu künftigen Zwangsbehandlungen an wehrlosen Zwitterkindern debattieren.

(Diese Programmpunkte waren zudem im Onlineprogramm nicht aufgeführt. Sämtliche relevanten Programmpunkte sind hier dokumentiert.)

Auf Sonntag 15.11. ist zudem einen weiterer Vortrag speziell über die frisierte Lübecker Zwitterstudie angekündigt.

Das "Netzwerk Intersexualität/DSD" als die deutsche Allianz der Zwangoperateure und ihrer Zuarbeiter in Endokrinologie, Sexologie und Psychologie/Psychiatrie wurde 2003-2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) alimentiert, entsprechend einem Antrag des Bundestags vom 12.6.2001 (DS 14/6259).

Eine Bedingung des BMBF war, dass die Betroffenen und ihre Organisationen angemessen mit einbezogen werden müssten. Stattdessen wurden sie von den Medizynern Mal für Mal vertröstet und hingehalten. Versprechen, Zusagen und Abmachungen wurden vom "Netzwerk Intersexualität/DSD" Mal für Mal gebrochen und die Betroffenenvetreter_innen über den Tisch gezogen. Vorschläge zur konkreten Verbesserung der Lage der geschädigten Betroffenen wurden Mal für Mal ignoriert.

Der Unmut unter den Zwangsoperierten wächst. 2009 distanzierte sich Intersexuelle Menschen e.V., der dem "Netzwerk DSD/Intersexualität" lange die Stange gehalten hatte, stillschweigend vom "Netzwerk DSD".

Mittlerweile sind die BMBF-Gelder alle aufgebraucht. Die altbekannten Zwangsoperateure & ZuliefererInnen (wenn auch ohne die Hamburger Fraktion) finanzieren sich heuer aus EU-Geldern, firmieren unter dem entsprechend angepassten, neuen Logo "Euro-DSD" und müssen endlich die Betroffenen nicht einmal mehr alibimässig mit einbeziehen.

2009 begann das "Netzwerk DSD" die Lübecker Evaluationsstudie nach den Bedürfnissen der Zwangsoperateure umzuschreiben. Ende 2008 veröffentlichte "erste Ergebnisse" der "Lübecker Studie" konstatierten (wie schon die ebenfalls BMBF-finanzierte "Hamburger Studie 2007") konstatierten noch das Offensichtliche: Je häufiger Zwitter als Kleinkinder genital zwangsoperiert wurden, desto mehr klagen sie als Erwachsene über verlorene sexuelle Empfindungsfähigkeit und damit einhergehende weitere sexuelle Probleme. Anlässlich einer Anhörung im Bundestag in Frühjahr 2009 wurden diese Ergebnisse zum ersten Male kurzerhand umfrisiert zur Behauptung, unabhängig von der Zahl kosmetischer GenitalOPs im Kindesalter gäbe es diesbezüglich angeblich keine Unterschiede.

Schon seit längerem kritisiert dieser Blog, dass es den in "Netzwerk DSD" und "Euro-DSD" versammelten Zwangsoperateuren letztlich bloss darum geht, nach dem Motto "alter Wein in neuen Schläuchen" die menschenrechtswidrigen Zwangsoperationen einfach als neu "genderoptimiert" und "todsicher" unverändert weiter zu praktizieren.Obwohl auch "Euro-DSD"-Chef Olaf Hiort öffentlich zugibt, dass für diese kosmetischen Genitaloperationen keine medizinische Notwendigkeit und auch keine Qualitätskontrolle besteht.

Weiter holen die Zwangsoperateure heute in Kiel dazu aus, unter dem Motto "Transsexualität, ein neues aktuelles Thema. Diskussion über die Aufnahme der Problematik in die Arbeitsgruppe DSD" wohl Zwitter künftig zusätzlich auch als geistig gestört zu verkaufen. Ein cleverer Schritt zur Ausweitung der "Patientengruppe" – der zudem auf ungeteilte Begeisterung stossen wird nicht zuletzt bei allen "Wir sind nämlich auch intersexuell"-Trans-Fraktionen, die sich schon lange nach einer offiziell anerkannten organischen Störung sehnen, ebenso wie bei allen PolitikerInnen und GendertheoretikerInnen, die (unter Ausblendung der Menschenrechtsaspekte) seit eh und je Zwitter gern systematisch mit Transsexuellen und anderen "Genderthemen" gleichsetzen bzw. "verwechseln". Welche der da verwursteten Gruppen bei der ganzen Aktion als zusätzlicher Verlierer herauskommt, ist einmal mehr jetzt schon absehbar.

Wie lange und wie weit deutsche Betroffenenorganisationen sich das alles noch ohne öffentlichen Widerspruch gefallen lassen, bleibt abzuwarten.

Nachträge 1-2:   >>> Pressemitteilung 14.11.09   >>> Mediziner-Kommentare zur Kritik

Nachtrag 3:

Wie Zwischengeschlecht.info inzwischen in Erfahrung bringen konnte, stiess das von Anette Richter-Unruh (Bochum) und Susanne Krege (Krefeld) propagierte Ansinnen, "Transsexualität" als "neues aktuelles Thema" in die "Arbeitsgruppe DSD" aufzunehmen, offenbar auf wenig Begeisterung; insbesondere "Euro-DSD"-Chef Olaf Hiort (Lübeck) habe sich deutlich dagegen ausgesprochen.

