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Die Mediziner

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Friday 3 February 2012

Genitalabschneider-Treffen: Termine 2012

Friedlicher Protest + Offener Brief Ostschweizer Kinderspital St. Gallen, 6.2.11

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Die ganze Geschichte des Fortschritts menschlicher Freiheit zeigt, dass alle Zugeständnisse, die ihren hehren Forderungen bisher gemacht wurden, aus dem Kampfe geboren sind ... Ohne Kampf gibt es keinen Fortschritt. Die, welche behaupten, für die Freiheit zu sein, Agitation aber ablehnen, sind Menschen, die ernten wollen, ohne den Grund umzupflügen. Sie wollen Regen ohne Blitz und Donner. Sie wollen den Ozean ohne das grässliche Tosen seiner Wassermassen. Der Kampf mag ein moralischer sein; oder er mag physisch sein; oder er mag moralisch und physisch sein, aber ein Kampf muss stattfinden. Macht gewährt keine Zugeständnisse ohne Forderungen. Sie hat es nie getan und wird es nie tun ...
Frederick Douglass, ehemaliger Sklave und Abolitionist, 1857

Auch 2012 planen die MedizynerInnen diverse Städtereisen, Jahresversammlungen und sonstige Sausen, um möglichst ungestört neue "Verbesserungen" ihrer menschenrechtswidrigen Verstümmelungen zu propagieren.

Weitere sachdienliche Hinweise jederzeit willkommen!

Wir sehn uns, wo die Action ist!  Mehr dazu laufend ...
 

GENITALABSCHNEIDERTREFFEN 2012

17. NRW Endo   20.-21.1.2012 Bonn
17. Jahrestagung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie
http://www.nrw-endokrinologie.de/events/17.-jahrestagung-der-nordrhein-westfaelischen-gesellschaft-fuer-endokrinologie-und-diabetologie

27th EAU   24-28.2.2012 Paris
27th Annual EAU Congress of the European Association of Urology
eauparis2012.org

DGE 2012   07.-10.3.2012 Heidelberg/Mannheim
55. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
dge2012.de

4. Dreiländertreffen der Kinderchirurgie   23.3.2012 Colmar (F)
dreilaendertreff.net

SGKJ 2012   04.-06.5.2012 München
Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin. 61. Jahrestagung der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Süddeutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie und dem Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte – Landesverband Bayern
sgkj2012.de

ICE/ECE 2012   05.-09.5.2012 Florenz (I)
15th International Congress of Endocrinology and 14th European Congress of Endocrinology
ice-ece2012.com

23rd ESPU 2012   09.-12.5.2012 Zürich
23rd Congress of the European Society for Paediatric Urology
espu2012.org

13th EUPSA / 59th BAPS 2012   13.-16.6.2012 Rom
Joint Congress 13th Congress of the European Paediatric Surgeons' Association (EUPSA) and 59th Congress of the British Association of Paediatric Surgeons (BAPS)
www.eupsa.org/home/eupsa-congresses/rome_italy2012/Welcome-Address.en.php

DGKJ 2012   13.-16.9.2012 Hamburg
108. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ), gemeinsam mit der 38. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI), 64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSP), 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH), 34. Jahrestagung des Berufsverands Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BFKD), 80. Halbjahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH), 48. Arbeitstagung Pädiatrische Forschung
dgkj2012.de

SGKC 2012   20.9.2012 Luzern
JahresKongress der Schweizerischen Gesellschaft für Kinderchirurgie (SGKC)
sscc.ch/sscc/Events/events.htm

51st ESPE   20.-23.9.2012 Leipzig
51st Annual Meeting of the European Society for Paediatric Endocrinology (ESPE)
espe2012.org

2nd Failed Hypospadias   22.9.2012 Arezzo
2nd European Conference on Failed Hypospadias Repair 2012
www.failedhypospadias.com/index.php?id=4&cs=3

DGU 2012   26.-29.9.2012 Leipzig
64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.
www.dgu-kongress.de/index.php?id=351

SIU 2012   30.9.-04.10.2012 Fukuoka (Japan)
32st Congress of the Société Internationale d'Urologie
www.siucongress.org/2012/

DGGG 2012   9.-12.10.2012 München
59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
www.dggg.de/dggg-kongress/

APE-AGPD 2012   08.-11.11.2012 Erlangen
JA-PED 2012 – 7. Gemeinsame Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)
www.ja-ped.de/

6th Masterclass   t.b.c. London
6th Annual Masterclass of Genito-Urethral Surgery ("live-surgery")
www.instituteofurology.org/edu.php?page=master
 

VORSCHAU 2013

V. ISHID 2013    t.b.c. Lucknow (Indien)

DGU 2013    25.-28.9.2013 Dresden

WOFAPS 2013   13.-16.10.2013 Berlin

>>>
Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Siehe auch:
- Friedlicher Protest & Offener Brief 3rd EuroDSD Symposium 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief "Ethik"-Vortrag UK Aachen 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGE 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGKJ-DGKCH 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief APE-AGPD 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief 11th EMBL/EMBO 2010
- Aktion & Offener Brief Ostschweizer Kinderspital St. Gallen 2011
- Aktion & Offener Brief Kinderspital Luzern 2010
- Aktion & Offener Brief Inselspital Bern 2009
- Aktion & Offener Brief Kinderspital Zürich 2008    

Tuesday 17 January 2012

2 weitere historische Fälle von Genitalamputation an Kindern mit "zu grosser Klitoris" dokumentiert

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Noch immer ist in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt, wie sich die heutigen Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken mit historischen medizinischen Verbrechen zusammenhängen, z.B. mit von Frauenärzten lange Zeit empfohlenen "Klitoris"amputationen bei scheinbar medizinischen Indikationen wie "Onanie", "Tribadismus" ("Lesbianismus") und "Hypertrophie" ("Übergrösse") bis zu Genitalamputationen und anderen menschenverachtenden Humanexperimenten in Nazi-KZs. Sowie dass, während bei "richtigen Frauen" (und Männern) solche Praktiken längst als zu Recht als barbarisch und unhaltbar erkannt und gestoppt wurden, Kinder mit "atypischen" a.k.a. "unfertigen" Genitalien die einzigen sind, bei denen diese unmenschlichen Praktiken letztlich bis heute andauern.

Dieser Blog hat dazu den seinerzeitigen >>> Post zur Genealogie der heutigen Verstümmelungen um 2 weitere historisch belegte Fälle ergänzt:

• 1875 amputierte ein Dr. Berendes in Deutschland einem 4-jährigen "Mädchen [...] auf Wunsch der Eltern [...] die angeblich hypertrophische Clitoris". (Franz Ludwig von Neugebauer: Hermaphroditismus beim Menschen, 1908, S. 282)

• 1892 "schnitt" Henri Albert Hartmann (1860-1952) in Paris "bei einem 7jähr. Mädchen, welches hartnäckig masturbierte, auf Wunsch der Mutter hin die hypertrophische Klitoris ab". (Franz Ludwig von Neugebauer: Hermaphroditismus beim Menschen, 1908, S. 234)

Weitere sachdienliche Hinweise jederzeit willkommen!

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 

Monday 2 January 2012

"Richtige" Menschen vs. "unfertige" Zwitter (Diamond / Beh: "Die Probleme der Informierten Einwilligung und der genitalen Chirurgie an Kleinkindern")

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1) Eine der fiesesten Ausreden der Medizyner gegenüber überforderten Eltern und einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit ist die Behauptung, Zwitterkinder seien "unfertig entwickelte", "unvollständige" (Unter-)Menschen, und die Genitalverstümmelungen würden folglich bloss dazu dienen, diese "unvollständigen" Kinder zu "vervollkommnen" und zu "richtigen" Menschen zu machen – eine "Argumentation", die der infame John Money bereits 1968 popularisierte in seiner Publikation "Sex Errors of the Body" (auf Deutsch 1969 erschienen unter dem Titel "Körperlich-sexuelle Fehlentwicklungen").

Diese "Argumentation" von "richtigen" Menschen vs. "unfertige" bzw. "fehlentwickelte" (Unter-)Menschen a.k.a. "Intersexuelle" liegt auch den Medizyner-Kampfbegriffen von "korrigierenden" und "rekonstruktiven" chirurgischen Genitaleingriffen zugrunde, ebenso der aktuellen Nomenklatur "Störungen der Geschlechtsentwicklung" (ein Kampfbegriff, der unter Medizynern übrigens schon lange vorher gängig war, u.a. findet er sich auch in einem Eintrag in Nellas Krankenakte aus den 1970er Jahren).

Dass es sich bei dieser "Argumentation" in Tat und Wahrheit um eine gravierende Unterlassung der ärztlichen Aufklärungspflicht handelt, hatten Milton Diamond und Hazel Glenn Beh bereits 2000 belegt in ihrem bahnbrechenden Aufsatz "Ein zum Vorschein kommendes ethisches und medizinisches Dilemma: Sollten Ärzte geschlechtsangleichende Operationen an Kleinkindern mit uneindeutigen Genitalien durchführen?". Da dieser wichtige Punkt in diesem längeren Aufsatz mit seinen vielen Themen leicht unterzugehen droht, nachfolgend eine Teilveröffentlichung des entsprechenden Abschnittes, der es auch sonst in sich hat. Die Problematik der Behauptung von der "unfertig entwickelten" Zwitterkindern steht unter "2. Vermittlung unvollständiger Informationen". Der gesamte Aufsatz auf Deutsch findet sich auf intersex.schattenbericht.org. 

INHALT
Die Probleme der Informierten Einwilligung und der genitalen Chirurgie an Kleinkindern
1.  Die Atmosphäre der Eile
2.  Vermittlung unvollständiger Informationen
3.  Die Durchsetzung des Schweigens
4.  Unterlassung der Mitteilung der Ungewißheit des Langzeit-Ergebnisses
5.  Ignorierung des Rechts des Kindes auf eine offene Zukunft
Fussnoten
Anmerkung der Übersetzer

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Monday 14 November 2011

Charité: 1. Friedliche Mahnwache mit kleinen Zwischenfällen

1. Protestaktion draussen vor dem "Campus Virchow-Klinikum" der "Charité", Berlin 11.11.11

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>>> Infoseite zu den Protesten 

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Das diesjährige Genitalabschneidertreffen "JA-PED 2011" fand innerhalb des "Campus Virchow-Klinikum" der "Charité" statt und somit auf Privatgelände.

Deshalb fragten wir vorgängig bei der "Charité" um eine Genehmigung für zeitlich und von der Teilnehmer_innenzahl begrenzte, friedliche Mahnwachen auf dem Vorplatz des eigentlichen Tagungsgebäudes für die Zeiten, während denen drinnen die "Behandlung" von Menschen mit "atypischen Geschlechtsmerkmalen" auf der Tagesordnung stand, was uns die Charité freundlicherweise auch bewilligte.

Wer jedoch dachte, damit könnte die 1. friedliche Mahnwache ohne Weiteres ebenso über die Bühne gehen, sah sich durch hochrangige "Charité"-Medizyner bald einmal eines besseren belehrt ...

Nachfolgend ein Gedächtnisprotokoll von Nella über Geschehnisse während der 1. friedlichen Mahnwache vor der "JA-PED 2011":

Während vor dem Haupteingang der Charité Plakate aufgestellt und Flugblätter verteilt werden, steht am Nachmittag eine weitere Delegation von Zwischengeschlecht.org vor dem eigentlichen Tagungsort, dem Eingang zum Campus 3 und verteilt ihrerseits wie gewohnt Flyer und macht mit Plakaten und T-Shirts auf die Menschenrechtsverletzungen an Zwittern aufmerksam.

Wie üblich sind die Reaktionen gemischt: vom freundlichen Lächeln und aufmunternden Daumen hoch (Ich finde das gut, was Sie da machen!) bis zur säuerlichen Miene oder dem angestrengten Wegschauen ist alles vertreten. Einzelne schütteln gar den Kopf und lachen über unsere Botschaft. Vereinzelt kommen Gespräche zustande, natürlich immer wieder mal das obligate "Wir verstehen Sie, aber heute läuft das ganz anders!" Wie so oft ist dagegen den Nicht-Medizinern sofort klar, was wir meinen: "Die sollen doch selber entscheiden dürfen!" Soweit, so gewohnt.

1. friedliche Manhwache direkt vor dem Eingang zur "JA-PED", Berlin 11.11.11

Bald nach unserem Eintreffen kommt auch ein Herr von der Security und möchte wissen, was wir da tun und ob wir eine Genehmigung haben. Ich zeige ihm die Genehmigung und er wünscht uns einen schönen Nachmittag.

Etwa eine halbe Stunde später kommt ein sichtlich aufgeregter Heiko Krude gelaufen, stellvertretender Klinikdirektor am "Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie" der "Charité": Was machen Sie hier, wer hat Ihnen die Erlaubnis erteilt, hier hinzustehen? Das tolerieren wir nicht.

Ich: Wir haben eine Genehmigung der Charité, die habe ich dem Herrn von der Security soeben gezeigt.

Heiko Krude: Wer hat Ihnen diese Genehmigung erteilt, das möchte ich genau wissen.

Ich: Das kann Ihnen der Herr von der Security sagen, dem habe ich die Genehmigung gezeigt.

Herr von der Security (kommt herbeigelaufen): Ja, die Genehmigung ist vorhanden.

Krude: Was ist das für eine Genehmigung, wer genau hat sie erteilt? Ich will diese Genehmigung sehen.

Ich gebe nach: OK, hier ist sie.

Heiko Krude liest und tippt die Telefonnummer ins Handy, die auf der Genehmigung steht. Spricht mit jemanden, beschwert sich: Da hat doch tatsächlich die Charité diese Bewilligung erteilt.
Anschliessend zu mir: Da haben Sie Glück gehabt, die wussten nicht Bescheid, wussten nicht, was hier läuft, wie das läuft. Ja, Sie haben jetzt eine Genehmigung, aber das tolerieren wir hier nicht. Sagt's und verschwindet durch den Eingang zur Tagung und ignoriert uns für den Rest des Tages.

Wir haben uns kaum erholt, da kommt der "JA-PED"-Tagungsleiter Dirk Schnabel, Oberarzt am "Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie" der "Charité" und Vorstandsmitglied der "Arbeitsgemeinschaft und Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie (APE)" der "Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)", dasselbe in Grün:

Wer uns erlaubt habe, hier zu stehen?

Ich: Sie sind nun schon der Dritte, dem ich die Bewilligung zeigen muss.

Auch Dirk Schnabel will unbedingt die Bewilligung sehen und beginnt seinerseits aufgeregt herumzutelefonieren, bevor er unvermittelt davonläuft, Handy immer noch am Ohr.

Später am Nachmittag kommt Dirk Schnabel wieder auf uns zu, diesmal sichtlich freundlicher, er sei sich nicht sicher, ob er eventuell eine Mail von uns verpasst habe. Er finde es schade, wir hätten ja auch mit den anderen Selbsthilfegruppen einen Infotisch drinnen aufstellen können.

Ich: Wir sind keine Selbsthilfegruppe, sondern eine Menschenrechtsgruppe und machen Öffentlichkeitsarbeit. Wir machen eine Mahnwache hier draussen und keinen Infotisch drinnen.

Dirk Schnabel: Ich wollte nur sicher sein, nichts verpasst zu haben.

Als es eindunkelt, stellen wir Grablichter in einer Reihe unter ein Plakat.

Zuerst kommt ein Herr der Security und weist uns darauf hin, dass wir die Kerzen nicht auf den Rasen stellen dürfen. (Es ist jedoch kein Rasen, sondern blanke Erde.)

Wir stellen die Kerzen also auf die Steinplatten, die an den Nicht-Rasen angrenzen. Wenig später kommt eine Dame der Security: Sie haben eine Genehmigung für diese Kundgebung?

Ich: Ja.

Dame der Security: Haben Sie auch eine Genehmigung, offene Feuerstellen aufzustellen?

Wir müssen in der Folge die Kerzen für unsere Mahnwache auslöschen, weil auf dem Klinikgelände offene Feuerstellen nicht erlaubt sind.

Was kommt wohl als nächstes, fragen wir uns, doch für heute waren keine weiteren Zwischenfälle zu verzeichnen. 20:00 Uhr ziehen wir pünktlich und halberfroren von dannen. Morgen früh um 08:30 Uhr werden wir zurück sein ...

>>> Infoseite zu den "JA-PED"- und "Charité"-Protesten 
>>> Charité-Kinderklinik "etabliert" neues Verstümmler-"Zentrum"

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter  

1. Protestaktion draussen vor dem "Campus Virchow-Klinikum" der "Charité", Berlin 11.11.11

Tuesday 8 November 2011

Zwitter-Genitalverstümmelungen: Charité-Kinderklinik "etabliert" neues "überregionales Zentrum"

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Ah, ein Zwitter! Da müssen wir gleich ein paar lebenserhaltende Massnahmen... öhm... - ABSCHNEIDEN!!!

Die Berliner Charité hat eine lange und unwürdige Geschichte von unethischen "Humanforschungen" und medizinisch nicht notwendigen, kosmetischen Genitaloperationen an wehrlosen Kindern mit "atypischen Genitalien". Dieses "dunkle Kapitel der Medizingeschichte" (Apotheken Umschau 1.6.2011) reicht in der Charité noch über das "3. Reich" hinaus bis mindestens ins Jahr 1831 zurück, als im vom damaligen Charité-Direktor Johann Nepomuk Rust (1775-1840) herausgegebenen "Handbuch der Chirurgie" ein "übergrosser Kitzler [...] bei jungen Mädchen" indirekt als Indikation zum "wegschneiden" freigegeben wurde.

Im 21. Jahrhundert führte bisher vor allem das Charité-"Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie" diese unwürdige Tradition fort, allen voran dessen spätestens seit 2002 als "Serienverstümmlerin" kritisierte Direktorin Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich, ihr Stellvertreter PD Dr. Heiko Krude sowie die ebendort tätige Dr. med Birgit Köhler. 

Allein ein prominenter Pädo-Chirurg fehlte zwischendurch im "Otto Heubner Centrum für Kinder- und Jugendmedizin" des "Campus Virchow-Klinikum" der "Charité-Universitätsmedizin", so dass Grüters & Co. jeweils eigens die berüchtigte Verstümmlerin Claire Nihoul Fékété aus Frankreich einfliegen liessen.

Im August 2011 konnte nun auch diese "Lücke" wieder geschlossen werden: Seither wütet im Campus Virchow als Chefverstümmler der aus Krefeld abgeworbene Prof. Dr. Martin Westenfelder in der eigens für ihn neu eingerichteten "Abteilung für Kinderurologie und plastisch rekonstruktive Urologie" (Abteilungsleiter: Prof. Dr. med. Martin Westenfelder, Oberärzin: Dr. med. Anja Lingnau, Direktor der übergeordneten Urologischen Klinik: Prof. Dr. med. Kurt Miller).

Hier verstümmelt der Chef: Der Eingang zur neuen Abteilung
mit "vertrauenserweckender" Beschriftung.

Mit dieser für Westenfelder neu geschaffenenen "Abteilung für Kinderurologie und plastisch rekonstruktive Urologie" hat die Charité offenbar Grosses vor.

Ein >>> hauseigener Werbezettel (PDF) verspricht vollmundig:

"Die Charité etabliert in der Klinik für Urologie ein Zentrum für Kinderurologie und plastisch-rekonstruktive Urologie, um überregional die Behandlung komplexer kinderurologischer Erkrankungen auf höchstem Niveau sicherzustellen."

Tatsächlich preist der Waschzettel unter der üblichen Rubrik "Korrekturen angeborener Fehlbildungen" u.a. das ganze Spektrum medizinisch nicht notwendiger, menschenrechtswidriger kosmetischer Genitaloperationen an wehrlosen Kindern ungehemmt öffentlich an:

am männlichen Genitale
 » Korrektur von Maldescensus testis [...]
 » Korrektur aller Penisanomalien wie Hypospadie, Epispadie,
    Penisschaftverkrümmung, Penistorsionen und -Deviationen [...]

am weiblichen Genitale
 » Behandlung der Labiensynechie, der Scheideneingangs-
    strikturen und der Scheidenaplasie.
 » Anomalien des Sinus urogenitalis

am intersexuellen Genitale, Störungen der 
sexuellen Differenzierungen
 » Morphologische Abklärung und, entsprechend der
    Geschlechtszuweisung, die adäquate
[sic!] Feminisierungs- oder
    Maskulinisierungsoperationen.
 » Scheidenaufbau und Erweiterung

Fazit: Deutlicher geht's ja kaum mehr. Trotzdem bleibt zu befürchten, dass leider auch künftig in Berlin kaum wer etwas gemerkt haben will – und der Berliner Senat weiterhin jegliche Kenntnis von "derartigen Eingriffen oder Therapien" rundheraus öffentlich leugnen wird ...

>>> Berlin 10.-13.11.11: Infoabend + Proteste gegen Charité-VerstümmlerInnen & Co.

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter  

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Tuesday 1 November 2011

Charité-Genitalverstümmler PD Dr. Heiko Krude: "Nicht zu operieren wäre eine Art von Gewalt"

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Kann ein Zwitter Sünde sein? PD Dr. med. Heiko Krude ist stellvertretender Klinikdirektor am "Institut für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie" im "Otto Heubner Centrum für Kinder- und Jugendmedizin" des Campus Virchow-Klinikum der Berliner Charité.

Wie u.a. seine Chefin Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich und der aktuelle Charité-Chefgenitalabschneider Prof. Dr. Martin Westenfelder ist auch Heiko Krude ein offensichtlich unbelehrbarer Propagandist und Profiteur von medizinisch nicht notwendigen, kosmetischen Genitaloperationen an wehrlosen Kindern, der gern öffentlich verkündet, Gewalttäter seien nicht etwa er und seine VerstümmlerkollegInnen – neiiiiin, Gewalt wäre es im Gegenteil, Kinder NICHT zu verstümmeln:

PD Dr. med. Heiko Krude (Charité): “Wenn Sie eine Patientin nicht operieren, etwa ein Mädchen mit Adrenogenitalem Syndrom, von denen wir wissen, dass sie sich als Mädchen entwickeln werden, das wäre eine Art von Gewalt, dieses Kind nicht zu operieren, weil es sonst Jahre einer sehr schwierigen Entwicklung mit einem uneindeutigen Genitale durchmachen muss.” (Deutsche Welle 16.05.2011, Quelle Transkript)

Offensichtlich kümmert es auch Dr. Heiko Krude herzlich wenig, dass die angeblich positive "Wirksamkeit" der Verstümmelungen nie erwiesen werden konnte, sondern die Opfer im Gegenteil seit Jahrzehnten den daraus resultierenden Verlust der sexuellen Empfindsamkeit und Verletzung ihres Rechts auf körperliche Unversehrtheit öffentlich anklagen – und die negativen Folgen der Verstümmelungen bekanntlich auch von Studien der GenitalabschneiderInnen selbst bestätigt werden.

>>> 10.-13.11.11: Proteste gegen Charité-VerstümmlerInnen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter  

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Friday 21 October 2011

"6. JA-PED 2011" @ Charité, 11.-13.11.: Ethische Perspektive auf kosmetische Genitaloperationen an Kindern? Wir doch nicht!

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

In 3 Wochen treffen sich die "Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Endokrinologie (APE)" inkl. ihre für diverse Verstümmler-Leitlinien mitzeichende "Arbeitsgruppe DSD" sowie die "Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD)" im Campus Virchow-Klinikum der Charité zum 6. gemeinsamen Jahrestreffen – auch dieses Jahr wieder flankiert von friedlichen Protesten.

Traditionell werden im Vorfeld der Veranstaltung die Abstracts der dort gehaltenen Vorträge in der "Monatschrift Kinderheilkunde" publiziert, dieses Jahr eingeführt durch ein Grusswort (>>> Scan als JPG, 69 KB) der Organisatoren Dr. Dirk Schnabel und PD Dr. Klemens Raile vom "Otto-Heubner-Centrum für Kinder- und Jugendmedizin" der Charité.

Diesem Grusswort ist zu entnehmen, dass diesmal am Jahrestreffen tatsächlich auch "ethische Perspektiven" erörtert werden sollen, jedoch – Überraschung! – ausdrücklich nicht in Bezug auf die Genitalverstümmelungen in hiesigen Kinderkliniken unter reger Beteiligung der APE, sondern ausschliesslich in Bezug auf "die neuen, genomweiten Sequenziertechniken".

Bei oberflächlichem Studium des Grussworts könnte Mensch gar zum Schluss kommen, Genitalverstümmelungen stünden beim 6. Jahrestreffen gar nicht auf der Traktandenliste. Tatsächlich sind sie jedoch einfach gut versteckt in der Rubrik "Entwicklungsbiologie endokriner Organe". Mehr zu entsprechenden Veranstaltungen an der diesjährigen JA-PED folgt ...

Saturday 15 October 2011

Live-Genitalverstümmelungen in Tübingen 2005-2011: Von "einzeitigen Hypospadiekorrekturen" und "Harnröhrenverlegungen" über "Wiederholungsprozeduren", "RettungsOPs" und "gescheiterte Hypospadie" zum "Hypospadiekrüppel"

ddd

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Am Protest gegen das "1st ESFFU-EFGURS Joint Meeting" letzte Woche in Tübingen (siehe Bild) sprachen wir mit einer Journalistin des "Schwäbischen Tagblattes", die sagte, ein ungenannt bleibender verantwortlicher Tübinger Medizyner hätte ihr gesagt, hier würden gar keine Kinder operiert.

Dies, obwohl in Tübingen nachweislich wiederholt wehrlose Kinder an Kongressen "live" verstümmelt wurden (und auch sonst regelmässig im "Universitästsklinikum Tübingen UKT" verstümmelt werden), und die für die bisherigen Live-Verstümmelungs-Kongresse verantwortlichen Tübinger Operateure Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, Prof. Dr. med. Karl-Dietrich Sievert, Dr. med. Jörg Seibold, Dr. med. Udo Nagele und Dr. med. Saladin Helmut Alloussi regelmässig über kosmetische Genitaloperationen an Kindern publizieren beispielsweise im Alter "von 1.4 bis 14 Jahren (Durchschnitt: 3.8 Jahre)" (vgl. Seibold, Stemzl, Sievert et. al. BJU Int 100, 2007, PDF; Seibold, Alloussi, Sievert, Stenzl et. al. CEJUrol 63, 2010, PDF).

Obendrein schwärmen die Verstümmler gern in bekannt überheblicher und menschenverachtender Weise von – Überraschung! – chirurgischen "Herausforderungen"  inkl. verbesserten "Nachbesserungsmöglichkeiten" mit "Transplantaten", vgl. etwa die im Offenen Brief erwähnte Publikation von Seibold, Nagele, Sievert und Stenzl in Der Urologe 44 mit dem bezeichnenden Eröffnungssatz im Abstract: "Harnröhrenrekonstruktionen stellen bei Erwachsenen, jedoch bei Kindern und Jugendlichen umso mehr, eine Herausforderung an den Operateur dar."  (Auf langjährige Follow-Ups verzichtet auch diese Publikation aus naheliegenden Gründen.)

Da das "Schwäbische Tagblatt" m.W.n. nichts über die Tagung veröffentlichte, jedoch anzunehmen ist, dass die betreffenden MedizynerInnen solche Aussagen auch sonst herumreichen, nachfolgend einige Quellen zum Thema "Traditionelles 2-jährliches Herbst-Live-Genitalverstümmeln in Tübingen":

Vor dem diesjährigen "1st ESFFU-ESGURS" fanden in Tübingen bereits 4 sog. "Symposien Rekonstruktive Urologie" statt, ebenfalls jeweils in den ungeraden Jahren im Herbst und ausgerichtet von denselben lokalen Veranstaltern aus der "Klinik für Urologie" des "Universitätsklinikum Tübingen (UKT)", jedesmal als besonderen "Höhepunkt" inkl. "Live Operationen" a.k.a. "Direktübertragungen von Live-Operationen mit 'perioperativer' Diskussion einzelner Behandlungsschritte" (Ankündigung II. Symposium, 2005).

Von diesen "Symposien Rekonstruktive Urologie" sind die Programme der jeweils im "Universitätsklinikum Tübingen (UKT)" abgehaltenen Symposien II-IV noch online einsehbar. In allen firmierten berüchtigte spezialisierte pädiatrische "Live-Operateure" sowie weitere "Experten", die sich explizit mit kosmetischen "Korrekturen" an Kindern befassen, darunter:

2005: "II. Symposien Rekonstruktive Urologie: Harnröhrenrekonstruktion bei Erwachsenen und Kindern"
(>>> Programm als PDF)
(Organisation & Leitung: Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, OA Dr. med. Jörg Seibold)

Margit Fisch, Hamburg (Altonaer Kinderkrankenhaus AKK):
Referat: "Hypospadie: Management von Komplikationen"
"Live-Operationen mit Direktübertragung in den Hörsaal: Endoskopische Strikturbehandlung, Strikturinzision mit End-zu-End Anastomose, MAGPI, gestielter Vorhautlappen (Onlay), bulbäre Harnröhrenrekonstruktion mit Wangenschleimhaut, etc. Operateure: Margit Fisch, Udo Nagele, Marcus Riccabona, Dorothea Rohrmann, Wolfgang Rösch, Jörg Seibold, Arnulf Stenzl, Ulrich Drews"

Marcus Riccabona, Linz (Kinderurologie Barmherzige Schwestern):
Referat: "Hypospadie: Zeitpunkt und Korrekturmöglichkeiten der kongenitalen Harnröhrenmissbildungen"
"Live-Operationen mit Direktübertragung in den Hörsaal: Endoskopische Strikturbehandlung, Strikturinzision mit End-zu-End Anastomose, MAGPI, gestielter Vorhautlappen (Onlay), bulbäre Harnröhrenrekonstruktion mit Wangenschleimhaut, etc. Operateure: Margit Fisch, Udo Nagele, Marcus Riccabona, Dorothea Rohrmann, Wolfgang Rösch, Jörg Seibold, Arnulf Stenzl, Ulrich Drews"

2007: "III. Symposium Rekonstruktive Urologie: Urethra-, Hypospadiekorrektur, rekonstruktive Laparoskopie"
(>>> Programm als PDF)
(Organisation & Leitung: Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, Dr. med. Jörg Seibold, Dr. med. Udo Nagele, Dr. med. David Schilling, Markus Renninger)

Laurence Baskin, San Francisco (Kinderurologie Universitätsklinik SF):
Vortrag: "Hypospadie"
"Live-Operationen: Onlay"
(vgl. auch Laurence Baskins Lügen über Anzahl kosmetische OPs an Minderjährigen vor der San Francisco Human Rights Commission, 2005. Baskin gab dort an, in seiner Klinik würde 1 kometische Genitaloperation pro Jahr durchgeführt; eine Anfrage der SFHRC bei der betreffenden Klinik ergab dann allerding im Zeitraum 2000-2003 insgesamt 311 kosmetische Genitaloperationen an Minderjährige, d.h. knapp 78 pro Jahr, vgl. Report als PDF S. 52-53. Als Reaktion darauf unterstellt Baskin der Kommission darauf öffentlich gewalttätige Absichten: "Ich dachte, sie würden mich erschiessen!", vgl. Stanford Medicine Spring 2011 PDF, S. 26. Laurence Baskin war u.a. auch Referent am "3rd EuroDSD Symposium 2011" in Lübeck.)

Christian Radmayr, Innsbruck (Kinderurologie Medizinische Universität):
Vortrag: "VUR-Endoskopische Refluxkorrektur vs. HL-Neuimplantation"
"Live-Operationen: Hypospadie"

2009: "IV. Symposium Rekonstruktive Urologie: Geschlechtsangleichende Operation, Rekonstruktion äußeres Genitale, VUR-Korrektur" (>>> Programm als PDF)
(Organisation & Leitung: Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, Prof. Dr. med. Karl-Dietrich Sievert, Dr. med. Jörg Seibold, Dr. med. Saladin Helmut Alloussi)

Marcus Riccabona, Linz (Kinderurologie Barmherzige Schwestern):
"Live Operationen: Hypospadie"

Karl-Dietrich Sievert, Tübingen (Urologische Klinik, Universitätsklinikum):
Vortrag: "Harnröhrenchirurgie: Unterschiede bei Kindern und Erwachsenen"

Guy Bogaert, Leuven Belgien (Kinderurologie, Universitätskrankenhaus):
Vortrag: "Kinderurologie in Europa: Leitlinien"

Vom Symposium 2009 ist uns weiterhin der Bericht einer Teilnehmerin bekannt, wonach Kinder operiert wurden, die der Operateur zumindest zum Teil das erste Mal sah, als sie bereits narkotisiert auf dem Tisch lagen, in einem Fall habe de Operateur gar angemerkt, der Befund sei anders, als er ihn sich aufgrund der Akten vorgestellt habe, aber er operiere jetzt trotzdem. Zudem mindestens eine OP ("Korrektur schwere Hypospadie") ohne genaue (Intersex-)Diagnostik erfolgt, obwohl zumindest schwere Hypospadien unter Medizinern offiziell als "DSD" gelten, vgl. z.B. Vortrag Susanne Krege DGU 2011.

2011: "1st ESFFU-EFGURS Joint Meeting" (>>> Programm als PDF)
(Organisation & Leitung: Prof. Dr. med. Karl-Dietrich Sievert, Dr. med. John Heesakkers, Prof. Dr. med. Serdar Deger)

Über die auch heuer wieder vertretenen Tübinger "Live-Operateure" Prof. Dr. med. Arnulf Stenzl, Prof. Dr. med. Karl-Dietrich Sievert und Dr. med. Jörg Seibold und ihre Verbindungen zu Genitalverstümmelungen an Kindern vgl. die oben im 2. und 3. Abschnitt dieses Posts verlinkten Quellen.

Vom diesjährigen "1st ESFFU-ESGURS" liegen uns keine konkreten Angaben über das Alter der kosmetisch "Live-Operierten" vor. Teilnehmer, mit denen wir Kontakt hatten, erwähnten "Live-OPs" an Erwachsenen, wollten uns aber nicht bestätigen, dass ausschliesslich Erwachsene und keine Minderjährigen operiert würden.

Uns ist bekannt, dass die in unserem Offenen Brief (nebst Seibold, Sievert und Stenzl) namentlich erwähnten diesjährigen "Live-OperateurInnen" Daniela Andrich (London), Anthony Mundy (London) und Enzo Palminteri (Arezzo) über "Redo-Surgeries" ("Wiederholungsoperationen") bei Erwachsenen mit "Failed Hypospadias" ("gescheiterte Hypospadie") bzw. "Hypospadias Cripple" (Hypospadie Krüppel") publizieren (siehe unten), Erwachsene, bei denen aufgrund der vorherigen "gescheiterten" OPs im Kindesalter oft tatsächliche, z.T. massive medizinische Indikationen für OPs bestehen (z.B. bei Harnröhrenverengungen).

Doch sogar wenn dieses Jahr in Tübingen zur Abwechslung ausschliesslich medizinisch notwendige "Redo-OPs" an Erwachsenen vorgenommen wurden, ist dies für unsere Menschenrechtsgruppe zwar nicht dasselbe wie kosmetische Eingriffe an Unmündigen, doch bleibt die Thematisierung und Durchführung solcher Eingriffe an einem Kongress trotzdem unhaltbar, solange nicht gleichzeitig auch ihre Verursachung durch kosmetische Eingriffe in der Regel an Kindern adäquat angesprochen werden, sondern womöglich im Gegenteil durch Glorifizierung von "Salvage Surgeries" ("Rettungsoperationen") vom eigentlichen Problem abgelenkt wird. (Wie dies leider oft geschieht, vgl. etwa die Publikation der in Tübingen 2005 als Live-Verstümmlerin aufgetretenen, berüchtigten Hamburger Chirurgin Prof. Dr. Margit Fisch: "Salvagestrategien nach Komplikationen der Hypospadiechirurgie" in Der Urologe 46, 2007).

Ebenso, wenn nicht zumindest adäquat thematisiert wird, dass das Versprechen der (Kinder-)ChirurgInnen, "unauffällige Penisse" zu produzieren, klar nicht den Tatsachen entspricht, vgl. z.B.:

Anthony Mundy / Daniela Andrich: "Hypospadias–Historical Aspects", Folie 12: "Post Operative - General" (>>> PDF S. 12 - WARNUNG!!!)

Enzo Palminteri et.al.: European Urology 49 (2006), vgl. speziell S. 892 "(B) Excellent appearance of the buccal mucosa graft 6 mo after the transplant" (>>> PDF S. 892 - WARNUNG!!!)

>>> Tübingen: "Live Verstümmelungen" - Zwitter attackieren Kinderchirurgen
>>> Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg
>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch
>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter  

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Sunday 9 October 2011

Genitalverstümmelungen in Berliner Kinderkliniken: Senat hat angeblich "keine Erkenntnisse" - TGNB/TrIQ/IVIM lassen sich seit Jahr und Tag unwidersprochen als Feigenblatt vorschieben

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Kann ein Zwitter Sünde sein?2010 befasste sich der Berliner Senat zum ersten Mal mit Fragen zu Umfang und (menschen-)rechtlicher Beurteilung von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken in seinem Zuständigkeitsbereich.

Anlass dazu war eine kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus Berlin >>> Drucks. 16/144436 (PDF, 38 KB), deren Text wörtlich aus früheren von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org initiierten parlamentarischen Anfragen übernommen worden war (mit Ausnahme der Auslassung der Teilfragen betreffend Peer Support für direkt Bedrohte oder bereits Betroffen gemachte, sowie der nicht minder fragwürdigen Sexualisierung des Titels).

In seiner Antwort stellte sich der Berliner Senat schamlos und tatsachenwidrig gleich selber einen Persilschein aus, indem er die Durchführung von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern a.k.a. Genitalverstümmelungen in diversen Berliner Kinderkliniken pauschal rundheraus abstritt:

„Dem Senat liegen keine Erkenntnisse über konkrete Fälle mit derartigen Eingriffen oder Therapien vor. Eine rechtliche Beurteilung ist somit nicht möglich.“ (Drucks. 16 / 14436, S. 2). 

„Auch gibt es keine Erkenntnisse darüber, ob und welche Krankenhäuser in Berlin solche Behandlungen an Kindern vorgenommen haben.“
(Drucks. 16 / 14436, S. 1).
 

• Tatsache bleibt, dass „solche Behandlungen an Kindern“ in Berlin sowohl in der Charité wie auch in verschiedenen Privatkliniken seit Jahr und Tag systematisch „vorgenommen“ werden, obwohl es sich dabei klar um schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen handelt, namentlich gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung. 

• Tatsache bleibt, dass der Senat, der diese Verstümmelungen duldet und durch Wegschauen und Leugnen unterstützt, in der Antwort zu seiner Weisswaschung abschließend als Feigenblatt auf ein von ihm publiziertes "Fachgespräch" mit den üblichen "(Trans-)Gender-ExpertInnen" verweist (Drucks. 16 / 14436, S. 2). In diesem Doku 22 "Zur Trans- und Intergeschlechtlichkeit" werden Betroffene von Genitalverstümmelungen in Kinderklinken eimal mehr durch VertreterInnen dritter Interessengruppen vereinnahmt, darunter Es/Thoralf Mosel und weitere Funktionäre u.a. von "Transgender Netzwerk Berlin (TGNB)" und "TransInterQueer (TrIQ)"

• Tatsache bleibt, dass auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sich schon öffentlich als Zwitterbeschützer aufspielte, während er in Tat und Wahrheit die Leiden der Betroffene von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken ebenfalls bloss als Mittel zum Zweck für Schwulen-, Lesben- und Trans-Anliegen instrumentalisiert ("Sexuelle Identität ins Grundgesetz").

Fazit: Heute noch schauen der Berliner Senat, der Regierende Bürgermeister und ihre sich offensichtlich willig als Feigenblätter vorschieben lassenden "(Trans-)Gender-ExpertInnen" krampfhaft in die andere Richtung, während gleichzeitig in Berliner Kliniken weiterhin jährlich Dutzende wehrloser Kleinkinder irreversibel genitalverstümmelt werden – wie lange noch?! 

(Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gibt unbestrittenermassen ne ganze Menge LGBTQs, die mit Zwittern solidarisch sind ohne sie zu vereinnahmen  – wir treffen welche an jedem Protest und sind froh darum. — Auch von den Vereinnahmer_innen haben bestimmt viele "nur die besten Absichten" – aber um die Verstümmelungen endlich zu stoppen, ist gut gemeint nunmal definitiv nicht gut genug.)

>>> "Inter*Tagung"/IVIM/TrIQ drücken sich vor inhaltlicher Diskussion 

>>> Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung

>>> 150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter   

Wednesday 5 October 2011

Deutschland: Hunde besser vor Verstümmelung und Kastration geschützt als Kinder

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Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

Seit 15 Jahren klagen zwangsoperierte Zwitter in Deutschland und weniger lang auch in Österreich und in der Schweiz die Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken öffentlich an und fordern die Medizyner zum Aufhören und die Politik zum Handeln auf – bisher vergeblich:

  • Die Bundesregierung gab wiederholt zu Protokoll, von unzufriedenen Zwangsoperierten nichts zu wissen (Drucks. 14/5627), und sah keinen Handlungsbedarf (--> Drucks. 16/13269). 
  • Die Hamburgische Bürgerschaft befasste sich zwar 2009 mit den Verstümmelungen, klammerte dann aber in den konkreten Vorstössen zum Thema stillschweigend ausgerechnet die GenitalOPs jedesmal aus.
  • Der Berliner Senat durfte im Sommer 2010 widerspruchslos verkünden, angeblich "keine Erkenntnisse über konkrete Fälle mit derartigen Eingriffen oder Therapien" zu haben (--> Drucks. 16 / 14436)
  • Der Bremer Gesundheitsminister durfte in Februar 2011 ebenfalls tatsachenwidrig und unwidersprochen behaupten, "Intersexuelle" würden angeblich seit 10 Jahren nicht mehr verstümmelt.

Aktuell sind in Deutschland Haustiere deutlich besser geschützt als Kinder: Während z.B. Hunde ohne medizinische Notwendigkeit weder kupiert noch kastriert werden dürfen, wird in den Kinderkliniken ungehindert weiter kosmetisch verstümmelt und kastriert.

(In der Schweiz und in Österreich ist das Kupieren von Haustieren ohne medizinische Notwendigkeit übrigens ebenfalls verboten, in der Schweiz gilt dies auch für die Einfuhr bereits kupierter Tiere. Kastration von Hunden ist in der Schweiz hingegen legal und für die Tierärzte lukrativ, siehe: "Dreimal nicht pariert, schon wird er kastriert.")

Laut neuesten BMBF-Studien sind in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ab 3 Jahren unverändert 90% aller bedrohten Kinder durchschnittlich mehrfach "kosmetisch genitaloperiert". 

Ähnlich wie bei Betroffenen von sexualisierter Gewalt ("Kindesmissbrauch") ist der Rechtsweg für Überlebende von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken ein Alptraum und eine Farce. Da die Verstümmelungen in der Regel vor dem 2. Lebensjahr erfolgen, haben Überlebende in der Regel keine Chance, vor Ablauf der Verjährung zu klagen. Die meisten leiden ein Leben lang an durch die Verstümmelungen und das Verheimlichen der "Behandlungen" versursachten, schweren Traumatisierungen.

JEDEN TAG wird allein in Deutschland in einer Kinderklinik ein wehrloses Kleinkind genital "kupiert" und/oder kastriert – wie lange noch???  

Genitalabschneiderin Susanne Krege: «Als ich näher kam, las ich dann auf den Transparenten: "Weg mit verstümmelnden Operateuren!" Da merkte ich natürlich, dass das gegen meinen Vortrag gerichtet war ...» ("DGU 2011", Hamburg 15.9.)

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Bild: Das nachfolgend im "DGU 2011"-Vortrag angesprochene "persönliche Erlebnis":
UK Aachen, 30.05.2011 - Christiane Völling protestiert gegen "Ethik"-Vortrag
von Genitalabschneiderin Susanne Krege
(im Bild ganz rechts)

Am 14.-17. September fand in Hamburg der "63. Jahrekongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie" a.k.a. "DGU 2011" statt. Zwischengeschlecht.org war nicht vor Ort, da wir schon in London gegen die "ISHID"-Live-Genitalverstümmelungen protestierten. Inzwischen sind jedoch die "DGU 2011"-Vorträge in vorbildlicher Weise audiovisuell online dokumentiert – und siehe da:

Author: Susanne Krege (Alexianer Krankenhaus Maria-Hilf, Krefeld)
Session: Fo 7 - Adoleszentenurologie - die Langzeitergebnisse der Kinderurologie
Title: Störungen der sexuellen Differenzierung (Disorders of sexual differentiation – DSD)
Event: DGU Hamburg 2011
Date: September 15, 2011 15:36
Room: Saal 8
Excerpt: 00:00:00—00:00:56

Prof. Dr. Susanne Krege: "Meine sehr verehrten Damen und Herren, mein Thema [...] sind die Störungen der sexuellen Entwicklung oder auch Disorders of sexual differentiation genannt, kurz DSD. Um Ihnen klarzumachen, worum es geht, möchte ich mit einem kleinen persönlichen Erlebnis anfangen, das ich Anfang des Jahres hatte. Ich war von Aachener Studenten eingeladen, im Rahmen einer [Ethik-]Ringvorlesung zu diesem Thema einen Vortrag zu halten. Ich freute mich sehr über diese Einladung, weil ich in Aachen studiert habe, und kam dann am späten Nachmittag in Aachen an, ein reges Treiben auf dem Klinikvorplatz, und ich sah einige Transparente aufgestellt und dachte, na ja, die Studenten haben wieder irgend ein Anliegen. Als ich näher kam, las ich dann auf den Transparenten "Schluss mit Operationen beim unmündigen Kind!" und "Weg mit verstümmelnden Operateuren!". Da merkte ich natürlich, dass das gegen meinen Vortrag gerichtet war ..."