Auch der Vortrag über die frisierte Version der "Lübecker Studie" von Ute Thyen (Lübeck) vom Sonntag sei alles andere als unwidersprochen geblieben. An diesem Programmpunkt sass auch eine Delegation von Intersexuelle Menschen e.V. im Publikum, eine offizielle Stellungnahme von IMeV zur Problematik ist jedoch nach wie vor nicht erhältlich.

Siehe auch:
- Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht
- Wie das "Netzwerk DSD" die "Lübecker Studie" frisiert
- Ersatzhormone für Zwangskastrierte auf Kasse! "Netzwerk DSD" zum Handeln aufgefordert
- Mein Rücktritt als 1. Vorsitzende von Intersexuelle Menschen e.V.
- Intersexuelle Menschen e.V. distanziert sich stillschweigend vom "Netzwerk DSD" 
- 5. Treffen Netzwerk Intersexualität Kiel 6.9.2008 
- Netzwerk DSD/Intersexualität und wir Intersexuellen - Mitsprache geht anders
- "Medizinische Intervention als Folter" - Michel Reiter 30.6.2000

Tuesday 27 October 2009

«JEDES VERBRECHEN HINTERLÄSST SPUREN» - Bundesministerium für Justiz, 26.10.09

Auch in Österreich operieren die Täter unbehelligt jede Woche ein wehrloses Kind – obwohl belastendes Material seit Jahr und Tag öffentlich zugänglich ist.

«Sehen Sie genauer hin!» – Werbung für opfernotruf.at

"Inoffizieller" Beitrag zum gestrigen >>> "Intersex Awareness Day 2009",
gefunden  auf >>> dieStandard.at, mit >>> illustrem Sponsor:

Deutschland: 100.000 Euro für Intersexuelle Frau

«AUSSPRECHEN HILFT» – Werbung für opfernotruf.at

Auf der via das Werbebanner anklickbaren Homepage von Opfer-Notruf.at begrüsst uns dann das Österreichische Bundesministerium für Justiz und gibt öffentlich bekannt:

[W]er Opfer einer Straftat wurde, will ernst genommen und anerkannt werden. Es geht darum, mit dem erfahrenen Unrecht zu Rande zu kommen und die verlorene Sicherheit wiederzufinden. Und eine Gesellschaft, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt, schuldet jenen, deren Rechte verletzt worden sind, Solidarität und Hilfe. Opfer von Straftaten haben Anspruch darauf, Gerechtigkeit und Unterstützung zu erfahren.

Um die Opfernotruf-Werbung drumrum eine ASA-Agenturmeldung über Christianes Völlings entscheidenden 3. Sieg in Folge im "Zwitterprozess":

Auch das Oberlandesgericht bestätigte im September 2008, der Chirurg habe die Klägerin mit der OP "schuldhaft in ihrer Gesundheit und ihrem Selbstbestimmungsrecht verletzt". [...] aufsehenerregende[s] Verfahren, das bundesweit als Präzedenzfall und Musterprozess bewertet wird [...]

Christiane Völling hatte insofern Glück im Unglück, dass sie als erste und nach wie vor einzige Zwangsoperierte in Europa buchstäblich in letzter Minute wenigstens noch gegen ihren Zwangsoperateur klagen konnte, wenn auch nur zivilrechtlich.

Den meisten Zwangsoperierten steht dieser Weg wegen der geltenden Verjährungsfristen nicht mehr offen, da sie schon als Säuglinge genital zwangsoperiert werden und die Medizyner ihnen und den Eltern die volle Wahrheit vorenthalten. Sie erfahren erst zu spät von ihrem Schicksal und/oder sind wegen der oft schweren Traumatisierungen durch die wiederholten Zwangseingriffe nicht in der Lage, rechtzeitig zu klagen.

In Österreich und in der Schweiz wird jede Woche je ein kleines Kind zwangsoperiert, in Deutschland gar eines jeden Tag!

Und so ein Zufall, weder in Österreich, noch in der Schweiz, noch in Deutschland hätte auch nur eine einzige Opferhilfe, Ethikkommission, Diskriminierungsstelle, oder wohin immer verzweifelte Zwitter sich in den letzten 13 Jahren auch wandten – sich nur einmal die Mühe gemacht und selber einmal etwas genauer hingsehen, geschweige denn etwas unternommen. An Gelegenheiten hätte es nicht gefehlt.

Auch in Österreich operieren die Täter unbehelligt weiter. 3 Posts dazu auf Living Intersex?! über Prof. Dr. Christian Radmayr sind seit Jahr und Tag öffentlich zugänglich, ebenso weitere belastende Beweisstücke:

>>> Worte eines Kastrators....
>>> Wo sind eigentlich die anderen intersexuellen ÖsterreicherInnen?
>>> Kindertränen und Genitalmetzger 

>>> Vortrag Prof. Radmayr (PDF-Download 1.37 MB – WARNUNG: Operationsbilder!)

>>> Mahnwache UNO Genf 26.1.09 
Tafel: verfremdete Radmayr-Folie
(Bild: Ärger)

Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein gesetzliches Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und "Menschenrechte auch für Zwitter!". Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.  

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