Obacht, nach der 53. Sekunde wird der Vortrag dann in Powerpoint-Folien-Bild und Wort schnell mal ziemlich igittigitt (obwohl ich selber bisher nicht dazukam, ihn mir in seiner Gänze anzutun). In Aachen hatte Frau Krege übrigens noch frech behauptet, erwachsene Betroffene würden ihre Verstümmelungen an wehrlosen Kindern befürworten, und führte dazu einmal mehr die Selbsthilfegruppe "XY-Frauen" als angebliches Beispiel an ...
>>> Ganzer AV-Podcast - TRIGGERWARNUNG!
>>> Nur Audio (mp3)

Übrigens stellt Chef-Pädoverstümmlerin Krege in Hamburg an der "DGU 2011" bereits in der 2. Folie wiederum unmissverständlich klar, dass für ihre Zunft kosmetische "Hypospadiekorrekturen" klar in die Rubrik "intersexuelles Genitale" gehören:

>>> Offener Brief zu Kreges "Ethik"-Vortrag, UK Aachen 30.5.11 

>>> Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie" unethisch

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter 

Friday 2 September 2011

London 15.-19.09.2011: Proteste + Info gegen Genitalabschneiderkongress "ISHID 2011"

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>>> Genital Mutilators Converging in London, Protests   >>> stop.genitalmutilation.org 

STOP Genital Mutilation in Children's Clinics!

Zwischengeschlecht.org on FacebookLondon, September 17-19, 2011:
PROTESTE GEGEN "ISHID"-GENITALVERSTÜMMLER
+ Public Info Meetings September 15-16

Aus Anlass des "IV Weltkongress über Hypospadie und
Störungen der Geschlechtsentwicklung DSD" a.k.a. "ISHID 2011",
inkl. "Live Operationen"

>>> mehr Info, alle Orte & Termine

Monday 22 August 2011

Aktuelle Termine

Ostschweizer Kinderspital St. Gallen, 6.2.11 (Bild: Seelenlos)

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>>> Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012

Die ganze Geschichte des Fortschritts menschlicher Freiheit zeigt, dass alle Zugeständnisse, die ihren hehren Forderungen bisher gemacht wurden, aus dem Kampfe geboren sind ... Ohne Kampf gibt es keinen Fortschritt. Die, welche behaupten, für die Freiheit zu sein, Agitation aber ablehnen, sind [Menschen], die ernten wollen, ohne den Grund umzupflügen. Sie wollen Regen ohne Blitz und Donner. Sie wollen den Ozean ohne das grässliche Tosen seiner Wassermassen. Der Kampf mag ein moralischer sein; oder er mag physisch sein; oder er mag moralisch und physisch sein, aber ein Kampf muss stattfinden. Macht gewährt keine Zugeständnisse ohne Forderungen. Sie hat es nie getan und wird es nie tun ...
Frederick Douglass, ehemaliger Sklave und Abolitionist, 1857
(Zitiert nach: Howard Zinn: "Eine Geschichte des amerikanischen Volkes", S. 180f.)

Dresden, 10.9.11: Vortrag von Anja Gregor: "Aus der Tabuisierung in die Selbstermächtigung - die Intersex-Bewegung seit den 1990er Jahren", 21h RM 16  >>> mehr

London, 17.-19.9.11:  Friedliche Proteste gegen "IV. World Congress on Hypospadias and Disorders of Sex Development" (inkl. "Live-Operationen")  >>> mehr

Tübingen, 6.-8.10.11: Friedliche Proteste gegen "1st Joint Meeting of the EAU Section of Female and Functional Urology (ESFFU) and the EAU Section of Genito-Urinary Surgeons (ESGURS)" a.k.a. "V. Symposium Rekonstruktive Urologie" (inkl. "Live-Operationen"), mehr dazu in Kürze

Berlin, 7.-9.10.11: 1. Berliner Inter*Tagung  >>> Homepage
Zwischengeschlecht.org hat einen Vorschlag für eine Diskussion über konkrete Schritte zur Beendigung der Verstümmelungen eingereicht.

Berlin 11.-13.11.11: Friedliche Proteste gegen "6. Gemeinsame Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)" in der Genitalverstümmlerklinik Charité, mehr dazu demnächst

Wir sehn uns, wo die Action ist!  Weitere sachdienliche Hinweise jederzeit willkommen!

>>> Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012 

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Thursday 28 July 2011

"Viele Betroffene fragen, wodurch sich die „geschlechtsangleichenden Operationen“ von „Genitalverstümmelungen“ nordafrikanischer Ethnien, die wir zu Recht verurteilen, unterscheiden." - ETEKAR zu Beitrag von Dr. Jörg Woweries (VII)

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>>> Fussnoten/Quellen UPDATE

Nachfolgend dokumentiert dieser Blog einen Kommentar zum Beitrag von Dr. Jörg Woweries: "Hinter Unterschieden versteckt sich die Normalität" von ETEKAR, der vom Deutschen Ethikrat im Online-"Diskurs" das Recht auf freie Meinungsäusserung verweigert wird: 

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken!

Sehr geehrter Herr Dr. Woweries,

zu Ihrem neuen Beitrag möchte ich gerne mein Wissen einbringen und Ihre Zeilen:

"Viele Betroffene fragen, wodurch sich die „geschlechtsangleichenden Operationen“ von „Genitalverstümmelungen“ nordafrikanischer Ethnien, die wir zu Recht verurteilen, unterscheiden. Es ist die gleiche fixe Idee, es „richtig“ zu machen. Es ist dort eine Jahrhunderte alte Tradition, hier ein Jahrzehnte alter medizinischer Brauch, der erst seit wenigen Jahren hinterfragt wird, aber noch nicht geändert ist. Die Tabuisierung hiesiger genitalmedizinischer Praktiken hat verhindert, dass die  Öffentlichkeit den „geschlechtsangleichenden Operationen“ ein gleiches Verbot entgegengesetzt."

aufgreifen.

Wie aus der Dissertation von Hans Martin Wisseler [1] auf Seite 1 hervorgeht, unterscheiden sich die rassistisch motivierten Genitalamputationen und Verstümmelungen an der größten Gruppe zweigeschlechtlicher Säuglinge in nichts, aber auch in gar nichts von den afrikanischen und über den gesamten arabischen Raum verbreiteten Genitalverstümmelungen, denn wie wir der Dissertation von Hans Martin Wisseler entnehmen können, wurden die afrikanischen Genitalverstümmelungen als "Vorbild" gepriesen und genommen.

Der pharaonische Jungfrauenkult, der erstmals in der Gechichte der Menschheit unter Ramses dem II auftauchte, diente dazu, die Fertilität der Frau zu zerstören, weil in Ägypten Hungersnot herrschte und auf diese Weise eine Geburtenkontrolle erreicht wurde! Wie im alten Ägypten ging es auch bei den Nazis und bis in die 80-er Jahre in der BRD unter den alten Naziverbrechern darum, die Fertilität der von Natur aus reproduktionsfähigen zweigeschlechtlichen Menschen zu zerstören!

Es ging dabei niemals um eine fixe Idee es "richtig" im Interesse des Kindes zu machen, sondern es ging und geht seit Jahrtausenden um die Kontrolle/Zerstörung der weiblichen Sexualität, wenn es um Genitalverstümmelungen geht, egal ob in Afrika, Asien, Europa oder den USA. Für die Genitalverstümmelungen von amerikanischen Frauen im 19. Jahrhundert als medizynische Behandlung gegen psychiatrische Erkrankungen lohnt sich der Beitrag von Marion Hulverscheidt [2] zum Lesen.

Die Genitalverstümmelung an europäischen Mädchen zwecks Bestrafung ist auch weit verbreitet gewesen, wie einem Buch von Prof. Dr. Gisela Zenz [3] zu entnehmen ist. Der kranke Diskurs der Genitalverstümmelung an Kindern in Europa zwecks Strafe und Reglementierung für Ungehorsam sowie die Verstümmelung von Armen und Beinen um besser für das Betteln eingesetzt werden zu können, ist ein Relikt aus dem 18. und 19. Jahrhundert, welches noch bis heute in der Hamburger Innenstadt anzutreffen ist. Die Genitalverstümmelung und Genitalamputationen von zweigeschlechtlichen Menschen allerdings, tritt in der Geschichte der Menschheit erstmals in Nazideutschland auf den Plan und wurde bis in die 80-er Jahre von allen den medizynischen Naziverbrechern verübt, die nicht in Nürnberg hingerichtet worden sind! aufgrund der! 

Von einem jahrzehnte alten medizynischen Brauch in der BRD zu sprechen, wo es sich um gezielten Völkermord/Genozid handelt, halte ich für eine Verharmlosung. Diese Verbrechen werden übrigens, wie wir aus zahlreichen Dissertationen wissen, von einigen wenigen mutigen und den Menschrechten zugewandten deutschen Ärzten! bereits seit Jahrzehnten auf das schärfste verurteilt, nicht nur, wie dem Büchlein: "Geschlechtswechsel" von Prof. Dr. Volkmar Sigusch zu entnehmen ist, sondern auch anderen Schriften.

Eine nachträgliche Anmerkung noch zum PStG: In sämtlichen medizynischen Dissertation, die ich aus dem Zeitraum von 1933 bis 1996 gelesen habe, wurde meiner Erinnerung nach kein einziges Mal das Personenstandsgesetz als medizynischer Grund für die Verstümmelung genannt! Das Pseudoargument, dass das PStG für die Verstümmelungen ursächlich ist, wurde erst ab einem bestimmten Zeitpunkt ebenso wie die Lüge, dass John Money die Wurzel allen Übels ist, in der BRD von den TäterInnen verbreitet.

Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar, auch und ganz besonders, wenn sie aus Nazideutschlands Konzentrationslagern kommt und von den TäterInnen noch Jahrzehnte darüber hinaus ungestraft verbreitet wird! Ist doch traurig, dass im Online-Diskurs die Wahrheit nur des Taktierens und der Ziele einiger weniger wegen ausgelöscht worden ist! Wissenschaft sollte immer die Forschung nach Wahrheit ohne Taktieren bestimmter durchsetzbarer Ziele bedeuten.

Zu kosmetischen Operationen an Kindern, als die viele Verbrecher diese Verbrechen wider die Menschlichkeit ausgeben, können Eltern übrigens keine rechtswirksame Einwilligung erteilen, da kosmetische Operationen an Kindern unzulässig sind. Mit dieser Thematik hat sich Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern [4] in einem rechtswissenschaftlichen Aufsatz detailliert auseinandergesetzt. Dass kosmetische Operationen an Minderjährigen unzulässig sind, ist rechtlicher Konsens unter JuristenInnen.

Im übrigen kann bei Genitalamputationen nicht von einer Angleichung gesprochen werden, denn eine Angleichung ist überhaupt nur an etwas (noch) Vorhandenes möglich, davon kann aber bei ca. 200 in der medizynischen Literatur auffindbaren zweigeschlechtlichen Säuglingen nicht die Rede sein.

Die Öffentlichkeit muß den verübten Verbrechen wider die Menschlichkeit und dem Genozid an zweigeschlechtlichen Menschen kein gleiches Verbot entgegensetzen, wie es bei den afrikanischen und arabischen Genitalverstümmelungen geschieht, sondern die dazu berufenen Stafverfoglungsbehörden müssen dieses bereits seit dem 23. Mai 1949 bestehende Verbot gegen die TäterInnen durchsetzen!!! Es ist nicht die Öffentlichkeit, die versagt hat, sondern ein ganzer Berufsstand und die Bundesrepublick Deutschland als ein Staat, der es bis heute nicht geschafft hat, sich ehrlich mit seiner NS-Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen. Wo ist die medizinische Vereinigung, die sich damit befaßt, was in der medizinischen Behandlung bis heute Nazimethoden sind!

Ein kleiner Teil von Juristen hat zumindest für das Recht eine solche Aufarbeitung mit Gründung des Forums für Justizgeschichte begonnen. Mediziner haben meines Wissens nach damit noch nicht einmal begonnen und die BRD auch nicht!

Mit bestem Gruß

ETEKAR

[Zusätzliche Abschnitte zur leichteren Lesbarkeit durch Zwischengeschlecht.info]

Fussnoten/Quellen (UPDATED) [hinzugefügt durch Zwischengeschlecht.info]

[1] Wisseler, Hans Martin: "Harnweginfektionen nach Klitorektomien bei Mädchen mit kongenitalem adrenogenitalem Syndrom AGS", Hamburg, Dissertation (1977). Zu Wisseler vgl. auch vom Ethikrat zensurierte Kommentare von ETEKAR auf dem Online-"Diskurs" Nr. 129 und Nr. 189 sowie Kommentare von Einhorn auf diesem Blog vom 16.6.09, 13.7.09, 17.9.09 und 14.1.10.

[2] Marion Hulverscheidt: "Weibliche Genitalverstümmelung. Diskussion und Praxis der Medizin während des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum", Dissertation (2000). Vgl. auch: Marion Hulverscheidt: "Weiblich gemacht? Genitalverstümmelung bei afrikanischen Frauen und bei Intersexuellen", in: Menschenrechte für die Frau Nr. 3/4 (2004).

[3] Gisela Zenz: "Kindesmißhandlung und Kindesrechte. Erfahrungswissen, Normstruktur und Entscheidungsrationalität", Suhrkamp 1979, S. 29-31  

[4] Siehe: Kern, Bernd-Rüdiger / Köhler, Knut: „Beschneidung in Deutschland: Religionsfreiheit oder Körperverletzung?“, Ärzteblatt Sachsen 3/2006, S. 104f (>>> PDF-Download)

Siehe dazu weiter:
Stehr, Maximilian; Putzke, Holm; Dietz, Hans-Georg: "Zirkumzision bei nicht einwilligungsfähigen Jungen: Strafrechtliche Konsequenzen auch bei religiöser Begründung", Deutsches Ärzteblatt 2008; 105(34-35): A-1778 / B-1535 / C-1503
+ weitere 13 Artikel u.a. von Prof. Dr. Holm Putzke 

>>>
Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)
>>>
Zensur 2.0 - Ethikrat löscht Kommentar von ETEKAR (II)  
>>> Meinungsäusserung à la Ethikrat: Verstümmeln akzeptieren oder Maulkorb (III) 
>>>
Dokumentation der Zensur auf dem Ethikrat-Online-"Diskurs" (IV) 
>>>
Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org 19.7.11    >>> Dementi Deutscher Ethikrat
>>>
Prof. Hans Naujoks – "seit 1934 rassistische Operationen an Intersexuellen" (V) 
>>> Deutscher Ethikrat: Privilegien für Genitalverstümmler, Zensur für Opfer   

>>> Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Unzensierte Version: Draufklicken (PDF, 3.3 MB)
>>> Flugblatt zur Anhörung (PDF, 3.3 MB)
         WARNUNG: 2. Seite enthält Operationsfotos!

>>> "Um den heißen Brei geredet" - Video-Statement
>>>
Statement Forum 1: "Medizinische Behandlung – Indikation – Einwilligung"
>>>
Statement Forum 2: "Lebensqualität Betroffener und Perspektiven"

>>> Aufforderung um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Dezember 2008
>>> Erneute Anfrage um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Mai 2009 
>>> Forum Bioethik des Deutschen Ethikrates zu "Intersexualität" 23.6.2010  
>>> Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Offener Brief an das "3rd EuroDSD Symposium", Lübeck 21.5.2011
- 9. Menschenrechtsbericht: Bundesregierung deckt medizinische Verbrechen 
- Zwitter-Genitalverstümmelungen: Ethikrat gefordert
- "Ethik als Freifahrtschein für operieren auf Teufel komm raus" - Claudia Wiesemann
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag (I)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Thursday 21 July 2011

Deutscher Ethikrat: Privilegien für Täter, Zensur für Opfer

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!» (Bild: NZZ Format/SF1)

>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org vom 21.7.11

Siehe auch:
- Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs (I)
- Dokumentation der Zensur auf dem Ethikrat-Online-"Diskurs" (IV)
- Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011

Prof. Dr. Hans Naujoks: "Seit 1934 rassistisch motivierte medizinische Operationen an intersexuellen Menschen" (Dt. Ethikrat, 19.7.11) (V)

FrançaisEnglishVerein Zwischengeschlecht.orgSpendenMitglied werdenAktivitäten

>>> Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)
>>>
Zensur 2.0 - Ethikrat löscht Kommentar von ETEKAR (II)
>>>
Meinungsäusserung à la Ethikrat: Verstümmelungen akzeptieren oder Maul halten (III)
>>>
Dokumentation der Zensur auf dem Ethikrat-Online-"Diskurs" (Stand 19.7.11) (IV) 
 

STOP Genitalverstümmelung in Kinderkliniken! Zum Beispiel Prof. Dr. Hans Christian Naujoks – deutscher Genitalabschneider mit "lückenloser" Karriere und Wirkung

>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org 19.07.2011 
>>> Dementi Deutscher Ethikrat (19.7.11)

 
a) vor 1945:

1925 Privatdozent Universität Königsberg
1925 Buchpublikation: "Das Problem der temporären Sterilisierung der Frau"
1926 Oberarzt Philipps-Universität Marburg
1929 außerordentlicher Professor Philipps-Universität Marburg
1933 Mitglied NSDAP, Mitglied SA, Fördermitglied SS, usw.
1933 Publikation: "Operative und hormonale Therapie bei Hermaphroditismus verus", in: "Archiv für Gynäkologie" Nr. 1156/1-2, S. 93-99
1934 Publikation: "Über echte Zwitterbildung beim Menschen und ihre Beeinflussung", in: "Zeitschrift für Geburtshülfe und Gynäkologie" Nr. 109/2, S. 135-161
1934 historische erste "rassistisch motivierte" kosmetische Genitalamputation an "intersexuellem Menschen" in Deutschland, kombiniert mit experimenteller hormoneller Fertilisierungsbehandlung

1934 ordentlicher Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe Universität Köln, Leiter Uni-Frauenklinik
1934 Buchpublikation (zusammen mit Hans Werner Boeminghaus): "Die Technik der Sterilisierung und Kastration"
1934 Mitarbeiter Rassenpolitisches Amt, Beteiligung an Zwangssterilisationen
1936 Schriftleiter Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie (= die heutige DGGG)
1939 Herausgeber "Geburtshilfe und Frauenheilkunde" (Publikation der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie = die heutige DGGG)

(Quellen: vom Ethikrat zensurierte Kommentare von ETEKAR Nr. 73 / Nr. 98 / Nr. 99 / Nr. 129; Ernst Klee: "Deutsche Medizin im 3. Reich. Karrieren vor und nach 1945", S. 282)

Dementi des Deutschen Ethikrates (19.7.11): "Verbindungslinie zur heute gängigen Praxis in der Bundesrepublik unzulässig"

Probe aufs Exempel:

Prof. Dr. Hans Christian Naujoks – deutscher Genitalabschneider mit "lückenloser" Karriere und Wirkung

b) nach 1945:

1945 Persilschein Nr. 1: "Er hat, wie viele Akademiker, einen hemmenden Einfluß auf die radikalen Pläne und Wünsche gewisser Parteistellen und Parteimitglieder ausgeübt"
1945 Ordinarius Universität Marburg
1946 Persilschein Nr. 2: "Die Kölner Medizinische Fakultät hat im 3. Reich die alte akademische Tradition vollkommen aufrecht erhalten und nur nach sachlichen Gesichtspunkten gehandelt"
1947 Ordinarius Universität Frankfurt a.M.
1956 Präsident Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie (= die heutige DGGG)
1957 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1959 Der Genitalamputierer stirbt, seine "Errungenschaft" lebt weiter: Bis in die 1980er Jahre werden in allen Kliniken, in denen Naujoks "wirkte", wehrlose Zwitterkinder genitalamputiert – "modernere" Genitalverstümmelungen an wehrlosen Kindern mit "auffälligen" Genitalien sind in ganz Deutschland in Kinderkliniken auch heute noch tägliche Realität
1996 ehrende Erwähnung von Naujoks historischer erster Genitalamputation an einem "Intersexuellen" von 1934 in der Dissertation von Dominik Leitsch: "Die Intersexualität, Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht" (Universität Köln)
2006 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) übernimmt die AWMF-Leitlinie 043/029 "Störungen der sexuellen Differenzierung" (niedrigste Evidenzstufe S1), die ungebrochen Genitalverstümmelungen an "gestörten" Kleinkindern propagiert
2011 zensuriert der Deutsche Ethikrat auf re-traumatisierende Art und Weise sämtliche Hinweise auf Naujoks Karriere und Wirkung in sämtlichen Kommentaren von ETEKAR, eine Betroffene der von Naujoks 1934 in Deutschland eingeführten "rassistischen Intersex-Behandlungsmethode"

(Quellen: vom Ethikrat zensurierte Kommentare von ETEKAR Nr. 73 / Nr. 98 / Nr. 99 / Nr. 129; Ernst Klee: "Deutsche Medizin im 3. Reich. Karrieren vor und nach 1945", S. 282 u. 318f.)

Dementi des Deutschen Ethikrates (19.7.11): "bislang kein registrierter Nutzer und schon gar keine „Benutzergruppe“ ausgeschlossen"

Kommentare von Nutzer_innen dazu:

"Es gibt wohl nur wenige Menschen, die überhaupt nach solchen (Gewalt)Erfahrungen und nachdem man ihnen ständig das Selbstwertgefühl genommen hat, noch zu sich selbst stehen können. Geschweige denn [...] mit Selbstbewusstsein, Humor und Fantasie die Rolle auf sich nehmen, in der Gesellschaft das Schweigen sichtbar und als Erste zu durchbrechen… [...] Zum Sichtbarer werden gehört auch, dass die stille Scham erst in Wut umschlagen kann. [...]" (Kommentar Nr. 284 von Simon Zobel, 15.7.2011)

"Wenn Sie Betroffene, dies sind die Einzigen, die wirklich Bescheid wissen, in den Hintergrund drängen und ihnen nicht genügend zuhören, machen sie den entscheidenden Fehler! [...] Analog zum Thema Mißbrauch bei Kindern hat man leider den Eindruck, dass bei allen Beteuerungen die körperlich geschädigten Betroffenen nicht im Vordergrund stehen! [...] Die Betroffenen (statt Professoren und Ärzten) in den Mittelpunkt zu stellen, das würde ich als ethisch geboten ansehen." (Kommentar Nr. 288 von ab, 16.7.2011)

"Es wird nichts nutzen, wenn hier wütende und verzweifelte Postings zu löschen, denn es sind viele Menschen auf dem Weg und werden die Wahrheit aufarbeiten. Ich bitte den Ehtikrat die Forderung nach der Aufarbeitung der Wahrheit über die den Irrweg, den die Bundesrepublik hier zugelassen hat, zu beenden." (Kommentar Nr. 289 von Lucie G. Veith, 16.7.2011)

Dementi des Deutschen Ethikrates (19.7.11): "Auf der Seite des Online-Diskurs’ finden keine willkürlichen Ausschlüsse und auch keine Zensur statt."

Proben aufs Exempel:

a) Willkür:

Beispiel 1:

3x protestierte Daniela "Nella" Truffer dagegen, dass mit ETEKAR eine Betroffene von Genitalverstümmelung im Kleinkindalter, die laut sagte, was viele andere nur verschämt denken, im Ethikrat-Online-"Diskurs" als "Benutzer zweiter Klasse" gedemütigt und ETEKAR das direkte Kommentieren verweigert wurde, und beantragte, aus Solidarität mit ETEKAR ebenfalls das Recht auf direktes Kommentieren entzogen zu bekommen (Kommentar Nr. 223 vom 8.7.11 / Kommentar Nr. 227 vom 9.7.11 / Kommentar Nr. 228 vom 9.7.11).
Die Ethikrats-Redaktion entgegnete darauf, dies sei nicht möglich, "da Sie nicht gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen haben". (Kommentar Nr. 232 vom 9.7.11)

Als Daniela "Nella" Truffer dieselbe Forderung mit identischem Wortlaut "Benutzer zweiter Klasse" ein 4. Mal stellte (Kommentar Nr. 236 vom 10.7.11), nimmt die Ethikrat-Redaktion dies als Anlass, ihr genau dieselben Worte ab sofort rückwirkend als "wiederholter Verstoß gegen die Allgemeinen Nutzungsbedingungen" vorzuwerfen sowie als "beleidigend" (Kommentar Nr. 247 vom 11.7.11). Klassischer geht's wohl kaum ... Dass die Redaktion obendrein mit dieser Floskel eine rückwirkende Löschung praktisch aller Kommentare der betreffenden Nutzer_innen ankündigt, hat sie bekanntlich schon am Beispiel ETEKARs vorexerziert.

Beispiel 2:

Anmerkung der Redaktion des Deutschen Ethikrates vom 11.7.11: "Sollten weitere Fragen zum redaktionellen Vorgehen bestehen, bitten wir diese an die Redaktion persönlich zu schicken."
Dementi Deutscher Ethikrat vom 19.7.11
: "Auf weitere Nachrichten des Nutzers an die Redaktion wurde seither nicht mehr reagiert." Öhm, ausser natürlich mit umgehender Löschung praktisch aller Kommentare ...

Beispiel 3:

Dementi-Lüge Deutscher Ethikrat, 19.7.11: "Der Nutzer selbst hat [...] mitgeteilt, dass er sich nicht weiter am Dialog beteiligen wollte und dies auch im Online-Diskurs durch einen entsprechenden Kommentar dokumentiert."
Tatsächlich wehrte sich ETEKAR in ihrem letzten Kommentar Nr. 218 auf dem Ethikrat-"Diskurs" explizit gegen die (Vor-)Zensur durch den Ethikrat. Und in ihrem zweitletzten, vom Ethikrat spurlos zensierten Kommentar Nr. 217 wehrte sie sich ebenfalls gegen das Unrecht, von der Ethikrat-Redaktion "als Kind" behandelt zu werden.
In mehreren diesem Blog vorliegenden Mails an den Ethikrat (= die vom Ethikrat "unbeantwortet" gebliebenen "Nachrichten" aus obigem Beispiel 2) beschwerte sich ETEKAR wiederholt gegen die Zensur, monierte explizit die Missachtung ihres Rechts auf freie Meinungsäusserung und verlangte jedes Mal ihr gutes Recht auf zensurfreies, ungehindertes kommentieren. (Worauf der Ethikrat ungehend rückwirkend praktisch alle Kommentare von ETEKAR löschte.) Dass der Ethikrat öffentlich das Gegenteil behauptet im Wissen, dass seine Lügen dank Zensur und mangelnder Quellenangabe im Dunkeln bleiben, sagt wohl alles ...

Beispiel 4:

"@Redaktion : [...] Es steht Ihnen nicht zu bei intersexuellen Genitalien von Fehlbildungen zu sprechen. Sie disqualifizieren sich als neutrale Vermittler. So geht es nicht! [...] Wenn Sie wert auf einen Dialog legen, sollten Sie ihre Vorgehensweise dringend überdenken. Sie müssen sich nicht wundern, wenn hier die Menschen nicht mehr schreiben mögen." (Kommentar Nr. 258 von Lucie G. Veith, 12.7.2011)

b) Zensur:

Beispiel 1:

Am 14.7.11 vom Ethikrat zensurierter Hinweis auf Beschreibung des "intersexuellen Konstitutionstypus" im "Lehrbuch der Frauenheilkunde" (Wilhelm Weibel, 7. Aufl., Berlin/Wien 1944 S. 647f.):

“Der Intersex-Typus  ( M a n n w e i b ,  S c h i z o i d )  (Abb. 863) ist körperlich und psychisch ausgedrückt. Es kommen auch sexuelle Zwischenstufen vor, wobei feminine Zeichen nur schwach ausgebildet sind. Die Behaarung ist übermäßig und atypisch, die Züge sind männlich, die Stimme ist tief. Die Pubertät tritt verzögert auf, es besteht Frigidität und eine herabgesetzte Fruchtbarkeit bei Hypoplasie der Keimdrüsen und Hyperfunktion der Hypophyse, manchmal ein eunuchoider Hochwuchs, ferner Störungen in der Funktion der Thyreoidea. Häufig wird Dysmenorrhöe beobachtet”

(Quelle: Zensurierter Kommentar Nr. 129 von ETEKAR, 24.6.11)

Beispiele 2-17: 

>>> Dokumentation der Zensur auf dem Ethikrat-Online-"Diskurs" (Stand 19.7.11)

Sonst noch Fragen?

>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org 19.7.11    >>> Dementi Deutscher Ethikrat

>>> Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)
>>>
Zensur 2.0 - Ethikrat löscht Kommentar von ETEKAR (II)
>>>
Meinungsäusserung à la Ethikrat: Verstümmelungen akzeptieren oder Maul halten (III)
>>>
Dokumentation der Zensur auf dem Ethikrat-Online-"Diskurs" (Stand 19.7.11) (IV)  

>>> Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen

>>> Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011

Siehe auch:
- Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
- Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht
- XY-Frauen Elterngruppe nimmt "EuroDSD"-Zwangsoperateure in Schutz
- Zwitter-Genitalverstümmelungen: Diskriminierung oder Verbrechen?
- "Medizinische Intervention als Folter" - Michel Reiter 30.6.2000 

Thursday 14 July 2011

Dokumentation der Zensur auf dem Online-"Diskurs" des Deutschen Ethikrates über "Intersexualität" (Stand 25.7.11) (IV)

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>>> Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)
>>>
Zensur 2.0 - Ethikrat löscht Kommentar von ETEKAR (II)
>>>
Meinungsäusserung à la Ethikrat: Verstümmelungen akzeptieren oder Maul halten (III)
>>> Deutscher Ethikrat: Privilegien für Genitalverstümmler, Zensur für Opfer 
>>> Prof. Dr. Hans Naujoks – "seit 1934 rassistische Operationen an Intersexuellen" (V) 

Menschenrechte auch für Zwitter!

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hat der Deutsche Ethikrat am 13.07.2011 praktisch alle Kommentare von ETEKAR gelöscht. Obwohl diese Kommentare vorher teilweise völlig unbeanstandet über Wochen dortstanden und eine Vielzahl anderer Benutzer_innen sich in eigenen Kommentaren positiv darauf bezogen hatten – Bezüge, die nun ebenfalls der Zensur zum Opfer fielen.

Diese neueste Zensur-Attacke unterstreicht einmal mehr das intransparente und willkürliche Vorgehen des Deutschen Ethikrates, der es offensichtlich duldet, dass kritische Betroffene von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken in seinem "Diskurs"verfahren aufs Neue bevormundet und durch Schweigegebote gedemütigt, erniedrigt und entwürdigt werden, während gleichzeitig Medizyner ihre Opfer ungehindert einmal mehr verhöhnen und verletzen dürfen.

Dass obendrein im Ethikrat-"Diskurs" jegliche kritische Hinterfragung der Bezüge zwischen NS-MedizynverbrecherInnen und den heutigen GenitalabschneiderInnen mit einem Tabu belegt wird und entsprechende Belege gelöscht werden, während gleichzeitig die Ethikrat-Redaktion ungehindert "jüdische Sexualwissenschaftler" diffamieren und tatsachenwidrig als UrheberInnen der Verstümmelungen verleumden darf – ein Schelm, wem dazu historische Parallelen in den Sinn kommen ...

Dieser Blog verurteilt das unhaltbare und grundgesetzwidrige Verhalten des Deutschen Ethikrates und sagt JA zur ungehinderten Suche nach der ungeschminkten ganzen Wahrheit und NEIN zu Willkür und Zensur.

Zwischengeschlecht.info dokumentiert deshalb nachfolgend alle bisher bekannt gewordenen 14 17 21 zensierten Kommentare. (Falls uns weitere entgangen sein sollten, sind sachdienliche Hinweise erbeten.)

Nachtrag 19.7.11: Wie uns mitgeteilt wurde, hatten wir offenbar 3 zensierte Kommentare übersehen (Nrn. 133, 137 u. 201), diese sind nun nachgetragen. Danke für den Hinweis!

Nachtrag 25.7.11: Bei weiteren Recherchen stiessen wir auf 4 weitere zensierte Kommentare (Nrn. 176, 188, 189 u. 192), bei denen (wie schon bei anderen auch) perfiderweise sogar ETEKARs Autorenangebe gelöscht bzw. durch "Redaktion" ersetzt wurde.

Dokumentation der vom Deutschen Ethikrat zensierten Kommentare:
Nr. 73 / Nr. 98 / Nr. 99 / Nr. 102 / Nr. 129 / Nr. 130 / Nr. 133 / Nr. 137 / Nr. 176 / Nr. 177 / Nr. 188 / Nr. 189 / Nr. 190 / Nr. 192 / Nr. 197 / Nr. 198 / Nr. 199 / Nr. 200 / Nr. 201 / Nr. 214 / Nr. 217

>>>
Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)
>>>
Zensur 2.0 - Ethikrat löscht Kommentar von ETEKAR (II)
>>> Meinungsäusserung à la Ethikrat: Verstümmelungen akzeptieren oder Maul halten (III)
>>>
Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org 19.7.11    >>> Dementi Deutscher Ethikrat
>>>
Prof. Dr. Hans Naujoks – "seit 1934 rassistische Operationen an Intersexuellen" (V) 
>>> Deutscher Ethikrat: Privilegien für Genitalverstümmler, Zensur für Opfer 
>>> Zensur im Ethikrat-Online-"Diskurs": 4 weitere Fälle dokumentiert (VI) 

>>> Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011  

Sunday 10 July 2011

Zensur 2.0 - Ethikrat löscht Kommentar von ETEKAR "Wir sind keine Kinder, auch wenn Sie uns so behandeln!" + UPDATES (II)

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>>> Nachträge 1 + 2

Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität", hatte dieser Blog im letzten Post halb ironisch getitelt, um auf die Praxis hinzuweisen, wie kritische Betroffene von der Ethikrat-Redaktion ausgesondert und zu unmündig gemachten Benutzer_innen 2. Klasse degradiert werden – offensichtlich um sie zu demütigen, einzuschüchtern und letztlich zum Verstummen zu bringen.

Wie ETEKAR mittlerweile in einer Mail an Nella mitteilte, liess der Ethikrat es jedoch nicht bei dieser "Zensur light" bewenden, sondern löschte zusätzlich kurzerhand folgenden Kommentar, den ETEKAR zur Sicherheit ausgedruckt hatte, als sie sah, dass er nicht freigegeben wurde:

ETEKAR sagt: Dein Kommentar muss noch moderiert werden. 7. Juli um 20:13. Sehr geehrte Redaktion des Deustchen Ethikrates, wir sind keine Kinder, auch wenn Sie uns so behandeln!Dieser Kommentar befand sich unmittelbar vor diesem letzten Kommentar von ETEKAR "in der Warteschleife", wie es die Ethikrat-Redaktion nennt - und wenn er nicht gelöscht wurde, so befindet er sich dort wohl noch heute ...

Dies entgegen dem ausdrücklichen Versprechen der Ethikrat-Redaktion, "gelöscht" würde wenn überhaupt, dann ausschliesslich "transparent und in Rücksprache mit der betroffenen Person partiell[e] Stellen". Scheinheiliger noch, zum Zeitpunkt, als "Zur Klärung" dieses Versprechen abgegeben wurde, war der obige Kommentar längst klammheimlich zum Verschwinden gebracht.

Meine 2 Cent:

Machen wir uns nichts vor, ein "bisschen Zensur" gibt's ebensowenig wie ein "bisschen gelogen", ein "bisschen Folter" oder ein "bisschen Verstümmelung", und wer einmal mit solchen Praktiken anfängt, wird es selten lange bei der "Light-Version" bewenden lassen - wie sich offensichtlich gerade einmal wieder zeigte.

Doch keine Bange, bestimmt wird der Ethikrat auch diesmal wieder eine superoriginelle Ausrede auf Lager haben à la "Ihr Kommentar wurde versehentlich vom System amputiert, zerstückelt und in den Mülleimer verschoben. Wir bitten dies zu entschuldigen".

Zwitter und ihre Organisationen sind ja soo genügsam und um jeden Brosamen so unendlich froh, die liessen sich ja schon vom BMBF-finanzierten Medizyner-"Netzwerk Intersexualität/DSD" stets aufs neue widerspruchslos über den Tisch ziehen und waren am Schluss sogar noch dankbar dafür.

Und sollten sich ausnahmsweise trotzdem irgendwelche durchgeknallten Kampfzwitter doch nicht einfach so abspeisen lassen wollen wie wehrlose Kinder, schaltet "das System" eh automatisch um auf Zensur 2.0 ...

Während gleichzeitig weiterhin allein in Deutschland JEDEN TAG in einer Kinderklinik mindestens 1 wehrloses Kind irreversibel genitalverstümmelt wird.

Wie lange noch?!

Nachtrag 1: Auf Nachfrage vom 10.7.11 von Daniela "Nella" Truffer bestätigte die Ethikrat-Redaktion gleichentags, den Kommentar von ETEKAR zurückbehalten zu haben, da ETEKAR sich geweigert habe, eine nicht näher umschriebene "Abänderung der Redaktion" zu akzeptieren, was die Redaktion offenbar als Bedingung zur Veröffentlichung gemacht hatte. Zusätzlich kündigte die Redaktion zu Nellas Fragen "bald weitere Informationen" an. Von ETEKAR kam dazu bisher keine weitere Stellungnahme.

Nachtrag 2: Während die Ethikrat-Redaktion am 9.7.11 noch festhielt, Nella habe "nicht gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen", änderte die Redaktion am 10.7.11 ihre Meinung (nach lediglich 1 weiteren Kommentar von Nella dazwischen) plötzlich dahingehend, Nella habe "wiederholt ... gegen die Nutzungsbedingungen ... verstoßen". Nellas Rückantwort auf diese Beschuldigung:

Ich bitte die Redaktion zu spezifizieren, wann und wo ich “wiederholte Anschuldigungen” an die Redaktion und den Ethikrat getätigt haben soll, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen bzw. “links- und rechtsradikale, pornografische, rassistische, beleidigende, diskriminierende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte” darstellen sollen.

Dieser unbegründete schwerwiegende Vorwurf ist für mich nicht nachvollziehbar und widerspricht zudem Ihrer eigenen Aussage vom 9. Juli 2011 um 12:27.

Meine 2 Cent so far: Längst erinnert das Ganze peinlich an eine Sandkastenkomödie, die mensch schnell einmal versucht sein könnte mit einem Schulterzucken abtun – wenn da nicht der durchaus ernste Hintergrund wäre inkl. einer Vielzahl bisher nach wie vor unbeantwortet gebliebener, durchaus ernsthafter Fragen.

Wie z.B., warum TäterInnen-assoziierte "ExpertInnen" auf allen Ebenen ungerührt und einseitig ihre Sicht der Dinge öffentlich durchdrücken dürfen, ohne Rücksicht darauf, ob dies Überlebende der Zwangsbehandlungen verletzt oder nicht. Während gleichzeitig kritischen Betroffenen im Online-Diskurs offenbar nicht erlaubt sein soll, ungeschminkt öffentlich über ihre Lebensrealität zu berichten und ihre ureigenen Sichtweisen aufzuzeigen.

Kommt dazu, dass die (einseitige) Verteilung der vom Ethikrat bestellten "ExpertInnen" von Anfang an von praktisch allen Betroffenen durchgehend und immer wieder angesprochen und kritisiert wurde. Sowie andrerseits die wiederholt vorgebrachte und von einer Vielzahl von Betroffenen bestätigte Kritik, dass (nicht nur beim Ethikrat) Untergruppen der Betroffenen den öffentlichen Diskurs oft überproportional mit ihren Partikularinteressen dominieren.

Bekanntlich soll das mehrstufige Diskursverfahren dazu dienen, dem Ethikrat "eine solide empirische Basis für seine Stellungnahme" zu ermöglichen. Dazu wäre aber nicht zuletzt notwendig, dass alle Betroffenen frei und ohne Angst vor unbegründeten oder gar willkürlichen Restriktionen auf Gehör hoffen können. Statt dass, wie sich aktuell abzuzeichen scheint, dies ausgerechnet welchen der artikuliertesten Kritiker_innen nach und nach verunmöglicht wird.

>>> Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-Diskurs "Intersexualität" (I)
>>> Meinungsäusserung à la Ethikrat: Verstümmeln akzeptieren oder Maulkorb (III)
>>> Dokumentation der Zensur auf dem Ethikrat-Online-"Diskurs" (IV)  
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org 19.7.11    >>> Dementi Deutscher Ethikrat
>>>
Prof. Dr. Hans Naujoks – "seit 1934 rassistische Operationen an Intersexuellen" (V) 
>>> Deutscher Ethikrat: Privilegien für Genitalverstümmler, Zensur für Opfer   

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

>>> Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011

Siehe auch:
- Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
- Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht
- XY-Frauen Elterngruppe nimmt "EuroDSD"-Zwangsoperateure in Schutz
- Zwitter-Genitalverstümmelungen: Diskriminierung oder Verbrechen?
- "Medizinische Intervention als Folter" - Michel Reiter 30.6.2000

Tuesday 28 June 2011

"Grausam wäre es, nicht zu operieren" - Tätersprache im Ethikrat-Diskurs (Daniela "Nella" Truffer, 28.6.11)

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>>> Mein Kommentar im Ethikrat-Online-Diskurs zum Beitrag von Claudia Wiesemann: "Kinder haben Rechte":

Immer wieder dasselbe …

Genährt von der Hoffnung, dass sich endlich mal was ändert, hatte ich zuerst den Eindruck, dass hier jemand die Praxis der “Behandlung” von “intersexuellen Menschen” kritisiert (vor allem weil sich Claudia Wiesemann in der Vergangenheit schon klarer dazu geäußert hat, zum Teil auch am letztjährigen Forum Bioethik des Deutschen Ethikrates).

Aber wenn dann schon zu Beginn vom “Preis” gesprochen wird, der “zu hoch” war, dann suggeriert dies, dass alles besser wäre, wenn man das Ganze nur etwas “günstiger” verkaufen würde.

Dass der “intersexuelle Mensch” dabei in den allermeisten Fällen nicht “Käufer” war, der selbst entscheiden konnte, ob er etwas “kaufen” will, und falls ja, zu welchen Konditionen, wird natürlich nicht explizit erwähnt, sondern es wird durch die schiefe Metapher vielmehr das Gegenteil impliziert.

Was – wen wundert’s – gut zum scheinbar obligaten relativierenden Fazit passt:

“Wir sollten nicht ganz selbstverständlich die Interessen des Kindes zugunsten der Wünsche des späteren Erwachsenen hintanstellen. So wichtig es ist, dem Erwachsenen, der das Kind einmal sein wird, die Verfügungsgewalt über sein Leben zu erhalten, so wichtig ist es auch, die Bedürfnisse des Kindes nicht zu hintergehen. [...] Das Kind braucht – wie die Kinderrechtskonvention betont – seine Familie als Schutzraum seiner Entwicklung; es braucht Verlässlichkeit, Geborgenheit, Zugehörigkeit. Die Menschenrechte des Kindes zu beschneiden, um den Menschenrechten des zukünftigen Erwachsenen Genüge zu tun? Das wäre grausam und kann der Sache nicht dienlich sein.”

Aha: dann stattdessen lieber das Kind selbst “beschneiden”, um – äh, welche nun genau? – Menschenrechte zu wahren … ? Und obendrein noch um “Grausamkeiten” zu vermeiden? Hallo?

Als Betroffene empfinde ich solche vermeintliche Kritik an der “Behandlung” Zwischengeschlechtlicher jedes Mal aufs Neue als betäubenden Schlag ins Gesicht, als Fortführung des mir seit meiner Kindheit angetanen Unrechts.

Schwammige Aussagen und Interpretationen dieser Art, die dann Medizynern postwendend als Rechtfertigung für weitere Verstümmelungen dienen, muss ich mir jedoch ständig anhören oder sie lesen, sobald “wissenschaftliche Experten” bestellt werden und ich mich an einem solchen Diskurs beteiligen will.

Ebenso den rhetorischen Kniff mit dem relativierenden täterfreundlichen Fazit, dieser findet sich zum Beispiel auch in den “Ethischen Grundsätzen und Empfehlungen” der Arbeitsgruppe Ethik des Netzwerk Intersexualität/DSD (Leitung: Claudia Wiesemann, juristische Expertin: Sonja Rothärmel).

In diesen “Ethik-Empfehlungen” heißt es betreffend juristische Rechte der Kinder abschließend kurz und knapp: “Rechtlich steht letztlich den Eltern die Entscheidung zu.”

Was dann die aktuelle AWMF-Leitlinie 027/022 “Störungen der Geschlechtsentwicklung” im Abschnitt “Chirurgische Therapie” prompt ebenfalls abschließend zitiert, und worauf sich seither Medizyner unvermeidlich jedes Mal berufen, sobald Betroffene es wagen sollten, die Rechtmäßigkeit der Kinderverstümmelungen anzuzweifeln.

Ja, ja, “Kinder haben Rechte”, aber “Erwachsene sind oft gefangen in der Ambivalenz der Wünsche” usw., und das muss man doch auch respektieren, denn: “Eltern haben auch Rechte!” (Kinderchirurgin Susanne Krege, Leiterin Kinderurologie Krankenhaus Maria Hilf Krefeld, an einem “Ethik”-Vortrag am UK Aachen 30.05.2011, unter Berufung auf … – genau, die “Netzwerk-Empfehlungen”).

Und tja, wenn die Eltern ein unverstümmeltes Kind halt einfach nicht wollen, dann wäre es in diesem Fall doch unmenschlich, ja “grausam”, dem Kind den “Schutzraum der Familie” und “ein Leben in Normalität” böswillig versagen zu wollen, oder?

Diese unsägliche und für alle Betroffenen schlichtweg unerträgliche Verdrehung, “grausam” (oder gar “Gewalt”) seien in Tat und Wahrheit nicht etwa die Genitalverstümmelungen an Kindern und deren lebenslange Folgen, sondern “grausam” (oder gar “Gewalt”) sei es im Gegenteil, Kinder unverstümmelt aufwachsen zu lassen, und das alles unter Berufung auf Kinderkonvention, “Kindeswohl” und sonstigen “Schutz der Kinder”, das ist leider ebenfalls keine einmalige Entgleisung, sondern seit Jahr und Tag in Diskursen mit Medizynern und “Experten” offensichtlich unvermeidlich.

Stellvertretend nur zwei weitere aktuelle Beispiele:

“Ich stelle mir einen Schulhof vor. Jetzt stellen Sie dort ein Kind hinein, das keine Zuordnung Junge oder Mädchen hat. Dieses Kind setzen Sie einer Situation aus, in der es extrem verletzlich ist. Sie wissen, wie grausam Kinder sein können. [...] Wenn Sie in unserer Gesellschaft nur einen Arm haben, dumm sind oder an einem Herzfehler leiden, dann wird die Gesellschaft das akzeptieren. Wenn Sie aber keine klaren Aussagen über Ihr Geschlecht treffen können, dann wird Ihnen die Gesellschaft übel mitspielen. [...] Und ohne die Möglichkeit, eindeutig wahrgenommen zu werden, ist das Leben extrem grausam und meiner Meinung nach auch nicht zu bewältigen.” (Kinderchirurg Pierre Mouriquand, Referent am diesjährigen “3rd EuroDSD Symposium” in Lübeck, Arte 08.10.2010. – Immerhin gibt Pierre Mouriquand im selben Interview wenigstens zu, dass es “Augenwischerei” wäre, zu behaupten, “dass sich bei einer Klitorisreduktion die Empfindsamkeit nicht verändern würde”.)

“Wenn sie eine Patientin nicht operieren, etwa ein Mädchen mit Adrenogenitalem Syndrom, von denen wir wissen, dass sie sich als Mädchen entwickeln werden, das wäre eine Art von Gewalt, dieses Kind nicht zu operieren, weil es sonst Jahre einer sehr schwierigen Entwicklung mit einem uneindeutigen Genitale durchmachen muss.” (Heiko Krude, stellvertretender Direktor Otto-Heubner-Centrum, Charité Berlin, Deutsche Welle 16.05.2011)

Kein Wunder, haben die meisten Zwangsoperierten wenig Lust und auch nicht die Kraft, sich solchen in mehrerer Beziehung grauenhaften und grausamen Diskursen auszusetzen – obwohl rege Beteiligung gerade deshalb umso nötiger wäre!

>>> Trauma, Opferrolle, Befreiung  

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

>>> Übersichtsseite zur laufenden Ethikrat-Anhörung 2011

    
Unzensierte Version: Draufklicken (PDF, 3.3 MB)
>>> Flugblatt zur Anhörung (PDF, 3.3 MB)
         WARNUNG: 2. Seite enthält Operationsfotos!

>>> "Um den heißen Brei geredet" - Video-Statement
>>>
Statement Forum 1: "Medizinische Behandlung – Indikation – Einwilligung"
>>>
Statement Forum 2: "Lebensqualität Betroffener und Perspektiven"

>>> Aufforderung um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Dezember 2008
>>> Erneute Anfrage um Unterstützung an den Deutschen Ethikrat Mai 2009 
>>> Forum Bioethik des Deutschen Ethikrates zu "Intersexualität" 23.6.2010  
>>> Anliegen von Zwischengeschlecht.org an den Deutschen Ethikrat 

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Alice Dreger über EthikerInnen als MittäterInnen
- Offener Brief an das "3rd EuroDSD Symposium", Lübeck 21.5.2011
- 9. Menschenrechtsbericht: Bundesregierung deckt medizinische Verbrechen 
- Zwitter-Genitalverstümmelungen: Ethikrat gefordert
- "Ethik als Freifahrtschein für operieren auf Teufel komm raus" - Claudia Wiesemann
- Weltweit größte Zwitter-Studie straft Bundesregierung Lügen! 
- Zwangsoperationen an Zwittern: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag (I)
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Thursday 19 May 2011

"EuroDSD"-Genitalverstümmler Garry L. Warne (Royal Children's Hospital, Melbourne): "Wir operieren Kinder am liebsten 4 bis 6 Wochen nach der Geburt"

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«A Gonad For A Gonad, A Lust Organ For A Lust Organ» - Garry L. Warne (left) at the main entrance of '3rd EuroDSD Symposium', Lübeck 20.5.11Friedlicher Protest vor dem "3rd EuroDSD Symposium", Lübeck 20.05.2011
(Mitte: Garry L. Warne, Royal Children's Hospital Melbourne)

Zum Auftakt des "3rd EuroDSD Symposium" morgen in Lübeck haben die Lübecker Organisatoren den Australier Endokrinologen Garry L. Warne eingeladen, der zum Thema "Neue Erfolgsaussichten in der DSD-Forschung" referieren wird.

Allerdings nährt ein Blick auf Garry L. Warnes bisherige "Errungenschaften" primär die Befürchtung, dass die "neuen Aussichten" sich – Überraschung! – letztlich als die alten entpuppen werden, inkl. der bekannten Folgen für die überlebenden Opfer – wohl auch der Grund für die Wahl von Warne durch die "EuroDSD"-Verantwortlichen Olaf Hiort und Lutz Wünsch (Übersetzungen aus dem Englischen durch Zwischengeschlecht.info):

Das Kernteam für die Behandlung von Intersex-Patienten [am Royal Children Hospital (RCH) Melbourne] arbeitet seit über 25 Jahren zusammen [...]. Während dieser Zeitspanne von 25 Jahren blieb es eine Verfechterin früher Genitaloperationen an Kindern mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen, die als Mädchen aufwachsen sollen. Es rät, die Operationen im Alter von vier bis sechs Wochen vorzunehmen. Das Team empfiehlt ebenfalls die frühe Entfernung der Hoden bei Kompletter Androgenresistenz [CAIS] und bei gemischer XY Gonadendysgenesie. ("Intersex, East and West", S. 200)

Entsprechende Verstümmelungsanpreisungen, versetzt mit einigen symbolischen etwas "progressiver" anmutenden Bausteinen, finden sich dann prompt auch in den Eltern-Broschüren von Garry L. Warne zu "Androgenresistenz" und dem "Adrenogenitalen Syndrom (AGS/CAH)":

BEHANDLUNG VON AGS

[...] Mädchen mit AGS benötigen gewöhnlich Operationen, um normal aussehende Genitalien wiederherzustellen. Jungen benötigen dies nicht.

AGS – CHIRURGISCHE BEHANDLUNG

Chirurgische Behandlung für Mädchen mit AGS

Mädchen mit AGS brauchen gewöhnlich Operationen, um die Klitoris auf Normalgrösse zu verkleinern, zur Trennung zusammengewachsener Schamlippen und zur Vergrösserung des Scheideneingangs. Der technische Name für diese Operation ist 'Klitorisreduktion und Vaginoplastie'. Es wird entweder einzeitig oder in zwei Schritten gemacht. Die Klitorisreduktion wird in den ersten Lebensmonaten vorgenommen. Die Vaginoplastie wird gewöhnlich zur selben Zeit gemacht wie die Klitorisreduktion [...]. ("Your Child with Congenital Adrenal Hyperplasia")

OPERATIONEN VON MÄDCHEN MIT AIS

Die Entfernung der Hoden

Die in der Bauchhöhle verbleibenden Hoden [...] neigen zu Krebsentwicklung. Dies tritt bei etwa 9% der Frauen mit AIS auf, doch selten vor der Pubertät. [Anmerkung: bei CAIS beträgt das Krebsrisiko laut Looijenga et. al. 0.8%-2%] Die meisten Experten sind jedoch der Meinung, dass das Krebsrisiko nach der Pubertät zu hoch ist und empfehlen daher die Entfernung der Hoden vor dem 20. Lebensjahr. [...] Die [...] Entfernung der Hoden in der frühen Kindheit [...] wird zum Teil gewählt, um das Krebsrisiko auszuschließen, weil es viele Eltern in Sorge versetzt. Eine andere Überlegung von Eltern und Ärzten ist, dass es für das Mädchen besser ist, nicht an der Entscheidung über die Entfernung der Hoden beteiligt zu werden. Die frühzeitige Entfernung der Hoden ist bei Kleinkindern mit PAIS (im Gegensatz zu CAIS), die als Mädchen erzogen werden, äußerst wichtig, weil die Hoden ansonsten eine fortschreitende männliche Entwicklung bewirken können. Bei diesen Mädchen bieten Ärzte den Eltern auch eine Operation zur Verkleinerung der Klitoris und zur Trennung der verwachsenen Schamlippen an. ("Komplette Androgenresistenz (CAIS)", S. 17; vgl. auch Anmerkung zur Übersetzung durch XY-Frauen unten bei Quellenangabe)

Dieselben Anpreisungen von verstümmelnden Zwangseingriffen an Neugeborenen, wiederum inkl. einigen symbolischen "progressiveren" Einschüben, sowie unterlegt durch anekdotische "Beweisen", propagiert Garry L. Warne auch in medizynischen Fachbüchern – unter mehrfacher Betonung der absoluten Verfügungsgewalt von Eltern und Medizynern über die Körper wehrlosen Kleinkinder:

Etwa 1 von 4000 Kindern wird mit uneindeutigen Genitalien geboren [...]. Dieses Ereignis erzeugt bei den Eltern furchtbare Ängste [...]

MEDIZINISCHE BEHANDLUNG

[...]

Psychologische Unterstützung für Eltern 

[...] Beide Eltern sollten zusammen psychologisch beraten werden. Sie werden dankbar sein zu hören, dass es andere Babies mit denselben Befunden gibt und dass es eine Anzahl wohlbekannter und behandelbarer medizinischer Befunde gibt, die dazu führen, dass Genitalien atypisch aussehen. [...] 

Geschlechtszuweisung

[...] Obwohl es vereinzelt Berichte über erfolgreiche psychosexuelle Ergebnisse gibt bei Menschen, die mit uneindeutigen Genitalien gross geworden sind, besteht keine Klarheit über ihre Anzahl, und die Fallgeschichten sind schlecht dokumentiert, und der Berufsstand der Ärzte bleibt unüberzeugt, dass es vernünftig sei, einem Kind zuzumuten mit uneindeutigen Genitalien aufzuwachsen und für sich selbst eine Entscheidung zu treffend bezüglich Operationen, geschweige denn das Beste. Beobachtungen des Autors in Indien und Vietnam (unpubliziert) weisen darauf hin, dass die meisten Kinder, die mit uneindeutigen Genitalien aufwachsen, weil kein Zugang zu Operationen bestand, ein elendes Leben führen und täglich unter Diskriminierung und Beschimpfungen leiden. [...]

Es gibt objektive Gründe, warum Patienten, die heute operiert werden, bessere Resultate erwarten können als Patienten, die vor 20-30 Jahren behandelt wurden. Klitorisoperationen haben sich mit Sicherheit verbessert. [...]

Aus all diesen Gründen plädiert der Autor fürt die Fortführung der Praxis der frühen Operationen, speziell bei AGS-Mädchen im Hinblick auf die Fertilität. [...] Eltern haben das gesetzliche Recht, über Genitaloperationen [für ihre Kinder] zu entscheiden, wenn ihrer Meinung nach und nach der Meinung der verantwortlichen Ärzte die Vorteile einer Operation grösser sind als die Risiken [...]. ("Management of ambiguous genitalia at birth", S. 97, 100, 101)

Dies alles wohlbemerkt, obwohl sogar eine in Melbourne von Warne selber durchgeführte Vergleichsstudie über "psychologische, sexuelle, soziale Langzeitergebnisse" an 50 operierten "Intersex-Patienten" zum (wenig überraschenden) Resultat kam:

Bei der IS-Gruppe war die Wahrscheinlichkeit geringer zu einem Orgasmus zu kommen als bei der kombinierten Vergleichsgruppe (p<0.05), sie tendierte zu mehr Schmerzen während dem Verkehr (p=0.06), und sie hatte mehr Schwierigkeiten mit Penetration (p<0.01). [...] ("Intersex, East and West", S. 202)

Auch der wohl unheilbar selbstgerechte Verstümmler Warne kommt zwar mittlerweile nicht mehr darum herum, zumindest da und dort zu erwähnen, dass unter den "Patienten" die Meinung über das ihnen angetane Unrecht eine andere ist als unter den BehandlerInnen. Wenig überraschend kann Dr. Warne es dabei nicht lassen, diese über ihre Verstümmelungen wenig Erbauten als "Aktivisten" zu verunglimpfen und ihre Anliegen, Pardon: "Behauptungen", mutwillig zu verzerren und nach Möglichkeit lächerlich zu machen:

[...] einige Patienten-Interessegruppen und Kliniker stellen sich gegen frühe Operationen [...]. Die früheren Patienten, die sich gegen frühe Operationen stellen, tun dies, weil sie unglücklich sind mit den Ergebnissen im Anschluss an ihre eigenen Operationen. Einige sind unzufrieden mit dem Geschlecht, das ihnen als Kind zugewiesen wurde, und viele behaupten weiter, wenig oder keine Befriedigung von sexuellen Beziehungen zu erlangen. ("Management of ambiguous genitalia at birth", S. 101)

Die meisten Pädiater und Kinderchirurgen bevorzugen frühe Operationen, doch die meisten Aktivisten sind dagegen. Wir haben eine Pattsituation erreicht. ("Intersex, East and West", S. 202)

Quellenangaben:
• Garry Warne and Vijayalakshmi Bhatia: "Intersex, East and West", in: Sharon E. Sytsma (Ed.): "Intersex and Ethics", Springer 2006, S. 183-205
• G. L. Warne: "Your Child with Congenital Adrenal Hyperplasia [CAH]" >>> Online-Broschüre
• Garry L. Warne: "Komplette Androgenresisten (CAIS)", Elternbroschüre 1997 (Deutsche Übersetzung XY-Frauen, 2004) (>>> PDF, 1.1 MB  [Anmerkung: Die Selbsthilfegruppe XY-Frauen, die sich sonst insbesondere bei CAIS eigentlich stets gegen die in der Broschüre hemmungslos propagierten Kastrationen ausspricht, bezog als offizielle Übersetzerin der Broschüre dazu bis heute nie entsprechend Stellung.]
• Gary L. Warne: "Management of ambiguous genitalia at birth", in: Adam H. Balen/Sarah M. Creighton/Melanie C. Davies/Jane MacDougall/Richard Stanhope (Ed.): "Paediatric and Adolescent Gynaecology. A Multidiscilipnary Approach", Cambridge University Press 2004, S. 97-103.

Meine 2 Cent: "Pattsituation" bei gleichzeitig unveränderten täglichen Genitalverstümmelungen durch ethisch gestörte Medizyner von Melbourne bis Lübeck, am Arsch! Sobald es um seine eigenen Genitalien ginge, hätte der saubere Dr. Warne wohl ziemlich schnell eine ziemlich andere Meinung – wetten?!

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- "Unrecht der Medizinversuche anerkennen" (Oliver Tolmein 2009)
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Göttingen / Lübeck: Direktor und Oberarzt propagieren genitale Zwangsoperationen
- Bremen: Genitalverstümmelungen im "Zentrum für Kinderheilkunde"
- Universitätsklinikum Heidelberg: Genitale Zwangsoperationen im Angebot 
- Deutsche Urologen fordern genitale Zwangsoperationen an Säuglingen! 
- Genitalverstümmler Mouriquand: "keine Garantie für sexuelle Empfindsamkeit"
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" (Prof. Dr. Christian Kind)
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Saturday 14 May 2011

Wie TransInterQueer (TrIQ) und die Antidiskriminierungsstelle (ADS) Zwitter und ihre Anliegen vereinnahmen und unsichtbar machen - Genitalverstümmelung: Diskriminierung oder Verbrechen? (II)

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>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken - Diskriminierung oder Verbrechen? (I) 

Am selben Tag wie der von Zwischengeschlecht.org in Potsdam organisierte 1. Protest gegen den GenitalabschneiderInnenkongress "DGKJ 2010" fand im nahen Berlin eine ganztägige Veranstaltung "Gleiche Rechte! Gleiche Chancen? Herausforderungen effektiver Antidiskriminierungsarbeit" der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) statt. (Siehe den Kommentar von Nella im ersten Teil.)

In Berlin mit auf dem Programm: Ein Workshop Nr. 6 (PDF 2,3 MB --> S. 34, S. 20-21) mit dem Titel "Geschlechtsausdruck, geschlechtliche Identität, Zwei-Geschlechter-Ordnung: Diskriminierung von Trans*, Inter* und schwul-lesbisch-bi lebenden Menschen", geleitet von Jannik Franzen, TransInterQueer e.V. (TriQ), Berlin, und unter Beteiligung von Lucie Veith von Intersexuelle Menschen e.V. (IMeV).

Im unmittelbaren Vorfeld der ADS-Veranstaltung inkl. TRiQ-IMeV-Workshop Nr. 6 hatte dieser Blog kommentiert:

"Ob sich daraus eine konkrete Praxis gegen die GenitalabschneiderInnen entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Zumindest bisher dienten solche Veranstaltungen hauptsächlich als Feigenblatt, wenn verantwortliche PolitikerInnen sich später öffentlich herauslügen wollen, eigentlich würden sie im Gegenteil ja etwas für die Menschenrechte der Zwitter tun."

Leider gibt es seither wenig Anlass, diese Einschätzung zu überarbeiten:

• Am 17.9.10 berichtete Lucie Veith im IMeV-Forum, 2 Vorstandsmitglieder von Intersexuelle Menschen e.V. hätten während der Veranstaltung u.a. "[a]m Rande [...] Gespräche geführt mit der Leiterin des Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Hier wurde eine Einlagung zu einer Unterredung durch die Behörde in Aussicht gestellt. Gespräche wurden weiter geführt [...] mit Vertretern TransQueerInter, Berlin [...]."  Weiter wurde seither nichts mehr bekannt.

• Am 1.12.10 veröffentlichte die Antidiskriminierungsstelle eine Dokumentation der Veranstaltung (PDF 2,3 MB). Auf den S. 20-21 befindet sich ein Bericht über den Workshop 6, darin werden in der Zusammenfassung des Beitrags von Konstanze Plett Genitalverstümmelungen immerhin ein einziges Mal angetönt, wenn auch bezeichnenderweise strikt in der Vergangenheitsform:

"Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dieser Verdrängungsprozess [der Intersexualität] noch verstärkt, als viele Betroffene im frühen Kindesalter umoperiert wurden, was eine erhebliche Gewalterfahrung war."

In Bezug auf die Gegenwart geht es dann – Überraschung! – wieder ausschliesslich um "die fehlende Respektierung im Personenstandsrecht", "Diskriminierung" in Bezug auf Verweigerung der Eintragung des "chromosomalen Geschlechts" in "Papiere" und "Dokumente", wobei von den Behörden oft "auf das Transsexuellengesetz verwiesen" würde:

"Hier zeige sich einmal mehr die Unwissenheit der Behörden über die Unterschiede zwischen Trans* und Intersexualität, betonte die Wissenschaftlerin."

Was die vorliegnde Dokumentation dann – Überraschung! – gleich selber bestätigt: Folgerichtig werden auf S. 21 am Schluss des "Trans*, Inter*"-usw.-Workshop-Berichts in einer Anmerkung Zwitter in typischer VereinnahmerInnen-Manier zur Untergruppe von "Trans*" (weg-)erklärt:

"Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes verwendet die Bezeichnung Trans*Personen als Sammelbegriff für die vielfältigen Erscheinungs- und Ausdrucksformen geschlechtlicher Identität, die Menschen jenseits der Matrix zweigeschlechtlicher Heteronormativität leben. Darunter fallen bspw. Transgender, Transsexuelle, Dragqueens und -kings, Cross-Dresser sowie transidente und queer lebende Personen, aber auch intersexuelle Menschen."

Wem der Schwarze Peter für diese plumpe Vereinnahmung letztlich gebührt, bleibt zwar unklar:

Betreffend der Verantwortung für die einzelnen Workshop-Berichte heisst nämlich es am Schluss der Dokumentation auf S. 54 in einem Disclaimer:

"Der Inhalt des Dokuments wird vollständig von den Autor_innen verantwortet und spiegelt nicht notwendigerweise die Position der ADS wider."

Wer genau nun eigentlich den Text und die vereinnahmende Anmerkung zum Workshop 6 verfasste, wird nirgends konkret offengelegt. Im Inhaltsverzeichnis werden keine AutorInnen aufgeführt, zum Workshop 6 steht auf S. 3 lediglich:

"Leitung: Jannik Franzen, TransInterQueer e. V. Berlin"

Meine 2 Cent: Ob nun die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) letztlich verantwortlich zeichnet oder TransInterQueer (TrIQ) – für beide wäre es nicht die erste Vereinnahmung, und wohl auch nicht die Letzte. Dass Intersexuelle Menschen e.V. unkritisch danebensteht und sich von den VereinnahmerInnen noch vor den Karren spannen lässt, dito.

>>> Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Diskriminierung oder Verbrechen? (I) 

Siehe auch:
- Vereinnahmung von Zwittern: "TransInterQueer (TrIQ)" und "taz" können es einfach nicht lassen ...
- Vereinnahmung von Zwittern: Das Transgender Netzwerk Berlin TGNB macht's vor ...
- "Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe": Ausser Vereinnahmung nix gewesen – Intersexuelle Menschen e.V. guckt zu und schweigt
- ICESCR: Intersexuelle Menschen e.V. unterstützt Vereinnahmung (S. 13)
- IMeV-Schattenbericht CAT 2011: Häufigste Genitalverstümmelungen ausgeblendet
- LSVD und Zwittervereinnahmung: 1 Schritt vor, 3 Schritte zurück
- Zwitter-Vereinnahmung im Bundestag: Business as usual (II)
- Das Problem der Instrumentalisierung durch LGBTQ  
- Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung   

Thursday 12 May 2011

Hamburg, Ort von Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken

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«Ah, ein Zwitter! Da müssen wir gleich ein paar lebenserhaltende Massnahmen ... öhm ... ABSCHNEIDEN!!!»

Eigentlich kaum zu glauben, aber wahr: In Hamburg werden in Kinderkliniken regelmässig wehrlose Kinder ohne medizinische Notwendigkeit chirurgisch genitalverstümmelt!

Noch dazu mit dem Wissen und der stillschweigenden Billigung von Senat und Bürgerschaft – niemand von den politischen Verantwortlichen in Hamburg kann ehrlich sagen, er/sie habe es nicht gewusst ...

Der Beweis dazu aus hochoffizieller Quelle:

"Es gibt keine Qualitätskontrolle, und alleine in Hamburg würde ich drei oder vier Krankenhäuser benennen können, die solche Operationen durchführen oder durchgeführt haben. "
(Aussage von "EuroDSD"-Chefverstümmler Prof. Dr. Olaf Hiort vor der Hamburgischen Bürgerschaft, 19.4.09 - Wortprotokoll PDF --> S. 40)

Um welche Hamburger Kinderkliniken es sich dabei konkret handelt, "benannte" Prof. Dr. Hiort wohlweislich nicht – und bezeichnenderweise wollte es auch von den anwesenden Hamburger ParlamentarierInnen lieber niemand wissen rsp. niemand getraute sich nachzufragen.

Jedoch zeigt ein flüchtiger Blick auf das im Internet öffentlich angepriesene "Behandlungsangebot" von Hamburger Kinderkliniken, dass Prof. Olaf Hiort mit seiner offenherzigen Aussage wohl kaum zufällig noch untertrieb: Nicht nur in "drei oder vier Krankenhäuser[n]" wurden oder werden in Hamburg kleine Kinder chirurgisch genitalverstümmelt – sondern derzeit in mindestens fünf!

Zwar sind die Hamburger GenitalabschneiderInnen (im Gegensatz z.B. zu den KollegInnen etwa in Baden-WürttembergLübeck, Bremen oder Göttingen) spätestens seit der Anhörung in ihren öffentlichen Anpreisungen offensichtlich etwas vorsichtiger geworden: weder "Intersex" noch "DSD" werden als "Diagnosen" namentlich erwähnt (mit einer Ausnahme) sowie "Klitorisverkleinerungen" oder "Genitalkorrekturen" als solche ebenfalls nicht mehr offen angepriesen, sondern nur noch verklausuliert z.B. unter "Korrektur angeborener Fehlbildungen" oder "angeborene [...] Erkrankungen [...] des äußeren Genitale".

Weniger Hemmungen zeigen die VerstümmlerInnen demgegenüber bei der (wohl auch in Hamburg häufigsten – und komplikationsreichsten!) "Diagnose" für "kosmetische Genitaloperationen" an Kindern und Jugendlichen, nämlich bei "Hypospadie" – wohl nicht zuletzt, weil hier die öffentliche Kritik aktuell noch etwas weniger laut und unmissverständlich wurde ...

Nachfolgend ein Überblick über bisher bekannt gewordene Hamburger Kinderkliniken, die menschenrechtswidrige kosmetische Genitaloperationen an Kindern öffentlich anpreisen:

1. Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) ("Ein Unternehmen des UKE")

Diese Klinik, eine Filiale des "Hamburger Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE)", verfügt einerseits über eine allgemeine "Fachabteilung Kinderchirurgie" (Leitende Ärztin: Dr. med. Katharina Wenke), deren "Einheit für Ambulantes Operieren" u.a. Operationen bei "Hodenhochstand" im Angebot führt.

Sowie weiter eine "Fachabteilung Kinderurologie" (Leitende Ärztin: Prof. Dr. med. Margit Fisch, Oberärztin Dr. med. Silke Riechardt), welche in Zusammenarbeit mit der "Einheit für Ambulantes Operieren" das ganze Spektrum kosmetischer Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen feil hält unter der diskret anmutenden Bezeichnung "alle angeborenen [...] Erkrankungen [...] des äußeren Genitale".

Die verantwortlichen Kinderurologie-Ärztinnen Prof. Dr. med. Margit Fisch und Dr. med. Silke Riechardt betreuen ausserdem die Seiten zu "Hypospadie" auf operation.de, worauf sie Operationan an Kleinkindern mit der zwar nie getesteten, aber bei MedizynerInnen nichtsdestotrotz seit Lawson Wilkins/John Money traditionell "üblichen" Pseudo-"Begründung" rechtfertigen:

Die Operation sollte zwischen dem 9. und 15. Lebensmonat oder zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr durchgeführt werden („Psychologisches Fenster“).

Bewusst bieten die Verstümmlerinnen ebenda auch "Operation[en] aus kosmetischen Gründen" an. Und waschen ihre Hände mit der (nicht nur) bei deutschen Medizynerverbänden handelsüblichen "Begründung" schon mal prophylaktisch in Unschuld: "Diese Entscheidung liegt bei den Eltern." (Immerhin widersprechen sie sich im letzten Satz beiläufig betreffend "Fenster-Theorie" gleich noch selber: "Es gibt auch keine gesicherten Daten dazu, ob eine spätere Korrektur irgendwelche Nachteile hat." – Hauptsache wohl, "Korrektur" MUSS. Sein. Bleiben.)
 
Ausgeliefert! 2. Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Die AKK-Muttergesellschaft UKE delegiert mittlerweile wohl einen guten Teil der Verstümmelungen an die Tochterfirma Altonaer Kinderkrankenhaus, mit deren Kinderchirurgie die UKE-"Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie" (Direktor: Dr. med. Katharina Wenke, Leitender Oberarzt: Dr. med. Thomas Krebs) inzwischen "fusioniert[e]".

Die UKE-Kinderchirurgie "biete[t] eine Sprechstunde für kinderchirurgische Fragestellungen, zur Planung von ambulanten Eingriffen", darunter u.a. "Hodenhochstand", und "versorg[t]" "[i]nterdisziplinär [...] Kinder mit angeborenen Fehlbildungen".

Unter "Schwerpunkte" im UKE weiter im Angebot: "Laparoskopische Hodensuche bei Kryptorchismus" (=diagnostische Schlüssellochchirurgie bei Bauchhoden). Kastrationen bei Bauchhoden werden zwar nicht (mehr) explizit angeboten, jedoch beklagen Überlebende und Eltern bekanntlich seit längerem, dass MedizynerInnen es dabei in der Unterscheidung von Diagnostik und Entfernung gerne nicht so genau nehmen.

3. Asklepios Klinik Harburg

In der "Kinderchirurgie" (Sektionsleiter: Dr. med. Bernd Richter) werden unter "Kinderurologie" offenbar das ganze Spektrum von "Probleme[n] [...] im Genitalbereich sind bei Kindern" "behandelt". Die Abteilung "Minimalinvasive Kinderchirurgie" schweigt sich zwar über konkret vorgenommene Eingriffe vornehm aus, jedoch dürften auch dort medizinisch nicht notwendige "prophylaktische Kastrationen" vorgenommen werden.

Unter Hypospadie heisst es lapidar: "Diese angeborene Fehlbildung heißt Hypospadie und kommt bei einem von 300 neugeborenen Jungen vor. Das ist sehr häufig. Für die chirurgische Behandlung der Hypospadie benötigte man eine Lupenbrille, viel Erfahrung und eine sehr ruhige Hand." (Wenig überraschend kein Wort von den chronisch hohen Komplikationsraten – und auch sonst ganz schön geschäftstüchtig: Etwa das aktuelle Medizynerhandbuch von 2008, "Kinderchirurgie. Basiswissen und Praxis", beziffert für "Hypospadie" ein Vorkommen von 4,8–8:1000.)

Laut Asklepios-"Urologisches Zentrum Hamburg" bietet die "Sektion Kinderchirurgie/Kinderurologie" zudem "Behandlungen" bei "Hodenhochstand" und "angeborenen neurologischen und sonstigen komplexen Fehlbildungen" an.

4. Helios Mariahilf Klinik Hamburg

Hier verspricht die "Kinderchirurgie" (Chefarzt: Dr. med. Olaf Krüger ) unter "Leistungsspektrum" typisch kryptisch:

"In der Kinderchirurgie werden kleine, mittlere und ausgewählte größere Operationen durchgeführt: z.B. bei [...]

• Hodenhochstand [...]
• Penisfehlbildungen [...]"

Unter "Wichtige Krankheitsbilder auf einen Blick: Erkrankungen des Kinder- und Jugendalters" wird weiter angeführt: "Häufige, im Kindesalter auftretende Erkrankungen, die eine operative Therapie erfordern, sind [...] kindlicher Hodenhochstand und frühkindliche Fehlbildungen." 

Fazit: Offensichtlich werden auch In der Helios Mariahilf Klinik Hamburg menschenrechtswidrige kosmetische "Hypospadiekorrekturen", "Prophylaktische Kastrationen" und wohl auch "Genitalkorrekturen" bzw. "Klitorisverkleinerungen" angeboten und durchgeführt ...

5. Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmsstift Hamburg

Auch hier will die "Kinderchirurgie" (Leitung: Dr. Rüdiger Werbeck, Dr. Uwe Hübner) ausgelastet sein. Unter "Ambulante Operationen" u.a im Angebot: "Hodenhochstand".

Sowie (unvermeidlich) unter "Kinderurologie":

"Für die Behandlung von Hypospadien (Fehlmündung der männlichen Harnröhre) steht ein breites Spektrum von operativen Methoden zur Verfügung."

Ebenda erfolgt auch die einzige Erwähnung von "Intersex" unter allen hier aufgeführten Kliniken - bezeichnenderweise quasi als Positivmeldung: 

"Extrem seltene Fehlbildungen wie die Blasenekstrophie, Kloakenfehlbildung oder das intersexuelle Genitale werden nach entsprechenden Voruntersuchungen an verschiedene spezialisierte Zentren deutschlandweit weitergeleitet."

Letztlich wohl nicht allzuweit – z.B. an eine der obigen Verstümmlerkliniken, oder etwa an die "DSD-Zentrale des Bösen" in Lübeck ...

Genitalverstümmelungen: Hamburger PolitikerInnen als MittäterInnen ...

Hamburg war bekanntlich das erste Bundesland, in dem es auf Länderebene politische Vorstösse zum Thema kosmetische Genitaloperationen in Kinderkliniken gab (z.B. diese 3, diesen oder diesen, sowie die eingangs zitierte Bürgerschafts-Anhörung).

Leider wollten es aber (wie schon eingangs erwähnt bei der Anhörung) – aus welchen Gründen auch immer – letztlich weder die Bürgerschaft noch der Senat nur schon genauer wissen, geschweige denn konkret etwas gegen die Genitalverstümmelungen in ihrem Zuständigkeitsbereich unternehmen.

Zwar gab es im Anschluss an die Anhörung insgesamt 3 politische Vorstösse. Jedoch ging KEIN EINZIGER DAVON konkret auf die fortdauernden Genitalverstümmelungen ein, sondern alle verloren sich ausnahmslos in Nebenschauplätzen bzw. beschränkten sich von vornherein auf politische Vereinnahmung von genitalverstümmelten Kindern im Namen von LGBT. In einem 4. Vorstoss spielte sich gar der damals politisch Hauptverantwortliche für die Verstümmelungen, Ole von Beust, zusammen mit Mittäter-Kollege Wowereit gegen aussen als "Zwitterschützer" auf.

Währenddessen laufen die täglichen Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken ungehindert weiter – auch in Hamburg ...

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

>>> Hamburg: Proteste gegen Genitalverstümmler-Kongress "DGE 2011", 30.3.-2.4.11

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- "Unrecht der Medizinversuche anerkennen" (Oliver Tolmein 2009)
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Göttingen / Lübeck: Direktor und Oberarzt propagieren genitale Zwangsoperationen
- Bremen: Genitalverstümmelungen im "Zentrum für Kinderheilkunde"
- Universitätsklinikum Heidelberg: Genitale Zwangsoperationen im Angebot 
- Deutsche Urologen fordern genitale Zwangsoperationen an Säuglingen! 
- Genitalverstümmler Mouriquand: "keine Garantie für sexuelle Empfindsamkeit"
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" (Prof. Dr. Christian Kind)
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?  

Saturday 7 May 2011

"EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken "letztendlich der übliche Weg - den Eltern zuliebe"

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Prof. Dr. Olaf Hiort war Chef des BMBF-finanzierten "Netzwerk Intersexualität/DSD", unter Kritiker_innen u.a. bekannt dafür, wie es Betroffenenverbände jahrelang erfolgreich an der Nase herumführte und fortlaufend die "Lübecker Studie" frisiert. Nachdem die BMBF-Gelder inzwischen versiegten, ist Prof. Dr. Hiort mittlerweile Chef des nicht minder berüchtigten, EU-finanzierten "EuroDSD Consortium", das in Kürze in seinem Lübecker Hauptquartier das "3rd EuroDSD Symposium" ausrichtet.

Zwischendurch fungiert Prof. Olaf Hiort auch immer wieder in Öffentlichkeit und Medien als Aushängeschild der Genitalabschneiderzunft (der sich obendrein auch nicht zu schade ist, kritische Überlebende als ewiggestrige Radaumacher_innen zu diffamieren). So auch unlängst wieder mal auf Arte, wo er "in bester Schwöbel-Manier" unverdossen einmal mehr Genitalverstümmelungen an wehrlosen Kindern propagierte:

Netzwerk DSD/Intersexualität und EuroDSD-Chef Prof. Dr. Olaf Hiort

SprecherIn: Die Frage bleibt: Wenn nur selten eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, warum werden Kinder überhaupt operiert?

Olaf Hiort: Die wenigsten Eltern können tatsächlich aushalten, dass man ihrem Kind kein Geschlecht zuweist. Denn das ist in unserer Gesellschaft letztendlich der übliche Weg, dass man Junge oder Mädchen ist. In Deutschland leben wir in einer relativ offenen Gesellschaft, vielfach laufen die Kinder zum Beispiel nackt am Strand herum. Und vielfach fühlen sich die Eltern, weniger die Kinder, doch ein wenig zurückgesetzt dadurch, wenn sie häufig angesprochen werden, dass das Genitale des Kindes auffällig aussieht. Und dann fragen Eltern schon danach, ob chirurgische Massnahmen ergriffen werden müssen. Wie sich jemand später in seinem Geschlecht fühlen wird, ist im allgemeinen schwierig vorherzusagen, das muss man einfach gestehen.

Weiterer Kommentar überflüssig ...

>>> Olaf Hiort: "Genitalverstümmelungen durchaus im Interesse der Betroffenen"
>>> Olaf Hiort: "Erwachsene Betroffene haben kein Recht zu kritisieren"
>>> Olaf Hiort: "Keine Qualitätskontrollen bei Genitalverstümmelungen"
>>> Olaf Hiort: "Intersexuelle nur Bruchteil aller Genitalverstümmelten"

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Göttingen / Lübeck: Direktor und Oberarzt propagieren genitale Zwangsoperationen
- Bremen: Genitalverstümmelungen im "Zentrum für Kinderheilkunde"
- Universitätsklinikum Heidelberg: Genitale Zwangsoperationen im Angebot 
- Deutsche Urologen fordern genitale Zwangsoperationen an Säuglingen! 
- Genitalverstümmler Mouriquand: "keine Garantie für sexuelle Empfindsamkeit"
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" (Prof. Dr. Christian Kind)
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Wednesday 6 April 2011

IOC: neue Geschlechter-Regeln für Athletinnen mit "Hyperandrogenismus" auf 2012

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IOC IAAF: Stop Intersex Discrimination!In einer gestrigen >>> Pressmitteilung (englisch) vom 5.4.11 anlässlich eines Treffens der Geschäftsleitung in London "bekräftigte" das Internationale Olympische Kommittee IOC "die Notwendigkeit verbindliche Regeln aufzustellen betreffend der Teilahme weiblicher Athletinnen mit erhöhtem Androgenspiegel ['Hyperandrogenismus'] bis zur Sommerolympiade 2012". Weiter empfahl das IOC, auch die anderen internationalen Sportverbände sollen ähnliche Eigene Regeln aufstellen.

Als ersten Ausblick auf die im Detail noch zu bestimmenden Regeln gab das IOC bekannt:

"Juristisch als Frauen lebende Athletinnen sollen bei Frauenwettkämpfen teilnehmen können, sofern ihr Androgenspiegel unter dem von Männern liegt (gemessen anhand der Serumkonzentration von Testosteron), sowie, falls ihr Spiegel innerhalb der männlichen Bandbreite liegt, sofern eine Androgenresistenz vorliegt, so dass sie keine Wettbewerbsvorteile davon haben."

Zum ersten Mal überhaupt wurde in der IOC-Pressemitteilung ferner festgehalten, es sei "das individuelle Recht" von Athletinnen, medizynische Behandlungen zu "verweigern".

Als weitere Premiere wurden erste Details der "Geheimkonferenz" vom Oktober 2010 in Lausanne offiziell bekannt gegeben, z.B. die Teilnahme "eine_r Delegierten von Organisation Intersex International [OII]". Wie seinerzeit auf dem Hermaphroditforum inoffiziell verlautete, handle es sich dabei um Hida Viloria.

Gegenüber >>> BBC London (englisch) gab IOC-Chefmedizyner Arne Ljungqvist weiter Auskunft, entgegen der bisherigen Praxis auch des Athletikweltverbandes IAAF sollen Anschuldigungen von Konkurretinnen künftig keine "Geschlechtsuntersuchungen" mehr "auslösen können", sondern lediglich "wenn eine Athletin während Dopingtests als mit männlichen Charakteristiken ausgestattet identifiziert wird" (anstelle der vielkritisierten früheren "Nacktparaden" vor Sportärzten werden die primären Geschlechtsmerkmale heutzutage "unauffällig" während der Abgabe der Urinproben kontrolliert), oder wenn "Dopingtests abnormal hohe Hormonwerte" ergäben, sowie, falls eine Athletin selbst um eine Abklärung ersuche.

Die IOC-Medizyner-Kommission wolle nun detaillierte Regeln ausarbeiten, die dann bis am nächsten Treffen der Geschäftsleitung vom 6.-9. Juli in Durban (Südafrika) abgesegnet werden sollen.

Kommentar: Fürs erste klingt das alles schon mal vernünftiger als z.B. die Aussagen von IOC-Chefmedizyner Arne Ljungqvist sowie der IOC-Genitalverstümmler-"ExpertIn" Maria I. New im Anschluss an das berüchtigte IOC-Medizyner-Symposium in Miami im Januar 2010.

Einmal mehr wird allerdings der Teufel im Detail stecken, beispielsweise in den konkreten Auslegungen/Limiten betreffend Androgenresistenz (die sich zudem aktuell nicht immer genau bestimmen lassen) – lauter Dinge, worüber sich die aktuelle Verlautbarung bezeichnenderweise ausschweigt. 

Stark negativ fällt weiter auf, dass zumindest laut der Verlautbarung auch keine transparenten Rekursmöglichkeiten vorgesehen sind, und die IOC-Medizyner bzw. "internationale Hyperandrogenismus-Experten" hinter verschlossenen Türen Ausschlüsse durchsetzen sollen.

Bis diese Fragen zufriedenstellend geklärt werden, bleiben die treuherzigen Beteuerungen von IOC-Chefmedizyner Arne Ljungqvist, wonach die "seltenen Fälle" intersexueller Teilnehmerinnen "mit Fairness gegenüber den Athletinnen wie gegenüber dem Sport behandelt" werden sollen, mit Vorsicht zu geniessen.

Dies umsomehr, als die von Ljungqvist gegenüber BBC erneut vorgebrachte Beteuerung, die neuen Regeln stünden nun aber bestimmt in gar "keinem Zusammenhang" mit dem IAAF-Debakel um Mokgadi Caster Semenya, auch durch stete Wiederholung weder fairer noch wahrer wird ...

Fortsetzung folgt ...

>>> IOC und IAAF unterstützen GenitalverstümmlerInnen
>>> Zwitter im Sport: IOC, IAAF und FIFA leugnen Verantwortung
>>> IOC/IAAF/FIFA: "Zwitter brauchen OPs und Hormonbehandlungen"
>>> Pressemitteilung Zwischengeschlecht.org von 22.01.2010

Siehe auch:
- Alle Posts über Caster Semenya
- Caster Semenya rehabilitiert – und Santhi Soundarajan??? 
- Diskriminierung von Zwittern im Sport weltweit
- "Caster Semenya wird als Zwitter verheizt"
- Protest gegen Diskriminierung von Zwittern im Sport, IOC 19.11.09

Sunday 3 April 2011

Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Chirurgische Arbeitsgemeinschaft geht auf Distanz (will sich aber nicht distanzieren)

1. Mahnwache vor der "DGE 2011" mit Offenen Briefen, Hamburg 1.4.11

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>>> Infoseite zu den Protesten   >>> Bericht 1. Aktion 30.3.   >>> Bericht 2. Aktion 1.4.

Die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) zeigt sich besogt darüber, als Mitorganisatorin bei der "DGE 2011" in der Öffentlichkeit mit der Praxis der Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken in Verbindung gebracht zu werden.

Auf den >>> Offenen Brief der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org vom 1.4.11 an die Mitgliederversammlung der DGE, welcher der zeitgleich tagenden CAEK ebenfalls zugestellt wurde, kam von letzterer als Antwort sogleich eine Beschwerde. Darin monierte der CAEK-Vorsitzende (der seinen Namen in dieser Angelegenheit im Internet nicht genannt haben will) "bei allem Verständnis für Ihr Anliegen", durch den Offenen Brief werde eine "Beziehung" hergestellt, "welche nicht existiert" und daher "für den Leser irreführend" sei. Sowie u.a. mit der "dringenden" Bitte an Zwischengeschlecht.org, "die von Ihnen erhobenen Vorwürfe gegenüber der CAEK zurückzunehmen bzw. gegenüber den Lesern des offenen Briefes richtig zu stellen".

In diesem Sinne dokumentiert dieser Blog nachfolgend die Antwort an den ungenannt sein wollenden Vorsitzenden, die auszugsweise auch in der Pressemitteilung vom 2.4.11 wiedergegeben war:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. [...]

Vielen Dank für Ihre Stellungnahme und für Ihr Verständnis für unser Anliegen.

Unsere Menschenrechtsgruppe ist sich bewusst, dass die Schwerpunkte der CAEK bei medizinisch indizierten Eingriffen an Erwachsenen liegen, hauptsächlich der Schilddrüsen, [...] der Bauchspeicheldrüse und der Nebennierenrinden, und somit NICHT medizinisch nicht notwendige, kosmetische Genitaloperationen an Kindern betreffen. Wie Sie unserem Offenen Brief wie auch unseren Pressemitteilungen, Flugblättern usw. entnehmen können, behaupten wir auch nirgends, die CAEK sei an Leitlinien beteiligt, die solche menschenrechtswidrigen Eingriffe propagieren, sondern sehen die Verantwortung dafür im Zusammenhang mit der DGE 2011 klar bei der DGE.

Da Ihre Vereinigung jedoch als Mitorganisatorin der DGE 2011 auftritt und ihre Mitgliederversammlung zeitgleich mit der DGE abhielt, erlaubten wir uns, Ihnen unseren Offenen Brief ebenfalls zukommen zu lassen, um Sie über unsere Bedenken und Anliegen zu informieren.

Auch sind wir der Ansicht, dass bei gravierenden medizinethischen Fragen wie im Falle der systematischen kosmetischen Genitaloperationen an wehrlosen Kindern die gesamte medizinische Gemeinschaft gefordert ist, und nicht nur die unmittelbar betroffenen Teildisziplinen, und dies umso mehr, je enger andere Disziplinen mit den direkt verantwortlichen Kontakt pflegen und zusammenarbeiten.

Es war jedoch nicht unsere Absicht, eine direkte Beziehung der CAEK zu den von uns kritisierten Praktiken herstellen zu wollen, und wir werden dies auch nochmals explizit öffentlich bekräftigen.

Jedoch würden wir es begrüssen, wenn die CAEK zu den von uns angesprochenen Problemen prinzipiell Stellung beziehen würde, da wir uns erhoffen, dies könnte zur Beschleunigung der Beendigung der kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen entscheidend beitragen. Auch könnte dies gleichzeitig potentielle Missverständnisse betreffend der Beziehungen der CAEK zu fragwürdigen Praktiken, wie sie offensichtlich im Rahmen der DGE 2011 auch am heutigen Tage nach wie vor propagiert werden, von vornherein ausschließen.

Freundliche Grüsse

Daniela Truffer / Zwischengeschlecht.org

Soweit wollte der ungenannt bleiben wollende Vorsitzende aber nicht gehen. Sondern schrieb im Gegenteil mit Datum vom 2.4. zurück, die Arbeitsgemeinschaft habe "zu diesem Thema" noch nie Stellung bezogen und werde es auch künftig nicht tun, "da ihr in dieser Hinsicht jegliche Fachkompetenz fehlt".

Offenbar fachkompetent genug fühlte sich der ungenannt bleiben wollende Vorsitzende demgegenüber für folgende Formulierung: "Die von Ihnen erhobenen Vorwürfe in dem offenen Brief sind schwerwiegend und rufschädigend. [...] Die hierdurch bedingten Auswirkungen im Zeitalter der umfassenden Google-Suche sind immens."

Von der "Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)", an welche die im Offenen Brief stehenden "Vorwürfe" bekanntlich gerichtet sind, kam bisher übrigens keine Rückmeldung.

Meine 2 Cent: Etwas Nachhilfe in Grundprinzipien der (Medizin-)Ethik könnte wohl beiderseits nicht schaden ...

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen

>>> Infoseite zu den Protesten zur "DGE 2011" 
>>> Download Flugblatt (PDF, 168KB)
>>> Bericht 1. Aktion 30.3.   >>> Bericht 2. Aktion 1.4.

Siehe auch:
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGKJ-DGKCH 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief APE-AGPD 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief 11th EMBL/EMBO 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief, IOC 2009

Sunday 27 March 2011

Schweiz: Invalidenversicherung (IV) bezahlt Genitalverstümmelungen - 2x Zwitter-Vorstoss im Nationalrat: Von knapp vorbei bis voll daneben

>>> Nachträge 30.3.11 / 4.4.11 / 26.4.11

Zwischengeschlecht.org «Körperliche Unversehrtheit auch für Zwitter!»Aktion vor dem Ostschweizer Kinderspital, St. Gallen 6.2.2011 (Bild: NZZ Format)

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>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Stellungnahme zur überparteilichen Interpellation 11.3286
>>> Stellungnahme zur Zweit-Interpellation 11.3265

STOP Genitalverstümmelung im Kinderspital!Schweiz: Invalidenversicherung (IV) bezahlt Genitalverstümmelungen

In schweizer Kinderkliniken werden Genitalverstümmelungen nicht über die Krankenkassen abgerechnet, sondern über die Invalidenversicherung (IV), die bis zum vollendeten 20. Lebensjahr für die ganze Bandbreite medizinisch nicht notwendiger, kosmetischer Genitaloperationen aufkommt.

Was von der IV letztlich alles übernommen wird, regelt im Detail eine gut 200 Diagnosegruppen umfassende "Liste der Geburtsgebrechen". Erstellt von der ethisch herausgeforderten CH-VerstümmlerInnenlobby "Schweizerische Akademie der Medizynischen Wissenschaften (SAMW)", dokumentiert diese Liste unter mindestens 12 Ziffern sowohl das weitläufige Tätigkeitsgebiet der lokalen GenitalabschneiderInnenzunft wie auch deren Verbundenheit mit medizynischer Nomenklatur aus der Zeit noch vor dem 2. Weltkrieg ("Pseudohermaphroditismus").

Datenspur der Zwangsoperateure

Da die Invalidenversicherung (IV) dem Bund untersteht, ist es theoretisch möglich, via eine Anfrage im Nationalrat Daten der über die IV abgerechneten menschenrechtswidrigen Genitaloperationen zu erhalten.

Nach 4 überparteilichen Anfragen auf Kantonsebene in den letzten 18 Monaten zu ebensovielen deutschschweizer Genitalabschneiderkliniken (deren Antworten bisher wenig überraschend in erster Linie ihre Unwilligkeit zur Offenlegung konkreter Fallzahlen und Statistiken demonstrierten, jedoch deshalb als Vergleichszahlen noch wichtig sein werden), sah die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org die Zeit gekommen und nahm mit PolitikerInnen Kontakt auf zwecks Einreichung einer überparteilichen Interpellation im Nationalrat.

>>> Übersicht relevante Ziffern in der "Liste der Geburtsgebrechen"
>>> Entwurf für Interpellation 

Nationalrat: 2x Zwitter-Vorstoss – von knapp vorbei bis voll daneben

Am letzten Freitag, den 18. März war es dann schliesslich so weit: Als Krönung monatelanger harter Arbeit sollte im Nationalrat eine überparteiliche Interpellation den Bundesrat zur Herausgabe der Fallzahlen aller relevanten IV-Ziffern auffordern sowie zu einer erstmaligen Stellungnahme zu den kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen.

Nun ja, öhm, ausser, dass an diesem letzten Sitzungstag der Frühjahrssession im Wahljahr 2011 dann plötzlich gleich 2 Anfragen eingereicht wurden.

Von denen letztlich leider weder die eine noch die andere wirklich hielt, was ihre Urheberinnen uns zuvor zugesichert hatten ...

1) Überparteiliche Interpellation "Kosmetische Genitaloperationen bei Kindern mit „uneindeutigen“ körperlichen Geschlechtsmerkmalen"
11.3286
Eingereicht von Ida Glanzmann-Hunkeler (CVP)
Mitunterzeichnet von Maria Roth Bernasconi (SP), Alice Glauser (SVP), Corina Eichenberger (FDP), Yvonne Gilli (Grüne), Elisabeth Schneider Schneiter (CVP)

>>> Stellungnahme Zwischengeschlecht.org vom 20.3.11 
>>> Text der Überparteilichen Interpellation 11.3286 vom 18.3.11
>>> Stellungnahme Zwischengeschlecht.org an die Mitunterzeichnerinnen vom 20.3.11

Meine 2 Cent: Leider knapp vorbei ...

Ein überparteilicher Vorstoss gegen uneingewilligte kosmetische Genitaloperationen in einem Nationalparlament, unterzeichnet von Parlamentarierinnen aus allen 5 "grossen" Parteien – sowas gab es bisher auf der ganzen Welt noch nie!

Umso schmerzhafter, dass im letztlich eingereichten Vorstoss in der 1. Frage – ausgerechnet! – die matchentscheidenden konkreten Ziffern aus der "Liste der Geburtsgebrechen" kurzerhand gestrichen wurden – noch dazu ohne vorherige Rücksprache und entgegen der Zusicherung der Erstunterzeichnenden ...

Nachfolgend die ungekürzte 1. Frage (mit ausgelassenem Text kursiv):

1. Wie viele Behandlungen wurden von der IV übernommen seit Inkrafttreten der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV), aufgeschlüsselt nach Jahr, Kanton, Alter der Behandelten, den jeweils konkret vorgenommenen Eingriffen (einschliesslich ob Ersteingriffe oder Nachbesserungseingriffe in Folge von Komplikationen) sowie bei Ziffern mit mehreren Diagnosen die genaue Diagnose, von folgenden Ziffern der Liste der Geburtsgebrechen: 113, 350, 352, 355, 357, 358, 359, 453, 462, 465, 466, 486, 488?

Wenig tröstlich weiter, dass die Erstunterzeichnerin auf Anfrage als Begründung für die Kürzung angab, diese hätte aus Platzgründen leider sein müssen – obwohl der Interpellationstext laut automatischer Zeichenzählung auf dem Einreichungsformular auch mit vollständiger Frage 1. inkl. aller Ziffern mit 2349 Zeichen nach wie vor klar unter dem erlaubten Maximum von 2400 Zeichen lag (vgl. Statement).

In der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org haben viele Menschen, Zwitter wie solidarische Nicht-Zwitter, unzählige Stunden, Tage, Wochen oder gar Monate harter Arbeit investiert, um im Nationalrat einen möglichst wirksamen Vorstoss zu ermöglichen.

Was uns allen mit Abstand am meisten wirklich wehtut, ist die Tatsache, dass es durch die Auslassung der Ziffern und der Frage nach den genauen Diagnosen nun den verantwortlichen PolitikerInnen und MedizynerInnen unnötig leicht gemacht wird, schon wieder bloss die üblichen Täter-Beschönigungen aufzutischen, statt endlich einmal relevante konkrete Zahlen herausrücken zu müssen.

Dadurch wird die Beendigung der Genitalverstümmelungen in schweizer Kinderspitälern ganz konkret mindestens um Monate zurückgeworfen.

Die GenitalabschneiderInnen danken ...

Aktueller Stand 26.3.11: Auf die Bitte um eine Erklärung erhielt Zwischengeschlecht.org von der Erstunterzeichnenden bisher keine Antwort.

Vorläufiges Fazit: Es gibt Dinge, die sind so unglaublich, dass sie nur real sein können ...

2) Zweit-Interpellation "Umgang mit Varianten der Geschlechtsentwicklung (DSD/Intersexualität) in der Schweiz"
11.3265
Eingereicht von Margret Kiener Nellen (SP)
Mitunterzeichnet von Eichenberger-Walther Corina (FDP), Gilli Yvonne (Grüne), Glanzmann-Hunkeler Ida (CVP), Glauser-Zufferey Alice (SVP), Streiff-Feller Marianne (CVP), Weber-Gobet Marie-Thérèse (CSP)

>>> Stellungnahme Zwischengeschlecht.org vom 20.3.11
>>>
Text der Zweit-Interpellation 11.3265 vom 18.3.11
>>> Stellungnahme Zwischengeschlecht.org vom 16.3.11

Meine 2 Cent: Wortbrüchig, eigennützig ...

Am 26.2.11 hatte die spätere Zweit-Interpellantin auf Nellas Anfrage hin in einem ersten Telefongespräch zugesagt, bei einem überparteilichen Vorstoss mitzumachen. Anschliessend war sie weder per Mail noch telefonisch mehr erreichbar, obwohl sie nach späterem eigenen Bekunden unsere Nachricht sehr wohl ausgerichtet bekommen hatte.

Um dann knapp eine Woche nach Ausstrahlung der NZZ Format Doku am 16.3.11 unverhofft zu verkünden, sie gedenke nunmehr statt wie vereinbart bei einer sachbezogenen überparteilichen Interpellation mitzumachen, lieber eine Eigen-Interpellation einzureichen, in der einmal mehr Anliegen dritter Interessensgruppen mit hereingenommen werden.

... vereinnahmend, bevormundend ...

Als Nella die wortbrüchige Parlamentarierin darauf hinwies, dass dies nicht in Sinne von Zwischengeschlecht.org sei, sondern im Gegenteil für die schnellstmögliche Beendigung der Verstümmelungen politisch massiv schädlich, beschied ihr die Eigen-Interpellantin wiederholt ungerührt, Nella als Betroffene solle "das doch nicht so eng sehen" (!!!), sondern gescheiter dankbar sein, wenn ihr schon mal jemand helfen wolle.

Überhaupt habe sie als Nationalrätin zweifellos mehr Ahnung, was für zwangsoperierte Zwitter politisch "am Besten" sei – und noch weitere "gutgemeinte", verletzende, entmündigende, entwürdigende und (re-)traumatisierende Ekelkotzsprüche mehr – Sprüche, wie sie Zwangsoperierte von Kind an von gewissenlosen GenitalabschneiderInnen und anderen "wohlmeindenden" Besserwisser-"ExpertInnen" am laufenden Band zu hören bekommen – und von Nationalrats-PolitikerInnen in Wahljahren offenbar nicht minder ...

... politisch herausgefordert und voll daneben!

Nachträglich per Mail dann noch das Sahnehäubchen: "Aus menschen- und  grundrechtlicher Sicht muss ich jedoch meinem Gewissen folgend diese Fragen so eingeben."

Tatsache bleibt: In den letzten beiden Jahrzehnten sind leider allgegenwärtige politische Vereinnahmungen der Hauptgrund, weshalb die Verstümmelungen nach wie vor politisch unangefochten weitergeführt werden können!

Denn wie leider auch die vorliegende Interpellation zeigt, kaum kommt (zum allerersten Mal überhaupt!) in einem nationalen Parlament etwas in Bewegung, das überparteilich und ganz konkret auf die Gentalverstümmelungen in den Kinderkliniken rsp. auf ihre Beendigung abzielt, folgt prompt auf dem Fuss der nächste Versuch, in die Diskussion – bevor sie überhaupt in die Gänge kommt! – gleich wieder sachfremde und obendrein politisch chancenlose Themen und Anliegen dritter Interessensgruppen hineinzunehmen, im vorliegenden Fall z.B.  "Geschlechtszugehörigkeit", "(Inter-)Sexualität" und "Lockerung des Geschlechtseintrags" – die GenitalabschneiderInnen danken!

Aktueller Stand 30.3.11: Auf unsere Stellungnahme vom 20.3. erhielt Zwischengeschlecht.org von der Zweit-Interpellantin bisher keine Antwort, dito nach einer nochmaligen Erinnerung sowie Bitte um eine Aussprache vom 28.3.11.

Vorläufiges Fazit: Nun ja, mag vielleicht tatsächlich so sein, dass die betreffende Nationalrätin anscheinend Politik auf Kosten wehrloser genitalverstümmelter Kinder zu betreiben vermag, ohne dabei Gewissensbisse zu empfinden, ja, dass sie sich vielleicht gar gewohnt ist, sowas noch als "Menschenrechtsengagement" auszugeben, und womöglich obendrein noch davon ausgeht, damit unbemerkt durchzukommen. Dieser Blog meint dazu:

Fortsetzung folgt ... 

Nachtrag 4.4.11:
"Kampf gegen Genitalverstümmelung - öhm, Geschlechtszwang" - Zentralschweiz am Sonntag, 3.4.11


Nachtrag 26.4.11:
Inzwischen kam es am 14.4.11 zu einer positiv verlaufenen Aussprache mit SP-VertreterInnen. >>> Mehr dazu hier.

Zwischengeschlecht.org ist sehr erfreut und erleichtert, dass eine konstruktive Lösung gefunden werden konnte.

Dieser Blog nimmt zudem den pauschalen Vorwurf der Vereinnahmung per sofort zurück, der obige Blogpost und die Titel der dazugehörigen Pages wurden entsprechend überarbeitet, zusätzlich wurden polemische Formulierungen versachlicht.

>>> Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>> Kosmetische Genitaloperationen auf der "Liste der Geburtsgebrechen"  

>>> Das Problem der Instrumentalisierung durch LGBTQ
>>>
Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung
>>>
Genitalverstümmelungen: "Nebenwiderspruch" des Zweigeschlechtersystems?
>>>
"STOP Genitalverstümmelung als 'Rohmaterial' für die Geschlechterforschung!"

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Kindern 
- Genitalverstümmelungen im Inselspital Bern 
- Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" (Prof. Dr. Christian Kind)
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Genitalverstümmelung im Kinderspital Luzern
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller Verstümmelungen
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Genitalverstümmler in Frankreich: Claire Nihoul-Fékété & Stephen Lortat-Jacob
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- Schweiz: Bundesrat will weibliche Genitalverstümmelung verbieten – aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Wednesday 9 March 2011

Antwort des Ostschweizer Kinderspitals auf den Offenen Brief von Zwischengeschlecht.org vom 6.2.11

Friedlicher Protest vor dem Ostschweizer Kinderspital, St. Gallen 6.2.2011 (Bild: Seelenlos)

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>>> Infoseite zum Protest   >>> Der Offene Brief   >>> Pressemitteilung 2.2.11
>>>
Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen

Menschenrechte auch für Zwitter!

Es geschehen noch Zeichen und Wunder?!

Mit Datum vom 10. und Poststempel vom 15. Februar erhielt die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org auf unseren traditionellen Offenen Brief anlässlich des friedlichen Protests vom 6.2. eine >>> ausführliche 2-seitige Antwort des Ostschweizer Kinderspitals (PDF, 333 KB) inkl. einem Angebot zu einem "direkten Gespräch".

Zum Vergleich: Auf die vorgängigen 3 Offenen Briefe an CH-Kinderkliniken blieben das Inselspital Bern und das Kinderspital Luzern bis heute jegliche Antwort schuldig – einzig mit Verantwortlichen des Kispi Zürich kam es im Anschluss zu Gesprächen und schliesslich am 26.3.10 zu einer Fokusgruppe, die aktuell in die lesenswerten Psychologie-Bachelorarbeit von Yvonne Cavicchia-Balmer "Information, Aufklärung und Entscheidungsfindung von Eltern bei der Geburt eines Kindes mit uneindeutigem Geschlecht" (November 2010) und in die kommenden Ethik-Doktorarbeit von Jürg Streuli Eingang fand. In Deutschland erhielten wir auf unsere Offenen Briefe bis heute von APE-AGPD ebenfalls nicht die geringste Antwort bzw. von EMBL/EMBO einzig verbale Beschimpfungen, allein von DGKJ/DGKCH gab's immerhin eine höfliche erste Antwort von ebenfalls 2 Seiten, die jedoch u.a. hauptsächlich aus kopierten und eingefügten Auszügen der "Ethischen Grundsätze und Empfehlungen" bestand, deren Nichteinhaltung der Offene Brief gerade kritisierte.

Kommentar:

Logo bleibt es trotzdem auch in St. Gallen noch ein weiter Weg – wovon nicht zuletzt auch die vorliegende Antwort zeugt, etwa in unverdrossen-fragwürdigen Passagen z.B. von wegen, das Kispi könne sich "nicht nur auf die abstrakte, ethische und juristische Perspektive [...] stützen", wo doch angeblich für das "Wohl des in seiner Familie heranwachsenden Kindes" mitunter uneingewilligte "medizinisch nicht dringend indizierte Operation[en]" (deren angebliche Wirksamkeit wohlbemerkt seit 60 Jahren nie bewiesen wurde) nach wie vor unverfroren als "für uns der bessere Weg" verkauft werden – wird's auch diesmal wohl eh niemand bemerkt haben wollen – wetten?!

Jedoch, auch der längste Weg beginnt mit konkreten ersten Schritten – und wohl nicht zuletzt mit stetig wachsendem öffentlichem und politischem Druck ...

>>> Die Antwort des Ostschweizer Kinderspitals als PDF (333 KB) 

Nachfolgend dokumentieren wir die Rückantwort von Nella im Namen der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org:

Continue reading...

Saturday 26 February 2011

Genitalabschneider-Treffen: Termine 2011/2012

Friedlicher Protest zur APE-AGPD 2010, Augsburg 5.11.10

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Auch dieses Jahr planen die MedizynerInnen diverse Städtereisen, Jahresversammlungen und sonstige Sausen, um ungestört neue "Verbesserungen" ihrer menschenrechtswidrigen Verstümmelungen zu propagieren.

Weitere sachdienliche Hinweise jederzeit willkommen!

Wir sehn uns, wo die Action ist!  Mehr dazu laufend ...

>>> DGE 2011   30.3.-2.4. Hamburg
54. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
+ Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK) der Deutschen Gesellschaft für die Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV)
www.dge2011.de

3. Dreiländertreffen der Kinderchirurgie   1.-2.4. Basel
www.dreilaendertreff.net

SWDGU 2011   7.-9.4. Tübingen
52. Jahrestagung Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie
www.swdgu.de/2011

"Fritz Rehbein Jubiläum" KBC 2011   8.-9.4. Bremen
Fritz-Rehbein-Symposium zum 100. Geburtstag – Alte und neue Herausforderungen in der Kinderchirurgie – 100 Jahre Kinderchirurgie in Bremen – 60 Jahre Kinderchirurgische Klinik am Standort Mitte
www.conventus.de/kcb2011

22nd ESPU   27.-30.4. Kopenhagen
22nd Congress of the European Society for Paediatric Urology
www.espu2011.org

ECE 2011  30.4.-4.5. Rotterdam
13th European Congress of Endocrinology
www.ece2011.com

3rd EuroDSD Symposium  20.-22.5. Lübeck
3rd Symposium on Disorders of Sex Development – From Gene to Gender
www.eurodsd.eu/en/9384.php

"Ringvorlesung Medizin und Ethik"   Mo 30.5.11 Aachen
Vortrag von Genitalabschneiderin Susanne Krege:
"Intersexualität - Gefangen im falschen Körper"
http://www.ukaachen.de/content/page/5367325

3rd IHW   26.-27.5. Szeged HU
The Third International Hypospadias Workshop
www.srcp.ro/data//Hypospadias%20workshop%20May%202011.pdf

50th ESPE   25.-28.9. Glasgow
50th Annual Meeting European Society for Paediatric Endocrinology
www.espe2011.org

DGU 2011   14.-17.9. Hamburg
63. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie
www.dgu-kongress.de

IV. ISHID   17.-19.9. London
IV. World Congress on Hypospadias and Disorders of Sex Development
www.ishidcongress2011.org

1st Failed Hypospadias   18.9. Arezzo
1st European Conference on Failed Hypospadias Repair

DGKJ 2011   22.-25.9. Bielefeld
107. Jahrestagung Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin
+ 49. Jahrestagung Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)
www.dgkj2011.de

1st ESFFU ESGURS   06.-08.10. Tübingen
1st Joint Meeting of the EAU Section of Female and Functional Urology (ESFFU) and the EAU Section of Genito-Urinary Surgeons (ESGURS)
http://esffu-esgurs.uroweb.org/
[a.k.a. V. Symposium Rekonstruktive Urologie
www.uro-tuebingen.de/termine.html
ww.tuebingen-info.de/tagungen-kongresse/aktuelle-tagungsliste.html ]

SIU 2011   16.-20.10. Berlin
31st Congress of the Société Internationale d'Urologie (mit "Live Operationen" in der Charité am 18.10.)
www.siucongress.org/2011/schedule.asp

5th Masterclass   2.-4.11. London
5th Annual Masterclass of Genito-Urethral Surgery ("live-surgery")
www.instituteofurology.org/edu.php?page=14

KTK 2011   10.11.11 Basel
4th Symposium on Pediatric Endocrinology and Urology, organisiert von der KTK Kindertagesklinik Liestal (kindertagesklinik.ch)
http://www.swiss-pediatricsurgery.org/upload/ktk11.pdf

APE-AGPD 2011
   11.-13.11. Berlin
JA-PED – 6. Gemeinsame Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie (APE) und Pädiatrische Diabetologie (AGPD)
www.ja-ped.de

2nd ISPAE 2011   25.-27.11.11 Calicut (India)
2nd Biennial Conference of the Indian Society for Pediatric and Adolescent Endocrinology (ISPAE)
www.ispae.org.in

Kinderchirurgisches Symposium 2011   7.12. Bremen
www.klinikum-bremen-mitte.de/internet/ibf/de/2011/Mitte/A/002--.jsp?siteName=kbm
  

Vorschau 2012 / 2013

27th EAU   24-28.2.2012 Paris

DGE 2012   07.-10.3.2012 Heidelberg/Mannheim

4. Dreiländertreffen der Kinderchirurgie   23.3.2012 Colmar (F)

SGKJ 2012   04.-06.5.2012 München

23rd ESPU 2012   09.-12.5.2012 Zürich

13th EUPSA / 59th BAPS 2012   13.-16.6.2012 Rom

DGKJ 2012   13.-16.9.2012 Hamburg

SGKC 2012   20.9.2012 Luzern

51st ESPE   20.-23.9.2012 Leipzig

2nd Failed Hypospadias   22.9.2012 Arezzo

DGU 2012   26.-29.9.2012 Leipzig

APE-AGPD 2012   08.-11.11.2012 Erlangen

DGGG 2012   9.-12.10.2012 München

SGKC   20.9.2012 Luzern

WOFAPS 2013   13.10.2013 Berlin

>>>
Genitalverstümmelungen im Kinderspital: Fakten und Zahlen
>>>
150 Jahre Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter

Siehe auch:
- Friedlicher Protest & Offener Brief 3rd EuroDSD Symposium 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief "Ethik"-Vortrag UK Aachen 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGE 2011
- Friedlicher Protest & Offener Brief DGKJ-DGKCH 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief APE-AGPD 2010
- Friedlicher Protest & Offener Brief 11th EMBL/EMBO 2010
- Aktion & Offener Brief Ostschweizer Kinderspital St. Gallen 2011
- Aktion & Offener Brief Kinderspital Luzern 2010
- Aktion & Offener Brief Inselspital Bern 2009
- Aktion & Offener Brief Kinderspital Zürich 2008

Thursday 24 February 2011

Genitalverstümmler Prof. Dr. Pierre Mouriquand (Lyon, Frankreich): "keine Garantie für sexuelle Empfindsamkeit", 57% Komplikationen, 50% Nachbesserungs-OPs, 10 OPs pro Woche ...

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Ah, ein Zwitter! Da müssen wir gleich ein paar lebenserhaltende Massnahmen... öhm... - ABSCHNEIDEN!!!

Kommenden Mai wird der Serienverstümmler Prof. Dr. Pierre Mouriquand (Université Claude Bernard / Hôpital Femme Mère Enfant, Bron, F) in Lübeck am"3rd Symposium on Disorders of Sex Development: From Gene to Gender" (20.-22.5.11), organisiert von "EuroDSD", einmal mehr ungehemmt und straffrei medizinische Verbrechen an Kindern anpreisen.

Nachfolgend ein Transkript aller Interviewpassagen mit dem Pädo-Urologen Prof. Pierre Mouriquand aus der Arte-Doksendung "Tabu Intersexualität" vom 8.10.10 (wiederverwurstet im Vereinnahmungs-Vehikel "X:enius" vom 21.2.11), gefolgt von einigen weiteren menschenverachtenden "Highlights" von Dr. Mouriquand aus einem Vortrag am "Symposium International de Paris - Surgery of hypospadias in 2006" (hier jedoch ohne OP-Bilder).

Wie Mouriquands u.a. von der Berliner Charité jeweils gern eingeflogene Serienverstümmler-Kollegin Prof. Dr. Claire Nihoul-Fékété ist auch Prof. Dr. Pierre Mouriquand offensichtlich (noch) völlig unbeleckt von jeglicher Kritik an seinem menschenrechtswidrigen Handeln und plauderte gegenüber Arte treuherzig aus dem "Skalpellkästchen" (meine Hervorhebungen):

Prof. Pierre Mouriquand, Chirurg: Ich stelle mir einen Schulhof vor. Jetzt stellen Sie dort ein Kind hinein, das keine Zuordnung Junge oder Mädchen hat. Dieses Kind setzen Sie einer Situation aus, in der es extrem verletzlich ist. Sie wissen, wie grausam Kinder sein können. In den Augen seiner Schulkameraden stellt dieses Kind eine Seltsamkeit dar und das ist meiner Meinung nach eine Situation, die nur sehr schwer zu akzeptieren ist.

Nach streng chirurgischen Gesichtspunkten ist eine Formung der Genitalien in den ersten Lebensmonaten am einfachsten zu machen. Das Gewebe eignet sich einfach besser als zu einem späteren Zeitpunkt.

Das Paradoxe an dieser Situation ist, dass die Person, die das Problem am meisten betrifft, nach der Geburt nicht selbst befragt werden kann. Das kann natürlich extrem schwierige Situationen hervorbringen. Es gibt leider Momente, in denen es keine gute Entscheidung gibt, sondern nur die weniger schlechte.

Wenn Sie in unserer Gesellschaft nur einen Arm haben, dumm sind oder an einem Herzfehler leiden, dann wird die Gesellschaft das akzeptieren. Wenn Sie aber keine klaren Aussagen über Ihr Geschlecht treffen können, dann wird Ihnen die Gesellschaft übel mitspielen. Es ist ein Problem der Wahrnehmung. Ich denke, dass die entscheidende Funktion von Geschlecht auf sozialer Ebene die Wahrnehmung ist. Und ohne die Möglichkeit, eindeutig wahrgenommen zu werden, ist das Leben extrem grausam und meiner Meinung nach auch nicht zu bewältigen.

Prof. Pierre Mouriquand, Chirurg: Die Frage, die Sie stellen, lautet: Kann die Chirurgie garantieren, dass die Empfindsamkeit der Klitoris oder des Penis nicht beeinträchtigt wird? Die Antwort ist sicherlich nein, das kann sie nicht. Wir haben unsere Techniken in den letzten Jahren weiterentwickelt und das lässt uns hoffen, aber es wäre Augenwischerei, den Eltern zu versichern, dass sich bei einer Klitorisreduktion die Empfindsamkeit nicht verändern würde. Das kann keiner. Und um das noch einmal ganz deutlich zu sagen: das sind chirurgische Massnahmen, die grosse Ehrlichkeit und auch Bescheidenheit erfordern, wenn man von den Patienten respektiert werden wird.

(Sprecherstimme:) Ethische Richtlinien zum Umgang mit intersexuellen Patienten wurden erarbeitet, verbindlich sind sie jedoch nicht. Viele Ärzte greifen nicht mehr so schnell zum Skalpell wie noch vor zwanzig Jahren. Aber operiert wird dennoch. (...) Es gibt keine Langzeitstudien über das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der als Kinder operierten. Einer der Hauptkritikpunkte der erwachsenen Betroffenen.

Prof. Pierre Mouriquand, Chirurg: Das [Hypospadie] ist ein häufiges Krankheitsbild. Wir operieren das inzwischen vier bis zehn Mal pro Woche. Das sind mehr als zweihundert Patienten pro Jahr. Das sind viel mehr als früher. Unser Eindruck hier in Frankreich ist, und ich denke das ist in Nordeuropa ähnlich, dass die Häufigkeit sehr sehr stark zugenommen hat. Das hat sich über die letzten zwanzig Jahre verdoppelt, vielleicht sogar verdreifacht. Im Moment hat man Unweltfaktoren dafür in Verdacht. Man nimmt an, dass unsere moderne Gesellschaft die Umwelt mit hormonellen Stoffen verschmutzt, durch Pestizide, Dünger oder bestimmte Gifte, die in Plastikmaterialien enthalten sind. Diese Belastungen können offenbar die Entwicklung des Penis bei kleinen Jungen negativ beeinflussen.

Anlässlich der Tagung "Symposium International de Paris - Surgery of hypospadias in 2006"  hielt Pierre Mouriquand zu dieser Zeit "tätig" in den "Hospices Civils de Lyon") u.a. einen Vortrag zum Thema "Techniques & outcomes", von dem sowohl ein Videomitschnitt wie auch die Präsentatiosfolien vorbildlich online dokumentiert sind. Darin finden sich nebst Fotobeweisen medizinischer Verbrechen an wehrlosen Kindern und Portraits grinsender Verstümmlerkollegen weitere entwaffnend ehrliche Aussagen von Prof. Dr. Mouriquand, zum Beispiel über Komplikationsraten von 42% (Folie 13) bis 57% (Folie 15):

In seinen abschliessenden Bemerkungen (Folie 42) hält Prof. Dr. Pierre Mouriquand weiter fest: "50% aller Hypospadien benötigen Nachbesserungs-Operationen". Und konstatiert (wohl nicht zum ersten Mal): "Langzeituntersuchungen sind schlecht erhältlich" und "Psychologische Konsequenzen sind schlecht erforscht":

Wen wundert's? Wen interessiert's überhaupt? Die GenitalverstümmlerInnen & Co. ("enge Zusammenarbeit mit Endokrinologen ist wichtig") in den Kinderkliniken offensichtlich nicht.

Denn wohl nicht umsonst vermerkt Prof. Dr. Pierre Mouriquand an erster Stelle seines Fazits in typischem Jargon: "Hypospadie-Operationen bleiben eine chirurgische Herausforderung". Und welcher aufrechte Genitalabschneider kann – oder will – da schon widerstehen?

Umso wichtiger, dass Eltern, die sich überlegen, ihr Kind einem solch gewissenlosen Metzger zu überlassen, sich umfassend informieren – z.B. auch anhand von Prof. Mouriquands Vortrag.

Dieser Blog empfielt zu diesem Zweck insbesondere verstärkte Beachtung (Warnung!!!) u.a. der Folien 19 ("Hypospadias Cripple") [= von Medizynern zum "Krüppel" operiert!!!], 26 ("Bad cosmetic result"), 27 ("Fistula"), 30 ("Urethral stenosis"), 34 ("infection"), die geignet sind, abstrakte Begriffe à la "42-57% Komplikationen" durch konkrete Beispiele zu veranschaulichen.

Der vollständige Vortrag "Surgery of Hypospadias – Techniques & outcomes" ist unter folgender URL erhältlich:
http://www.canal-u.tv/producteurs/canal_u_medecine/dossier_programmes/chirurgie/colloque_et_evenement/symposium_international_de_paris_surgery_of_hypospadias_in_2006_techniques_and_outcomes

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
- Genitalverstümmler in Frankreich: Claire Nihoul-Fékété & Stephen Lortat-Jacob
- "Genitalkorrekturen in Deutschland in der Regel im ersten Lebensjahr" (DGKJ/APE/DGE)
- "EuroDSD"-Chef Olaf Hiort: "Intersexuelle" nur ein Bruchteil aller Verstümmelungen
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung
- Genitalverstümmler und Zwangsoperateure in Baden-Württemberg  
- Göttingen / Lübeck: Direktor und Oberarzt propagieren genitale Zwangsoperationen
- Universitätsklinikum Heidelberg: Genitale Zwangsoperationen im Angebot 
- Lübeck: Klinikdirektor propagiert genitale Zwangsoperationen an Kindern! 
- Deutsche Urologen fordern genitale Zwangsoperationen an Säuglingen! 
- Zürcher Kinderspital propagiert Zwangskastrationen an Kindern 
- Genitalverstümmelungen im Inselspital Bern 
- Genitalverstümmelungen: "Lieber hier durchführen als im Osten" (Prof. Dr. Christian Kind)
- Chefarzt Dr. Marcus Schwöbel: genitale Zwangsoperationen an Kindern der "normale Weg" 
- Genitalverstümmelung im Kinderspital Luzern
- Prof. Dr. Heino Meyer-Bahlburg: John Moneys Erbe 
- Weiße Kittel mit braunen Kragen, reloaded
- Schweiz: Bundesrat will weibliche Genitalverstümmelung verbieten – aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Bundestag: "Weibliche Genitalverstümmelung ahnden" - aber die Zwitter verstümmelt nur ruhig weiter ...
- Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Bundesregierung beugt Grundgesetz Art. 2 (Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit)
- "Weder Evidenz noch medizinische Indikation" (Dr. med. Jörg Woweries)
- "Gott hat uns dieses Kind geschenkt, so wie es ist." (eine Mutter)
- Genitalverstümmelung in Kinderklinik: Wer sind die Täter? Was soll mit ihnen geschehen?

Friday 11 February 2011

Radiodoktor: "Intersexualität - Leben zwischen den Geschlechtern" @ Oe1 7.2.11 + online

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Kann ein Zwitter Sünde sein?In der Rubrik "Radiodoktor - Medizin und Gesundheit" strahlte das österreichische Radio eine Sendung zum Thema aus, die online nachgehört werden kann.

Als Studiogäste beim "Radiodoktor" Prof. Dr. Manfred Götz waren 2 VertreterInnen der GenitalabschneiderInnen & Co. aus Wien, nämlich der Endokrinologe Dr. Stefan Riedl vom "St. Anna Kinderspital / Medizinische Universität Wien" und die Psychologin Prof. Dr. Brigitte Hackenberg von der "Universitätsklinik für Kinder und Jugendheilkunde", sowie als einziger Nicht-Medizyner der Vater eines unoperierten betroffenen Kindes.

>>> Sendungshomepage mit Nachhörmöglichkeit
>>> "Online-Infomappe" (PDF, 344 KB)

Der Vater plädierte rührend für die Unversehrtheit und spätere eigene Wahlmöglichkeit seines Kindes und strafte einmal mehr die gängigen Medizynermärchen Lügen, ein unoperiertes Kind sei unbedingt das sofortige und absolute soziale Aus sowie eine weltuntergangsähnliche Katastophe. (Dafür musste er sich auf Anfrage eines Hörers noch rechtfertigen, warum er in der Sendung anonym blieb.)

Die Medizyner machten wie heute üblich auf pseudo-verständnisvoll und aufgeklärt, brachten dabei aber nie Klartext, sondern redeten ständig rechtfertigend um den Brei herum.

Das bezeichnendste Beispiel fand sich im Anschluss an die Sendung im Forumsbereich zu unterst auf der Sendungshomepage, als dort in einem Posting detailliert und konkret nach Ort und Anzahl der Zwangsoperationen in Österreich gefragt wurde. Die vielsagend unbestimmte Antwort, wohl durch Dr. Stefan Riedl, in der wie üblich die Verantwortung auf die meist von den Medizynern massiv bedrängten Eltern abgeschoben wird:

Bei Prader III werden den Eltern die verschiedenen Möglichkeiten, zu operieren oder zuzuwarten, auseinandergesetzt. Meist wird bei der häufigsten Form, dem AGS, ein solcher Eingriff gewünscht. Operationen werden in einigen größeren Spitälern Österreichs durchgeführt, z.b. Innsbruck, Linz, Wien. Wir folgen prinzipiell dem Chikagokonsensus. Ich kann natürlich in erster Linie nur für die Wiener Ambulanz, wo ich tätig bin, sprechen.

Das "Online-Info-PDF" hat immerhin eingangs ein Zitat von Michel Reiter und merkt (wie auch die Sendungshomepage) zudem immerhin an, dass die Verstümmelungen von Zwittern (die natürlich nirgends so bezeichnet werden) historisch relativ neu sind, während Zwitter früher lange Jahrhunderte selber über sich entscheiden durften. Das war's dann allerdings schon mit den guten Nachrichten.

Betreffend des heutigen Zustandes wird in bekannter Medizyner-Manier tatsachenwidrig John Money zum alleinigen Sündenbock gestempelt. Ansonsten besteht die "Infomappe" hauptsächlich aus der handelsüblichen gequirlten Genderkacke, während andrerseits Menschenrechte als relativ und beliebig form- sowie "interpretierbar" dargestellt werden, sowie Genitalverstümmelung als "medizinische Hilfe":

Es existieren unterschiedliche Auffassungen darüber, was das „Wohl“ eines intersexuellen Kindes sein soll. Das erwähnte Recht auf Selbstbestimmung und einen intakten Körper stehen im Widerspruch mit dem Recht auf medizinische Behandlung und Hilfe. Was genau in diesem Falle „intakt“ bedeuten soll, ist unklar: Je nachdem, ob ein intersexuelles Genitale als vollständig und normal oder als fehlgebildet betrachtet wird, wird ein intakter Körper unterschiedlich gesehen. Gilt ein intersexueller Körper nicht als fehlgebildet, sondern als normal und gesund, so stellen Operationen juristisch eine Verletzung des Rechts auf körperliche Intaktheit dar. Dem medizinischen Konzept hingegen kann ein intakter Körper nur ein „normaler“ männlicher oder weiblicher Körper sein – in diesem Sinne wäre die Behandlung von Intersexualität ein Vorgang im Dienste der Gesundheit. Die behandelnden Ärzte befinden sich demnach im Spannungsfeld zwischen den Diskursen. (S. 24)

Ganz schlimm auch die ständige Rede von "neutrale Erziehung", die "von vielen Experten [...] propagiert" werde (S. 17, 11, 14, 22, 24). Dies ist bekanntlich das Gegenteil von dem, was die Betroffenen seit bald 20 Jahren forden, ausserdem hochgradig politisch schädlich. Nicht zuletzt in Verbindung mit Seiten über Seiten langem Propagieren von "Gehirngeschlecht" als Rechtfertigung für diese oder jene Art von "Behandlungen" (S. 5, 6, 14, 15). Mit solchen "HelferInnen", wer braucht da noch Feinde?

Letztlich spricht die "Radiodoktor Online-Infomappe" mit den üblichen Medizyner-Behauptungen einmal mehr den bedrohten Kindern jegliches Recht auf Unversehrtheit und Selbstbestimmung von vornherein ab. Und schiebt gleichzeitig nach bekanntem Muster die (meist genötigten) Eltern als "Verantwortliche" vor:

Sofern die Erziehungsberechtigten sich nicht ausdrücklich gegen rein kosmetische operative Eingriffe aussprechen [...] wird das Genitale intersexueller Minderjähiger chirurgisch in die entsprechende Richtung „rekonstruiert.“ (S. 17)

Fazit:

Einerseits die üblichen, üblen Genitalbeschneider-Sprüche, -Rechtfertigungen, -Ausreden, -Lügen usw.

Andrerseits typisches weltfremd-akademisches "Diskurs"-Gelaber privilegierter "Normal"-Menschen, die noch nie um die Unversehrtheit ihrer eigenen Geschlechtsteile fürchten mussten. Inkl. die dort übliche gewissenlose Vereinnahmung der Leiden der von Verstümmelung Betroffenen und Bedrohten im Namen von "Gender".

Es ist noch ein weiter Weg ...

... und ohne zumindest konkreten öffentlichen, politischen und juristischen Druck sowohl auf die GenitalabschneiderInnen & Co. wie auch auf die interlecktuellen SchönrednerInnen vom Dienst wird sich nicht nur in Österreich an der nach wie vor gängigen Praxis der TÄGLICHEN Genitalverstümmelungen in den Kinderkliniken nicht so schnell was ändern ...

Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!

Gonade um Gonade, Lustorgan um Lustorgan!

Siehe auch:
- Zwangsoperierte über sich selbst und ihr Leben
- "Intersexualität und Recht" in Österreich - Eva Matt
- Prof. Christian Radmayr (Innsbruck): Live-Genitalverstümmelung in Tübingen
- Prof. Christian Radmayr (Innsbruck) und Prof. Marcus Riccabona (Linz) propagieren zusammen mit deutschen Medizynern Verstümmelungen von Säuglingen
- «JEDES VERBRECHEN HINTERLÄSST SPUREN» - Österr. Bundesministerium für Justiz 
- "EuroDSD": 90% aller betroffenen Kinder durchschnittlich mehrfach verstümmelt
- Die grosse "Intersex"-Statistik-Lüge
- Kinderkliniken: € 8175,12 Reingewinn pro Genitalverstümmelung 

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